Jan Greve
20.06.2014 | 13:22 15

Die Armut von innen

Migration Das Märchen vom Sozialmissbrauch wird gerne erzählt. Die Geschichte der Menschen dahinter hingegen kaum

Viel ist geredet worden über Armutsmigration, Hartz IV-Missbrauch oder Sozialtourismus. Die politische Konjunktur solcher Begriffe spült sie bei Bedarf in die öffentliche Debatten, löst entsprechende Reaktionen aus und flacht dann wieder ab – bis zum nächsten Mal. Ob das dürftige Wahlergebnis der CSU bei der Europawahl vor einem Monat ein Beleg dafür ist, dass das Spielen mit rechtspopulistischen Themen ohne Erfolgsaussichten ist, scheint wenig wahrscheinlich: Die Verpackung mag Geschmacksfrage sein, der Inhalt wiederum bleibt oft der selbe.

Mit der Ankündigung von Gesetzesverschärfungen zur Eindämmung des vermeintlichen Problems „Sozialmissbrauch“ zeigt sich die Bundesregierung derweil inhaltlich voll auf CSU-Kurs. Mit Wiedereinreisesperren und ähnlichen Repressionen soll der vermeintlich massenhafte Bezug ungerechtfertigter Leistungen von Einwanderern unterbunden werden. Es ließe sich die notwendige Frage stellen, was Migration mit Armut zu tun hat. Mit der Verwendung des Begriffs der „Armutsmigration“ wird diese Debatte jedoch häufig übersprungen und ein Zerrbild der Wirklichkeit geschaffen. 

Zahlen helfen weiter

Die seit längerem laufende Debatte ist dabei untrennbar mit der seit diesem Jahr wirksamen uneingeschränkten Freizügigkeit von Menschen aus Rumänien und Bulgarien verbunden. Zuwanderung aus diesen relativ armen EU-Mitgliedsstaaten führte hierzulande bereits zu angstbeladenen Kontroversen. Ein Blick auf die Fakten hilft derweil. Gerne wird die Antwort auf eine Anfrage der Grünenfraktion zitiert, bei der die Bundesregierung die Zahl der Verdachtsfälle von Sozialleistungsbetrug durch Rumänen und Bulgaren mit 112 angab, bezogen auf die bundesweite Kriminalstatistik von 2012.

Auch andere Untersuchungen, wie der Bericht eines Staatssekretärausschusses, sprechen eine deutliche Sprache und verbieten Pauschalurteile über massenhafte Inanspruchnahme von Sozialhilfe. Im Januar 2014 waren 3,14 Millionen Menschen in Deutschland arbeitslos, davon waren jeweils um die 0,3% Rumänen und Bulgaren. Und auch die Arbeitslosenquote von rumänischen und bulgarischen Menschen in Deutschland liegt mit 10% unter der des Durchschnitts von Nicht-Deutschen, nämlich 16%.

Menschen hinter den Zahlen

Diese Aufreihung von Zahlen ließe sich weiter fortführen. Hinter statistischen Erhebungen stehen aber individuelle Schicksale, denen diese Herangehensweise nicht gerecht wird. Um einen Einblick in die Realität von eingewanderten Menschen zu erhalten, organisierte der Berliner Verein Amaro Foro in der letzten Woche ein Treffen mit drei Rumänen, die von ihrem Werdegang berichteten. Amaro Foro unterstützt Bulgaren und Rumänen, die aus unterschiedlichen Gründen nach Deutschland gekommen sind. Der Verein vermittelt Kontakte, leistet juristischen Beistand oder hilft durch das bürokratische Labyrinth.

Angesichts der alltäglichen Auseinandersetzung mit den Menschen und ihren Geschichten wirkt die mediale Debatte zynisch, gerade wenn aus nackten Prozentpunkten persönliche Probleme werden. Nelu, Maria und Liliana sind klassische Fälle. Alle drei kommen aus Rumänien, alle drei sind seit kurzem in Deutschland und alle drei stehen vor großen Schwierigkeiten. Ihre Geschichten stehen beispielhaft für systemische Probleme, die viele Menschen aus Rumänien und Bulgarien betreffen – egal ob Roma oder nicht.

