Jakob Augstein
Ausgabe 1414 | 03.04.2014 | 06:00 67

Die Ironie eines Streiks

Arbeitskampf Die großen Gewerkschaften sollten sich an den Piloten ein Vorbild nehmen. Oder können wir etwa auf Krankenschwestern verzichten?

Die Ironie eines Streiks

Streikende Lufthansa-Piloten am 2. Mai am Frankfurter Flughafen

Foto: Thomas Lohnes/ AFP/ Getty Images

Die Piloten der Lufthansa streiken: 3.800 Flüge fallen aus, 425.000 Menschen sind betroffen. Das hat es noch nie gegeben. Eine Welle der Solidarität schlägt den Streikenden nicht gerade entgegen. Im Gegenteil. Angesichts eines Durchschnittslohns von 181.000 Euro fragt die Bild-Zeitung: „Sind die Lufthansa-Piloten völlig abgehoben?“ Und in der FAZ wundert sich Holger Steltzner: „Darf jede Minderheit die Mehrheit zur Geisel nehmen?“ Diese öffentlichen Reaktionen machen aus dem Streik eine gesellschaftspolitische Lehrstunde: Die Bewertung der kapitalistischen Mechanik hängt vom Standpunkt ab.

Es ist bemerkenswert, dass den Kritikern des Pilotenstreiks die besondere Ironie dieser Situation gar nicht auffällt. Denn die Piloten verhalten sich, wie es bei uns üblich ist: Sie wollen ihren Profit maximieren. Unternehmern und Managern ist das nicht nur erlaubt. Man erwartet es geradezu von ihnen. Bei allen anderen ist das etwas anderes. Für sie sollen moralische Grenzen gelten, die oben längst außer Sicht geraten sind. Wo kämen wir hin, wenn sich jeder so verhielte wie die Eliten?

Sorgen um Gewinn

In der Union denkt man schon darüber nach, das Streikrecht einzuschränken. Es könne nicht sein, dass eine Gewerkschaft, deren Mitglieder an wichtigen Schaltstellen säßen, ihre Position nutze, bei der Tarifentwicklung schneller voranzukommen als andere, sagte der Vizechef der Fraktion Arnold Vaatz. Aber hat sich Herr Vaatz ähnliche Gedanken gemacht, als in der Zeit des großen gesellschaftlichen Umbaus, zwischen 1998 und 2006, die Vorstände der 30 größten deutschen Unternehmen ihre Bezüge verdoppelten?

Mit echtem Verständnis bemerkt die Süddeutsche Zeitung: „Der Streik trifft das Unternehmen mitten in einem Sanierungsprogramm, durch das der Gewinn bis 2015 um 1,5 Milliarden Euro verbessert werden soll.“ So würden sich die Piloten wahrscheinlich auch liebend gern sanieren.

Großer Nachholbedarf

Lokomotivführer, Fluglotsen, Piloten – das sind kleine Berufsgruppen, die über einen großen Hebel verfügen. An die Stelle des alten Klassenbewusstseins ist bei ihnen das wohlverstandene Eigeninteresse getreten. Ihre Gewerkschaften verhalten sich wie sich jedes Unternehmen: Sie denken an sich selbst zuerst. Nur Linke kommen auf die Idee, dem Daimler-Konzern vorzuwerfen, er nehme mit der Auslagerung von Produktion ins kostengünstigere Ausland die deutsche Gesellschaft in Geiselhaft. An die Gewerkschaften stellt man aber ohne Weiteres höhere Ansprüche. Dabei sorgen sie dafür, dass Angebot und Nachfrage in ein vernünftiges Gleichgewicht kommen.

Die Gesellschaft will, dass die Flugzeuge fliegen und die Züge fahren? Dann soll sie auch entsprechend dafür bezahlen. Es ist das Rätsel der Gewerkschaftsbewegung, warum es nur die kleinen Verbände sind, die ihre Aufgabe ernst nehmen und sich gegen das deutsche Lohndumping stellen. Wir brauchen ja nicht nur Piloten und Lokführer. Wir brauchen Krankenschwestern, Müllfahrer, Volksschullehrer und, und, und. Für all diese Berufsgruppen gilt in Wahrheit das Gleiche: Wir können auf sie ebensowenig verzichten wie auf die Piloten. Die mageren drei Prozent mehr Gehalt, die Verdi gerade für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst herausgeholt hat, zeigen, dass die großen Gewerkschaften da noch viel nachzuholen haben.

