Kommentare von janto ban

janto ban 23.06.2017 | 15:26

Joh, kann sein. Keine Ahnung. Ich hatte viel Nachholbedarf. Good Wife (läuft noch), The 100 (läuft noch), How to get away with Murder (läuft noch), Orphan Black (läuft noch), Wayward Pines (läuft noch), Westworld (läuft) - ich hab so viel gesehen im letzten Jahr, dass ich gar nicht mehr weiß, was das alles war. Da kann man natürlich streiten, ob das alles "Qualitätsserien" sind. Für mich sind alle Serien, die mir gefallen, Qualitätsserien. The 100 finde ich z.B. richtig geil. Warte auf die Fortsetzungen von Marvel's Jessica Jones und Daredevil. Bei OISNB bin ich bei Staffel 1 Folge 5 (oder so) hängen geblieben. Das gucke ich zwischendurch immer mal weiter. Irgendwie flasht mich die Serie nicht sonderlich. I'm a freak for irresistible Cliffhangers. Fargo (mit Billy Bobbele) finde ich z.B. auch überbewertet. Schön langsam eine Geschichte erzählen, wie Daredevil es in Staffel 1 z.B. tut, wunderbar. Aber zwischendurch muss schon auch mal was Puls-treibendes passieren, sonst verliere ich das Interesse.

janto ban 20.06.2017 | 22:10

|| ... heute bin bin unbedingt zufrieden (Du hoffentlich auch!) ||

Geht so. 10 Grad weniger Hitze wäre schön.

Und ich mag den Begriff Hamsterrad-Diskurs nicht :o( Weiß zwar zu gut, was gemeint ist, aber gerade dieser Tage habe ich das Gefühl, dass der Kreisel anfängt zu eiern.

|| AHaber bezeichnet das Berliner Moschee-Projekt als "Skandal" und "Verrat". (...) "Sabah", eine der größten Zeitungen, titelte: "In der Fetö-Kirche beten Männer und Frauen". Das Boulevardblatt "Takvim" berichtete unter der Überschrift "Gülen Ketzerei, Applaus aus Israel". Die Gülenisten in Deutschland verzerrten den Islam nach ihren "eigenen, perversen Ansichten", schrieb die Tageszeitung "Star". ||

Aus dem (mich) verstörenden Artikel, den ich weinßtein oben schon hinwarf. Wobei ich mich fragen muss, warum er mich verstört, weil ich doch selbst immer sage, dass wir die meiste Zeit nicht über Religion, sondern über Politik reden. Und was da passiert, ist ein Clash der Weltanschauungen in Reinform: demokratisch-liberal vs. patriarchaisch-autoritär.

Ich musste heute auch viel über den kleinen Hype um den Imam nachdenken, der - so lese ich es zwischen allen Zeilen - vielleicht eine Lynchung im Affekt verhindert hat. Das steht zwar so nirgends, wird aber überall impliziert. Dazu muss ich sagen, dass ich das nicht mitfeiern kann. Nicht, weil ich nicht fändt, dass der Imam schnell, gut und richtig gehandelt hat, sondern weil sein Handeln meinen Mindestanforderungen an Geistliche jedweder Konfession entspricht. Womit wieder das leidliche Thema Erwartungen angesprochen wäre.

Ich diskutiere über den ganzen Themen-Komplex so gerne kilometerlang, weil ich hochinteressiert bin an Psychologie und Soziologie. Und Gesellschaftspolitik. Und beinahe alles, worüber die letzten Tage auch dort gesprochen wurde, fällt für meine Begriffe unter diese Disziplinen. Weil ich die großen Religionen mindestens so sehr als Machtinstrument wie als Wegweiser zum persönlichen Seelenheil ansehe.

Und zu allem Überfluss bin ich hoffnungslos dem Mantra 'Der Weg ist das Ziel' verfallen. Und wenn er auch im Kreis führt. Mathematisch besehen nähert man sich dem Ziel bei solchen Rundgängen exakt so oft, wie man sich von ihm entfernt. Nix gewonnen - aber auch nix verloren. So what..? ;o)

Liebe Grüße!

janto ban 20.06.2017 | 21:27

Darf ich auch der Sarkasmusnichtverstehenwollerfänger sein..?

