Jakob Augstein
Ausgabe 2016 | 08.06.2016 | 06:00 46

Die Geheimnisvolle

Linke Superhelden Sahra Wagenknecht kann Marx, Goethe und Provokation – und will die Unzufriedenheit in produktive Politik ummünzen

Die Geheimnisvolle

Erfolgreich gegen das Polit-Establishment: Sahra Wagenknecht

Illustration: der Freitag

Das Handelsblatt veröffentlicht regelmäßig eine Liste der bestverkauften Wirtschaftsbücher in Deutschland. Platz eins belegt zur Zeit das neue Buch von Sahra Wagenknecht. Reichtum ohne Gier. Auf Platz zwei folgt Carsten Maschmeyers Die Millionärsformel. Man sieht: Wenn der Deutsche es sich aussuchen könnte, er würde beides wählen: Millionär sein und dabei ein anständiger Mensch bleiben. Nicht nur eine Figur wie der zwielichtige Selfmade-Man Maschmeyer beflügelt die Fantasie der Leute, sondern auch die Gestalt der geheimnisvollen Linken Wagenknecht. Revolution hin oder her, auch der Buchmarkt ist nur ein Markt und der Kapitalismus kennt manchmal eine feine Ironie.

So eine Politikerin gibt es in Deutschland kein zweites Mal. Niemand wirkt so fremd und unnahbar wie die alterslose Frau aus dem Osten. Aber wenn die Deutschen sich eine Lieblingslinke wählen sollten, dann wäre es Sahra Wagenknecht. Schon weil sie so ordentlich ist. „Ihr herrlicher Bertha-von-Suttner-Style“, hat der Journalist Moritz von Uslar in der durch und durch bürgerlichen Zeit einmal gejubelt. Und ausgerechnet der bayerische CSU-Brocken Peter Gauweiler fand gar nicht genug begeisterte Worte, als er Wagenknechts Reichtumsbuch rezensierte. Das größte Lob aber bewahrte er sich bis zum Ende auf: „Alles in unvergleichbar bessererzogener und -gesetzter Form, als wir Westler es von unseren alten 68ern mit ihrem undurchdachten Schmaddertum gewohnt waren.“ Wenn schon links, dann bitte mit Manieren.

Wagenknecht, die in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung auch schon ganze Seiten über Goethe vollgeschrieben hat, erlaubt es dem deutschen Bürger, wenigstens ästhetisch seinen Frieden mit der Linken zu machen. Das ist schon mal was. Aber es geht noch mehr. Früher war Wagenknecht prominentes Mitglied der Kommunistischen Plattform der Linkspartei. Aber wenn die Berliner Morgenpost sie heute wohlig schaudernd fragt: „Sind Sie Kommunistin geblieben?“, dann antwortet sie in aller Gelassenheit: „Nein, jedenfalls nicht in dem Verständnis, dass ein Kommunist jemand ist, der sich die DDR oder das Modell einer zentralisierten Planwirtschaft zurückwünscht.“

Ein gefundenes Fressen

Kommunistin ist sie nicht mehr. Manche bei den Linken fragen sich, wie links Wagenknecht überhaupt noch ist. In ihren Büchern und Reden lobt sie Ludwig Erhard über den grünen Klee und CSU-Mann Gauweiler bestätigt ihr schriftlich, „dass sie – bei aller Linksheit – mit Haltung und geradem Rücken etwas retten will, was uns allen wichtig ist: Marktwirtschaft und Demokratie“. Das ist verwirrend. Von wegen Verstaatlichung. Wagenknecht schreibt: „Märkte darf man nicht abschaffen, im Gegenteil, man muss sie vor dem Kapitalismus retten. (…) Wir brauchen, was die Neoliberalen sich so gern auf die Fahne schreiben, aber in Wirklichkeit zerstören: Freiheit, Eigeninitiative, Wettbewerb, leistungsgerechte Bezahlung, Schutz des selbst erarbeiteten Eigentums“. Selbst der Wirtschaftsprofessor Hans-Werner Sinn zeigte sich besonders erfreut darüber, dass Wagenknecht geradezu „ein Loblied auf den Ordoliberalismus“ angestimmt hätte.

Dass sie einen weiten Weg zurückgelegt hat, würde Wagenknecht als Letzte bestreiten. Als sie eine junge Frau war, im Jahr 1992, verfasste sie einen Text, den ihr die westdeutschen Zeitungen – man muss das jetzt mal so nennen – immer wieder vorgehalten haben. Marxismus und Opportunismus hieß der Essay, der damals in den Weißenseer Blättern erschien, einer kommunistischen Splitterpostille. Der Text war ein gefundenes Fressen für Westjournalisten, die einer ostdeutschen Linken dafür nachstellten, dass sie sich ihren Sozialismus trotz aller historischen Erfahrungen nicht madig machen lassen wollte. Zwar dürften die wenigsten Kollegen vom Spiegel und aus dem Hause Springer, die sich wieder und wieder genüsslich darüber hermachten, mit den Feinheiten der Lehren von Kautsky und Bernstein vertraut gewesen sein. Aber ihnen genügten Absätze wie dieser:

„Die DDR der 60er Jahre bot das Bild eines hoffnungsvollen Staates von enormer Produktivität und Stabilität, von wachsender Ausstrahlungskraft, ungebrochener Zukunftsgewissheit und scheinbar grenzenloser Entwicklungsmöglichkeit.“

Wagenknecht zeigte sich im Alter von 22 Jahren als Fan des früheren Staatsratsvorsitzenden Walter Ulbricht und seines „Neuen Ökonomischen Systems“. Sie nannte es „die zukunftsträchtige Form (…), wie Volkseigentum und gesamtgesellschaftliche Planung mit flexibler Entscheidungsfindung und dem Eigeninteresse der Leiter und der Kollektive zu verbinden sind“.

Es half ihr nichts, wenn sie später entnervt zurückfragte, ob Angela Merkel sich eigentlich auch für Äußerungen rechtfertigen müsse, die Jahrzehnte zurückliegen. Aber gleichwohl ist die Frage erlaubt: Was ist aus Wagenknecht geworden? Hat sie ihre linke Seele verkauft und den dialektischen Materialismus gegen schnöde materialistische Dialektik eingetauscht? Oder folgt die Anverwandlung bundesrepublikanischer Mythen einer Strategie der subtilen Revolution von innen? Bewegt sich die Revolutionärin Wagenknecht wie ein Fisch im Wasser deutscher Bürgerlichkeit?

