Jakob Augstein
27.02.2013 | 14:44 31

Die Gewalt der Moral

Stéphane Hessel Ein Nachruf auf den Mann, dessen Leben sich wie kaum ein anderes tief in den Strang des 20. Jahrhunderts gewoben hat

Die Gewalt der Moral

Stéphane Hessel

Foto: Boris Horvat/AFP/Getty Images

"Das Ende ist nicht mehr fern. 93 Jahre. Das ist ein bisschen wie die letzte Etappe.“ Mit diesen Sätzen begann der schmale Text, der Stéphane Hessel berühmt machte. „Empört euch!“ Aber was bedeutet Ruhm für diesen Mann? Als hätte er ihn nötig gehabt. Nicht die Welt hat ihm den Ruhm gegeben, sondern Hessel hat uns seine Weisheit gegeben. Es gibt nicht viele Leute, deren Leben sich so tief in den Strang des 20. Jahrhunderts gewoben hat, mit allen Hoffnungen, aller Gewalt, allen Enttäuschung und all der Phantasie. Dennoch hat seine Geschichte am Ende etwas Tröstliches gehabt, weil die Dinge gut werden können, durch den Schrecken hindurch.

Hessel, der das KZ Buchenwald überlebt hatte und später an der Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen mitwirkte, hasste Gewalt. Aber im Jahr 2010 rief er in „Empört euch!“ zum Kampf mit moralischen Waffen auf, gegen die Selbsterniedrigung im Kapitalismus: „Das Interesse der Allgemeinheit soll über den Interesse des Einzelnen stehen, die gerechte Verteilung der Früchte der Arbeit soll wichtiger sein als die Macht des Geldes.“

Oskar Negt sagt: „Politische Moral bildet sich im Zustand der Empörung.“ Wo landen wir, wenn wir auf unsere Empörung verzichten? Wir hören dann auf, uns gegen die Entwürdigung zu stellen, die in den Verhältnissen liegt. Was für ein Aufruf!

Die Auflage von Hessels Schrift war für französische Verhältnisse so hoch wie die Auflage des etwa zur gleichen Zeit erschienenen unseligen Buches von Thilo Sarrazin. Auch diesem lag eine Empörung zugrunde. Aber der Deutsche empörte sich über Ausländer. Der Franzose hingegen über Ungerechtigkeit.

Wenn Hessel schrieb „Mein langes Leben hat mir eine ständige Abfolge von Gründen zur Empörung geliefert“, dann sprach da der Citoyen. Aus Sarrazin sprach der Bourgeois. Im deutschen Wort vom Bürger fallen diese gegensätzlichen Bedeutungspole zusammen, der Staatsbürger und der Besitzbürger. Ernst Bloch schrieb, dem Citoyen seien „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit inhärent aufgegeben.“ Dem deutschen Bourgeois hingegen Angst. Stéphane Hessel ist in der Nacht zum Mittwoch im Alter von 95 Jahren gestorben.

 

AUSGABE

Dieser Artikel erschien in Ausgabe 9/13 vom 28.02.20013

Kommentare (31)

Hans Springstein 27.02.2013 | 14:55

Hessel zu gedenken und an ihn zu erinnern finde ich gut und angebracht.

Nicht gut oder passend finde ich aber die Überschrift. Statt "Gewalt der Moral" wäre wohl "Kraft der Moral" oder "Macht der Moral" passender und treffender gewesen, gerade bei einem Menschen der die Gewalt hasste. Im Text auch der eigenartige vermeintliche Widerspruch: "... hasste Gewalt. Aber im Jahr 2010 rief er in „Empört euch!“ zum Kampf mit moralischen Waffen auf ..." Durch das Wort "aber" wird da eine Verbindung geschaffen, die da nicht ist oder hingehört, weil, zum Kampf für Gerechtigkeit aufzurufen, das widerspricht gar nicht dem Anliegen, gegen Gewalt zu sein. Dieser Widerspruch klingt aber aus Ihren Worten heraus, Herr Augstein. Aber sicher meinen Sie das gar nicht so.

