Jakob Augstein
04.06.2013 | 10:30 71

"Werbung aus"

Adblock Als Reaktion auf die anhaltende Debatte rund um Online-Werbung lässt sich diese auf freitag.de ab jetzt mit einem Klick temporär ausschalten

"Werbung aus"

Der Werbeblocker befindet sich oben rechts in der Werkzeugleiste

Vor kurzem haben die Netz-Seiten einiger großer deutscher Medien ihre Nutzer aufgefordert, keine Programme zu nutzen, die Netz-Werbung unterdrücken.

Die Begründung war einleuchtend: Werbung ist für die Verlage eine der wenigen Möglichkeiten, im Netz mit ihren Produkten Geld zu verdienen. Und wer auf Dauer kein Geld verdient, geht pleite. Das ist nicht im Interesse der Verlage, nicht im Interesse der Leser – und, da es sich hier nicht um die Hersteller von Klopapier handelt, sondern um Pressehäuser, auch nicht im Interesse der Demokratie.

Die Aktion der Verlage war von eher symbolischem Nutzen. Es dauerte einen Tag, bis Adblock, die meistgenutzte Open-Source-Software zur Anzeigenunterdrückung, auch den mahnenden Hinweis der Verlage als Anzeige identifizierte – und unterdrückte.

Dennoch war es richtig, unter den Nutzern und in der Adblock-Community eine Debatte über Online-Werbung anzustoßen.

Adblock veröffentlichte ein Statement, in dem es hieß, Qualitätsjournalismus müsse in der Tat durch Werbung finanziert werden – aber die Werbung müsse für den Nutzer auch "akzeptabel" sein. Und tanzende Preisschilder, blubbernde Sonderangebote und brausende Autos sind für viele Nutzer nicht akzeptabel – weil sie vom Lesen ablenken. Das Problem seien also die Agenturen, die das Netz und seine Nutzer immer noch nicht verstanden hätten.

Diese Debatte dauert an. Hoffentlich gibt es noch Verlage und professionellen Journalismus, wenn eine Lösung gefunden ist. Bis dahin muss auch der Freitag eine Haltung in dieser Frage finden. Auch wir brauchen die Erlöse aus den Web-Anzeigen. Aber auch uns geht die Art von Werbung auf die Nerven, die da auf unsere Seite flattert.

Die Kollegen aus dem Online-Büro haben für uns also folgenden Weg vorgeschlagen: Wir geben unseren Nutzern die Möglichkeit, die Werbung durch einen Klick selbst abzuschalten. Das bedeutet, Sie können Ihren Adblocker für freitag.de deaktivieren und die Anzeigen wieder zulassen. Aber wenn eine Anzeige Sie beim Lesen stört, schalten Sie diese Anzeige einfach ab.

Wenn mehr Medien diesen Weg gingen, würden die Anzeigenentwickler vielleicht aus den Ergebnissen lernen und mehr mit dem Leser denken, als gegen ihn.

Den Freitag-Werbeblocker finden Sie oben rechts in der Werkzeugleiste. Er lässt sich jeweils für die Seite, auf der Sie sich gerade befinden, aktivieren. Beim Aufrufen einer neuen Seite wird ihnen die Werbung wieder angezeigt

Kommentare (71)

mcmac 04.06.2013 | 13:03

Ach so, sorry, vergessen (weil es eigentlich so selbstverständlich ist...)

Ebenda "(In FireFox unter Einstellungen > Datenschutz)": "Cookies von Drittanbietern" deaktivieren. Und: Behalten bis" - "FireFox geschlossen wird"

Oder, noch einfacher (ebenda):

1) "FireFox wird eine Chronik - nach benutzedefinierten Einstellungen anlegen"

2) "Immer den privaten Modus verwenden"

3) "Cookies akzeptieren - bis Firefox geschlossen wird"

alles andere nicht aktivieren

+ BetterPrivacy

+ Ghostery

lg-mcmac

ebertus 04.06.2013 | 13:11

Was mich zu der beim Freitag bereits anderweitig und ohne wirkliche Resonanz gestellten Frage führt, wie es denn hinter einem angedachten Paywall mit Werbung aussehen könnte. Da nicht öffentlich-rechtlich mit einem Zwangssystem gesegnet, wo Werbung und Gebühren locker zusammen funktionieren, so haben die privaten Online-Medien und Verleger einen wirklichen Zielkonflikt.