 

Dieser Beitrag erschien in Ausgabe 14/14.

Kommentare (67)

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Ehemaliger Nutzer 03.04.2014 | 06:25

vielleicht sind ja piloten nicht so leicht zu ersetzen ...

für die vielflieger des handels und die verhandelnden "staatsbeamten"

die brauchen bei privatschulen und privatversicherungen keine krankenschwestern und "volksschullehrer" ... diese werden NUR von der mehrheit der so-wie-so-kaum-oder-nicht-flieger benötigt

für pflege/gesundheit/bildung interessiert sich doch die "flug-gruppe" nicht ... ist schon erkannt ...

auch von den gewerkschaften ... hahaha ... blablabla

Alica 03.04.2014 | 08:57

Ein ganz toller Artikel – vielen Dank!

Es geht doch gar nicht darum, wieviel Piloten verdienen, sondern nur darum, dass ihnen plötzlich völlig einseitig und autoritär etwas weggenommen werden soll, was ihnen vertraglich zugesichert war. Und dagegen wehren sie sich zu Recht!

Ich bin jedenfalls der Meinung, dass wir den Piloten dankbar sein sollten, dass sie ihre Macht nutzen um gegen die Allmacht der Konzerne anzugehen, die immer rücksichtsloser Kostensenkungen durchsetzen um ihre Gewinne zu maximieren.
Pflegepersonal, Erzieherinnen, ja alle, sollten sich daran ein Beispiel nehmen und die Bevölkerung sollte JEDEN Streik unterstützen anstatt auf die hinterhältige Hetze der BILD hereinzufallen, die nur eines zum Ziel hat: divide and rule.

Überlegung 03.04.2014 | 09:33

Es gibt im Lufthansa Konzern auch noch andere Berufsgruppen, die sich über diese Forderungen nur wundern und die seit Jahren den Gürtel enger schnallen müssen. Hier ist die Verhältnismäßigkeit vollkommen aus dem Ruder gelaufen. Sie haben die Allmacht im Konzern und wie das mit der Macht ist, wird sie eben genutzt und der Rest der Mitarbeiter schaut dumm aus der Wäsche, denn sie sind so schnell ersetzbar. Ob die Piloten den Beitrag zur Sanierung des Konzerns geleitet haben? Möglicherweise aus der 'Trinkgeldkasse'. Mir fehlt als Kollegin dieser Berufsgruppe leider das Verständnis für diese Forderungen. Meine Berufsgruppe hat, wie viele ander oben aufgezählte, leider nicht diese Lobby und wird auch anders unter Druck gesetzt.

Ja, ich wünsche mir Macht für Gewerkschaften, aber solange es um die Wirtschaftlichkeit bzw. den Profit geht, haben sie keine politische Grundlage. Wen scheren denn Arbeitsbedingungen und gerechte Entlohnung heutzutage. Das ganze war gestern in den Medien als der Mindestlohn abgesehnet wurde! Das war schon irgendwie grotesk!

Alica 03.04.2014 | 10:21

Es gibt im Lufthansa Konzern auch noch andere Berufsgruppen, die sich über diese Forderungen nur wundern und die seit Jahren den Gürtel enger schnallen müssen.

Das ist ja sicher richtig. Aber was nützt es diesen "anderen Berufsgruppen", wenn nun auch die Piloten "den Gürtel enger schnallen" müssen? Nämlich gar nichts. Ganz im Gegenteil sogar. Das würde dem Konzern nur einen Grund mehr liefern, um noch weitere Kürzungen bei den "anderen Berufsgruppen" zu rechtfertigen. Solange bis die absolute Schmerzgrenze erreicht ist.
Was ist daran so schwer zu verstehen?

Meyko 03.04.2014 | 10:55

Vielen Dank für den Beitrag!

Meine ersten Gedanken zur Darstellung in den ÖRR Medien waren, entweder die gesamte „Fernsehmannschaft“ fliegt heimlich regelmäßig „Lufthansa“ zu günstigen Konditionen oder die „INSM-Werte“ sind nicht nur bei der „ZEIT“, sondern auch im Öffentlich Rechtlichen eingeschleift worden und der Uwe Krüger hat ja eventuell auch irgendwelche Verbindungen übersehen oder nicht erfahren...

karamasoff 03.04.2014 | 11:26

Augsteins Argumentationskette ist vollkommen richtig und logisch.