Robert Zapf 27.02.2013 | 16:10

Warum muß ich mich denn wie ein Erbsenzähler auf jedes einzelne Wort von Augstein stürzen?

Ich habe diesen Beitrag als eine tiefe Verbeugung Augsteins vor diesem Mann und seinem Wirken gelesen.

Und da fange ich nicht an, wie ein Lehrer darin rumzukorrigieren.

Kann man hier nicht mal die bestgemeinten Aussagen einfach stehen lassen und einfach nur trauern, um diesen Mann um sein Wirken?

Wo gibt es denn bei uns solche Männer?

Hans Springstein 27.02.2013 | 16:25

Hab ich ja geschrieben, dass ich das Erinnern gut finde, an erster Stelle.

Aber wenn ich etwas an der Art und Weise nicht passend finde, dann finde ich das nicht passend. Das ist gerade bei einem Menschen wie Hessel wichtig, ihm auch sprachlich gerecht zu werden, dass das Erinnern an ihn zu seiner Persönlichkeit passt. Da ist nicht jedes Wort passend, etwa nach dem Motto "Hauptsache ein Wort, egal welches".

Das sage ich als verhinderter Lehrer, der sich grad fragt, warum ihn ein anderer belehrt ... Ist das ein Lehrstück oder eine Lehre?

Robert Zapf 27.02.2013 | 16:44

Ich wollte Sie nicht belehren, ich weiß auch, daß man sich falsch ausdrücken kann, daß manchmal ein Wort entscheidend sein kann. Ich würde, wie Sie sagten, Kraft auch besser finden als Gewalt.
Aber hier geht es um einen Nachruf; warum kann ich da mal nicht alle Befindlichkeiten beiseite lassen, und sich einfach den Worten des Vorredners ( Augstein ) anschließen?
Und ich würde mich auch sehr freuen, wenn es jetzt in den Kommentaren nicht darum geht, diesen Blog bis in die kleinsten sprachlichen Einzelheiten zu zerpflücken, sondern um die grundlegende Aussage.
Und die ist für mich: Augstein hat eine würdigen Beitrag zum Ableben dieses bedeutenden Mannes geliefert.

MyLai68 27.02.2013 | 17:33

Ein feiner, großer und weiser Mann hat uns viel hinterlassen. Ein großer Verlust für Europa und die Gerechtigkeit.

Ich hatte ihn ins Herz geschlossen. 95 ist ein stattliches Alter, dennoch ist er zu früh von uns gegangen. Jedes weitere Jahr wäre kostbar für uns gewesen.

Trotz allem erlebten hatte er keinen Hass und keine Unversöhnlichkeit in sich. Er hätte nie gesagt: "diese Verbrechen sind nicht zu sühnen."

Er war ehrlich mit der Geschichte und unterstützte keine Mythen.

Einige von seinem Kaliber könnten viel bewirken. Wo sind sie?

Ich glaube nicht, dass Monsieur Hessel damals seinen Hals riskiert hat, für das was in Scherben vor uns liegt.

Danke für den Artikel. Er musste im F erscheinen.

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Ehemaliger Nutzer 27.02.2013 | 17:56

Schade, dass ein Licht verschwunden ist aber es gibt noch so viele Lichter die wir alle noch gar nicht kennen aber die werden sich finden davon bin ich überzeugt. Es geht immer weiter, wichtig ist nur das uns solche Menschen im Gedächtnis bleiben die sich für das Gute eingesetzt haben und auch dafür leiden mussten. Aber dafür wirkt ein Wort von einem Herr Hessel mit dieser Vita umso mehr.