Es hat noch niemand am Verstand dieser Frau gezweifelt. Manchmal, wenn sie wieder in einer Talkshow sitzt, geht der intellektuelle Hochmut mit ihr durch. Das Laster vieler Leute, die es gewohnt sind, die Klügsten im Raum zu sein. Sie gibt sich dann keine Mühe, ihre Überlegenheit mit Ironie oder Charme zu bemänteln. Ironie und Charme stehen ihr in Wahrheit auch nicht zu Verfügung. Die Oberfläche, die sie der Welt zeigt, ist glatt, gerade und kühl. Aber sie sieht einfach zu gut aus, als dass sie in den vergangenen Jahren den Männerfantasien der Berichterstatter hätte entgehen können, die in der ordentlichen Ostdeutschen irgendein orientalisches Feuer vermuten, ein Erbe des iranischen Vaters, der die Tochter früh zurückgelassen hat – weiteres Merkmal dieser Vita, das Laienpsychologen geradezu herausfordert.

Mit Hallodri und Hegel

Eine Sehnsucht nach dem Unruhigen muss es wohl geben in diesem Leben. Der erste Mann war ein Filmproduzent, der in Irland lebt und ein paarmal mit dem Gesetz in Konflikt geriet. Die Staatsanwaltschaft Köln ermittelte gegen ihn, weil er irgendwelchen sehr reichen Leuten ein Ölgemälde der Heiligen Apollonia – das war eine zahnlose Jungfrau, die lieber ins Feuer sprang, als ihrem Glauben abzuschwören – als echtes Bild von Leonardo da Vinci angeboten haben soll. Und zwar für 46 Millionen Dollar. Wagenknecht sagte damals: „Es gibt zwei Darstellungen des Sachverhalts. Und es liegt doch auf der Hand, welcher ich glaube – der meines Mannes!“

Es fällt schwer, sich die Hegel, Kant und Spinoza lesende Intellektuelle an der Seite eines halbseidenen Hallodris vorzustellen. Andererseits hat sich diese Intellektuelle im Jahr 2013, da war sie immerhin schon 44 Jahre alt, für eine Fotostrecke der Zeitschrift Gala in Pose und Kostüm der mexikanischen Malerin Frida Kahlo ablichten lassen. Die war zwar eine aufrechte Marxistin, aber Wagenknecht im Folklore-Look, das war mehr als unerwartet. Auf die Frage, wie sie denn so als Mensch sei, antwortete Wagenknecht im besten Boulevardstil: „Sehr emotional, jemand, der auch weinen kann, der Glück, Harmonie und Zuspruch braucht. Vieles an dem öffentlichen Bild ist verzerrt. Es scheint, dass ich alles im Griff habe. Das muss man als Politiker ja auch versuchen.“

Wagenknecht ging noch weiter. Sie erzählte der Gala von ihrem gescheiterten Kinderwunsch. „Ich wollte nur, wenn ich ein Kind bekomme, dann auch für das Kind da sein und Zeit für es haben. Deshalb habe ich es immer wieder verschoben. Ich dachte immer, es kommt noch mal ein besserer Moment. Und irgendwann habe ich gemerkt, dass die Zeit vorbei ist.“ „Schmerzt Sie das heute?“ „Schon. Sicher, ich habe viele andere Dinge in meinem Leben, aber das ist schon etwas, das fehlt. Und natürlich frage ich mich: War das richtig? War die Politik, die Dissertation, die Bücher – waren die wichtiger? Ich glaube, das kennen viele Frauen. Plötzlich steckt man in den Vierzigern und es ist zu spät.“

Brief an die „liebe Sahra“

Diese Offenheit wäre für jeden Politiker ungewöhnlich gewesen. Bei Wagenknecht verblüffte sie noch mehr. Aber es war der September der Bundestagswahl. Und Wagenknecht wird nicht zufällig so kurz vor der Wahl ein so ungewöhnlich freizügiges Gespräch ausgerechnet mit einer solchen Zeitschrift geführt haben. Und doch hatte man damals den Eindruck, dass sie ihr echtes Mitteilungsbedürfnis mit der politischen Opportunität einer solchen home story gleichsam nur tarnen wollte. Man tut Wagenknecht nicht Unrecht, wenn man vermutet, dass sie sich in solchen Fragen auch von ihrem zweiten Mann beraten lässt: Oskar Lafontaine. Der weiß nun wirklich, wo der Barthel den Most holt und war sich in seiner langen Laufbahn für keinen Ausflug in populäre Untiefen zu schade, Hauptsache, es gab dort Erfolg zu fischen.

Ihre Ausflüge in ordoliberale Argumente und boulevardeske Magazine haben Wagenknechts Anhänger ihr immer verziehen. Wenn eine der ihren dem westdeutschen Affen mal Zucker geben kann, warum nicht? Aber in jüngster Zeit ist Wagenknecht so weit gegangen, dass sie selbst alte Weggefährten aus den Augen verloren hat. Auf der Webseite der Antikapitalistischen Linken wurde ein offener Brief an die „liebe Sahra“ veröffentlicht, in dem sie aufgefordert wird, ihre Positionen „zu überdenken und zu korrigieren“. Es sei „nicht akzeptabel, dass du diese im Alleingang in der Öffentlichkeit propagierst“. Es geht um die Flüchtlingspolitik.

