Jakob Augstein
Ausgabe 0216 | 14.01.2016 | 06:00 359

Deutschland erwacht

Köln Wir sind wieder das Land der Pogrome und des Hasses. Die Täter: Deutsche. Die Opfer: Migranten. Die Rassisten sehen das anders

Deutschland erwacht

„Schärfer die Kinne, verbissener die Lippen, brutaler die Unterkiefer“

Foto: Zuma Press/Imago

Wollen wir über Köln reden? In Köln jagt jetzt der rechte Mob die Ausländer durch die Straßen. Oder über Deutschland? In Leipzig verwüsten die Rechten eine ganze Straße. In Hessen wird ein Asylheim beschossen. Und überall im Land brennen solche Heime. Wir können auch über muslimische Männer reden. Über ihr Verhältnis zu Frauen. Ihr Verhältnis zum Recht. Ihr Verhältnis zur Freiheit. Die Diskussion nach der Silvesternacht von Köln ist vor allem deshalb so schwierig, weil wir entscheiden müssen, worüber wir reden: über uns oder über die Fremden? Beides zugleich, das hat die vergangene Woche gezeigt, geht nicht. Es ist also eine Frage der Priorität. Was ist uns wichtiger?

Die Demagogin Tatjana Festerling hat bei einer Demonstration in die Menge gerufen: „Wenn die Mehrheit noch klar bei Verstand wäre, dann würde sie zu Mistgabeln greifen und diese volksverratenden, volksverhetzenden Eliten aus den Parlamenten, aus den Gerichten, aus den Kirchen und aus den Pressehäusern prügeln.“ Das ist die Sprache des Nationalsozialismus. Wir wissen aus der Vergangenheit, welche Taten solchen Worten folgen können. Die Brutalisierung schreitet fort. Die fremdenfeindlichen Aufzüge im Osten zeigen es: Was Kurt Tucholsky im Jahr 1921 beim Blick auf die Bilder von George Grosz geschrieben hat, das gilt heute wieder. „Die deutschen Gesichter haben sich verhärtet. Schärfer sind die Kinne geworden, verbissener die Lippen, brutaler die Unterkiefer.“

Deutschland ist wieder das Land der Pogrome. Deutschland ist wieder das Land des Hasses. Es gehörte stets zum identitären Inventar sowohl der alten Bundesrepublik als auch der DDR, dass sich die deutsche Vergangenheit nicht wiederholen könne. Das war ein Irrtum. Spätestens seit Köln wissen wir es. Das ist nicht die einzige Lehre aus Köln. Aber die wichtigste.

Die Auswüchse der Silvesternacht von Köln gehören zu zwei Forschungsfeldern: Polizeiarbeit und Migrationsfolgen. Aber die Auswüchse nach Köln gehören zu einem anderen Forschungsfeld: die deutsche Mittelschicht und ihre Aggressivität. Natürlich muss die Kölner Polizei aus dieser Nacht Konsequenzen ziehen. Eine Stadt darf nicht die Kontrolle über ihr Zentrum aufgeben. Und natürlich müssen die Täter ins Auge gefasst werden – man weiß allerdings über sie viel weniger, als die Menge der veröffentlichten Berichte und Kommentare nahelegt. Eine plausible Vermutung: Sie gehören zu jener besonders desperaten Gruppe von Migranten, die zwar keinen Aufenthaltstitel haben, in Deutschland aber geduldet werden. Sie dürfen bleiben, aber keine Wurzeln schlagen. Sie leben in Sicherheit, aber auch in Sinnlosigkeit. Bestraft die, derer ihr habhaft werden könnt. Kümmert euch um die anderen, die keine Täter sind. Mehr ist zu den widerlichen Übergriffen nicht zu sagen.

Die Handlungsmaschine läuft. Es werden Maßnahmen getroffen. Konsequenzen gezogen. Gesetze verschärft. Aber die eigentliche Bedeutung dieser Silvesternacht liegt darin, uns die Augen über Deutschland geöffnet zu haben. Unerwartet groß ist das Potenzial an destruktiver Energie, das sich nach Köln einen Kanal suchte. Der Zorn gegen Ausländer und die Ablehnung des Islam werden zum neuen Fokus der erlaubten bürgerlichen Aggression. Individuelle Gewaltausbrüche und Grenzüberschreitungen erlangen dadurch einen Schein von Legitimation.

Es ist die gleiche Legitimation, mit der plötzlich jeder jetzt erzählen darf, welche üblen Erfahrungen er mal mit einem Ausländer gemacht hat – und das mit immer weniger schlechtem Gewissen. Die Journalistin Antonia Baum hat das gerade in der FAS vorgemacht. Anfangs kämpft sie noch mit den Skrupeln der Rücksicht auf vergangene, zivilere Konventionen oder der Verantwortung für die brisante öffentliche Stimmung.

Dann aber rafft sie sich zur Erkenntnis auf, sie sei „kein Pädagoge, und Leser sind keine Schüler“ und berichtet, ganz befreit, von ihrer eigenen sexuellen Ausländer-Fantasie: „Du läufst durch die Straßen, siehst, dir kommt eine Gruppe von Männern entgegen, die schwarze Haare haben und die du sofort reflexhaft als Araber, Kurden, Türken oder von mir aus Nordafrikaner identifizierst, und du weißt, es dauert noch ein paar Schritte und dann sagen sie was. Ob du ficken willst, dass dein Arsch und deine Titten gut sind ...“

Die Worte in ihrer pornografischen Härte sind wichtig. Sie sind das Pendant zum jüngsten Focus-Titel, der eine nackte blonde Frau zeigt, deren Körper von den Abdrücken schwarzer Hände gezeichnet ist. So enthüllen sich eigene rassistische und sexistische Projektionen.

Auf gespenstische Weise reihen sich diese Phänomene ein in das Spektrum der neuen Brutalisierung in Wort und Tat, das von den zunehmend reaktionären Kommentaren in den nach rechts driftenden Medien wie Cicero, Welt und FAZ bis hin zu den Verwüstungen durch rechte Schlägerbanden reicht. Eine gefährliche Stimmung macht sich breit, Imaginationen von einem Recht auf „Notwehr“ tauchen auf – gegen die angeblich verfehlte Flüchtlingspolitik der Regierung und gegen eine angeblich zur Integration unfähige islamische Kultur.

Der Firnis unserer Zivilisation zeigt sich brüchiger, als zu befürchten war.

Info

Lesen sie mehr zum Thema in Ausgabe 2/16 des Freitag

Dieser Beitrag erschien in Ausgabe 02/16.

Kommentare (359)

hoipolloi 14.01.2016 | 09:52

Das ist ein doch arg schwarz-weißes Bild, welches hier gezeichnet wird. Tatsache ist sicherlich, dass die Deutschen eine über Jahrhunderte anerzogene Untertanenmanier mit unterdrückten Emotionen haben und jetzt nach "Köln" plötzlich wieder Diskussionen salonfähig werden, die vorher von Medien und Politik in manipulativer Weise unter den Teppich gekehrt wurden.

Und genau diese Unterdrückung der Meinung ist das Gegenteil von Demokratie und brütet leider in einem Untertanenvolk wie den Deutschen jene anaerobe Aggressivität, die sich dann ihren unappetitlichen Weg bahnt. Ich heiße sie nicht gut, aber ich verstehe, woher sie kommt. Die Linksextremen haben ja die gleichen Gene, und die Gewalt der Antifa ist ja wahrhaftig nichts Neues.

Die Schweiz und deren Medien machen es so viel besser, ob NZZ oder Tagesanzeiger. Einfach mal die gelebte Demokratie anschauen, zum Beispiel die offen dargelegten Pro- und Contra-Argumente bei der Durchsetzungsinitiative. So geht Demokratie, und so fühlt sich ein Volk auch ernst genommen.

Von daher, lieber Medienschaffenden, einfach mach an die eigene Nase fassen und die eigene Schuld begreifen, statt erst alles zu unterdrücken, was nicht der eigenen Meinung entspricht, und nun die wohlfeile Moralkeule zu schwingen.

Jon Doe 14.01.2016 | 10:28

Ich denke das dieser auftretende Extremismus durch den derzeitigen Mangel an Demokratie und demokratischen Entscheidungen hervorgerufen wird. Einen Mangel der durch die Linke befeuert wird.

Meinem Verständnis nach ist Demokratie die Kunst der Konsenzbildung. Menschen mit unterschiedlichen Ansichten einigen sich auf eine Linie wo jede Fraktion, je nach Größe, sich drin vertreten sieht. Die Medien unterstützen neutral diesen Prozess durch die Bereitstellung von Informationen.
In der Flüchtlingskrise passierte das aber nicht. ImGegenteil, so werden von den Medien Informationen zensiert und zurückgehalten, Dinge die passieren beschönigt usw.

Ich meine, der Kampfbegriff "Lügenpresse" kommt nciht von ungefähr.
Hinzukommt, das derzeitig bei der Flüchtlingskrise eine total einseitige Politik gefahren wird, die von den Wählerinnen und Wählern so nicht unterstützt wird.
Der große Fehler der Linken ist, das Sie diese Politik und die Medienkommunikation aktiv mitträgt und so mithilft große Teile der Bevölkerung einfach ausschließt. Die Linke leidet unter der Arroganz andere Bevormunden zu müssen, da man Ihnen helfen möchte und natürlich nur das beste für Sie will.

Die Sache ist nur, das so die Demokratie nicht funktioniert.
Die Konservativen und Rechten gehören genauso zu Deutschland wie die Liberalen und die Linken! Wenn man auf die Bedüfnisse dieser Bevölkerungsteile, die übrigens recht groß sind, nicht eingeht spaltet man das Land und schürt Konflikte.

Ich denke die Linke trägt eine mitschuld und ich denke die Linke wird sich durch Ihre Politik selbst zugrunde richten. Das ist schade...

na64 14.01.2016 | 10:37

Herr Augstein. Ich verstehe dieses ganze Gerede über die Gewalt nicht mehr.

Die Macht der Worte um Meinungen zu kreieren, ist eine ausübende Gewalt an uns als Gesellschaft mit Ihrer Kultur, damit wahre Absichten uns eines Tages unvorbereitet, wie eine Pistolenkugel treffen, dass man dadurch beleidigt ist, da man diese Form von Gewalt nicht für möglich gehalten hätte und unser naiver Glaube, dadurch verletzt worden ist. Was will man für eine lebensausübende Form praktizieren, da doch alles was wir als Vorzüge unserer Kultur, über und aus Sexismus, Rassismus, Krieg, Ausbeutung und töten von Andersdenkender zu tun hat und aus diesen Gewalt ausübenden Praktiken entstanden ist!?. Jeder Mensch der in die Enge getrieben worden ist und um sein Überleben kämpfen muss, wendet diese Gewalt ausübenden Formen, für seinen eigenen Schutz an, damit sich ein gewinnbringender Nutzen aus diesen Gewalt praktiken, für eine bessere Gesellschaftliche Position erzielen lässt. Selbst Schulkinder tun das, wenn Sie Mobbing ausüben.

Wir können doch nicht Anfangen unsere Kultur zu verleugnen, dann verleugne ich doch meine Wesenszüge als Mensch, zu denen auch die Gewalt ausübenden Formen für das Leben, bzw. Überleben mit und zueinander gehören. Ihre Zeitschriften verdienen mit diesen Umständen ja Geld. Wollt Ihr eine neue Kultur aufbauen!?. Würde mich interessieren, wie diese aus sehen soll. Ich kann nur meine eigene kulturelle Auslebungsform mit diesen Gewalteinflüssen praktizieren um mit dieser Menschgemeinschaft zu sein. Ob meine Auffassung von dem Leben mit diesen Gewalteinflüssen positiv oder negativ ins Gesellschaftliche Gutmenschenbild fällt habe ich nicht zu entscheiden, das zeigt mir die Erziehung die ich genossen habe und in welchem Umfeld ich mich gerade bewege. Verändere ich mein Umfeld verändere ich auch mein Verhalten, da man sich anpasst. Anpassung kann auch bedeuten, dass ich mir ansehe wie diese Gesellschaft tickt, um mir auf gewinnbereichernden Wege Profit zu verschaffen. Jeder Wahlkampf in der Politik ist so aufgestellt. Wir können ja auch gleich anfangen und uns Resozialisierungschips in unsere Köpfe implantieren zu lassen, dann hat die Gesellschaft Ihr einheitliches Gutmenschentum.

hoipolloi 14.01.2016 | 10:44

"Ich denke die Linke trägt eine mitschuld und ich denke die Linke wird sich durch Ihre Politik selbst zugrunde richten."

Die Linke, die sich heute als Linke bezeichnet, wird noch in zwanzig Jahren ganz hervorragend mit den Neoliberalen harmonieren, weil die heutige Linke offensichtlich zu wenig reflektiert und vielleicht durch mediale Selektionsprozesse auch zu wenig intelligent ist, um zu verstehen, dass sie nur noch die Funktion des moralischen Wadenbeissers und des Steigbügelhalters für die antidemokratische, neoliberale und sehr reiche Elite darstellt. Außerdem profitiert die heutige Linke ja auch durch Aufmerksamkeit und wohldotierte Posten im Staat. Was will man mehr. Ich schrieb mal: https://www.freitag.de/autoren/hoipolloi/rechts-schlau-und-links-naiv Das war übrigens mein letzter Artikel, der hier im Freitag von der Obrigkeit empfohlen wurde... :-)

herb66 14.01.2016 | 11:04

Das liest sich zwar gut, aber ist auch theatralisch als drohe der Weltuntergang wegen Tatjana Festerling. Wenn Geschichte sich tatsächlich wiederholt ist es inzwischen ja mehr Weltgeschichte als Nationalgeschichte damals und bei der Masse von Atombomben könnte man davon ausgehen, dass ein dritter Weltkrieg dann das Ende der Menschheit bedeutet.

Für die Erde mag das selbst nicht so schlimm sein, die Menschheit hat sich nicht mit Ruhm bekleckert.

Zu keiner Zeit war die Welt in Ordnung, augenblicklich herrscht einiges Chaos, wir haben den Terror, entfesselte Finanzhaie, den islamischen Terror weltweit, doch nach Deutschland kommen immer noch mehr Leute rein als rauswollen, zu Hitlers Zeiten war das umgekehrt.

Die meisten Länder auf der Erde sind keine Demokratien, Deutschland selbst ist nicht gerade die beste Demokratie (schon wegen der Humorlosigkeit).

Die Deutschen zeigen sich an den Rändern absolut humorlos, das stimmt. Da geht nix in diese Richtung.

Es kommen immer noch mehr Menschen durch Autounfälle um als durch Terror in Europa jedenfalls. Und kein deutscher Spießer in Dresden muss befürchten, dass ihn Ausländer aus der Wohnung treiben.

CDU, CSU und SPD sorgen schon dafür, dass Flüchtlinge in Turnhallen gepfercht werden bis die trotzdem Verbleibenden als Billiglöhner einsatzbar sind, Familien dürfen nicht nachziehen...

Kann sein, dass Tatjana F. eigentlich ins Gefängnis gehört wegen Volksverhetzung, doch hoffentlich macht das niemand, wir hätten weniger zu lachen, sorry.

hoipolloi 14.01.2016 | 11:05

Ich meinte auf gar keinen Fall nur die Linkspartei, ich meinte die aktuelle Linkspartei, die derzeitigen Grünen, die Oberschlauen Hauptsache-gegen-alles-Rechte, die linken schwarz-weiß-denkenden Journalisten, die linken irgendwas-mit-Gender oder irgendwas-mit-Politik Uniprofessoren, den pseudo-sozialdemokratischen Flügel der SPD, die linken Gymnasiasten und Studenten, die zwar keine Bildung, aber viel 'Hauptsache gegen rechts, schließlich trichtern mir das die Medien seit Geburt ein' verinnerlicht haben. Diese 'Linken' meinte ich alle.

denkzone8 14.01.2016 | 11:48

total über-fordert. eine triste bilanz eines frisch-eis aus wolken-haltung.

sich abgrenzen von konträren meinungen, und das auch noch gleich-zeitig? wer als öffentliche person, als journalist( nicht als gärtner), das als überfordernde multi-tasking aufgabe ablehnt, hat das recht verwirkt, frau merkel auch nur schäl anzusehen(bin ich mir mit Wilhelm zwo sicher).

bin sicher,daß ich kein ausnahmefall bin,wenn ich zeitnah eingehen kann auf all die gewalt-gebürsteten hools, zündelnde schwefel-köpfe, aufgebracht-demonstrierende pegidas und ihre veranstalter, unzufriedenheits-surfende petry-heil-rufer, spd-juristische rand-kriminalisierer, sträflich-naive migrations-grenzen-einreisser, axt-im wald verpeilte klein-kriminelle, kulturell-zurück-gebliebene, post-pubertäre mit schlüpfer-zieh-obsessionen, sicherheits-profis mit scheu-klappen und handicaps, dampf-geblähte regierungs-politiker, die sich als opposition ausgeben...

brutalisierung ist erkennbar, bei pogromen fließt blut, werden menschen zu krüppeln geschlagen. die wort-wahl ist wichtig, die zu dokumentierende brutalität nicht zu brutalisieren. deshalb sind menetekel-zitate, greuel der vergangenheit zu beschwören: un-passend, platt, des-orientierend. wir haben es mit modernen erscheinungen zu tun, auch wenn die heutigen konstellationen die aktualität un-haltbarer kultur-bestände und längst erledigt geglaubter gewalt-bereitschaft offenbart.

karamasoff 14.01.2016 | 12:06

Es werden eine ganze Menge Menschen seit geraumer Zeit politisch bewusst mitgenommen und zwar genau in der gleichen Art, wie damals, als man (die damalige "Mitte") dachte man hätte "die" schon im Griff.

"Die", das ist der braune Rassistenmob, der sich seit geraumer Zeit (um exakt zu sein: seit der Verharmlosung der ukrainischen Rechten auf Staatsebene durch Politik und Medien hier in Deutschland aus politisch gewollten Kalkül) wieder ungehemmt austoben darf. Mit der einzigen Reaktion des Staates, daß man "in alle Richtungen ermittelt"?

Und mit der einzigen Reaktion der breiten Öffentlichkeit, daß man sich einredet Geschichte würde sich ja eh nicht wiederholen?

Moorleiche 14.01.2016 | 12:27

Hallo Jakob Augstein.

"Die Worte in ihrer pornografischen Härte sind wichtig."

Ich habe den Artikel nicht als so reißerisch gelesen, fand ihn sogar gut. Vielleicht bin ich mit mehr oder tieferen Ressentiments durchsetzt, als ich denke, glaube ich aber nicht.

Woran würde ich das merken können?

Und wenn es um verbale Abrüstung geht, da könnten Sie dann auch zwei Gänge raus nehmen.

"Die Diskussion nach der Silvesternacht von Köln ist vor allem deshalb so schwierig, weil wir entscheiden müssen, worüber wir reden: über uns oder über die Fremden? Beides zugleich, das hat die vergangene Woche gezeigt, geht nicht. Es ist also eine Frage der Priorität. Was ist uns wichtiger?"

Über uns. Aber schon in der Weise, dass klar wird, wie wir alle zukünftig miteinander leben wollen. Wir sind vermutlich beisammen, bei der Frage, wie wir es nicht wollen.

Aber positiv formuliert wird es schwieriger. Trotzdem ist es genau das, was überfällig ist. Mein Fragment steht hier.

balsamico 14.01.2016 | 13:18

Tatsache ist sicherlich, dass die Deutschen eine über Jahrhunderte anerzogene Untertanenmanier mit unterdrückten Emotionen haben

Immerhin hatten die Deutschen seit 65 Jahren Gelegenheit, das Grundgesetz zu verinnerlichen, worin es u.a. heißt:

(1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.

(2) Das Deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt.

Wenn das jetzt zur Disposition stehen soll, dann ist das hier, um mit Frau Merkel zu sprechen, nicht mein Land.

...und jetzt nach "Köln" plötzlich wieder Diskussionen salonfähig werden, die vorher von Medien und Politik in manipulativer Weise unter den Teppich gekehrt wurden.

Und genau diese Unterdrückung der Meinung ist das Gegenteil von Demokratie und brütet leider in einem Untertanenvolk wie den Deutschen jene anaerobe Aggressivität, die sich dann ihren unappetitlichen Weg bahnt.

Das ist unerträglich. Weder die Medien noch die Politik kehren Diskussionen unter den Teppich. Seit 1945 kann jeder zu jeder Zeit sagen und diskutieren, was er will. Nur die Neu-Rechten verdrehen es ins Groteskeste, was Georg Diez bei SPON auf den Punkt brachte:

Zitat

Das Wesen des neurechten Opferdiskurses ist es, dass der Rechte sagt, er werde unterdrückt in einem gleichgeschalteten Land, dabei sei er doch nur für die Freiheit der Rede - nur um dann allen, die die Freiheit der Rede nutzen und nicht seiner Meinung sind, "Totalitarismus" vorzuwerfen.

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/s-p-o-n-der-kritiker-a-1071310.html

Zitatende

Heute geht es den Rechten darum, eine vom Grundgesetz meilenweit entfernte Sichtweise auf die Medien und die Politik zu etablieren, gerne mit Schaum vor dem Mund.

Von daher, lieber Medienschaffenden, einfach mach an die eigene Nase fassen und die eigene Schuld begreifen, statt erst alles zu unterdrücken, was nicht der eigenen Meinung entspricht, und nun die wohlfeile Moralkeule zu schwingen.

Davon kann doch keine Rede sein. Kürzlich, bei Plasberg, hat sich der Polizeigewerkschafter Rainer Wendt triumphierend darüber beklagt, dass die Polizeibeamten angehalten seien, „eine politische Erwartungshaltung zu erfüllen“ und was u.a. heiße, dass die Bennung von Menschen als "Roma" aus dem Sprachschatz gestrichen sei. Das seien jetzt Menschen „mit häufig wechselnden Wohnorten“. Und alles hat gelacht. Aber was für ein Armutszeugnis! Denn es ist ja überhaupt nicht zu beanstanden, dass man versucht, sich einer Sprache zu bedienen, die keine Anleihen im Nationalsozialismus nehmen muss, wo man Sinti und Roma freilich noch prägnanter "Zigeuner" nannte. Denn wir wissen doch auch, was man dann mit ihnen machte. Erst diskriminiert man die Menschen und wenn sie genügend diskriminiert sind, schmeißt man sie um so leichter raus. Denn wer geht schon für Parias auf die Barikaden? Nein, die Art von Klartext, den die Rechten reden wollen, brauchen wir nicht. Es steht vollkommen im Einklang mit dem Grundgesetz, billigen rechten Vorurteilen weder in der Sprache selbst noch in den Medien Bahn zu brechen. In Bezug auf die Flüchtlinge tut man gut daran, sich der Tatsachen bewusst zu werden: Schäuble hatte im letzten Jahr steuerliche Mehreinnhamen von 12 Mrd. Euro, die - und das finde ich gut - zur Bewältigung der sog. Flüchtlingskrise verwendet werde sollen. Das reicht für eine Million Flüchtlinge und für ein Jahr. Derzeit ist es also so, dass wir die Kosten für die Flüchtlinge aus den steuerlichen Mehreinnahmen bezahlen!!! Und da stellen sich ein paar CDU/CSU-Schwätzer hin und fantasieren in gehobener Stimmlage von Überforderung! Was für ein Schwachsinn. Aber es ist ein berechnender Schwachsinn. Man will mit den diffusen Ängsten in der Bevölkerung seine stinkende Suppe kochen. Dazu müssen die Medien nicht den Steigbügelhalteter machen. Aber genau das ist es, was die Rechten wollen. Die Medien sollen ihr dumpfes Gebrüll verstärken. Das brauchen wir aber nicht und das wollen wir auch nicht.

SuzieQ 14.01.2016 | 13:20

Hachja, die Beschreibung des Ist-Zustandes, die kann ich, minimal variiert, fast überall lesen, es springt ja fast jeder auf diesen Hype.

Wie wäre es mal mit lösungsorientierten Gedanken, wenigstens im Ansatz, ohne Schuldzuweisungen und Verdächten Raum zu geben? Und wie wäre es mal damit, die Täter aus dem Fokus zu nehmen und sich dem Thema sexualisierte Gewalt zu widmen?

Was für mein Empfinden medial abgeht, gleicht dem:

-Meine Luxuslimousine wurde gestohlen!

-Das waren bestimmt die Polen. Das gefällt AfD, Pegida & Co.

-Ich möchte mein Auto zurück.

drdre 14.01.2016 | 13:25

Betr.: Thema „Entgleist und Deutschland erwacht“ von Jakob Augstein und Ulrike Baureithel

Es ist für mich als Bürger auffällig, wie hier von der Rechten als auch der Linken Szene in verschiedener Weise die Opfer von Köln u.a. Städten, instrumentalisiert werden.

In den Artikeln von Herrn Augstein und Frau Baureithel werden explizit die negativen Kommentare als „Beweis für tumbe Nazi Einstellung der dortigen FB Blogger, als „Beweis“ dargestellt.

Der betroffene Bürger/in und gemäßigte Kritiker, kann nur feststellen, dass im Moment die Gräben innerhalb des deutschen Volkes weiter vertieft werden.

Entstanden durch eine völlig unkontrollierte Einwanderungspolitik der Kanzlerin.

Diese hat im Zuge der Ereignisse ihren Spruch: Wir schaffen das, in wir schaffen das mit Hilfe der EU relativiert.

Getrieben vom deutschen Volkszorn.

Selbst die Mainstream Presse ist auf dem sogenannten „Verdrängungs-Rückzug.“

Hier ein paar Beispiele aus ihren Artikeln:

Da ist von „vermutlichen nordafrikanischen Refugees“ die Rede, Obwohl nach neuesten Erkenntnissen, (Pol.Angaben) es hierfür klare Beweise gibt. Da wird von Demagogie und einem Land des Hasses gesprochen, was so absolut nicht zutrifft, da auch ausländische Mitbürger, die ich pers. Kenne die Entwicklung der unkonntrollierten Einwanderung a. la Merkel kritisch betrachten.

Hier geht es nicht um Hilfesuchende Flüchtlinge die höstens 40% der Ein und Zuwanderung ausmachen, sondern um einen gezielten Angriff auf die Bevölkerung und den Rechtsstaat.

Den Satz von Frau Wagenknecht , der hier auch als Beweis für tumbes Nazitum gewertet wurde, ist für mich ein Akt der Wahrheit.

Das dies zu Steilvorlage der AFD genutzt wurde, ist Frau Wagenknecht nicht anzulasten.

Für die Auslegung der von Frau Wagenknecht gemachten Einlassungen ist diese nicht zu kritisieren. Denn eine unterstützung der AfD kann man Frau Wagenknecht nun wirklich nicht vorwerfen. D.h. Wenn man dies so, wie im Artikel von Frau Baureithel kritisiert, dann ist man nahe an der Einschränkung der Meinungsfreiheit.

Noch ein Wort zur Neuauflage von mein Krampf. Das zu erwähnen ist für mich ziemlich abgefahren. Denn selbst im sog. Tausendjährigen Reich, las kaum einer dieses Machwerk.

Es zeigt sich das die Übergriffe au Frauen und Mädchen durch Refugees, sich nicht nur auf Deutschland beschränken sondern in Schweden, Dänemark, Österreich und auch in der Schweiz stattfanden.

Bei einem Refugee arabischer Herkunft fand die Polizei sogar einen Zettel, in schlechtem Deutsch, welcher als Anleitung zu den Übergriffen in Köln zu werten war.

Die Häufung im Internet nachzulesen, von Übergriffen junger arabischer Männer, auf Frauen, kleine Mädchen und auch Kinder, hat nach meiner Einschätzung, überproportional zugenommen.

Da gibt es meiner Meinung nach auch nichts zu beschönigen.

Verbale Ausflüsse von C. Roth, Chem Ötzi, Frau Künast u.a. welche seriösen Kritikern

Dumpfe Nazi Propaganda durch die Blume vorwerfen, sind da genauso hilfreich wie der Satz von Chem Ötzi, dass Migranten die besseren Deutschen wären.

Dann sollte Herr Ötzi sich mal die Einlassungen eines Türkischen Deutschen, wie Herrn Pirincci zu Gemüte führen.

Fazit: Im Moment kann ich nur feststellen, wie hier Demagogisch von jeder Seite geschossen wird.

Jeder ist hier im Recht und der Andersdenkende hat seinen Anspruch auf Meinungsfreiheit verwirkt.

Die Situation in Deutschland ist deshalb vergiftet, weil eine unseriöse Politik, die auf Vertuschung und Verschleierung der realen Verhältnisse setzte, letztlich gescheitert ist und die Bevölkerung entzweit hat.

Die daraus entstehenden Ergebnisse, werden wir alle zu tragen haben.

Political Correctness ist eben keine „göttliche Eingebung“ , als solche zu hinterfragen.

Mit freundlichen Grüßen

hoipolloi 14.01.2016 | 13:44

Sachte, sachte. Sie werfen hier holterdipolter alles in einen Topf. Niemand, am allerwenigsten ich, stellt hier das Grundgesetz zur Disposition. Auch nicht die Menschenwürde.

Und natürlich selektieren Medien sei eh und je, worüber und wie berichtet wird, und worüber nicht. Sie selbst plädieren ja dafür, "billige rechte Vorurteile" nicht zu veröffentlichen, mit Berufung auf das Grundgesetz. Huch.

Und dann gibt es einen großen Unterschied zwischen Rechtsextremen und, ich würde es einmal so nennen, der Neuen Rechten, sonst wäre ja bereits alles unmittelbar neben der CDU schon Neonazi.

Im Umkehrschluss wäre ja jeder Linke ein Linksextremer, wenn er sich nicht von der SPD vertreten sähe.

hoipolloi 14.01.2016 | 14:17

"Die Situation in Deutschland ist deshalb vergiftet, weil eine unseriöse Politik, die auf Vertuschung und Verschleierung der realen Verhältnisse setzte, letztlich gescheitert ist und die Bevölkerung entzweit hat. Die daraus entstehenden Ergebnisse, werden wir alle zu tragen haben. Political Correctness ist eben keine „göttliche Eingebung“ , als solche zu hinterfragen."

100 % !

balsamico 14.01.2016 | 14:46

Sachte, sachte. Sie werfen hier holterdipolter alles in einen Topf. Niemand, am allerwenigsten ich, stellt hier das Grundgesetz zur Disposition. Auch nicht die Menschenwürde.

Ich habe auch noch niemanden getroffen, der das einräumen würde, selbst oder gerade dann nicht, wenn er's im selben Atemzug macht.

Und natürlich selektieren Medien sei eh und je, worüber und wie berichtet wird, und worüber nicht. Sie selbst plädieren ja dafür, "billige rechte Vorurteile" nicht zu veröffentlichen, mit Berufung auf das Grundgesetz. Huch.

Im Eingangsblog wird Tatjana Festerling zitiertmit ihren Worten:

„Wenn die Mehrheit noch klar bei Verstand wäre, dann würde sie zu Mistgabeln greifen und diese volksverratenden, volksverhetzenden Eliten aus den Parlamenten, aus den Gerichten, aus den Kirchen und aus den Pressehäusern prügeln.“

Müssen wir so einen Dreck in den Medien veröffentlich sehen? Nein, das müssen wir nicht! Und wenn es völlig zu recht nicht veröffentlich wird, dann gibt das den Rechten nicht das mindeste Recht, die Medien als Meinungsunterdrücker hinzustellen und von Lügenpresse zu schwafeln. Das, was aus den rechten Ecken kommt, braucht in der Tat kein Forum. Und das steht selbstverständlich auch im Einklang mit dem Grundgesetz. Denn diese Demokratie ist eine wehrhafte Demokratie, die sich die Nattern nicht auch noch selbst an den Busen legen muss. Solche rechts-dümmlichen Meinungskundgaben schweigend zu übergehen, ist eine sehr höfliche Art, damit umzugehen.

Und dann gibt es einen großen Unterschied zwischen Rechtsextremen und, ich würde es einmal so nennen, der Neuen Rechten, sonst wäre ja bereits alles unmittelbar neben der CDU schon Neonazi.

So groß ist der Unterschied vielleicht gar nicht. Wenn z.B. der frühere Präsident des Verfassungsgerichtshofs für Nordrhein-Westfalen, Michael Bertrams, und andere ehemals hochgestellte Staatsrechtler Frau Merkel (CDU) in der Flüchtlingspolitik Kompetenzüberschreitung und möglichen Verfassungsbruch vorwerfen, dann wird das, erstens, nicht unterdrückt obwohl es, zweitens, hochgradig rechtslastig ist, diskret gesagt. Denn die Frage ist ja durchaus nicht, ob Frau Merkel für ihr Verhalten Verfassungsbruch vorzuwerfen ist. Eher wäre zu fragen, ob ihr Verfassungsbruch vorzuwerfen wäre, wenn sie sich anders verhalten hätte, z.B. so wie Orban oder Zeman oder die hochgradig rechtslastige polnische Regierung. Verfassungstrechtlern stünde es an, solche Überlegungen anzustellen und nicht, rechtspopulistisch daher zu schwadronieren.

Sikkimoto 14.01.2016 | 14:50

>Es ist die gleiche Legitimation, mit der plötzlich jeder jetzt erzählen darf, welche üblen Erfahrungen er mal mit einem Ausländer gemacht hat<

Es mag für sie unfassbar sein, aber diese Legitimation setzt ganz weit vorne im Grundgesetz an. Und ernsthaft, einer Frau vorzuwerfen sie sei "Pornografisch" wenn sie Dinge wiedergibt die ihr an den Kopf geworfen wurden ist absolut dummdreist.

Nach dem Motto: Die Frau soll das Maul halten wenn sie schon belästigt wird, es wird schon irgendwie ihre eigene Schuld sein. Diese reflexhafte Verteidigung von Asozialen solange diese Asozialen zufällig Ausländer sind ist einfach nur zum Kotzen.

Sikkimoto 14.01.2016 | 15:25

Sparen sie sich das Selbstmitleid. Als Nazi wird man dieser Tage auch beschimpft von den selben Leuten die einen früher als Bolschewist und ähnliches betitelt haben. Sowas prallt spurlos ab wenn man Überzeugungen hat.

Wenn es im Moment eine Partei gäbe die es schafft in der Flüchtlingsdebatte glaubwürdig die Zivilgesellschaft zu vertreten ohne dabei offenkundig menschenverachtend und rassistisch zu sein, ihr würden die Türen eingerannt. Aber sowas kriegen Rechte leider nicht zustande.

GMan 14.01.2016 | 15:26

Doch, wir können auch über uns reden.Und zwar zu unserem gesamtgesellschaftlichen Verhältnis und Verhalten gegenüber Frauen. In Beruf und Privatleben gibt es hier viele Themenfelder die von Gewalt gegen Frauen geprägt sind, die dringend zu behandeln wären, und zwar nicht nur dann, wenn solch übles Geschehen wie in Köln auf der Tagesordnung steht oder wenn mal wieder eine Sonntagsrede ansteht.

Und wenn dies jeder für sich selbst geklärt hat, dann ist ja möglicherweise auch eine vorurteilslose Diskussion über sexuelle Gewalt von Männern möglich, die Nationalität, Hautfarbe und Status außen vor lässt.

Diese Vorfälle um jeden Preis totzuschweigen oder zu verharmlosen, wie es ja auch anfänglich versucht wurde, ist jedenfalls der falsche Weg.

Rüdiger Heescher 14.01.2016 | 15:36

"(...) Deutschland ist wieder das Land der Pogrome. Deutschland ist wieder das Land des Hasses. Es gehörte stets zum identitären Inventar sowohl der alten Bundesrepublik als auch der DDR, dass sich die deutsche Vergangenheit nicht wiederholen könne. Das war ein Irrtum. Spätestens seit Köln wissen wir es. Das ist nicht die einzige Lehre aus Köln. Aber die wichtigste. (...)"

So ist es.

Lehren die man glaubte aus der Geschichte der Linken während des Nationalsozialismus und Weimarer Zeit gezogen haben will, sind falsch gewesen. Wir haben eine völlig Ohnmacht und nur noch ein panisches Reagieren, statt zu agieren.

Die Linke muss aktiv werden. Sie muss aktiv werden nicht indem sie opportunistisch nachgibt, sondern indem sie Alternativen darstellt.

Doch dafür fehlt anscheinend schon die Kraft auf der Strasse und man hat es sich zu gemütlich gemacht im Parlament und NGOs.

Ayhan B. Eren 14.01.2016 | 16:06

Lieber Herr Augstein,

der Firnis unserer Zivilisation istzäher, als von Ihnen vermutet. Ihre und zahlreiche andere Publikationen zu diesem Thema und die Stellungnahmen vieler, vieler Persönlichkeiten belegen das. Dass auch die zähste Schutzschicht gehegt und gepflegt werden muß, damit sie nicht spröde wird und reißt, versteht sich dabei von selbst.

Ich lebe schon etwas länger in diesem Land, als Sie und habe vieles kommen, zerstören und gehen sehen. Das, was wir heute erleben, ist zwar nicht schön, aber dieses Land kennt schon völlig andere Zeiten, in denen nicht nur Häuser in Flammen gesetzt und Menschen umgebracht wurden, sondern Zeiten, in denen die verantwortlichen Politiker keine klaren Worte finden oder sie aussprechen konnten.

Ich will die aktuellen Vorkommnisse keineswegs relativieren oder gar verharmlosen. Ich will sie aber auch nicht dramatischer erscheinen lassen, als sie sind. Das betrifft die Vorkommnisse nach Silvester. Was in der Silversternacht passiert ist, ist etwas, was wir bisher nicht kannten, nicht ahnten oder nicht wahrhaben wollten. Jetzt wissen wir es und müssen handeln.

Was Ihre Gedanken von Antonia Baum´s Artikel in der FAS anbetrifft, so waren sie auch meine, als ich den Artikel las. Aber Sie wissen es ja besser, welchen Zwängen Journalisten heute ausgesetzt sind.

30sec 14.01.2016 | 16:59


Deutschland erwache! Deutschland schafft sich ab!

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Angriffe auf Unterkünfte:573
Davon Brandanschläge:132
Davon sonstige Angriffe auf Unterkünfte (Stein-/Böllerwürfe, Schüsse, rechte Schmierereien etc.):441

Tätliche Übergriffe (Körperverletzung):165
Körperverletzte:275

Flüchtlingsfeindliche Kundgebungen/Demonstrationen:304

Zahlen für 2016 bis zum 13.Januar:

Angriffe auf Unterkünfte:24
Davon Brandanschläge:5
Davon sonstige Angriffe auf Unterkünfte (Stein-/Böllerwürfe, Schüsse, rechte Schmierereien etc.):19

Tätliche Übergriffe (Körperverletzung):8
Körperverletzte:12

Flüchtlingsfeindliche Kundgebungen/Demonstrationen:4

Angelia 14.01.2016 | 17:34

Die Diskussion nach der Silvesternacht von Köln ist vor allem deshalb so schwierig, weil wir entscheiden müssen, worüber wir reden: über uns oder über die Fremden? Beides zugleich, das hat die vergangene Woche gezeigt, geht nicht. Es ist also eine Frage der Priorität. Was ist uns wichtiger?

Also ich finde, dass wir uns zwischen destruktiven und konstruktiven Handlungen entscheiden müssen. Und da steht für mich an erster Stelle die Frage: Wo soll das denn eigentlich alles hinführen?

Und ob linke Polarisierung, rhetorische Überspitzungen und Ausblendungen diverser Fakten jetzt konstruktiver sind als rechte, wage ich zu bezweifen. Vielleicht könnte man ja auch mal miteinander statt übereinander reden... in diesem Sinne ...seufz..


Angelia 14.01.2016 | 17:47

und dann noch was zum Thema Deutschland erwacht: Weil da die traditionellen Linken mit den Zeugen Jehovas verglichen werden :-)

http://www.heise.de/tp/news/Ueber-Koeln-3070300.html

Ich bedaure an dieser Stelle übrigens sehr, dass die FDP das Liberale so pervertiert hat, die SPD das Soziale und die Grünen irgendwie so beliebig geworden sind. Ich wünschte wir hätten eine starke sozial - liberale Partei mit Standing

JR's China Blog 14.01.2016 | 17:54

Es geht nicht um Meinungen. Es geht um Straftaten, erfolgreiche und professionelle Ermittlungsarbeit und darum, ein Maximum an Meinungs- und Ausdrucksfreiheit zu erhalten.

Und es geht - darauf aufbauend - darum, keine pauschalen Vorwürfe zu erheben, und auch keine Prioritäten auf Basis von Herkunft, Glauben etc. der Täter und/oder Opfer zu setzen. Priorität hat immer der oder die Einzelne, der oder die konkret bedrängt oder verfolgt wird, deren oder dessen Rechte nicht respektiert werden.

Das ist gar nicht so schwer. Es braucht auch gar nicht viel Meinung. Nur etwas Anstandsgefühl.

heinthüer 14.01.2016 | 18:28

Sehr viel Text mit vielen Selbstverständlichkeiten über den latenten und offenen Rassismus in Deutschland, der wirklich sehr gefährlich für die deutsche Demokratie, aber nun wirklich nicht neu ist.

Was ihm allerdings fehlt, diesem Text, ist die Beschäftigung mit den Vorfällen der Kölner Silvesternacht. Sie erreichten eine neue Dimension von Gewalt gegen Frauen.

»Ich beschäftige mich beruflich schon seit mehr als 20 Jahren sehr intensiv mit dem Thema Gewalt gegen Frauen und Mädchen und so etwas habe ich noch nie erlebt«, sagte eine langjährige Mitarbeiterin des Kölner »Notrufs für vergewaltigte Frauen« dem Kölner Stadtanzeiger.

Bislang war in Deutschland das Phänomen der Gruppenvergewaltigung bekannt, aber kein Vorfall, bei dem derart viele Frauen innerhalb kürzester Zeit Opfer von Angriffen wurden.

Warum eigentlich scheint dies einem sich kritisch gebenden Artikel nicht der Rede und Analyse wert?

30sec 14.01.2016 | 19:45

Das Böse unter uns

Im Jahr 2015 sind laut Bundesinnenministerium 1 091 894 neu eingetroffene Menschen in Deutschland als Asylsuchende registriert worden.

Die Stadt Köln hat 1 039 488 Einwohner (Stand 30.6.2014).

2015 ist also ziemlich genau die Bevölkerung einer Stadt wie Köln als Schutzsuchende in Deutschland eingetroffen. Passen diese Menschen zu uns? Sind das nicht womöglich überwiegend Kriminelle, die unser Wertesystem nicht begreifen oder teilen wollen?

Mal gucken.
Die Polizeiliche Kriminalstatistik des Jahres 2014 für das Stadtgebiet von Köln listet 4 Morde, 21 Fälle von Totschlag, 199 Fälle von Vergewaltigung oder schwerer sexueller Nötigung und 147 Fälle von sexuellem Missbrauch von Kindern auf. Außerdem 1 774 Raubdelikte, 3 406 Fälle schwerer oder gefährlicher Körperverletzung und 22 210 Betrugsfälle.

Im Jahr 2013 waren es 10 mal Mord, 25 mal Totschlag, 198 mal Vergewaltigung oder schwere sexuelle Nötigung, 163 mal Kindesmissbrauch, sowie 1 851 mal Raub, 3 488 mal schwere Körperverletzung und 23 413 mal Betrug.
( ... )
Und damit haben wir doch so eine Vorstellung, wann diese Asylantenflut kriminell ist:

Weiterlesen bei

Die Wahrheit über die Wahrheit

"The worse our logic, the more interesting the consequences to which it gives rise." B. Russell

Montaine Duvall 14.01.2016 | 20:13

Also keine signifikante Veränderung.

Wobei man mit Kriminalität natürlich nicht zufrieden sein kann, nur weil sie stagniert. Allerdings hilft es die Zahlen zu kennen um zu sehen, ob und wo ein Problem besteht. Hier scheinen es nicht die Flüchtlinge im Allgemeinen zu sein sondern eine Gruppe aus Nordafrika. Schön wäre es wenn man das Problem präziese benennen würde und sich zielgenau darauf konzentrieren könnte.

Leider ist das in gewissen Kreisen unüblich, da sie anscheinend nicht in der Lage dazu sind. Vielleicht ein Bildungsproblem, vielleicht ein Versagen der humanistisch geprägten, geistigen Eliten.

Gold Star For Robot Boy 14.01.2016 | 20:26

Wann haut den endlich mal jemand dem Muselmann auf die Fresse? Man hab ich nen Hals. Was ein Kotzbrocken! #maischberger

Fragt ein Bürger dieses Landes auf Twitter. Ganz öffentlich und mit Klarnamen. Ein Mann, der sich als stellvertr. Vorstandsvorsitzender der TuS Koblenz-Stiftung für Jugend- und Amateurmannschaften des gleichnamigen Fußballvereins engagiert und nebenher eine Website pflegt, die sich La Palma, der “Insel zum Verlieben”, widmet.

Der “Kotzbrocken”, dem Norbert Graß, da Körperverletzung wünscht, ist Aiman Mazyek vom Zentralrat der Muslime, der als Gast bei Maischberger zu Wort kam.