Ich finde es auch wichtig das oft an solche echten Vorbilder innert wird, denn falsche Vorbilder gibt es genug da die kapitalistische Fraktion daran interessiert ist die Menschen zu beeinflussen und sie haben ihre Spitzel und Multiplikatoren überall. Dafür gibt es einen gigantischen Geschäftszweig inklusive Thinktanks wo so genannten Stars und Manager, sowie künstliche Vorbilder am Fließband produziert werden mit dem Ziel alle positiven Lichter zu überstrahlen damit die Menschen blos nicht aufwachen. Siehe Dschungelcamp bekommt den Grimme Preis uvm. und im Übrigen sehe ich auch einen echten Unterschied zwischen Frankreich und Deutschland. In Frankreich diskutiert man sachbezogen und menschlich und man kann es komischerweise auch. Daraus schlussfolgere ich persönlich die Franzosen sind deutlich freier als wir bzw. haben dort noch Menschen die Geschicke in der Hand, die auch an ihre Bevölkerung denken im Gegensatz zu Deutschland. Hier in Deutschland wird das Gute niedergemacht und diffamiert. Ich sehe in Deutschland wenig Vorbilder und finde daher „Sie Herr Augstein auf einen guten Weg“. Sie sind bekannt und nutzen ihre Bekanntheit nicht dafür aus in das antisoziale Horn zu blasen oder sich überheblich zu geben wie der Rest der Lobbypseudoeliten hier in Deutschland die anstatt wie ein Herr Hessel nicht das Humanistische und Gute vorantreiben sondern sich nur persönlich bereichern und dafür alles den Bach runter gehen lassen, eben unsere Demokratie.

JR's China Blog 27.02.2013 | 17:59

Nun ja - ich finde wiederum den Begriff "Ableben" nicht so gut, auch wenn er sehr gebräuchlich ist. Aber ich finde Wortkritik durchaus angemessen, auch bei einem Nachruf.

Über das "Gewalt" in der Überschrift muss ich aber noch nachdenken - vielleicht haben wir den Begriff negativer belegt (nämlich mit Mord und Totschlag oder dauerhafter Verletzung), als er es eigentlich ist.

Und dann stellt sich noch die Frage, was sich aus "Empört Euch" für mich ergibt. Klar - ein bedeutender Mann. So wie vielleicht auch Walter Schilling. Dass die produktive Empörung weitergeht, ist jetzt nicht mehr ihre Aufgabe, sondern unsere.

Don Isi 27.02.2013 | 18:01

Stéphane Hessel war ein würdiger, alter und großer Mensch. Sein Buch "Empört Euch" hat in mir etwas bewegt. Genau das ist es aber, was ihn so besonders macht. Durch seine Lebenserfahrung und seine trotzdem jung gebliebene Intelligenz konnte er bewegen.

Stéphane Hessel hat mich inspiriert und ich verneige mich vor diesem großen Leben.

Möge er in Frieden ruhen.

ed2murrow 27.02.2013 | 18:40

Auf „Empört Euch!“ ließ Hessel „Engagiert Euch!“ folgen, die Aufzeichnung eines Gespräches des 93-jährigen mit einem 25-jährigen, eines Mannes der alle Bühnen des Lebens betreten hat mit einem Studenten. Hier ist im besten Sinne der Mentor zu lesen; es ist ein Dialog geworden, der vielen, die die Zeit auch als Generationenkonflikt erleben, als praktisches Beispiel dienen kann. Der Verlust dieses lebensbejahenden Mannes ist immens.

MyLai68 27.02.2013 | 19:03

"...die Franzosen sind deutlich freier als wir..."

die Franzosen waren auf der Seite der Sieger und konnten in den 50ern ganz souverän die Amis des Landes verweisen. Jene, deren Ölgiganten (Die Macht der 7 Schwestern) seit den 1920ern Präsidenten aus ihrem Hause stellt, die ihre Interessen für einen hohen Blutzoll im Nahen Osten vertreten. Die vielen Zivilisten und auch die armen amerikanischen Söhne, die für Ölmultis gnadenlos geopfert wurden. In der Propaganda sind es immer die Terroristen, Araber, Iraner, Iraker, Russen usw. Die First Lady übergibt persönlich den Oscar für eine Geschichtsfälschung, dabei hätten die gebeutelten Völker Afrikas und des Orients allen Grund jeden Tag eine Boeing ins Pentagon zu jagen. Jener Schutzmacht für Verbrechen gegen das Völkerecht, Besatzungsgräuel und Folterjustiz im Nahen Osten. Es ist eine Schande wie die unaufmerksame Masse von uns von den Medien verblödet wird. Jeder hat Angst um seinen Wohlstand. Es ist bereits wieder soweit, dass Menschen Angst haben ihre Meinung zu sagen. Wie viele Lobbyisten sind beruflich in Foren unterwegs um ihren Auftrag zu erfüllen? Wie viele Bücher und Dokus sind im Auftrag zur Meinungsbeeinflussung verfasst worden?