Gerade bei IT-Tools und Dienstleistungen ist es mir durchaus schon mal wert, die Werbung und andere Gimmicks durch den Kauf, das Abo einer sog. Vollversion, Premiumversion aussen vor zu lassen, mich davon quasi freizukaufen.

Oder, wiederhole mich wohl und wollte auch keinesfalls für eine noch so heimelige Community (möglicherweise indirekt) bezahlen. Ohne dass dort eine Community existiert, die Inhalte in der Regel frei zu lesen sind, so unterhalte ich dennoch ein JW-Soliabo; einfach wegen dem mir wichtigen Schwerpunkt der im Wortsinne Solidarität gegen das große Kapital.

Ergo: Die Gründe für das (freiwillige) Bezahlen -oder eben auch nicht- können sehr vielfältig, sehr individuell zu verstehen sein.

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Ehemaliger Nutzer 04.06.2013 | 13:52

Werbung an!

Den Freitag habe ich jetzt im Adblocker als Ausnahme eingetragen, so dass ich die Werbung eingeblendet bekomme.

Meine Empfehlung an die Freitag Community, lasst nicht nur die Werbung zu sondern klickt ab und zu sogar auf die Werbung. Hoffentlich klingelt es dann in der Kasse des Freitag und wir erhalten uns so eine Prima Zeitung und ein interessantes Forum.

fanblock 04.06.2013 | 14:21

Sehr gut. Ich war sehr gespannt wie der Freitag auf die Debatte reagieren würde, weil hier doch meist ungewöhnliche, aber kluge Wege gegangen werden. Kommt für meinen Geschmack etwas spät, aber gefällt mir. Ich hab die allgemeinen Anzeigen aktiviert (Datensammler werden weiterhin geblockt) und nutze dann den Button bzw. Pocket/ReadItLater.

Bei der Gelegenheit: Gibt es eigentlich Pläne Flattr wieder zu aktivieren? Der Button fehlt mir sehr, würde ich ihn doch einige Male drücken. Das Flattr Konto vom Freitag gibts ja noch, nur seit dem Relaunch die Buttons leider nicht mehr.

Joachim Petrick 04.06.2013 | 14:45

Kommentare (18)
"Das ist nicht im Interesse der Verlage, nicht im Interesse der Leser – und, da es sich hier nicht um die Hersteller von Klopapier handelt, sondern um Pressehäuser, auch nicht im Interesse der Demokratie."
Lieber Jakob Augstein,

da muss ich Ihnen entschieden widersprechen, weil Sie die Bedeutung des Klopapiers im allgemeinen und dessen Produktion aus Recycling Material im besonderen für die Demokratie auf unverantwortliche Weise bei Weitem unterschätzen.

Im übrigen sage ich einmal, Nachtigall!, ich höre Dir trapsen. Adblockweise werden wir, Klick um Klick, am Umgang mit Paywalls gewöhnt, die dann ohnehin auf dramatsich Weise Erträge aus Werbeeinnahmen im Online- Bereich reduzieren?

Ganz nebenbei eruieren Sie, bzw. der Freitag, dank der aktivierten Userschaft als Versuchskaninchen, wie die Werbebranche auf Adblocks bzw. Paywall reagiert?

Wer wollte sich da in der Freitag Comunity als Mittäter verweigern?


tschüss
JP

Joachim Petrick 04.06.2013 | 14:49

"Den Freitag-Werbeblocker finden Sie oben rechts in der Werkzeugleiste. Er lässt sich jeweils für die Seite, auf der Sie sich gerade befinden, aktivieren. Beim Aufrufen einer neuen Seite wird ihnen die Werbung wieder angezeigt"
Das nenne ich einen, raffiniert sympathisch, offensiv, daher kommenden Ansatz, den Leser, niedrigschwellig konditioniert, an das, Seite für Seite, Aktivieren einer irgendwann installierten Paywall zu gewöhnen

Jan Minnesänger 04.06.2013 | 15:27

Ein netter Versuch, den Lesern die Hoheit über deren eigene Computer zu entziehen. Jedoch können sich die Webdesigner abmühen, wie sie wollen: Sobald der Quelltext einer Seite den Server verlassen hat, ist die Verfügungsgewalt des Anbieters der Information über die Inhalte erloschen. Der Empfänger kann damit tun und lassen, was er will: Er kann Wörter, ganze Textblöcke, Bilder oder Gestaltungselemente ausblenden, alle Inhalte neu arrangieren, Schriftarten, -größen und Farben ändern oder sich Texte sogar vorlesen lassen oder via Braillezeile konsumieren. Und im schlimmsten Fall steht es dem potentiellen Nutzer sogar frei, ein Webangebot ganz zu ignorieren.