Thema der Sendung: “Angstrepublik Deutschland”. Wie in vielen ähnlichen Sendungen wurden auch an diesem Abend erneut munter die Themen Terrorismus, Kriminalität, sexualisierte Gewalt gegen Frauen, Einwanderung, Asyl und selbstverständlich der Islam zu einem bunten Potpurri vermengt, was auf Twitter die übliche Welle von hasserfüllten Tweets auslöste, die schon seit geraumer Zeit in den “sozialen Netzwerken” zu beobachten sind.

“Die Eskalation des Social-Nationalismus” benennt Sascha Lobo die “digitale Transformation der Gewalt, vom Gewaltpöbeln im Netz zum Gewaltpöbel auf der Straße.” Ob auf Twitter, Facebook oder in den Kommentarspalten der großen Onlinemedien: Ressentiments, Rassismus, Islamophopie allerorten. Deutschland ist wieder das Land der Pogrome. Deutschland ist wieder das Land des Hasses.So kommentierte Jacob Augstein.

Recht hat er.

JR's China Blog 14.01.2016 | 20:35

Recht hat er.

Kein Stück. Ansagen wie die Täter: Deutsche. Die Opfer: Migranten sind großer Quark. Ich muss mich darüber ja nicht aufregen; auch Stuss ist von der Meinungsfreiheit gedeckt, und das ist gut so.

Aber beim Täter- und Opferstatus nach Herkunft zu unterscheiden ist schlichtweg nicht richtig.

Dem muss geduldig, aber entschieden widersprochen werden, denn diese journalistische Sichtweise widerspricht dem Konzept der Grundrechte und darf keinen Eingang in die alltägliche Praxis finden.

Gunnar Jeschke 14.01.2016 | 20:44

Inwiefern hat die vergangene Woche gezeigt, dass man nicht gleichzeitig über beide Probleme reden kann? Genau das muss man tun.

Ich fühle mich fatal an die Parole "Keine Fehlerdiskussion" erinnert, die in der DDR üblich war. Eine Fehlerdiskussion nutzte nämlich nur dem Feind. Deswegen sollte man nicht kritisieren, was im real existierenden Sozialismus schief lief. Schliesslich bedrohte der Klassenfeind den Weltfrieden und wenn man es so sah, war jeder gegen den Weltfrieden, der Kritik an den Zuständen in der DDR übte.

Den gleichen Geist schein mir der oben stehende Artikel zu atmen.

Es gibt Rechtsextreme in Deutschland, die Flüchtlingsheime anzünden. Daraus muss man schliessen, dass jede Diskussion über die unbestreitbar grossen Probleme, die der unbestreitbar grosse Migrantenstrom mit sich bringt, potentiell rechtsextremistisch ist.

Es gibt Islamisten, die Terroranschläge verüben. Daraus darf man umgekehrt nicht schliessen, dass von 1 Million islamischen Migranten pro Jahr, die zuströmen, auch eine Gefahr ausgehen könnte.

Diese Art, die Dinge zu betrachten, stört den Physiker in mir, denn das ist ein Symmetriebruch, für den es keine Begründung gibt.

Fast alle Migranten sind weder Attentäter noch Grabscher.

Fast alle Deutschen, die in dem grossen Zustrom auch Probleme sehen, sind keine Mörder und keine Rechtsextremisten.

Wenn über die Probleme nicht geredet und nichts dagegen getan wird, dann werden sie nur wachsen. Und das gilt für beide Probleme.

Montaine Duvall 14.01.2016 | 20:49

Die reine Sicht auf Tat und Täter ist prinzipiell richtig. Da bin ich ganz bei Ihnen. Allerdings fällt auf, daß es einen Trend zu außergewöhnlichen und massenhaften Straftaten gegen Heime oder Flüchtlinge gibt. Bei vielen Brandstiftungen mit evtl. Tötungsabsicht oder Schüsse bekommt das ganze eine neue Qualität. da bricht etwas ganz gefährliches auf und man sollte schnell gegenhalten. Wenn nicht, ähnliches haben wir schon erlebt.

JR's China Blog 14.01.2016 | 20:54

Allerdings fällt auf, daß es einen Trend zu außergewöhnlichen und massenhaften Straftaten gegen Heime oder Flüchtlinge gibt.

Ja. Das stimmt, und da wiederum bin ich ganz bei Ihnen. Aber ich finde, mit unbesonnenen Kampfansagen (und so fasse ich Herrn Augsteins Artikel auf), die Ungenauigkeiten mindestens in Kauf nehmen, wenn nicht pushen, tun wir uns keinen Gefallen.

So schlecht sind die Voraussetzung zur Verteidigung der Menschenrechte in Deutschland nicht, dass wir so reden müssten.

Montaine Duvall 14.01.2016 | 20:58

So ganz kann ich Ihnen nicht folgen. Pegida-Leute wollen nicht über Probleme reden. Sie sind auch nicht in der Lage zu differenzieren. Wie wäre es zu sehen, wenn Flüchtlinge 80-100 Häuser angezündet hätten mit Inkaufnahme von Toten, wenn sie auf Fenster geschossen hätten und Deutsche verletzt hätten?

Nun, diese sogenannten besorgten Bürger haben solche in Ihren Reihen und nicht gerade wenige. Sie haben sich von diesen nicht distanziert und geben Ihnen stattdessen Legitimation für alle Bürger zu sprechen. Man hat einen Stadtteil teilweise verwüstet, weil man gegen die vermeintlich politische Einstellung der dortigen Bewohner vorgehen wollte. Das kommt einem doch bekannt vor, oder?

heinthüer 14.01.2016 | 21:00

"Ansagen wie 'die Täter: Deutsche. Die Opfer: Migranten' sind großer Quark (...), denn diese journalistische Sichtweise widerspricht dem Konzept der Grundrechte..."

So ist es - und es ist zu befürchten, dass diese Bestimmung des Täter- und Opferstatus' nach Herkunft durchaus rassistisch ist im antirassistischen Wortschwall. Als Täter kann nur der weiße Mann, nicht aber der schwarze in Frage kommen.

JR's China Blog 14.01.2016 | 21:01

Ich habe es hier versucht auszudrücken: eine echte Gefahr liegt in der Bereitschaft der großen Koalition vor einem Mob zurückzuweichen.

Deutschlandweit entscheidet sich vieles in der Bundespolitik. Darin, und nicht in dem, was bestimmte Leute in den "sozialen Medien" äußern.

Meinungsbereitschaft kann auch blind machen fürs Wesentliche. Würde Herr Augstein Angela Merkel, de Maiziere und Sigmar Gabriel ordentlich einheizen, hielte ich das für einen Beitrag. Mit diesem Artikel scheint mir aber nur die Rechthaberei aus Facebook in die Presse hineinzuschwappen.

Wer braucht das?

Montaine Duvall 14.01.2016 | 21:06

Nun, eine Kampfansage ist vielleicht nicht die schlechteste Idee. Diese hat z.B. am Anfang des 3. Reiches gefehlt. man hat abgewartet, bis es für ein Gegensteuern zu spät war. Bei solchen Brandstiftungen kann es ganz schnell zu 50 Toten kommen. Es war reiner Zufall, daß es noch nicht zu einem Massenmord kam. Es geht immerhin um 80-100 Brandstiftungen und insgesamt um 1000 Straftaten bezüglich Flüchtlingsunterkünften. Die Dunkelziffer wird auf das doppelte geschätzt.

Was wäre, wenn diese Leute Auftrieb bekämen und die Straftaten weiter ansteigen? Wieviele Tote nehmen wir in kauf? Wie ist die Sicht der Länder auf ein aufflackern solcher Taten in Deutschland?

JR's China Blog 14.01.2016 | 21:18

Wem ist denn hier der Kampf angesagt worden? Tatjana Festerling? Ehrlich gesagt, in dem Zusammenhang ist ein historischer Vergleich fehl am Platz.

Wenn Sie nur eine Kampfansage frei haben - und diese Art Dramatik drückt sich hier doch aus, oder? -, dann sollte man genau gucken, wohin man sie richtet. Gerade dann.

Herr Augstein spricht von Prioritäten. Stellen Sie sich vor, Sie haben in der Weimarer Republik a) die Gelegenheit, einem Landesrichter ein Bein zu stellen, der Nazi-´Straftäter begünstigt und Linke verknackt, und b) Heinrich Kroll in Werdenbrück mal ordentlich die Meinung zu geigen: was ist dann Ihre Priorität?

Montaine Duvall 14.01.2016 | 21:28

Nun, die Straftaten und die Reden erinnern sehr an die 20er und 30er Jahre. Ob wir nur "1 Kampfansage frei haben" lasse ich mal dahingestellt. Da wir aber mit dem Mob der Straftäter, Brandstifter und Rassisten die meiste und schlimmste Erfahrung haben sollte man hier auf jeden Fall, evtl. auch mit Priorität, Farbe bekennen. Zur Zeit sehe ich eher ein zurückweichen vor den Tätern und man übernimmt Ihre Sichtweise. Dadurch gerät aus dem Fokus, wo die wirklichen Probleme bei Flüchtlingen liegen.

SuzieQ 14.01.2016 | 21:30

Die Diskussion nach der Silvesternacht von Köln ist vor allem deshalb so schwierig, weil wir entscheiden müssen, worüber wir reden: über uns oder über die Fremden? Beides zugleich, das hat die vergangene Woche gezeigt, geht nicht. Es ist also eine Frage der Priorität. Was ist uns wichtiger?

Wer ist 'uns'? Und wenn Priorität, warum reden 'wir' nicht über 'uns'? 'Wir' sind uns wesentlicher bekannter als 'die Fremden', fangen wir bei uns an und wenn wir uns verstehen, gehen wir weiter, um Fremde zu verstehen und uns verständlich zu machen. Und zwischendurch gehen wir aufeinander zu.

Die Auswüchse der Silvesternacht von Köln gehören zu zwei Forschungsfeldern: Polizeiarbeit und Migrationsfolgen. Aber die Auswüchse nach Köln gehören zu einem anderen Forschungsfeld: die deutsche Mittelschicht und ihre Aggressivität.

Das erste aller Forschungsfelder nach Köln: sexualisierte Gewalt gegen Frauen sprich Macht, Dominanz, Kontrolle nutzen zum Zweck der Demütigung. Das gehört nicht (allein) zu Migrationsfolgen, und Polizeiaufgaben beinhalten den Schutz der Bürgerinnen und Bürger, auch und nicht zuletzt den Schutz ihrer Würde.
Die deutsche Mittelschicht? Ihre Aggressivität? Wer verleugnet Bildung oder ignoriert sie einfach, um den Aggressionen freien Lauf lassen zu können? Ohne Scham.

Natürlich muss die Kölner Polizei aus dieser Nacht Konsequenzen ziehen. Eine Stadt darf nicht die Kontrolle über ihr Zentrum aufgeben. Und natürlich müssen die Täter ins Auge gefasst werden

Die Polizei hat den öffentlichen Raum zu schützen, aber doch nicht in erster Linie. Ganz vorn an steht der Schutz der Bürger und ihrer Würde.

- man weiß allerdings über sie viel weniger, als die Menge der veröffentlichten Berichte und Kommentare nahelegt. Eine plausible Vermutung: Sie gehören zu jener besonders desperaten Gruppe von Migranten, die zwar keinen Aufenthaltstitel haben, in Deutschland aber geduldet werden. Sie dürfen bleiben, aber keine Wurzeln schlagen. Sie leben in Sicherheit, aber auch in Sinnlosigkeit. Bestraft die, derer ihr habhaft werden könnt. Kümmert euch um die anderen, die keine Täter sind.

Vermutung. Plausibel.

Mehr ist zu den widerlichen Übergriffen nicht zu sagen.

Doch. Sehr viel mehr. Wenn es denn genehm ist, mal die Täter aus dem Fokus zu nehmen. Sie haben doch nun soo viel Aufmerksamkeit bekommen, das reicht für Jahre.
Sprechen Sie über die Frauen. Und da es Ihnen so unglaublich schwer fällt, die Dinge beim Namen zu nennen, versuchen Sie es über die Empathie und mit ein wenig Phantasie: stellen Sie sich vor, ihre Tochter ginge auf eine öffentliche Veranstaltung und 'irgendwelche Typen, die nicht zu identifizieren sein werden' stecken ihr mal eben so aus Lust und Laune und Frust und Machtgehabe ihre Finger in deren Scheide.
Vielleicht bekommen Sie dann mal die Zähne auseinander, Herr Augstein.

Der Zorn gegen Ausländer und die Ablehnung des Islam werden zum neuen Fokus der erlaubten bürgerlichen Aggression. Individuelle Gewaltausbrüche und Grenzüberschreitungen erlangen dadurch einen Schein von Legitimation.

Auch Sie fokussieren nicht auf das Wichtigste: Verbrechen gegen die sexuelle Selbstbestimmung der Frau.
Da ist zunächst belanglos, von wem sie begangen wurden.

Es ist die gleiche Legitimation, mit der plötzlich jeder jetzt erzählen darf, welche üblen Erfahrungen er mal mit einem Ausländer gemacht hat – und das mit immer weniger schlechtem Gewissen.

Treten Sie doch heraus aus dem allgemeinen Tenor. Mit dem Finger zeigen, kann jeder.
Der Mob versucht zu tanzen. Da tanzt man nicht mit.
Da werden klar die Grenzen aufgezeigt.
Werten Sie die Schwätzer nicht auf durch Beachtung. Danach lechzen sie doch.
Beteiligen Sie sich an sinnvollen Lösungen und daran Lösungsansätze zusammen zu führen.
Und vermischen auch Sie 'Flüchtlinge' nicht mit 'Köln'. Die Täter bewegen sich im Promillebereich.
Btw die Taten gegen Flüchtlinge werden täglich mehr, auch hier ein dankbares Betätigungsfeld für 'Butter bei die Fisch'.
Differenzieren ist das Zauberwort.

Der Firnis unserer Zivilisation zeigt sich brüchiger, als zu befürchten war.

Ist er brüchig, wird er entfernt und erneuert. Sollte aber keine Schminke sein.

janto ban 14.01.2016 | 22:05

|| Die Diskussion nach der Silvesternacht von Köln ist vor allem deshalb so schwierig, weil wir entscheiden müssen, worüber wir reden: über uns oder über die Fremden? Beides zugleich, das hat die vergangene Woche gezeigt, geht nicht. ||

Falsch. Es geht nicht nur beides zugleich, es muss sogar gehen, weil es zusammenhängt. Denn wenn wir über "die Fremden" reden, reden wir über "uns". Das haben Sie richtig erkennt, Herr Augstein, es dann aber nicht zuende gedacht.

Vor ein paar Wochen schreiben Sie: "Deutschland wird erst mit diesen Flugzeugen zur Kriegspartei. Und natürlich erhöht diese Beteiligung am Krieg in Syrien die Terrorgefahr in Deutschland. Aber das ist ein verbotener Gedanke." Dem letzten Satz kann ich mich nicht anschließen. Das ist kein verbotener Gedanke, sondern eine Korrelation. Ein weiteres Beispiel für eine solche, nicht zwingend kausale Wechselbeziehung: "Wir stehen vor dem Problem, dass rechtsnationale Kräfte bei anhaltend hoher Flüchtlingszahl weiter Zulauf bekommen." (R. D. Precht via link)

Zu tun, als könnten das Erstarken des rechtsextremen Randes und die wachsende Unruhe im gesamten pol. Spektrum besprochen werden, ohne den Trigger ("Massenzuflucht") dabei im Auge zu behalten, halte ich für möglich aber sinnlos. Wir müssen uns nicht entscheiden, ob wir über kriminelle Flüchtlinge oder kriminelle Rechtsextremisten reden wollen, sondern erkennen: "Flüchtlinge sind Flüchtlinge und Faschisten sind Faschisten. Und egal wer da letzte Woche in "Köln" unterwegs war: das waren Faschisten." (link) Und zwar beide Male.

Ich zitiere mich weiter: || Hieße die Kampagne aber nicht "Gegen sexualisierte Gewalt und Rassismus. Immer. Überall.", sondern "Gegen Sexismus und Rassismus. Immer. Überall.", könnte man auch gleich verkürzen zu "Gegen Rassismus. Immer. Überall.". Denn Sexismus wird ja durchaus auch als spezielle Form des Rassismus (als "erweitertem Begriff") angesehen. Anti-Rassismus-Kampagnen im Fußball wollen, eigenen Angaben zufolge, im Begriff Rassismus z.B. sogar Homophobie inbegriffen sehen, was gut so wäre. || link

Kurz: Sexismus ist (eine Form von) Rassismus.

Erschreckend "gut" zum Thema passt auch das folgende Zitat des dF Users CUBER333: "Der einzige "Schutz" im Westen ist noch der Islam, welcher auch solche Ansichten teilt." Die Ansicht, um die es da geht, entnehme man bitte dem Thread ff. Das beschreibt das, was ich auf mich zurollen sehe: Braun statt Bunt. Sie sind nicht der einzige, der sich vor dem aufziehenden Gewitter fürchtet, Herr Augstein. Meine Kritik an Ihrem Text geht trotzdem noch weiter.

|| Die Demagogin Tatjana Festerling hat ... ||

Ganz egal, was diese von Hass zerfressene Rassistin und Nationalsozialistin hat. Jedenfalls noch. Herr Augstein, machen Sie zum jetzigen Zeitpunkt bitte nicht den Fehler, die in reversible Schockstarre verfallene Mittelschicht mit geistig-moralischem Abschaum gleichzusetzen. Diese Beschimpfung (a la "alle in einen Topf, umrühren, fertig") ruft Abwehrreaktionen bei Ihren Lesern hervor, die Ihre Intentionen im schlimmsten Fall ad absurdum führen. Denken Sie an den Etikettierungsansatz, von dem ich immer rede.

Sie schreiben: "Der Zorn gegen Ausländer und die Ablehnung des Islam werden zum neuen Fokus der erlaubten bürgerlichen Aggression. Individuelle Gewaltausbrüche und Grenzüberschreitungen erlangen dadurch einen Schein von Legitimation." Sie müssen mehrere Gänge herunterschalten. Die Unterstellung, die Sie unterbreiten, wird durch den Zusatz "Schein von..." nicht weniger maximal. Sie haben Angst, ich habe Angst, aber noch ist das hier nicht das Vierte Reich.

Weder Zorn gegen Ausländer noch Ablehnung des Islam sind beobachtbare Realität vor und in den Kitas, zu denen es mich des Jobs wegen täglich führt. Zwischen den Muttis mit und ohne Kopftuch nicht - und zwischen den kleinen Jonas' und Amirs schon gar nicht. Bitte schließen Sie nicht von den Berufs-Hassern und -Hetzern von Pegida & Co. 1:1 auf "die Deutschen", von Gift und Galle, die in den sozialen Netzwerken verspritzt werden, auf "die Gesellschaft" und von Feuilletonistinnen (m/w), die kein Mensch liest, auf die ganze Welt.

|| Eine gefährliche Stimmung macht sich breit, Imaginationen von einem Recht auf „Notwehr“ tauchen auf ... ||

So ist es. Aber darüber muss man reden. Und das kann man auch, wie das heutige WDR5 Tagesspräch (site | mp3) beweist. Was nicht geht, ist all seinen Lesern den generalisierten Vorwurf der Hysterie zu unterbreiten, das Rad selbst aber ganz nach oben zu drehen. Dass schwierige bis beschissene Zeiten auf uns zukommen würden, konnte allen, die es hatten wissen wollen, seit Monaten klar sein. Jetzt müssen wir mit der Gesamtsituation umgehen. Allem voran die extreme Rechte erst ab- und dann ausgrenzen, wie wir es bisher immer taten, wenn's vonnöten war. Das geht aber nicht, wenn wir Säcke schnüren, die so groß sind, dass wir gleich ganz Deutschland in die Tonne kloppen.

"Die Diskussion nach der Silvesternacht von Köln" ist schwierig und zuweilen unaushaltbar, ja. Für mich nicht zuletzt deshalb, weil ich mich selbst ständig frage, warum ich viel über Flüchtlinge und Islam rede, aber wenig über Rechtsdrift und Rechtsextremismus. Ich weiß es nicht. Und Sie wissen es auch nicht. Denn wenn ich mir eines nicht wünsche, dann ist es das Ungemach, das von rechts hereinzieht. Nur verknüpfe ich mit rechts nicht ausschließlich den weißen, autochtonen Mann. Mit Betonung auf nicht ausschließlich. Was, wie ich mir einrede, daran liegt, dass ich den Schritt, bei dem Faschisten nicht zu Deutschland gehören, egal woher sie kommen oder wie sie aussehen, schon weiter bin. Hört sich gut an; das nehme ich.

Liebe Grüße!

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Ehemaliger Nutzer 14.01.2016 | 22:13

"Die Diskussion nach der Silvesternacht von Köln ist vor allem deshalb so schwierig, weil wir entscheiden müssen, worüber wir reden: über uns oder über die Fremden?"

Fettmarkierung von mir.

Wer sind für Augstein in einer globalisierten Welt, in der die große Masse aller Länder, also wir aus aller Herren Länder, durch Konzern- und Finanzoligarchen ausgebeutet werden, eigentlich "die Fremden"?

Das will ein linker Journalist sein? Tiraden schwingen und nicht zum Wesenskern des Systemversagens vordringen.

Wenn mir jemand "fremd" ist, dann solch ein Journalist. Alle unschuldigen Ausgebeuteten, von Krieg und Armut vertriebene können für mich niemals "Fremde" sein.

Für mich "fremd" sind die "volksverratenden, volksverhetzenden Eliten aus den Parlamenten, aus den Gerichten, aus den Kirchen und aus den Pressehäusern".

Das ist die Angst, die heutzutage die Eliten antreibt, deshalb geben sie sich alle Mühe, die Armen und Unterdrückten, die Geschlechter, die sozialen Schichten, die Regionen, ganze Bevölkerungsgruppen aus aller Herren Länder gegeneinander aufzuhetzen! Und das schlimmste für sie wäre, wenn sie "aus den Parlamenten", aus den Instrumenten der alle vier jahre durch Lug und Trug und Verrat gewählten und daher unrepräsentativen bürgerlichen Scheindemokratie, also von ihren Machtpositionen vertrieben würden.

Columbus 14.01.2016 | 22:34

Gut, dass Sie gegenhalten, Jakob Augstein. So viele, die das tun, musste ich feststellen, gibt es gar nicht. Das bestürzt mich.

Es ist bei weitem keine klare Lage mehr, medial, politisch, sondern ein Gemenge. Das in entscheidenden Kernpunkten und Grundsätzen der freien Gesellschaft.

Demokratien können, das wird klarer, beim Rundblick durch die EU, sogar mit Stimmen aus freien Wahlen, wieder entgleisen und abdriften. Dass das wieder auf dem Spielplan steht, macht betroffen.

Nur weiter

Christoph Leusch

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Ehemaliger Nutzer 14.01.2016 | 23:25

"Es gehörte stets zum identitären Inventar sowohl der alten Bundesrepublik als auch der DDR, dass sich die deutsche Vergangenheit nicht wiederholen könne. Das war ein Irrtum. Spätestens seit Köln wissen wir es. Das ist nicht die einzige Lehre aus Köln. Aber die wichtigste."

Erschrocken stellt man zuweilen fest, ohne konkret zu werden, dass das für beide Seiten gleichermaßen gilt.

Das häufig vorgebrachte Argument, dass man nur weit genug links sein muss, um rechts wieder herauszukommen, bestätigt sich in wenigen Ausnahmen immer wieder, was das eigentliche Ziel torpediert und den bestehenden Status stützt, das System besteht zurecht auf der Abwehr der wenigen, extremen Ausnahmen.

Auf diese Weise findet keine vorurteilsfreie Aufarbeitung statt. Müssen alle zunächst auf die Psychologencouch, um persönliche Defizite nicht zum Terrorregime mutieren zu lassen?

Ein flaches, etwas hinkendes Beispiel liefert Stromberg mit den nicht wortgetreu wiedergegebenen Sätzen:"Körperliche Defizite werden ja oft überkompensiert. Zum Beispiel bei Adolf Hitler. Ein Hoden, zack, gleich Weltkrieg."

tomrobert 15.01.2016 | 00:04

Geschichten werden erzählt und dabei werden Schwerpunkte gesetzt.Wo der Schwerpunkt sich befindet orientiert sich am von der Politik gesetzten Rahmen, der eng und mit Filter versehen überwiegend nicht von den Zielen der Eliten abweichen darf . Entlarft als Lügenpresse ereicht zur Zeit eben die am unteren Ende der sozialen Leiter stehenden Bürgerinnen und Bürger diese Meinungsrichtung nicht mehr. Der Rest ist ziemlich verwirrt.Um diese Konfusion nicht entarten zu lassen hat man nun doch endlich beschlossen wenigstens einigermaßen ein Fentil ein zubauen. Seit dem hat Maas alle Hände voll zu tun, die aufkommendne Bürgerwehren unter Kontrolle zu mahnen.

Europe is at stake! Und wenn auch Polen den USA Avancen in punkto Aufstellen neuer Raketenabwehrsysteme macht, so sind die doch so sehr um vom "Hippikurs"der Kanzlerin besorgt das diese Besorgnis , Europa könnte sich spalten , sie dazu brachte den Polen ihr Verbleiben im Europäischen Verbund dringend zu empfehlen. Die Welt hat sich gewandelt, und Öttigner, und Kauder haben die Kanzlerin geben vor das verstanden zu haben.

Trotzdem hat es die Elite wieder einmal geschafft, mit der Flüchtlingskrise scharf auf Islamismus und nationalem Radikalismus fokussierend die sozialen Probleme geschickt vom Tisch zu fegen. Sicher gibt es da noch die sich weiter prekarisierende Arbeits und Wirtschaftswelt, aber es ist doch allemal leichter arabische Männerhände an weiblichen Brüsten ins Blickfeld des "debilen Otto Normalverbrauchers" zu rücken,als sich den wirklichen Problemen zu zu wenden.

Obama hat es zumindest geschafft: Die Elite der sozialen Problem in Gestalt der Taliban Führung, sind ausgerottet. Und die Bundesregierung wundert sich bei all den Millionen die in Afghanistan investiert wurden, noch immer Flüchtlinge aus der Region nach Deutschland kommen? Das darf, das kann nicht sein. Soviel Milliarden und immer noch Flüchtlinge?

Sie, die Bürger haben die Wahl: entweder werden Sie rechts-diesmal ohne Hakenkreuz- oder Sie bleiben Gutmensch.

Auf jeden Fall aber werden sie zahlen. Denn die Reichen werden nichts zahlen. Und die Politiker auch nicht. Und die Beamten auch nicht. Also letztlich haben Sie gar keine Wahl, auch wenn Sie wählen gehen. Sie sind und bleiben der Idiot! - leider

heinthüer 15.01.2016 | 00:19

"Gut, dass Sie gegenhalten, Jakob Augstein. So viele, die das tun, musste ich feststellen, gibt es gar nicht. Das bestürzt mich."

Kurz vor der Heiligsprechung eine Zwischenfrage: Ist Ihnen klar, dass sie das im Ernst an einem Abend schreiben, an dem Jakob Augstein in den "Tagesthemen" zu den drei deutschen Promis gehört, die um ein Statement zur Flüchtlingsdiskussion gebeten werden, und an dem der ganz und gar nicht linke Dieter Nuhr vor einem Millionenpublikum klar und unter großem Beifall gegen die Hetze des braunen Mobs nach Köln polemisiert?

Eigentlich eine ziemlich klare Lage.

krümmmel 15.01.2016 | 00:57

"Der Firnis unserer Zivilisation zeigt sich brüchiger als zu befürchten war." ... Ja, die wilde Horde, das Tier in uns...

Tatsächlich kann man hierzulande wohl momentan eine Art beschleunigte Regression in Richtung archaischer, ja animalischer Denk-und Verhaltensmuster erkennen. Beschleunigt wohl durch ebenso animalisches Verhalten Angehöriger fremder Stämme. Dieses Aufflackern, das Erwachen, ist das Erstarken einer Latenz in jedem von uns, und hat nichts mit uns als Deutschen sondern als Menschen zu tun. Einfach mal ehrlich in sich hineinhorchen, sich selbst die fiesen Fragen stellen a la : Was wäre, ginge es konkret um meine Familie, meinen Alltag, meine Freiheit, meinen Wohlstand ? Ich denke, niemand kann sich wirklich von solchen Regungen freisprechen. Das zu leugnen, kann unaufrichtig wirken und ist nicht hilfreich, weil es die Lebensrealität negiert.

Und doch ist das keine Legitimation für Mob-Verhalten und Gewalt. Es sollte nur bedacht werden, jetzt in dem Moment, wo viele von uns, die in diesen warmen, weichen Schaum von Frieden und Freiheit hineingeboren oder -gewachsen sind, frierend in der kalten Pfütze der Realität aufwachen. Die drohende Erkältung spürend und nicht wissend, ob wir uns jetzt doch Tee kochen sollten, obwohl wir ihn so verabscheuen.

Was jetzt hilft, ist kein Beschwören von üblen Szenarien, egal in welche Richtung. Einzig ein ehrliches Anerkennen der Verhältnisse und ein klares definieren von Zielen. Und zwar, so schäbig es klingt, ganz im Sinne eines demokratischen Staates, zum Wohle der in ihm lebenden Menschen (allen). Maßnahmen pauschal zu verteufeln, ist auch nicht hilfreich. Denn nur sie wirken im Endeffekt. Wichtig, ist ein besonnenes Auswählen dieser, anhand der definierten Ziele, klar. Alles nichts neues.

Also, raus aus dem Schaum, warm anziehen, denn es wird Winter, auch wenn wir doch eigentlich Kinder der Sonne sind. Drehen wir nicht durch, sondern machen unseren Garten ganz nüchtern winterfest, schützen wir so die Früchte unserer Arbeit. Die Sonne wird wieder scheinen, wenn wir ihre Wärme im Herzen bewahren. Menschenliebe, die von innen kommt, wird den Winter überstehen, und vielleicht wird er ja doch gar nicht so hart.

freedom of speech? 15.01.2016 | 01:07

„…bitte nicht den Autor kränken….“

Hmmm,

also ich würde mich nicht über mich aufregen.

Ich bin so was von PC, dass ich mich schon massiv selbst langweile.

Zum Aufregen gibt es doch ganz andere: z.B. ein paar Zeilen höher:

„…Das will ein linker Journalist sein? Tiraden schwingen und nicht zum Wesenskern des Systemversagens vordringen...“

Der „Wesenskern des Systemversagens.“ Herrlich, so was muss man sich erst mal einfallen lassen.

Sein Opponent hat den zyklischen Murmeltierwesenskern des Systemversagens jedoch längst verortet:

„…dass sich die deutsche Vergangenheit nicht wiederholen könne. Das war ein Irrtum. Spätestens seit Köln wissen wir es. Das ist nicht die einzige Lehre aus Köln. Aber die wichtigste….“

So wird sich gestritten. Ich habe Herrn Augstein ja nicht mal angesprochen, sondern Herrn Exilant.

Viele Grüße

fos?

mymind 15.01.2016 | 01:31

Hallo Jakob Augstein,

Die Diskussion nach der Silvesternacht von Köln ist vor allem deshalb so schwierig, weil wir entscheiden müssen, worüber wir reden: über uns oder über die Fremden? Beides zugleich, das hat die vergangene Woche gezeigt, geht nicht.

WARUM GEHT BEIDES NICHT ?

Wie ich es überblicke, haben Sie kräftig daran mitgewirkt, dass dem so ist. Die Schwerpunkte Ihrer Kommentare & Kolumnen, in denen Sie die Vorkommnisse wie in der Silvesternacht am Kölner Bahnhof lapidar als ´Grapscherei´ betiteln, sind eine schallende Ohrfeige für alle betroffenen Frauen, die von einer völlig enthemmten Gruppe von Männern umzingelt, an Körperstellen wie Busen, Po & zwischen den Beinen angefasst, unfreiwillig auf Mund & Gesicht geküsst werden uvm. bis zum absoluten Albtraum jeder Frau (_ auch wenn die westliche Porno-Industrie & deren Branch-Profiteure Gang-Rape noch so lustvoll inszenieren & als sexuelle Freiheit verkaufen. Freiheit hat MM nach auch etwas mit Freiwilligkeit zu tun _ ein weites Feld…)

Was ist mit Ihnen los? Haben Sie eine so geringe Vorstellungskraft wie sich das anfühlt & welche Ängste in dieser Situation entstehen & nachwirken? Nicht nur bei den Frauen in der Silvesternacht am Kölner Bahnhof, sondern auch bei all jenen in Deutschland, die diese Erfahrungen in vielen Einzelfällen durchlebten; auch bei betroffenen Frauen in diversen Ländern, in denen nicht nur Einzelfälle oder ´regionale Vorfälle´ zu ihrem Alltag gehören.

Es ist also eine Frage der Priorität. Was ist uns wichtiger?

Ihre Priorität haben sie nicht zuletzt mit diesem Beitrag offenbart: Deutschen Rassismus bekämpfen um jeden Preis. Sie bringen darüber hinaus Beispiele mit völlig übertriebenen Slogans & Einstellungen, die _ noch _ nicht gesellschaftsrelevant sind. Ich kenne Ihr Umfeld nicht ­_ was ich in meinem Umfeld in Berufs- & Bekannten-|Freundeskreis vorwiegend wahrnehme, sind Empörung, Frust & auch eine Menge Ärger _ aber nicht auf Flüchtlinge & Migranten _ sondern auf ihre demokratisch gewählten Politiker & deren Behörden, von denen sie eine gewisse Erwartung hegen, zu den Vorgängen in dieser Gesellschaft informiert zu werden & wenn sie es nicht tun, dann erwarten sie es von einer freien Berichterstattung, die hier offiziell möglich ist aber sich nicht großartig in ihrer Propaganda unterscheidet zu gewissem Ländern, die immer wieder mal diesbezüglich heuchlerisch kritisiert werden.

Werter Jakob Augstein _ in der Gewaltfrage darf & soll es nie um eine Frage der Prioritäten gehen. Gewalt ist immer Scheiße _ egal wer aus welchen Gründen sie ausübt & gegen wen sie gerichtet ist. Ich denke so einen Konsens könnten wir in unserer immer wieder als gescheitert erklärten Multi-Kulti-Gesellschaft tatsächlich hinkriegen _ wenn offen darüber diskutiert werden könnte & kein Wettbewerb stattfindet nach dem Motto: Wer bietet die meisten hysterischen Stiche bzgl. Übertreibung | Untertreibung & überlässt die Aktion den jeweiligen Protagonisten. Ich höre da von Ihnen auch keine weiseren Erkenntnisse mit zunehmendem Alter _ leider…

Nur Verbohrtheit aber keine Vorstellung davon, welche Schritte möglich wären, dass nicht nur hierzulande ein aufrichtiger Gang im Sinne der Definition unserer moralischen Werte als auch Festlegungen des GG erst einmal stattfinden. Beide wurden in den vergangenen Jahrzehnten mehrfach umgangen auch im Sinne der UN-Charta_ indem Kriege in geostrategisch wichtigen Gebieten nicht nur in Kauf genommen wurden sondern einzelne Kriegsparteien _ egal ob islamistisch oder faschistisch orientiert _ massiv unterstützt wurden, das ist auch heute noch der Fall _ da habe ich ihrerseits kein Aufheulen wahrgenommen über die Firnis unserer Zivilisation.

Auch keine Vermittlung der unmittelbaren Zusammenhänge von Kriegen im Namen von Menschenrechten & deren Folgen... der Ausbeutung der armen Länder durch westliche Megakonzerne....& warum diese Außenpolitik , die bislang nie ausschlaggebend für deutsche Wahlentscheidungen war, nun mit einer lange absehbaren Herausforderung konfrontiert wird.

Es ist also eine Frage der Priorität. Was ist uns wichtiger?...

Also was?

moinmoin 15.01.2016 | 01:46

"Die Diskussion nach der Silvesternacht von Köln ist vor allem deshalb so schwierig, weil wir entscheiden müssen, worüber wir reden: über uns oder über die Fremden? Beides zugleich, das hat die vergangene Woche gezeigt, geht nicht. Es ist also eine Frage der Priorität. Was ist uns wichtiger?"

[Fettformatierung von mir]

Ich meine, dass Ihnen hier (mindestens) ein gravierender Denkfehler unterlaufen ist, der in eine Sackgasse führen muss.

Man muss sich in diesem Zusammenhang nicht entscheiden, ob man über diese oder jene Personen bzw. Personengruppe redet, die Sie, für mich befremdlich, als einerseits "wir" und "uns" = die Deutschen (?) und anderseits die "Fremden" bezeichnen.

Ob und wie fremd mir jemand ist, sowohl was sein äußeres Erscheinungsbild betrifft als auch seine Verhaltensweisen, hat nicht mit seiner ethnischen Zugehörigkeit zu tun, sondern mit seinem Wertesystem, seiner Erziehung, seinem Sozialverhalten, seinem Maß an Einfühlungsvermögen usw.

Geht Ihnen das nicht so, Herr Augstein? Steht Ihnen nicht ein im Zweifel Linker Syrer näher als ein deutscher Nazi? Und sind deutsche Nazis und Nazis von Sonstwoher nicht in gewisser Weise eher Verwandte als Fremde?

Indem Sie WIR/UNS und die FREMDEN/Ausländer/Migranten/Zugereiste gegenüberstellen, zwischen denen "wir" "uns", was das Reden über bestimmte Ereignisse betrifft, entscheiden müssten, werden mMn Schützengräben aufgerissen.

Statt dessen sollten wir (Deutsche und Nichtdeutsche) über die Verhaltensweisen von (einheimischen und zugereisten) Personen sprechen (auch mit ihnen), sich über die Ursachen, die Motive und den Zweck solcher Verhaltensweisen Gedanken machen usw.

Selbstverständlich müssen die zuständigen Behörden auch entsprechende Maßnahmen einleiten, die ähnliche Vorfälle verhindern können. Das dient dem Schutz sowohl der Einheimischen als auch der Zugereisten, die sich zeitweise oder ständig in Deutschland aufhalten.

Montaine Duvall 15.01.2016 | 01:53

Reden wir doch einmal über schlimmeres als Köln. Über versuchten Mord oder versuchten Totschlag.

Genau das sind die ca 100 Brandstiftungen und Schüsse auf Flüchtlingsunterkünfte. Dazu noch die ca. 1000 Straftaten plus Dunkelziffer.

Der Wirbel um diese Vorkommnisse erscheint mir dagegen minimal. Wo ist nun die größte Gefahr zu sehen? Was hat die größten Auswirkungen und ist langanhaltend wirksam?

mymind 15.01.2016 | 02:13

Reden wir doch einmal über schlimmeres als Köln. Über versuchten Mord oder versuchten Totschlag.

Natürlich sollten wir nur darüber reden & Gewalt gegen Frauen kleinreden, am besten darüber schweigen. Wozu der Wirbel denn auch _ >>ein paar besoffene Jungs haben sich nen Jux erlaubt & die Mädels haben das nicht bzw. falsch verstanden...<<

Wo ist nun die größte Gefahr zu sehen? Was hat die größten Auswirkungen und ist langanhaltend wirksam?

Erklären Sie es uns. Sie wissen es offensichtlich ...

Montaine Duvall 15.01.2016 | 02:34

Die Konsequenzen beginnen bereits. Menschen mit diesem Aussehen werden schneller verdächtigt, durchsucht usw. Es wird mehr Jagden geben mit Todesfolge uder Körperverletzung. Die AFD wird z.b. die Rolle der Frauen wieder ins Jahr 1960 zurückzudrängen versuchen. Bei dem ein oder anderen Brand werden Tote zu beklagen sein. Allgemeine diffuse Angst wird sich verbreiten. Es wird leicht gemacht wieder einen Schuldigen für alles zu finden.

Ich möchte den Text nicht zu lange werden lassen. Es kommt darauf an, in welche Höhen wir ein Thema schrauben. Das wird die Zukunft zeigen.

Columbus 15.01.2016 | 02:49

Ich wollte hier gar nicht inhaltlich was schreiben. Mir war so, einfach einmal danach, direkt persönlich zu werden, obwohl mir das gar nicht liegt und wirklich nur sehr selten vorkommt.- Ganz grundsätzlich und beileibe nicht nur für diesen Artikel, gegenüber dem Journalisten und Publizisten Augstein, der sich zeigen kann, zeigt und zeigen muss, hier im Blatt, anderswo. - Nennen Sie es ruhig Grundsympathie aus der Ferne, und halten Sie es für eine Verwirrtheit.

Zu ihrem Kommentar: Ich fühle mich von der professionellen medialen Öffentlichkeit und von unserer professionellen Politik, von leider zu vielen Personen in dieser Öffentlichkeit, sachlich hinter die Fichte geführt (Immer stecken andere Absichten dahinter, als die, die genannt werden und man ist dafür bereit, Ereignisse von der Behörde, bis zum Medium, zu verzerren) und werde das persönlich nicht akzeptieren, weil ich doch auch einen Verstand habe und den nicht für den anderer, also für Anleihen, aufgebe.

Die Kölner Banden junger Afrikaner, sehr wahrscheinlich aus Marokko, Algerien und Tunesien, haben mit den Flüchtlingen nicht viel zu tun. Das Ereignis selbst, ein Desaster ohne Frage, wird sich so nicht wiederholen.

Die Diskussion um den Sexismus und zudem das Strafrecht, nochmals eine andere Hausnummer, ist, daran aufgemacht, scheinheilig, weil das ein Dauerthema in jedem Land der Erde sein muss, bei dem nun aber ebenfalls wieder, im Zusammenhang mit den Ereignissen in Köln, nicht nur übertrieben (bitte nicht der Vorwurf, ich hätte kein Mitgefühl für die Opfer) wird, sondern auch noch nach dem Hauptproblem an der falschen Stelle, nämlich auf Straßen und Plätzen, in aller Öffentlichkeit, gesucht wird, obwohl es, was Gewalt und Übergriffigkeit gegen die sexuelle Selbstbestimmung angeht, weitgehend um ein Problem der Intimität und Nähe enger Beziehungssverhältnisse (Familie, Verwandte, Bekannte, Arbeitsplatz) handelt (an dem, es sei nur nebenbei erwähnt, auch Schwule und Lesben untereinander leiden, tragen und ertragen, schlucken müssen), und zum anderen, eines, das tatsächlich mit der wirklich großen Kriminalität zu tun hat, wenn es nämlich um den Menschenhandel zu einem hohen Preis, mit einer langen Wertschöpfungskette, geht.

Was zutage tritt, dass Deutsche und eben nicht nur die auf der Straße, das wäre ja noch der Aufregung zuzuschreiben, sondern auch die an den Schreibtischen und an den Schaltstellen, an denen Meinungen und Entscheidungen letztlich gemacht werden, erneut versuchen, daraus eine ethnische, religiöse oder gar blutmäßige Angelegenheit zu basteln.

Dass europäische Gesellschaften nach Rechts driften, sehen wir bestimmt ähnlich. Es hat was mit dem Ökonomismus zu tun, der uns viel fester im Griff hat, als es von freien Bürgern derzeit eingestanden werden kann,. Der entsolidarisiert. Weil das so ist, aber Zorn, Wut, Furcht, Angst und auch Verzweiflung immer auch irgendwo hinwollen, weil weder die Mechanismen, noch die treibenden Personen hinter dem Ökonomismus recht zu fassen, zu begreifen sind, bedienen sich Politik und Medien des großen aktuellen Angebots, des neuartigen Phänomens, dass Flüchtlinge zu Millionen nach Europa ziehen, zur Erklärung für alles. Sie können und wollen Phänomene nicht am eigenen langfristigen Handeln festmachen.

Genau so, wird auch der Terrorismus instrumentalisiert und als religiöses Phänomen endgültig definiert, dazu als Vorwand, Sicherheit permanent gegen Freiheit zu tauschen, weil es immer eine "Spinne" gibt, vor der genügend viele Angst haben, die ab und zu beißt.

Nein, da will ich nicht dabei sein. Da will ich dagegen sein.

Zweifellos kann Sexismus, viel mehr noch, Zwang und Gewalt in der Sexualität, rassistisch sein: Zum Beispiel Sklavenhalterei, mit entsprechender Ansicht über die versklavte Ethnie und Verfügungsgewalt über Körper in jeder Beziehung. Zweifellos können Rassisten im höchsten Maße sexistisch sein.

Aber der Sexismus steckt auch zwanglos in Ansichten, die sich auf den ersten Blick als aufklärerisch, frei, gar als das Paradies der Freiwilligkeit und Freiheit, unter uns präsentieren. Ein Gedanke, der mir gerade kam: Den Sexismus wird es immer geben, solange es Geschlechter gibt. Aber Menschenrassen gibt es zum Beispiel gar nicht, sondern nur eine einzige Rasse.

Rassisten wenden sich also gegen sich selbst, in doppelter Hinsicht. Sie werden blind für die Ursache ihrer Stimmung und die Ursachen der Misstände, die sie angeblich mit Rassen in Verbindung bringen und sie fördern, weil sie das Denken und Handeln eindimensional ausrichten, Einförmigkeit kulturell und ethnisch erzwingen wollen, ihre persönliche Degeneration und die ihrer Nachkommen, für ein billiges und kurzfristiges Überlegenheitsgefühl. Letzteres hat, ultrakurzzeitig, vielleicht auch manchen jungen Mann in der Silvesternacht angetrieben, bevor er wieder zum ewigen Verlierer wurde (das ist nicht selten, bei Tätern von unten).

Gute Restnacht

Christoph Leusch

uebung 15.01.2016 | 03:09

Ja, mymind.