Du bist wieder zu gut zu mir, Ernsterl. War in letzter Zeit auch kaum hier. Aber die letzten Tage viel. Den Islam reformieren und dir das Gemminnerlied für den ESC2018 schreiben - das sind die Dinge, die ich noch wollte, bevor ich gen Weltuntergang reite, die Krempe tief im Gesicht, ein Rammstein-Riff aus den 90ern pfeifend.

Hurra!

janto ban 20.06.2017 | 00:58

|| Insofern ist es abwegig, wenn die Mehrheitsgesellschaft Forderungen an islamische Minderheiten stellt. ||

Ja, Forderungen sind abwegig. Aber jede/r erwartet von allem und jedem irgendwas. Und sei es nichts. Selbst das ist eine Erwartungshaltung.

Oder sagen wir mal, nach dem Trommeln und den Berichten im Vorfeld der ausdrücklichen Nichtdistanzierungs-Demo stellte man sich irgendwas vor. Spielte vielleicht sogar mögliche Extreme durch:

Niemand kommt. Halb D reist an. Es findet ein islamistischer Anschlag auf die Demo statt. Es findet ein anderweitig rechtsextremer Anschlag auf die Demo statt. Die Demo fällt aus, weil Kaddors Name auf irgend einer der Listen falsch geschrieben wurde...

janto ban 20.06.2017 | 00:10

|| Wollen wir nicht alle, dass die Menschen unabhängig von ihrer religiösen/ethnischen Herkunft sich emanzipieren -und demnächst auch aus der Zeit der Onkel-Erdogan-Türken herauswachsen? ||

Alle..? Keine Ahnung. Aber ich. Na klar. Vorerst ist allerdings das glatte Gegenteil der Fall, wie ich da schon beheule. Wenn Erdotib sagt is nich, dann is nich. Wobei kaum festzustellen ist, wer da nun eigentlich mitgelatscht ist und wer nicht. Das muss ich zugeben, sonst wird es falsch.

|| (...) "Hasskriminalität" eines Einzeltäters, der geschrien haben soll: Ich will alle Muslime töten.Punkt. ||

Semikolon, das überzeugt mich nicht. Was da steht ist richtig und für die Analyse unentbehrlich. Ich bin doch nicht so blöd, dass ich den Unterschied zwischen einem mutmaßlich nach grober Fahrlässigkeit lichterloh brennenden Hochhaus und mutmaßlich vorsätzlichem Mord mit gruppenspezifischem Hass-Motiv nicht erkenne. Nee. Ich weise nur auf das hin, was ich spüre. Ich spüre doch immer alles so gut.

Und ich spüre, dass Theresa Mays (?, ich glaube, die hat das gesagt, bin mir aber nicht sicher) 'Das war ein Angriff auf alle Londoner' nicht richtig zündet. Schon allein sprachlich nicht, wenn man die ersten EIL-Meldungen zum Anschlag und die nachfolgenden Überschriften liest. Und man stelle sich noch vor, Boris Johnson rief seine Brexiteers auf, sich nicht an einer Großdemo zu beteiligen, auf der sich mal locker und unmissverständlich gegen Islamophobie positioniert werden soll. Dann wäre die Katastrophe aber perfekt, was.

P.S.: Hiermit distan positioniere ich mich aufs Schärfste gegen das Hassverbrechen des 47 Jahre alten Darren Osborne aus der walisischen Hauptstadt Cardiff und alle anderen Hass- und Gewaltverbrechen gegen Musl Menschen.

Zufrieden..? Ich auch wieder nicht. Ich bin generell schwer zufriedenzustellen in letzter Zeit. Aber ganz ruhig und sachlich :o)

janto ban 19.06.2017 | 23:25

|| Das müsstest du doch näher spüren als ich. ||

??? Keine Ahnung, was das heißen soll.

Mein ganz persönlicher Islamismus-Begriff ist weit gefasst. Zu weit für viele (hier). Aber da muss ich durch. Nach zu kurzem Nachdenken würde ich Islamismus in D (!!) spontan als eine Mischung aus Gesamtgesellschaftsabgewandheit, Engstirnigkeits-Koketterie und dem Gegenteil von Neugier auf Unbekanntes bezeichnen. Vermutlich ist das völlig falsch. Aber jetzt steht's halt so da. Ich hadere ja schon mit dem Kopftuch, weil es mir ins Ohr säuselt: Ich bin nicht wie du, mein Mann ist Muslim und meine Kinder haben unaussprechliche Vornamen. Aber egal.