In diesem Sumpf war Monsieur Hessel wie eine herausragende Statue.

hanny1227 27.02.2013 | 20:25

Der Nachruf auf Stéphane Hessels ist auf alle Fälle gerechtfertigt.

Berlin/Franzose

Streitschrift „EMPÖRT EUCH“

Dieses Büchlein ist ein politisches Vermächtnis es geht um Grundsätze und Werte Demokratie sie muss bewart werden um jeden Preis.

Das kleine blaue Büchlein mit 30 Seiten hab ich gelesen ein Wegweiser für diese und nachkommenden Generationen.

Zitat.

„Widerstand kommt aus Empörung“

„Das schlimmste ist die Gleichgültigkeit“

Wir alle sind aufgerufen, unsere Gesellschaft so zu bewahren, dass wir auf sie Stolz sein können.

Joachim Petrick 27.02.2013 | 23:38

Danke für Ihren tröstlichen Nachruf!

„MERDE“ noch einmal!

Jetzt darf ich mich nicht einmal empören, weil Du, lieber Stéphane Hessel, wg. Deines Alters von 95 Jahren und Deines erfüllten Lebens, wie Du in einem Interview gesagt, im Lebens Einklang mit ihm, diesem, freundlich grüßend, zum Schlussakkord, eigenständig die Tür geöffnet haben sollst?

Siehe dazu u. a., die durch Sie. lieber Jakob Augstein im jahre 2011 ausgelöst engagierte Debatte in der Freitag Community „Empört Euch!“.

https://www.freitag.de/autoren/jaugstein/merde

Jakob Augstein

16.01.2011 | 11:00 108

Merde!

Seifert 28.02.2013 | 10:02

Besten Dank, lieber Herr Augstein, für diesen Nachruf! Interessant ist insbesondere Ihr Hinweis auf die unterschiedlichen politischen Kulturen in Frankreich und in Deutschland. Bloss einen Einwand möchte ich anbringen: Spricht aus Thilo Sarrazin tatsächlich der Bourgeois? Der möchte doch Geschäfte mit aller Welt machen - und dabei sind solche nationalistisch-egoistischen Töne doch eher hinderlich. Ist es nicht eher der "petit-bourgeois": der Spiesser, der nichts, aber auch gar nichts begreifen kann, weil ihn seine Engstirnigkeit daran hindert?!

balsamico 28.02.2013 | 11:25

Oskar Negt sagt: „Politische Moral bildet sich im Zustand der Empörung.“ Wo landen wir, wenn wir auf unsere Empörung verzichten? Wir hören dann auf, uns gegen die Entwürdigung zu stellen, die in den Verhältnissen liegt. Was für ein Aufruf!

Wohl war. Jakobinertum ist freilich auch nicht das Wahre. Es muss irgendwas dazwischen sein. Nur was?

mcmac 28.02.2013 | 12:11

Vielen Dank, Jakob Augstein, für diesen würdigen Nachruf.

Da Sie Bezug darauf nehmen: Hessels Empörung hat einen altruistischen, aus lebenslanger Erfahrung gespeisten, also äußerst vernünftigen Ursprung. Des kalkulierenden Wutbürgers Sarrazin Empörung ist egositisch geprägtes "Volksempfinden". Dumpf, soziophob und destruktiv Letzteres. Voller Wärme, Empathie, Witz, Leichtigkeit (Eleganz) und Konsequenz, einem zutiefst humanistischen, gesunden Menschenverstand entsprungen Ersteres.