Mir bleibt es unbegreiflich, wie und warum so viele (angeblich) Linke sich so hart gegenüber so massiver Gewalt zeigen. Was in den Zellen im Kopf abgehen mag, dass dabei herauskommt, Offensichtliches so massiv leugnen oder verdrängen zu können. Ja fast, so lesen sich manche Beiträge, geradezu eine Lust zu haben, 'gegen den Strom der Empörung' zu schwimmen, um irgendwie nur nicht verdächtigt zu werden. Verdächtigt einzig und allein ein 'Nazi' genannt oder von jemandem schief angeschaut zu werden, wenn man nicht nur wahrnimmt, sondern äußert, dass dort ein Bruch im öffentlichen Raum stattfand, mit vielen meist sehr jungen Betroffenen.

Und überhaupt ein Schisma zu fordern, man könne nicht zugleich über beides reden, nachdenken, handeln?

Hier findet ein Machtkampf statt und die beteiligten Akteure, wie Netzfeministinnen und Augsteins nehmen die Gesellschaft genauso in Haft und spalten und polemisieren weiter, wie die sich stetig radikalisierenden Rechten.

Dass dadurch die große Mehrheit in der Mitte aufgerieben wird, scheint beiden Polen schlichtweg egal. Opfer - egal, wenn sie nicht in meine Argumentation passen - so scheint die Losung beiderseits.

So dramatisch. Zwar war die Entwicklung vor 20 Jahren absehbar. Aber wenn man drinsteckt, so geht es mir, ist es kaum zu glauben, wie schnell, einfach und simpel die Gemüter weiter zu erhitzen sind und der Feuerschwall unaufhaltsamer wird.

Wer werden die Gewinner dieser sich spiralförmig aufbauschenden Auseinandersetzung sein? Die Bushs und Cheneys dieser Welt. Die mit Lügen und feisten Gesichtern Regionen in Schutt und Asche legten? Ist Frau Merkel ein Bush?

Montaine Duvall 15.01.2016 | 03:20

Nun, mir bleibt auch unbegreiflich, wieso sich manche so über, wie ich gelesen habe, 8000 angezeite Vergewaltigungen hinwegsetzen. Dies ist kaum ein Thema, aber Köln mit mutmaßlich 2 Vergewaltigungen kocht hoch. Wieso sind die 8000 ein so kleines Thema? Wieso nicht das Oktoberfest usw.? Mal überlegt wieviele einsätze die Polizei wegen diesem Fest oder Fußballspielen hat? Wieviele Belästigungen gibt es am Arbeitsplatz usw.? Diese 100.000 de Fälle sind das eigentliche, große Problem. Köln war für die betroffenen schlimm, aber die vielen anderen fragen sich sicher: Weshalb spielen wir keine so große Rolle wie die 2 bzw. 70 in Köln?

uebung 15.01.2016 | 03:31

Viele Gedankengänge sind gut,

aber nicht fertig. Denn das wichtigste, was m.E. auch hier wieder fehlt, ist die große Mitte, die eben nicht alles auf 'Die Ausländer' und 'Die Fremden' abwälzt, die dennoch sehen können, dass durch den massenhaften Zustrom etwas massiv aus dem Lot gerät und zugleich wissen, dass Gewaltformen auch vorher schon da waren. Aber auch sehen können, dass neue hinzukommen.

Das Wissen und Nachdenken über gesellschaftliche (In)Stabilitäten sind doch keine Demagogien.

Mir ist nicht plausibel, warum so viele sich um die gesellschaftlichen Prozesse so wenig Gedanken machen. Ja, ja, alle sollen kommen, alles ist schön bunt - ja und dann? Wie kommt man eigentlich auf den Gedanken, dass alle alles toll finden sollen, bloß weil manche das so ganz toll finden? Sind Neid, Angst, Wut nicht normale Zustände in bestimmten Situationen? Ist also die Radikalisierung der Gesellschaft hin zum rechten Rand nicht zwangsläufig immanent, wenn sich der 'Linke' Rand, wenn man Frau Merkel so wahrnehmen möchte, sich radikalisiert, indem eine grenzenlose Öffnung für jeden auf der Welt auf einem kleinen Platz auf der Welt, wo ICH aber schon bin, vollzogen wird?

Diese scheinheilige Empörung der 'linken' und die so tun als ob, dass jetzt 'Rechte' besonders schlimm sind (ich meine nicht die wirklich Rechten, die aus Hass jeden festnageln), nehmen die Konsequenzen nicht hin, die sie durch ihr Handeln, ob in Wort oder Tat, provoziert haben - die Gesellschaft zu verändern: was ganz offensichtlich nicht alle, die Teil dieser Gesellschaft sind und nicht gefragt wurden, wollen.

Linke als Sozialdarwinisten: Wer sich am schnellsten an unsere Vorstellungen anpasst, kriegt einen Platz im neuen Sozialarbeiterparadies, dass es aufzubauen gilt für die Flüchtlinge dieser Welt und die Alten, die wir ja auch noch haben. Ach nein, Pflegeberufe sind ja schlecht bezahlt, das werden die Stellen für unsere 'Neubürger'.

Fazit: Die Massen von Menschen hier in dieser Form reinzulassen heißt nur, den Ökonomismus in verschärfter Form fortzuführen. D. h. auch, die Gesellschaft verändert sich, aber nur hin zur radikaleren Variante des schon Seienden.

Neoliberale und Neolinke rauten sich die Hand und in der Mitte des Knutschers steht Frau Merkel.

uebung 15.01.2016 | 03:42

Wieviele kennst Du, die vergewaltigt wurden, die es Dir erzählt haben? OK. Wieviele kennst Du, die von sexuellen Übergriffen dieser Art wie in Köln und den anderen Städten erzählt haben? Die Frage ist auf die Zeit deines Lebens gerichtet, nicht auf die letzten 4 Wochen.

Von den ersten kenne ich einige, von der letzten Variante kannte ich noch keine. Wenn das für dich so ganz gleich ist, würde ich jetzt behaupten, dass Du weder die eine noch die andere Art von sexueller Gewalt je erlebt hast. Denn irgendwann könntest Du dich entschließen, dich wehren zu wollen und zwar gegen Gewaltformen, die Du kennst - logisch.Gewaltformen, die man nicht kennt, auf die kann man sich nicht präventiv zur Abwehr vorbereiten - logisch - oder?

Neue Gewaltformen - ja sorry, dann biste halt wieder Opfer. Aber nimm's nicht so schlimm, sexuelle Gewalt gab es schon immer. Übrigens, was ist an Kolonialismus des weißen Mannes nun wirklich so schlimm gewesen? Okkupation und Gewalt jedweder Art, auch Sklaverei, gab es in Afrika schon immer! Worüber regen wir uns überhaupt noch auf. Ich meine, rechte Gewalt gab es schon immer, warum sollte es bei den 'neuen' Flüchtlingen jetzt schlimmer bewertet werden als zuvor? Bloß weil es mehr 'Fremde' auf einmal traf im letzten Jahr als zuvor und die Öffentlichkeit zuvor nicht hinreichend informiert wurde? Ja, sollen die sich mal nicht so anstellen, die 'Kölner Mädchen' könne das 'Mehr' ja auch schlucken.

Montaine Duvall 15.01.2016 | 03:56

Deine "Zahlen" würde ich nicht unterschreiben. Soll das heißen, die 8000 sind weniger schlimm, weil es keine neue Form war? Weniger schlimm als die 2 in Köln?

Bedenken wir, daß Vergewaltigung, Nötigung oder Taschendiebstahl immer zu Sylvester verstärkt vorkommt. Ebenso zuhauf auf Ballermann, Oktoberfest usw.

Das einzige was in Köln anders war ist, es waren Leute aus Nordafrika und es hat teilweise auf einem einzigen Platz stattgefunden. Auch die Gruppenbildung ist nichts neues, sondern kam nur häufiger vor.

Perfide ist, einem bei sachlicher Betrachtung ein Mitgefühl abzusprechen, nur weil man nicht die Parolen der AFD oder Pegida wiederholt. Dieselben Leute die Köln zu einer Zäsur emporheben werden häufig in Bordellen oder Porno Internetseiten anzutreffen sein. Bei manchen konnte ich das schon sehen.

uebung 15.01.2016 | 04:28

Nein. Zum einen habe ich keine Zahlen benannt, zum anderen benenne ich nicht eine Gewaltform als schlimmer als die andere. Die zwei Sachen, die ich mache, sind, auf die neue Form von Gewalt(muster) hinzuweisen und auf die Argumentationslinie, zu behaupten, diese Art von Gewalt wäre schon immer da gewesen. Nein, war sie eben nicht. Selbstverteidigungskurse für Frauen waren bisher auf Einzeltäter zuallererst ausgerichtet gewesen. Es wurden zwar auch Gruppenvarianten durchgespielt, aber nicht in dem Maße, wie Situationen 'im Dunkeln auf der Straße' und 'in der Beziehung' bzw. in der Bar.

Ich hebe Köln als Zäsur hervor, gehe weder in Bordelle, noch kann ich der AFD etwas abgewinnen. Im Gegenteil, AFD ist für mich ein Ausdruck der neuen, bereits etablierten Rechten, vor der ich mich genauso fürchte (vor dem Bodensatz, den die AFD ansammelt) wie vor neuen Gewaltformen, vor denen ich mich nicht zu schützen weiß.

Nun, mal ganz pragmatisch. Was schlägst Du zur Abwehr von gruppenaktiver sexueller Belästigung, Nötigung in der Öffentlichkeit vor? Was genau kann Frau dagegen präventiv machen? (Die Oktoberfest-Aussage von der Frau Wizorek wurde übrigens schon dezidiert widerlegt.) Was sollen die Jungs und jungen Männer machen, um beim Antanztrick nicht abgezockt oder tätlich angegangen zu werden?

Es gibt die rein politische Ebene. Aus dieser Perspektive ist mir klar, dass die Reaktion mit: Hilfe, jetzt wird sich der Fremdenhass verstärken, beantwortet wird. Die andere Ebene ist der schlichte Alltag. Warum darauf so wenig eingegangen wird, so wenig nachgefühlt wird, verstehe ich allerdings nicht.

Wenn ich zu bestimmten Veranstaltungen gehe, dann habe ich präventive Verhaltensmuster entwickelt, nicht in brenzlige Situationen zu kommen. Was glaubst Du ist die kürzeste Variante, die vielen einfällt, nicht von vielen zugleich auf einem öffentlichen Platz sexuell belästigt zu werden? Es ist eine Zäsur. Die Angst der Menschen hat sich verstärkt. Und ich finde, aus nachvollziehbaren Gründen, die schlicht allein den Alltag betreffen. Aus Hamburg ist schon mitgeteilt worden, dass es keiner großen Feste bedarf, um solche gruppenaktiven sexuellen Übergriffe zu erleben. Die Betreiber der dortigen Szeneclubs selbst reden von einer neuen Form. Ich denke, dass könnten hartgesottenere Typen sein, als Du und ich.

uebung 15.01.2016 | 04:32

Aha! In den Pflegeberufen sind hauptsächlich Frauen unterwegs, Altenpflege, Krankenpflege und auch noch in der Erziehung von Kindern. Auch sehr viele ehrenamtliche, auch wieder Frauen hauptsächlich. Die meisten, die ich sah, sahen ganz, ganz weiß aus, so ganz deutsch. Viele machen das sehr engagiert. Da der Pflegebereich so sehr rationalisiert wurde, werden immer mehr Hartzer dort reingesteckt. Und von den Flüchtlingen werden es wohl auch wieder hauptsächlich die Frauen sein. So wie zuvor die Osteuropäerinnen. Immer das gleiche, nur in anderen Farben. Sehr innovativ.

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Ehemaliger Nutzer 15.01.2016 | 05:10

Ein kurzer Zwischenruf...

Heute auf der chirurgischen Station sah ich 2 weiße, blonde Polinen, eine weiße, blonde Türkin, 1 weißen Pfleger, 1 weißen, deutschen Praktikanten. Häufig sieht man aber auch Asiatinnen...

Schon mehr Frauen als Männer, weil sie vielleicht etwas sozialer, einfühlsamer sind, weniger ungeschickt und ängstlich... Man könnte ja auch etwas kaputt machen. Aber auch viele Männer.

Vielleicht ist es sonstwo anders...

Hartzer eigentlich weniger, weil dazu eine Ausbildung erwartet wird, die niemand so einfach finanzieren möchte.

Per Crashkurs zum Pflegeassistenten zu werden verursacht vielleicht mehr Arbeit als erledigt wird. Auch hier gilt: billig, billig, billig... Hier kann man ja fertig gegartes Fleisch importieren. Hier wird die platte Phrase 'die nehmen uns die Arbeitsplätze weg' zur Wahrheit, erschreckend. So fördert auch hier neoliberale Politik den Faschismus... Es gibt zumindest einige, die es gerne täten. Wer Flüchtlinge nicht aus Respekt und Verantwortung aufnimmt, sondern aus Gier, der treibt ein fieses Spiel... CDU/CSU, SPD... Was die Grünen täten, das weiß ich nicht. Vor deren letzter Regierungsverantwortung ist mir noch übel...

Gunnar Jeschke 15.01.2016 | 06:55

Alle Pegida-Leute über einen Kamm zu schrene, ist in etwa der gleiche Geist, der auf Pegida-Demonstrationen herrscht, meinen Sie nicht?

Das ist nicht paradox. Wenn Sie eine Situation deeskalieren wollen, und genau darum geht es, dann schreien Sie Ihr Gegenüber nicht an. Sie schreien auch nicht zzrück, selbst wenn Ihr Gegenüber schreit. Sie versuchen Ihr Gegenüber durch vernünftiges Zureden "herunterzuholen".

Jeder Tatort-Drehbuchautor scheint das zu wissen. Warum haben Politiker und Journalisten solche Schwierigkeiten damit, das zu erkennen?

Im Uebrigen ist es echte Demagogie, zu behaupten, dass alle besorgten Bürger Pegida-Leute sein. Ich oute mich hiermit als jemand, dem die Entwiclung Sorgen macht und zwar beide Problemkreise. Ich bin deutscher Staatsbürger. Mit Pegida habe ich nichts am Hut, aber auch gar nichts.

Ihr Argument, die besorgten Bürger hätte Brandstifter unter sich und deshalb keine Legitimation, ist genaus dasjenige, gegen das ich mit meinem Kommentar weiter oben ein von Ihnen unwiderlegtes Gegenargument angebracht habe.

Die Migranten haben Attentäter und Grabscher unter sich. Was sagt dass über die Masse der Migranten oder einen beliebigen einzelnen Migranten aus? Nichts, aber auch gar nichts.

Ich habe auch nichts mit Hooligan-Angriffen in einem autonom angehauchten Stadtbezirk einer sächsischen Stadt zu tun. Als Student in Dresden habe ich selbst in den 1990er Jahren mal in einem linken Szenelokal unter dem Tisch gesessen, als Leute mit Baseballschlagern und Helmen es gestürmt haben.

Solche Vorfälle haben mit einer sachlichen und symmetrischen Diskussion der Probleme nichts zu tun.

Montaine Duvall 15.01.2016 | 07:05

Nun, die Pegida-Leute nannten sich besorgte Bürger.

wer sich einmal Pegida Kommentare usw angehört hat kann nur sagen, die meisten stehen der NPD nahe. Übrigens hat ein hochrangiges Pegida Mitglied gesagt. der Unterschied zur NPD wäre gering, nur hätte die Pegida auch Anhänger aus der Mittelschicht oder politischen Mitte.

Aus diesen Kreisen habe ich schon oft Dinge gehört wie : vergasen, wir machen mit denen dasselbe wie damals mit den Juden, deutsches Blut, Rassenhygiene usw.

Wer sich mit diesen auf eine Demo begibt und bei Reden klatscht, dem kann ich nicht abnehmen, daß er eigentlich gar nicht dazu gehört.

Pegida ist eine Ansammlung von Leuten, die oft nicht einmal die verbale Fähigkeit haben ihr Ansinnen zu formulieren.

Frieda Baum 15.01.2016 | 08:25

Ich möchte ein paar Dinge herausgreifen:

Deutschland ist wieder das Land der Pogrome. Deutschland ist wieder das Land des Hasses. Es gehörte stets zum identitären Inventar sowohl der alten Bundesrepublik als auch der DDR, dass sich die deutsche Vergangenheit nicht wiederholen könne.

Warum Polemik, warum Übertreibung, ist Dänemark anders? Wer hat je in Deutshsland behauptet so etwas wie im dritten Reich "könne" nicht wieder passieren, meines Wissens nach lautete es immer "dürfe nie wieder passieren".

Es ist die gleiche Legitimation, mit der plötzlich jeder jetzt erzählen darf, welche üblen Erfahrungen er mal mit einem Ausländer gemacht hat – und das mit immer weniger schlechtem Gewissen.

Wieso sollte ich ein schlechtes Gewissen haben, wenn ich von üblen Erfahrungen mit Ausländern erzähle, wenn ich sie gemacht habe? Inwiefern das zu irgendeiner Art von sozialen Frieden betragen sollte, wenn ich meinen Frust für mich behalte, ist mir nicht erkennbar.

eigenen sexuellen Ausländer-Fantasie:

Es könnte sich hier um Erfahrungen handeln, die sie als CIS Mann nie machen und deswegen auch nicht diskreditieren sollten. Ich habe auch Angst vor halbwüchsigen Jungs in Gruppen (auf Parkhaustreppen) mit Migrationshintergrund. Erfahrung.

Und bei sexueller Gewalt geht es in erster Linie um Macht und nicht um Sex. Es geht nicht um sexuelle Fantasien, dabei geht es um Angst.

Der Firnis unserer Zivilisation zeigt sich brüchiger, als zu befürchten war.

Ja, das war doch schon lange klar. Der Umgang mit eigener Aggressivität muss erlernt werden. In Deutschland gängig, als Folge der entsolidarisierten Gesellschaft des Nationalsozialismus war lange Zeit die Projektion. Der Andere, Fremde ist die Bedrohung, die ich nicht ertragen kann ( vo Arno Gruen hervorragend dargestellt).

Ich habe den Eindruck genau das passiert am Ende des Artikels.

Bringt uns diese Art von Journalismus wirklich weiter?

Hm....

Wie sieht es mit Selbstreflexion aus; ich werde aggressiv, wenn meine Grenzen überschritten werden. Also, lieber den "Hitler" in uns kennen lernen.

Schröd 15.01.2016 | 09:43

Zur Zeit fühlt sich tatsächlich jeder Tag an wie am Scheideweg zwischen gut und böse. Man möchte fast religiös werden und um sein Seelenheil beten. Ich denke auch dass viel zu lang über viele Dinge nicht offen gesprochen werden durfte, dazu gehört nun mal auch, die zu Wort kommen zu lassen die vielleicht mehr Bedenken und Sorgen haben als einer selbst. Das hätte vielen sicherlich den Wind aus den Segeln genommen. Stattdessen wurden Ängste unterdrückt und versucht tot zu schweigen, mit dem Resultat, dass sie in ihrer eigenen Kotze zu gären begannen und der Eiter jetzt um so ergiebiger nach außen drängt. Wie soll man das jetzt wieder hin biegen? Ich habe das Gefühl, dass in diesem Land Gräben aufgerissen wurden, die sich nicht wieder zuschütten lassen. Es wurde ungewollt oder gewollt, wer kann das noch beurteilen, bzw, spielt es überhaupt noch eine Rolle, eine Geisteshaltung herangezüchtet, die sich allem was anders als die eigene wahrnehmung ist, verschließt. Wie soll man mit diesen Mitmenschen noch reden? Der rote Faden der Hoffnung wird aus meiner Perspektive jedenfalls immer dünner und jeden Tag nagt eine andere Seite daran. Links, Rechts, Inland, Ausland, die Spirale des Wahnsinns scheint sich in einen unaufhaltsamen Lauf begeben zu haben. Was wohl morgen wieder in den Zeitungen und Kommentarspalten stehen wird?

Moorleiche 15.01.2016 | 10:21

Das Spektrum erstreckt sich vom JR's China Blogs Reaktion, der Augstein und der Oberschicht, einen Hass gegen die Mittelschicht unterstellt, bis zu Columbus' affirmativer Reaktion am 15.01.16, um 02:49.

Das Spektrum reicht auch von: Über uns oder über die anderen reden oder über beides zugleich?

Ich bin da durchaus bei Augstein und glaube, wir sollten erst über uns reden und das hat Bernd Ulrich von der ZEIT gestern bei Illner getan: Bitte kurz anhören (45 Sekunden).

Ich glaube das Angst- und Verachtungsspielchen wird nicht besser, wenn man nun zum Mittelschicht hasst Unterschicht und Fremdes, auch noch die Oberschicht usw. zumischt, zumal es gar nicht mal so klar definiert ist, wer eigentlich zur Mittelschicht gehört.

Vielleicht ist die Frage, die uns weiter bringt gar nicht: Woher kommt der Hass? Denn, die Antwort wollen Teile der Linken, nach meiner Wahrnehmung gar nicht hören. Also vielleicht anders gefragt: Woher kommt die Angst?

Und was steht jeweils auf dem Spiel, für diese und jede „Schicht“?

Das Spektrum reicht aber auch noch von den Reaktionen der Medienwelt bis zu denen der „realen Welt“ oder Lebenswirklichkeit. Nicht wirklich zu trennen, da Medien bei uns eine eminente Rolle spielen und ein großer Teil unserer Wirklichkeit sind, aber das familiäre und berufliche Leben bringt uns mit anderen Realitäten in Kontakt, als den medial vermittelten und den medialen Selbstbespiegelungen.

Nicht für jeden ist es wichtig, wer, in welchem Leitmedium – aber es sind die Leitmedien für die kulturell Kreativen, eine elitäre Minderheit – um welche Deutungsnuancen abweicht. Das andere Ende sind die medial Unterversorgten, die überhaupt keine Nachrichten konsumieren oder meinetwegen auch noch der Bauarbeiter, der zum Fleischwurstkringel die Bild liest. Es gibt Tage, da weiß man nicht, welches Ende das Klügere ist. Aber was ich sagen will: Auch dazwischen gibt es eine Mittelschicht, die kritisch ist und selbst denkt und das auch hinbekommt und es soll noch denkende Menschen geben, deren Berufsbeschreibung vom „irgendwas mit Medien“ abweicht.

na64 15.01.2016 | 10:25

Gedankengänge über das Wort Demokratie.Demo - Kratie entspricht einer Wir - Herrschaft entspricht Gruppendynamiken.Einordnen in Mensch - Sklave - Weib - Barbar uvm. entspricht Ausgrenzungen, Rassismus, Sexismus und legitime Gewaltanwendung um Besitz erhalten zu können. Welche Regierungsform wollen wir eigentlich!?.Wie wäre es eigentlich mit Büro - Kratie!?.Also, die - Kratie, die Ordnung der Herrschaft mit und über, werden wir nicht wegbekommen. So geht es um die Vorsilbe, dass: Was soll uns beherrschen!?. Was soll uns die Orientierung bieten!?. Blutvergießen und Vergeblichkeit. Klöße und Jahrestage in einem Kindermädchenstaat (nanny state); oder Bot, ein Botblood over technology. Bot entspricht elektronische über Schreibprogramme erstellte Meinungen und Kommentare und bewirkt Propaganda und ein zerstören der Meinungsfreiheit in den Sozialen Netzwerken im Internet. Herr Leusch das ist nur eine Anregung für einen Artikel. Sie können das viel besser wie Ich.

Moorleiche 15.01.2016 | 10:28

Hallo Schröd.

Treffende Analyse, stimme Ihnen zu.

"Wie soll man das jetzt wieder hin biegen? Ich habe das Gefühl, dass in diesem Land Gräben aufgerissen wurden, die sich nicht wieder zuschütten lassen."

Ich glaube die Lösung ist banal. Miteinander reden, dem anderen zuhören, ihn ausreden lassen, ihn ernst nehmen und der Verlockung widerstehen, seine Meinung zu deuten und sogleich zu erklären, warum seine Art zu denken falsch ist.

Wenn nicht jetzt, wann dann?

Richard Zietz 15.01.2016 | 11:36

Ich bin teilgeneigt, dem Artikel von Jakob Augstein zuzustimmen. »Teil« vor allem aus zwei Gründen. Zum einen ist die Stoßrichtung (wenn auch total etwas abgeschwächt) dieselbe wie die in dem Blogbeitrag von Rüdiger Heescher: Sexismusdebatte sofort abwürgen; Gefahr im Verzug.

Der zweite »Teil«-Grund ist strategischer Natur. Mag sein, dass der Kampf gegen die rechten Rattenfänger aktuell absoluten Vorrang hat. Zu bedenken ist allerdings: Mit dem demokratischen-Minimalkonsens-Argument begeben sich Linke/Zivilgesellschaftler(innen) & sonstige Rotgrüne automatisch ein Stückweit ins Fahrwasser der Alternativlos-Koalition. In Bezug auf das strittige Flüchtlings-/Migrations-Problem bedeutet das: Auch Linke usw. verzichten nunmehr auf die (notwendige) Fragen und Insistierungen: »wie« genau »das« alles geschafft werden soll, wer für die Kosten aufkommt, wie Integration (genau) vonstatten gehen soll, wie das mit dem Arbeitsmarkt läuft (bzw. den bürokratischen Hürden, den das repressive Asylsystem da vorgeschaltet hat) und so weiter. Die Nicht-Beantwortung ebendieser Fragen jedoch war m. E. in dem Merkel’schen Bonmot von Anfang mit angelegt. Nun hängen auch (ich sag das mal so vereinnahmend:) »wir« ebenfalls mit da drin – und stellen antisexistische Standards zusätzlich mal so eben in die Besenkammer – im Anblick der Gefahr und um sie in besseren Zeiten vielleicht wieder hervorzukramen.

Der andere Teil ist der rechtsseitige Ernst der Lage. Die Stimmung aktuell hat tatsächlich was von 1928. Geht das weiter, könnte es tatsächlich sein, dass die Demokratie kippt – mit dem Ergebnis, dass im Endeffekt so was Ähnliches wie in Ungarn oder wie in Polen herauskommt. Trifft diese Einschätzung zu, ist klar, dass die Optionen kein Wunschkonzert sind. Umgekehrt ist es allerdings so, dass der Braten »Mit Merkel gemeinsam gegen die Rechten« ein möglicherweise ungedeckter Scheck ist. Man braucht in der aktuellen Deutschlandtrend-Statistik nur auf die untere Hälfte zu gucken und grundlegende Additions-Rechnung zur Anwendung zu bringen, um zu dem Ergebnis zu kommen, dass die Chose auch ganz anders kommen kann als aktuell von manchen Zivilgesellschaftler(inne)n erhofft.

In dem Sinn: Guter Artikel. Aber Vorsicht ist auch in der Gefahr die Mutter der Prozellankiste.

Moorleiche 15.01.2016 | 12:25

Ein kurzer Zwischenruf...

Heute auf der chirurgischen Station sah ich 2 weiße, blonde Polinen, eine weiße, blonde Türkin, 1 weißen Pfleger, 1 weißen, deutschen Praktikanten. Häufig sieht man aber auch Asiatinnen...“

Ja, so ist das überall in Krankenhäusern. Und die bringen sich noch nicht mal um und selbst die Patienten nicht mit Vorsatz. Komischerweise geht ja Integration, wenn eine bestimmte Struktur vorgegeben ist, sogar ziemlich gut. Sollten wird dieses Muster auf die Gesellschaft übertragen können?

Io-Fagor 15.01.2016 | 13:04

"Und genau diese Unterdrückung der Meinung ist das Gegenteil von Demokratie und brütet leider in einem Untertanenvolk wie den Deutschen jene anaerobe Aggressivität, die sich dann ihren unappetitlichen Weg bahnt."

Das ist eine überaus populäre und kaum je widersprochene Ansicht: Alles dürfe, ja müsse raus; und dass das dann "Demokratie" sei.

Ich nun aber sage: Das ist nicht Demokratie, sondern Idiotie! Keineswegs muss, keineswegs darf "alles raus"! Dieses Demokratieverständnis ist das von Klein-Doofi-mit-Plüschohren, kindlich, nein: kindisch!

Die Aggressivität bzw. Aggression wird durch entsprechende Äußerung erst noch angekitzelt! Hätten die Leut' nicht fortwährend dieses äußere Echo ihres innen rumorenden Mütchens, sie beruhigten sich alsbald wieder. Aber ist das Wort, die Parole, die Hassrede erst einmal raus und in der Welt, ist diese Welt eine veränderte, nämlich eine, in der ebendiese Rede stattfand. (Das ist eine etwas knifflige Materie und hier auf die Schnelle nicht ordentlich ausführbar. Unterm Strich bleibt aber eine dringliche Anmahnung des Fürsichbehaltens, Nicht-Sagens, Dreimaltiefluftholens.)

Als "Demokratie" erfunden wurde, hatte man Dinge wie "soziale Netzwerke" und "Neue Medien" nicht auf dem Zettel. Die Pest des Meinunghabens, Senfdazugebens, des Dafür/Dagegenseins, des Findens, Mögens und Wollens ist noch nicht lang über der Menschheit, und was daran Demokratisierung sein soll, konnte man mir bislang nicht plausibel machen.

hoipolloi 15.01.2016 | 13:17

"Ich nun aber sage: Das ist nicht Demokratie, sondern Idiotie! Keineswegs muss, keineswegs darf "alles raus"! Dieses Demokratieverständnis ist das von Klein-Doofi-mit-Plüschohren, kindlich, nein: kindisch!"

Das ist eine interessante, sehr deutsche und vollkommen undemokratische Einstellung zur Demokratie. Wer soll denn entscheiden, was als Meinung veröffentlicht werden darf? Menschen wie Sie?

Heinz 15.01.2016 | 14:18

Titty.Tainment

Brot und Spiele nannten die Römer das, führten dafür Kriege und plünderten ganze Provinzen aus.

Ich unterstelle diesem Artikel einmal wohlwollend, kein Mainstream zu sein und von den eigentlichen Problemen ablenken zu wollen.

Die eigentlichen Probleme

Die Außengrenzen der EU sind durchlässig, weil z.B. Griechenland eine 1.000 km lange Grenze hat und wegen der Austeritätspolitik der Berliner Republik Deutschland BRD seine Grenzer nicht ordentlich bezahlen kann. Das war hier in der dFC auch schon vor langer Zeit von mir zu lesen, also bekannt.

Das eigentliche Problem für die BRD ist auch nicht die Flüchtlingskrise:

Die können wir aus der Portokasse bezahlen!

Außenbeitrag (Exporte minus Importe) der BRD

2013: 169,407 Milliarden Euro
2014: 196,381 Milliarden Euro
2015: 236,944 Milliarden Euro

Das eigentliche Problem der BRD ist die selbst verschuldete Deflation; selbst verschuldet ist diese Deflation, weil sich die Regierungen der BRD seit Einführung der Euro.Zone 1999 nicht an die Vorgabe der EZB gehalten haben, die Inflation auf 1,9% zu halten. Damit haben die Regierungen der BRD schon sehr frühzeitig die Konvergenz.Kriterien der Euro.Zone ausgehöhlt und ein gesamteuropäisches Dilemma geschaffen. In der BRD die Deflation mit HartzVI und in der EU einen Preis- und Zins.Verfall.

Und die Moral von der Geschicht: Arbeit gibt es nicht!

Damit ist ausgesagt, obwohl Arbeit zwar genug da ist, wird sie von den Staats.Besitzern, den Parteien der Koalition der Bundesregierung der Berliner Republik Deutschland BRD verwaltet, um den Partei.Spendern die neoliberale Rechnung zu bezahlen.

Mit der sinkenden Kaufkraft weiter Teile von Bürgern und Bürgerinnen, die eigentlich Eigentümer des Staates sein sollten, denen eigentlich die Allmend oder Gemeingüter gehören sollten, bleibt die Lohnsteigerung gering und die Inflationsrate unter der von der EZB vorgegebenen Marke von 1,9%.

Das bedeute real D E F L A T I O N:

- Preise steigen nur mäßig.

- Zinsen sind marginal.

- Sparen lohnt sich nicht.

- Investieren lohnt sich nicht.

- Gewinne werden exportiert.

************************ VOR ALLEM ****************************

- Alle anderen Mitglieder in der EURO-Zone werden preislich unterboten, wirtschaftlich zur Schnecke gemacht.

- Damit sinkt die Nachfrage nach deutschen Produkten.

- infinity ....................

Die Folge ist ein Ausverkauf von Griechenland, das erleben wir gerade. Diese wirtschaftlichen Verhältnisse werden gerade medial von der Flüchtlingskrise überdeckt - Halleluja und Hosianna- die als nahöstliches, afrikanisches und europäisches Dilemma ein Ergebnis der Wirtschaftspolitik der EU-Staaten ist.

Ein Umdenken ist bei Merkel und Schäuble nicht in Sicht; nach eigenen Bekunden versteht Merkel ja auch nichts von Finanzen, das überläßt sie so genannten Fachleuten.

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Ehemaliger Nutzer 15.01.2016 | 15:11

fein zu lesen. Aber selbst wenn die Merkel keine Ahnung von wirtschaftthemen hat, was sie auch nicht haben muss, dann kann und sollte man zwingend zu Protokoll geben, dass das, was Sie schreiben, so sein soll.

Ich weiß ja nicht, was die in Elmau so besprochen haben, beim letzten G7 Treffen. Wer weiß das schon. Wenn aber das deutsche Handeln aus deren Sicht als änderungswürdig angesehen worden wäre, wäre da wohl etwas in Veränderung. Dem ist nicht so, also schließen wir mit: das ist so gewollt. Und warum?

Na, es gibt ja reichhaltig Überlegungen, ob wir nicht zuviele auf dem Planeten sind, um so weiter wirtschaften und konsumieren zu können, wie wir es derzeit tun. China, Indien, sind mit ihren zusammen 2,6 Mrd. Menschen gerade dabei, sich zu etwas zu entwickeln, das im Endstadium "unseren" Konsum haben soll. Dafür reichen aber die Ressourcen nicht aus... Wir schließen mit "das Wachstum kann so nicht weitergehen, weil es den Lebensraum für alle nimmt.".

So gesehen machte das für GER im Sinne der Machtausbreitung alles Sinn, nur sagts keiner.

silvio spottiswoode 15.01.2016 | 15:44

Gegenhalten. Genau, das sehe ich auch als große Qualität des Augsteintextes. Denn die Gefahr von rechts wird ja systematisch runtergespielt und unterschätzt.

Ein Menschenrechtsthema nicht allein auf sexualisierte Gewalt zu verengen halte ich für extrem wichtig. Denn es geht eben um sehr viel mehr, als Gewalt gegen Frauen. Was sich ja auch an den aufgeheizten Reaktionen der Medien gut zeigt.

Großartig ist übrigens, dass Augstein dieses wirklich rassistische Focus Cover erwähnt. Grüße, und weiter :)))

Heinz 15.01.2016 | 18:31

Deutschland erwacht?

Nicht wirklich, die Medien rattern, die Politiker.Innen machen in Hektik und wollen mit Gesetzen retten, was kulturelle Inkompetenz versaut hat.

«Der Firnis unserer Zivilisation zeigt sich brüchiger, als zu befürchten war.»

Dieser Firnis war nie sehr stabil und ist das in keinem Staat. Sobald sich die wirtschaftlichen Verhältnisse verschlechtern, meinen viele Menschen, die sich fürchten, in Armut zu fallen, dem dümmlichen Gerede von Rattenfängern folgen zu müssen.

Die Vorgänge an Sylvester in Köln und Hamburg betrafen vorwiegend Migranten, denen diese Gesellschaft versäumt hat einzutrichtern, daß eine Frau ohne Kopftuch keine Schlampe ist, wie in ihren mittelalterlichen Heimatländern.

Weiter haben sich die anwesenden Zuschauer in Köln und Hamburg passiv verhalten.

Trotz aller "gut gemeinten" Gesetze ist die Zivilgesellschaft gefordert, diese Übergriffe auf Frauen zu verhindern.

Darum empfehle ich allen Frauen und allen Männern, die sexuelle Übergriffe ablehnen, ein paar praktische Dinge:

1. Legt euch eine Trillerpfeiffe zu.

2. Legt euch eine Dose Pfefferspray zu.

3. Habt den Mut diese zur Notwehr auch zu gebrauchen; aber Pfefferspray auch wirklich nur zur Notwehr.

Columbus 15.01.2016 | 19:40

Ja. Und als Parallelaktion gibt es den Vorschlag des Rechtsbruchs (CSU), indem man bei Tatverdächtigen nicht mehr die Berechtigung des Verdachts prüft, sondern sofort ausweisen möchte.

Parallel dazu gibt es , von einem intellektuellen Sturmgeschütz der Demokratie, das böse Wort von der "Memmenpolizei", obwohl die Beamten nicht nur kräftig und effektiv räumen und zugreifen können, dazu auch aufgerüstet wurden. - Der Zustand ändert sich aber ganz offensichtlich, innerhalb von Stunden und Tagen, je nach politischer und öffentlicher Vorspannung und gegebenem Anlass, je nach zu betreuender Klientel.

Das deutsche Polizeiwesen hat alle Macht- und Einsatzmittel. Auffällig ist nur, dass sich nun zu viele Befehlshaber der Einheiten und Dienststellen gegenseitig auf den Füßen stehen (Ewige, aber stille Rangkämpfe, wie in den bürokratisierten Großbetrieben), so wie es des Deutschen Lieblingskrimis, regelmäßig und lange schon, ausfalten.

Für die Fehleinschätzungen zum Jahreswechsel, werden polizeilich, polizeigewerkschaftlich, die Sprecher verantwortlich gemacht. -Ich staune. denn die müssen, wie Regierungs- oder Behördensprecher allgemein, jede Öffentlichkeitsarbeit mit der jeweiligen Führung absprechen, sonst gibt es Einträge in Akten.

Dawei

Christoph Leusch

iDog 15.01.2016 | 19:41

wahrschenlich kommt noch eine gehörige Portion Besitzstandswahrung dazu , wobei hier die Tage jemand bemerkte , dass das Pardoxe daran sei, dass dieBesitzstände, die man da bewahren woll , schon längst nicht mehr bestehen würden. Sie sind also nur noch im ideologisch optionalen Raum vorhanden, und lassen sich am besten mit der latenten Angst des Normalbürgers und letztendlich eines jeden erklären, die sich auf einen eignetlich unvoraussehbaren aber proklamierten Wandel der Situation vor allem zumSchlechteren bezieht. Die Gesellschaft ist in ganz Europa inkl. Schweiz stark destabilsiert worden durch den antisozialen Neoliberalismus. Das betriffte wirtschaftlich als Land, das selbstverständlich nicht nur Finanzdisnstleister ist, natürlich auch die Schweiz.

Gunnar Jeschke 15.01.2016 | 20:24

Nun, die Pegida-Leute nannten sich besorgte Bürger.

Aber daraus können Sie doch nicht umgekehrt schliessen, dass jeder besorgte Bürger ein Pegida-Anhänger ist. Was ist denn das für eine Logik?

Oder meinen Sie, man dürfe diese Sorgen nicht äussern und diskutieren, weil die Pegida-Leute vielleicht zum Teil ähnliche Sorgen haben (neben ihren irrationalen Sorgen)?

Die Logik ginge mir auch nicht auf. Das ist etwa folgendes Schema:

Herr A hat gesagt, die Erde ist eine Scheibe. Herr A hat ausserdem gesagt, 2 + 2 sei 4. Die Erde ist bekanntermassen keine Scheibe. Demzufolge ist auch 2+2 nicht 4.

So können Sie einfach nicht argumentieren, wenn Sie wollen, dass ich Sie ernst nehme. So kann auch Herr Augstein nicht argumentieren, wenn er will, dass ich ihn ersnt nehme.

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Ehemaliger Nutzer 15.01.2016 | 20:53

Was sind sie denn für einer?

"Köln mit mutmaßlich 2 Vergewaltigungen kocht hoch."

Nee, tatsächlich?

Mit voller Blindheit geschlagen? Oder eher doch bösartige Verharmlosung?

Bei über 650 Anzeigen von Frauen über Vorfälle in einer einzigen Nacht!

Hier als extra Service für Sie:

► 0.50 Uhr, Domplatte: Mehrere geschädigte Frauen. „Bei allen versucht Finger in Scheide einzuführen, misslang wg. Strumpfhose. Alle wurden an der Brust und Gesäß gefasst. Einer Geschädigten wurde Finger eingeführt.“ Gestohlen wurden den Frauen Geld, Ausweis, iPhone, Kreditkarte.

► 0.45 Uhr, Domplatte: „An Hintern und Schritt gefasst, 1x Handy entrissen, GES (Geschädigte, d. Red.) holt es sich zurück.“

► 4.15 Uhr, Bahnhofsvorplatz: „BES (Beschuldigter, d. Red.) kniff mehrfach in den Schritt.“ (Täter wurde festgenommen).