Maria und Nelu sind zusammen mit ihren zwei Kindern vor wenigen Monaten nach Deutschland gekommen, nachdem sie nach der Räumung aus ihrer Wohnung in Bukarest die letzten Jahre in Spanien lebten. Nach den ersten Tagen auf der Straße fanden sie Platz in einer studentischen Wohngemeinschaft, die dankenswerterweise ein Zimmer für die Familie freiräumte. Während die Kinder mittlerweile in die Schule gehen, befinden sich die Eltern auf der Suche nach mehr Arbeit; sie sind zwar bereits beschäftigt, doch sowohl Umfang als auch Bezahlung reicht bei weitem nicht aus. Trotzdem ist ihr offizieller Status der von Arbeitssuchenden, wodurch Unterstützung des Jobcenters nicht in Frage kommt. Das hat insbesondere Auswirkungen auf die Kinder, die nicht wie ihre Mitschüler die von der Schule geforderten drei Paar Schuhe besitzen und so im Zweifelsfall am Sportunterricht nicht teilnehmen können.

Wie die Anträge ans Jobcenter von Maria und Nelu werden auch die von Liliana kontinuierlich abgelehnt. Sie ist mit ihrem Mann seit 11 Monate in Berlin, beide zusammen verdienen um die 800 Euro im Monat, nur bekommen sie damit keinen Mietvertrag. In Verbindung mit der Tatsache, dass Liliana schwanger, aber weder in Deutschland, noch in Rumänien krankenversichert ist, ergibt sich eine mehr als prekäre Lage. Schwangere Frauen ohne Krankenversicherung sind den Mitarbeitern von Amaro Foro nicht fremd, im Gegenteil. Von ihnen gestellte Anträge auf Nothilfe bei der Geburt werden erfahrungsgemäß abgelehnt, berichten sie. Übrig bleiben damit nur die Möglichkeit einer hohen Verschuldung oder die Hoffnung, dass Krankenhäuser im Notfall Milde walten lassen. Trotz der Bemühungen Lilianas und der professionellen Unterstützung durch den Verein sind die Zukunftsaussichten schlecht.

Produktion von Armut

Sprachkurse, die alle drei gerne besuchen würden, können nicht bezahlt werden. Hier wäre das Jobcenter die entscheidende Anlaufstelle und könnte gezielt helfen. Eines ist allerdings klar: Unabhängig davon, ob und in welchem Maße staatliche Unterstützung gewährt wird, sich die Beschäftigungsverhältnisse verbessern oder ein fester Wohnort gefunden wird, Liliana, Nelu und Maria werden bleiben. Auch bei dem schlimmstmöglichen Szenario ergeht es ihnen hier besser als in Rumänien. Wie also damit umgehen? Institutionelle Diskriminierung tolerieren und die Menschen in unwürdigen Bedingungen leben lassen? 

Der Mythos des „Sozialmissbrauchs“ in Verbindung mit der Angst vor „Armutseinwanderung“ bildet einen realitätsfernen Zustand ab. Ungeachtet der Tatsache, dass es Länder gibt, in denen die Menschen schwierigeren Verhältnissen ausgesetzt sind als in der Bundesrepublik, wird die Armut der hier lebenden Menschen nicht als etwas Fremdes „zu uns“ gebracht. Armut wandert nicht ein, sie wird hier produziert: auf dem Arbeitsmarkt, bei der Wohnungssuche, durch öffentliche Einrichtungen. Zynische Debatten, die das Problem verkennen, mögen je nach konjunktureller Lage mal zu Wahlerfolgen, mal zu Wahlniederlagen führen. An der Situation der hier lebenden Menschen verbessern sie nichts.

Kommentare (15)

GEBE 20.06.2014 | 13:47

„Armut wandert nicht ein, sie wird hier produziert: auf dem Arbeitsmarkt, …“

Warum ziehen Sie erstens nicht konsequent den Schluß und schreiben deutlich, daß in der sogenannten Bundesrepublik Deutschland Armut per Gesetz (SGB II) verordnet ist und wird? – Und zweitens: wo sehen Sie überhaupt eine Vergleichbarkeit zwischen hier „produzierter“ Armut und dem Umstand des Zuzugs armer Menschen in diese Armutsfalle?

- Und drittens: Wollten Sie etwa mit dem Beitrag evtl. aufzeigen, daß Armut etwas vollkommen Relatives sei, indem Sie personalisierte, quasi externale Beispiele internaler systemisch verordneter Armut gegenüberstellen?

Kennen Sie auch Zahlen bezgl. in den Suizid getriebener "Anspruchsberechtigter nach SGB II", die sich mit "unter der des Durchschnitts" qualifizieren läßt?

