janto ban

Problem zerkannt, Problem geBant.
janto ban
RE: Das Ende der Party | 13.08.2017 | 12:18

|| Insgesamt zum Kopieren: Fast jede entwickelte Industrie hat so angefangen, die deutsche mit dem Kopieren der englischen. ||

Ich wollte das auch nicht werten. Nur mal so notieren.

Beim Kopieren werden - im Gegensatz zum Lernen - auch immer die Fehler mit übertragen. Es sei denn, Lernziel sei es, eben jene Fehler der Konkurrenz zu kopieren, die den kurzfristigsten, un-nachhaltigsten Erfolg versprechen. Und das ist es, was ich überall sehe. Und wann und wo Afrika zuweilen auf die Beine kommt, ist kaum etwas anderes zu beobachten. Wir Menschen sind doch alle gleich. Das ist ja das Problem.

RE: Das Ende der Party | 13.08.2017 | 12:04

-- Ein Treppenwitz der Geschichte, dass wir uns umso zurückhaltender vermehren, je übersättigter wir sind.

-- Ist das nicht vielleicht eine Hoffnung?

Könnte eine sein, wenn ich nicht ahnte, dass es Armut geben wird, so lange es Reichtum gibt. Das sind doch zwei Seiten der selben Medaille in einer von natürlichen Gegebenheiten entkoppelten Geld-Welt, in der in der einen Wüste KIs entwickelt werden, während in der anderen unterernährte Kinder nach Seltenen Erden graben.

Aber vielleicht sehe ich die Dinge zu negativ. AmazonFresh wird bestimmt auch der Renner in Afrika. Warum sollten die Drohnen, die den Tod und das WLAN bringen, nicht auch frische Lebensmittel abwerfen. Technisch ist das gewiss machbar.

RE: Das Ende der Party | 13.08.2017 | 10:09

|| Schauen Sie sich die Entwicklung Chinas an, das als typisches Billiglohnland begonnen hat. Zuvor haben Taiwan und Südkorea eine ähnliche Entwicklung durchgemacht. Inwiefern hätte der Westen diese Länder ökonomisch besser behandelt als die afrikanischen? Wenn er sie aber gleich behandelt hat, kann der Erfolg der asiatischen Länder und der Misserfolg der afrikanischen Länder wohl kaum dem Westen zugeschrieben werden. ||

Dem möchte ich ein dickes Aber beischieben. Hinter vorgehaltener Hand wird die wirtschaftliche Emanzipation dieser Länder politisch (!!) wohl als Betriebsunfall gewertet. Denn der Möchtegern-Export von Wohlstand in andere Länder ist ja die größte Lüge der Menschheitsgeschichte, wenn wir mal kurz ehrlich sind.

Allein der Umstand, dass z.B. die Chinesen preußischer sein wollten, waren und sind, als es die Preußen je waren, hat den Transfer von Know-How ermöglicht. Und ich hörte mal, dass es im Chinesischen nur ein einziges Wort für unsere beiden Begriffe lernen und kopieren gibt.

Man gucke sich nur das Sümmchen an, das die selbsterklärte Exporteuse der "sozialen Marktwirtschaft", Angela Merkel, Jahr für Jahr an der sog. Griechenlandrettung verdient. Und natürlich auch, wie geil der Demos, der alte Souverän, diese Tatsache in größerer Mehrheit findet. Dann bleiben eigentlich keine Fragen mehr.

Es ging und geht immer ausschließlich nur um den eigenen Vorteil. Das zu beweinen ist möglich; war aber nie sinnloser als in einer sich schock-renationalisierenden, weil planvoll-politischer Gestaltung entzogenen Welt. Jetzt re-agieren alle nur noch. Und die Wartezimmer sind voll mit Patienten, die unter Visionen leiden.

RE: Das Ende der Party | 13.08.2017 | 09:39

Nee, nicht zum Heulen. Ihr habt beide recht. Die Sache ist doch, dass der Mensch (m/w) so angelegt ist, dass es den Abgleich braucht, um Dinge zu beurteilen. Kein hell ohne dunkel, kein jung ohne alt, kein arm ohne reich.

Probleme, "um die mich die halbe Menschheit beneidet", können echte Probleme sein. Und sind es auch. Dass 'die armen Kinder in Afrika' gar kein eigenes Telefon haben, interessiert einen 12-Jährigen nicht sonderlich, dem du heute ein Alcatel One Touch Easy in die Hand drückst. Man nennt das Rationalisierung. Die ist nicht falsch. Aber der Mensch (m/w) ist kein rationales Wesen, sondern ein soziales. Und der Erfolg (der eigenen Kinder) misst sich in Wuppertal und Erfurt nicht an afrikanischen, sondern an mitteleuropäischen Standards.