► 01.30 Uhr, Breslauer Platz: „Hand in Hose gesteckt, Hintern berührt. In die Tasche gegriffen, Handy rausgenommen und ‚überall begrapscht’“. Handy weg.
► 03.40 Uhr, Domplatte: „Gruppe 20 Männer, Nafri (Polizei-intern für Nordafrikanische Verdächtige, d. Red.), hielten GES (Geschädigte, d.Red.) fest und griffen vorne in Hose. Anschließend wurde Geldbörse entwendet.“ Geklaut: Bargeld, Geldbörse.
► 0.05 Uhr, Domplatte: „GES (Geschädigte, d. Red.) wurde durch ausländisch aussehende Gruppe an den Hintern gefasst. Später stellte sie den Diebstahl ihres Handys fest.“.
► 01.30 Uhr, Bahnhofsvorplatz: „Ging mit Freundin durch 50-köpfige Menschenmenge. Dabei wurde sie in Schritt und Gesäß gefasst.“ Nichts geklaut.
► 0.00-0.30 Uhr: „G/O (Geschädigte/Opfer, d. Red) wurde durch Personengruppe belästigt. Sie und ihre Mutter wurden ‚betätschelt‘ und 1 Person versuchte sie zu küssen, während ein Mittäter die Geldbörse aus der Handtasche entwendete.“ Geldbörse mit diversen Karten weg.
► 01.00 Uhr: vier weibliche Opfer: Angrapschen mit Diebstahl, Schritt fassen, Mehrere Personen
► 22.55 Uhr Drei weibliche Opfer: 1 x Griff in die Hose + an Hintern, Handy raus gezogen, 1 x wurde geschlagen, 1 x Griff in die Tasche
► 01.00 Uhr Weibliches Opfer: Griff an Po und an Scheide, andere Person versucht Handtasche zu entreißen
► 01.00 Uhr: Drei weibliche Opfer: Wurden von einer Gruppe Nordafrikaner umzingelt. Dann in Schritt, Busen und in die Hose gefasst. Handy anschließend entwendet. Handtasche wurde versucht zu entwenden
► 0.45 Uhr Männliches Opfer: Eingang Bahnhof durch Gruppe bedrängt
► 0.30 Uhr Männliches und weibliches Opfer: Grupp 20 Männer (Nafri) hielten GES fest und griffen vorne in Hose. Anschließend wurde Geldbörse entwendet
0.30 Uhr Weibliches und Männliches Opfer: Gedränge, umgeben von Südländern, dann Diebstahl aus Handtasche
► 22.30 Uhr: Weibliche Opfer: 2 G/O (Geschädigte/Opfer) wurden an der Eingangstüre zum HBF von Personengruppe umringt und fassten G/O u.a. in den Genitalbereich und führte beiden G/O Finger in Scheide ein
► 0.30 Uhr: Weibliches Opfer: Die GES wurde von einer Gruppe bestehend aus 5 TV (Tatverdächtigen) umzingelt und man versuchte ihr unter den Rock zu greifen. Sie hielt ihre Handtasche fest, doch ein TV riss ihr diese aus den Händen
► 01.30 Uhr: Weibliches Opfer: Die GES wurde in einer Menge von ihrem Freund getrennt und überall angefasst. Zudem entwendete man ihre Handtasche inkl. Inhalt
► 23.40 Uhr: Weibliches Opfer: G/O wurde von zwei Männern versucht zu umarmen. Später wurde der Verlust der Geldbörse festgestellt
► 22.55 Uhr: Drei weibliche Opfer: 1 x Griff in die Hose + an Hintern, Handy raus gezogen, 1 x wurde geschlagen, 1 x Griff in die Tasche
► 23.30 Uhr Weibliches Opfer: Handtasche entrissen. Personengruppe arabischer Männer dabei gesehen
► 0.20 Uhr: Weibliches Opfer: „überall“ angefasst
► 01.00 Uhr: Weibliches Opfer: Gruppe von 15 Männern umringt. Eine Person griff ihr in den Schritt. Aus Jackentasche wurde Handy entwendet
► 23.30 Uhr Weibliche Opfer: 2 G/O wurden in der Menge mehrfach anstößig berührt und sexuell belästigt. Einer Geschädigten wurde das Handy entwendet
► 00.15 Uhr Weibliches Opfer: Person versuchte in den Schritt zu fassen. Konnte abgewehrt werden. Diebstahl Handy
► 21.00 Uhr Weibliches Opfer stellt im Bahnhof den Diebstahl fest
► 22.30 Uhr Weibliches Opfer. Befand sich in unbekannter Menschenmenge. Stellte dann Diebstahl fest
► 23.00 Uhr Weibliche Opfer: 2 G/O wurden umringt und massiv angefasst. Es wurde ein Handy entwendet
►01.00 Uhr Weibliches Opfer: GS wurde von ca. 20 Männern mit südländischem Aussehen umringt, begrapscht und versucht zu bestehlen
► 23.40 Uhr Weibliches Opfer: GS wurde mit ihrer Familie aus einer Gruppe von Männern mit nordafrikanischem Aussehen im Alter von 18-40 Jahren begrapscht, aus der Jackentaschen Handy entwendet
►23.20 Uhr Weibliches Opfer: wurde beim Verlassen des Bahnhofs aus einer größeren Gruppe heraus begrapscht
►0.57 Uhr Fünf weibliche, ein männliches Opfer: Die GS gerieten am Bahnhofsvorplatz in eine Gruppe (30-50 südländische Personen), die Frauen wurden begrapscht, dem Mann wurde das Handy entwendet
► 23.40 Uhr weibliches Opfer: In Menschenmenge wurde GS von Menschen mit Migrationshintergrund bedrängt und bestohlen
► 23.30 Uhr Zwei weibliche, zwei männliche Opfer: Die Geschädigten wurden von einer Gruppe „Ausländer“ umringt, die Frauen wurden begrapscht, einem männl. GS wurde das Handy entwendet
► 23.15 Uhr Zwei weibliche Opfer: 2 GS wurden aus einer Personengruppe von 30-50 Leuten begrapscht
► 22.15 Uhr Zwei weibliche Opfer: GS wurden aus verschiedenen Personengruppen heraus begrapscht
► 23.15 Uhr Zwei weibliche Opfer: GS wurden von Menschenmenge umkreist und begrapscht; Handtasche fiel hin, aus der Tasche Handy, Bargeld, Schmuck entwendet
► 0.45 Uhr Weibliches Opfer: GS wurde aus einer Menge heraus begrapscht
►2.30 Uhr Drei weibliche Opfer: Im Bahnhof an Gleis 10/11 von Menschentraube umringt und begrapscht worden
►22.40 Uhr Männliches Opfer: GS war mit zwei namentlich in der Anzeige nicht benannten Freundinnen auf dem Bahnhofsvorplatz, während die Frauen begrapscht wurden und der GS ihnen zu Hilfe eilte, wurde ihm das Handy entrissen
►03.15 Uhr Weibliches Opfer: GS und Freundin wurden begrascht, dabei wurde der GS das Handy entwendet
►00.20 Uhr Weibliches Opfer: GS und Freundin wurden begrapscht; GS wurde dabei auch festgehalten
►22.15 Uhr Weibliches Opfer: GS wurde beim Verlassen des HBF begrapscht, zeitgleich versuchte man, ihrem Mann die Handtasche zu entreißen
►00.30 Uhr Männliches Opfer: GS wurde das Handy entwendet, nachdem zuvor seine Begleiterin „bedrängt“ (keine Straftat) wurde
►22.00 Uhr Weibliches Opfer: G/O an Gesäß berührt, Handy entwendet
►01.00 Uhr Weibliches Opfer: Handydiebstahl
►0.45 Uhr Weibliches Opfer: Geldbörse aus Rucksack entwendet
►0.30 Uhr Weibliches Opfer: Gruppe von 5 TV griff der GES in den Schritt und an den Po. Dabei wurde ihr Mobiltelefon aus der Jackentasche entwendet
► ? Weibliches Opfer: G/O und ihre Schwester wurden mehrfach unsittlich berührt.
►23.00 Uhr Weibliches Opfer: Am Bahnhofsvorplatz wurde die GES in Begleitung ihrer Freundinnen durch eine Gruppe bedrängt und angefasst. Der GES wurde in den Intimbereich, oberhalb ihrer Kleidung gegriffen
►0.55 Uhr Weibliches Opfer: TV griff der GES in einer großen Menschengruppe an die Scheide, an den Po und an die Brust. Kurze Zeit später stellte sie den Verlust ihres Handys fest
►0.30 Uhr Weibliches Opfer: Beim Passieren einer Personengruppe wurde die GES an das Gesäß (unterhalb Rock, oberhalb Strumpfhose) gefasst und man versuchte ihre Handtasche zu entreißen
►01.40 Uhr Weibliches Opfer: Der GES wurde am Bahnsteig der S11 unter dem Kleid an den Genitalbereich gefasst
►00.55 Uhr Weibliches Opfer: TV griff der GES in einer großen Menschengruppe an die Scheide, an den Po und an die Brust. Kurze Zeit später stellte sie den Verlust ihres Handys fest
►22.30 Uhr Weibliches Opfer: TV griff ihr und zwei Freundinnen an das Gesäß
►01.57 Uhr Weibliches Opfer: Die GES und zwei Freundinnen gerieten in eine Personengruppe, wurde angefasst und aus ihrer Handtasche wurde ihr Portemonnaie entwendet
►23.00 Uhr Weibliches Opfer: Am Bahnhofsvorplatz wurde die GES in Begleitung ihrer Freundinnen durch eine Gruppe bedrängt und angefasst. Der GES wurde in den Intimbereich, oberhalb ihrer Kleidung gegriffen
►?? Weibliches Opfer: Die GES wurde mit ihrer Freundin auf der Brücke bedrängt und angefasst. Im Nachinein stand ein Rucksack auf, es wurde jedoch nichts entwendet.
►23.30 Uhr Zwei weibliche Opfer: Beide GES wurden in einer Menschentraube im Intimbereich angefasst. Zudem wurden ihnen Wertsachen aus der Hand und Tasche vom Körper gerissen
►22.00 Uhr weibliches Opfer: Der Geschädigten wurde auf dem Weg vom Dom zum Neumarkt das Handy entwendet
►02.30-03.00 Uhr Männliches Opfer: Dem Geschädigten wurde das Handy durch 2 Täter geraubt
►00.30 Uhr: 0.30 Uhr Weibliches Opfer: Die GES wurde von einer Gruppe bestehend aus 5 TV umzingelt und man versuchte ihr unter den Rock zu greifen. Sie hielt ihre Handtasche fest, doch ein TV riss ihr diese aus den Händen
►19.00 Uhr Weibliches Opfer: Die GES wurde von einer Gruppe bestehend aus 5 TV umzingelt und in den Schritt gefasst
►00.30 Uhr Drei weibliche Opfer: Die GES wurden von einer Traube TV umkreist, zwischen die Beine gefasst und man versuchte ihnen Wertgegenstände zu entwenden.
►??? Weibliches Opfer: Die GES wurde angefasst und die TV durchsuchten dabei ihre Tasche. Sie entwendeten ein Mobiltelefon
►0.00 Uhr Weibliches Opfer: Die GES wurde durch die TV angefasst, konnte sich aber losreißen
►23.50 Uhr Männliches Opfer: Der GES meldete einen gleichgelagerten Vorfall und den Verlust einer Handys. Näheres nicht bekannt
►??? Weibliches Opfer: Die GES meldete einen Übergriff durch einen Ausländer, SV nicht bekannt
►00.45 Uhr Weibliches und männliches Opfer: Geldbörse aus Rucksack entwendet
►19.30 Uhr Weibliches Opfer: GES wartete in ihrem Pkw am Hbf. TV klopfte an das Fahrzeug und deutete auf den Radkasten, GES stieg aus, ging um das Fahrzeug und stellte bei Rückkehr den Diebstahl ihrer Handtasche aus dem Fahrzeug fest
►01.00 Uhr Weibliches Opfer: TV griff zunächst nach der Hosentasche, GES schlug dessen Hand weg, 2. TV griff ihr dann ans Gesäß
►00.45-01.15 Uhr Ein weibliches, zwei männliche Opfer: Es wurden 2 Mobiltelefone, sowie eine Pfeife entwendet
►02.00-02.30 Uhr Unbekanntes Opfer: G/O und ihre Freundin wurden auf dem Weg vom Heumarkt zum Domkloster bedrängt und unsittlich berührt
►00.45 Uhr Weibliches Opfer: Am Bahnhofsvorplatz wurde die GES in Begleitung ihrer Freundinnen durch eine Gruppe bedrängt und angefasst. Der GES wurde in den Intimbereich, oberhalb ihrer Kleidung gegriffen
►23.00 Uhr Männliches Opfer: Geschädigter wird von 4 Personen angesprochen, festgehalten, geschlagen und ausgeraubt
►23.15 Uhr Drei weibliche Opfer: Die Geschädigten wurden von 15 – 20 Personen bedrängt und unsittlich berührt
►00.30 Uhr Weibliches Opfer: Die Geschädigte wurde im Beisein ihrer Freundinnen von mehreren Männern umkreist und unsittlich berührt. Zudem wurde das Handy der Geschädigten entwendet
►00.30 Uhr Weibliches Opfer: Die Geschädigten wurden von mehreren Männern unsittlich berührt. Zudem wurde der Geschädigten das Handy entwendet
►00.30 Uhr Weibliches Opfer: Die Geschädigte wurde von mehreren Männern unsittlich berührt
►23.15 Uhr Zwei weibliche Opfer: Die Geschädigten wurden von mehreren Männern unsittlich berührt. Zudem wurde der Geschädigten das Mobiltelefon entwendet
►01.30 Uhr Weibliches Opfer: Die GES wurde in einer Menge von ihrem Freund getrennt und überall angefasst. Zudem entwendete man ihre Handtasche inkl. Inhalt
►00.30 Uhr Drei weibliche Opfer: Die drei GES gerieten in eine Tätergruppe wurden überall angefasst und es kam zu Taschendiebstahl
►02.20 Uhr Weibliches Opfer: GES wurde im Intimbereich angefasst
►01.45 Uhr Zwei weibliche Opfer: GES wurden durch den Täter versucht zu küssen
►01.00 Uhr Weibliches Opfer: BES küsste die GES auf Wange.

Das ist für Sie! Extra und ganz allein nur für Sie, dieser mein Service! Und für alle anderen Blinden und Verharmloser und Beschwichtiger. Die Liste ist nicht mehr aktuell, sie ist einige Tage alt, heute ist die Liste viel mehr als dreimal so lang.

Das erleben Sie an jedem Fußballabend? Sie tun mir leid!

Sehen Sie, auf welche kurze Zeitspanne sich diese Taten beziehen an einem einzigen beschränkten Ort?

Das war nur der Stand vor ein paar Tagen, ca. 170 Anzeigen. Mittlerweile liegt der Stand bei 650!

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Ehemaliger Nutzer 15.01.2016 | 21:17

Danke für den Bericht! Randalierende Hooligans und Neonazis müssen die Härte des Gesetzes erfahren. Diese Randalierer ebenso:

https://www.rbb-online.de/politik/beitrag/2016/01/potsdam-pogida-gegendemonstration.html

Einverstanden?

Dazu die erschreckende Aussage der Polizeisprecherin:

"Irgendwann hat der Erste Steine geworfen, und andere haben dann mitgemacht." Eine Polizeisprecherin schilderte: "Es gab Familien, die mit Kinderwagen kamen und plötzlich Hass entwickelten gegenüber den Versammlungsteilnehmern."

Fettmarkierung von mir.

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Ehemaliger Nutzer 15.01.2016 | 21:28

Die Täter von Köln laut Augstein:

"Eine plausible Vermutung: Sie gehören zu jener besonders desperaten Gruppe von Migranten, die zwar keinen Aufenthaltstitel haben, in Deutschland aber geduldet werden."

Keine Vermutung, sondern Tatsache ist hier z.B. folgendes:

http://www.express.de/bonn/fluechtlingsparty-auch-hier-kam-es-zu-sex-uebergriffen-23391840

Die freiwilligen Helferfrauen zwei Monate davon abhalten, Anzeige zu erstatten, weil es sich (keine Vermutung) um aktuelle Flüchtlinge handelt, so dass sie sich jetzt erst nach Köln getraut haben, anzuzeigen? Holla, wo leben wir denn? Dämmert Herrn Augstein was? Und den anderen Verharmlosern hier?

Die Frauen von der Anzeige abhalten!!! Wo leben wir hier?

Will Augstein sowas fördern?

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Ehemaliger Nutzer 16.01.2016 | 01:16

"... weil er vernetzt denken kann ..."

Der schreibt:

"Warum also war es nicht einfach Polizeiversagen?"

Reduktion nennt man vernetztes Denken?

Der schreibt:

"In Wismar wurde diese Woche ein Politiker der Linken niedergestochen. Wo blieb da der #aufschrei?"

Wirklich, ein sehr an der ruhigen Aufklärung vor Verurteilung interessierter Kommentator. Erst mal aufklären, dann verurteilen? Macht der das wirklich?

Nein, der Doppelmoralist, der Wasserprediger und Weintrinker verlangt SOFORTIGES AUFSCHREIEN! Entschuldigen Sie die Großschrift, sie bedeutet ja im Internet Schreien.

Mit Aufschreien muss sich ja dieser "einer der besten Kommentare m.E. der letzten 14 Tage" keine Sorgen machen, denn das hatten Dietmar Bartsch, Fraktionschef und viele andere schon längst erledigt.

Kriegen Sie jetzt bitte keinen Schreck und seien Sie gewarnt, dass Sie von allen möglichen Seiten verarscht und verhetzt werden, denn derselbe Spiegel kommt nicht umhin folgendes zu vermelden:

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/linken-politiker-soll-messerattacke-erfunden-haben-a-1071498.html

Mit was haben wir es zur Zeit auf Seiten der Linken überhaupt zu tun? Mit ihrer Selbstzerstümmelung durch widerlichsten Betrug, Lug, Trug, Nachplappern vermeintlicher bester Kommentatoren, Recherchefaulheit, Frauenverachtung, Ideologieerstarrung, Denkverweigerung, Provokateure, Demokratiefeindlichkeit, Meinungsdiktatur, ganz weit am linken Extremistenrand Faschos, ...?

Ich erschrecke vor den drei Punkten, die ich da gesetzt habe.

Roger11 16.01.2016 | 03:49

Die perspektivlosen Jungs aus dem Maghreb wären nur all zu gerne in der feudalen Situation eines J. Augstein, der mir abgehobener vorkommt als jeder Parlamentarier des Bundestages.

Die schlimmsten "Linken" sind und waren stets diejenigen, die gut Kasse machten bei gesellschaftlichem Stress. Augstein beim Spiegel als Anteilseigner, beim Freitag sowieso, Abkassierer bei N-TV für Blödeleien mit Spezie Blome, usw...

Es ist nicht gerade schön mitanzusehen, wie vermeintliche "helle Köpfe" über Realsituationen schwadronieren, bei denen sie nie vor Ort waren. "Ärzte ohne Grenzen" ist vor Ort. Auch die Polizei in Deutschland ist vor Ort, wenn man gescheit und vorsorglich koordiniert. Und die Willkommenskultur deutscher Helfer wird auch nicht nachlassen ob einiger nordafrikanischer Desperados.

Augstein?!? Jetzt erklär Dich mal, Du Freigeist! Lebt sich gut so weit, oder? Deine Schwester gibt aber ein besseres Bild ab, wesentlich besser.

tlacuache 16.01.2016 | 04:15

Ich finde die Texte vom Augstein auch nicht so spannend, N-TV bekomme ich zum Glueck nicht aber beim Freitag verdient er kein Geld...

Immerhin sitzt er nicht in Ibiza in der Diskothek und verprasselt die Kohle sondern versucht wenigstens Einfluss auf die Gesellschaft zu nehmen, das ist doch schon mal was, Roger11 und Tlacuache wuerden an seiner Stelle charakterlich bestimmt auf der Yacht sitzen, Margaritas saufen und Bikinis glotzen.

;-)

Augstein haette ja auch einen auf Gunter Sachs machen koennen und jede Woche in der Bunten erscheinen bis man sich mit der Schrotflinte ein Sieb in's Hirm ballert und sich kurz vorher fragt "was habe ich in dieser Welt eigentlich mit meinen Voraussetzungen bewirkt?"...

;-)

rioja 16.01.2016 | 10:49

Er war nie wirklich ganz weg, der braune Sumpf. Alles andere wäre gelogen. Die sogenannte Friedensgesellschaft, nach `45 hat nicht wirklich je daran etwas geändert. Durch die germanische Zusammenführung `89 wurde dieses Phänomen noch latent genährt, wie wir es heute manifestiert bekommen. Kein Überbau da, kein ideologischer, kein theologischer, kein philosophischer. Nur der blanke, hole Konsum. Der reine Materialismus -die niederste Stufe der menschlichen Entwicklung- kann nicht satt machen, nicht wirklich. Flächendeckend wurde nicht die Verbrüderung Wessi+Ossi erlebt, sonden die knallharte Fratze des neoliberalen Kapitalismus. Man war schon wieder belogen worden, von wegen, "Blühende Landschaften". Das sitzt. Die Neuen Bundesländer, die ehemalige DDR erlebte ab `45 nur -sorry- Verarsche en gros. Es gab nie den wahren kommunistischen Arbeiter&Bauernstaat, nie eine Klassenlose Gesellschaft, und es gibt keine Blühende Landschaft, im dreamland Germany, US-like. Und nun dazu Massen von arabischen Flüchtlingen! Nicht schon wieder, wie einst die Brüder & Schwestern aus NordVietnam, nein, das darf doch nicht wahr sein. Da genügt in der Tat jede Kleinigkeit und die Bombe geht hoch. Der eigene Frust, tief innen drin, nie je bearbeitet, nie je sich wirklich echt damit auseinandergesetzt, muss sich Luft schaffen. Ganz menschlich. Man selber ist schon wieder ein Opfer und da draussen sind wieder die bösen Täter. Und ruck zuck ruft man nach dem Retter, z.B. dem Führer - So ist das nun mal im Dramadreick. Alles ganz normaler Wahnsinn. Und den, kann man nicht mit Konsum zum schweigen bringen und auch nicht mit der Polizei niederprügeln. Man muss sich der Wahrheit einmal im Leben stellen. Doch das will ja kein Mensch. Weder "die da oben", noch "die da unten", wollen sich mit ihrer eigenen Wahrheit je befassen. Das täte ja auch so verdammt weh, wenn man in seine eigenen Abgründe schauen müsste. Also wird weiter so gemacht, mit Tipps&Tricks sich eine Lebenslüge zusammengebastelt, bis zum grande finale. Herr Schäuble macht schon mal einen tollen ersten Vorschlag dazu: Bundewehr nach Innen! Links um, marsch!

janto ban 16.01.2016 | 12:37

|| Ich wollte hier gar nicht inhaltlich was schreiben. Mir war so, einfach einmal danach, direkt persönlich zu werden ... (...) Nennen Sie es ruhig Grundsympathie aus der Ferne, und halten Sie es für eine Verwirrtheit. ||

Gern. Denn Grundsympathie und Verwirrtheit sind auch mein Antrieb, wenn ich Jakob Augstein vollinhaltlich-textbasiert kritisiere, wie oben geschehen. Aus eben diesem Grunde erweckte Ihr Kommentar bei mir das Gefühl, z.B. (sic!) ich hielte mit meiner Meinung in Ihren Augen gegen Augsteins "Gegenhalten". ← Ihr Wort, dem ich mich einerseits natürlich anschließe: Augstein hält gegen.

Da meine Hobbies aber Psychologie und Soziologie, speziell (ver)öffentlich(t)e Kommunikation sind, kann ich nicht anders, als Augstein in der Debatte ein Zu-viel-des-Guten zu attestieren, das auf tragischste Weise unser erstes gemeinsames Ziel, den Kampf gegen Rechtsaußen, ad absurdum führt, auf lange Sicht gar konterkariert.

|| Die Kölner Banden junger Afrikaner, sehr wahrscheinlich aus Marokko, Algerien und Tunesien, haben mit den Flüchtlingen nicht viel zu tun. ||

Das stimmt. Und selbst wenn es Syrer, Iraker und Afghaner gewesen wären, hätten die "Kölner Banden" mit "den Flüchtlingen" (← Ihre Formulierungen) nicht mehr zu tun, als dass es sich nur um einen kleinen Teil der gerade von mir geschnürten Menschengruppe gehandelt hätte. So weit, so Konsens unter Nicht-Rassisten. Das besondere an der Debatte nach "Köln" ist jedoch, dass die Fronten eben nicht entlang des herkömmlichen Rassismus-Begriffs verlaufen, den Sie richtig als "ethnische, religiöse oder gar blutmäßige Angelegenheit" beschreiben, sondern entlang des erweiterten Begriffs, der Sexismus als eine spezielle Form des Rassismus ('Mann vs. Frau') ansieht und z.B. Homophobie wiederum als eine Unterart des Sexismus ('hetero vs. homo').

Ich schrieb es oben schon: Sexismus ist Rassismus! Welchen Fehler die begehen, die all jenen, die nach "Köln" dann auch mal über Sexismus sprechen wollen, ohne um den Aspekt der Sozialisation (!!) einen Bogen zu machen, pauschal zu unterstellen, sie seien Rassisten im herkömmlichen Sinne des Begriffs, die nur die Gelegenheit nutzten, gegen Fremde zu hetzen, liegt also auf der Hand.

|| Menschenrassen gibt es zum Beispiel gar nicht, sondern nur eine einzige Rasse ||

Wem sagen Sie das..? Hoffentlich nicht mir. Denn ich weiß zufällig, dass ein Schwarzer US-Präsident ist, während schneeweiße Mitteleuropäer sich Daesh anschließen und raubend, mordend und vergewaltigend über alles herfallen, was nicht ihrem rassistischen Menschenbild entspricht. Also worüber reden wir..?

Ich antworte gleich selbst: über zwei Dinge gleichzeitig. Zum einen über die geistig-moralisch minderbemittelte, hass- und gewaltaffine, deutschnationale Rechte, die wir als pol. Linke seit langem kennen und deren Erstarken uns zurecht in Alarmbereitschaft versetzt, weil niemand außer uns weiß, wie sehr es Anfängen zu wehren gilt. Und zum anderen über einen zumeist religiös-kulturell motivierten, autoritären Erzkonservatismus, mit dem wir es erst in den letzten Jahrzehnten in autochtoner (sprich: christlicher) Form nicht mehr so viel zu tun hatten. "Gelernte DDR-Bürger" (J.A.), by the way, hatten es etwas länger mit staatlich-autoritären Strukturen zu tun, legten aber früher als der Westen der Republik nicht-patriarchaische (shitstorm welcome) Strukturen zu den Akten. Was die besondere "Angst vor dem Islam" im Osten Deutschlands auf eine Weise beleuchtete, die geradezu links anmutete, würde sie nicht a) Seit an Seit/Hand in Hand mit radikalen Rechtsextrem(ist)en auf die Straße, ins Netz und in die Parlamente getragen und betrachtete sie b) den einzelnen Menschen als in stets zu kritisierende (Macht- und Gewalt-)Strukturen eingebundenes Individuum, wie die humanistische Linke das nunmal so tut.

Diese beiden Punkte, die das unsägliche Wesen von Pegida, AfD & Co. ausmachen, sind es, die eine Diskussion jenseits von Rassimus-Vorwürfen und Maximalsprech derzeit verunmöglicht und zu alles in einen Topf werfenden Aufsätzen wie Augsteins führt. Eine pol. Linke aber, die sich nicht nur wegduckt, wenn es um Kritik an anti-aufklärerischen, anti-freiheitlichen Strukturen geht, sondern, gefangen im reinen Antifa-Modus, solche Strömungen auch noch hofiert, ist für mich keine. Die ist nicht nur verwirrt, sondern betriebsblind und auf tragische Weise kontraproduktiv, weil sie beweist, was nicht zu beweisen war; z.B. dass muslimische Frauen ihr Kopftuch nicht tragen, weil es halt so ist, sondern weil sie sich gezwungen sehen sich zu schützen. Was man "Freiheit" nur nennen kann, wenn es einem egal ist, wie lächerlich das klingt.

Was der Punkt ist, an dem ich mir in der dFC für gewöhnlich in etwa anhören muss, mein Anti-Islamismus sei durch meine Homosexualität zwar zu entschuldigen; ich solle ihn aber bitteschön für mich behalten, denn wo genau der Unterchied zwischen Scharia-Polizei und Besorgtbürgerwehren bestehe solle ich doch mal erklären. Was ich nicht tue, weil es schlicht und ergreifend keinen gibt. So einfach ist das. Und HOGESA (Hooligens gegen Salafismus) ist, wie Teufelsaustreibung mit dem Belzebub. Was nicht nur mir klar ist, sondern den allermeisten hierzulande, nach wie vor "Flüchtlingskrise", "Köln" usw. Dass nach "Köln" irgendwie tabulos über alle möglichen (sic!) Ursachen diskutiert wird, die zu "Köln" führen können, bedeutet nicht, dass alle, die dieser Tage mal ganz angstfrei schreiben, was sie schon immer mal hatten schreiben wollen (frei nach Loriot), mit menschenverachtenden Gewalttätern sympathisieren. Mit diesem generalisierten Vorwurf wäre ich echt vorsichtig, weil er die "Sympathie" der (eher konservativen) Mitte mit den (Ganz-)Linken auf eine harte Probe stellt.

Was mich sowohl von Augstein als auch den konservativen Feuilletonistinnen (m/w), gegen die er anschreibt, unterscheidet, ist, dass ich in puncto Geschlecht, Abstammung, Rasse, Sprache, Heimat, Herkunft, Religion usw. keinen qualitativen Unterschied zwischen Arschlöchern mache. Warum ich hier "Rasse" durchstreiche, versteht sich (s.o.) von selbst.

LG!

janto ban 16.01.2016 | 12:47

Verdammt. Böser Fehler. Es muss natürlich heißen:

|| "Gelernte DDR-Bürger" (J.A.), by the way, hatten es etwas länger mit staatlich-autoritären Strukturen zu tun, legten aber früher als der Westen der Republik patriarchaische (shitstorm welcome) Strukturen zu den Akten. ||

Liegt daran, dass ich zuerst schreiben wollte "... hatten sich früher als der Westen der Republik an nicht-patriarchaische Strukturen gewöhnt" ...

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Ehemaliger Nutzer 16.01.2016 | 14:10

Hatte auch ich sofort als Tippfehler erkannt. Es konnte einfach nicht anders gemeint sein.

Bis nach der Wende die "Wessis" kamen und in der ehemaligen DDR, um nur ein einziges Beispiel zu nennen, massenhaft Filialleiterinnen von Sparkassen durch Westmänner zu ersetzen.

Wie gesagt, nur ein Beispiel für die Demütigungen, die unsere Frauen erfahren mussten.

Wo waren da die Werteheuchler, als es dies zu verhindern galt? Als einzige leider erfolglos standhaft dagegen haltende verantwortliche Politikerin fällt mir da erst mal nur Regine Hildebrand ein.

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Ehemaliger Nutzer 16.01.2016 | 14:21

Ebenfalls Tippfehler: Regine Hildebrandt!

Ich möchte ja, dass zukünftige Geschichtsforscher, die Computer nutzen werden, um etwas über mutige Menschen, die sich gegen den reaktionären Strom stellten, zu erfahren, nicht durch falsche Daten in die Irre geführt werden. ;-)

Sie war die "Mutter Courage des Ostens" und ihre Feinde waren die Eliten des Westens, welche die Staatanwaltschaft und den Bund der Steuerzahler gegen sie hetzten.

Bund der Steuerzahler, wie bezeichnend für diese Gesellschaft!

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Ehemaliger Nutzer 16.01.2016 | 14:33

Und die größten Sorgen der bundesdeutschen sogenannten studierten Steuern zahlen müssenden sogenannten Feministinnen waren, dass wir SparkassenfilialleiterInnen sagen sollen.

Die Sprache würde es schon richten. Nein, die Herrschenden lachen sich kaputt über diesen "Widerstand" gegen ihre Kapitalinteressen!

Was für eine verlogene unsoziale kleinbürgerliche Gesellschaft.

mariam 16.01.2016 | 14:56

"Rassisten sehen das anders" So wird bei einem ideologisch total geschlossenen Weltbild argumentiert, das sich gegen jede Kritik immunisiert: Wer es anders sieht, ist ein Rassist! (Jakob Augstein müsste diese ideologische Immunisierung aus der umgekehrten Perspektive kennen: Wer die Politik der israelischen Regierung nicht gutheißt, kann ja nur Antisemit sein!) "In Köln jagt jetzt der rechte Mob die Ausländer..." Der Unterschied ist: Da schickte die Polizei sofort ein Großaufgebot, um die Ausländer zu schützen. An Silvester dagegen waren die Frauen - im öffentlichen Raum - total schutzlos und sie mussten hinterher noch erleben, dass es in der öffentlichen Wahrnehmung die Taten zunächst gar nicht gegeben hatte und dass dann sexuelle Übergriffe bis hin zur Vergewaltigung weginterpretiert und abgetan wurden, als sei ein missglücktes Kompliment von Brüderle schlimmer.

mariam 16.01.2016 | 16:43

"...wir entscheiden müssen, worüber wir reden, über uns oder über die Fremden? Beides zugleich geht nicht."

Wieso nicht? Diejenigen, bei denen die grauen Zellen und die Empathiefähigkeit ausreichen, um sowohl die sexuelle Gewalt zu verurteilen als auch engagiert für die `Schutzsuchenden` einzutreten und sich gegen tatsächlich rassistische Äußerungen zu wenden ( wie z B Heribert Prantl) wirken so viel glaubwürdiger.(Dagegen sollten gegen das Verständnis für "notgeile" Männer nun wirklich die Feministinnen aufschreien!)

mariam 16.01.2016 | 17:01

Der extreme Alarmismus (Jakob Augstein scheint in einem anderen Land zu leben als ich - und auch als z B Basheer Alzalaan s FR v 15. 1. 16) und das geradezu Herbeireden, dass sich "die deutsche Vergangenheit" doch "wiederholen könne", wirken in Verbindung mit der Verweigerung, reale Probleme der Einwanderung in den Blick zu nehmen, geradezu als self-fulfilling prophecy (laut dem Rechtsextremismus-Forscher M. Quent besteht z B "..die Gefahr, dass die Rechtsextremen Bürger rekrutieren, die vorher nicht durch Verbindungen in die rechte Szene aufgefallen sind" - wenn sie scheinbar die Einzigen sind, die sich um den Schutz der Frauen kümmern.

mariam 16.01.2016 | 17:14

Zu Janto Ban: Danke für die Zustimmung, aber wieso "ansonsten"? Die Polizei ist generell dafür da, Bürger vor Gewalt zu schützen - egal, wer es ist. Dafür haben wir ein staatliches Gewaltmonopol, kein Faustrecht. Nur dass es an Silvester quasi rechtsfreie Räume gab, das darf einfach nicht sein (und die steigenden Waffenverkäufe zeigen die bedenklichen Folgen!!)

mariam 16.01.2016 | 17:15

Zu Janto Ban: Danke für die Zustimmung, aber wieso "ansonsten"? Die Polizei ist generell dafür da, Bürger vor Gewalt zu schützen - egal, wer es ist. Dafür haben wir ein staatliches Gewaltmonopol, kein Faustrecht. Nur dass es an Silvester quasi rechtsfreie Räume gab, das darf einfach nicht sein (und die steigenden Waffenverkäufe zeigen die bedenklichen Folgen!!)

hoipolloi 16.01.2016 | 17:17

"Und die größten Sorgen der bundesdeutschen sogenannten studierten Steuern zahlen müssenden sogenannten Feministinnen waren, dass wir SparkassenfilialleiterInnen sagen sollen. Die Sprache würde es schon richten. Nein, die Herrschenden lachen sich kaputt über diesen "Widerstand" gegen ihre Kapitalinteressen! Was für eine verlogene unsoziale kleinbürgerliche Gesellschaft."

Sie fassen mein eigenes Empfinden perfekt zusammen. Die sich Feministinnen schimpfen, sind oft ganz einfach linke Kleinbürgerinnen, die beschränkte Weltbilder haben und vor allem an Ihren eigenen Vorteil in der Karriere denken, als Gender-Professorinnen, Frauenbeauftragte oder Quoten-Nutznießerinnen. Echte gesellschaftliche Probleme stören da nur. Da sich diese Frauen natürlich ganz überwiegend vom Staat alimentieren lassen, stören sie die Ultrareichen und Neoliberalen überhaupt nicht, die leben weiter in ihren Parallelwelten, was interessiert die dieser Gender-Mist.

na64 16.01.2016 | 18:17

Herr Augstein.Politisch gesehen. Was soll uns beherrschen!?.
Fangen wir mit Werte Vorstellungen an.Der Mensch möchte schöpferisch mit seinen Händen tätig sein und gestalten. Jeder der sein Automobil selbst reparieren konnte, kennt dieses lebensbejahende Gefühl. Diese Wortklauberei in den Foren, wie auch beim Freitag, sind kein Ersatz für diese verlorengegangene Befriedigung, wobei Bildung und sichtbarer Erfolg Hand in Hand gehen. Selbst Einfache und Ungebildete Menschen die im Schulwesen abgehängt worden sind konnten so sich Respekt und Anerkennung verschaffen. Wenn dies der Weg ist für Integration, dann hat auch keine negative Gesinnung einen Hauch einer Chance für ein zerstörerisches Bewusstsein über erzeugte Vorurteile, welche im Wesens Kern eine Antwort auf Ignoranz darstellt und sich in der Eigenschaft der Eifersucht, der vollziehenden Rache für empfundenen Gerechtigkeitsverlust wieder spiegelt. Viele finden in Ihren Berufen keinen Respekt und auch keine Anerkennung mehr. Das verletzt innerlich und führt zu Enttäuschungen und Fehlverhalten über Wut und Angst zur Gewaltausübung jed weder Art.Was waren das für Gefühle, ein Mofa zu frisieren, um imponieren zu können. Alles wegen Sex und Mädchen. Auch Musik und andere Bühnenpräsenz zählt dazu, um seinen Status zusätzlich zu dem ausgeübten Beruf auf zu werten. Es geht um Sex wie in jeder Jugendbewegung.Was heutzutage so als Parameter für Erfolg beim Balzverhalten dient weiß ich nicht. Ich bin kein Teil mehr dieser jetzigen Jugendbewegung. Doch mache ich immer noch Musik und habe angefangen in Ungeraden Rhythmen zu spielen. Es gibt keine Bühnenpräsenz dafür, da dies nicht gewollt wird. Das stört mich nicht. Wichtig ist der eigene persönliche Erfolg. So habe ich gleichzeitig mit Rebecca (Name geändert) eine Angstabarbeitung über Gespräche, mit den Vorkommnissen aus Ihrer und meiner Kindheit gestartet und war das beste was ich in meinem Leben getan hatte. Hier zeigten sich auch diese Ängste und diese Wut der Eltern, die dies an den Kindern abreagierten. Rebecca wurde vergewaltigt, geschlagen und was am schlimmsten war, dieses einreden von: Du kannst nichts. Du taugst nichts. Du bist nur ein unnützes Hindernis für uns. Wenn Sie das in einem Alter von 4 - 15 jeden Tag zu hören, zu spüren und diesen Geruch dieser Gewaltanwendung erfahren, dann ist Ihr Leben zerstört. Ich will damit sagen. Wir schaffen es ja nicht einmal selbst unsere eigenen Kinder zu integrieren und begehen auch beim Bevölkerungszuwachs von Migranten die gleichen Fehler und zerstören Lebensperspektiven über Wirtschaftskriege. Was wurde jetzt aus Rebecca!? 4 Jahre an Zeit hat es gebraucht um das Abitur zu erreichen und mit den eigenen Ängsten klar zukommen. Sie kann keine eigene Kinder bekommen und ist jetzt in einer Patchworkfamilie leiert und studiert Geowissenschaften. Besser geht es nicht.Was brachte das für mich!?.Es gibt ja kein Bezahlung dafür. Ich tat dies, da ich selbst schon am sterben war und ich mit meiner Schilddrüsenanomalie meinen eigenen Todeskampf hatte und Erfolge im musikalischen wie auch die Erfolge bei Rebecca waren die beste Motivation für meine Genesung. Das heißt ich konnte die Vergiftungszustände über falsche Lebensmittel die ich zu mir nahm, entschlacken und alles neu ausrichten. Dazu braucht man keinen Arzt und auch keine Medikamente. Man benötigt das Wissen über die Zusammensetzung der Lebensmittel und da kam heraus das 4/5 der bestehenden Lebensmittel, für mich unverträglich sind und in Ihrer Existenz Energieverschwendung darstellen. Jetzt nach 4 Jahren ist alles super. Jetzt ist die Frage, die ich mir stelle. Was beherrscht eigentlich die Gesellschaft zu Ihren Motivationen!?.Seit Weihnachten beschäftige ich mich mit dem Thema Ignoranz, da noch nie soviel über Glaube in der Familie geredet wurde, wie dieses mal zu Weihnachten. Bei Ignoranz gibt es nicht diese Erfolgsschemen, wie bei der Angstaufarbeitung. Ignoranz hat einen ekelhaften Beigeschmack, da ich, wenn ich ums überleben kämpfen muss, sehr viele Parameter in einer zivilisierten Umgebung ausblenden muss, um einen Tunnelblick zu erhalten, der mich führt, auf einen Weg zu einer Angst- und Gewaltausübung. Ich benötige die Ignoranz um Angst und Gewalt zu erzeugen. Ich benötige und gebrauche die Axt um bedrohenden Angstzustände Ihren Kopf abzuschlagen. Was aber verkehrt ist, da dieser Kopf eine Hydra ist. Da verändert sich auch das Bewusstsein und auch die Wahrnehmung. Beim Militär wird gezielt mit Drogen im Essen zu solchen Zuständen stimuliert. Selbst wir in zivilen Gesellschaften setzen uns unter Drogen um einen gezielten Fokus auf unsere Begehren zu erhalten. Nehmen wir die Indifferenz. Wie kann man das begrifflich in Bildern darstellen!?. Über Eifersucht und Jugendbewegung. Eifersucht macht Blind vor entstandener Realität und man fühlt sich verletzt, bei der meist eingebildeten Wegnahme seines Weibchens, bzw. der Glaube an die Möglichkeiten einer Lebensgestaltung nach gewohnten, erzogenen Muster aufzubauen bricht weg. In diesem Ignoranten Tunnel der Eifersucht und Rache im Blutrausch lässt man den Blickwinkel der Weibchen, bzw Anderer gar nicht gelten. Auch in einer Jugendbewegung werden gewisse Blickwinkel und Möglichkeiten ignoriert. Im Wahlkampf arbeiten Parteien nach dem selben Muster. Man muss nur gut im und mit dem Zeitgeist Geschehen formulieren können und glaubhaft dabei wirken. Dafür finden sich schon die passenden Themen. Was nach der Wahl kommt ist eine andere Geschichte. Also ist der Glaube der Schlüssel für das Verhalten in der Mitmenschlichkeit. Das muss kein religiöser Glaube sein. Es reicht auch bei Fußballfans der Glaube an den Sieg für die persönliche Motivationsspritze. Bei einem Sieg ist man positiv für die nächste Woche Motiviert und es verleiht Flügel. Der Satz: Wir schaffen das, ist ein Glaubensbekenntnis, dass wir Lösungen für dieses Problem der Integration von Menschen in unsere zivilisierte Gesellschaft einbringen wollen und auch finden werden. Dies geht nicht über das beherrschen wollen von Lösungen. Die Lösung erarbeitet sich Ihren eigenen Weg in dem jeder selbst etwas dazu tut. Was schon bei der Erziehung der eigenen Kinder seinen Anfang hat und in Respekt und Anerkennung am Arbeitsplatz seinen weiteren Gang erlebt. Doch so wie es den Anschein hat, beherrscht uns die Ignoranz.Das war es, was ich dazu, zu unserem Benehmen, zu sagen hatte. Was treibt jetzt diese Menschen an, um solche sexistischen Übergriffe zu starten? Macht. Enttäuschung, Verlust, Glaube, Familie, Religion und vieles mehr.

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Ehemaliger Nutzer 16.01.2016 | 18:43

sind oft ganz einfach linke Kleinbürgerinnen, die beschränkte Weltbilder haben und vor allem an Ihren eigenen Vorteil in der Karriere denken,

Oft auch nur minderbegabte Nachplapper*Innenenixe oder so.

Finde ich übrigens noch nicht mal so schlimm. In einer Gesellschaft universeller Konkurrenz verhalten sie sich auch genau so und sehen zu, jeden denkbaren Konkurrenzvorteil konsequent zu nutzen.

Was mich abnervt, ist, dass das eine zum neoliberalen Kapitalismus voll kompatible Legitimationsideologie, den genau das ist der Genderunfug, sich als links phantasiert. Die Löffler, die hier im Blatt den Ton dazu vorgibt, beschimpft dann schon mal andere Ansätze und behauptet, ihr Ansatz, der so was von durch und durch neoliberal ist, sei "progressiv".

Das ist noch schlimmer als dieses beschissene Genderdeutsch, mit dem wir gequält werden, dass man aber nicht lesen muss, wenn man nicht will. Im richtigen Leben spielt es ja so überhaupt keine Rolle.

Gott sei Dank

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Ehemaliger Nutzer 16.01.2016 | 18:51

waren, dass wir SparkassenfilialleiterInnen sagen sollen.

Eine Klassenkammeradin von mir hat in den wilden Wendezeiten in einem neuen Frauenprojekt mitgemacht. Sie ist Bauingenieur und hatte damals schon mehr als zehn Jahre "aufm Bau" hinter sich.

Sie erzählte mir, wie damals aus Westberlin die Studienabbrecherinnen mit Projektstelle, Sozialarbeiterinnen, grünen Aktivistinnen ohne jeden Abschluss uä Personal einflogen und ihr, der erfolgreichen berufstätigen Mutter erklärten, dass sie nicht "Ick bin Bauingenieur" sagen dürfe.

mariam 16.01.2016 | 18:59

Zu den "feministischen" Argumentationen:

- Die angeblichen Oktoberfestzahlen von A. Wizorek haben seriöse Zeitungen wie die SZ nachrecherchiert: sowohl die zuständige Polizei als auch Frauenhilfe-Einrichtungen distanzieren sich von dieser Zahlenangabe ("So ein Schmarrn", heißt es beim Frauennotruf ! )

Die "Argumentation" mit einer Dunkelziffer ist besonders perfide, weil Dunkelziffern qua Definition weder beweisbar noch widerlegbar sind - man kann also phantasieren, wie immer man will.

- Antje Schrupp plädierte in 3SAT explicit dafür, sachgerechte Informationen zur Ausländerkriminalität nicht zu veröffentlichen, um nicht "dem Rassismus Vorschub zu leisten"! Wie werde ich da als Leserin eingeschätzt, wenn Artikel dieser Autorin im "Freitag" erscheinen?

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Ehemaliger Nutzer 16.01.2016 | 19:32

Ich weiß natürlich auch nicht, ob die Veröffentlichung der Zahlen, also die Mitteilung einer, vielleicht sogar schmerzhaften, Wahrheit, irgend einer Sache Vorschub leistet. Vielleicht ist es so, vielleicht auch nicht.

Nur um es mal ganz deutlich zu sagen: Wer gibt irgendwelchen Beamten, Politikern oder, das ist das allerletzte, Journalisten das Recht, darüber zu befinden, welchen Teil der Wahrheit ich wissen darf.

Welche Qualifikation, welche Legitimation haben die für solche Entscheidungen? Wieso soll ich mich von Leuten, die ich bezahle, und mein Geld ist erarbeitet und nicht gestohlen oder ererbt, erziehen lassen?

Wo leben wir mittlerweile, dass eine Frau Schrupp glaubt darüber befinden zu dürfen, was ich wissen darf und was nicht.

Das ist die unfröhliche Wiederauferstehen des Politbüros, dass tatsächlich genau das gemacht hat. Darüber entschieden, was gedruckt, was gesagt und was gesendet werden darf.

Moorleiche 16.01.2016 | 20:06

Hallo Mariam.

"- Antje Schrupp plädierte in 3SAT explicit dafür, sachgerechte Informationen zur Ausländerkriminalität nicht zu veröffentlichen, um nicht "dem Rassismus Vorschub zu leisten"! Wie werde ich da als Leserin eingeschätzt, wenn Artikel dieser Autorin im "Freitag" erscheinen?"

Kommt immer drauf an, auch wenn ich mit Schrupps Position auch große Schwierigkeiten habe.

Wir wollen ja auch nicht wissen, ob der Täter katholisch, homosexuell, Akademiker oder Linkshänder ist, wenn es nicht tatrelevant ist.

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Ehemaliger Nutzer 16.01.2016 | 21:02

"Die angeblichen Oktoberfestzahlen ..."

Es geht nur noch um Ideologieverharrung. Es geht nicht um Tatsachen.

Es gibt hier einen Kommentator, der davon redete, dass er ein Ereignis wie in Köln, also ein Ereignis in der Dimension des in einigen arabischen Ländern bekannten Taharrush gamea auch bisher schon allüberall in Deutschland kenne. An vielen Arbeitsplätzen und in vielen Schlafzimmern. Und so müsse doch die Polizei auch an jedem Fussballabend ausrücken.

In einem anderen Kommentar sprach er davon, dass wohl ein mehr oder weniger großer Anteil von Nazibräuten Pegida-MitdemonstrantInnen die über 650 Anzeigen von Köln erstattet hätten.