Habe vorhin die Kaddor bei Hart aber Fair gesehen und gehört - und bin noch ganz begeistert. Die ist einfach gut. In der Sendung ging es iwi um das Recht auf Angst in Anbetracht des Terrors. Und an einer Stelle, während die Kaddor erzählte, wie sie im Vorfeld mit Ditib gerungen hat, lief es mir kalt den Rücken runter, weil ich dachte:

O herre, wenn die Ditib sagt, wir gehen nicht auf diese Demo, dann gehen die sog. Gläubigen auch wirklich nicht auf diese Demo.

Jetzt sitze ich hier und blättere und blättere, aber finde die Stelle nicht, an der der Prophet sagt, dass die türkische Religionsbehörde über die Anzahl der Teilnehmer an bundesdeutschen Positionierungsveranstaltungen entscheidet.

Das macht mir am meisten Angst; dieses unselbständige, sektenhafte. Okay, nicht zur Mohamad-Kaddor'schen Nicht-Distanzierung anzutreten fällt auch unter die Nutzung der Freiheitsrechte. Okay okay. Aber man kann es sich auch schönreden.

Alles das hat aber mit The Islam nichts zu tun, sondern mit Islamismus, also Politik. Wenn Ditib und ein paar andere Islam-Verbände in der medialen Rückschau über Gelingen/Misslingen einer zivilgesellschaftlichen Veranstaltung entschieden haben, dann darf einem das jedenfalls zu denken geben, wie ich einfach mal finde.

Und weil ich das näher spüre ;o), noch mehr Nachhilfe in küchenpolitologischer Konfessionskunde.

Wenn mein Freund und ich der Konfirmation der lieben Paten-Nichte beiwohnen, ohne dass jemand aus der - nicht gerade kleinen - buckligen Verwandtschaft hinter vorgehaltener Hand findet, dass wir das andächtige Fest entweihen und/oder fragt, was uns eigentlich einfiele, uns Gottvergessenen, dann ist das Christentum 3.0

Wenn der Papst noch heute Abend verkündete, dass es erste Christenpflicht sei, dass die gesamte Nachbarschaft einem schwulen Päärchen vor's Haus rotzt und ich morgen früh um halb sieben auf der Eingangstreppe ausrutschte und mir den Steiß prellte, dann wäre das Katholizismus.

Noch Fragen..? :o)

LG!

janto ban 19.06.2017 | 22:27

Wieso..? Ich bin doch ruhig. Da ist mir doch ein sehr nachdenklicher Text gelungen. Man muss ihn halt ein bisschen um die Ecke lesen.

Warum schwadroniert Augstein von Landsmannschaft und Stolz, wenn es um Deutschtürken geht, obwohl er diese Konzepte doch ablehnt. Warum sind vor der Mosche Muslime angegriffen worden, aber im Hochhaus Menschen verbrannt.

Sind das nicht zwei hochspannende Fragen..?

janto ban 19.06.2017 | 19:15

Also, ich meine mich zu erinnern, dass ich nicht "unbändige Kritik am Islam" schrieb. Ich schrieb: "unbändige Kritik an anti-liberal/anti-progressiv gelebten/organisierten Islam". Naja, fast. Die Vorsilbe "anti-" benutze ich, weil ich nicht konservativ meine. Konservative sind zwar auch nicht unbedingt liberal und progressiv, räusper, aber sie sind auch nicht unbedingt gegen alles Liberale und Progressive, hüstel. Ich hätte auch einfach schreiben können, dass ich Islamismus Scheiße finde. Aber das klingt immer so doof.

janto ban 18.06.2017 | 14:28

Dass meine schier unbändige Kritik an anti-liberal/anti-progressiv gelebtem/organisierten Islam von freitagslinken Bestmenschen mit heller Begeisterung zu gruppenspezifischem Menschenhass mit Tendenz zum holocausten umgedeutet wird, wusste ich übrigens schon. Aber das sehe ich ganz locker.