Da hat die Linkspartei ein Problem. Ein noch größeres als die übrigen Parteien: zu viele linke Wähler sind inzwischen vom antimuslimischen Ressentiment erfasst, das sich in Deutschland ausbreitet. Zu viele stimmen Thilo Sarrazin zu, der die Flüchtlingspolitik Angela Merkels für „den größten politischen Fehler seit Ende des Zweiten Weltkriegs“ hält. Wagenknecht will nicht wortlos zusehen, wie die Linke ihre Wähler an die AfD verliert. Sie hat sich für einen gefährlichen Kurs entschieden – sie will sich, was die Flüchtlingsfrage angeht, von den Rechten nicht die Butter vom Brot nehmen lassen. Also redet sie unbeschwert von „Kapazitätsgrenzen“, die es in Deutschland für die Aufnahme von Flüchtlingen gebe, und stellt im AfD-Jargon fest: „Wer Gastrecht missbraucht, hat Gastrecht verwirkt.“

Wagenknecht zieht ihre Lehren daraus, dass es der Linken in Deutschland bislang nicht gelungen ist, die Unzufriedenheit in produktive Politik umzumünzen. Der Aufstand der Ohnmächtigen wird bislang von einer Renaissance des Ressentiments befeuert und nutzt damit nur AfD und Pegida. Wagenknecht stellt dagegen ihre Forderung: „Die Linke muss wieder die Adresse für Protest werden.“

Politik, das lehrt die linke Theoretikerin Chantal Mouffe, kommt durch die gegenseitige – auch gefühlsmäßige – Abgrenzung kollektiver Identitäten zustande. Eine leidenschaftliche Politisierung fordert darum ein „Wir“ gegen „die Anderen“. Es sind aber in Deutschland die falschen „Anderen“ gegen die der Zorn des Populus sich wendet: die Schwachen, die Flüchtenden, die Fremden. Wagenknecht tut recht daran, mit dem Populismus zu experimentieren. Er könnte die Kraft freisetzen, die zur Erneuerung eines beschädigten Systems notwendig ist. Aber das große Rätsel – wie reitet man den populistischen Tiger, ohne ihm selber zum Opfer zu fallen –, kann Sahra Wagenknecht es lösen?

Dieser Beitrag erschien in Ausgabe 20/16.

Kommentare (46)

Livre 08.06.2016 | 08:22

@ reinhold schramm

eventuelle ist es in der derzeitigen weichgespülten pc-internetperiode bereits dermaßen außergewöhnlich ein eigenes charakteristisches persönlichkeitsprofil zu besitzen und nach außen zu vertreten, dass den hilflosen zuschauern nur bleibt, dies als superheldentum abzuklassifizieren. schätze mal, das schert die sahra nicht so sehr und hoffe, dass auch die zuschauer respektive leser sich vom mit scheinbarer großzügigkeit aufgedrückten "super"-etikett nicht beirren lassen

apatit 08.06.2016 | 09:16

... Dr. Wagenknecht ist eine Frau die sagt, was gesagt werden muss! Und das braucht Deutschland! Und wenn ich heute lese ...

Türkei: Berichte von Massenhinrichtung des türkischen Militärs in NusaybinTelepolis‎ - vor 3 TagenNusaybin (kurd.: Nisebin) ist eine mehrheitlich von Kurden bewohnte Stadt direkt an der ...

... dann sage ich, die Frau hat am deutlichsten gemacht im BT , was alles möglich ist, mit einen Despoten wie Sultan E. und wo? war der andere " Aufschrei " - die Frau ist einfach GUT!

goedzak 08.06.2016 | 09:43

Interessanter Artikel. Mmmmh.

Da ich journalistische Produkte nicht brauche, um mich selbst bestätigt zu sehen, kann ich den Text schätzen, ohne ihn zu mögen. Was mir auffällt, ist diese Riesendistanz zwischen den (meist westdeutschen, meist im Vgl. zu SW älteren, meist gaz anders sozialisierten) Männern, die seit 26 Jahren über sie schreiben, und dieser ostgebürtigen, damals sehr jungen, heute immer noch als jung wahrgenommenen Frau mit diesen "seltsamen" Ansichten. Der einzige aus dieser Riege, der mal ein wenig Warmherzigkeit SW gegenüber hat gucken lassen, war Willemsen. Das "Geheimnis" - Pardon, aber was für Kitsch! - liegt nicht über SW, das "Geheimnis" liegt im Kopf dieser Männer und ist ganz banal ihre Unfähigkeit, mit so etwas Fremdem wie der Persönlichkeit und dem Denken dieser Frau selbstverständlich umzugehen.

(Anmerkung: Bei dieser "Distanz" spielt das Ost-West-Element nur noch untergeordnete Rolle. SW hat inzwischen deutlich mehr als die Hälfte ihres Lebens nicht mehr in der DDR verbracht! - Und wenn sogar ulkige Westlinke jetzt SW zur Heldin küren und gleichzeitig meinen, aus der Linkspartei müsste jetzt mit ihr endlich eine westlinke Partei werden, ist das zwar komisch, aber doch ein Zeichen... Oder diese Typen gehen davon aus, dass SW jetzt ein Geschöpf Oskar L.s ist. - Naja, eigentlich nicht komisch...)

Warum lässt sich niemand dazu herab, Wagenknechts Argumentationen einmal genauer zu diskutieren? Es gibt nur Heldinnenverehrung, Torte oder diese irgendwie gleichgültige Distanz hier. Interessant sind immer noch nur Äußerlichkeiten. Populismus als taktische Methode? Ja, aber was genau wird denn auf diese Weise verklickert? Es interessiert nur der Sprachgebrauch. WIE etwas gesagt wird, ist sehr wohl Teil des Problems. Aber ohne das WAS und WARUM genauer zu hinterfragen, kommen sehr schnell die falschen Interpretationen.

Formulierungs-Gedankenlosigkeiten wären ärgerlich, wenn sie nicht so alltäglich wären: "linke Wähler" laufen weg? Nein, Protestwähler haben eine neue Adresse gefunden.

Dagegen ist "sie ist keine Kommunistin mehr" nur oberflächlich. War sie je eine? Muss man zumindest fragen. Kann ja sein, aber wer ihre damaligen Äußerungen etwa zu Ulbricht und seiner Politik und der 60er-Jahre-DDR liest, könnte eher einen Aha-Effekt haben: Ach so, da kommt das her! Ulbricht und Ehrhardt - vielleicht hat sich SW nicht von der Kommunistin zur Markt-Sozialistin entwickelt, sondern von Ostalgikerin zur sixties-Nostalgikerin? (kleiner Scherz)

Magda 08.06.2016 | 12:48

Wagenknecht darf manches, was sich eine Kanzlerin Merkel eben nicht leisten kann: Sie "darf" unnahbar sein, weil sie dabei auch noch sehr schön ist. Sie darf die Meinung wechseln, den Standpunkt. Sie darf populistische Buzzwords in die Gegend streuen und bleibt dennoch immer die, die es "denen" mal gibt.