Und warum traut er sich sowas zu schreiben, er glaubt den Lügen von Frau Wizorek! Ungefragt und ohne selbst die Oktoberfestzahlen, welches nicht in einer einzigen Nacht, sondern innerhalb von ca. 17 oder 18 Tagen abläuft und die von A. Wicorek erlogen sind, nachzurecherchieren.

Und dann noch die nächste Frage: Warum lügt A. Wicorek? Warum nur? Oder sind etwa die widersprechenden Frauenhilfe-Organisationen und die es genau wissen müssenden Frauen-Notrufe die Lügner? Warum werden wir von bestimmten Interessierten ununterbrochen belogen? Nennt man solches Lügen nicht hetzen und aufhetzen? Woran sind die interessiert? Welchen Vorteil erhoffen sie sich von ihren Lügen? Und Kohorten von sogenannten "besser gebildeten aufgeklärten" Eliten haben mitgespielt und spielen immer noch mit.

Jahrelang ununterbrochen, es gäbe keine Probleme mit No-Go-Areas, mit Friedensrichtern usw.. Die Kriminalitätsrate sei bei jeder Nationalität genau gleich, so als ob es keine unterschiedliche Sozialisierungen in den Herkunftsländern mit unterschiedlichen Patriarchats- und Familienclanstrukturen, keine Polizeigewalts- und Alltagskorruption, gegen die die Armen sich wehren müssten usw. gäbe und und und ...

Und dann plötzlich nach der Sylvesternacht brechen diese jahrelangen Lügen wegen eines durch das Internet nicht mehr aufzuhaltenden Informationsstroms nun auch offiziel in einer Pressekonferenz von Kriminalfachleuten und Ermittlern, die es immer schon wussten und sich ausser einigen wenigen nie wagten, das Totschweigen zu brechen bzw. von den Medien nie veröffentlicht worden:

https://www.youtube.com/watch?v=Sa8XE8tfuDY

Und es war im vorigen Jahr eine Frau, die den Mut aufbrachte, entgegen den vielen in der Überzahl bei der Polizei beschäftigten Männern, die Wahrheit in einem Buch zu veröffentlichen. Eine voll integrierte aus Griechenland stammende Polizistin. Jeder sollte ihr Buch lesen, das von vorn bis hinten voll humanistischer und antirassistischer Gedanken ist:

Tania Kambouri: Deutschland im Blaulicht. Notruf einer Polizistin.

Warum ist Antje Schrupp eine von den seltenen gottgleichen Exemplaren, die keine Rassistin ist und uns allen anderen Informationen vorenthalten will, weil der deutsche Mann und die deutsche Frau gefährdet ist, dem Rassenwahn zu verfallen? Nur Antje Schrupp und einige ausgewählte Menschen mit Sozialwissenschaftsstudium vertragen uns vorzuenthaltende Informationen ohne seelischen und intellektuellen Schaden, der sich bei uns Normalos dann als Rassismuswahn äußert?

Ja liebe Frauen, seht Euch vor, wenn Ihr eine Anzeige erstattet. Ihr kommt nur dann nicht in den Ruf, eine Pegidademonstrantin zu sein, wenn Ihr einen deutschen Mann anzeigt, am besten wird es sein, Ihr zeigt einen Pegida-Demonstranten an, auch wenn der es gar nicht war. Das tut nicht so weh, wie sich selbst den Arm aufzuschlitzen. Lügen Lügen Lügen.

Hier läuft der helle Wahn ab, man kann gar nicht so viel aufklären, wie man möchte, weil man gar nicht so viel schreiben kann, es hat sich viel zu viel angesammelt.

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Ehemaliger Nutzer 16.01.2016 | 21:40

Wir wollen ja auch nicht wissen, ob der Täter katholisch, homosexuell, Akademiker oder Linkshänder ist, wenn es nicht tatrelevant ist.

Wenn es nicht tatrelevant ist.

Ein anderes Beispiel wurde hier neulich zitiert. In Holland wurde bei einen vollkommen unbdeutenden Fußballspiel ein Linienrichter zu Tode geprügelt.

Hier die PC-Variante:

http://www.ksta.de/fussball/von-jugendspielern-linienrichter-zu-tode-gepruegelt,15189340,21028708.html

Merkwürdig, warum wissen wir alle trotzdem, dass die Täter nicht die Kinder alteingesessener Niederländer waren? Und ja, es spielt sehr wohl eine Rolle.

Ein Freund von mir, der in Süddeutschland Fußballschiedsrichter war, hat aufgehört, weil er es satt hatte, ständig bei vollkommen unbedeutenden Spielen bedroht und angepöbelt zu werden. Warum ahnen alle Leser, wer da droht, ohne dass ich es schreibe?

Und nur als Anmerkung, mein Freund hat mehr als zwanzig Jahre lang gepfiffen und ist nun wirklich nicht übermäßig zart besaitet.

Der Witz ist natürlich, dass in Zeiten des Internets dieser rigorose Zensurismus, für den sich die Schrupp einsetzt, so wenig sinnvoll ist, wie der der DDR-Bonzen in einem Land, dass fast vollständig von Westmedien erreicht wurde.

Er ist einfach nur doof und das einzig denkbare Resultat ist eine weitere Erosion der so zensierten und selbstzensierten Medien.

janonmac 16.01.2016 | 23:10

Wir sind selbstverständlich dagegen von Rechte Menschen auf den Strassen jagen oder angreifen. Darüber gibt es keine Diskussion in unserem Land. Darüber sollten wir aber nicht den Fehler machen in den Flüchtlingen nun ausnahmslos die Opfer zu sehen.

Die kritiklose Darstellung dieser Völkerwanderung - bei diesem Ausmaß kann man das Wort gut verwenden - und die völlige Ignoranz der kulturellen Einflüsse ist exakt das was die Rechten brauchen um strärker zu werden. Wer momentan in dem Vorgehen unserer Regierung keinen Sinn sieht hat keine politische Heimat mehr - wenn man AfD und weiter rechts ausklammert - das kann niemand wollen.

In meinen persönlichem Umfeld herrscht eine klare linke Weltanschauung vor und trotzdem steht wirklich jeder den ich spreche auf dem Standpunkt dass Deutschland sich ein gigantisches Problem einhandelt und das so nicht weiter gehen kann. Liest man die Zeitungen sind wir allesamt neuerdings rechts. Man bekommt schon den Eindruck in einer anderen Welt zu leben weil das eigene Empfinden was vernünftig ist so krass von dem anweicht was einem täglich als Nachricht und Handlung übermittelt wird. Und es ist ja nicht so dass man damit europaweit allein steht - wenn ich meine z.B. holländischen Kollegen spreche dann sehen die fast ungläubig auf uns Deutsche und begreifen einfach nicht wie wir so etwas zulassen können.

Ich komme aus der DDR und dort gab es auch eine starke polariserung in der öffentlichen Darstellung - "Du bis für und oder du bist ein Gegner des Volkes". Heute fühle ich mich glatt zurück versetzt in exakt diese Zeit - auch heute gibt es nur noch "Für grenzenlose Aufnahme von Flüchtlingen ODER Menschenfeinde". Genau diese krasse Diffamierung wird die linken Kräfte am Ende so stark schwächen dass wir einen veritablen Rechtsruck bekommen werden.

Sobald aber selbst linke Persönlichkeiten diesen offensichtlichen Irrwitz benennen sind sie egal wie prominent sie in der Vergangenheit linke Weltanschauungen vertreten haben sofort rechts. Aktuelles Beispiel ist Sara Wagenknecht. Diese Frau nun mit Pegida in einen Topf zu werfen ist exakt das was ich meine mit der Polemik die heute vorherrscht.

janonmac 16.01.2016 | 23:24

Der krasse Unterschied was tatsächlich passiert und was man aus den Leitmedien dargestellt bekommt kann zu nichts anderem führen als einem Bruch und der weiteren Erosion der Medienlandschaft wie wir sie kennen. Heute haben Youtube Kanäle deutlich mehr Zuschauer aus der öffentliche Rundfunk und Blogs mehr Leser als grosse Zeitungen.

Ich habe den Spiegel anfang des Jahres abbestellt da ich es einfach nicht mehr ertrage wie ein unwissendes Kind behandelt zu werden.

Den Freitag werde ich aus 2 Gründen behalten:

1. ich möchte mir einen Rest linker Medien bewahren, es gibt noch mehr Themen als Flüchtlinge

2. darf man hier noch diskutieren und die Diskussionen hier sind von erheblich besserem Niveau als bei Spiegel oder ZEIT.

Roger11 17.01.2016 | 02:53

Roger11 und Tlacuache wuerden an seiner Stelle charakterlich bestimmt auf der Yacht sitzen, Margaritas saufen und Bikinis glotzen.

Stimmt. Auf ner Yacht war ich anno 2015, 12 Stunden am Ruder von Valencia nach Formentera - nicht Ibiza. Zusammen mit verantwortungsvollen Leuten, die in ihren Berufen verdammt viel zum Funktionieren unserer Gesellschaft beitragen. Und nix Disco, sondern Diskussionen an Bord hinsichtlich plan- und durchführbarer Projekte.

Es gibt ne Menge Anpacker in meinem Umfeld. Denen sind die Medien-Kasperl wie Augstein/Blome u.Co denkbar schnuppe, da nicht am Ball. Die Rupert Neudecks der Welt hingegen agieren im Stillen. Das Resultat, die Effektivität zählt.

denkzone8 17.01.2016 | 05:48

ich versuch mal ne erklärung: wenn man als gut-mensch auf der richtigen seite steht, ist man berechtigt, die lüge für die gute sache zu nutzen. das war weitverbreiteter standpunkt des papismus, der stalinisten, und wird von jihadisten sicher nicht widersprochen. fahrlässig-unrecherchierte be-hauptungen halten das eigene haupt über wasser, hoffentlich bis zum end-sieg. (tut mir leid, bitterkeit hat sich angesammelt, denn verblendung hält sich immer zu lange).

denkzone8 17.01.2016 | 06:09

die überraschte öffentlichkeit reagierte erst mit verunsicherung und spott. jetzt sind wir weiter und können das phänomen benennen: sicherheits-info-politik. teile der info werden unterdrückt, damit das publikum nicht verunsichert wird (do it like demaiziere). mir fällt dazu das karl-kraus-wort ein: das erste opfer eines krieges ist die wahrheit. und führt auf den charakter der gegenwärtigen gesellschaftl. auseinander-setzung: von manchen als spaltung der meinungen empfunden, mit vorwürfen der volks-verhetzung, aus dunklen traditionen. auf der anderen seite: die summe und die zukunft des humanen.

das sieht nach krieg aus. oder?

denkzone8 17.01.2016 | 06:40

schicksal-hafte prägungen ,ob familiär oder anders gesellschaftlich erlitten,sind manchmal in konfrontationen schmerz-begleitet aus-heilbar. günstige umstände und konzentrierte bemühungen einer betroffenen person sind die voraussetzungen. gelungene wendungen lassen hoffen.

auch im weiteren sinne würde ich ihnen und b.brecht zuzustimmen: überall wo vor-sorge und herausforderung sich in vernünftige, praktische tätigkeit umsetzt, ist der glaube an die menschheit kein leerer wahn.

Aber: die freude, ein ikea-möbel richtig auf-gebaut zu haben, als auf-munterung gegen integrations-hemmnisse im hunderttausender bereich zu nehmen, ginge mir zu weit.

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Ehemaliger Nutzer 17.01.2016 | 08:46

Ne, jetzt tun Sie den Katholiken sehr Unrecht. Die können das auch.

Im ersten Band seiner “Krininalgeschichte des Christentums“ belegt Deschner zahlreiche bewusste Fälschungen. Für die katholischen Täter handelte es sich nicht um Betrug und Lüge sondern um “Wahrheit“. Damit meinten die Diebe und Lügner, eine höhere “Wahrheit“, eine zum Nutzen Gottes oder so.

Eine besonders dreiste waren die konstantinischen Schenkungen. Und noch heute relativiert das offizielle Katholentum diesen Diebesakt.

Gunnar Jeschke 17.01.2016 | 09:34

Ich bin protestantisch getauft und habe streng protestantische Verwandtschaft und kann Ihnen da nur Recht geben. Der Protestantismus hat einen gewissen Hang zum Fundamentalismus und einen nicht unerheblichen Hang zur Heuchelei. Beides kann bis auf die Ahnherren Luther, Calvin und Zwingli zurück verfolgt werden.

Es liegt sogar eine Parallele zum eigentlichen Thema des Artikels vor. Die katholische Gegenseite war damals zweifellos verderbt, aber das setzt Luther, Calvin und Zwingli nicht grundsätzlich und in allen Punkten ins Recht.

Angelia 17.01.2016 | 10:32

"Warum also war es nicht einfach Polizeiversagen?"

guck mal, im Kontext lautete der Satz so:

Und warum war das, was in Köln geschah, nicht ein Vorgeschmack auf die Probleme einer außer Kontrolle geratenen Globalisierung, von der wir aber sonst bisher herrlich profitieren? Warum war es nicht ein Vorgeschmack auf die Probleme einer Polizei, die mit zu wenig Geld ausgestattet ist, was möglicherweise, nur möglicherweise, mit der Schäubleschen Feier der schwarzen Null zu tun hat oder den Milliarden, die für die Bankenrettungen drauf gegangen sind?

Warum also war es nicht einfach Polizeiversagen?

Kriegen Sie jetzt bitte keinen Schreck und seien Sie gewarnt, dass Sie von allen möglichen Seiten verarscht und verhetzt werden,

Das weiß ich doch schon. Und die größten Hetzer und Verarscher sind m.E. die Lügenpresseskandierer.

Im Kontext des Artikels ging es um Wahrheit. Da hat Herr Dietz seinen eigenen Artikel ungewollt dadurch bestätigt, dass er eine Information (Wismar) als wahr voraussetzte, ohne den aktuellen Stand zu evaluieren. Was lernen wir daraus?

Gunnar Jeschke 17.01.2016 | 11:11

Und die größten Hetzer und Verarscher sind m.E. die Lügenpresseskandierer.

Da gebe ich Ihnen Recht, nur leben die Lügenpresseskandierer eben davon, dass die Mainstream-Medien tatsächlich tendenziös berichten und (aus den verschiedensten Gründen) zu wenig recherchieren.

Ich hatte von Anfang an den Verdacht, dass es bezüglich der Ereignisse in Köln eine "Sprachregelung" gab. Erst die Verzögerung, dann am Abend "nordafrikanischer und arabischer Herkunft", am darauffolgenden Morgen war das "arabisch" erstmal verschwunden und dann sickerte so langsam über untergeordnete Chargen durch, was die Polizeiführung in Köln - und der Innenminister von NRW- schon von Anfang an gewusst hatten.

Ja, die "Sprachregelung" war "gut gemeint". Man wollte in dieser Situation nicht die Welle von Hasstiraden losbrechen, die hinterher nur umso sicherer und höher über die Oeffentlichkeit hereinbrach.

Dadurch haben die Presse, die Politik und die Polizei weiteres Vertrauen verspielt, von dem ohnehin nicht mehr so viel vorhanden war.

Wenn man die Auseinandersetzung mit Lügenpresseskandierern und abendländischen Hasspredigern gewinnen will, dann muss man Ihnen vor allem den Wind aus den Segeln nehmen und das geht immer noch am Besten mit integrer Berichterstattung.

Die altmodisch gewordene Aufrichtigkeit halt.

anne mohnen 17.01.2016 | 13:27

Stimme Ihnen vollumfänglich zu. Übrigens, die Forderung nach Gesetzesänderung kruder Populismus. Köln ist ein Versagen der Polizeikräfte bzw. der für die Kölner Polizei und Bundespolizei zuständigen Verantwortlichen. Was nützen einem selbst schärfsten Gesetze, wenn die Vollzugsorgane sie nicht durchsetzen können!! Während die Einsatzkräfte sowohl von örtlicher NRW Polizei als auch Bundespolizei dies herausgestellt haben, ist gerade mal der Polizeichef von Köln zurückgetreten. Der NRW-Innenminister und -wie immer (!)- der Bundesinnenminister de Maizière bleiben unangetastet im Amt!

Dabei offenbart Köln doch noch einen n ganz anderen Skandal von nicht minder großem öffentlichem Interesse, ohne dass dies groß zur Sprache kommt, mich aber, die ich auf dem Weg in meine Heimatstadt immer den Kölner Hauptbahnhof passieren muss, jetzt noch mehr umtreibt.

Trotz des Rufes nach immer mehr Überwachung von Seiten de Maizières und anderer PolitikerInnen, waren in Köln nicht nur ein Großteil der Kameras defekt, sondern im Ernstfall, ist „das Drehkreuz des Westens, das täglich 1300 Züge und 250.000 Reisende „durchfluten“ – im Jahr über 80 Millionen Menschen, einer total überforderten Bundes- und Landespolizei ausgeliefert.

Gunnar Jeschke 17.01.2016 | 13:44

Im Grossen und Ganzen stimme ich Ihnen zu. Ich denke allerdings, das "Umsetzungsversagen" geht über die Polizei hinaus und betrifft auch das Verhalten der Gerichte gegenüber Tätern, die gefasst wurden. Die Strafen sind zu häufig, gemessen an den Delikten, unangemessen niedrig und das nicht deshalb, weil die Gesetzeslage keine angemessenen Strafen erlauben würde.

Nun ist die Justiz unabhängig (bis auf die Staatsanwaltschaft in Deutschland, die der Exekutive untersteht) und das soll im Sinne der Gewaltenteilung auch so bleiben. Die Richter sollten aber untereinander diskutieren, ob ihre (durchschnittliche) Praxis des Urteilens der gesellschaftlichen Situation wirklich angemessen ist.

anne mohnen 17.01.2016 | 14:43

Ich möchte ein konkretes Beispiel anführen. Vor ein paar Jahren wurde ich Zeugin einer Straftat. Im Zwischendeck eines U- und S-Bahnhofes einer deutschen Großstadt verprügelt am helllichten Tag ein junger Mann einen Obdachlosen auf derart brutale Weise, dass ich schon wegen der Leute, die scheinbar tatenlos um ihn herumstanden, innehielt. Aufgrund der Brutalität und Schamlosigkeit angesichts der Passanten, konnte ich einen der Umherstehenden davon abhalten, einzugreifen und stattdessen bitten, Polizei und Notarzt zu alarmieren. Um das hier abzukürzen, denn es gäbe viel zu erzählen, kam die Polizei nur mit großer Verspätung und konnte gerade noch mitbekommen wie der Geschädigte, wenn auch widerwillig, von dem Notarztteam versorgt wurde. Den Täter, der zwischenzeitlich abgehauen war, aber aufgrund der langen Leitung von Polizei und Notarzt-Team meinte, wieder auftauchen zu können, um den armen Mann, weiter zu drangsalieren bzw. seine Papiere zu stehlen, schnappte sich die Polizei wohl auch unter dem Druck, dass wir Zeugen keine Anstalten machten, das Feld zu räumen.

Mir kam das Verhalten der Polizei denkwürdig vor und, wie sich später herausstellte, war ich mit dem Eindruck nicht alleine. Wir Zeugen hatten unabhängig voneinander nochmals, gesondert von unseren Zeugenaussage vor Ort, Strafanzeigen gestellt, aus einem Unbehagen heraus. Mir erklärte schließlich eine mein Protokoll verfasst habende Polizeibeamtin, die Polizei sei so spät ausgerückt, weil der Vorfall eine Angelegenheit der Bundespolizei sei, die für deutsche Bahnhöfe zuständige sei und die zum Verdruss der örtlichen Polizei immer weniger ausrücke.

Nach einem Jahr erst fand der Prozess gegen den jungen Täter statt, was nicht nur für eine Überlastung der Polizei spricht, denn in einem Jahr, konnte der wohl aus Ex-Jugoslawien kommende junge Mann gelernt haben, „sich den Scheitel gerade zu ziehen“. Jedenfalls vor Gericht wirkte er dann ganz harmlos (…)

anne mohnen 17.01.2016 | 14:47

Sorry, meinem Beispiel vergaß ich die Zeilen voranzuschicken:

Sie machen da ein neues Fass auf. Ich bin keine Juristin, kann aber zwischen Gesetzeslage und darin verankertem Strafmaßbemessung und Richtern, die bei der Höhe des Strafmaßes unabhängig von meine Empfinden urteilen unterscheiden. Das ist mir wichtig voranzuschicken, denn mein Beispiel ist kein vorschnelles Plädoyer für "Law and Order"!

na64 17.01.2016 | 15:43

Dein aber verstehe ich nicht. Willst Du etwas das man als Autorität auslegen kann. Etwas das den Menschen dann sagt, dass soll ich tun, dann bekommst du von mir ein aber, da ich für eine Bildung stehe die Menschen dazu bringen soll, diese Entscheidungen selbstständig und aus inneren freien Willen tätigen sollen. Das heißt, die Bildung sollte schon Menschen befähigen, dass Sie wissen was Sie wollen. Das ist das Ziel. Was will ich!?. Was will ich für eine Regierung!?. Was will ich für eine Arbeit!?. Was bekomme ich über meine Arbeit für ein Leben und welche Regierungsform bietet mir das!?. Und dann kommt die Überlegung was muss ich dafür tun. Die wenigsten machen sich darüber ihre eigenen Gedanken, da Sie lieber Vorurteile und Bewegungen in Gruppen annehmen um Ihren angestauten Frust abzulegen.

anne mohnen 17.01.2016 | 15:52

Exakt, meine Liebe. Ich bin dafür die Dinge zu sortieren. Und die Gründe für dieses Versagen sind bekannt. Staatsversagen als Ausfluss einer neoliberalen Steuer- und geförderten Geldfluchtpolitik, die die öffentliche Hand immer mehr ausblutet. Und was mich an de Maizière und anderen Verantwortlichen anwidert, dass sie das nicht „wann, wenn nicht jetzt“ selbstkritisch diskutieren. Stattdessen bekommt z.B. de Maizière bei Maischberger ein Forum, um über Überwachung zu schwadronieren (…)

Wenn 2016 ein epochales Jahr wird, dann weil entschieden wird, wie schnell oder verheerend langsam reagiert wird: öffentlicher Wohnungsbau, Integrationsoffensive etc.

Nein, dass Merkel immer noch 70% Zustimmung hat, ist mir unbegreiflich und verfinstert meine Sicht, denn es spricht für die Entpolitisierung der Gesellschaft: Trotz der wirtschaftlichen Prosperität in Deutschland, hat die Regierung Merkel keine Reformen angepackt. In der EU ist die Regierung Merkel mitverantwortlich speziell für das Flüchtlingsdebakel, waren doch die Folgen einer Kürzungsorgie im Mittelmeer und die Errichtung des Zaunes zwischen der Türkei und Griechenland absehbar. Auf diesem Hintergrund finde ich dann auch die Aufhebung des Dublin-Abkommens von Seiten der Bundesregierung skandalös. Während der Banken- und Griechenland-Pleite tagte die EU täglich auf höchster Ebene. In der eminent wichtigen Flüchtlingsfrage, überging Merkel die Partner. Liest man z.B. die belgische und niederländische Berichterstattung, also Presse aus Ländern, die nicht verdächtigt werden können, sich der Problematik zu entledigen, denn die leisten angesichts ihrer „Größe“ nach viel, so liest man im Subtext eine gewisse Häme über Deutschland, dessen Regierung am Mythos der Überlastung strikt, während die Bundeskanzlerin an „der Beerbung Ban-Ki-Moons“ arbeitet.

Das Leisetreten, insbesondere der deutschen Sozialdemokratie, gegenüber der sozialistischen Regierung Frankreichs, der slowenischen SMC- Regierung, der sozialdemokratischen tschechischen ČSSD-Regierung, der Smer –Regierung Regierungen der Slowakischen Republik ist beschämend, aber eben auch Ausfluss einer „Mitte-Positionierung“: Ganz zu schweigen von den USA, die islamophob, sich weigern, Flüchtlinge aufzunehmen.

Übrigens nur scheinbar off-topic

Gunnar Jeschke 17.01.2016 | 15:57

Zugegeben, das ist ein neues Fass. Beides bedingt einander aber, weil die Polizei tendenziell mutlos wird, wenn sie den gleichen Tätern wiederholt begegnet, weil die mit Minimalstrafen davongekommen sind.

Für das Strafmass gibt es immer einen Ermessensspielraum, den es auch braucht, weil die Umstände einer Straftat sehr verschieden sein können, auch wenn diese unter den gleichen Paragrafen fällt. Der Fall, den Sie beschreiben, wäre meines Erachtens ein Fall besonderer Schwere der Tat und dann an der oberen Grenze des Strafmasses anzusiedeln.

Was ich meine, ist, dass Richter bei bestimmten Delikten eine starke Tendenz hin zur unteren Grenze des Strafmasses zu haben scheinen, die so vom Gesetzgeber nicht intendiert war und von der grossen Mehrheit der Bevölkerung auch nicht verstanden wird.

Wenn die Judikative diesen Zustand nicht aus sich selbst heraus korrigiert, wird der Legislative auf Dauer gar nichts anderes übrig bleiben, als den Ermessensspielraum an der unteren Grenze zu verringern, was dann doch eine Gesetzesverschärfung ist. Das ist nicht ideal, weil dann auch in Fällen besonders geringer Schwere der Tat hart geurteilt werden müsste, aber es ist immer noch besser als ein Verlust des Vertrauens der Bevölkerung in die Rechtsprechung.

Die Aufgabenteilung zwischen Landespolizei (Bahnhofsvorplatz) und Bundespolizei (Bahnhofsbereich) halte ich auch für überholt, zumal die Kommunikation weder in dem von Ihnen geschilderten Fall noch in Köln funktioniert hat.

Merkurlino 17.01.2016 | 15:59

Hast du mir weiter nichts zu sagen? Ist auf der Erde ewig dir nichts recht? Kommst du nur immer anzuklagen? (Goethe, Faust, Prolog)

Ich frage mich, kann Augstein nicht mit gutem Beispiel vorangehen und seine Umgebung durch sein eigenes Verhalten und auch durch seine Wortgewandtheit in Frieden hüllen – anstatt zu polarisieren und ständig anzuklagen? Von der probaten Pädagogik des „Lernen am Modell“ hat er offensichtlich noch nichts gehört oder zumindest nichts verstanden und umgesetzt. Aber dennoch die Leser erziehen wollen – hallo - mit jener primitiven schwarzen Pädagogik, die ihm so eigen ist? Ich glaub‘s nicht! Da wird coram publico dem armen Blome ins Wort gefallen, da wird Rechthaberei bis zum Erbrechen geübt und freudig der andere Mensch in Artikeln top down gesetzt. Einfühlung in die Gegenseite? Fehlanzeige! Augstein hat immer Recht!
Das nenne ich narzisstischen Größenwahn oder einfach nazistisch. (Broder dürfte sich jetzt freuen.)
Hochmut kommt vor dem Fall! Daher sehe ich für Augstein schwarz. Und das tut mir leid, denn ich mag ihn.

silvio spottiswoode 17.01.2016 | 16:19

JA, ja ja, mit Verlaub meine Liebe, hach, Du bloggst hier zu wenig :)

So ist es! "Staatsversagen als Ausfluss einer neoliberalen Steuer- und geförderten Geldfluchtpolitik, die die öffentliche Hand immer mehr ausblutet. Und was mich an de Maizière und anderen Verantwortlichen anwidert, dass sie das nicht „wann, wenn nicht jetzt“ selbstkritisch diskutieren. Stattdessen bekommt z.B. de Maizière bei Maischberger ein Forum, um über Überwachung zu schwadronieren (…)"

silvio spottiswoode 17.01.2016 | 16:48

@Anne Mohnen

Danke Dir für Axel Honneth.

Ja, ich grabe mich tatsächlich gerade in die Geschichte des Sozialismus und der sozialistischen Frauenbewegung. Mich macht es irgendwie nervös, dass wir immer noch über die selben Themen wie vor einhundert Jahren streiten.

Schau mal hier, die Rede von Karl Liebknecht zu Migration 1907: "Fort mit dem Damoklessschwert der Ausweisung"

http://ciml.250x.com/sections/german_section/rosa_karl_spartakusbund/liebknecht_1907_rede_ausweisung_essener_parteitag_spd.pdf


Dazu dann die Aussagen unserer Politiker 2016:

Nach 1) Merkels "voller Härte des Rechtsstaats"

oder 2) de Maizères „Dass eine so große Zahl von Personen, offensichtlich mit Migrationshintergrund, die Übergriffe verübt haben sollen, stellt eine neue Dimension dar",

heizte 3) "Gabi" die Stimmung weiter an: Alles tun, "um kriminelle Asylbewerber in ihre Heimat zurückzuschicken". - Sigmar Gabriel, Sozialdemokrat.

http://m.spiegel.de/politik/deutschland/a-1071009.html

Dann äußert 4) Wagenknecht, ganz an die aufgeheizte Stimmung angepasst,"Wer Gastrecht missbraucht, hat Gastrecht eben auch verwirkt."

Und 5) CSU Generalsekretär Andreas Scheuer würde mit seinem Konzept einer präventiven Abschiebung den Rechtsstaat gleich am liebsten ganz abschaffen:"Nicht erst das Strafmaß nach einer Verurteilung soll Grundlage für eine mögliche Abschiebung sein, sondern bereits ein Delikt. Wenn die Beweislage eindeutig ist, darf es keine Toleranz gegenüber Straftätern geben.“

Und jetzt kündigt 6) Darth Schäuble in Interviews noch an, der mit maroder, kaputtgesparter Infrastruktur kämpfenden, gebeutelten Bevölkerung Steuererhöhungen zur Grenzsicherung aufzubürden zu wollen. Noch enthirnter ist nur sehr schwer vorstellbar, oder?

Purer Irrsinn. Die Groko als bester Wahlhelfer der AfD, - die beispiellos erfolgreich nach Umfragewerten inzwischen sogar drittstärkste Partei ist.

Super nur, dass heute keine Wahlen sind.

anne mohnen 17.01.2016 | 16:50

Der finstere Horizont ist der, dass da, wo die Regierung ge- und entschlossen dastehen müsste, sich eingestehen müsste, dass das Flüchtlingsthema ein Ereignis epochalen Ausmaßes ist, und dies in aller Demut in die Bevölkerung hinein kommunizieren müsste, sich arm machen müsste an dummen Statements, wird so getan als könne man so weiter machen wie bisher, nur mehr einen Zahn an verbalen Entgleisungen hinzufügen. Das muss jedem Angst machen, wenn Grundeinsichten des Rechtsstaates – Abschiebung ohne Anhörung etc.- außer Kraft gesetzt werden sollen- auf dem Hintergrund von kriminellen Banden, denen die Polizei aus genannten Gründen nicht beikommt. Die braunen Kriminellen und Pedigisten und deren Sympatisanten freut es.

Was Europas finsteren Horizont anbelangt, so wurde doch nach dem Zusammenbruch des Kommunismus so getan, als müsse man sich nicht mehr anstrengen, um neue Konzepte, Ideen etc. Man hat den Ökonomen das Ruder überlassen und sich als Bewohner der Insel von Glückseligen gewähnt.

Jetzt ist eine OP am offenen Herzen nötig mit Personal, so scheint es, dass weder über das Knowhow noch über das Händchen verfügt, das Risiko auf sich zu nehmen.

PS: Blogs? Sorry, die werden garantiert nicht vermisst- mit Deiner Ausnahme ;).

denkzone8 17.01.2016 | 17:18

mal über die deutsch-französiche dimension des dt. erwachens nachgedacht?

im gegensatz zu den blöden franzosen,die das mit der integration seit einem halben jahrhundert nicht gebacken kriegen: w i r schaffen das! an deutschem wesen wird die welt genesen. den franzmännern zeigen wir, auf äußerst humane art, wem human-leadership in europa zukommt.

Gunnar Jeschke 17.01.2016 | 17:34

Ich frage mich, kann Augstein nicht mit gutem Beispiel vorangehen und seine Umgebung durch sein eigenes Verhalten und auch durch seine Wortgewandtheit in Frieden hüllen – anstatt zu polarisieren und ständig anzuklagen?

Ich fürchte, er kann das wirklich nicht (mehr). Ursprünglich mag es mal eine Attitüde gewesen sein, aber mittlerweile fällt seine öffentliche Person wohl mit der Attitüde zusammen. Privat mag er der liebenswürdigste Mensch sein, ich weiss das nicht. Aber diese Liebenswürdigkeit jetzt wieder in die öffentliche Rolle hinüberzuholen, ohne sofort langweilig zu wirken, dürfte schwierig sein.

anne mohnen 17.01.2016 | 17:34

Nun, August Bebel über den die Zeit hinweggegangen ist, betont in „Die Frau und der Sozialismus“: „Ihre Erfolge (gemeint sind die „führender Frauen „der Frauenbewegung- meine Anmerkung), weil unsere gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung ihnen in die Hände arbeiteten, genau wie der Sozialdemokratie.“ Nun, ich bin der Meinung, dass weder die gesellschaftliche noch wirtschaftliche Entwicklung, dem gerecht wird, was in der Frauenfrage in unserem Land und in der EU geleistet werden müsste. M

"Purer Irrsinn. Die Groko als bester Wahlhelfer der AfD, - die beispiellos erfolgreich nach Umfragewerten inzwischen sogar drittstärkste Partei ist." So ist es und dies verdankt sich der Bräsigkeit aller etablierten Parteien (...), die Antworten schuldig bleiben.

Tja, Wagenknecht. Ich verfolge sie zu wenig, um zu urteilen, ob sie "Opfer" ihrer eigenen Sozialisationsmechanismen ist, denn in der DDR gab es eine ausgeprägte Fremdenfeindlichkeit gegenüber „VertragsarbeiternInnen“ oder, ob sie sich in ihrer Ratlosigkeit, auf die Notbremse drücken will.

„Ja, ich grabe mich tatsächlich gerade in die Geschichte des Sozialismus und der sozialistischen Frauenbewegung. Mich macht es irgendwie nervös, dass wir immer noch über die selben Themen wie vor einhundert Jahren streiten.“, schreibst Du.

Nun, August Bebel, über den die Zeit hinweggegangen ist, wie der Sozialismus in seiner alten Form ja abgewirtschaftet hat; Bebel betont in „Die Frau und der Sozialismus“: „Ihre Erfolge (gemeint sind die „führender Frauen „der Frauenbewegung- meine Anmerkung), weil unsere gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung ihnen in die Hände arbeiteten, genau wie der Sozialdemokratie.“ Nun, ich bin der Meinung, dass heutzutage weder die gesellschaftliche noch wirtschaftliche Entwicklung, dem gerecht wird, was in der Frauenfrage in unserem Land und in der EU geleistet werden müsste: z.B. die Verbindung von Caretaking und gerechte Entlohnung als Entprivatisierungakt, einhergehend damit eine große Reform der Sozialsysteme etc.

Darüber hinaus demonstrieren die Golf-Staaten, dass man Ingenieurinnen, Ärztinnen, Lehrerinnen etc. ausbilden kann, ohne sie von der Leine übelster patriarchalischer Despotie zu entlassen. Der Neokapitalismus braucht in Wahrheit keine Emanzipation!

anne mohnen 17.01.2016 | 17:38

"Purer Irrsinn. Die Groko als bester Wahlhelfer der AfD, - die beispiellos erfolgreich nach Umfragewerten inzwischen sogar drittstärkste Partei ist.", schreibst Du. So ist es und dies verdankt sich der Bräsigkeit aller etablierten Parteien (...), die Antworten schuldig bleiben. Tja, Wagenknecht. Ich verfolge sie zu wenig, um zu urteilen, ob sie "Opfer" ihrer eigenen Sozialisationsmechanismen ist, denn in der DDR gab es eine ausgeprägte Fremdenfeindlichkeit gegenüber „VertragsarbeiternInnen“ oder, ob sie sich in ihrer Ratlosigkeit, auf die Notbremse drücken will.

„Ja, ich grabe mich tatsächlich gerade in die Geschichte des Sozialismus und der sozialistischen Frauenbewegung. Mich macht es irgendwie nervös, dass wir immer noch über die selben Themen wie vor einhundert Jahren streiten.“, schreibst Du.

Nun, August Bebel, über den die Zeit hinweggegangen ist, wie der Sozialismus in seiner alten Form ja abgewirtschaftet hat; Bebel betont in „Die Frau und der Sozialismus“: „Ihre Erfolge (gemeint sind die „führender Frauen „der Frauenbewegung- meine Anmerkung), weil unsere gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung ihnen in die Hände arbeiteten, genau wie der Sozialdemokratie.“ Nun, ich bin der Meinung, dass heutzutage weder die gesellschaftliche noch wirtschaftliche Entwicklung, dem gerecht wird, was in der Frauenfrage in unserem Land und in der EU geleistet werden müsste: z.B. die Verbindung von Caretaking und gerechte Entlohnung als Entprivatisierungakt, einhergehend damit eine große Reform der Sozialsysteme etc.

Darüber hinaus demonstrieren die Golf-Staaten, dass man Ingenieurinnen, Ärztinnen, Lehrerinnen etc. ausbilden kann, ohne sie von der Leine übelster patriarchalischer Despotie zu entlassen. Der Neokapitalismus braucht in Wahrheit keine Emanzipation!

Gunnar Jeschke 17.01.2016 | 18:00

wenn Grundeinsichten des Rechtsstaates – [keine] Abschiebung ohne Anhörung etc.- außer Kraft gesetzt werden sollen

Ja, es ist schon verrückt. Der Schweizer Bundesrat argumentiert, dass so etwas eben nicht geht, auch wenn sie in einer Volksabstimmung beschlossen wurden, weil Verfassung, Rechtsstaatlichkeit und internationales Recht nicht zulassen, sie in Gesetze umzusetzen.

Die SVP strengt daraufhin eine "Durchsetzungs-Initiative" an "JA zur Ausschaffung krimineller Ausländer" (Abstimmung am 28. Februar 2016) und der Bundespräsident Schneider-Ammann (Schweizer FDP) geht darauf in die Höhle des Löwen, auf die (berüchtigte) alljährlich stattfindende Albisgüetli-Tagung der SVP und sagt sinngemäss:

Zu unserer Gesellschaft gehörten aber nicht nur klare Gesetze und ihre konsequente Anwendung, sondern auch Rechtsstaat und Verhältnismässigkeit. Die Durchsetzungsinitiative wahre beides nicht.

Er wisse, dass er mit seiner Äusserung schlecht ankomme, sagte Schneider-Ammann weiter. Aber er müsse es dennoch sagen.

Dann stellt er sich den Pfiffen und Pfui-Rufen der SVP-Anhänger (das war am Freitagabend).

Warum, verd...t noch mal haben unsere Politiker nicht das Rückgrat, so für als richtig erkannte Dinge einzutreten, wie der ruhig, bescheiden und konziliant daherkommende Schneider-Ammann? Und dass, obwohl der ja angesichts der Volksabstimmung viel mehr riskiert?

Vielleicht liegt es ja gerade daran, dass es die Volksabstimmungen gibt. Dadurch müssen die Politiker viel stärker für ihre Standpunkte eintrten und diese auch verständlicher erklären, als das in einer repräsentative Demokratie der Fall ist.

Man wendet gern ein, das Volk stimme schon mal für Dinge, die nicht gehen und das war bei der Ausschaffungs-Initiative 2010 in der Schweiz ja auch der Fall. Aber das ist spätestens dann kein Argument mehr, wenn die Politiker bei einem Stimmungsumschwung in den Umfragen selbst plötzlich die Dinge fordern, die nicht gehen.

Damit fällt die deutsche Politik dem Schweizer Bundesrat übrigens in den Rücken (nicht, dass das in Deutschland irgendwen interessieren würde).

anne mohnen 17.01.2016 | 18:04

Ja, kann man, wie man vieles verschärfen kann, ohne Veränderungen auf den Weg zu bringen. Im Fall der Sexismusdebatte bzgl. Köln sollte, wenn über Verschärfung die Rede ist, erst einmal kritisch aufgearbeitet werden, dass bei allem Geschreibe und Gerede das Thema "Gewalt gegen Frauen" noch lange nicht bis in die Mitte der Gesellschaft vorgedrungen ist. Dazu: >>Lebenssituation, Sicherheit und Gesundheit von Frauen. Eine repräsentative Untersuchung zu Gewalt gegen Frauen in Deutschland - Zusammenfassung zentraler Studienergebnisse. Herausgeber Bundesministerium für Familie, Senioren, Senioren, Frauen und Jugend. und/oder >>Gewalt gegen Frauen: eine EU-weite Erhebung. Ergebnisse auf einen Blick. Herausgeber: European Union For Fundamental Rhights (FRA). <<

anne mohnen 17.01.2016 | 18:12

Die Schweizer Volksabstimmung ist nun ein anderes Thema. In Deutschland verhindern das Grundgesetz und insbesondere das Asylrecht gegen solche Rechtsverstöße.

Nichtsdestotrotz muss die Bevölkerung mitgenommen werden bei Entwicklungen von solch großer Tragweite. Das passiert von Regierungsseite nicht. Stattdessen Kakophonie! Der Ernst der Lage ist nicht verstanden, ansonsten müsste die CSU aus der Koalition austreten, „glaubte“ die an das, was geäußert wird.

silvio spottiswoode 17.01.2016 | 18:13

Rechtsfreie Räume darf es in einem funktionierenden Staatswesen nicht geben, da sind wir uns einig. Nur, ganz ehrlich, mir bereitet diesbezüglich der Fokus auf linke statt rechte Straftäter Sorge; die Tatsache, dass man brandschatzende, randalierende Nazis durch linke Stadtteile, beispielsweise Leipzig, ziehen lässt. Vollkommen ohne Konsequenzen für die 250 namentlich erfassten Täter.

Abgesehen davon glänzt der Staat leider nich in Sachen Aufklärung rechter Gewalt, siehe NSU und Verfassungsschutz. Im Gegenteil, es besteht eine skandalöse Unterstützung rechter Straftäter sowie eine nicht zu duldende Nähe staatlicher Institutionen - bis hoch in die Ministerien - zu gewaltbereiten rechten Gruppen.

freedom of speech? 17.01.2016 | 18:17

„…Antje Schrupp plädierte in 3SAT explicit dafür, sachgerechte Informationen zur Ausländerkriminalität nicht zu veröffentlichen, um nicht "dem Rassismus Vorschub zu leisten"! Wie werde ich da als Leserin eingeschätzt, wenn Artikel dieser Autorin im "Freitag" erscheinen?...“

Sie sind das Objekt einer pädagogischen Maßnahme.

Jemand entscheidet für sie, was sie wissen dürfen und was nicht.

Sie bekommen aber mitgeteilt, aus welchem Grund, sie nicht informiert werden. Hier: Vermeidung von Rassismus.

Die Manipulation findet am Informationseingang des Bürgers statt. Dinge, mit denen Sie nach Auffassung der Entscheider/innen nicht umgehen können, werden von Ihnen ferngehalten.

Auf Seiten des Informationsausganges des Bürgers findet ebenfalls eine Konditionierung statt.

Populäres Beispiel sind Unwörter, die von einem Gremium gewählt werden und die dann nicht mehr verwendet werden sollen. Opfer Abo und Gutmensch sind so etwas.

Sprache soll aus politischen Gründen künstlich modifiziert werden. George Orwell nannte das „Neusprech“

Weitere Beispiele sog. Sprachregelungen sind unter anderem im Behördendeutsch zu finden, bei denen beispielsweise „Sinti“ oder „Roma“ als „Personen mit häufig wechselndem Wohnsitz“ bezeichnet werden.

Man kann diese Versuche von Manipulation hinnehmen, muss es aber nicht.

Es gab/gibt hier im Freitag Jemanden, den ich leider noch nicht wieder entdeckt habe.

https://www.freitag.de/autoren/wolfram-heinrich/zeigen-wo-der-hammer-haengt

Er hat mit dem Wort Neger so Einige hier zur Weissglut getrieben. Vielleicht ist er ja wieder gesperrt, weil er „Neger“ geschrieben hat.

Viele Grüße fos?

Columbus 17.01.2016 | 18:26

Herr Klingbeil, Sie haben sich ja als Lügenentlarvungsweltmeister extra angemeldet. Dann schauen Sie doch einmal durch die Liste der Kölner Polizei. Da wird ziemlich klar, welche Tatbegehungsabsichten die Kriminellen hatten, wozu sie sich verabredeten.

Damit wird der Staat, die Polizei, die Justiz, hoffentlich auch die Öffentlichkeit und so mancher erregte Mensch, doch fertigt. Es wäre gelacht.

Nur hat das alles weder mit Anlage zu Kriminalität unter Ethnien, noch Mentalitäten, noch Religionen, noch mit den aktuellen Flüchtlingen, viel zu tun.

Der helle Wahn, der am Ende unsere Gesellschaften erledigt, kommt nicht von außen, sondern von jenen, die es sich endlich wieder ganz einfach machen wollen. Vielleicht hat er auch Sie schon ergriffen, wenn Sie schon überall den Wahn sehen, wo es einfach nur um verabredete Straßenkriminalität geht.

Sie schalten sich nämlich mit dem Spruch, es habe sich zu viel angesammelt gleich, und rechtfertigen sich so ihr Durchdrehen und das der nun auch tatkräftigen Akteure, die die braven Bürger für sich marschieren lassen, bei der kleinsten Schwierigkeit.