Fast so locker, wie meine von ihren Großeltern evangelisch-freikirchlich misssozialisierte Mutter meine Homosexualität heute sieht. Mein Uropa, also ihr Ziehvater, ist seinerzeit nicht zur Hochzeit meiner Eltern erschienen, weil mein Vater katholisch war. Aber die mussten heiraten. Das ist jetzt bald 39 Jahre her, erst. Ich bin achtunddreißigeinhalb.

So schnell ändern sich Zeiten mitunter. Allerdings nur, wenn es Leute gibt, die ihren Mund auf- und kaputt machen, was sie kaputt macht. Ich gönn's den "gemäßigten Muslimen" Europas, die sich m.besch.M.n. so nennen, weil sie sich noch nicht zu sagen trauen, dass es 2017 ist und sie mit mittelaterlichem Alltags-Hokuspokus nix zu tun haben wollen, von ganzem Herzen. Meine Stimme haben sie.

Und alle anderen Muslime lasse ich schön leben, lieben, lachen und leiden wo sie sind. Ganz so, wie es mit CSU-, AfD- und NPD-WählerInnen auch mache. Ich sage frei heraus, was ich von deren politischer Agenda halte - mehr kann ich nicht tun.

Falls sonst noch Fragen sind: immer raus damit. Ich beantworte alles.

janto ban 18.06.2017 | 03:10

|| Welche Katholen mussten sich vom Kindesmissbrauch distanzieren, von einem Anders Breivik, von kreuz.net, von der Abweisung vergewaltigter Frauen, die um eine Abtreibung der per Vergewaltigung erzeugten Schwangerschaft nachsuchten; welche Christen mussten sich angesichts "christlicher" Attentäter und Terroristen, v.a. in den USA, erklären und als "gemäßigt" herausstellen? ||

Niemand. So wenig, wie Muslime sich vom islamistischen Terror distanzieren müssen. Von einem Distanzierungs-Zwang ist mir jedenfalls nichts bekannt.

Was das Distanzieren angeht, gilt: Alles kann, nichts muss. Übersetzt: Nichts muss. Aber alles kann. Und darf. Warum sollte es nicht dürfen..? Ich will nicht wissen, wie vielen kreuz.net-Rittern ich mit meinem Nick seinerzeit lebensbedrohliche Herklabaster fernverpasste. Auch fast eine Art von Terror.

Außerdem wäre die Sache eine andere, wenn es in überwiegend muslimisch geprägten Ländern christianischen Terror gäbe. Okay. Nur für den Fall, dass wir die völkerrechtswidrigen Massenmord-Invasionen des sog. Westens der letzten paar Jahrzehnte dazu zählen, distanziere ich mich hiermit zum ungezählten Mal in aller Form davon. Not in my name!

Zufrieden..? Ich auch nicht.

|| Ich verstehe, dass sehr viele Muslime es nur als versuchte Erniedrigung empfinden, wenn sie sich ständig erklären sollen. ||

Da weise ich noch mal darauf hin, dass Tarek Mohamad da sagte, es sei kein Aufruf zur Distanzierung, sondern einer zur Positionierung (gewesen). Und wiederhole mich auch, wenn ich schreibe, dass eine Positionierung gegen islamistischen Terror Quatsch, weil zu 97,3 - 99,8% Konsens ist. Brandneu ist der Satz, dass Distanzierung von islamistischem Terror noch keine Reformation macht. Wenn es so wäre, dürfte der Islam als reformiert angesehen werden. Was er nicht ist.

Und ein Schild, auf dem "Gemeinsam gegen Terror" steht, macht noch keine heile Gesellschaft. Dafür ist der gemeinsame Nenner einfach zu mickrig.

|| Keiner wird das Heil in irgendeinem Himmel mit Jungfrauen oder Milch und Honig suchen (...), wenn er wirtschaftlich und sozial wenigstens halbwegs sein Auskommen und einigermaßen Perspektive hat. ||

Tja, es wäre zu schön (weil zu leicht), wenn es so wäre. Aber es ist nachweislich falsch. Zumindest, was den islamistischen Terror Made in Europe angeht. Wer imstande ist, an der Totalüberwachung vorbei Anschläge zu planen und durchzuführen, muss schon clever sein. Falls ich das mal so sagen darf, ohne mir den Bundestrojaner einzufangen. Wer das kann, kann auch Lohnbuchhalter werden. Oder Anwalt oder Feuerwehrmann.