Eine ethische Verpflichtung, Inhalte von Webseiten so wahrzunehmen, wie sie von einem Informationsanbieter vielleicht gemeint waren, besteht nicht und lässt sich auch beim besten Willen nicht konstruieren. Da hilft kein Jammern und Wehklagen auf Verlegerseite, kein Anprangern von irgendwelchen Browser-Add-ons und schon gar keine Albernheiten wie Wenn du brav deinen Adblocker abschaltest, erlauben wir dir auch großzügig, die Reklame auf jeder Seite einzeln abzuschalten, nachdem du sie gelesen hast. Ein schlauer Mann hat neulich einmal geschrieben:

Wer sich als Kundschaft nicht die Leser, sondern die Anzeigenkunden aussucht, sollte dann auch nicht jammern wenn die Leser die Anzeigenkröte nicht schlucken wollen, sondern ihnen alternative Angebote unterbreiten.

Wenn also euer derzeitiges Geschäftsmodell nicht funktioniert, dann lasst doch einfach das Paywall-Rollo runter, so wie die von euch bewunderten Vorbilder.

Joachim Petrick 04.06.2013 | 15:31

Wer, wie Mathias Döpfner, eine Paywall für BILD einführt, tut das mutmaßlich, nicht aus Jux ud Dollerei, sondern in voller Kenntnis, was Paywall heißt, nämlich weniger Werbeeinnahmen im Online- Bereich zu generieren, tut das, um nach außen, argumentativ hinhaltend, Bilanzen schönend, zu kaschieren, dass er gerade insgesamt dramatisch sinkende Werbeeinnahmen im Printbereich erlebt.
siehe:
https://www.freitag.de/autoren/joachim-petrick/jakob-augstein-eine-echte-medienmarke

Joachim Petrick
04.06.2013 | 01:02 4
„Jakob Augstein“, eine echte Medienmarke

Paywall Ade? Wo sind denn Jakob Augsteins unternehmerisch sichtbaren Initiativen, sich selber und das innovative Potential der Freitag Redaktion, der Community als Medienmarke zu erschließen?

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Ehemaliger Nutzer 04.06.2013 | 15:55

Kein großer Beitrag nur zwei Vorschläge zur notwendigen Unterhaltszahlung: Den offiziellen Teil auf zum Beispiel 3 oder 5 selbst auszuwählende Titel beschränken, der Rest muss gegen Entgelt verdient werden (die Umgehungen werden interessant zu verfolgen). Die freiwilligen Beiträge der community müssen mit Werbung getragen werden, aber vielleicht kann man die selbst lesbar auf der Seite gestalten?

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Ehemaliger Nutzer 04.06.2013 | 16:01

Der Händchen - Button ist ne gute Idee bzw. ein guter Kompromiss in Reaktion auf die Adblock-Debatte. (ich blende nervige Randwerbung mittels Zoom aus, dann kann man auch besser lesen)

Dabei darf man aber nicht übersehen, daß die Erträge aus der Onlinewerbung nicht nur wegen Gegenmaßnahmen der User sinken, sondern weil die Qualität dieser Produkte - d.h. der Strategie wie man Aufmerksamkeit für die beworbenen Produkte und Dienstleistungen herstellt - hierzulande im Sinkflug ist.

Dazu zitiere ich mal aus http://www.neunetz.com/2013/05/14/die-abwartsspirale-der-online-werbung/

Hinzu kommt eine sich nur langsam bis gar nicht an die neuen Herausforderungen anpassende Saleskultur. Es finden keine Experimente mit dem Format Werbung statt (noch lautere Flash-Werbung, die noch stärker blinkend noch mehr vom eigentlichen Inhalt verdeckt, ist kein Formatexperiment) und das Targeting ist fürchterlich. Gießkanne ist immer noch das Maß aller Dinge. Das ist angesichts der Anreize der Mittelsmänner, den Agenturen, nicht verwunderlich.