CSU-Mann Gauweiler bestätigt ihr schriftlich, „dass sie – bei aller Linksheit – mit Haltung und geradem Rücken etwas retten will, was uns allen wichtig ist: Marktwirtschaft und Demokratie“.

Marktwirtschaft und Demokratie - das ist die linke Variante von marktonformer Demokratie? Tja, kommt eben immer draufan wer es sagt.

Sie gibt sich dann keine Mühe, ihre Überlegenheit mit Ironie oder Charme zu bemänteln. Ironie und Charme stehen ihr in Wahrheit auch nicht zu Verfügung.

Ja, der intellektuelle Hochmut ist etwas, das nur Männern steht. Bei Frauen sollten Ironie und Charme die Überlegenheit bemänteln. Ich finde es gut, dass sich Sahra Wagenknecht bei solchem Quatsch keine Mühe gibt.

Diese Offenheit wäre für jeden Politiker ungewöhnlich gewesen. Bei Wagenknecht verblüffte sie noch mehr.

Sowas kann doch nur verblüffen, wenn man die eigenen Beobachtungen für einzig wahr hält.

Was die Flüchtlingspolitik betrifft: Da spielte sie keine gute Rolle. Ich finde, weil sie -entgegen ihrer sonstigen intellektuellen Seriosität - hier auf dem Populismus-Klavier gespielt hat. Und das steht ihr nun wirklich nicht. Die "Linke" muss schwer grübeln, wie sie mit der Flüchtlingsfrage umgehen will. Die Flüchtlinge nur als Beweismittel für die Abgründe neoliberaler Politik zu benutzen , ist zu wenig.

„Die DDR der 60er Jahre bot das Bild eines hoffnungsvollen Staates von enormer Produktivität und Stabilität, von wachsender Ausstrahlungskraft, ungebrochener Zukunftsgewissheit und scheinbar grenzenloser Entwicklungsmöglichkeit.“

Ja, das war auch so. Völlig klar, dass man sowas hierzuland nicht sagen darf. Nicht mal, wenn man mit der Wendung "bot das Bild" kritischen Abstand mit formuliert.
Die meisten Leute fanden Ulbrichts NÖSPUL damals auch gut, es ging nur schnell wieder in die ideologische "Hose". Es sind ja sogar Minister damals aus dem Leben geschieden, weil das auf einmal und so rigoros wieder zurückgefahren wurde. Die Sowjetunion soll damals übrigens protestiert haben. Die hatten Lenins NEP dabei im Sinne.

Na, das gehört eigentlich nicht hierher.

Reinhold Schramm 08.06.2016 | 15:24

Die Linke darf sich nicht des (pseudo-'linken', des rechten) Populismus bedienen, und schon gar nicht damit experimentieren. Es geht auch nicht um die "Erneuerung eines beschädigten [imperialistischen] Systems", sondern um seine emanzipatorische Überwindung und Aufhebung.

Es gibt brennende soziale Probleme, die kaum angesprochen werden.

Die vorhandenen Armen in der Bundesrepublik bleiben (auch) weiterhin verstärkt in der sozialen Abwärtsspirale.

Millionen Bundesbürger, ohne und mit Migrationshintergrund, befinden sich auf der Suche nach auskömmlich bezahlter Erwerbsarbeit und/bzw. einer bezahlbaren Mietwohnung. So bereits auch schon vor der NATO- und US-EU-Aggressions- und Vertreibungspolitik in Asien, Nahost und Afrika.

Diese Millionen BundesbürgerInnen befinden sich in einer verstärkten Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt und Wohnungsmarkt. Dabei werden die Arbeitslöhne noch weiter nach unten gedrückt [unter die Mini-Mindestlohngrenze - und ohne gesicherten gesetzlichen Rentenanspruch im Alter], und auch die Mieten werden weiterhin ungebremst steigen. *

* [Es gibt in Wahrheit keine "Mietpreisbremse", wie von den männlichen und weiblichen, den bürgerlichen Allparteien-Schandmäulern immer wieder öffentlich und medial behauptet wird.]

Liegt das Einkommen knapp über der sog. gesetzlichen Armutsgrenze, so dürften die bundesdeutschen Armen auch zukünftig noch geringere, bzw. keine Chancen auf eine bezahlbare Wohnung haben. // Und umgekehrt: so erhalten die staatlich anerkannten [NATO-US-EU-] Flucht- und Kriegsopfer, eine vom bundesdeutschen Steuer- und Beamtenstaat finanzierte [überteuerte] Mietwohnung.

Diese nüchternen Tatsachen anzusprechen, dies ist keine 'Fremdenfeindlichkeit', sondern ist die ungeschminkte Feststellung der weiteren sozialen Benachteiligung von Millionen Bundesbürgern (ohne und mit Migrationshintergrund), z. B. so auch auf dem Menschen- bzw. Arbeitsmarkt und kapitalliberalen Wohnungsmarkt.

Die regierenden bürgerlichen Kapitalparteien und die (herrschenden) Eigentumsverhältnisse auf dem Arbeits- und Wohnungsmarkt, sie sorgen so für eine weitere soziale Abwärtsspirale und befördern die nationalistischen und rassistischen Gegensätze in den unteren sozialen Schichten der Arbeits- und Erwerbs-Gesellschaft. So in der Bundesrepublik Deutschland und in den anderen Ländern der Europäischen Union. //

Eine emanzipatorische -antikapitalistische- außerparlamentarische Initiative für die politische Aufklärung und politische Organisation, für die politische Formierung des gesellschaftlichen Widerstands der unteren sozialen Schichten, gegen die Hauptverantwortlichen in Wirtschaft und Politik, ist zur Zeit in der Bundesrepublik nicht in Sicht!

[- nur Bemerkungen.]

Richard Zietz 12.06.2016 | 08:57

Der Kernpunkt hinter der Sache ist doch, dass (oppositionelle) Bewegungen markante Persönlichkeiten benötigen, die für ihre jeweilige Sache, ihr Programm stehen. Auch in den Sechzigern, Siebzigern, Achtigern war man froh über Leute, die ebendies taten: Rudi Dutschke etwa, später die Ur-Grüne Petra Kelly oder – um ein konkretes, »lokales« Beispiel zu nehmen von der Auseinandersetzung um die Frankfurter Startbahn West – ein kämpferischer Aussteiger aus dem System wie Alexander Schubart. Die einfache Regel dahinter: Proteste brauchen Gesichter.