Es lohnt, den Begriff "Empörung" genau zu definieren, da die im Hesselsch'en Sinne Empörten immer noch weitestgehend und flächendeckend diffamiert werden, um der gerechten Empörung ihre verändernden Kraft zu rauben (Diesen Gedanken möchte ich Ihnen als Verleger und Chefredakteur auch noch einmal ans Herz legen.)

lg-mcmac

momine 28.02.2013 | 12:36

@Jakob Augstein

Was mir nicht gefällt ist, dass bei einem Nachruf zwei total unterschiedliche Menschen verglichen werden, denen "nur" die Empörung gleich ist.

Ich denke, das hat Stéphane Hessel nicht verdient, besonders, weil dadurch eine nationalistische Diskusion entfacht wird.

Wenn ich Stéphane Hessel richtig versanden habe, hat er sich als weltoffener Europäer gesehen, der in Berlin geboren wurde. Was hat das mit den guten Franzosen und den schlechten Deutschen zu tun?

Ein ehrenvoller Nachruf findet auch meine Zustimmung, doch ich empöre mich über die nationalen Tendenzen im europäischen Raum.

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Ehemaliger Nutzer 28.02.2013 | 18:06

Mehr als einen Nachruf hätte es der Mann verdient, dass seine Vorstellungen weitergetragen werden. Einen Nachruf hätte er, so schätze ich ihn nach dem, was ich von ihm gelesen habe, ein, weniger gewünscht als eine Zukunft. Vielleicht hat der Autor des Nachrufes ja auch den Willen die Zukunft zu gestalten. Das wäre dann der schönste Nachruf, den sich Mr Hessel hätte wünschen können.

Georg von Grote 28.02.2013 | 18:17

Ich mochte diesen "Unterschied" zwischen Citoyen und Bourgeois. Leider wird dieser Vergleich in Deutschland zu wenig gezogen.

Ich habe Vorbilder immer abgelehnt, bis auf wenige. Hessel war und bleibt eines. Sein Denken, sein Leben prägt. Ist auf gewisse Weise nachahmenswert, wenn man es verinnerlichen kann.

Ich habe ein Problem mit der Überschrift dieses kurzen, prägnanten Nachrufs. "Gewalt"! Versteht das jeder gleich?

Ich kann zwar mit der headline irgendwie leben, denn in diesem Fall Hessels verstehe ich "Gewalt" positiv als "gewaltig".

Aber offenbar sieht das nicht jeder Leser so.

silvio spottiswoode 28.02.2013 | 23:56

Als ich durch diesen schönen Text gestern morgen zuerst vom unfassbaren Tod dieses so lebendigen großen Mannes erfuhr, war das ein richtiger Shock. Hatte ich ihn doch gerade erst kennen gelernt. Freunde in Frankreich schickten mir sein Büchlein, als Antwort auf meine Angst vor den Auswirkungen des menschenverachtenden Sarrazin Bestsellers. Nie hatte ich daran gedacht, dass Stephane Hessel irgendwann einfach nicht mehr in der Lage sein könnte für uns – für die gerechte Sache – zu sprechen. Auf eine Art hat sein Leben meines ein wenig leichter gemacht. Ich war immer froh ihn lachen zu sehen, zu sehen, dass er Spaß hatte, an den Dingen die er tat. Er war ein Quell der Kraft und Inspiration. Und ein Rätsel. Wie schaffte er es nach all dem Grauen, die Menschen und das Leben zu lieben? Was ist das Geheimnis Dinge einfach hinter sich zu lassen? Ich wollte ihn das immer noch fragen. Nun hat er sein Geheimnis mitgenommen. Das was den Menschen zum Menschen macht verkörperte er in vollendeter Schönheit. Er hinterlässt uns ein wunderbares Vermächtnis und große Fußstapfen, die es nun zu füllen gilt.

Danke für den würdigen Nachruf. Mein Liebstes:"Es gibt nicht viele Leute, deren Leben sich so tief in den Strang des 20. Jahrhunderts gewoben hat, mit allen Hoffnungen, aller Gewalt, allen Enttäuschung und all der Phantasie."

Ich habe dabei an ein ebenso schmales Büchlein von Edition Gallimard denken müssen. Alain Robbe-Grillet schreibt darin über das Schreiben als Weben; die Stränge des Lebens durch die Schrift weben.