Über Sinn und Unsinn dieser Standards könnte und müsste man zwar lange reden, aber es bringt nichts: sie sind einfach mal da. Sie zu verändern bedeutet nichts Geringeres als kollektive Bewusstseins-Änderung. Die Dinge, über die wir dann da sprechen, sitzen so tief, dass sie nur über Generationen rauswachsen können.

Wenn heute die groß-industrielle Versorgungskette ausfiel, wäre ich in zwei Wochen verhungert und verdurstet, falls mich nicht vorher jemand totgeschlagen hätte. Meine Mutter hat an Panik grenzende Angst davor, dass ich, bei meiner Entlohnung, im Alter unter der berüchtigten Brücke landen könnte. Was für ein Problem das ist, weiß nur, wer mal mit ihr telefoniert hat.

RE: Das Ende der Party | 13.08.2017 | 09:07

Homosexualität schützt :o)

RE: Das Ende der Party | 13.08.2017 | 09:04

|| Die Realität so zu sehen, wie sie ist, heißt ja noch lange nicht, dass einem das Schickal der Flüchtlinge egal ist. ||

So isses. Und sogar noch mehr. Wer an der immer unaushaltbarer werdenden Gesamtsituation wirklich etwas ändern will, muss den harten, ja, grausamen Tatsachen ins Auge schauen und darf nicht immerzu Wunsch und Wirklichkeit verwechseln.

Die Frage, welche Rolle NGOs im Mittelmeer spielen, kann man kilometerlang diskutieren. Es bringt nur nichts. Vor allem dann nicht, wenn man sich, wie ich, für einen Humanisten hielt, bevor einem der dreckige Gedanke durch den Kopf schoss, dass jeder Mensch, der im Mittelmeer (oder sonstwo) stirbt, zukünftig kein Wegwerfhandy zum Tindern mehr sein Eigenen nennen kann.

Das Thema kann alle, die umfassend darüber nachdenken, nur kaputt machen. Mich macht es jedenfalls kaputt. Keine Ahnung, wie's Leuten geht, die in Jordanien und im Libanon rumturnen. Vielleicht muss man da nichts Schlimmes tun, um den eigenen Arsch am Kacken zu halten, wie wir hier sagen. Warum sie in Libyen Menschen versklaven, wie ich dem Text entnehme, bliebe demnach ein Rätsel. Denn da unten ist ja kein Kapitalismus.

RE: Das Ende der Party | 13.08.2017 | 08:35

Es stimmt, wir können und müss(t)en etliches tun, um Afrika zu helfen. Allem voran den ausbeuterisch-knebelnden Handel und die Waffenexporte unterlassen.

Aber ich bin desillusioniert, seitdem mir klar ist, dass China für jeden Schritt, den wir in Afrika zurück tun - falls wir es denn täten - zwei vor geht. Wenn der Kontinent nicht von uns missbraucht wird, dann von anderen. Afrika und der vordere Teil Asiens sind der Straßenstrich des globalisierten Raubtierkapitalismus. Und ich sehe nicht, wer oder was das auf absehbare Zeit ändern könnte.

Die Daimler-Partei formerly known as GRÜNE nicht und die demokratischen Sozialisten, die das hiesige Wohlstandsniveau nicht absenken, sondern so verteilen wollen, dass zukünftig alle zwei Mal im Jahr eine tolle Flugreise machen können, auch nicht.

Es bringt einfach alles nichts. Wir sind viel zu viele. Viel zu lange schon. Und wir werden immer mehr. Ein Treppenwitz der Geschichte, dass wir uns umso zurückhaltender vermehren, je übersättigter wir sind.

RE: Das Ende der Party | 13.08.2017 | 08:11

|| auch ich profitiere genauso + lebe wie die made im speck: mühelos,berechnend,als komplize gewinn-orientierter konzerne ||

Ich auch. Relativ besehen. Nur mühevoll.

Und relativ besehen ko-operieren die NGOs mit den Schlepper*Innen.

Zwei ganz einfache, traurige Wahrheiten.

RE: Das Ende der Party | 13.08.2017 | 07:56

Du bist halt kein hochwohlbenannter Sohn derer von Laffert und nie an den Locations, wos kracht.