Klar kann man dieses Nach-oben-gespült-werden bestimmter Leute kritisieren. Insbesondere auf der Linken hat die Kritik respektive die Ablehnung von Führerfiguren eine lange Tradition. Bekanntlich jedoch war diese Kritik nie sehr konsequent. Die spanischen Anarchosyndikalisten vergötterten ihren Durruti; die 68er Che und wir heutigen Yanis Varoufakis (jedenfalls bis vor zwei Jahren), Sahra Wagenknecht und/oder Gregor Gysi. Alle drei markieren eine spezielle Form der Unzufriedenheit mit der neoliberalen Gesellschaftsaufspaltung. Gysi die wohl etwas gesetztere, Rot-Rot-Grün als Lebensleistung symbolisierende, Varoufakis die Utopie einer nicht-elitären, demokratischen EU (ergo: das demokratische Unzufriedenheits-Ppotenzial) und Wagenknecht: nunja, das weiterhin erfolgende Insistieren auf der sozialen Frage und dem Primat der Ökonomie.

Ist sie (oder ein anderer der beiden Genannten) ein »Superstar«? Ich persönlich bin der Meinung, dass die Linkspartei es weitaus schlechter treffen könnte. Wagenknecht symbolisiert wenigstens ein Problem, eine schreiende Ungerechtigkeit. Wozu wird es führen? Im besseren Fall zu ein paar mehr Stimmen für die Linke. Und der Wahrnehmung, dass »links« nicht nur etwas ist für Hipster und Nerds. Die »Che«- oder »Superstar«-Liga ist das in meinen Augen zwar noch nicht. Ebenso liegt es jedoch auf der Hand, dass man die Partei »Die Linke« ohne Wagenknecht und noch ein paar andere abhaken könnte.

Last but not least: Hier ein Link zu ihrer – auch in meinen Augen – fulminanten Rede auf dem Magdeburger Parteitag.

Flegel 12.06.2016 | 11:12

Bemerkenswert in diesem Fall ist die Geradlinigkeit

Sehr geehrter Jacob Augstein!

„Aber gleichwohl ist die Frage erlaubt: Was ist aus Wagenknecht geworden? Hat sie ihre linke Seele verkauft und den dialektischen Materialismus gegen schnöde materialistische Dialektik eingetauscht?“

Durch Bezugnahme auf auch anamnestische Ereignisse der Vita dieser Frau referieren Sie hier schlicht und einfach nur den dynamischen Entwicklungsverlauf dieses Menschen – also etwas ganz normales. Bemerkenswert in diesem Fall ist nur die Geradlinigkeit, die keinen Platz hat für eine beliebige Wendehalsmentalität.

Selbstverständlich kann der Standpunkt einer 22-Jährigen massiv vom Standpunkt einer 46-Jährigen abweichen. Post-pubertäre Positionen können nun mal anders sein als realitätsbezogene Analysen einer Frau im „besten Frauenalter“ und müssen keinesfalls notwendigerweise „schnöde materialistische Dialektik“ sein, sondern können schlicht und einfach „gesunden Menschenverstand“ repräsentieren.

Wenn Sahra Wagenknecht z. B. angesichts der Kriegsflüchtlinge vor "Kapazitätsgrenzen und Grenzen der Aufnahmebereitschaft der Bevölkerung“ warnt und feststellt, "es können nicht alle Flüchtlinge nach Deutschland kommen", ist das so eine Position des gesunden Menschenverstandes und kennzeichnet zudem die Sorgen vieler Bürgerinnen und Bürger ziemlich genau.

Ebenso verhält es sich, wenn sie feststellt "wer sein Gastrecht missbraucht, der hat sein Gastrecht eben auch verwirkt." Auch das ist nichts anderes als gesunder Menschenverstand und kennzeichnet ebenfalls die Sorgen vieler Bürgerinnen und Bürger.

Ich darf erinnern, die Positionierung fand unter dem Eindruck der Silvesterereignisse von Köln statt. Und das, was Sara Wagenknecht aussprach, war völlig situationsangemessen, hat nichts mit politischem Lagerdenken zu tun, sondern ausschließlich mit täglicher Alltagsbewältigung.

Dementsprechend hat das der eiligen Stellungnahme „Kein Gast- oder Gnadenrecht: Asylrecht ist Menschenrecht“ des geschäftsführenden Parteivorstandes vom 12. Februar 2016 überhaupt nicht bedurft. – Eine Panikreaktion.

Sahra Wagenknechts Aussagen in die Nähe des Gedankenguts der AfD zu rücken, zeugt doch eher von der rosaroten Brille mancher Zeitgenossen, die immer nur in politischen Lagern denken. Und Sahra Wagenknechts Aussagen haben – lieber Herr Augstein – auch nichts mit „AfD-Jargon“ zu tun.

Und noch etwas:

„Wagenknecht tut recht daran, mit dem Populismus zu experimentieren. Er könnte die Kraft freisetzen, die zur Erneuerung eines beschädigten Systems notwendig ist.“

Die Art und Weise dieser Formulierung suggeriert in ihrem ersten Teil, als habe sich da etwas entwickelt, was mit einem Selbst nichts zu tun hat. Sie sagt etwas aus über die Unwilligkeit des Autors zur Selbstreflexion und ignoriert die Entstehungsbedingungen von z. B. PEGIDA, AfD & Co – also dem Populismus, der immer auch etwas mit einem Selbst zu tun hat. Die Verwendung dieses Begriffs hat den Vorteil, von sich selbst abzulenken.

Ratatörskr 12.06.2016 | 12:02

Warum sollte SW nicht dürfen was sie tut? Auch Frau Merkel dürfte und "darf" das tun, was sie nicht tut.

Sich nämlich mit der Politik, die sie zu verantworten hat, auch zu befassen und überzeugend dafür einzustehen.

Merkel hat ihre Meinung gewechselt? Hatte sie eine und wenn wann welche?