Ich verstehe absolut Ihren Impetus bei diesem Text nicht.

anne mohnen 20.06.2014 | 16:48

Der Mythos des „Sozialmissbrauchs“ in Verbindung mit der Angst vor „Armutseinwanderung“ bildet einen realitätsfernen Zustand ab.“ In der Tat!

Die Roma & Sinti sind die größte Minderheit in Europa! Von den 13 Mio haben sich ca. 100.000 auf den Weg gemacht, raus aus ihren Heimatländern, weil sie nicht weiter als „Paria Volk“ behandelt werden wollen. Die meisten davon zog in nach Canada und die USA. Die Roma stellen in der EU von allen Migranten mit ca. 20, 5 %(oder 20,9%) den höchsten Anteil an Akademikern- vor Italienern, Spaniern, Griechen, Türken etc. !! Von den in Deutschland lebenden Roma sind über 72% in Arbeit- keine Hartz- IV Empfänger!!

Die Integrationszahlen und berichte könnten noch besser aussehen, riefe Deutschland resp. riefen die Bundesländer und Kommunen die von Brüssel bereitstehenden Gelder dafür ab. Neuköllns Bezirksstadträtin Franziska Giffey sieht das ebenso.

http://www.rbb-online.de/politik/beitrag/2014/05/neukoelln-fordert-hoehere-roma-foerdermittel.html

http://www.rbb-online.de/politik/beitrag/2014/04/giffey-besucht-roma-in-bulgarien.html

http://www.rbb-online.de/panorama/beitrag/2014/05/Roma-Berlin-Sofia-Reportage-Diskriminierung.html

Wie mustergültig der Umgang mit Roma ablaufen kann, zeigt das Beispiel „Neukölln Harzer Straße“: Seit die katholische Aachener Siedlungs- und Wohnungsgesellschaft eine Schrottimmobilie gekauft hat „mit 137 Wohnungen (…) und 2012 auf vorbildliche Weise sanierte“ , lebten dort Roma-Familien aus Rumänien. 400 Menschen aus dem Dorf Fantanele, die Hälfte der Bewohner. Aus den damals mit meterhohem Müll zugestellten Innenhöfen, durch die die Ratten huschten, ist eine gepflegte Grünanlage geworden. Aufgerüttelt worden war die Öffentlichkeit von den skandalösen Verhältnissen durch die benachbarte Schule sowie durch Medienberichte.“

Was mich schmerzt ist, dass Sinti und Roma noch immer nicht die respektvolle Würdigung erfahren, wie sie ihnen zusteht insbesondere im "Land der Täter"!

knattertom 20.06.2014 | 19:42

"Während die Kinder mittlerweile in die Schule gehen, befinden sich die Eltern auf der Suche nach mehr Arbeit; sie sind zwar bereits beschäftigt, doch sowohl Umfang als auch Bezahlung reicht bei weitem nicht aus. Trotzdem ist ihr offizieller Status der von Arbeitssuchenden, wodurch Unterstützung des Jobcenters nicht in Frage kommt."

Vielen Dank für diesen Beitrag, die Propaganda zum Thema Immigration ist merklich wirksam, regelmässig kommt man in Gesprächen auf diesen Themenbereich, meist in stereotyper und abstrakter Form, zu sprechen.

Inhaltlich habe ich eine Frage. Müsste es in obigem Satz nicht heissen: "Trotzdem ist ihr offizieller Status nicht der von Arbeitssuchenden....." und, wenn das Einkommen zum Leben nicht ausreicht, müsste das Amt doch, wie bei Deutschen auch, diese als "Aufstocker" behandeln?!?

"Schwangere Frauen ohne Krankenversicherung sind den Mitarbeitern von Amaro Foro nicht fremd, im Gegenteil. Von ihnen gestellte Anträge auf Nothilfe bei der Geburt werden erfahrungsgemäß abgelehnt, berichten sie."

Skandalös!

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Ehemaliger Nutzer 20.06.2014 | 21:17

@Jan Greve 20.06.2014 | 13:22

Es sieht wohl so aus, dass die EU-Erweiterung den Förderern dieser Entwicklung auf die Füße fällt und sie Angst davor haben, dass sie dafür im eigenen Land von der jeweils eigenen Bevölkerung kräftig eins vor den Latz bekommen. Denn die Freizügigkeit in der EU hat nun mal auch ganz andere Effekte, als sich manch einer das in seinen Multikulit-Zuwanderungs-Hurra-Phantasien vorstellte.