Wo sich wirklich viel angesammelt hat, das sind die täglichen Delikte gegen Unterkünfte, gegen Asylbewerber und Kriegsflüchtlinge. Das fällt aus der Norm unserer Gesellschaft. Das andere ist Kriminalität, gegen die immer was getan werden kann, wenn man nicht durchknallt und dafür den Rechtsbruch schön schreibt und als angemessene Maßnahme denkt.

Das Problem bei Ihnen und anderen, ist nicht eine eventuell nicht vorhandene akademische Ausbildung, sondern es ist die Tendenz, immer nach der direkt greifbaren Stimmung, Empörung und Einschätzung zu greifen, statt innezuhalten und mehr nachzudenken. - Mit der erregten Tagespresse kommt man nicht weit, die macht im Zweifel sogar mit.

Christoph Leusch

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Ehemaliger Nutzer 17.01.2016 | 18:33

"Das andere ist Kriminalität, gegen die immer was getan werden kann, wenn man nicht durchknallt und dafür den Rechtsbruch schön schreibt und als angemessene Maßnahme denkt."

Besuchen Sie vielleicht einmal die Seite der Grundrechtepartei, suchen Sie nach der Rolle der Psychiatrie und spielen Sie einen Augenblick mit dem Gedanken, dass was Sie lesen wahr sein könnte. Vielleicht werden erste, leise Zweifel am Rechtsstaat geweckt.

Pegida von rechts bis links ist ein Symptom...

silvio spottiswoode 17.01.2016 | 18:38

📌 Hallo Columbus, in der Tat, denn geht man von den Polizeieinsätzen gegen linke Gruppen und Demonstraten in Hamburg, Frankfurt, Stuttgart oder Berlin aus, dann fällt es mir sehr schwer zu glauben, der Staatsgewalt fehlten die Mittel.

Derart hochgerüstet -- 3-5 Polizisten pro Demonstrant --, wäre dann praktisch eine Steigerung nur noch durch Bundeswehreinsätze im Inneren möglich.

Just was nun ja auch von Schäuble gefordert wird. Surprise, surprise. Schlimm! Für diese Maßnahmen ist immer genug Geld vorhanden während wir stets aufs Neue einen erbitterten Kampf um jeden Euro für Bildung und Soziales absolvieren müssen.

Grüße.

Gunnar Jeschke 17.01.2016 | 18:46

Ich denke, die Aufarbeitung ist eine Sache, eine eventuell nötige Erhöhung von Mindeststrafen eine andere und die beiden können unabhängig voneinander diskutiert werden. Ehrlich gesagt weiss ich gar nicht, was die Mindesstrafe für diese Delikte ist. Ich weiss nur, dass Leute, die sich an organisierten Taschendiebstählen beteiligt und bei der Festnahme Polizisten körperlich attackiert haben, mit lächerlich geringen Strafen davongekommen sind - und das geht nicht. Der Staat hat die Pflicht, seine Polizei zu schützen und das bedeutet automatisch, dass körperliche Gewalt gegen einen als Polizisten kenntlichen Beamten eine harte Strafe erfordert.

Columbus 17.01.2016 | 18:53

Wir unterscheiden uns, schon, Janto Ban. Ich kann Rassismus nicht gesetzlich, grundsätzlich, mit Sexismus verknüpfen, obwohl Sexisten Rassisten sein können und Rassisten sexistisch.

Die Geschlechter, also Mann, Frau und alle die sich diesbezüglich anders definieren, sind nicht Grundlage für einen Rassismus. Ich finde, das bringt theoretisch und praktisch wenig. Eine solche Verknüpfung aufrechtzuerhalten oder gar zu fordern, ist zumindest sehr künstlich, wenn nicht fatal.

Der Rassismus, auf biologischer Basis, ist völlig inhaltslos geworden und für den auf kultureller oder ethnischer Basis, haben sich die angeblichen Beweise, es gäbe Kulturassen, als haltlos erwiesen.

Die einzige Rasse Mensch strebt, nach einer langen, aber auch schon länger wieder beendeten Phase, die sich durch geografische Trennung und eben klassische Isolationseffekte, mehr phänotypisch als genotypisch, auseinander entwickelte, nun unweigerlich zusammen. - Wer das für Augenblicke in der Geschichte verhindern oder aufhalten will, muss Gewalt anwenden.

Die Möglichkeiten, die Mobilität, technische und materielle Voraussetzungen, das Explorationsverhalten, in alter Sprache, das Streben, die Leidenschaften, sind gegeben, selbst wenn es keine Notlagen (Kriegsflucht, Armutsflucht) gäbe.

Was in Köln geschah, ist auch in jeder stärker religiös geprägten Gesellschaft höchst unerwünscht und wird, sofern man die Mittel hat, über den Staat oder, als Ersatz, über familäre oder tribalistische Systeme, schwer bestraft, schnappt man die Täter. Die Strafe muss auch in einer Gesellschaft erfolgen, kann nicht abgeschoben werden.

In diesen Fragen unterscheiden sich übrigens fast alles Gesellschaftssysteme und Kulturräume der Welt nicht wesentlich, außer in jenen sub- und antikulturellen Strukturen (z. B. gegen Muslime, denen man ihre Schriften, Denkmale, Gebetsräume, Gemeinden zerstört und gleichzeitig im kontrollierten Gebiet dekretiert, was zu glauben ist, um nicht bestraft oder gar getötet zu werden. Dies ist völlig untypisch für den Islam, der gar keine Einheitskirche und kein Dogma, außer dem der Worte Allahs im Koran, kennt), bei denen Gewalt und Kriminalität Teil des, von den meisten aktiven Mitgliedern akzeptierten, Lebens- und Erfolgsmodells wurde. - Ähnliche Entwicklungen zeigen sich, zum Vorteil der Drogenkonsumenten in der ganzen westlichen Welt, in Afghanistan oder Mexiko, wo kriminelle Regionalstaaten oder Territorien entstehen oder, wiederum zum Vorteil unserer Länder, rund um die Minengelände für seltene Rohstoffe, zum Beispiel in Zentralafrikas, oder in Malaysia, Indonesien, Nigeria, für das Palmöl unserer Drogerie und Processed- food Produkte.

Dass das mittlerweile auch große und mächtige Organsiationen entstehen lässt, die pseudostaatliche Strukturen aufbauen, liegt häufig am Verfall der Staaten und Territorien, an dem selbst westliche Mächte und große internationale Konzerne ein Interesse haben.

Aber zurück nach Deutschland: Ich finde, man muss alles klar trennen, sonst kommt keine klare Aktion gegen die Tätergruppe zustande. Der sehr eindeutige Poliziebericht aus Köln belegt, worum es den Tätern hauptsächlich ging, welche Masche sie seit geraumer Zeit schon verfolgen und warum zum Silvester/Neujahr die Absprache einer größeren Zahl von ihnen, zu dieser Häufung an Delikten führte. - Das wird sich so nicht mehr wiederholen, wenn nur polizeiliche und staatsanwaltliche Reaktionen erfolgen.

Mit Flüchtlingen, das sehen wir wohl beide, hat das wenig bis nichts zu tun.

Sozialisation zu analysieren, mit Bezug auf Sexismus und sexuelle Gewalt, ist sehr wichtig. Sowohl bezogen auf Einzelfälle, als auch für soziale Gruppen, Religionen und Staaten. Eine große Täuschung ist allerdings, zu glauben, es gäbe quantitativ große Unterschiede in den Fragen von Sexismus und sexueller Gewalt. Wer die Gesellschaften und Ethnien daraufhin untersucht, der kann feststellen, dass in allen Tabus, Gesetze, Sitten und Gebräuche darauf ausgerichtet sind, die unabweisbar auftretenden Missbräuche, Gewalttaten und Diskriminierungen zu regeln, zu sanktionieren, zu verhindern.

Leider sind ja mittlerweile viele Diskussionsteilnehmer, häufig gerade jene, die sich fast ausschließlich zu diesen Fragen zu Wort melden, sogar extra anmelden, und ihre einförmige Sortierabsicht, ihren Wunsch zumindest mit Worten Ordnung zu schaffen, kaum verbergen, gerade an der absoluten Trennung, Ich, wir, "die", sehr interessiert.

Für Taten sind sie meist noch nicht ausreichend weit, aber man spürt diese förmlich schon, im Andrang und in der Wut der Worte, die von der Sucht zeugen, wenigstens einmal persönlich zu werden und Schreibern, Autoren und Mitdiskutanten, völlig ohne eigene Zweifel, die Meinung zu geigen.

Tatsächlich führt aber die Mühe, den ewig währenden Sexismus und die sexuelle Gewalt hauptsächlich auf Gruppen zu schieben, die man diskriminieren möchte, gar nicht zu einer Besserung, die ohnehin immer nur graduell sein kann, nie absolut.

Nur eine Gesellschaft, die keinen Sex mehr kennt, hätte kein Sexismus- Problem mehr.

Beste Grüße

Christoph Leusch

silvio spottiswoode 17.01.2016 | 19:13

@Frieda Baum

Nicht als Fantasie, als Schilderung real erlebter Vorfälle hatte ich die zitierte Passage verstanden.Was inhaltlich in Antonia Baums Text sehr gut rausgearbeitet wird, ist die Polarisierung der Debatte hin zu zwei Hauptströmungen, die uns allerdings beide vom zentralen Menschenrechts Thema einer ungerechten Gesellschaft wegführen.

Antonia Baum: "Das heißt: Das eine Deutschland will nicht über sexualisierte Gewalt sprechen. Dieses Deutschland will über sich selbst sprechen und seine Angst davor, dass es nicht so bleiben darf, wie es ist.

Das andere Deutschland will über sich selbst sprechen, aber nur darüber, dass Deutschland nicht über sexualisierte Gewalt sprechen will. Es weigert sich aber, über den Zusammenhang von kultureller Herkunft, Chancengleichheit und Frauenfeindlichkeit zu sprechen, was völlig falsch ist, besonders gegenüber den Frauen, die angegriffen worden sind." (Quelle FAZ)

Eschreckenderweise sind wir alle ja nicht nur Zeugen von Sexismus, vielmehr ist gesellschaftlicher Sexismus immer auch Ausdruck von Ungleichheit, Ausgrenzung, Machtdemonstration, von Rassismus und der Verletzung der Rechte der Schwächeren. Gewalt gegen Minderheiten aller Art. Hier sollte tatsächlich jede Art der Diskriminierung mit einbezogen werden.

Die Gewaltexzesse von Köln zeigen exemplarisch die thematische Vielschichtigkeit der Problematik sexistischer Übergriffe, die sich eben gerade nicht auf eine reine Feminismus-Debatte verengen lassen.

Gewalt gegen Frauen ist kein Frauenproblem, sondern gesellschaftliches Versagen. Ein Verstoß gegen Menschenrechte, eine Verletzung gesetzlich garantierter Freiheit und Selbstbestimmung freier Bürger. Stellt also in jedem Fall das Versagen gesellschaftlich legitimierter staatlicher Organe dar, deren einzige Aufgabe die Sicherung staatlicher Strukturen wäre.

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Ehemaliger Nutzer 17.01.2016 | 19:14

"Herr Klingbeil, Sie haben sich ja als Lügenentlarvungsweltmeister extra angemeldet."

Ich habe nach diesem Satz nicht weitergelesen.

Weil ich schon genau bei diesem ersten Satz hängengeblieben bin und ich wahrscheinlich beim Weiterlesen Fehler in der Deutng machen werde, wenn ich schon nicht mal dazu in der Lage bin, diese von Ihnen voran genannte wichtige Voraussetzung zu deuten.

Könnten Sie mir, bevor ich Ihren Diskussionsbeitrag an Sie weiterlese, bitte zum Verständnis des weiteren Textes diesen wahrscheinlich äußerst bedeutsamen Passus erläutern? Ich gehe davon aus, dass der bedeutsam ist, weil er die Einleitung eines langen Textes darstellt.

Und glauben Sie mir oder glauben Sie mir nicht: Ich habe nach diesem Satz tatsächlich nicht weitergelesen! Ich zittere sogar jetzt noch beim Schreiben und getraue mich nicht nach oben zu Ihrem Kommentar zu blättern. Ich werde den Satz mal am besten fett markieren, damit Sie meine Aufregung erkennen können.

Bitte helfen Sie mir.

Vielen Dank schon im Voraus. :-)

Gunnar Jeschke 17.01.2016 | 19:20

Die Strafe muss auch in einer Gesellschaft erfolgen, kann nicht abgeschoben werden.

Da bin ich Ihrer Meinung. Man muss natürlich noch unterscheiden, welchen Aufenthaltstitel eine Person hat. Jemanden, der geduldet ist, kann man nach wiederholten Straftaten (und Verbüssung der Strafen) sehr wohl irgendwann abschieben.

Wenn dagegen jemand zu Recht Asyl erhalten hat oder es noch möglich ist, dass er zu Recht Asyl erhält, dann sollten die Konsequenzen einer Abschiebung so schwer sein, dass vor dieser eine extrem hohe Hürde steht. Falls dem nicht so ist, so ist die Anerkennungspraxis bei Asylanträgen nicht angemessen. In einem schwebenden Asylverfahren kann die Abschiebung prinzipiell nicht erfolgen, weil die Konsequenzen für die Person dann ja noch gar nicht bekannt sind. Man kann höchstens das Asylverfahren beschleunigen, wenn es zu einer schweren Straftat gekommen ist.

So weit zu dem Problem, das seit Köln scheinbar diskutiert wird.

Die Diskussion ist aber auch aus einem anderen Grund so hochgekocht. Der Migrantenstrom ist in dieser Grösse nicht zu bewältigen und hat mehr Nachteile für die Bevölkerung als Vorteile. Wer an der Aussengrenze der EU anlangt, ist in aller Regel nicht mehr in akuter Gefahr. Ein Teil der Ankömmlinge sind Migranten, die ursprünglich Flüchtlinge waren, viele sind Nur-Migranten, die sich als Flüchtlinge ausgeben.

All das ist dem grössten Teil der Bevölkerung bewusst, wie immer die Mainstream-Medien und Politiker die Situation auch dargestellt haben. Der grösste Teil der Bevölkerung hatte schon vor der Silvesternacht von der Politik erwartet, endlich den Zustrom zu beschränken.

Die Kölner Ereignisse waren nur der Tropfen, der das Fass zum Ueberlaufen gebracht hat. Der Anlass, nicht der Grund für den scheinbaren Meinungsumschwung. Es ist ein scheinbarer Umschwung deshalb, weil vorher nur die veröffentlichte und die öffentliche Meinung stärker auseinanderklafften als jetzt.

Mit anderen Worten ist der Topf deshalb so schwer explodiert, weil Politik und Medien vorher glaubten, sie könnten das Wasser am Kochen hindern, wenn sie nur den Deckel ganz fest auf den Topf pressen. Das musste zu üblen Konsequenzen führen.

Angelia 17.01.2016 | 19:21

kein Problem :-) ich teile Ihre Einschätzung .GUNNAR JESCHKE17.01.2016 | 11:11 Seitdem die Presse fast durchgängig und kritiklos den Wandel zum Neolibaralismus unterstützte und quasi als Volkspädagoge im Sinne der Regierungen/Wirtschaft/Parteien statt als vierte Gewalt im Staat fungierte, hat sie viel an Glaubwürdigkeit eingebüßt. Dass das alte rechts-links- Schema nicht mehr funktioniert, das ist bei den wenigsten Journalisten angekommen.

Man musste schon sehr suchen und das selbstständige Denken sehr gefordert, um fundierte kritische Berichterstattung zu finden. Das haben sich Ideologen, Sektierer, Verschwörungstheoretiker und sonstige Menschen, die endlich auch mal was zu sagen haben wollten, eben zu Nutze gemacht.

Der Ruck nach rechts ist eher dem Versagen de sogenannten Vierten Gewalt zuzuordnen, als der Bevölkerung selbst. Nix gelernt aus der Geschichte, das haben sie und Jakob Augstein bedauerlicherweise auch nicht.

Die wenigsten haben halt gelernt, was Hans Joachim Friedrichs gelernt hat: Distanz halten, sich nicht gemein machen mit einer Sache, auch nicht mit einer guten, nicht in öffentliche Betroffenheit versinken, im Umgang mit Katastrophen cool bleiben, ohne kalt zu sein. Nur so schaffst du es, daß die Zuschauer dir vertrauen, dich zu einem Familienmitglied machen, dich jeden Abend einschalten und dir zuhören .

Aber es scheint ja erste Umorientierungen zu geben:

http://www.zeit.de/2016/03/sexismus-fluechtlinge-islamismus-araber-frauen

einen schönen Abend

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Ehemaliger Nutzer 17.01.2016 | 19:25

:-)

Ja man schärfe immer mal Ockhams Rasiermesser. Ist z.B. in den exakten Wissenschaften ja eine der schärfsten Waffen. In den Sozialwissenschaften nennt man die Methode auch scharfe Analyse. Von Nebensächlichkeiten je nach Grad ihrer Gewichtung bei der Analyse der Hauptprobleme abzusehen.

Aber ganz so einfach sollte es man sich da auch nicht machen, denn dann würde man ja immer nur zu einem Ergebnis kommen:

Das Problem ist der Kapitalismus! Aber diese Erkenntnis allein ist zwar das allerwichtigste, hilft aber allein nicht.

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Ehemaliger Nutzer 17.01.2016 | 19:33

Ja leider hatte die Justiz, Staatsgewaltmacht und Gesetzgebung in der BRD schon immer eine Augenklappe auf dem rechten Auge. Schon als Schüler in der DDR wurde uns von unseren humanistisch eingestellten Lehrern immer dies deutlich vermittelt.

Ich habe wegen dem Bild mit der Augenklappe immer Moshe Dayan vor Augen, um mal wieder auf das Hauptthema Kriege zurückzukommen.

War das jetzt mit der Augenklappe politisch unkorrekt gegenüber unseren sehbehinderten Mitmensche? Ich bin nicht so richtig auf dem neuesten Forschungsstand. Darf man sehbehindert (noch) sagen?

:-)

Columbus 17.01.2016 | 19:35

Alle Delikte der Silvesternacht haben einen großen Strafrahmen und gerade die Tatbestände sexuelle Nötigung und Vergewaltigung, erfüllen gar das Kriterium der besonderen Schwere.

Also Täter schnappen und, wenn das nicht gelingt, für die Zukunft lernen und planen, wie man besser präventiv und ermittelnd in Erscheinung tritt! - Es stärkte das Rechts- und Gerechtigkeitsempfinden. Allerdings wäre es eine Illusion, von irgend einer Maßnahme oder gar von einem entsprechend konstruierten Staat, das Ende der Kriminalität zu erwarten. Und es gehört auch zur Wahrheit und Klarheit dazu, dass Deutschland im internationalen Vergleich, sowohl bei Tatzahlen, als auch bei Verurteilungen, nicht schlecht abschneidet. Im Gegenteil.

Bei den Eigentumsdelikten der Silvester- Neujahrsnacht in Köln geht es um Raub (StGB §240), denn es wurde in vielen Fällen von den Tätergruppen Gewalt gegen Personen ausgeübt oder damit gedroht: Strafe nicht unter einem Jahr, nach oben offen! In minderschweren Fällen, sechs Monate und maximal 5 Jahre.

Bei sexueller Nötigung und Vergewaltigung, nicht unter einem Jahr, in schweren Fällen, nicht unter zwei Jahren.

Strafrahmen nach oben völlig offen, denn es kommt auf die Art und Weise der Tat und weitere andere vorwerfbare Delikte an!

Bei Anklagen werden alle Deliktvorwürfe gebündelt.

Bei einfachem Diebstahl und einfachem Widerstand gegen die Staatsgewalt, Beleidigung von Beamten, wenn die Täter Kinder (nicht oder nur bedingt strafmündig) oder Jugendliche oder unreife Erwachsene sind (letzteres muss per Sozialgutachten oder psychologische Gutachten plausibel gemacht werden), kann es tatsächlich zu sehr niedrigen Strafen, selbst bei Wiederholungstätern, kommen.

Was in der Öffentlichkeit wenig bekannt ist. Selbst "Intensivtäter", die als Jugendliche oder junge Erwachsene meist mit einer Flut an Delikten auffallen, zeigen das nach dem 25.- 30. LJ nicht mehr. Was ebenfalls wenig bekannt ist. Viele Delikte in diesem Bereich finden unter den sozialen Gruppen selbst statt, die sich gegenseitig abziehen, verletzten und misshandeln.

Wir haben ein Ermittlungs- und ein Präsenzproblem der Polizei im öffentlichen Raum. Das kann geändert werden. Es liegt dabei nicht einmal an der Zahl. Wie man sieht, hängt es einzig von der Einschätzung der Wichtigkeit von Terminen, Events, Risikolagen und möglicherweise betroffenen Personenkreisen ab, ob genügend Präsenz erreicht wird, um der Kriminalität im öffentlichen Raum oder der Möglichkeit dazu, entgegenzutreten.

Was aber nun Sexualdelikte angeht, so finden die meisten schweren Delikte nicht im öffentlichen Raum statt und sie werden auch nicht hauptsächlich von "kranken" Tätern begangen, sondern geschehen, einmal als Beziehungstaten und zum anderen aus Geschäftsinteressen, unter uns ganz normalen Bürgern.

Beste Grüße

Christoph Leusch

Bernd Ebert 17.01.2016 | 19:41

"Das Problem ist der Kapitalismus!"

Noch eher bzw. konkreter die aktuell angesagte, nach Snowden mittlerweile auch offen erkennbare Vasallentreue. Das erklärt nahezu alles, ist einfach und dennoch kaum falsch, von Ramstein et al. bis zu dem, was hier (k)ein Thema sein darf, die zunehmend aufscheinenden Symptome stattdessen

nach innenabstrahiert, genderisiert, relativiert werden,

nach außen Erdogan&Co. sogar cash zu bezahlen sind.

anne mohnen 17.01.2016 | 19:44

„Der Staat hat die Pflicht, seine Polizei zu schützen und das bedeutet automatisch, dass körperliche Gewalt gegen einen als Polizisten kenntlichen Beamten eine harte Strafe erfordert.“, schreiben Sie weiter unten.

Ach, Herr Jeschke. Natürlich ist der Staat für seine Beamten verantwortlich, umso schlimmer, dass „er“ in der Silvesternacht dem Anruf der Bundespolizei nach mehr Einsatzkräften nicht gefolgt ist. Die Gesetzeslage ist ausreichend!

Zum Angriff auf das Asylrecht. „Der Staat“ hat im letzten Jahrhundert in zwei Diktaturen „dem Menschen“ das Fürchten gelehrt. Also, tun Sie nicht so, als ob der harte Gesetzesstaat interessenlos sei. Dazu der Kommentar von silvio spottiswoode 17.01.2016 | 18:38

Ich bin dann mal weg....

mymind 17.01.2016 | 19:45

Mal abgesehen von dem Beispiel bzgl. Linkshänder, finde ich es für mich persönlich wichtig, darüber informiert zu werden, welche Probleme in dieser Gesellschaft gerade akut sind. Das Verdecken, Verschweigen & Relativieren seitens Politik, Behörden & Medien offenbart für mich in 1. Linie, dass offensichtlich eine Furcht | Gewissheit vorwiegt, dass unsere Gesellschaft ggf. nicht so liberal & tolerant ist, wie sie sich selbst versteht & nach außen verkauft wird.

Anstatt zu thematisieren, aus welchen Gründen Deutsche aber auch Einwanderer ggf. Täter mit zweierlei Maß messen, wird ausgewichen, geschwiegen & umgekehrt in gleicher Weise gehandelt. Das ist alles andere als ein guter Weg für ein Miteinander & bietet eine explosive Ebene für Extremismus jeglicher Couleur.

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Ehemaliger Nutzer 17.01.2016 | 19:50

"Das Problem bei Ihnen und anderen, ist nicht eine eventuell nicht vorhandene akademische Ausbildung ..."

Oh jetzt habe ich mich doch getraut weiter zu lesen.

Nach vielen Selbstverständlichkeiten über die Sie mich wahrlich nicht belehren müssen, darf ich Ihnen Ihre Hochnäsigkeit gegnüber niedrig gebildeten Schichten, die deshalb nicht ethisch anständig sein könnten, mit eine Gegenkompliment beantworten:

Mit Verlaub, Sie sind ein Arschloch!

Ihre Belehrungen sind bei mir jahrzehntelanges Allgeminwissen. Dazu muss kein Mensch wie Sie studiert haben.

Und nun veranlassen Sie für das Arschloch unverzüglich meine Sperrung. Sie sind der personifizierte Bessermensch! Da warten sicher schon hunderte drauf.

Columbus 17.01.2016 | 19:51

Ja, Abschiebung. Aber lieber hier Menschen einknasten, die 18 oder 25 Jahre alt sind, oder gar jünger, und, gibt man sich ein wenig Mühe, resozialisiert werden können, als sie ohne gewissenhafte Prüfung abzuschieben.

Viele Aufgeregte und Politiker (letztere wissen, wie wenig real wirklich geht, da ist das einfach nur die Art Politik, von der man glaubt, sie komme bei KZG- und UKZG- Wählern gut an), denken ja in Massen. Massenhaft Delikte, massenhaft typisch für Gruppen, also massenhaft und möglichst ausnahmslos reagieren.

Aber genau das geht eben nicht, mit dem Recht, soll es noch eines bleiben und nicht einfach nur ein Abgleiten in den Maßnahmestaat nachvollziehen, der die Generallösungen propagiert.

Beste Grüße

Christoph Leusch

Gunnar Jeschke 17.01.2016 | 20:19

Vielen Dank für die sehr klare Erläuterung.

Was in der Öffentlichkeit wenig bekannt ist. Selbst "Intensivtäter", die als Jugendliche oder junge Erwachsene meist mit einer Flut an Delikten auffallen, zeigen das nach dem 25.- 30. LJ nicht mehr.

Auch das wusste ich nicht. Und ich verstehe schon, dass in der modernen Auffassung des Strafrechts der möglichen Wiedereingliederung der Täter in die Gesellschaft ein sehr hoher Stellenwert eingeräumt wird. Das sehen die Experten so, die in jahrzehntelangen Diskussionen zu diesem Ergebnis gekommen sind.

Unter den Wahlberechtigten sind diese Experten allerdings ein vernachlässigbarer Faktor. Die meisten Leute haben ein anderes Verständnis davon, was Strafrecht leisten soll: Abschreckung und Rache (Entschuldigung für die Rache, aber Menschen sind nun mal so gebaut, bevor sie reflektieren, selbst Staaten handeln untereinander so).

Wenn man das Strafrecht völlig auf dem unreflektierten Wunsch nach Abschreckung und Rache aufbaut, landet man wohl näherungsweise in den aus der Scharia abgeleiteten derzeit gängigen Varianten der Fikh (volkssprachlich kurz: Scharia).

Wenn man aber umgekehrt das Bedürfnis der Bevölkerung nach Abschreckung und Rache fast völlig ignoriert (und wir sind wohl inzwischen zu nahe an diesem Punkt), akzeptiert irgendwann die Bevölkerung das Rechtssystem nicht mehr, weil sie es als zu weit von "Gerechtigkeit" entfernt betrachtet.

Es wäre besser, die Kluft "evolutionär" zu schliessen, als dass es am Ende "tea party", AfD oder gar Pegida-Politiker tun.

Off topic: Sind eigentlich mal jemandem die Parallelen der Pegida zur Tea-Party-Bewegung aufgefallen? Das Thema scheint bei den Mainstream-Medien auch in einem "Giftschrank" zu stehen, weil man einen Zweig einer der beiden grossen US-Parteien ja schwerlich mit einer Bewegung vergleichen kann, die (nicht zu Unrecht) als rechstextrem und krypto-faschistisch gilt.

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Ehemaliger Nutzer 17.01.2016 | 20:28

Man könnte wegen fehlender Videoaufnahmen im Internet sogar auf die Idee kommen, dass interessierte Geheimdienste aus dem Ausland oder gar Inland zum Durchsetzen perverser politishcer oder geopolitischer Ziele das Taharrush gamea massiv angeheizt haben. Ob Maas sowas gemeint hat?

Aber ich bin kein Verschwörungstheoretiker.

Dass keine privaten Videoaufnahmen auf Youtube oder sonstwo zu finden sind, könnte daran liegen, dass die Täter sehr wohl wissen, dass diese am besten dem Opfer sofort als erstes "aus der Hand" zu nehmen ist. Was Kommentator @Columbus zwar in vielen der Anzeigen gelesen aber trotz Studiums :-) nicht verstanden hat.

Wir sollten, z.B. Journalisten mit Presseausweis, die hier beim Freitag arbeiten, darauf drängen, dass die Videos (natürlich mit Schutzverpixelung) der Überwachungskameras der Öffentlichkeit vorgelegt werden!

Das wäre eine der wichtigsten Forderungen an die Polizei!

Gunnar Jeschke 17.01.2016 | 20:40

Massenhaft Delikte, massenhaft typisch für Gruppen, also massenhaft und möglichst ausnahmslos reagieren.

Aber genau das geht eben nicht, mit dem Recht, soll es noch eines bleiben und nicht einfach nur ein Abgleiten in den Maßnahmestaat nachvollziehen, der die Generallösungen propagiert.

Da bin ich nun völlig Ihrer Meinung. Das ist einfach der gleiche Populismus, den dieselben Politiker der Konkurrenz vorwerfen.

Wo ich Ihnen auch zustimme, ist, dass die Politiker wohl wissen, wie wenig wirklich geht (auch in Bezug auf einer Verringerung des Migrantenstroms, zumindest kurzfristig) und ganz sicher in Bezug auf massenweise Abschiebungen (wohin denn?).

Nur kann man die Bevölkerung nicht auf Dauer darüber belügen. Das geht nicht gut. So zu tun, als gäbe es andere Gründe für das, was man nur zulässt, weil man nicht anders kann, wird irgendwann durchschaut. Und in der Zwischenzeit geht alles Vertrauen verloren.

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Ehemaliger Nutzer 17.01.2016 | 20:50

"Leider sind ja mittlerweile viele Diskussionsteilnehmer, häufig gerade jene, die sich fast ausschließlich zu diesen Fragen zu Wort melden, sogar extra anmelden, und ihre einförmige Sortierabsicht, ihren Wunsch zumindest mit Worten Ordnung zu schaffen, kaum verbergen, gerade an der absoluten Trennung, Ich, wir, "die", sehr interessiert.

Für Taten sind sie meist noch nicht ausreichend weit, aber man spürt diese förmlich schon, ...".

Ohne Kommentar zu diesem Hassprediger und Verleumder!

mymind 17.01.2016 | 20:53

Raub (StGB §240….Strafe nicht unter einem Jahr, nach oben offen! In minderschweren Fällen, sechs Monate und maximal 5 Jahre.

Bei sexueller Nötigung und Vergewaltigung, nicht unter einem Jahr, in schweren Fällen, nicht unter zwei Jahren.

Danke für die Info. Unschwer zu erkennen, was in unserem Strafrecht schwerer wiegt. Das Schützen vor Eigentum ist wichtiger als Körperverletzung & sexuelle Nötigung _ oftmals auch wichtiger als Totschlag. Diesbezüglich gab es in den letzten Jahren mehrere merkwürdige Urteile, in denen für Totschlag gem. Jugendstrafrecht, auch wenn die Täter volljährig waren, max. 4 Jahre Haft ausgesprochen wurden, während für Urheberrechtsverstöße wie z.B. illegale Downloadportale für Filme im Internet mdst. 4 Jahre Haft die Regel ist.

Diese Verhältnismäßigkeit passt MM nach schon lange nicht mehr. Vor allem nicht, wenn neben der Akzeptanz von solchen Urteilen auch noch Menschenrechte hochgepriesen sowie ausgewählte Staaten für ihre Missachtung kritisiert werden.

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Ehemaliger Nutzer 17.01.2016 | 20:54

Ich hoffe schon, dass wir eine Kommentatorengemeinde sind, die es sich auf ausdrücklich auf die Fahnen geschrieben hat, den Hass und ohne jeglichen Anlass anderen böse Taten zu unterstellen, Einhalt geboten wird.

Er wäre ein konkretes Beispiel wo den wiederholt geäußertem Willen, dies zu tun, mal entsprechende Worte folgen sollten.

Wir können von Glück sagen, dass hier rechtsextreme Hetzer nicht aufschlagen können. Aber das gesagte gilt für jeden Hetzer!

janto ban 17.01.2016 | 21:10

Hallo Herr Leusch,

sieht aus, als könnten wir uns stundenlang streiten, ob Sexismus nun als eine Unterform des Rassismus angesehen werden kann oder nicht. Deshalb will ich nur kurz auf Ihre letzten zwei(/drei) längeren Absätze eingehen. Ich sehe das genauso. Es fing ja schon letzten August in den Foren von zeit.de an, wo die Redaktion seitdem aus dem Moderieren nicht mehr herauskommt und gefühlt ein Drittel bis die Hälfte aller Nutzerkommentare löschen oder editieren muss. Damals sprach ich schon von einer "Pogrom-ähnlichen Stimmungslage".

Dem gegenüber will ich - worst case - mal die Worte eines gewissenen Mopperkopps stellen, der heute schrieb: "Die inszenierte "Willkommenskultur" ist sozusagen der Schnelle Brüter der Rechten". Im zweiten Teil sagt er etwas, das ich genauso sehe: die Flüchtlingskrise ist zum Trigger von Übeln geworden, in D wie in Europa. Erhöb ich den Grundton des hier zu besprechenden Textes von Jakob Augstein zum Maßstab, müsste ich glatt schreiben: wir kollabieren, als Zivilgesellschaft, geistig-moralisch.

Ich schrieb schon in Verbotene Gedanken: "Eins führt zum anderen. Was an diesem Gedanken verboten sein soll, müsste mir mal erklärt werden." Aber es erklärt mir niemand. Und ich zitiere dort R. D. Precht, der sagt: "Wir stehen vor dem Problem, dass rechtsnationale Kräfte bei anhaltend hoher Flüchtlingszahl weiter Zulauf bekommen". Man muss kein Mathe-Genie sein, um spätestens nach "Köln" zu wissen, dass diese Gleichung aufgeht. Man muss aber so ehrlich sein sich einzugestehen, dass die gekippte Stimmung sich mit pauschal adressierten "Ihr-seid-alle-Nazis!"-Tiraden nicht wieder ins Lot bringen lässt. Das genaue Gegenteil wird der Fall sein, wenn solche Leserbeschimpfungen auch noch mit einem Hauch von "Alle Grenzen weg! Alle rein!" garniert werden.

Aber was rede ich..? "Der Firnis unserer Zivilisation zeigt sich brüchiger, als zu befürchten war", schreibt Jakob Augstein hier. Brüchiger, als zu befürchten war. Über diese Worte muss nachgedacht werden!! Denn es kann nicht sein, dass die pol. Linke hinterher dasteht, als sei sie sehenden Auges ins offene Messer gerannt, um mal zu testen, wie brüchig eigentlich brüchig ist. Das kann und darf es nicht sein.

Womit ich mich dem Vorwurf aussetze, ein Einknicken ggü. den Rechten zu fordern. Das weiß ich. Aber es wären nicht die vielleicht 5 - 10% Arschgeigen, die ihre Dummheit und Ignoranz in Form von Hass und Hetzte ins Netz kippen und den radikalen Rechtsextremen damit Wind unter die Flügel blasen, der mich das fordern ließe. Es ist die Furcht vor einer Radikalisierung der pol. Mitte, die Augstein schon attestiert; die aber noch keine beobachtbare Realität ist. Noch nicht.

Damit das auch möglichst so bleibt, wäre ich dafür, dass wir erst mal versuchen, denen so etwas wie ein Leben zu organisieren, die 2015 zu uns gefunden haben. Jene, von denen es zu lange hieß, man schaffe es schon noch, sie EU-weit zu verteilen. Wie wir es anstellen könnten, dass nicht auch 2016 wieder Millionen nach D fliehen, weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass die Gefahr besteht, dass brüchig kein Wort mehr sein könnte, falls wir es nicht schaffen. Und davor habe ich höllische Angst.

Seehofer hat in einem Punkt recht. Testen wir die Grenzen des gesamtgesellschaftlich Möglichen lieber nicht aus. Denn Boote sinken nicht erst, wenn sie (zu) voll sind. Sie sinken auch, wenn sie zum Kentern gebracht werden. Und es ist eine Dynamik in Gang gekommen, die Sie und ich und Augstein nicht aufhalten, wenn nicht das Trigger-Moment zumindest nachlässt.

Tötet nicht den Boten.

Gunnar Jeschke 17.01.2016 | 21:10

Ich finde auch, dass persönliche Angriffe zu weit gehen und ein formaler Bildungsabschluss kein Kriterium für die Teilnahme an einer Diskussion ist und kein Argument, das man verwenden kann, wenn einem ein Sachargument der Gegenseite nicht passt. Auf Sachargumente muss in einer Diskussion mit Sachargumenten geantwortet werden, auch wenn es unter Juristen als Berufskrankheit gelten darf, auf Sachargumente mit formalen Argumenten zu antworten und umgekehrt.

Dennoch diskutiere ich mit Herrn Leusch weiter über Sachfragen, weil es wenig hilft, sich anzuschweigen. Allerdings denke ich schon, dass er Ihnen etwas schuldig ist und er sollte selbst darauf kommen, was.

mymind 17.01.2016 | 22:02

Wie wir es anstellen könnten, dass nicht auch 2016 wieder Millionen nach D fliehen, weiß ich nicht.

Solange ´Same Procedure as last year´ gilt, werden dieses Jahr noch mehr Flüchtlinge | Migranten kommen. Wer das nicht möchte, kann sich nur der Forderung beugen, die Grenzen schließen zu lassen. Im Endeffekt bleiben die betroffenen Menschen dort, wo sie ankommen _ vorwiegend in Griechenland & Italien. Wie seit 5 Jahren _ in Folge der Kriege in Libyen & etwas später in Syrien, an denen die demokratischen EU-Regierungen aktiv wie passiv beteiligt waren. Nur dass sich damals kaum ein Bürger in D für die betreffenden Flüchtlinge interessiert hat, vielmehr die westliche Invasion in Libyen befürwortete als auch bis vor kurzem für Syrien forderte.

Es ist nicht so einfach mit dem Überblicken von Zusammenhängen _ solange inszenierten Feindbildern frag- & willenlos gefolgt wird, ohne über die Konsequenzen für alle Betroffenen nachzudenken. Es ist auch traurig zugleich, an 1. Stelle wegen der Opfer dieser geld- & machtgeilen Kriegstreiber & nicht zuletzt wegen der verschwendeten Energie in die Bildung unserer Intelligenzia, die dem ganzen Irrsinn weder aktiv noch passiv kaum etwas entgegenzusetzen vermag…

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Ehemaliger Nutzer 17.01.2016 | 22:39

Ich hoffe, dass derlei Reaktionen nur "Ausdruck von Abwehr, Schmerz und der Weigerung, bisher für gewiss Gehaltenes zu überprüfen." sind.

So schreibt die Berliner Zeitung, vormaliges SED-Blatt und übrigens ganz interessant, die erste Tageszeitung Deutschlands nach dem zweiten Weltkrieg.

http://www.berliner-zeitung.de/politik/-wer-ueber-heidenau-spricht-sote-darf-ueber-koeln-nicht-schweige,10808018,33491384,item,0.html#plx221013712

Ja, ich hoffe ebenfalls auf ein entschuldigendes bzw. wenigstens erklärendes Reagieren.

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Ehemaliger Nutzer 17.01.2016 | 23:08

Seit 40 Jahren weiß Reinhard Mey, was mit den Herrschenden und Regierenden und hoffentlich nicht, wie sich noch erweisen muss, mit uns los ist:

Das Narrenschiff

Das Quecksilber fällt, die Zeichen stehen auf Sturm,
Nur blödes Kichern und Keifen vom Kommandoturm
Und ein dumpfes Mahlen grollt aus der Maschine.
Und rollen und Stampfen und schwere See,
Die Bordkapelle spielt „Humbatäterä",
Und ein irres Lachen dringt aus der Latrine.
Die Ladung ist faul, die Papiere fingiert,
Die Lenzpumpen leck und die Schotten blockiert,
Die Luken weit offen und alle Alarmglocken läuten.
Die Seen schlagen mannshoch in den Laderaum
Und Elmsfeuer züngeln vom Ladebaum,
Doch keiner an Bord vermag die Zeichen zu deuten!

Der Steuermann lügt, der Kapitän ist betrunken
Und der Maschinist in dumpfe Lethargie versunken,
Die Mannschaft lauter meineidige Halunken,
Der Funker zu feig' um SOS zu funken.
Klabautermann führt das Narrenschiff
Volle Fahrt voraus und Kurs auf's Riff.

Am Horizont wetterleuchten die Zeichen der Zeit:
Niedertracht und Raffsucht und Eitelkeit.
Auf der Brücke tummeln sich Tölpel und Einfaltspinsel.
Im Trüben fischt der scharfgezahnte Hai,
Bringt seinen Fang ins Trockne, an der Steuer vorbei,
Auf die Sandbank, bei der wohlbekannten Schatzinsel.
Die andern Geldwäscher und Zuhälter, die warten schon,
Bordellkönig, Spielautomatenbaron,
Im hellen Licht, niemand muß sich im Dunkeln rumdrücken
In der Bananenrepublik, wo selbst der Präsident
Die Scham verloren hat und keine Skrupel kennt,
Sich mit dem Steuerdieb im Gefolge zu schmücken.

Der Steuermann lügt, der Kapitän ist betrunken
Und der Maschinist in dumpfe Lethargie versunken,
Die Mannschaft lauter meineidige Halunken,
Der Funker zu feig' um SOS zu funken.
Klabautermann führt das Narrenschiff
Volle Fahrt voraus und Kurs auf's Riff.
Man hat sich glatt gemacht, man hat sich arrangiert.
All die hohen Ideale sind havariert,
Und der große Rebell, der nicht müd' wurde zu streiten,
Mutiert zu einem servilen, gift'gen Gnom
Und singt lammfromm vor dem schlimmen alten Mann in Rom
Seine Lieder, fürwahr: Es ändern sich die Zeiten!
Einst junge Wilde sind gefügig, fromm und zahm,
Gekauft, narkotisiert und flügellahm,
Tauschen Samtpfötchen für die einst so scharfen Klauen.
Und eitle Greise präsentier'n sich keck
Mit immer viel zu jungen Frauen auf dem Oberdeck,
Die ihre schlaffen Glieder wärmen und ihnen das Essen vorkauen.

Der Steuermann lügt, der Kapitän ist betrunken
Und der Maschinist in dumpfe Lethargie versunken,
Die Mannschaft lauter meineidige Halunken,
Der Funker zu feig' um SOS zu funken.
Klabautermann führt das Narrenschiff
Volle Fahrt voraus und Kurs auf's Riff.

Sie rüsten gegen den Feind, doch der Feind ist längst hier.
Er hat die Hand an deiner Gurgel, er steht hinter dir.
Im Schutz der Paragraphen mischt er die gezinkten Karten.
Jeder kann es sehen, aber alle sehen weg,
Und der Dunkelmann kommt aus seinem Versteck
Und dealt unter aller Augen vor dem Kindergarten.
Der Ausguck ruft vom höchsten Mast: Endzeit in Sicht!
Doch sie sind wie versteinert und sie hören ihn nicht.
Sie zieh'n wie Lemminge in willenlosen Horden.
Es ist, als hätten alle den Verstand verlor'n,
Sich zum Niedergang und zum Verfall verschwor'n,
Und ein Irrlicht ist ihr Leuchtfeuer geworden.

Der Steuermann lügt, der Kapitän ist betrunken
Und der Maschinist in dumpfe Lethargie versunken,
Die Mannschaft lauter meineidige Halunken,
Der Funker zu feig' um SOS zu funken.
Klabautermann führt das Narrenschiff
Volle Fahrt voraus und Kurs auf's Riff.

https://www.youtube.com/watch?v=8Lz_qPvKCsg

Danke an denjenigen, der mich auf diesen Song aufmerksam machte.

Wir alle kennen bestimmt diesen Song von Reinhard Mey auch:

https://www.youtube.com/watch?v=BU9w9ZtiO8I

Und seit meiner Kindheit in der DDR kenne ich dieses schöne Lied:

Kinderhymne / Bertolt Brecht

Anmut sparet nicht noch Mühe
Leidenschaft nicht noch Verstand
Daß ein gutes Deutschland blühe
Wie ein andres gutes Land

Daß die Völker nicht erbleichen
Wie vor einer Räuberin
Sondern ihre Hände reichen
Uns wie andern Völkern hin.

Und nicht über und nicht unter
Andern Völkern wolln wir sein
Von der See bis zu den Alpen
Von der Oder bis zum Rhein.

Und weil wir dies Land verbessern
Lieben und beschirmen wir's
Und das liebste mag's uns scheinen
So wie andern Völkern ihrs.

(1949)

Fett Hervorhebungen aus aktuellem Anlass von mir.

Darum geht es gleichzeitig: Anmut, Mühe, Leidenschaft und Verstand. Keines davon darf vernachlässigt werden.

hoipolloi 17.01.2016 | 23:20

"Nach vielen Selbstverständlichkeiten über die Sie mich wahrlich nicht belehren müssen, darf ich Ihnen Ihre Hochnäsigkeit gegenüber niedrig gebildeten Schichten, die deshalb nicht ethisch anständig sein könnten, mit eine Gegenkompliment beantworten:

Mit Verlaub, Sie sind ein Arschloch!