Am Ende gelangt man zu Kern dessen, was das Problem verursacht, um das sich Moralisten, Egoisten und Eigeninteressler scharen:

die Einteilung von Arbeit und Leistung in Deutschland ist dem was man früher gesellschaftlich "Stände" nannte sehr viel näher als dem was unter "Klassen" bekannt wurde. Auffällig wird das erst, wenn die Klientel der oberen martkwirtschaftlichen Stände den anderen bedrohlich wirkt. Dann werden schonmal gerne die Moralkeulen des anderen ausgepackt, um das jweilige Selbstverständnis zu zementieren.

Der Geldadelstand brüllt "Solidarität!", derMittelstand brüllt "Profitgier!". Und der Unterstand darf auch diffus mitbrüllen, was genau ist vollkommen egal, es nimmt eh keiner Ernst, auch nicht bei Streiks. Ständegesellschaft 2.0 mit Abstimmungsverhältnis 2 zu 1, egal zu welchem Thema und mit welchen Argumenten..

WorldExplorer 03.04.2014 | 11:34

Stellen wir uns mal vor, die Krankenschwestern (lustig, dass Augstein nur bei dieser Berufsgruppe die weibliche Form nutzt, ich ergänze also: und Krankenpfleger) handelten so wie die Piloten es tun. Gründen eine Spartengewerkschaft. Und streiken. Sagen wir mal, in der Charité. Und in den Vivantes-Kliniken. Kein Problem, die Patienten (Notaufnahme, Intensivstation, Sterbezimmer) können ja einfach zu Hause bleiben oder mit dem Tropf in der Hand auf andere Häuser ausweichen. (Notfalls auf die evangelischen, katholischen oder jüdischen Häuser, wo ja Streikverbot herrscht.) Mag sein, dass Krankenpfleger (m/w) zu blöd sind, sich wie Ärzte, Piloten oder Lokführer in Spartengewerkschaften zu organisieren. Mag aber auch sein, dass sie anders als Piloten ihre "Kunden" eben nicht in "Geiselhaft" nehmen können, ohne sie in Lebensgefahr zu bringen. Auch Lokführer und Piloten könnten ohne viele andere Berufsgruppen nicht existieren. Auch etwa in der Verwaltung gibt es viele Spezialisten, ohne die ein Verkehrsunternehmen nicht funktionieren würden. Doch wenn die streiken, würde das nicht, zumindest nicht sofort, zu Ausfällen von Zügen oder Flügen führen. Im Gegenteil: die Arbeit bliebe, sie würde von den gleichen Leuten zu einem späteren Zeitpunkt erledigt werden müssen. Streiks funktionieren also nur bei bestimmten Berufsgruppen. Ist es also solidarisch, wenn jene Berufsgruppen, die besondere Streikmacht besitzen, sich gewerkschaftlich und tarifvertraglich vom Rest der Belegschaft separieren? Ist es fair, wenn Berufsgruppen auf Kosten der anderen Beschäftigten Privilegien durchsetzen? Spricht am Ende nicht doch viel für eine Tarifeinheit?

loki 03.04.2014 | 12:25

krankenschwestern haben halt den status von erzieherinnen ... bzw "schlecker verkäuferinnen". da scheints auf dem arbeitsmarkt genug alternativen zu geben die im "notfall" in grundausbildungsmanier umgeschult werden können. leider trifft das auf solche "top notch" berufe wie piloten mittlerweile auch zu.. oder warum gehören piloten in amerika zur zur gesellschaftsklasse der essensmarkenstempler? CAT-III-landung sei dank. die nürnberger u-bahn brauch auch keine fahrer mehr.

aber ums mal mit dem localshppingspirit der freitags "alltags-anthropologin" kullman zu beschreiben... ey das ist unsere lufthansa... wenn wir nicht mit der fliegen sondern mit fly emirates ... wer gibt dann noch geld aus in deutschen edelpuffs? wer denkt an all die luden und erst recht die banker die bei 180.00 jahresverdienst den geldwert innerhalb der schweiz stabil halten müssen? und was pornobrillen und m-benz .. oder tropenholz? der verrottet doch sonst ... fliegt lokal ihr atzen.