Die in Deutschland durch SPD&Grüne mit iher Agenda 2010 und dem SGB II als dessen Kernstück absichtlich erzeugte Armut und Lohnrutsche tut ein Übriges. Konnte man früher noch unterscheiden, ob jemand eine Arbeitsbiographie hatte (Arbeitslosengeld dann Arbeitslosenhilfe), fällt das jetzt nun weg, man hat ja einfach eine neue Sozialhilfe für Arbeitsfähige geschaffen und sie als Arbeitslosengeld II bezeichnet. Nach den alten Regelungen konnten man in der EG durchaus auch in einem anderen Land Arbeit suchen, musste allerdings im eigenen Land entsprechende Anträge stellen und bekam dann im anderen Land vor Ort nur die ortsübliche Unterstützung, die zwischenstaatlich seitens der Arbeitsbehörden ausgeglichen wurde, soll heißen, man ging im anderen Land auf Kosten des Herkunftslandes auf Arbeitssuche.

Eine Einwanderung liegt ja nun bei EU-Bürgern nicht vor, da sie im Rahmen der Freizügigkeit zuwandern. Echte Einwanderung liegt andererseits nur vor, wenn man sie als Nicht-EU-Bürger vorher beantragt und dieser Antrag positiv beschieden wird. Damit ist echte Einwanderung innerhalb Europas eher selten und von Staaten außerhalb Europas wohl noch seltener. Die indirekte Einwanderung über Duldung, Beantragung der Staatsangehörigkeit und die dann über Jahrzente erfolgende Familienzusammenführung ist ein anderes Kapitel. Aber auch das spielt hier mit. Denn die Leute sind nun mal hier. Und sie werden mit allen neu hinzukommenden EU-Bürger in einen Topf geworfen. Damit entsteht dann der Eindruck, dass hier viele auf Kosten der Sozialsysteme leben.

Die Unsichtbaren Deutschen 21.06.2014 | 14:13

Das sehen Sie falsch, wenn sie eine Lanze für Romas brechen wollen, weil sie Statistiken gefunden haben, die (angeblich) belegen sollen, dass Romas bildungsnäher sind. Auf diese Weise reproduzieren Sie das Phänomen des "Statistical Discrimination". Bildungsnähe und Bildungsferne lassen sich mit der Ethnizität nicht prognostizieren, eher schon mit dem Rechtsstatus, regionaler Wohnort und dem Bildungsstand des Vaters und Mutters. Es macht keinen Sinn ethnische Gruppen bei der Bildungsnähe zu vergleichen.

Wo es Sinn macht auf das Merkmal der Herkunftsnationalität zurückzugreifen ist in der Handelspolitik, Finanzmarktpolitik, Arbeitsmarktpolitik, Währungspolitik und Informationsdienstleistungen der Einwanderungsländer und der Auswanderungsländer.

Migranten leben nämlich typischerweise in Haushalten, wo die Orte der Produktion und der Konsumption auf zwei Staaten und Jurisdiktionen verteilt sind. Der Ressourcenaustausch zwischen diesen atomisierten Haushalten innerhalb des transnationalen sozialen Raums ist für einige Migrationskorridore so gross, dass Währungskurse beeinflusst werden. Ebenso werden durch Migration Transaktionskosten im internationalen Handel gesenkt. Bei den Informationsdienstleistungen handelt es sich hauptsächlich um Urheberrechtsfragen bei ausländischen Medienproduktionen, Marktinformationen und Rechtshilfe. Es ist nicht so, dass multikulturalistischer Traditionalismus irgendeine Rolle im kulturellen Konsumverhalten der Migranten spielt.

Sinnvoll ist es daher nicht pauschal von Migranten und Migrationshintergrund zu sprechen, sondern von staatenlosen Minderheiten und transnationalen Haushalten. Diese beiden Gruppen sind völlig verschieden politisch zu bespielen, wobei den transnationalen Haushalten gegenüber anderen Minderheiten Gruppen immer Priorität eingeräumt werden muss.