Das sind nicht nur zwei unterschiedliche Politikerinnen, die beide das Gleiche dürfen.

Pregetter Otmar 12.06.2016 | 21:04

Eine ziemlich oberflächlich-banale Beschreibung.

Nun, das liegt wohl an der geringen Kenntnis um ökonomische Sachverhalte, was jedem sofort aufstößt, wenn der Autor das Buch Sahra`s mit jenem Maschmeyers (auch wenn nur im Ranking?) vergleicht. Die berühmten Äpfel werden mir Kürbissen vermengt.

Das hat schon was volksschulhaftes – und wäre ungefähr so, wie wenn ich den Autor mit „Jeannee“ – dem österreichischen ADABEI der „Krone“ - vergleiche.

Auch der Hinweis, dass sie H.W.Sinn als „Ordoliberale“ lobt, zeigt auf, dass er das Buch nicht gelesen hat.

Ja , ich habs gelesen – und sie ist eine der ganz wenigen, die nicht nur das Geldsystem klar offenlegt, analysiert usw. sondern es auch im Sinne eines „öffentlichen Gutes“ – was ist Geld denn sonst? – neu organisiert haben will und dies auch klar, gut strukturiert und leicht verständlich beschrieb.

Der 2. hier auch sehr lapidar – wie gesagt: wer über keine Grundkenntnisse der Ökonomie verfügt, soll sich auch nicht anmaßen, darüber zu „urteilen“ ... – erwähnte aber äußerst brisante Teil, betrifft natürlich das Eigentum am Produktivkapital, was nun mit Ordoliberalismus nicht mehr wirklich „vereinbar“ ist. Dass Eigentum nur ein gesellschaftliches Konstrukt ist, leitet Sahra aus den Ursprüngen her – John Locke usw. - und positioniert sich wiederum klar mit ihren Vorstellungen. Dass diese mit den kruden Ideen vieler Mainstreamschreiber (Zitat der Spiegelschreiber) nicht wirklich vereinbar sind - ist klar.

Marktwirtschaft und Demokratie“. Das ist verwirrend. Von wegen Verstaatlichung. Wagenknecht schreibt: „Märkte darf man nicht abschaffen, im Gegenteil, man muss sie vor dem Kapitalismus retten.

Sry. aber das kann nur für Leute verwirrend sein, die den Unterschied zwischen Kapitalismus und Marktwirtschaft nicht verstanden haben. Ob da zusammenhängendes Lesen noch hilft? Wollen wir es hoffen.

Was bleibt?

Eine banale Persönlichkeitsbeschreibung anhand von „Fehlern“ frühere Partnerschaften (Mann o Mann ... w e r hat die nicht?) als auch Etikettierungen anhand ihre Kleidung, wobei die Quelle „Gala“ auf sehr große und tiefe Recherchebemühungen (Der Kaiser ist sowieso nackt – oder?) schließen lässt ... ;-) - und der Zuordnung von gewissen Eitelkeiten:

Sie gibt sich dann keine Mühe, ihre Überlegenheit mit Ironie oder Charme zu bemänteln. Ironie und Charme stehen ihr in Wahrheit auch nicht zu Verfügung. Die Oberfläche, die sie der Welt zeigt, ist glatt, gerade und kühl.

Naja . . . das kann doch wohl nur jemand sagen, der ihr intellektuell unterlegen ist, denn dass Sahra Wortwitz und –gewalt mit spitzer Spache und immer fundierte Analyse vorweg über „die Rampe“ bringt ... und dabei auch noch locker und gelassen bleibt, ist nicht jederMANNs Sache, stimmt.

Dass Sie niemanden verschont oder mit unterwürfigem, devoten Ton für sich zu vereinnahmen sucht – sondern immer Klartext in der Sache redet, das ist sehr selten – nicht nur in Deutschland.

Eine Person fällt mir da ein, die so ähnlich agiert:

Oskar – und der ... ja genau.

Heinz 12.06.2016 | 21:50

Ich finde es immer wieder lustig, wenn einem Menschen seine Jahrzehnte zurück liegenden Ansichten vorgehalten werden; insbesondere, wenn diese noch in sehr jungen Jahren geäußert wurden.

Rudolf Steiner hatte die Entwicklung von Menschen in siebenjährigen Zyklen beschrieben. Ganz so starr will ich nicht sein, weiß aber aus eigener Erfahrung, daß die Sicht der Dinge sich im Laufe der Zeit ändern.

Winston Churchill meint, daß es nur folgerichtig ist, seine Meinung zu ändern, wenn sich die Verhältnisse ändern.

Im irgendwie linken Freitag scheinen viele Schreiber.Innen sehr genau zu wissen, was links ist.

Dazu ein Test, den jede(r) auch selbst testen und beurteilen kann:

Political Compass

Links von der Mitte reicht also von Herrschaft und Tyrannis bis Freiheit. Wagenbach sagte auf die Frage was links sei einmal sozial, also gesellschaftlich.

In meiner Denke gehört zur Gesellschaft wohl eine ordenliche Ökonomie, eine funktionierende Ökonomie. Der Wirtschaftsliberalismus gehört ganz sicher nicht zu einer funktionierenden Gesellschaft, die demokratisch, frei, gleich und sozial ist - siehe Artikel 20 GG.

Insbesondere gehören Bänkerrettung, Austeritätspolitik und die staatliche Gewalt zur Durchsetzung der Reichsgrundsätze zur Fürsorge über Arbeitsscheue, übernommen nach Hartz4, nicht zu einer funktinierenden Gesellschaft.

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Ehemaliger Nutzer 13.06.2016 | 07:29

Man kann Frau Wageknecht nicht vorwerfen, daß sie besser ist als Parlament und Medien.

Nicht nur Herrn Gauweiler ist entgangen, daß die Nazis auch die Manieren gründlich diskreditiert haben.

Wundern muß man sich, daß 'the winner gets it all' und Adam Smith' 'unsichtbare Hand' des Marktes, die Habgier in Gemeinnutz verwandeln soll, salonfähig sind. Die einzige unsichtbare Hand, auf die wir uns verlassen können, 1917, 1960 und heute, ist die der Aufrüstung und des Crieges (das C kann man sich von der Cdu Leyen). Rüstet die eine Seite, so rüstet auch die andere Seite, freilich braucht man vorher Seiten, den Job besorgen die Medien, Qualität durch Gleichschaltung !