An all dem wird sich wohl so schnell nichts ändern. Und deswegen sitzen alle die, die auf TKPs und Maximalbannerbepflanzung setzen, in der Falle, in die sich zum Teil auch selbst gesetzt haben. Ihr Problem ist, dass ihre Websites in den Browsern der Nutzer gerendert werden und die Nutzer ihre Browser selbst kontrollieren und etwa Addons installieren können. Verbindet man das mit leserunfreundlichen Werbepraktiken, erhält man 10 Millionen Adblocknutzer in Deutschland.

Nochmal: Die Adblocker sind nicht das Problem. Das sie so massiv eingesetzt werden ist Beweis dafür, wie schlecht es um Werbung auf deutschen Medienangeboten steht.

Es ist wie bei der Urheberrechtsdebatte: Wer sich hierbei an einem imaginierten Mentalitätsproblem festhält, ist auf dem Holzweg, von dem man aus, zwei Holzmetaphern in einem Satz, das geht zum Abschluss schon einmal, den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht.

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janto ban 04.06.2013 | 16:30

Ich hatte von dieser Debatte bisher nichts gehört. Das Thema ist mir komplett neu. Habe auch noch nie einen Adblocker benutzt. Ich glaube, ohne das Flackern fehlt mir was..

Was den allgemeinen Schutz des Rechners betrifft, kann ich nur immer wieder sandboxie, ein Tool, dass den Browser (und/oder andere Programme) in einer virtuellen Umgebung startet, empfehlen. (www.sandboxie.com). Kost' nix - und mit ein paar Klicks sind alle Dateien, die sich unsichtbar und unwissentlich irgendwo abgelegt haben, wech. Dabei muss man nur beachten, dass Dateien, die beabsichtigterweise heruntergeladen und gespeichert wurden, "wiederhergestellt" werden müssen, bevor man das Sandkästchen leert. Super Sache das. Und nein: Für diesen Kommentar bekomme ich kein Geld. Warum eigentlich nicht..?!? :o)

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ebertus 04.06.2013 | 17:28

Wer, wie Mathias Döpfner, eine Paywall für BILD einführt, tut das mutmaßlich, nicht aus Jux ud Dollerei, sondern in voller Kenntnis, was Paywall heißt, nämlich weniger Werbeeinnahmen im Online- Bereich zu generieren...

Da wäre ich mir nicht so sicher lieber JP. Nicht nur, dass Paywall und Werbung sich keinesfalls ausschließen, soweit man und wie erkennbar das herkömmliche Printmodell doch einfach nur auf das Internet anpassen will. Denn herkömmlich bedeutet ja auch weiterhin, wenn auch mit sinkenden Stückzahlen dass von mir bezahltes Papier dennoch zum großenTeil aus Werbung (oft auch und ergänzend aus irgendwiegearteter Eigenwerbung) bestehen kann, schlußendlich dahingehend eine Art Mischkalkulation darstellt.

Ein Zweites und beinahe noch wichtiger, weil ja keine Einbahnstraße. Mal unterstellt, Paywalls für periodische Medien und ohne Werbung dahinter würden sich in substantiellem Umfang etablieren. Das wird die Werbetreibenden und mehr noch deren Auftraggeber nicht wirklich freuen, müssten sie noch umfangreicher auf einer redaktionell verpackten Ebene von sog. Schleichwerbung daher kommen, die hehren, journalistischen Qualitätstexte dahingehend noch qualitätshaltiger machen.

Georg von Grote 04.06.2013 | 17:36

Wer glaubt, nach einer paywall gäbs keine flackernde Werbung mehr, der träumt und irrt gewaltig. Oder glaubt tatsächlich jemand, der zahlende user bei Büld-Prämium würde nicht mehr mit Werbung vollgedröhnt?

Schau ich mir den neuen Spiegel an, der kostet ja was und nicht zu knapp, dann frage ich mich, für was ich da zahle. Für die Werbung auf jeder 2. Seite oder für den überwiegend nicht mehr vorhandenen Content, der den Spiegel einmal zum Spiegel gemacht hat?