Transnationale Haushalte puffern Konjunkturrisiken im Welthandel mit Rücküberweisungen ab und liefern die dringend benötigten Steuergelder für staatliche Ausgabenprogramme. Da die Territorialstaaten durch regionalistische Projekte sich in Währungsunionen und Zollunionen organisieren und Geldmarktpolitik und Zollpolitik nur eingeschränkt nutzbar sind, verändert sich die Rolle der transnationalen Haushalte zu einem Asset, um globale Ungleichheit zu glätten. Es ergänzt sozusagen, das traditionelle Mittel der territorialstaatlichen Fiskalpolitik.

Staatenlose Minderheiten sind starken Stigmas ausgesetzt und sollten in der Debatte von transnationalen Haushalten getrennt werden, um negative Spill-overs zu vermeiden.

Bei der Korrektur des Marktversagens durch kollektive Konsumption bei Wohnungszugang, Bildungszugang,... gehört der Fokus nicht auf die Rumänen, Romas oder sonst wen, sondern der Fokus sollte auf die undokumentierten Bauarbeitern gerichtet werden, die die Häuser tatsächlich bauen, aber keine Wohnberechtigung darin erhalten. Ebenso sollte man über die vom Steuerzahler finanzierten Wertsteigerungen der Hausbesitzer reden, indem er die Häuserpreise durch den Bau von Bibliotheken, Schulen, Strassen, Verkehrsmitteln und Feuerwehrdienstleistungen nach oben treibt. Diese Themen liefern eine rationale Grundlage, um die Debatte zu der Erhöhung der Grunderwerbssteuer und die Grundsteuer zur Finanzierung des Kita-Ausbaus zugunsten breiter Bevölkerungen von den Frauen, Hartz 4'ler, Rentnern bis zu verschiedenen transnationalen Haushalten in den Raum zu bringen. Die steuerliche Umverteilung vom Steuerzahler auf die Hausbesitzer durch öffentliche Infrastruktur muss wieder rückgängig gemacht werden.

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Ehemaliger Nutzer 22.06.2014 | 12:35

Nur eines ! Zu diesem Sinti - Häuptling der sich immer noch beklagt das man seinem Volk hier in Deutschland nicht den nötigen Respekt und die nötige Würde entgegenbringt ; In keinem Land der Welt werden die mit soviel Respekt , Würde und grenzenloser Toleranz ( die teilweise an die Schmerzgrenze geht ) , behandelt wie hier in Deutschland und von den Deutschen , er sollte dankbar sein und das alles ein wenig positiver einschätzen , als er es bisher tut und getan hat , tiefer möchte ich darauf nicht eingehen ! ( ich verfolge die Reden und Beiträge des Mannes schon seid einiger Zeit ) ! Es muß nicht immer nur Hetze und Verunglimpfung von Deutschen gegen Angehörige anderer Nationalitäten stattfinden , ( wie es uns Deutschen ja nur allzu gern unterstellt wird ) , sondern es gibt auch genug Hetze andersrum ! Andererseits würde ich es mir auch wünschen daß sich ein deutsches Staatsoberhaupt , mit soviel Herz und Hingabe für sein eigenes Volk einsetzt und ausspricht , ( denn verdient haben die `es allemal ) , wie es ein Herr Rose für sein Volk tut ; ich würde es mir von Herzen wünschen !!!

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Ehemaliger Nutzer 22.06.2014 | 23:34

Dankeschön für den Bericht

Ich war neulich auf Flohmarkt. Neben einen langen und schönen Stand mit chinesischen Waren, Drachen aus Jade, chinesischer Horoskope, Sternzeichen, Klangschallen und Kugeln, alles hochwertig und sehr teuer, stand der Standbesitzer. Es war ein Deutscher, schöner Mann mit feinen Gesichtszügen, langen Haaren welche er nach hinten sauber in ein Haargummi hatte.

Er, hochdeutsche Sprache, sprach die Flohmarkt Besucher an und beklagte sich über der deutsche Regierung. Sie, die deutsche Regierung würde das eigene Volk verraten und die Rumänen und andre Ausländer extra nach Deutschland holen. Das sagte er.

Ein stämmiger Bayer und noch zwei andre Männer hörten sich seine Theorien scheinbar geduldig jedoch auch genervt an.

Ich mischte mich und fragte ob er das weiß dass es für jeden Rumänen oder Ausländer kaum möglich ist in Deutschland so leicht rein zu kommen und bleiben?:

Das ist deswegen weil sie ohne Arbeit keine Wohnung finden. Jeder Wohnungseigentümer möchte eine Bescheinigung über eine Arbeit haben.