Ihre Belehrungen sind bei mir jahrzehntelanges Allgemeinwissen. Dazu muss kein Mensch wie Sie studiert haben."

Wofür Joschka alles gut sein kann :-)

Columbus 18.01.2016 | 01:36

Herr Klingbeil, keinesfalls werde ich mich bei Ihnen entschudigen, denn sprachlich haben Sie sich den Ordnungsruf längst und überfällig verdient, zumal Sie, -was bemerkt wurde-, mit Fischers Worten zum Gegenschlag antraten.

Sind Sie denn auch bereit, freiwillig die Antwort des Deutschen Bundestages an Fischer, für sich zu akzeptieren? (;-))

Die Liebe zu Volk und Deutschland, sollte zumindest nicht soweit gehen, Anmut, Mühe, Leidenschaft und Verstand einfach einzusparen. Nicht jeder Anlass passt zu jedem beliebigen Zitat, das einem persönlich gefällt und nicht jede Pressemeldung aus den Express- Medien, sollte zu Verallgemeinerungen Anlass geben.

Wer z.B. in seinem bisher einzigen Blog beim dF folgendes schreibt, bezogen auf Coletta Manemann, u.a.,

>>Solch eine Frau, wie die Kölner Chefin der "Migrationsindustrie", die beteiligten Flüchtlingsorganisationen, die Veranstalter sind für mich ein „Pack“, die allesamt und ohne Ausnahme mit aktivem oder passivem Verhalten die Freiwilligen, für die das bei ihrem Engagement wohl ein absoluter Horrorschock gewesen sein muss, dazu veranlassten, keine Anzeige zu erstatten. << (Klingbeil),

der sollte hier nicht Tränen vergießen, denn aus diesem und weiteren Kommentar-Beiträgen geht hervor, wie weit er zu gehen gedenkt.

Es ist tatsächlich völlig belanglos, ob einer/eine studiert hat oder das Abitur in der Tasche, um in Diskussionen und eben im alltäglichen Handeln ein Mensch zu sein, der Menschen achtet.

Aber ich finde, man muss beizeiten auf ihre Kommentare, die durchaus böswillig sind, antworten und nicht einfach alles hinnehmen. Nachdem das gesagt ist, kann mir der Rest egal sein. Sperren veranlasst hier nur die Redaktion und ich bestimmt nicht. Ich komme gut damit klar, wenn jemand so deutlich wird, wie Sie es nun taten. Das ist lehrreich und abschreckend zugleich.

Christoph Leusch

Frieda Baum 18.01.2016 | 08:07

silvio spottiswoode

Ja, danke für den Kommentar. Die Bezeichnung "Fanatsie" für real erlebtes von Augstein fand ich unangemessen.

Bezüglich der Hoffnung der Staat möge uns schützen, denke ich der Staat sind wir. Wenn im neoliberalen Alltag die perfiden Umtriebe belohnt werden, andere auszuboten, man/ frau gewohnt ist zuzusehen, wie andere gedemütigt werden, und NICHT den Mund aufmacht, ist es kein Wunder, dass der Staat versagt.

Dersu Usala 18.01.2016 | 10:15

3-5 Polizisten pro Demonstrant - Dankenswerterweise melden die Demonstranten sich vorher an. Wenn Taschendiebe das auch täten, wäre es leichter, die polizeiliche Überzahl zu sichern. Der Vergleich hinkt... Wenn die sich nicht ordentlich anmelden, muss man sie halt rundumdieuhr überwachen. Weil Gelegenheit Diebe macht, muss jeder rundumdieuhr überwacht werden. Um die Individualität der Bestrafung zu sichern, wäre das durchaus nützlich. Andernfalls neigt Mensch dazu, ganze Gruppen abzustrafen. Bestrafung nach Gruppenzugehörigkeit ohne Überprüfung der individuellen Schuld? Oh, Rassismus.

Individualstrafen müssen in angemessenem Umfang erfolgen. Darauf will man und Frau sich verlassen können. Sonst Grenzschließung.

Moorleiche 18.01.2016 | 11:42

besser: mit ich-botschaften reagieren.“

Und vielleicht noch besser: Abrüsten.

Auf der Straße schlägt man sich krankenhausreif und irgendwann vielleicht tot, in den Foren und Blogs schreibt man sich kaputt.

Den Hass erlebe ich schon seit Jahren, da braucht man nicht mal ein politisches Thema.

Nichts gegen klare Positionen, aber nachdem oft schnell klar wird, was uns trennt, ist die andere Frage, was uns denn verbindet. Die Frage hat Habermas vor 10 Jahren gestellt, in der Hochzeit des Kampfes religiöser und säkularer Menschen. Habermas setzt eigentlich immer auf Diskurs und Diskurs ist keine rhetorische Trickserei, erst recht kein brachiales Draufdreschen, sondern der heute vollkommen unpopuläre Versuch die Position des anderen so vollumfänglich zu verstehen, wie es eben geht.

Zur Kontrolle sollte man die Inhalte, von denen man meint, dass der andere sie vertreten würde, in eigener Sprache formulieren, bis dieser sie abnickt und durchwinkt, sich also erkannt fühlt. Von der Basis dieses Verständnisses aus kann man dann versuchen, den anderen zu widerlegen, falls man es für notwendig erachtet.

Das Klima des aggressiven Misstrauens anzufachen, in dem man zu wissen vorgibt, was den anderen motiviert ist auch dann daneben, wenn man ganz doll fühlt, für die gute Sache zu streiten, denn das denkt auf seine Art wirklich jeder.

Ich fühle mich von Augstein zumindest nicht treffend charakterisiert, wenn ich per Automatismus ein Rassist sein soll, weil ich die sexuellen Übergriffe auf Frauen entsetzlich finde und in der Art wie sie dort stattfanden, als neue Qualität erlebe. Ich finde auch die Scheinalternative entweder als Rassist oder Sexist zu gelten und die feinsinnigen Definitionsversuche, was nun was impliziert, unglücklich.

Ich verstehe nicht, warum man nicht ein stinknormaler und wohlmeinender Bürger sein kann, der einfach gegen Sexismus und Rassismus ist und der sich wünscht, dass die Übergriffe der Kölner Silvesternacht aufgeklärt und geahndet werden, ohne Ansehen der Person. Was ist an diesem Standpunkt so außerirdisch, dass er pauschales Misstrauen verdient?

Joachim Petrick 18.01.2016 | 14:53

„Die deutschen Gesichter haben sich verhärtet. Schärfer sind die Kinne geworden, verbissener die Lippen, brutaler die Unterkiefer.“ schreinbt Jakob Augstein. Und nicht nur das, es wird in Talkrunden auf männlicher Seite wieder mit Schlips und Kragen angetreten, die Krawatte enger gezurrt und gebunden. Am letzten Donnerstag war mir als ob der Grünen Co- Vorsitzende Cem Özdemir, am letzten Donnerstag bei Maybrit Illner Gast, beschlipst dem Gast neben sich, Bundesinnenminister ein herzliches Du zuraunte, um sich wie selbstverständlich doch nur politisch sicherheitshalber seiner unteilbaren Sympathie zu vergewissern?

Der GAU aller Sexisten in deutschen Landen, den sich bis jetzt kein echter Sexist ernüchtert so recht eingestehen mag, muss die kriminologische Erkenntnis sein, dass der Kölner Sexmob durchweg nicht wirklich sexistisch animiert unterwegs war, sondern es allein darauf anlegte, vor allem günstige Gelegenheiten auf Massenveranstaltungen zu kriminellen Aktivitäten der Art von Eigentumsdeliktenbei durch herbeitgeführte Tumulten zu finden, um per listig tückischer Ablenkung, junge Frauen ihrer Handys, I-Phones, Geldbörden u. a. Utensilien zu berauben, ohne bei dem Stress Zeit noch Sinn dafür zu entwickeln, sich an der Situation aufzugeilen, wie eine junge Teilnehmerin mit klarem Verstand bei Maybrit Illner, die mit ihren Freundinnen in einer händehaltenden Menschenkette Opfer einer solchen kriminellen Attacke auf dem Kölner Domplatz in der Sylvesternacht wurde, zu berichten wusste, ohne bei der Dunkelheit am Tatort im Nachherein als Zeugin sagen zu können, wie die Täter aussahen. Ausgespprochen groß seien sie gewesen. Mehr könne sie nicht sagen.

Manfred Fröhlich 18.01.2016 | 18:22

Wenn Deutschland erwacht, dann gute Nacht

Ursachenbeseitigung wäre besser:

Die Ursache Nr. 1 für: #‎Hunger, #‎Vertreibung, #‎Flüchtlinge und #‎Krieg? #‎Menschenrechte erfüllen sich nicht "freiwillig" - sie müssen immer wieder erkämpft werden. Leider.

https://twitter.com/kulturbuendnis/status/689023726374010880

Und noch eine Ursache für

Noch eine Ursache für #‎Hunger, #‎Vertreibung, #‎Flüchtlinge & #‎Krieg: #‎Patente auf Leben verletzen #‎Menschenrechte!

https://twitter.com/kulturbuendnis/status/689102506627051520

Columbus 18.01.2016 | 19:04

Nein, so kann ich das nicht ansehen.

Die Strafrahmen beziehen sich doch auf ein Bündel von Gründen, die zu ihrer Festsetzung führten: Häufigkeit des Verbrechens, Tätergruppen (z.B. muss überlegt werden, ob das hauptsächlich gegen Berufsverbrecher, Gelegenheitskriminelle oder aber, die größte Gruppe, die Beziehungstäter, gerichtet ist), häufigste Motive (ganz wichtig), Schutzwürdigkeit des Rechtsgutes, pp.

Um es zu verdeutlichen: Wenn schwere Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung stattfinden, sind es eben zumeist, nicht immer, Menschen die sich kennen. Sehr oft, spielt Alkohol eine Rolle. Sehr oft entstehen die Übergriffe nicht gezielt und z.B. auch nicht von kranken, "triebhaften" Tätern, wie immer noch viele Menschen glauben, und/oder mit lange vorgeplanter Tatabsicht, sondern sie sind Ergebnis einer Entwicklung, z.B. der Enthemmung und der Zuspitzung an einem Tag. Oftmals sind die Delikte einmalig im Leben und die Prognose gut. Sie haben dazu komplexe individuelle und familiäre Vorläufe und Hintergründe, pp.

Um es nocheinmal festzuhalten, der Strafrahmen des StGB 177 ist, im Verbund mit anderen Tatbeständen, letztlich nach oben völlig offen. Jeder Staatsanwalt kann den Rahmen nutzen, jeder Richter darauf reagieren.

Raub, mit Drohung gegen Leib und Leben, u. U. verbunden mit Stufen der Körperverletzung, ist zumeist ein Delikt organisierter Täter. - Nicht gleich an OK denken, das ist dann schon wieder eine andere Ebene. - Oftmals sind es auch Täter aus der Beschaffungskriminalität oder der Kiez- Kriminalität. Letztere Täter, häufig jung und männlich, zocken sich zu 80% untereinander ab und begehen untereinander schwer körperverletzende Delikte.

Zur Verhältnismäßigkeit muss aber noch gesagt werden, dass neben dem Prinzip der Buße, Sühne, das der Resozialisierung bei uns ganz wichtig ist und Deutschland damit deutlich besser fährt, als so viele Länder, bei denen die Strafrahmen stärker am Sühne- und Rachegedanken orientiert blieben. Das gilt schon innerhalb Europas, wo z.B. in GB, mehr Menschen/Einwohner, auch mehr Jugendliche, im Knast landen, ohne Auswirkung auf die dort höhere oder etwa gleiche Kriminalitätrate (deliktabhängig). - In diesen Gesellschaften glaubt jedoch regelmäßig etwa die Hälfte der Bürger, dass harte Strafen nicht nur das Verbrechen sühnen, sondern eben Taten verhindern. Das ist aber ein Trugschluss.

Vor schwersten Straftaten, nicht nur vor Mord, schützen harte Strafen kaum. Was aber wirksam ist: Hoher Verfolgungsdruck, schnelle Arbeit der Anklage, bei ermittelten mutmaßlichen Tätern und ein geplanter Strafvollzug, der in der Lage ist, sinnvolle Prognosen für die Täter, nach Motiven, Hintergründen und Lebensituation zu entwicklen und Programme anzubieten. Schließlich gilt es, eine Veränderung der sozialen Orte, an denen sich Kriminalität häuft, herbeizuführen. - Das sind allesamt keine politischen Dauerbrenner und schon gar nicht Erfolgsgaranten an der Wahlurne oder bei einer erregten Öffentlichkeit, die sofort wirksame Maßnahmen einklagt und zudem glaubt, dass, immer zum Augenblick eines medial verbreiteten Ereignisses, die Kriminalität überbordet und sich extrem vermehrt hätte.

Das westliche Land mit den rigidesten Strafrahmen und den meisten Strafgefangenen der Welt (USA), zeichnet sich nicht durch weniger Straftaten und gute Resozialisierung aus (Weil es ein Bundesstaat ist, gibt es sogar große Unterschiede innerhalb des Landes, beim Vergleich ähnlicher sozialer Strukturen), ganz im Gegenteil. - Zum Ende seiner Amtszeit hat Obama für Verurteilte und Sträflinge in Bundesgefängnissen Verbesserungen, sprich Entlassungen durchgesetzt (Ein Tropfen auf den heißen Stein).

Zuletzt: Eine Gesellschaft, in der Eigentum nun einmal, neben Leben und Gesundheit, das höchste Gut ist, liegen wohl auch die Strafrahmen in einem ähnlichen Bereich.

Immer wieder betätigen Umfragen, dass Eigentumsdelikte einen sehr hohen Stellenwert haben, während zum Beispiel die vielen Delikte mit Körperschadensrisiko, vom Verkehrsdelikt, bis zur Körperverletzung, z.B. anläßlich von öffentlichen Ereignissen, Festen, Demos, unter Alkohol und Drogen, in Großgruppen, pp., regelmäßig heruntergespielt werden.

Was nun die Jugendstrafen für unreife junge Erwachsene angeht, so muss da immer ein Gutachten eingeholt werden. Jeder Einzelfall ist zu prüfen.

Es ist ja ein schwerer Mangel der medialen Darstellung, die genauen Gründe für "milde" Urteile nicht mitzuteilen und auch nicht kennen zu wollen (hauptsächlich die Boulevard- Presse neigt zur Vorlagenproduktion, für die dann anstehenden Vorurteile), obwohl das ja eine Aufgabe des Gerichts- oder Prozessreporters, des kommentierenden "Experten" und der wild recherchierenden Web- Kommentatoren sein könnte und sollte.

Beste Grüße

Christoph Leusch

Fritz Teich 18.01.2016 | 20:46

Muss gestehen, dsss ich die deutsche Diskussion vollkommen schwachsinnig finde. Columbus warnt vor Willkuer, aber was ist denn die Willkommenskultur? Mit der Menschenwuerde hat sie genausowenig zu tun wie das Asylrecht. Die Menschenwuerde beginnt erst im Inland und die Differenzierung danach, ob jemand Auslaender ist oder nicht, verstoesst nicht dagegen. Es lohnt sich auch, die Genfer Fluechtlingskonvention zu lesen und das europaeische Recht. Ist einer der Faelle denn wirklich gegeben? Der ganze Zauber dient nur dazu, den Praesidenten von Syrien und ein sogenanntes Regime zu delegitimieren. Wie ist es denn in Syrien zu dem Buergerkrieg gekommen? Wenn wir keine Fassbomben wollen, warum geben wir ihm keine besseren Waffen, intelligente wie die israelischen in Gaza? Wenn wir wie in Gaza denken wuerden, dann wuerde es reichen, dass Assad vor dem Abwurf der Fassbomben Flugblaetter abwuerfe, in denen er die Bevoelkerung rechtzeitig warnt. Das ist jetzt nicht gegen Israel gerichtet, denn Israel ist in dem sogenannten Buergerkrieg neutral. Die groesste Ueberraschung, in die dann auch Koeln hineinpasst, weil es dort um genau das gleiche geht, ist, dass Ruhe und Ordnung durchaus einen guten Sinn haben. Genauso wie das ganz spiessige traditionelle Voelkerrecht, nach dem alle Staaten gleich sind und wir uns nicht in ihre inneren Angelegenheiten einmischen. Um einen denkbaren Einwand vorweg auszuraeumen: Die lieben Alliierten, auch Vereinte Nationen genannt, haben im WWII kein einziges Eisenbahngleis zu einem KZ bombardiert, abgesehen davon, dass extreme Faelle ein schlechtes Recht machen. Humanitaere Interventionen sind nur Interventionen mit einem anderen Namen, um vom besen Saddam und dem boesen Gaddafi erst gar nicht zu reden. Mit grossem Abstand am verlogensten sind dabei uebrigens meines Erachtens Cem und sein aussenpolitischer Sprecher. Sie spielen, wenn man mal auf das Ergebnis achtet, das Spiel der Saudis und der Tuerken nur mit anderen Worten.

Manfred Fröhlich 18.01.2016 | 20:57

Wenn Deutschland erwacht, dann gute Nacht (2)


Eine Ursachenbeseitigung für die "kranken Gesellschaftssysteme" wäre besser:
Die Ursache Nr. 1 für Hunger, Vertreibung, Flüchtlinge und Krieg besteht in der permanenten Verletzung der Menschenrechte durch uns, die Industrieländer selbst!

Eine weitere Ursache für Hunger, Vertreibung, Flüchtlinge & Krieg sind "Patente auf Leben" - nachhaltiger können Menschenrechte nicht verletzt werden.

Die Folge sind hunderte von Wirtschaftskriegen. Und wir beklagen uns über die Flüchtlinge, die vor den durch uns erzeugten Notlagen zu uns fliehen.
Die Reichen bringen sich und ihr Kapital in Sicherheitsoasen. Global. Und die unteren 2/3 sollen sich immer mehr einschränken und verarmen zunehmend? - Nein, das kann nicht gut gehen, nicht nur in Deutschland, sondern in allen Ländern der Welt.

Wer hindert uns daran, diese Missstände fundamental zu ändern, nicht nur in Deutschland und Europa, sondern global.

Wir müssen die Ursachen für Flucht und existenzielle Notlagen beseitigen, wo wir können. Global. Jetzt.

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Ehemaliger Nutzer 18.01.2016 | 21:00

Herr Leusch,

zuerst einmal nehme ich zur Kenntnis, dass Sie meine sehr deutliche Kritik an Ihrer arrogant vorgetragenen Mißachtung meiner Person beantworteten. Das könnte zwei unterschiedlichen Motivationen entstammen. Die eine wäre, Sie wollen rechthaberisch "siegen", die zweite wäre, dass Ihnen in der gegenwärtigen Situation durch die von mir gelieferten aus der Realität stammenden Fakten mehr oder weniger große Teile Ihres Weltbildes ins Wanken geraten zu scheinen. Vielleicht ist es auch eine Kombination aus beidem.

Ich gehe bei jedem Menschen bis zum Beweis des Gegenteils immer erst mal vom Guten aus. Deshalb nehme ich mal an, dass Ihre Respektlosigkeit wie geschildert ein Zeichen von Unsicherheit statt von Aggressivität war. Sagen Sie mir Bescheid, wenn ich komplett falsch liegen sollte.

Ich verstehe ideologische Unsicherheiten sehr gut. Ich habe als ehemaliger DDR-Bürger große gesellschaftliche Umbrüche und Kehrtwenden in meinem schon etwas längerem Leben miterlebt und auch dabei mitgestaltet.

Eines habe ich gelernt. In den scharfen Auseinandersetzungen, die es dabei gab, drohte man unterzugehen, wenn man um Verständnis oder zumindest Respekt, ich will es mal so ausdrücken, "bettelt". Oft ist es sogar so, dass man durch Hinweis auf unbestreitbare weh tuende Tatsachen und Fakten den Widerstand und die Respektlosigkeit eines ideologisch "gefestigten" Widerparts noch mehr zu spüren bekommt. Nicht wahr, das kennt man doch. ;-)

Lange Rede, kurzer Sinn, es muss etwas erfolgen, was bei demjenigen die Chance hat, durchzudringen. Nämlich das Aufzeigen von Grenzen der Respektlosigkeit!

Grenzen, die einen erwachsenen Menschen nicht mehr demütigen und ihn nicht mehr als unmündiges Kind behandeln lassen.

Glauben Sie mir oder nicht, das half oft! Sogar bei dem einen oder anderem, von denen ich zumindest ahnte und wo es sich später herausstellte, dass der ein Stasi-Spitzel war.

Ca. sieben Jahre vor der Wende sagte ich solch einem, - es war auf der Arbeitsstätte mein Abteilungsleiter -, dass er doch intelligent genug sei - und der war sehr intelligent nebenbei bemerkt - über seinen "starrköpfigen festen Klassenstandpunkt" hinaus zu gehen und sich mal den krassen Widersprüchen des Landes zu stellen. Und er solle endlich aufhören, wenn ich Kritik anmelde, mit dem ständigen Verweis auf den "Klassenfeind drüben" und dem Abwimmeln und teilweise sogar wider besseren Wissens erzählen von Unwahrheiten mich und andere im Kollektiv als kleine unmündige Kinder anzusehen.

Sonst gehe der Sozialismus, den ich mir mein ganzes Leben als demokratischen Sozialismus im Sinne des Prager Frühlings vorgestellt habe, den Bach hinunter.

Ich sagte ihm damals, Jahre vor der "Wende", dem SED-Kader und Chef von mir, auf den Kopf zu, dass Honnecker der erste SED-Chef sein wird, der einmal nicht wie die anderen vorherigen SED-Vorsitzenden auf normalem Wege abgelöst wird, sondern dass der mal gestürzt werden wird.

Jeder, der in der DDR lebte, wird bestätigen können, das war eine solch ungeheuerliche Aussage, hätte ich das bei der "Kollektivbesprechung" gemacht, er hätte sich aus Angst vor anderen dort anwesenden IM`s sicher gezwungen gesehen, "Maßnahmen zu ergreifen".

Solches immer wieder Setzen von Grenzen gegen Entmündigung stärkte mein Selbstbewußtsein und auch im öffentlichen Raum wagte ich immer mehr kritische, natürlich "diplomatisch ausgedrückte" Äußerungen. Das ist in einer Spitzel- und Polizeistaats-Diktatur kein Zuckerschlecken!

Als ich studierte, verließ ich während des Geschwafels eines M/L-Professors, der auf eine kritische ideologische Frage von mir nicht antworten wollte, aus Protest den Hörsaal mit lautem Ausruf "Ich bin hier, um etwas zu lernen. Da ist es die Pflicht des Professors mir zu antworten!". Das war damals ungeheuerlich und unter den zig- oder hunderten Stundenten waren auch "meldende Jungaufpasser." Übrigens, was auch nicht uninteressant ist, es ging um Frauen vergewaltigende Soldaten!

Ein absolutes Tabu!

Jetzt ratet mal, was ich am Ende des Studienjahres für eine Bewertungsnote im Pflichtfach Marxismus/Leninismus erhielt?

Eine glatte Eins! Ich ahnte es sogar, denn ich konnte diesen Professor schon einigermaßen einschätzen. Und es lohnt sich, jemanden zu bestärken, wo Hoffnung besteht! Das war also erworbener Respekt! Könnt Ihr Euch denken, was der Professor im "Inneren" selbst dachte? Das ist das Schlimme, die Doppelmoral! Das sich nicht offen reden trauen. Das verursacht mit die meisten Übel.

Und Herr Leusch, raten Sie mal, wo mein wohl überlegtes Wort "Pack", - zumal als Ihnen wohl bekanntes Zitat -, für die von Ihnen geschützten, dem Vorbild des britischen ekelhaften Feiglings-Rotherham-Skandals nacheifernden Leute herkommt?

Meine Arbeitskollegen wählten mich als Gewerkschaftsvertrauensmann und - viele aus dem Westen werden es nicht glauben -, es gab in der letzten Zeit in der DDR durchaus Mitspracherechte, die Ihr im Westen als "Tarifverhandlungen" bezeichnen würdet. Da ging es durchaus ganz pragmatisch zu und es kam dem "Tarifpartner", den Genossen Betriebsdirektoren in ihren Parteiversammlungen nicht gut zu stehen, wenn sie sich als gewerkschaftfeindlich erwiesen. Tja, da staunt der Westbewohner, was es im "realen Sozialismus" so gab.

Bei der Wende 1989 wurde ich wegen dieser meiner bekannten "rebellischen" Haltung von der Belegschaftsversammlung eines ganzen Kombinats als Delegierter zum FDGB-Kongress gewählt. Es war eine aufregende Zeit, mit wie vielen anderen Delegierten wir uns im Vorfeld zusammen trafen, wie wir Beschlussentwürfe, die wir einbringen wollten, berieten. Entwürfe für ein Statu und und und.

Es war ein sehr turbulenter Kongreß. Wer kennt nicht die heutigen Eisenbahner mit dem standhaften Wesselsky? Was soll ich Euch sagen, beim diesem Gewerkschaftskongress habe ich in Erinnerung, das die radikalsten Vertreter diejenigen der Eisenbahner waren (Losung "Stasi in die Produktion". :-)

Was der Kongreß für Ergebnisse brachte, wie wir die starrköpfige Betonführung des FDGB stürzten usw., kann man nachlesen.

Was soll ich sagen, der besagte Chef war im Sommer 1989 vor der Wende nicht auf unsere Arbeitsstelle anwesend. Von seiner Frau erfuhren wir, dass er nach Ungarn in den Dienst musste. Ihr wisst, was in Ungarn los war? Also, es war klar, der war ein Stasi-Mann.

Ihr kennt den Haupthelden des berühmten Films "Das Leben der anderen?". Ich bin überzeugt, dass mein Stasi-Spitzel-Chef seine schützende Hand über mich gehalten hatte. Aus Respekt!

Nach der Wende trrafen wir uns einmal zufällig auf der Straße und das erste was er mir sagte: "Du, ich musste die ganze Zeit immer wieder an Deine Aussage damels denken!"

Ich war bescheiden. Aber es war für mich die Erkenntnis, dass ich wohl sehr gut fähig bin, feine gesellschaftliche Schwingungen und Anzeichen zu erkennen und Folgerungen daraus abzusehen.

Das wird normalerweise Künstlern nachgesagt, aber ein solcher bin ich nicht. Nein, ich bin das Gegenteil, ein rationaler und genauer Beobachter.

Ich höre jetzt aber auf.

Das mit dem Arschlochspruch nehme ich mit Bedauern zurück.

Auch wenn ich gemerkt habe, dass es wirkte. ;-)

"Das ist lehrreich und abschreckend zugleich."

Es tut mir leid, dass ich Sie erschreckt habe. Aber das Wort lehrreich hat mich in Hoffnung versetzt und mich motiviert, Ihnen mal ausführlicher meine Motivationen zu berichten.

Wegen "Anmut sparet nicht noch Mühe, Leidenschaft nicht noch Verstand." Ich glaube, bei dieser Reihe muss ich nochmal mehr Gewicht auf das fett markierte legen.

Sicher hat es seinen Grund, dass Brecht die Anmut an die erste Stelle gesetzt hat. Sie ist die edelste der Anforderungen an uns Menschen.

Deshalb nochmal, ich bitte um Enschuldigung für das Fischerzitat.

Wer glaubt, das ich mit meinem Leben und meinen Erfahrungen ein Pegidamarschierer, Rassist, Femdenfeind oder ein, wie Sie Herr Leusch sagten, zukünftiger Täter sein könnte, der möge mir das ehrlich sagen und wir können weiter diskutieren. Mit mir als Fan der aufrechten Kommunistin Sarah Wagenknecht.

Auch Frau Anne Mohnen, die hoffte, dass ich hier verschwände, darf mir gern ihre Meinung sagen, warum sie das wünscht.

Montaine Duvall 18.01.2016 | 21:25

Im Endeffekt sollte man in Deutschland endlich realisieren, daß Köln, trotz der leidvollen Erfahrungen der Opfer, eine Lappalie war. Nicht aus Sicht der Opfer natürlich sondern global betrachtet. Win sind am Beginn großer Umwälzungen die im Kleinen schon vor 30 Jahren begannen und schon lange zu erwarten waren. Also ist das Thema Flüchtlinge nur für "Vogel Strauß Politiker und Bürger" etwas Neues.

Die Herausforderungen sind immens und entweder es wird begonnen sich zu stellen oder die Probleme werden für uns "gelöst". Das letztere Szenario wäre sicher die ungünstigste Variante.

Gunnar Jeschke 18.01.2016 | 21:41

Den Hass erlebe ich schon seit Jahren, da braucht man nicht mal ein politisches Thema.

Ich kann das bei mir sogar zeitlich fest machen: 1994, E-Mail-Newsgruppe zu japanischem Sumo-Ringen, da habe ich die ersten "flame wars" erlebt. Internet-Austausch, ohne dass die Stimme gehört und das Gegenüber gesehen werden kann, scheint das zu befördern.

Man kann das aber auch haben, wenn man miteinander kommuniziert, indem beide Seiten ihre Meinungen in den Medien öffentlich machen und sie jeweils so der Gegenseite zur Kenntnis bringen.

In der CDU/CSU/FDP-Koalition haben noch nur CSU und FDP auf die Art gegeneinander gekeilt. Inzwischen scheint das in der Regierungskoalition jeder gegen jeden zu machen, sogar Minister aus einer Partei untereinander oder gegen die Kanzlerin.

Es ist doch kein Wunder, dass denen niemand mehr vertrauen will, wenn sie sich offensichtlich nicht einmal untereinander vertrauen können.

Gunnar Jeschke 18.01.2016 | 21:50

Wenn schwere Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung stattfinden, sind es eben zumeist, nicht immer, Menschen die sich kennen.

Ich denke, das ist eine Vermengung zweier verschiedener Diskussionsebenen.

Die Statistik von Straftaten kann bestenfalls dann etwas über einen individuellen Fall aussagen, wenn der Fall in die gleiche Kategorie gehört, über die die Statistik erhoben wurde. Sie können mit der Statistik von Beziehungstaten nur argumentieren, wenn es um Beziehungstaten geht.

Wenn es um Sexualstraftaten geht, die keine Beziehungstaten sind, ist es völlig unerheblich, dass es auch noch Beziehungssexualstraftaten gibt und ob diese häufiger oder weniger häufig vorkommen als diejenigen ausserhalb einer Beziehung.

Das kann für die Bewertung der Taten ausserhalb von Beziehungen nichts ausmachen.

Columbus 18.01.2016 | 22:58

Nein, es geht nicht um eine Statistik von Beziehungstaten, sondern um die offziellen Kriminalstatistiken zu allen Fällen, die unter den entsprechenden Paragraphen für Sexualstraftaten erfasst werden, über viele Jahre (sogenannte lange Reihen). Dies gilt sowohl bezüglich der Tatverdächtigenzahlen, als auch bezüglich der Verurteiltenzahlen und deren Aufteilung nach Tätern und Tatanlässen/Tatmotiven/Tatsituationen.

Daher ist es auch nicht unerheblich, sondern sachlich richtig, Herr Jaschke, die Gesamtzahl aller Delikte gegen die sexuelle Selbstbestimmung zu betrachten und zu betonen, dass davon, von dieser Gesamtzahl, die Beziehungstaten und eben darüber hinaus, die Taten im persönlichen Umfeld der Opfer, weit überwiegen.

Es ist ganz einfach. Viele Diskutanten reden die öffentliche Sicherheit absichtlich schlechter als sie ist und möchten das, ganz gezielt und pauschal, mit Gruppen, die sie "loswerden" wollen verknüpft sehen.

Also nocheinmal: Die größte Bedrohung für Sie und mich, bezüglich Gewaltanwendung und Aggression, mit weitem Abstand, besonders aber für Frauen, bezüglich Aggression und Angriff auf die sexuellle Selbstbestimmung (das ist eben der Begriff auf den man sich geeinigt hat), droht aus dem persönlichen Umfeld, sehr häufig aus der eigenen Familie oder der Partnerschaft und nicht von Kranken, Flüchtlingen und nicht einmal von Kriminellen.

Ich weiß nicht, wie ich Ihnen das noch besser erklären soll?

Ich will entängstigen und gegen das Gefühl (Wir sind nicht sicher. Die Ursache, nämlich Flüchtlinge haben wir erkannt) schreiben, weil ich fest davon überzeugt bin, dass, wenn diese Gefühle einfach vorhanden sind, sie keine rationale Basis haben, und wenn sie bewusst intrumentalisiert werden, -danach sieht es sehr aus-, eine perfide Absicht ihnen zugrunde liegt. So einfach ist das.

Beste Grüße

Christoph Leusch

Columbus 18.01.2016 | 23:07

Sie können mir aus ihrer persönlichen Geschichte vortragen was Sie wollen, Herr Klingbeil, darum geht es wirklich nicht und ich bin daran auch gar nicht interessiert.

Fakt ist, was Sie geschrieben haben und auch nicht als Zitat anderer Meinungen, -von denen man sich dann distanzieren kann, wenn sie so ausfallen-, sondern eindeutig als ihre Überzeugung und ihre Aussage, gruppen- und personenbezogen.

Ich denke aber, beiderseits ist alles gesagt und ändern kann ich an ihren sehr erkennbaren Absichten auch nichts.

Ich finde, mehr geht nicht, in einer Diskussion, und das ist ja dann auch gut so.

Christoph Leusch

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Ehemaliger Nutzer 19.01.2016 | 00:20

"... und ich bin daran auch gar nicht interessiert."

Das glaube ich Ihnen unbesehen.

Sie haben nicht verstanden. Die Passage ist meine Aussage und ich stehe nach wie vor zu meiner Aussage. Siehe Rotherham und die hunderten Mädchen, die zum Opfer der feigen Schweigespirale kompletter Stadt- und Regionsbehörden wurde.

Leute, die sich derart kollektiv mit einer Schweigespirale einen Dreck scheren um die freiwillig ehrenamtliche Hilfe leistenden Frauen, die Opfer von Übergriffen wurden, die sie aktiv im Sinne von Strafvereitelung im Amt oder passiv mit unterlassener Hilfeleistung im Stich lassen, sind für mich ehrloses Pack.

Oder kennen Sie einen einzigen unter den von mir konkret und eben nicht verallgemeinernd bezeichneten, der sich vor der Sylvesternacht für das Recht dieser Frauen einsetzte, sich mit einer Anzeige gegen diese Demütigung zu wehren, obwohl diese Geschichte schon im November vonstatten ging?

Vor denen ekelt es mich genauso wie es mich vor randalierenden Rechtsextremisten ekelt, die Gabriel als Pack bezeichnete.

Das sollten die Anführungszeichen bedeuten! Sie sollten auf die Einseitigkeit und Heuchelei im Beurteilen verwerflicher Taten verweisen.

Und wenn sie nach einem Blick auf meine Erfahrungen in einer diktatorischen riesenhaften Schweigeblase, die ich massenhaft als Kind, Jugendlicher und junger Erwachsener erleiden, verstehen Sie, erleiden musste.

Und die das entsprechende System gerade wegen der Sprachverbote in den Abgrund führten, die dafür sorgten, dass es sich nicht gesund entwickeln konnte, dann tut es mir leid. Und das war in einer Diktatur, in der das Aufbegehren gegen Doppelmoral und Sprachverbot für viele in den Knast führte.

Und ich es einfach unfassbar finde, unter nicht diktatorischen Verhältnissen keine Zivilcourage wegen Angst vor Verlust des Arbeitsplatzes, des hoch bezahlten Postens oder des Ausgestoßen werden aus dem Mainstream zu haben.

Aber hochtrabende Phrasen über Zivilcourage werden allerorten von unseren Eliten abgesondert. Dann wird Hitlers "Mein Kampf" in einer riesigen Pressekampagne angekündigt. Ein Buch, dass Hitler zum Rekrutieren seiner Horden schrieb. Es würde mich anwidern, sowas aufzublättern. Ich besitze da nicht einen Hauch von Neugier. Was für eine verlogene Gesellschaft.

Und der Fisch stinkt vom Kopf her.

Kriegstreiber, Gesetzesverschärfer, mehr Überwachung (na schönen Dank für mich), Wirtschaftsprofessoren, denen als erstes wieder sofort einfällt, die Mindestlöhne runterzusetzen.

Lese jeder einfach oben im Lied vom Geisterschiff mal nach, welche Gestalten er dort wiedererkennt.

Gesprächsverweigerung wird der Untergang werden!

Danke Herr Leusch für Ihre Reaktion auf mein Friedensangebot.

tlacuache 19.01.2016 | 05:41

Aber gerne, wer hat denn so etwas gesagt?

..."Jeder, der in eine Erstaufnahme hineinkommt, muss ein Papier in die Hand bekommen in seiner Muttersprache. In dem Papier wird klar gesagt: Dieses Geschenk der Deutschen, dass man erst mal ohne Bezahlung eine Unterkunft, einen Schlafplatz und eine Vollversorgung plus Taschengeld bekommt, muss durch eigene Anstrengungen im Asylheim beantwortet werden. Man erwartet die Teilnahme an allen Veranstaltungen im Heim. Der Deutschunterricht muss besucht werden, es muss in den ersten Tagen fleißig Deutsch gelernt werden.

Es müssen alle Arbeiten im Haus oder Heim von den Flüchtlingen erledigt werden, auch die Toilettenreinigung. Es müssen kommunale Arbeitsdienste, auch ohne Bezahlung, geleistet werden. Ein solches Papier muss nach Lektüre unterschrieben werden. Es gibt wenige Fälle, in denen sich Flüchtlinge nicht bereitfinden, den Deutschunterricht zu besuchen. Dann muss ihnen gesagt werden, dass sie in diesem Fall wieder abgeschoben werden. Und das muss auch sofort durchgeführt werden"...

Rupert Neudeck, der alte Fascho...

;-)

Sehe ich im uebrigen genauso, als jemand der seid 16 Jahren im Ausland lebt...

Gruss

Gunnar Jeschke 19.01.2016 | 06:44

Die meisten Unfälle ereilen sich im Haushalt (das stimmt so, bei weitem).

Nun lasst uns endlich aufhören über Geschwindigkeitsbegrenzungen im Strassenverkehr zu reden!

Sehen Sie nicht, Herr Leusch, dass das genau das gleiche Argumentationsmuster ist? Es wird versucht, eine unangenehme Diskussion zu vermeiden, indem man auf ein scheinbar sachverwandtes, im Kontext der Diskussion aber sachfremdes Phänomen verweist. Das wird in Medien sehr gern getan.

Wie wir die Sicherheit auf öffentlichen Plätzen und das Strafmasz bei (vermutlich) abgesprochenem Raub und abgesprochener sexueller Nötigung bzw. Belästigung regeln, hat doch nichts mit Beziehungstaten zu tun.

Es hat übrigens auch nichts mit der Migrantenfrage zu tun, denn die entsprechenden Bestimmungen würden für alle gelten.

Die Ausweisungsdiskussion ist eine andere, aber dazu habe ich mich ja schon geäussert und da liegen wird nicht so weit auseinander, ausser dass ich eben mehrfach straffällig gewordene geduldete Personen tatsächlich ausweisen würde (das tut übrigens fast jeder Staat).

tlacuache 19.01.2016 | 09:06

@all

Ich stelle zu meiner Verwunderung fest das scheinbar die wenigsten in ihrem langem Leben einer lebensgefaehrlichen Situation ausgesetzt wurden, sowohl von "Rechts" oder gar der "auslaendischen ABT."...

Sonst wuerde man nicht so klug daherreden...

Meine Guete...

Staatsversagen zieht sich wie ein roter Faden durch die bundesrepublikanische Geschichte.

..."Man kann den Staat nicht sich selber überlassen. Man kann ihn auch nicht den Interessenten überlassen, mögen es Interessenten dieser oder anderer Art sein, ich mache da keinen Unterschied. Man muß den Staat in die Hut des Geistes nehmen"...

Carlo Schmid (SPD)

..."Recht hat wenig Sinn, wenn es die Freiheit nicht schützt"...

Thomas Dehler (FDP)

...

anne mohnen 19.01.2016 | 11:31

Hi, tlacuache ein gutes neues Jahr!

Das mit dem Staatsversagen nehme ich zurück. Das war unüberlegt und ist falsch. Die BRD ist nicht die Ukraine, Mexiko, wo Sie leben, oder gar Somalia (...).

Wenn Sie Carlo Schmid zitieren, dann bezieht der sich allerdings darauf, dass "der Staat" zum Feind des Bürgers werden kann bzw. dies in der NS-Diktatur wurde. In seiner sehr lesenswerten Autobiographie schildert er auch, wie die Weimarer Republik zerredet, torpediert und am Ende zerstört wurde.

Zu Köln: Die Diskussion über Gesetzesverschärfung überdeckt die Diskussion über das Versagen der Sicherheitskräfte. Während de Maizière und andere sich immer mehr AfD-Positionen annähendere „SptiztenpolitikerInnen“ nach mehr „Law and Order“ rufen, erleben wir doch, dass nicht nur an einem sehr symbolträchtigen Ort, sondern auch an einem der großen Verkehrsknotenpunkte der Republik Bürgerinnen und Bürger nicht ausreichend geschützt werden und dass die Kameras, die de Maizière ständig einfordert, größtenteils defekt waren. Bei dieser desaströsen Faktenlage ist es übrigens unerheblich, welcher Ethnie die Täter, besoffen, rechtsradikal, In- oder Ausländer, zuzuschlagen sind.

Zu den Tätern: eine kriminelle Bande ausländischer Provenienz, die sich darauf spezialisiert hat, Bürger und Bürgerinnen auszurauben. Inwieweit es sich um organisierte Kriminalität handelt, die sich EU weit ausbreitet, ob es Drahtzieher gibt und wenn, wer die sind, wird sich zeigen. Dass die Täter allerdings sexistisch motiviert sind, zeigt ihre Vorgehensweise: Sie "tanzen" Männer an, machen beim „starken“ Geschlecht einen auf lustig und gehen auch aus guten Gründen einer Konfrontation aus dem Weg, während die männlichen Täter Frauen ausrauben, indem sie aus einer Dominanzhaltung heraus deren sexuelle Integrität ganz bewusst und gezielt verletzten. Das ist nicht einfach perfide, das ist „gut durchdacht“ und nicht auf „Suff“ zu schieben, sodass bei dieser kriminellen Energie für mich weder das Argument vom schlecht intergierten Migranten ( der Krimininologe Christian Pfeifer spricht von "einsamen, frustrierten Männern") zieht, den „wir“ zu verantworten haben noch das vom fehlgeleiteten, weil u.a. Alkohol konsumierenden, Muslimen (u.a. Aiman A. Mazyek), denn einmal werden alle in prekären Verhältnissen lebende Männer, insbesondere Flüchtlinge ins Visier genommen als potentielle Straftäter, ein anderes Mal wird auf ein kulturelles Phänomen abgelenkt: Alkoholkonsum als solcher.

An der aktuellen Sexismusdebatte stört mich, dass sie auf dem Hintergrund dieser Gemengelage die aktuellen Faktenlage beiseite schiebt (...)

tlacuache 19.01.2016 | 12:06

Meine liebe Frau Mohnen,

auch Ihnen ein schoenes Neues Jahr, ich werde da noch genau darauf eingehen, nur vorab:

..."dass die Kameras, die de Maizière ständig einfordert, größtenteils defekt waren"...

Ich meine Sie gehoeren auch noch zu der Generation die 1983 gesagt hat "Volkszaehlung geht gar nicht", oder?

Ich habe die Flugblaetter noch gedruckt

..."Mit dem historisch bedeutsamen Volkszählungsurteil vom 15. Dezember 1983 formulierte das Bundesverfassungsgericht das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung, das sich aus der Menschenwürde des Art. 1 GG und dem Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit nach Art. 2 Abs. 1 GG ableitet"...

Bis bald und Gruss

freedom of speech? 19.01.2016 | 12:19

Die Grundrechte befinden sich häufig in einem Spannungsverhältnis zueinander. So kann es sein, dass sich das Recht auf informationelle Selbstbestimmung mit dem Recht auf Leben, körperliche Unversehrtheit, Freiheit oder anderen Grundrechten reibt.

Denn alle drei Gewalten sind an alle Grundrechte und nicht nur an eines gebunden. (Art 1, Abs3 GG)

Ganz so einfach ist es also nicht.

Viele Grüße

fos?

tlacuache 19.01.2016 | 12:52

Meine liebe Frau Mohnen, hier noch mal einzeln:

..."Die BRD ist nicht die Ukraine, Mexiko, wo Sie leben, oder gar Somalia"...

Da Fragen wir mal die Bauaemter in Berlin (Flughafen) und Hamburg (Muckibude).

..."dass "der Staat" zum Feind des Bürgers werden kann bzw. dies in der NS-Diktatur wurde"...

Am besten mal den Hartz IV - Spezialisten GEBE Fragen wie der Staat 2016 zum Feind des Buergers werden kann.

..."Zu Köln: Die Diskussion über Gesetzesverschärfung überdeckt die Diskussion über das Versagen der Sicherheitskräfte"...

Es gibt kein Versagen der Sicherheitskraefte, es wurde umgesetzt was der Chef oder die Chefin gesacht hat.