Nichts gegen Werbung. Gibt ja auch richtig witzige und intelligente. Kann ich bei Print aber auch einfach umblättern. NUr wenn ich dann auch nur Werbung lese, dann verliere ich einfach die Lust an diesem Blatt.

frog 04.06.2013 | 17:43

Adblock Plus ist ja wohl die segensreichste Internet-Morgengabe, seit Tim Berners-Lee den ersten Webbrowser auf den Markt brachte. Warum darauf verzichten, ist bestimmt keine ernstgemeinte Frage. Dazu noch Ghostery installiert, und schon hat man Ruhe vor den überall lauernden Datenschnüfflern. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann auch diejenigen Cookies löschen, die weder von CCleaner, TuneUp Utilities noch von SuperAnti Spyware & Co gefunden werden. Sie befinden sich (unter Windows 7) hier: C:\Users\<Name>\AppData\Roaming\Microsoft\Windows\Cookies. Sogar die gefürchteten Flash-Cookies lassen sich löschen, dazu hier vorbeischauen: http://phtshp.us/ZHYfst

ed2murrow 04.06.2013 | 18:58

Kurzes Feed-Back: Ich blockiere Werbung nicht, sondern nur die Form von pop-ups. Werbung ist überwiegend keine notwendige Info. Aber wenn die Damen und Herren der beworbenen Produkte meinen, dass doch und dafür Kohle an den Werbeträger abdrücken, der ansonsten für mich kostenlos ist oder die Kosten für mich maßgeblich reduziert, akzeptiere ich das und überlese es. Die Überprüfung solcher Ergebnisse aus „der anderen Warte“ durch freitag.de ist ein sehr schöner Einfall.

Unerträglich sind Werbungen, die als Video daherkommen, sich ungefragt abspielen und nur schwer unterbrechen lassen. Bei freitag.de nicht Usus, aber anderweitig gängig. Sowas ist richtig aufdringlich.

Was hier jetzt über Cookies geschrieben wird: Bei IE9 besteht die Möglichkeit, bei jedem Schließen des Explorers die vollständige Löschung der Temporary Internet Files einzustellen.

mcmac 04.06.2013 | 20:01

Lieber Vaustein,

CCleaner ist, wenn man gezwungen ist, Windows zu nutzen, eine feine Sache. Die richtigen Gift-Kekse (z.B. Flash-Cookies) wird man damit aber leider nicht sicher & richtig los.

Gegen diese Pest allerdings hilft das Firefox-AddOn BetterPrivacy wiederum ziemlich gut (was natürlich voraussetzt, dass man statt InternetExplorer Firefox zum Surfen verwendet).

(PS: Ich nutze nichtkommerzielle, freie Betriebssysteme wie Linux-Debian-Derivate oder FreeBSD; dort bedarf es quasi von Hause aus keiner zusätzlichen Reinigungs- und Aufräumsoftwares; nicht einmal Virenscanner sind nötig. Bei Interesse mal hier oder auch hier (Dt.) hereinschauen.)

lg-mcmac

mcmac 04.06.2013 | 20:39

Oder wird beim Freitag Linux zur Pflicht?

Selbstverständlich. Ist es doch schon lange. Schau mal in die Netiqutte. -- Oh Gott, sag' jetzt bloß nicht, dass Du freitag.de mit Windows angesurft hast! OhGott-ohGott-OHGOTT!!! - jetzt ist wieder alles kaputt gegangen. Kein Wunder, dass JA ständig auf Betteltour muss...

:)))

(Kleiner Gag am Rande: Microsoft wirbt auf freitag.de für Windows8 - mit dem Spruch "Der Schutz Ihrer Privatsphäre steht für uns an erster Stelle". Das weiß ich seit heute, weil ich ja eine Adblock-Ausnahme für freitag.de eingerichtet habe. Da habe ich vorhin mal draufgeklickt - und BOING: Ein versuchter Clickjacking-Angriff durch M$. Ich musste ob so viel Dreistigkeit schon wieder sehr lachen...)

http://www.parkschuetzer.de/assets/discussion_thread_entries/40461/original/freitag-werbung-M_-noscriptalert.png?1370370965

;) + lg

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Joachim Petrick 04.06.2013 | 22:49

"Wer glaubt, nach einer paywall gäbs keine flackernde Werbung mehr, der träumt und irrt gewaltig. Oder glaubt tatsächlich jemand, der zahlende user bei Büld-Prämium würde nicht mehr mit Werbung vollgedröhnt?"
Natürlich gibt es hinter Paywall weiter Werbung aber gewaltig reduziert gegen Null.