Die NWO-ler bomben uns in die Ära des globalen Finanzkapitalismus, beste Erläuterung dazu von Webster G Tarpley, seine Diagose der US- Ökonomie: 'anything but production'.

Und da sehen wir nun neue Kräfte, wie AfD mit Frauke Petry, dem ewigen Überläufer Henkel, Christoph Hörstel und die Deutsche Mitte, Trump. Im Kern sind das Bürgerliche Kräfte, patriotischee Kräfte, die noch der Produktion verbunden sind, ihr Geld im Lande verdienen, Familienbetriebe.

Links und Rechts taugen vor allem zu zu Querfrontquatsch, um die gemeinsame Wahrnehmung nationaler Interesssen zu verhindern, im globalen Raubzug des Finanzkapitals verlieren fast alle Bürger und fast alle Länder dieser Erde. Dagegen MUß die Staatlichkeit erhalten werden, freilich gibt es innerhalb des Staates sehr unterschiedliche Verteilungsmodi, Trump's Reichtum ist die Armut von US- Amerikanern und die Nazis hatten auch das 'soziaslistisch' in ihrem Namen. Brzezinski spricht von Tittytainment, er meint, daß 20% der Menscheit sie versorgen kann und also 80% überflüssig sind, ein Ausrottungsprogramm! Bei Strafe des Unterganges müssen wir die erreichte Effizienz nutzen zum 40h- Monat und Grundeinkommen, wer darüberhinaus der Habgier frönen will, mag es tun, aber die vernichtenden Wirkungen für die Menschheit müssen unterbunden werden !

Wagenknecht ist eine frühe neue Kraft

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Ehemaliger Nutzer 13.06.2016 | 09:23

hallo,

Sie kennen dieses nette ökonomische Experiment vielleicht schon, dann mag es die anderen Leser amüsieren

http://www.neopresse.com/finanzsystem/geld-aus-dem-nichts-mythos-oder-tatsache/

und nebenbei zeigt es auch, was garnicht Absicht des Experimentes war, daß, solange die Banken sich darauf verlassen, daß stets genug Zettel bedruckt werden, ihnen reale Spareinlagen nur lästig sein können !

gelse 13.06.2016 | 11:15

>>Wagenknecht symbolisiert wenigstens ein Problem, eine schreiende Ungerechtigkeit. Wozu wird es führen? Im besseren Fall zu ein paar mehr Stimmen für die Linke.<<
Bis jetzt nicht: Bei der Bundestagswahl 2009 hatte die Linke noch 11, 9 %. 2013 waren es nur noch 8,6. Im Durchschnitt der Umfragen wird diese Zahl seitdem bestätigt: Keine Bewegung nach unten. Aber auch nicht nach oben: Die schreiende Ungerechtigkeit ist 90 % der Untertanen wurscht.

gelse 13.06.2016 | 11:21

>>Und das, was Sara Wagenknecht aussprach, war völlig situationsangemessen, hat nichts mit politischem Lagerdenken zu tun, sondern ausschließlich mit täglicher Alltagsbewältigung. <<
Ja.

>>Dementsprechend hat das der eiligen Stellungnahme „Kein Gast- oder Gnadenrecht: Asylrecht ist Menschenrecht“ des geschäftsführenden Parteivorstandes vom 12. Februar 2016 überhaupt nicht bedurft. – Eine Panikreaktion.<<
Nein. Den süffisanten Interpretationen der Wagenknecht-Aussage durch die Herrschaftsmedien musste schon etwas entgegengesetzt werden.

Flegel 13.06.2016 | 17:38

Unsolidarische Wagenknechtwatsche

„Den süffisanten Interpretationen der Wagenknecht-Aussage durch die Herrschaftsmedien musste schon etwas entgegengesetzt werden.“

Ach so?! Die „süffisanten Interpretationen“ waren Böswilligkeiten der „Herrschaftsmedien“ und hätten vom geschäftsführenden Parteivorstand als solche deutlich entlarvt und zurückgewiesen werden müssen.

Stattdessen hat der geschäftsführende Parteivorstand am 12. Februar 2016 eine unsolidarische Wagenknechtwatsche vom Stapel gelassen.

Unsolidarische Wagenknechtwatsche

„Den süffisanten Interpretationen der Wagenknecht-Aussage durch die Herrschaftsmedien musste schon etwas entgegengesetzt werden.“

Ach so?! Die „süffisanten Interpretationen“ waren Böswilligkeiten der „Herrschaftsmedien“ und hätten vom geschäftsführenden Parteivorstand als solche deutlich entlarvt und zurückgewiesen werden müssen. Stattdessen hat der geschäftsführende Parteivorstand am 12. Februar 2016 eine unsolidarische Wagenknechtwatsche vom Stapel gelassen.

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Ehemaliger Nutzer 14.06.2016 | 12:53

Hmmmm, lecker SPIEGEL ... tolle Lektüre!

Also ist ja ganz klar, dass man mit keinem Argument, und eine Sra Wgnkht () schon gar nicht, an die Haltung solcher Jahrhundertpolitiker wie ein "Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP)" herankommt. Also alles, was "Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP)" sagt kann nur noch von "Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP)" übertroffen werden.

Nebenbei bemerkt muss es dann natürlich auch von "Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP)" stammen.

Wo steckt der süße Lackboy (FDP) seit dem erbärmlichen Abgang seiner neoliberalen Gang eigentlich, weiß das jemand?

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Ehemaliger Nutzer 14.06.2016 | 13:14

Kurz angemerkt:

Der Querfrontmist wird übrigens gerade wieder konsequent ausgemistet.

Auch auf den Friedens- und Anti-Drohnenterror-Kundgebungen in Ramstein letzter Woche hat sich ein großer Teil der Redner explizit dazu bekannt, dass JEDER, DER AM FRIEDEN INTERESSIERT IST (bis auf ein paar Ausnahmen – Nazis etc.) fraglos das Recht auf Teilnahme an Friedens- und Völkerrechtsdemonstrationen hat, da in diesem Fall die gemeinsamen "Gegner " der Krieg und die Kriegstreiber sind.