..."Während de Maizière und andere sich immer mehr AfD-Positionen annähendere „SptiztenpolitikerInnen“ nach mehr „Law and Order“ rufen, erleben wir doch, dass nicht nur an einem sehr symbolträchtigen Ort, sondern auch an einem der großen Verkehrsknotenpunkte der Republik Bürgerinnen und Bürger nicht ausreichend geschützt werden und dass die Kameras, die de Maizière ständig einfordert, größtenteils defekt waren. Bei dieser desaströsen Faktenlage ist es übrigens unerheblich, welcher Ethnie die Täter, besoffen, rechtsradikal, In- oder Ausländer, zuzuschlagen sind"...

Es ist mir bisher unbekannt dass die Taeter "rechtsradikal oder Inlaender" waren, aber vielleicht wissen Sie mehr, interessanterweise war ich vor 15 Monaten nach 10 jaehriger gesamtdeutscher Abstinenz am Koelner HBF und fragte mich schon damals "was ist denn hier los?"

..."Zu den Tätern: eine kriminelle Bande ausländischer Provenienz, die sich darauf spezialisiert hat, Bürger und Bürgerinnen auszurauben. Inwieweit es sich um organisierte Kriminalität handelt, die sich EU weit ausbreitet, ob es Drahtzieher gibt und wenn, wer die sind, wird sich zeigen"...

Wenn es Profis sind wird es sich nicht zeigen.

..."Dass die Täter allerdings sexistisch motiviert sind, zeigt ihre Vorgehensweise: Sie "tanzen" Männer an, machen beim „starken“ Geschlecht einen auf lustig und gehen auch aus guten Gründen einer Konfrontation aus dem Weg, während die männlichen Täter Frauen ausrauben, indem sie aus einer Dominanzhaltung heraus deren sexuelle Integrität ganz bewusst und gezielt verletzten. Das ist nicht einfach perfide, das ist „gut durchdacht“ und nicht auf „Suff“ zu schieben, sodass bei dieser kriminellen Energie für mich weder das Argument vom schlecht intergierten Migranten ( der Krimininologe Christian Pfeifer spricht von "einsamen, frustrierten Männern") zieht, den „wir“ zu verantworten haben noch das vom fehlgeleiteten, weil u.a. Alkohol konsumierenden, Muslimen (u.a. Aiman A. Mazyek), denn einmal werden alle in prekären Verhältnissen lebende Männer, insbesondere Flüchtlinge ins Visier genommen als potentielle Straftäter, ein anderes Mal wird auf ein kulturelles Phänomen abgelenkt: Alkoholkonsum als solcher"...

So, das lesen wir jetzt noch 3 x mal bitte,

Also einerseits: "Täter allerdings sexistisch motiviert sind"

Andererseits: "Das ist nicht einfach perfide, das ist „gut durchdacht“"

Huppsala, wo sind denn jetzt die Kameras?

Einen besten Gruss

freedom of speech? 19.01.2016 | 13:41

Apropos "Weisungsgebundene Staatsanwaltschaft"

Ja, es gibt für jeden eine Chefin: :)

Wenige Tage nach Köln stellt sich Frau Ministerpräsidentin von NRW hin und verkündet dem staunenden Bürger:

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/2648426/Kraft-No-go-Areas-%25E2%2580%259Egibt-es-nicht#/beitrag/video/2648426/Kraft-No-go-Areas-%E2%80%9Egibt-es-nicht

„…Zu den no go areas würde ich gerne sagen, im Wortsinn, dass dort keiner mehr rein geht, gibt es das bei uns nicht. Wenn die Orte immer genannt werden, da wird Duisburg immer an oberster Stelle genannt, dann muss ich sagen, dort geht ein einzelner Polizist nicht gern alleine hin. Das ist bekannt. aber wir gehen eben dann in größerer Stärke dort hin….“

„…Da geht ein einzelner Polizist nicht gern alleine hin…“

Es fängt schon damit an, dass Frau Ministerpräsident gerne sagen würde. Man will Ihr noch entgegenbrüllen:

Nein, Nein, bitte bitte sags nicht!

Aber zu spät.

Unsere politische Kaste - insbesondere in NRW - ist in einem unsäglichen Zustand, während die AfD zweistellig wird.

Viele Grüße

fos?

tlacuache 19.01.2016 | 13:51

..."Unsere politische Kaste - insbesondere in NRW - ist in einem unsäglichen Zustand, während die AfD zweistellig wird"...

Laut zuverlaessigen Mainstream-Kreisen wird ja immer behauptet dass die AfD nie ueber 10% kommen kann da der gebildete Gemeinbuerger klar feststellen kann dass die AfD nur Parolen runterklabautert ohne Loesungsvorschlaege zu haben.

Wann habt Ihr eigentlich in NRW Wahlen? So Nebenbei...

Besten Gruss

;-))))

freedom of speech? 19.01.2016 | 14:48

Die Integration gilt als geglückt, wenn es einer kleinen Hundertschaft möglich ist, gerne in eine Stadt in Nordrhein Westfalen zu gehen.

Außerdem wird dafür gesorgt werden, dass einzelne Polizisten nicht mehr alleine irgendwo hin gehen müssen. Hierfür werden Hunde beschafft, die weder Frauen noch Menschen mit Migrationshintergrund ängstigen dürfen.

http://mgj.at/graphic/koeln/polizeihund_02.jpg

Viele Grüße

fos?

freedom of speech? 19.01.2016 | 16:24

"...Die Wahrheit..."

Tja, Welpenschutz hin, Welpenschutz her. Katzen pflegen normalerweise Ihre Kinder am Genick durch die Gegend zu tragen. An der Gurgel wir eher das Mittagessen transportiert.

Ach ja, fast vergessen. In NRW sind in ca. einem Jahr Wahlen.

Bis dahin kann Frau Ministerpräsidentin ja noch den einen oder anderen Betriebsausflug der Polizei nach Duisburg veranstalten.

Viele Grüße

fos?

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Ehemaliger Nutzer 19.01.2016 | 20:36

"... rufe ich immer dann, wenn z.B. jemand einen anderen beleidigt."

"Geht's noch?"

Immer dann, Frau Mohnen? Schauen wir doch mal ganz genau hin, also mal wirklich ganz genau den Realitäten ins Auge. Z.B. auch wenn komplette Meschengruppen und Bewohner neuer Bundesländer beleidigt werden?:

"Die Polen halten es da jedoch wie mancher gelernte DDR-Bürger: Sie nehmen zwar gerne westliches Geld, wollen aber bitte von den westlichen Werten verschont bleiben."

(Original Jacob Augstein, der sich als einer der Oberhüter "westlicher Werte" herausnimmt, ein ganzes "fremdes" Volk wie "Die Polen" zu diffamieren und sich wie die übelsten Konservativen der Westländer über seine Pflicht, den Solidaritätszuschlag ("westliches" Geld) zahlen zu müssen mokiert, wohlwissend, dass jeder Steuern zahlende ehemalige DDR-Bürger von seinem Lohn diesen Soli ebenfalls bezahlt).

Ist der Herr Augstein der Besitzer und verteidiger des "westlichen" Geldes?

Hat er das Recht, den Polen, darunte auch die derzeitig die Ehre der Mehrheit des polnischen Volkes vertetenden Polen, die für demokratische Rechte demonstrieren, das verschont sein wollen von Werten anzudichten?

Ich glaube, manche Menschen haben ein sehr gutes Gespür für versteckten Rassismus, der in diesem Satz offen herausbrach, so dass ich nicht umhin kann, zu empfehlen, dass er schon allein wegen diese Satzes auf ewig auf einem der Spitzenplätze der Top Ten des SWC verbleiben solle. Wer offen in einem deutschen Nachrichtenmagazin die Polen verunglimpft, dem kann dies auch passieren, - es kommt wahrscheinlich auf noch mehr Steigerung von Erregung an, bewegte Zeiten bringen bewegte "Innereien" an den Tag -, dass er das nächste Mal offen die Juden verunglimpft.

Und so jemand wird von vielen hier in der Community verteidigt als aufrechter Warner gegen die rechte Gefahr? Kotz!

Ich habe keine Angst, schleimen zu müssen, um hier auf Augsteins Blog eine Bloggerkarriere vom ungeschickten Email-Veröffentlicher, die zufällig meine Kinder betraf, zum Starblogger Columbus zu werden, der schon in einer überregionalen Tageszeitung ob seines "Hobbys" bundesweiten Ruhm erlangte. Wobei ich es genauso veröffentlicht hätte, wenn die Überschrift wegen der Tatsache hätte heißen müssen, "Antwort auf Fragen meiner Mutter".

Aber Sie müssen sich in völliger Unkenntnis meiner Person, der sich schon als Jugendlicher in der DDR mit Idioten prügelte, wenn die was von faulen und kriminellen Polen rausposaunten, über eine Reaktion meinerseits mit Platzverweis echauffieren.

Als derjenige, der als Reaktion auf Verleumdungen und übelste Hetze gegen meine Person, die dem Columbus nicht in geringstem Maße etwas angetan hat, sich mit den wohlgewählten Worten, "Mit Verlaub, Sie sind ein Arschloch" wehrte , - über die sich damals die gesamte Linke wie auch ich vor Lachen nicht einkriegen konnte -, tun Sie sich scheinheilig als gezielten Nebenkampfschauplatz aufregen.

Warum scheinheilig? Dann lesen Sie nochmal das oben gegebene Zitat und Ihre Anmaßung:

"... rufe ich immer dann, wenn z.B. jemand einen anderen beleidigt."

Wo war Ihre immerwärende wache Rufbereitschaft, wenn ein komplettes Volk beleidigt wird?

Sie können sich noch so sehr mich weg wünschen, ich bleibe wie eine Klette an all der Heuchelei und Doppelmoral dran!

In seiner Erregung verrät sich jeder Ungeist durch Worte.

Ich bin fair und das Gegenteil von überheblich. Ich stelle mich. Sie dürfen bei mir uneingeschränkt nach Ungeist in meinen Worten suchen. Ich bin lernfähig.

Wissen Sie warum? Ich bin mir meiner Sache sicher und gewiss!

Wissen Sie warum, weil es mich schütteln würde, wenn ich mich so wie oben zitiert reden oder schreiben hören würde. Gehen Sie in meinen gesamten Kommentaren auf Suche! Sie werden keinen völkischen Rassisten entdecken könne, so wie es das Ei des Columbus in infamster Weise wagt zu schreiben.

Aber keine Tricks, Sie sind nicht dumm, deshalb vermute ich Absicht dahinter, dass Sie nicht einen Fatz auf meine Inhalte eingehen, sondern billigste Ablenkung mit "Kinder" und "Vater" und "Arschloch" betreiben.

Sie haben jetzt wie immer Gelegenheit, falls sie das Zitat "noch nicht kannten?" zum Inhaltlichen, zum nachweislich unbestreitbaren und daher einen Fakt darstellenden obigen Zitat "Vom Hof" zu Augstein zu sagen, liebe "Mutter" Mohnen.

Das wäre doch viel interessanter als Mimimimi über im gegebenen Moment absolut verständlich herausgerotztes "Arschloch".

Und anschließend gleich noch über die von Columbus ausgebreiteten Hetztiraden gegen meine Person, Sie wissen schon, wegen "immer". Ist es Ihnen schon aufgefallen, wenn Sie als "Mutter" die sich schlecht benehmenden "Kinder" vom Hof jagen wollen, dass das erste, was Ihnen entgegenschallt, folgender Ausspruch ist "Der hat aber angefangen!"

tlacuache 19.01.2016 | 21:12

Nachdem Sie sich als Antisozialrassisten geoutet haben, gibt es was hoeheres? Wollen wir Sie mal beim Wort nehmen:

..."Ich rechne Frau XXXXX XXXXX zu einem verantwortungslosem und feigem Pack"...

Ich stimme Ihnen da zu, das "feige Pack" war auch nicht bereit mit Rommel in die Wueste zu ziehen, das "feige Pack" hatte nicht die Eier Stalingrad zu halten, mir kommen diese verbalen Ausfaelle nur allzu bekannt vor. Hatte ich das mal im Geschichtsunterricht?

An Ihnen ist ein guter Blogwart verlorengegangen, zumindest was den Ton angeht, und noch was:

Ich bin kein J. Augstein - Fan, aber wenn dem "Antisemitismus" wieder und wieder vorgeworfen wird, kraeuseln sich mir die Fussnaegel hoch, da kann ich mit Ihnen an keiner ernsthaften Debatte mehr Teilnehmen, weil, der Gegenueber hat mal null kapiert.

Sind sie auch Henning Mankell Fan?

Ich schon, und der war auch "Antisemit", und Polen konnte der schon gar nicht riechen...

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Ehemaliger Nutzer 19.01.2016 | 21:24

Ich habe alle diese westlichen Helden bewundert, wenn wir heimlich im Internet Westfernsehen von den Schlachten erfuhren! Die 68er haben auch uns DDR-Jugendliche begeistert, der Aufbruchsgeist, die super rebellische Musik, der Kampf gegen den "Muff von tausend Jahren unter den Talaren".

Und ich gratuliere Ihnen, denn ich denke, dass Sie dabei waren. Das entnehme ich Ihrem aufrechten Gang hier in der Community, wo ich schon länger mitlese.

Ich hoffe, dass wir traurigen "Heldengestalten" wenigstens zusammenhalten!

Und niemals vergesssen, welche tatsächlichen Helden weltweit das Schlimmste zu leiden und ertragen hatten und haben. Denke ich nur an Südafrika, die Kämpfe in Mittel- und Südamerika, diejenigen, die mit grausamen Krieg überzogen werden in Nahost, Syrien, Irak und und und, das alles durchstehen müssen und schließlich einen langen Fluchtweg auf sich nehmen, wenn sie Glück haben, nicht im Mittelmeer zu ertrinken, diejenigen, die in der Ukraine sterben müssen und und und.

Da sind die von mir und Ihnen genannten Kämpfe ein Spaziergang dagegen!

"Maschinenpistole ohne Sicherung im Ruecken ...".

Da war der jederzeit drohende Einzug ins Stasi-Gefängnis-Loch auch kein Zuckerschlecken. Gegen die alle, die das ertragen mussten und durchstanden haben, bin ich ein Nichts.

Der Osten hatte auch Kämpfe für die Freiheit, man denke an die CSSR 68, vorher Ungarn, noch vorher 1953 in der DDR, später die Solidarnosc.

Bitte nicht beleidigt sein, wenn wir uns z.B. auf Deutschland beziehen, wir aus der DDR, die 89er haben den Sturz einer Herrscher-Clique schon mal geschafft. Und zwar gewaltig friedlich. :-)

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Ehemaliger Nutzer 19.01.2016 | 22:27

"Ich stimme Ihnen da zu, ..."

Das weiß ich! Sie haben ja im überschneidenden Kommentar gelesen, wie ich Sie schätze.

"... das "feige Pack" war auch nicht bereit mit Rommel in die Wueste zu ziehen, das "feige Pack"hatte nicht die Eier Stalingrad zu halten, mir kommen diese verbalen Ausfaelle nur allzu bekannt vor. Hatte ich das mal im Geschichtsunterricht?"

Mit feigem Pack bezeichne ich diese Leute nicht wegen des Aufhetzens zu Eroberungskriegen, sondern weil man am bisher krassestem Beispiel, nämlich Rotherham sehen konnte, wohin solch duckmäuserisches Verhalten führt.

Über tausend Kinder und Jugendliche waren in mehr als 10 Jahren in Rotherham ununterbrochen zu Opfern von Gewalt geworden, nur weil man nicht von den Tätern als Angehörige eines bestimmten Herkunftslandes zu reden wagte! Kann man sich sowas vorstellen, da hatte diese Feigheit eine komplette Stadt und Umgebung erwischt und im Griff! Aber Sie brauche ich ja nicht davonn zu überzeugen, Sie haben schon ja schon gesagt, was Sie davon halten.

Aber wo Sie Recht haben, haben Sie Recht. Ich werde meine Empörung in den Griff bekommen müssen und mich statt mit scharfen Worten weiterhin der Wahrheitsfindung eher mit Sarkasmus oder Satire widmen.

Ich habe Augstein keinen Antisemitismus vorgeworfen, sondern Rassismus. Das ist heutzutage und schon länger aus dem Munde von Augstein so üblich und ich habe dies satirisch mit der SWC-Liste verbunden. Zwischen Rassismus und Antisemitismus gibt es bei mir keinen Unterschied. Beides ist das gleiche.

Etwa so, wie Sie die Augstein'sche Aburteilung aller Polen eher als Kriminal-Literatur einschätzen.

Ansonsten nehme ich den Hauptkern Ihrer Kritik sehr ernst, gerade weil ich weiß, dass Sie ein erfahrener Weltenbürger sind und sicher schon viel erlebt haben, was mit scharfem Ton zusammenhängt. Ich gehe in mich und versuche nach meinem ersten Angebot eines Downspills, welches brüsk und weiterhin verleumdend zurückgewiesen wurde, meinen Ton in den Griff zu bekommen.

Ich hoffe, dass wir weiter im Gespräch bleiben können und dass Sie mir erzählen können, was Sie an Mankell fasziniert, den ich bisher noch nicht geslesen habe.

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Ehemaliger Nutzer 19.01.2016 | 23:40

Und eine Ergänzung für Sie, dessen Kommentar ich sehr ernst nehme, z.B. Ihr Hinweis auf Sozialrassismus und Antisozialrassismus. Ich glaube, ich habe Sie da richtig verstanden.

Sozialrassismus ist durchaus ein Übel, welches in beide Richtungen gehen kann, von denen da oben hin zu den ärmeren und ausgebeuteten Schichten als auch in die entgegengesetzte Richtung. Ich habe das mal mit dem verächtlich gebrauchten Begriff "Schlipsträger" zum Ausdruck gebracht.

Aber es dürfte klar sein, für wen im Zweifel Partei zu ergreifen ist.

Schon die alltäglich vorhandene strukturelle Gewalt von oben nach unten, zwingt uns, vorrangig für die Opfer der Gewaltstrukturen Partei zu ergreifen. Schon im Sinne der Herstellung von Waffengleichheit im Machtgefüge, die letztendlich höchsten in revolutionären Zeiten errungen werden kann (siehe 1989).

Oder glauben Sie an Kapitalismus-Reformen?

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Ehemaliger Nutzer 21.01.2016 | 01:30

Werte/r ? Moorleiche,

damit Sie Gewissheit haben, dass ich nicht nur gekränkt wirke, verweise ich auf die Tatsache, dass ich übelst beleidigt wurde, und versichere Ihnen, dass ich zutiefst gekränkt bin:

1. "Leider sind ja mittlerweile viele Diskussionsteilnehmer, häufig gerade jene, die sich fast ausschließlich zu diesen Fragen zu Wort melden, sogar extra anmelden, und ihre einförmige Sortierabsicht, ihren Wunsch zumindest mit Worten Ordnung zu schaffen, kaum verbergen, gerade an der absoluten Trennung, Ich, wir, "die", sehr interessiert.

Für Taten sind sie meist noch nicht ausreichend weit, aber man spürt diese förmlich schon, im Andrang und in der Wut der Worte, die von derSucht zeugen, wenigstens einmal persönlich zu werden und Schreibern, Autoren und Mitdiskutanten, völlig ohne eigene Zweifel, die Meinung zu geigen."

2. Lächerlich die Anmaßung, dass er, der sich hier in ungezählten Kommentaren "fast ausschließlich zu diesen Fragen zu Wort melde(t)", Neuanmeldern und Meinungskontrahenten dieses sein natürliches Recht mit der Forderung nach einem Ordnungsruf zu verwehren gedenkt. (Arroganz hoch drei).

3. Denken wir auch an den notwendigen Hochschulabschluss, was sich erst mal noch zu erweisen habe, ob man den denn überhaupt mitbringe.

Das Problem bei Ihnen und anderen, ist nicht eine eventuell nicht vorhandene akademische Ausbildung, sondern es ist die Tendenz, immer nach der direkt greifbaren Stimmung, Empörung und Einschätzung zu greifen, statt innezuhalten und mehr nachzudenken.

Wir werden sehen, welche Meisterhaftigkeit in seinem Nachdenken zum Vorschein kommt, der seine

4. "einförmige Sortierabsicht, (seinem) Wunsch zumindest mit Worten Ordnung zu schaffen, kaum verbirgt", sondern sogar mit Passagen wie

5. „Das Ereignis selbst, ein Desaster ohne Frage, wird sich so nicht wiederholen.“, vor allem, wenn Herr Columbus so weiter verharmlost, brauchen wir doch über ein von ihm also sehr wohl erkanntes Desaster nicht weiter reden, sondern lieber über die „Sklavenhaltergesellschaft“, vergessen hat er noch den "Feudalismus" und vor allem den massenhaft versklavenden und raubenden Kapitalismus und höchstens erlaubt er noch,

5. über seine Beziehungs- und Schlafzimmerfantasien zu reden.

6. „Was in Köln geschah, ist auch in jeder stärker religiös geprägten Gesellschaft höchst unerwünscht“ Ah ja, unerwünscht. Wenigsten aber „höchst“.

7. Er ist nicht nur Verharmloser, nein er ist der Beruhiger: Mit einer einem „Linken“ alle Ehre machenden Anbetung der Obrigkeit: „Damit wird der Staat, die Polizei, die Justiz, hoffentlich auch die Öffentlichkeit und so mancher erregte Mensch, doch fertig. Es wäre gelacht.“ sagt er.

8. Da biegen sich alle Balken vor Lachen, denn auf die Öffentlichkeit, also die gesamte Gesellschaft, also auch uns kommt es nicht so an, eben nur „auch“ und eben nur „hoffentlich“. Das "hoffentlich" ist bei den Staatsoberen nicht nötig. "Es wäre gelacht!"

Auf die Obrigkeit mit z.B. Staatsrepräsentanten wie den Bundespfarrer, die Flintenuschi und den Griechenlandräuber-Schäuble mitsamt denen gehorchenden Apparaten der Polizei und Justiz sind so sehr entscheidend, dass die NSU-Verbrecher aus der Hölle heraus in schallendem Gelächter über Columbus Anbiederungen überhaupt kein Feuer unterm Arsch bemerken.

9. Oder noch besser, ist doch harmlos, weil wir haben es hier mit Ultraphysik zu tun: „Letzteres hat, ultrakurzzeitig, vielleicht auch manchen jungen Mann in der Silvesternacht angetrieben“. Bestimmt sind da auch schon Messgeräte für erfunden.

10. Und zukunftsfrohen Optimismus verbreitet er, dass das doch nichts ausmache mit der Sylvesternacht, denn „Den Sexismus wird es immer geben, solange es Geschlechter gibt.“ So einen „Zukunftsentwurf“ habe ich noch nie in der linken progressiven Gemeinschaft gelesen. Er wünscht sich biologistisch begründet, den ewigen Sexualrassismus.

11. Das müssen wir jetzt ausführlich und sorgfältig durchdenken: Er ergeht sich in Rassentheorien, dass richtigerweise Ethnien nicht zu lange unter sich bleiben sollen. Denn die Rassisten, er meint jetzt die anderen Rassisten, sind so blöde, nicht folgendes zu wissen: Dass sie nicht Isolationsgedanken überwinden deswegen, weil das, wei ich meine, im Zeichen der Globalisierung und der weltweiten Arbeitsteilung und der aus Friedens- und Umweltgründen notwendigen Zusammenarbeit, vor allem für ein kulturelles, bereicherndes und völlig natürliches Zusammenwachsen erstens sowieso unabdingbar und zweitens sowieso etwas ganz natürliches und aktiv zu förderndes ist, sondern er begründet es mit Nachfolgegenerationen, mit der Gefahr, ansonsten drohe „… ihre persönliche Degeneration und die ihrer Nachkommen …“. Eine Degeneration von Nachfolgegenerationen. Solch eine nach Rassismus stinkende biologistische und unter Sarrazinesker Zuhilfenahme von Genetikargumenten z.B. Degenerationsargumenten bezogen auf Nachkommen! Und so etwas trotz heuchlerischem Betonen einer Selbstverständlichkeit, dass alle Ethnien sowieso gleichwertig sind. Darüber sollte er sich mal mit den First Nations in Amerika oder Australien oder Afrika unterhalten. „Was habt Ihr für ein Glück gehabt, dass wir uns mit Euch „vermischt“ haben, gut, zwar nicht ganz friedlich, aber es ist doch schön, Eure Nachkommen haben wir vor der Degeneration bewahrt.“ Oder vielleicht, sollte er versuchen, Nordkoreaner statt mit kulturellen, wirtschaftlichen, friedensfördernden Argumenten vor Ihrer Isolation zu warnen, dort mal solchen rassistischen Nachfolgegenerationen-Degenerationsmüll zu verbreiten. Nein, die andere Möglichkeit wäre, es ist Satire: Deutschen Neonazis sollte man mit Sarrazin-Argumenten begegnen. Die haben das verdient! Ich bin mir absolut sicher, dass das nur Satire gewesen sein kann. :-)

12. Kölner Sylvester ist nicht schlimm, denn Gewalt- und Kriminalität seien Teil eines Erfolgsmodells: Hä: „In diesen Fragen unterscheiden sich übrigens fast alles Gesellschaftssysteme und Kulturräume der Welt nicht wesentlich, außer in jenen sub- und antikulturellen Strukturen (z. B. gegen Muslime, denen man ihre Schriften, Denkmale, Gebetsräume, Gemeinden zerstört und gleichzeitig im kontrollierten Gebiet dekretiert, was zu glauben ist, um nicht bestraft oder gar getötet zu werden. Dies ist völlig untypisch für den Islam, der gar keine Einheitskirche und kein Dogma, außer dem der Worte Allahs im Koran, kennt), bei denen Gewalt und Kriminalität Teil des, von den meisten aktiven Mitgliedern akzeptierten, Lebens- und Erfolgsmodells wurde.“ Da kann man also bei Gewalt nichts Schlimmes oder Unterdrückendes sagen wegen Köln, denn sogar höchste Gewalt, der Krieg ist, wie mir schwant, bei manchen westlichen „Kulturräumen“ Teil eines Erfolgsmodells. Nein, das ist keine Schande, sogar in Subkulturen und naja höchstens noch in antikulturellen denkmalzerstörerischen „Kulturen“ ist, sagen wir mal z.B: das Frauen unterdrückende Patriarchat Teil eines Lebens- und sogar ERFOLGSMODELLS. Ja, denn die "aktiven", man sei fast geneigt von "Aktivisten" statt Unterdrückern zu reden, dürfen ja nicht die Frauen in patriarchisch strukturierten Subkulturen sein. Man sieht, ein Studium fördert klare Ansagen!

13. „Wer die Gesellschaften und Ethnien daraufhin untersucht, der kann feststellen, dass in allen Tabus, Gesetze, Sitten und Gebräuche darauf ausgerichtet sind, die unabweisbar auftretenden Missbräuche, Gewalttaten und Diskriminierungen zu regeln, zu sanktionieren, zu verhindern.“ Aha, verlassen wir uns doch auch hier vertrauensvoll auf die "Regeln", die wirken garantiert von ganz allein, sozusagen fließen die völlig gleitend in die widerspenstige Praxis!

Ach ich habe keine Lust mehr, mich bis 100. vorzuarbeiten. Ich ersticke in dem Gedankensumpf.

Punkt 100 wäre der absolute Tiefpunkt, er an mich gerichtet:

Für Taten sind sie meist noch nicht ausreichend weit, aber man spürt diese förmlich schon…“

Haben Sie jetzt eine Vorstellung davon, dass meine lautstarke Empörung irgendwo herkommen mag, zumal wenn ich dann weitere Kommentatoren lese mit Zustimmung für solchen Salat.

Nee, da bleibe ich lieber bei der Darstellung von Fakten und der völlig gesunden Empörung.

Zumal ich derjenige war, der angegriffen wurde und der, ich könnte mir in den Hintern beißen, dass ich ein Deeskalationsangebot machte mit Schilderungen aus meinem Leben, damit derjenige versteht, was meine Motivation ist.

Das wies er und Frau Mohnen schroff zurück. Nicht etwa mit inhaltlicher Argumentation wie ich mir Mühe gebe, meine Sachen ausführlich, mit Fakten und anhand konkreter Zitate und sogar mit Lebensepisoden vorbrachte.

Sondern so, wie er schon gleich im ersten an mich gerichteten Kommentar mir, der bisher kein einziges böses Wort gegen z.B. Flüchtlinge, Religionen, Ethnien und was er da immer alles aufzuzählen nicht müde wird, sagte, ich wäre absehbar der künftige Flüchtlingsheimbrandschatzer, denn ich trenne zwischen uns und „sie“, die Flüchtlinge.

Er weiß aber genau zwischen wem ich erst mal eine Trennlinie ziehe, zwischen mir und solchen wie ihm, ob sie nun hier im Forum „wirken“ oder als Bonner Integrations-Chefin.

Die Flüchtlinge nehme ich in Schutz gegen alle Nazis, Rassisten, Polenbeschimpfer und Leute, über die ich mich, wie er ausdrückte, mit Wut äußern würde.

Ja was bleibt mir, in den 50er und 60er Jahren schon in meiner Kindheit von humanistischen Lehrern, von aus Konzentrationslagern entkommenen Kommunisten und Sozialisten, als Arbeiter- und Bauernkinder kostenlos nach der Nazizeit zu Neulehrern ausgebildeten, erzogen wurde. Was glauben Sie denn, wie die mich erzogen haben?

Manche hier wissen vom Osten Nichts, pflegen ihre Vorurteile! Wenn ich mich auch unbändig für Merkels Politik schäme, hat sie dennoch etwas standhaftes und widersprüchliches. Das kommt vom harten Klima in einer Diktatur. Über den Bundespfarrer reden wir erst gar nicht. Flintenuschi und das Ende der Nahrungskette hat der Westen beigesteuert.

Nein, ich bin beileibe kein Held, wie ein Kommentator in seiner harten aber herzlichen Art und ironisch meinte, ich versuche einfach nur normal zu sein, einfach menschlich. Ich bin überzeugt, normal kann nicht anders sein, als aufrecht und nicht geduckt menschlich.

Ich habe Optimismus und bin überzeugt, dass die Zukunftsvorhersagen von Columbus bezüglich Sexismus und anderem nicht eintreten werden, denn der Mensch ist kein primitives Tier. Er ist stärker, weil er Spiegelneuronen hat. Jedenfalls ich will mich bemühen.

Zweitens, ich bin nicht „um Koalitionäre bemüht“, denn ich bin gewiss, so wie es viele Hetzer in jeder Gesellschaft gibt, gibt es viel viel mehr normale und mitfühlende und klardenkende Menschen, die in großer Mehrzahl ebenfalls hier im Thread aufgetreten sind oder mitlesen. Ich habe schon Unterstützung erhalten.

Gleich der erste Kommentator, der auf Columbus antwortete, ist für mich einer derjenigen, weil er sich nicht wie andere blind stellte, sondern viel intelligenter als Columbus die krassen Schwächen und dessen Verharmlosungen erkannte.

Gegenüber einer Frau Mohnen, die mich vom Hof jagen wollten, und die blind zu sein scheint für wenigstens einige der 13 Punkte und für den Ungebildeten-Vorwurf und den absolut unmöglichen Tätervorwurf, gab es widerum einen anderen, der von Columbus verlangte, dass es der Columbus ist, der sich entschuldigen müsse.

Meine Entschuldigung wegen des Arschlochs erfolgte prompt!

Ich bin nicht der Paria, zu dem Columbus mich machen wollte, ich brauche nicht zu werben, es gab schon weitere, die mir die Sympathie bekundeten, einfach nachlesen.

Ich kann nicht anders, aber normal zu bleiben und zu appellieren dafür, klingt heutzutage wie Pathos, obwohl man nur seinen Intellekt, sein Herzblut, seine Überzeugungskraft und ja, auch seinen normalen menschlichen Zorn einsetzen möchte. Und man erkennt, dass man starke Worte benutzen muss, sonst dringt man nicht durch.

Ich denke, das ist mehr berechtigt als das Pathos des Anbetens sogenannter westlicher Werte, die dann doch nicht gelten sollen.

Ich glaube nicht, dass ich gegen eine Netiquette verstoßen habe, wie der - einem anderen ihm völlig unbekannten User schlimmer Taten bezichtigende Columbus -, denn ich bin im Gegensatz zu noch anderen, immer noch hier und warte auf 13 harte Punkte, was ich doch für ein Schwein sei.

Ich möchte das nicht als Sperrforderung verstanden wissen, denn jeder soll immer noch eine Chance erhalten … z.B. ein kleines Bedauern. Z.B. der Aufforderung von Gunnar Jeschke zu folgen.

Ich habe harte, aber mit Zitaten belegte Worte gebraucht, aber keinen Brandschatzer oder gar Mordvorwurf.

Aber komme man mir mit harten Sachen und versuche man nicht, mit Mimimimi wegen meiner Kinder oder einer angeblich angemaßten Vaterrolle abzulenken. Dazu habe ich mich schon erklärt im entsprechenden Blog. Das war einfach eine saublöde Unbedachtsamkeit von mir, die E-Mail in meiner Freude, nun schon einen zu Text besitzen und damit aufzeigen zu wollen, dass die gegenwärtige Krise in wohl fast jeder Familie, auch wenn man weit auseinander wohnt, das Fernsehsessel sitzen beendet und die Gespräche endlich mal wieder politisch werden lässt.

Ich bitte dafür, dass das wohl missverstanden werden musste und ich „Oberlehrer“ absolut zu doof dazu war, so weit zu denken.

Ich freue mich aufs Weiterdiskutieren mit ebenfalls zahlreich hier vorhandenen „Kindergärtnern“. naja, ich kanns eben nicht lassen. :-)

Danke für Ihren Rat, ich weiß es ganz sicher, der war sehr gut gemeint, aber ich bin ein sturer Bock!

Bis zur Revolution (friedlich) oder zur erlösenden? Sperre. Nein, harte Zeiten sind harte Zeiten, man muss dran bleiben.

:-)

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Ehemaliger Nutzer 22.01.2016 | 00:53

Hallo werte/r Moorleiche,

Ja, viel Text und schwer entzifferbar und schwierig, die Zitate aus einer derartigen Heuchelknete mit den eigenen Grundüberzeugungen nebeneinander zu setzen .

Der Blog war schon beginnend mit dem Artikel eine Totgeburt jeglichen Anstands gewesen. Denn dessen Autor maßte sich von Anfang an das Recht an, allen anderen, die eine breite, der Einsicht in die Komplexität und Vernetztheit der Realitäten genügende Diskussion fordern, das Maul zu verbieten und der somit am "Firnis der Zivilisation" kratzte. Und der sowas auch noch "Gegenhalten" nannte.

Nein, sowas ist kein Gegenhalten, das ist dümmstes Befördern der braunen Soße und es ist gleichzeitig das Schwächen und Gegeneinanderhetzen der gegen den Fremdenhass vorgehenden Kräfte. Und im Endeffekt eine Katastrophe für die Flüchtlinge.

Kein Wunder, dass dem Artikel völlig kritklos nur einige wenige Kommentatoren zustimmen wollten, wie z.B. Columbus, welcher, wie ich schon mit den obigen Zitaten nachwies:

- glaubte, im Forum des Hausherrn des "Blatts" eine schleimige Hofschranzenbuckelei erst mal exerzieren zu müssen:

"Ganz grundsätzlich und beileibe nicht nur für diesen Artikel, gegenüber dem Journalisten und Publizisten Augstein, der sich zeigen kann, zeigt und zeigen muss, hier im Blatt, anderswo. - Nennen Sie es ruhig Grundsympathie aus der Ferne..."

Und dies, wie ich schon oben nachwies, vorsichtshalber gleich unter Anrufung der Obrigkeiten des versagenden Staats und seiner versagenden Behörden.

- und dann noch, weil Schleimen ja nur argumentfrei funktioniert, sich in seiner Verteidigung auf entsprechende Hinweise unfreiwillig selbst entlarvt:

"Ich wollte hier gar nicht inhaltlich was schreiben."

Denn ich frage mich, warum er denn sonst auf den Kommentarknopf gedrückt hat? Aha, also erst mal zum Abnicken.

- Und wenn er dann schon im ersten Nachfolgekommentar Gegenwind erhält und der Gegenwind ärgerlicherweise gar nicht aufhört, praktiziert er den bekannten Begleiter des Hofschranzentums, das Treten nach unten.

Drauf auf die ungebildeten Untermenschen, denen es nicht gebührt, ihm, dem studierten Übermenschen in die Quere zu kommen:

"Das Problem bei Ihnen und anderen, ist nicht eine eventuell nicht vorhandene akademische Ausbildung ...".

Oh, wenn mein Vater sowas noch hören würde, der in der DDR sich im Schweiße seines Angesichts als Arbeiter am Schmelzofen in die Silikose schuftete, dass er als Nichtakademiker automatisch mehr in Gefahr der Fremdenfeindlichkeit steht als der Studierte.

Da würden anschliessend die Eier des Columbus als Ostereier ein schönes Bild abgeben. Aber diese Gefahr kann ja gar nicht bestehen ... :-)

Mein Vater, der ganz selbstverständlich seinen neben ihm am Schmelzofen als algerischer Gastarbeiter mitschuftenden Kumpel Shari regelmäßig nach Feierabend auf ein Bier oder zum Abendessen mit zu uns nach Hause brachte. Da hatten wir immer viel Spaß miteinander, fußend darauf, dass anständige Arbeiter schon immer wussten, was sie eint. Egal aus welchem Land der andere ist. Das war völlig uninteressant und bedurfte keiner Columbianischen ellenlangen Tiraden über "Ethnien", "Religionen", "Gesamtmenschheitsrasse", über solche Worte hätten wir uns totgelacht.

Er hat sich so wohl gefühlt in unserem Arbeiterhaushalt, dass er aus dem Urlaub in der Heimat immer Geschenke mitbrachte, z.B. ein schönes orientalisches zartes Kleid für meine Mutter, für mein Hobby immer schöne Streichholzetiketten, immer gut überlegt, worüber sich der einzelne wohl sehr freuen würde.

Bei uns in der DDR war die Frau geachtet, von Anfang an. Sowas begreift nicht nur ein studierter Columbus, das war in der DDR unter Arbeitern und arabischen Gastarbeitern und unter jungen Männern und Frauen, die als Studenten aus aller Herren Länder an unseren Universitäten waren, eine erlebte und vom "Staat" geförderte weit verbreitete Anschaung.

Und es war immer sehr fröhlich, wenn Shari meinem Vater bei jedem Besuch bei uns jedesmal mehr Kamele im Tausch für meine Mutter bot. Das waren Scherze, die für uns einvernehmlich niemals was anderes als Respektsbezeugungen bedeuteten, egal ob gegenüber Mann oder Frau.

Ach ich lasse jetzt einfach den Absatz, in welchem Columbus mich alsbald kommender Taten bezichtige, einfach mal weg, obwohl der das infamste darstellte, was mir jemals in einem Blog begegnete.

Ich versuche gerade das totgeborene Kind, als den ich diesen Blog bezeichnete, zu beatmen. Glauben Sie mir, so wie Sie, der zudem den Anstand besitzt, mir mit Respekt zu begnen, lesen hier viele mit.

Schon aus dem einen oder aus dem genau gegenteiligem Interesse. :-) Hallo, ich grüße Dich, werter Leser.

Und das Verstummen ist beredt. Dass ein Shitstorm nicht zustande kommt, ist doch ein gutes Zeichen, nicht wahr?

Ich hoffe sehr, dass das Verstummen ein Zeichen von Nachdenklichkeit statt ein Zeichen fehlender 13 "Angriffspunkte" darstellt.

Das Sortieren hilft! Es ist nur wichtig, auf die richtigen, nicht die Augsteinschen Prioritäten zu setzen. An erster Stelle steht das Miteinander.

Und deshalb ist genau so wichtig, das nicht nachlassende Paroli bieten denjenigen gegenüber, die dieses Miteinander absichtlich oder unabsichtlich hintertreiben.

1. Dann noch zum Schluss, meine Lehrer in der Schule, über die ich im vorigen Kommentar berichtete, hätten in der BRD während meiner Kindheits- und Jugendzeit BRD Berufsverbot erhalten.

2. Und was ich im vorigen Kommentar über Merkel und deren DDR-Herkunft schrieb, sowas gilt auch für den einen oder anderen demonstrierenden Dresdner. Die nehmen sich beide nicht viel.

Meine DDR-Erlebnisse waren auch all deren DDR-Erlebnisse.

Und über die Stasi-Scheiße hatte ich ja auch schon geschrieben.

1. und 2. nur mal so als Denkanregung über Ursachen all dessen, was ich anklage. :-)

Viel Grüße

PS: Wieso sollte ich erst noch nach Koalitionären suchen müssen, wenn Sie so etwas schon lange vorher sagten:

"Aber schon in der Weise, dass klar wird, wie wir alle zukünftig miteinander leben wollen."

:-)

Io-Fagor 22.01.2016 | 10:29

"Wer soll denn entscheiden, was als Meinung veröffentlicht werden darf? Menschen wie Sie?"

Ja, Menschen wie ich, wie Sie, wie Karlheinz, wie Oma Schulz! Meint: Bloß weil man alles sagen darf (... bis auf das, was zu sagen verboten ist), entsteht keine Nötigkeit, keine Verpflichtung, alles "Sagbare" (auch das Unsägliche) auch wirklich raus zu drücken.

Und noch viel weniger gibt es - für den Rausdrücker - ein (An)Recht auf , für die Empfänger eine Pflicht zur Befassung mit Allem und Jedem!

Die Anwandlung, dies oder jenes dürfe nicht unwidersprochen bleiben, wird als erz-demokratisch gestempelter Freifahrschein zum end- gleichwie fruchtlosen - und vor allem: langweiligen! - Beharken der respektiven Gegner genutzt. Weil, Demokratie!

Bitte, mal ein paar Schritte zurück treten und sich die Meinungen, die da zu allem und jedem gehabt (und eben auch geäußert) werden, anschauen - und fragen: Wozu?

Ehrlich: Außer "Beschäftigungstherapie" fällt mir nichts ein, wobei das mit der Therapie mal auch noch sehr fraglich ist.

Und die Meinunghaber, die Finder und DafürDagegen-Seier sind überein, das sei dann jetzt "Demokratie".

Sorry, aber so billig lasse ich mich nicht abfüttern.

Die notorische "Schweigende Mehrheit" ist längst keine mehr, sondern ein zimlich kleiner, sympathisch snobistischer Klub.

Exilant 22.01.2016 | 15:44

@GEBE:

1., Warum hat die ausl. Presse im Zusammenhang der Griechenland-Hetze gefragt, ob die Deutschen nichts aus ihrer Geschichte lernen? Zur gleichen Zeit wurde nämlich im Ausland die deutsche Austeritätspolitik von führenden Ökonomen heftig kritisiert, während in Umfragen die Zustimmung zur Griechenland-Politik der Regierung mehr als 80% betrug.

2., Einige lesenswerte Bücher:

"Die Unfähigkeit zu trauern" (Alex. u. Marg. Mitscherlich), "Die Chance des Gewissens" (Horst E. Richter), "Die zweite Schuld" (Ralph Giordano).

mymind 23.01.2016 | 00:49

Es ist auch ein schwerer Mangel Ihrerseits, die Opferseite nicht erkennen zu wollen. Neben der Chance für Verbrecher & Mörder, die zweifellos möglich sein sollte, gibt es unausgewogene Urteile bzgl. Totschlag, Mord, Vergewaltigung, sexuellen Missbrauch, Körperverletzung im Verhältnis zu jenen Urteilen bzgl. Diebstahls- |Kapitaldelikten, bei denen Menschen zumindest nicht physisch & psychisch geschädigt wurden, sondern materiell, was bestimmt den| die Einzelnen empfindlich trifft aber nicht aus der Balance oder dem Leben wirft.

Sie müssen nicht verstehen, was ich unter Gerechtigkeit empfinde…

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Ehemaliger Nutzer 23.01.2016 | 03:20

"halten sie weiter die gespitzten ohren steif, ..."

Mach ich, aktuell ab 22.01.2016 | 21:14 Uhr weiterführend dort:

https://www.freitag.de/autoren/ernstchen/president-sanders-nicht-mehr-ausgeschlossen

Die gespitzten Ohren mögen so helfen wie Ihre scharfe Würze in der Kürze :

"nur begüterte können anspruch erheben auf schutz und schon-vermögen.

nicht auszudenken, wenn asylanten die eheringe zusammen-werfen und eine feindliche übernahme eines system-relevanten konzerns stattfindet..."

Köstlich, den in Konzernkreisen gebräuchlichen Terminus "feindliche Übernahme" als Kampfansage gegen die Oligarchen-Besitztümer zu wenden. :-)

silvio spottiswoode 23.01.2016 | 20:00

:)

Merci. Ja, sehe ich ähnlich. Den Unterschied mache ich zwischen staatlicher Exekutive; Polizei und den Bürgern. Und denke schon, dass soweit eine angemessene Einschätzung der Lage samt Organisation stattgefunden hätte, die Polizei auch besser in der Lage gewesen wäre die Bevölkerung zu schützen.

..............

📎 Off topic tech:

Es gibt unten am Kommentarfenster, unten links neben dem Ausrufungszeichen, so einen kleinen "Speechbubble Button": DEN anckicken und Zack, erscheint der Kommentar als "Antwort", der Diskursteilnehmer sieht es und bekommt automatisch eine Meldung im Benachrichtigungskasten auf die er/sie antorten kann. So entgeht einem nichts mehr. Yay! Schönes Wochenende, Grüße