Deshalb frage ich ja, ob die Installation von paywall nicht ganz anderen, denn direkten Erwerbssinn Motiven geschuldet ist, nämlich die eigenen Printausgben. demoskopisch, Klick um Klick, begleitet, personell, thematisch auf Schmalspur einzudampfen?

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abghoul 05.06.2013 | 09:52

Sehr schöne Idee zur Werbung für den Freitag.

Wird ja jetzt wegen dieser neuen Option nicht unbekannter;)

***** für die online crew vom Freitag, einfach dafür, daß dem Verleger so flink eine interessante Lösung nicht nur vorgeschlagen, sondern auch ebenso flink durchgezogen wurde;) (ok für den J.A. auch Sternchen;)

Mal etwas neues anstatt der apokalyptischen Diskussionen zu diesem Thema.

Mich deucht wir sind damit noch nicht ganz durch, aber der Wille zur transzendenten Metamorphose scheint vorhanden, und das ist ein gutes Zeichen.

greetings from the pit - abghoul

Meyko 05.06.2013 | 10:24

Könnte man es also vielleicht nochmal folgendermaßen zusammenfassen:

Die Freitag.de-Leser schauen sich zukünftig, für die Möglichkeit „im Zweifel ein wenig links“ zu lesen, die doch in diesen Kreisen überwiegend als grundkapitalistisch verruchten Werbeeinblendungen auf den Freitagseiten an. So könnte sich dann eventuell dauerhaft etwas wie eine werbefinanzierte „Linke Presse“ halten oder etablieren. Mh.

Für den Informationsbereich siehtThomas Strobl es so:

„[...]Ich erinnere mich zum Beispiel noch gut daran, dass bereits am selben Tag im September 2009, als das Bundesfinanzministerium für die Rettung der Hypo Real Estate einen Finanzierungsbedarf von rund 35 Milliarden Euro verkündete und die Medienberichterstattung vornehmlich um diese Zahl kreiste, Bilanzspezialisten der deutschen Blogosphäre die Geschäftsberichte der Bank auseinandernahmen und Beträge jenseits der 100 Milliarden Euro ermittelten, die für die Rettung wohl eher zu veranschlagen seien. Sie sollten recht behalten, wie wir heute wissen. Oder: Das berühmte „Collateral Murder Video” aus dem Irak, mit dem Wikileaks auf einen Schlag weltweit bekannt wurde. Was blieb da noch für die Verlagshäuser, das sie kostenpflichtig ins Netz hätten stellen können? Auf welche Art und Weise sie auch immer reagiert hätten (und im Fall des Irak-Videos auch haben), im Netz wären sie damit auf jeden Fall als Letzte erschienen. Hätte dafür jemand bezahlt? Für etwas, das er bereits in Foren und Blogs auf jede nur erdenkliche Weise seziert, analysiert, dekonstruiert bekam? Vielleicht. Aber wenn ich mein eigenes Medienverhalten zugrundelege, dann eindeutig: Nein.[...]"

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Corina Wagner 05.06.2013 | 14:39


„Werbung aus“ super schöne Idee die Menschen in der Community. Wer will kann nun ein Symbol anklicken, um in den Genuss zu kommen, mal für Sekunden oder Minütchen seine angestrengten Äugelein zu schonen, wenn man geneigt ist, Beiträge und Kommentare zu lesen.

Wenn man regelmäßig im Internet liest, wird man auch ständig mit Werbung konfrontiert. Das menschliche Auge samt Vernetzung im Hirn gewöhnt sich mit der Zeit an solche Verkaufsstrategien. Menschen, die leicht beinflussbar sind, die man manipulieren kann, haben ein echtes Problem. Jeden Tag aufs Neue führen sie einen Kampf mit ihrer Wollust für Werbeangebote, so dass sie nicht in eine Art Kaufrausch verfallen, wenn sie all die tollen Werbemaßnahmen auf dem Bildschirm entdecken. Völlig abgelenkt, versuchen sie sich auf das Wesentliche zu konzentrieren: Das Lesen von Artikeln, neueste Nachrichten und Kommentaren z.B. auch auf den Freitag-Seiten. Nervige Werbung gehört meiner Ansicht nach mittlerweile irgendwie zum Leben im Alltag dazu. Deshalb ist es wohl reine Charaktersache, wie man darauf reagiert. Ich konzentriere mich auf die Beiträge und Kommentare beim Lesen. Werbung stört mich nicht.