Ohne Arbeit gibt es keine Wohnung. Selbst wenn man Wohnung finden würde, ohne Arbeit, muss man eine Kaution bringen. Fast alle Wohnungsbesitzer geben einer Wohnung nur dann wenn die Auskunft von der Bank positiv ist und der Wohnungssuchende auf seinen Konto sehr viel Geld oder sehr regelmäßiges Geld hat.

Geht ein Rumäne oder Ausländer aus den armen europäischen Ländern zur einen Arbeitsstelle wird er gefragt ob er eine Wohnung und ein Konto hat.

Ein Konto kann man erste dann eröffnen wenn man eine Wohnung hat und angemeldet ist.

So beißt sich das Ganze in eine große Unmöglichkeit, viele Schwierigkeiten für die Rumänen oder Ausländer aus armen europäischen Ländern sich in BRD niederzulassen.

Niemand der sich wählen kann kommt in ein andres Land um dort zu leben.

Dass man den Frauen und Kindern die Hilfe verweigert ist kein gutes Signal.

Der Staat muss sich entscheiden was er primer, mehr sein will. Menschlich ?Oder Nationalistisch?

Wenn der Staat nur Nationalistisch sein möchte dann muss er sich sehr neigen, erfühlen, sehr Bemühen um seine Nationalisten zufrieden zu stellen die sich immer als unzufriedene Tyrannen erweisen werden.

Wenn der Staat als Richtlinie seine Existenz die Menschlichkeit in Vordergrund stellt dann“ muss „er eben den hungrigen und obdachlose Frauen und hungrigen und obdachlosen Kindern, egal wo sie her kommen, Hilfe leisten, auch deswegen weil er, der Staat christlich ist.

Der Staat muss sich entscheiden welchen Kurs er gehen möchte.

Menschen wünschen sich überall Güte und Großzügigkeit. Menschlichkeit ist immer gut und macht eine positive Kollektive Atmosphäre.

Milena D Amico

luzieh.fair 24.06.2014 | 21:26

"...behandelt wie hier in Deutschland und von den Deutschen"

Romani Rose ist wie viele andere Sinti und Roma deutscher Staatsbürger.

Kein Sinto und kein Rom und auch sonst niemand muss "dankbar" für "Würde und grenzenlose[r] Toleranz ( die teilweise an die Schmerzgrenze geht )" sein, denn es ist eine selbstverständlichkeit, dass Menschen einander mit Respekt begegnen. Das was Sie da schreiben liest sich wie: "sei froh, dass ich Dir Dein Haus nicht abfackel, Du isst schließlich meine deutschen Äpfel und Bananen."

Andrea Wierich 17.08.2014 | 17:49

Nein, der Satz ist richtig so, denn weil ihre bisherigen Einkünfte nicht zum Leben ausreichen, suchen sie nach mehr bzw. besser bezahlter Arbeit und sind damit vor den Augen der Jobcenter Arbeitssuchende. Da Menschen, die "ausschließlich zum Zweck der Arbeitssuche" nach Deutschland kommen, keinen Anspruch auf Jobcenter-Leistungen haben (obwohl es faktisch ohnehin kaum jemanden gibt, der ausschließlich deswegen kommt), werden ihnen die Leistungen verweigert, obwohl sie eigentlich Aufstocker sind und das mehr zählen müsste als die Tatsache, dass sie noch nach mehr Arbeit suchen. Sie werden ausschließlich als "Arbeitssuchende" behandelt und damit ausgeschlossen. Das ist der Knackpunkt.

knattertom 17.08.2014 | 20:57

Danke für die Aufklärung. Verständlicher wird der Standpunkt dadurch, wie von Ihnen geschrieben, aber nicht, sondern eher noch absurder. Wenn es jemand bereits geschafft hat, in Deutschland eine Anstellung zu finden, wird trotzdem die begleitende Leistung der "Aufstockung" verweigert, weil der angenommene einzige Grund der Zuwanderung der Wunsch nach einem auskömmlichen Leben in Deutschland ist. Da werden Zuwanderer, dann doppelt mit den deutschen Bedingungen der viel zu niedrigen Reallöhne bestraft. Die Menschen sollen kommen, sich arm arbeiten und dann wieder verschwinden, so verstehe ich die Handhabung der Gesetze. Diese Auslegung dürfte allerdings vor dem Grundsatz der Gleichbehandlung vor dem Gesetz, vor Gerichten keinen Bestand haben, da die Auslegung für Deutsche halt genau andersherum erfolgt.