|| ... im Großen und Ganzen bin ich überzeugt, dass es diese Dimensionen, mit IS, Boko Haram, Al-Quaida usw. samt ihrer Anhänger und Nacheiferer im Westen, nicht gäbe, wenn nicht fortgesetzt alles getan würde, um diesen Sumpf auch ja nicht austrocknen zu lassen. ||

Eines der stärkeren Mittel, die dazu führen, dass der Sumpf nicht austrocknet, ist übrigens der unbändige Drang nach Populationsmaximierung, der Islamismus, Katholizismus, Evangelikalismus (und diesen ganzen -ismen) innewohnt. Die Orthodoxie hat sich die Probleme noch immer selbst rekrutiert. Vgl. Erdogan mit seinem Jede frau soll mindestens 3 Kinder haben. Das ist Bilderbuch-Islamismus, an dem auch der Führrrer seine Frrreude gehabt hätte. Mehr, mehr und immer mehr Söhne, von denen noch keiner weiß, wie die mal alle satt werden sollen. Egal. Hauptsache mehr.

|| Es wäre schon viel gewonnen, wenn der Fokus weg von den Religionen hin zum Politischen schwenken würde. ||

So!! Und jetzt gucke ich noch die verlinkte Maischberger. Fiasko klingt, als sei die Sendung was für mich ;o)

Gute Nacht!

janto ban 18.06.2017 | 02:08

|| Egal was die Muslime tun, sie werden es der deutschen Mehrheitsgesellschaft nicht recht machen. ||

Und ich hatte schon gedacht, "Es ist wichtig, zu zeigen, dass wir gegen islamistischen Terror sind" sei der Papperlapapp des Tages.

Anti-Terror-Demo. Wenn ich das höre könnte ich durchdrehen. Und eine Hamsterrad-Diskussion wäre es nicht, wenn endlich alle verstünden, dass es nicht um Konfession, sondern um Weltanschauung geht.

Gegen Terror sind - außer Terroristen & Fans - doch irgendwie alle, oder..?? Aber mit dem Vehikel, in dem der Terror dieser Tage so oft daher kommt, dem Islamismus, haben eine Menge Muslime kein wirkliches Problem. Um es mal ganz vorsichtig zu formulieren.

Schon die Überschrift des hier zu besprechenden Textes beinhaltet den Rückschluss, dass nicht-gemäßigte Muslime den Diskurs prägen. Was es auch heißen soll, aber das ist das, was die unzweideutig zur deutschen Mehrheitsgesellschaft gehörende Lamya Kaddor sagt.

janto ban 17.06.2017 | 14:15

|| Die ZeichenSetzenWollen ist ausschließlich an die deutsche Bevölkerung gerichtet, wie jemand kürzlich sagte: >>Der Gesellschaft in diesem Land ein anderes Bild der Muslime als jenes der Extremisten zu zeigen. <<

Das ist zwar richtig & wichtig, doch es wird nicht reichen. ||

Das Neue an dieser Demo ist m.E. etwas, das den Veranstaltern (m/w) (noch) gar nicht richtig klar ist; nicht zuletzt, weil es durch die Absagen der wichtigsten (???) (weil größten) dt. Islam-Verbände erst zutage tritt. Kaddor spricht zwar immer noch wie selbstverständlich von "muslimischer Community" und tut so, als sei das eine irgendwie unteilbare, irgendwie einheitlich verfasste Einheit, die an einem Strang in eine Richtung zieht. Aber mit diesem Irrglauben sollte/müsste/könnte/dürfte es spätestens heute vorbei sein. Was die da jetzt heute machen ist Opposition. Das ist für jedermann (m/w) sichtbar geworden, weil die schon lange gährende politische Uneinigkeit innerhalb der sogenannten Community endlich auch mal greifbar zutage tritt.