Solange keine Werbung für Nazi-Anfängerkurse mit Rassismus-Bastelbogen und Joghurt mit Silikonkulturen angeboten wird, ist alles im grünen Bereich bei Freitag. :-)

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Ehemaliger Nutzer 05.06.2013 | 21:17

Ein unendliches Drama, linker Journalismus lässt sich nicht verkaufen und auf den Seiten des linken Journalismus lässt sich nichts verkaufen. So springen denn dem eh schon gebeuteleten linken Leser grelle Angebote ins Auge, die er niemals wahrnimmt. Das Konzept scheint wenig erfolgversprechend.

Natürlich kann man neben Beiträgen über die Auswüchse bei Blockupy gezielt Werbung für Pfefferspray, Elektroschocker und Sebstverteidigungskurse plazieren, aber ob das die Lösung ist?

Leben eigentlich alle Linken nackt in Tonnen und lesen aus dem Kaffeesatz?

Ich würde auf Werbung linksdrehender E-Bikes klicken, nach der Lektüre eines Beitrags über die Vorteile des Lesens an frischer Luft auf einem E-Bookreader, beispielsweise zum Thema "Antifragilität: Anleitung für eine Welt, die wir nicht verstehen".

Sabine Waschmeier 06.06.2013 | 10:56

Internet ist die einzige Branche, das einzige Medium, der einzige Gesellschaftsbereich in dem der Konsument und Bürger noch der König ist. Adblock ist eine von vielen Formen es zum ausdruck zu bringen. WIR bestimmen womit ihr unsere Hirne zumüllen könnt. WIR definieren was respektabel, akzeptabel, erträglich oder duldbar ist. Das Internet war NIE anders, nur verstanden haben es die meisten Immigranten bis heute nicht. Schön das der Freitag es zumindest versucht.

Ich kann denke ich für den großteil aller Adblock nutzer reden, wir haben erst nach möglichkeiten der Blockung gesucht als uns die Werbung dazu gezwungen hat. Vorinstaliert ist das ding weder bei windows, noch bei firefox, noch bei chrome und nichtmal bei opera.

markwege 13.06.2013 | 11:45

Gute Idee. Vielleicht könnte man das ergänzen, um eine "Spendenaufforderung", ähnlich, wie es die taz macht. Nicht so groß und aufdringlich, aber in der Zeile, wo der Werbe-Aus-Button war ein nur-Text "Spende für den Freitag" oder so ähnlich. Unaufdringlich, aber erst mal kriegt es Aufmerksamkeit, weil der Leser zum Klicken ja da hinschauen musste.

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Ehemaliger Nutzer 17.06.2013 | 18:14

Ihr hattet mal kurzzeitig das Script für euren temporären "Werbeblocker" gezeigt - nun ist es nach ein paar Tagen wieder weg. Nicht das der Quelltext besonders wichtig wäre - aber ihr habt nicht erwähnt, dass beim Aufruf des Freitag Ad- und Malware sowie Tracking-Programme erst mal geladen werden. Da nützt das ausschalten der Werbung danach nicht mehr viel - ist nur ein optischer Effekt! Die Sachen sind auf dem PC! Es liegt an euch, die Nutzer nicht mit solchen Dingen zu belästigen (oder beschreibt dem Nutzer, wie er den Freitag gefahrenfrei empfangen kann!). Und vielleicht bekommt ihr ja auch mal endlich eine richtige Abmeldung hin - nicht etwas, wo man die Anmeldung abbrechen muss. Im übrigen gibt es auch Wege, wie man mit Windows und dem IE gefahrenfrei den Freitag aufrufen kann - ist aber nicht einfach und man muss auf ein paar Dinge dabei verzichten. Aber das sollten die "Freitag-Profis" eigentlich am besten wissen und ihr Wissen weitergeben. Oder was?

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Ehemaliger Nutzer 19.06.2013 | 14:38

Noch ein Tipp. Manche Adware, Spyware oder Tracking Software hinterlässt ihre Spuren in der Registry von Windows - meisten unter HKEY/Users...! Damit ist sie, wenn man sie nicht löscht (egal bei welchem Browser) nach dem Neustart wieder aktiv. Es gibt Programme, die das Problem beheben. Aber es ist im Prinzip doof, wenn man von Internet-Magazinen auf diese Art angegriffen wird.