Eine vermeintliche Deutungshoheit zu diesem Thema spielt nämlich im Endeffekt höchstens genau in die falschen Hände ...

Die wunderbare "überparteiische" Rede Willy Wimmers gegen den Krieg und die verlogene, kriegstreiberische Bundesmerkelpolitik sei daher an dieser Stelle wärmstens empfohlen: https://www.youtube.com/watch?v=JZZM15lPhLE

Helmut Eckert 17.06.2016 | 10:19

Frau Dr. Wagenknecht versucht das Problem der Ungerechtigkeit in dieser Gesellschaft zu lösen. Sie hat das Problem erkannt. Nur findet sie keine Lösung. Da ist sie nicht allein auf der Welt. Geld ist Macht und Macht ist die Herrschaft über die Menschen, welche wenig, oder kein Geld besitzen. So einfach ist das in der Wirklichkeit. Würden die Besitzlosen diesen Teufelskreis durchbrechen, wäre das Problem gelöst… Falsch gedacht! Nehmen die Armen den Reichen das Geld, muss dieser Besitz den Besitzer wechseln. Entweder es bekommen alle den gleichen Anteil, oder die Armen werden reich und die Reichen arm. Im ersten Fall muss es Menschen geben, welche den Besitz verwalten. Bündeln sie diese Gelder entsteht ein neues Machtkartell. Schon sind wir da, wo wir uns befinden. Es beißt sich die Katze in den Schwanz. Im zweiten Fall müsste folgerichtig eine kleine Gruppe der Menschen kontrollieren, die unentwegte, gleichmäßige Verteilung des Geldes und der Güter. Hallo, da haben wir die DDR, oder den Kommunismus wieder. Da wäre noch die dritte Lösung: eine gerechte Verteilung der Güter. Nur wer bestimmt was gerecht ist? Schon entstehen neue Machtstrukturen der neuen Mächtigen! Somit Amen!

mariam 18.06.2016 | 12:49

"Was will Frau Wagenknecht?" fragt Jakob Augstein im Freitag-Gespräch Simone Peter und lässt die ihre Wahlkampfparolen abspulen - wäre es nicht sinnvoller, Sahra Wagenknecht selbst zu fragen, was sie will? Nach dem gleichen Muster ist auch der obige Artikel gestrickt. Man erfährt sehr wenig über Sahra Wagenknecht. Stattdessen gibt es Stories über den ersten Ehemann (sehr aktuell) und `Oskar`, der ausgerechnet einer Frau wie Sahra Wagenknecht erklären muss, was sie in einem Interview zu sagen hat; weiterhin die Meinungsäußerungen von Peter Gauweiler u. a. m., die mehr über die Zitierten aussagen als über Sahra Wagenknecht. Das dürfte auch gelten, wenn JA Sahra Wagenknecht "geheimnisvoll, fremd, unnahbar" nennt. Nach dem Lesen des Artikels fragt man sich, wozu man ihn gelesen hat. Wie wäre es gewesen, in das angeführte Buch "Reichtum ohne Gier" und/oder in die Promotion mal reinzugucken - wäre das nicht interessanter gewesen? Und wenn man das persönliche Leben und die Entwicklung thematisieren will, hätte man näher betrachten können, wie S.W. schon in der DDR oppositionell war und warum sie es nach 89/90 in der BRD bald wieder wurde. Man könnte auch fragen, warum tut die Frau sich das alles an (Feindseligkeit, Ausgrenzung und jede Menge an dummen Kommentaren)?

mariam 18.06.2016 | 12:51

"Was will Frau Wagenknecht?" fragt Jakob Augstein im Freitag-Gespräch Simone Peter und lässt die ihre Wahlkampfparolen abspulen - wäre es nicht sinnvoller, Sahra Wagenknecht selbst zu fragen, was sie will? Nach dem gleichen Muster ist auch der obige Artikel gestrickt. Man erfährt sehr wenig über Sahra Wagenknecht. Stattdessen gibt es Stories über den ersten Ehemann (sehr aktuell) und `Oskar`, der ausgerechnet einer Frau wie Sahra Wagenknecht erklären muss, was sie in einem Interview zu sagen hat; weiterhin die Meinungsäußerungen von Peter Gauweiler u. a. m., die mehr über die Zitierten aussagen als über Sahra Wagenknecht. Das dürfte auch gelten, wenn JA Sahra Wagenknecht "geheimnisvoll, fremd, unnahbar" nennt. Nach dem Lesen des Artikels fragt man sich, wozu man ihn gelesen hat. Wie wäre es gewesen, in das angeführte Buch "Reichtum ohne Gier" und/oder in die Promotion mal reinzugucken - wäre das nicht interessanter gewesen? Und wenn man das persönliche Leben und die Entwicklung thematisieren will, hätte man näher betrachten können, wie S.W. schon in der DDR oppositionell war und warum sie es nach 89/90 in der BRD bald wieder wurde. Man könnte auch fragen, warum tut die Frau sich das alles an (Feindseligkeit, Ausgrenzung und jede Menge an dummen Kommentaren)?

Pregetter Otmar 19.06.2016 | 12:36

Danke kenn ich und nix Neues ...

Nun wäre es ja, insofern man sich als "intellktÜÜÜller" selbst positionieren will ..., angebracht, mal sein Hirnschmalz anzustrengen und so ein bisserl in den Gesetzen herumzustochern ... um dann - Mut + Zivilcourage vorausgesetzt!!! - mal öffentlich zu dem ganzen Firlefanz des Geldes aus dem Nichts ... Stellung zu beziehen.

Aber dafür reichts wohl nicht ... ;-)

Pregetter Otmar 19.06.2016 | 12:41

"Marktwirtschaft vorm Kapitalismus retten zu wollen" ist das, was auch als struktureller Antisemitismus bezeichnet wird.,,,

Geht`s noch?

Ich habe Sahras Buch gelesen und kenne mich - im Gegensatz zu dem meisten hier! - ganz gut in der Makroäkonomie aus . . . !

Aber hier einen Zusammenhang zu einem "strukturellen Antisemitismus" konstruieren zu wollen - d a s lässt tief blicken und fällt an Sie direkt zurück:

Und das meine ich persönich und gar nicht oberflächlich... ;)