Weil ich denke, dass 'die deutsche Bevölkerung' mitnichten nach jedem dritten Anschlag eine Distanzierungs-Orgie von Leuten braucht, die dem islamistischen Terror so fern stehen wie nur irgendwas, denke ich, dass das heutige "Nicht mit uns!" vielmehr nach innen als nach außen wirkt. Wobei die Wirkung nach außen schon nicht zu unterschätzen ist. Liechen Müller wird kommende Nacht bestimmt sehr beruhigt schlafen. Ruhiger, als die Ditib-Oberen, wie ich rotzfrech zu behaupten wage.

janto ban 17.06.2017 | 13:43

Also, wenn ich den heiligen Krieg, der in meinem Innern tobte, als ich Kind, Jugendlicher und junger Erwachsener war, nach außen getragen hätte, dann wäre die Welt noch im letzten Jahrtausend untergegangen, weil die Detonation den Planeten aus der Umlaufbahn geworfen hätte.

Und da kommen wir an einen weiteren Punkt, der mit Islamismus zu tun hat: viel zu viele der jungen, egozentrierten Testosterongeschosse sind viel zu stolz sich helfen zu lassen, wenn sie Hilfe brauchen. Wer sich helfen lassen muss ist doch kein Mann. #mit_der_zunge_schnalz

Googel mal, was kulturalistisch-orthodoxe Muslime von Psychologie und Psychotherapie halten. Da kannste dir dann vorstellen, welche Meinung die von Augsteins Abenteuerurlauben a la Boot Camp haben. Die wollen nicht geformt werden, die wollen formen. Aktiv, nach ihrem Willen, ihrer unverrückbaren Überzeugung. Krank sind in deren Augen die anderen. Ich, zum Beispiel. Ich bin sehr krank. Du verstehst.

Und wie bei allen meinen Blogs, die auf den ersten Blick wie Nonsens wirken mögen, habe ich mir auch hierbei wieder etwas gedacht. Der kleine Steckbrief mit dem Aufruf "Bitte melde dich!" steht z.B. nicht zufällig da, sondern um darauf hinzuweisen, dass sich niemand melden wird. Und darauf, dass ich nicht weiß, wo ich sie suchen soll. Und die PPP aus Augstein AG und Bundesministerium für Ausgeglichene Botenstoffhaushalte auch nicht. Das ist das.

janto ban 17.06.2017 | 13:19

Nein, die ist nicht blöde. So lange sie nicht überdosiert wird, erfüllt sie schon ihren Zweck. Blöde ist es, wenn Political Correctness der Analyse im Weg steht. Wobei Objektivität nur angestrebt, aber nie erreicht werden kann. Wir sind hat alle Subjekte, die nicht wollen, dass ihnen auf den Schlipsen rumgetrampelt wird. Aber was ist es für eine Analyse, die auf keinen Schlips tritt..? Ist das überhaupt eine Analyse..??

janto ban 17.06.2017 | 12:40

Kaddor und Mohamad versuchen das in meinen Augen Unmögliche: die sog. muslimische Community hinter sich zu vereinen; sie - und wenn auch (erst mal) nur für einen Tag - mit einer Stimme sprechen zu lassen, laut und unzweideutig. "Klärungsversuche und -aktivitäten" sind immer gut, Magda. So lange geredet wird, wird nicht geschossen.

Allein fehlt mir dein, bitte entschuldige, naiver Optimismus. Geredet wird im dt. Bundestag auch. Und doch ist es kein Zufall, dass Linkspartei und CSU nicht auf einen gemeinsamen Nenner kommen; in ganz vielen Punkten nicht einmal auf einen kleinsten. Konfrontation der Konzepte und Opposition sind elementare Bestandteile des politischen Prozesses. Und es würde kaum ein Mensch auf die Idee kommen, die Abgeordneten des dt. Bundestages als "Community" zu bezeichnen, weil ihnen allen gemein ist, dass sie im dt. Bundestag sitzen.

Deshalb sind the Muslime für mich - nicht nur im hier zu besprechenden Zusammenhang - auch nicht als Community identifizierbar. Wie schon gesagt: da gehöre doch eher ich zur Kaddor-Mohamad-Community als jemand, der in D geboren und aufgewachsen ist, sich aber als Türke und Muslim selbstversteht - und als nicht viel mehr.

Aber, nein, nichts gegen das Reden. Ich kann und darf gegen Reden nichts haben. Rede ja selbst wie ein Wasserfall.

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