übrigens ... kerosin wird nicht besteuert. mind the gap

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Ehemaliger Nutzer 03.04.2014 | 12:25

Es gibt einen Unterschied, diese umweltzerstörenden Billigheimer-Kerosin-Schleudern können von mir aus ruhig alle vom Himmel fallen oder gleich am Boden bleiben, die braucht keiner wirklich, im Gegensatz zu Krankenschwestern und Müllfahrern.

Das ist die Stärke der Falschen im Falschen ...

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Ehemaliger Nutzer 03.04.2014 | 13:02

Die Piloten haben meine Solidarität weil ihre Leistung und Verantwortung, im Gegensatz zu Managern die nach meiner Auffassung Leistungsbedingt deutlich weniger verdienen müssten als Piloten aber das 10-50 Fache eines Pilotengehaltes hinter her geworfen bekommen, mehr als gerechtfertigt ist. Wer ist nicht froh, dass er nach einem Flug wieder sicher gelandet ist. Im Übrigen gilt dasselbe für alle Arbeitnehmer die im Beförderungsbereich arbeiten. Viele von denen werden heute sehr schlecht bezahlt. Von den Renten ganz zu schweigen, die liegen für die meisten Menschen heute und in Zukunft unterhalb der Armutsgrenze. Ein Busfahrer bekommt in Deutschland so ca. 1200 Euro netto in den ersten Jahren, in Norwegen gibt es das Doppelte bis Dreifache. Meine Beobachtung ist die, das das System mehr und mehr unseriös wird weil die Gruppen die letztendlich die Träger des Systems sind also alle Arbeitnehmer im gewerblichen Sektor aber auch viele Dienstleistungsbereiche bis hin zu den Beamten zu schlecht bezahlt werden und deren Gehälter von polarisierenden Schundblättern wie der unseriösen Springerpresse permanent in Frage gestellt werden. Medienleute hingegen, wie zum Beispiel so ein Quatschkopf wie ein Moderator Höchstwahrscheinlich ein deutlich höheres Gehalt haben als ein Pilot oder auch Politiker die in der Regel von ihrer Intelligenz und Leistungsfähigkeit sich Teilweise auf einem unteren Niveau bewegen da viele nicht mal eine Qualifikation haben aber Haushalte von etlichen Milliarden verwalten und die Zukunft aller Menschen. Die Verursacher sind klar die Finanzmärkte und Großaktionäre die per Lobbyismus gerade unterdurchschnittliche, benachteiligte Personen ungerechtfertigt zu Verantwortungsträgern gemacht haben wie, Politiker, Wissenschaftler, Multiplikatoren die nur schön aus sehen, Medienleute, usw.. Mit dem Ziel das ihre Vorgaben umfassend umgesetzt werden bis hin zur passenden Propaganda, also gezielten Desinformationen wie Deutschland geht es gut, falsche Arbeitslosenzahlen weil zum Beispiel alle Arbeitssuchenden nicht gezählt werden uvm. Die Verursachergründe sind eine immer höhere unseriöse Gewinnerwartungshaltung ohne das je etwas von denen geleistet wurde außer Spekulationen die nichts anderes sind als Betrug. Die Folgen sind, das System gerät aus dem Gleichgewicht weil unseriöse Mentalitäten die weit entfernt sind von realer Leistung mehr und mehr den gesellschaftlichen Maßstab vorgeben.

rioges 03.04.2014 | 13:14

Die Anrainer der großen Flughäfen freuen sich über jeden Streik auf den Airports, haben sie doch ein paar Tage deutlich mehr Ruhe. Es sei ihnen gegönnt. Von daher gibt es auch noch einige Hundertausend positiv betroffene.

Die Piloten haben jedes Recht zu streiken, sogar für grundegoistische und unsolidarische Forderungen.

Überlegung 03.04.2014 | 13:43

@ Alicia: seit 20 Jahren beobachte ich wie die Piloten des Konzerns, in dem ich arbeite , das durchsetzen könne, weil sie die Lobby haben und "Angebot und Nachfrage" diese Tatsache stärken.

Bei den Verhandlungen anderer Berufsgruppen bleibt dann übrigens nichts mehr zum verteilen. Das wird auch offen kommuniziert, um die Stimmung auch innerhalb zu schüren. Aber all das ist so marginal von Interesse, ob die Saftschubsen, Check-in-Tussis -und Typen oder die Techniker eine Steigerung bekommen haben und was sie nach Jahren Schichtdienst es möglicherweise nicht mal ,ohne Flugtauglichkeitsverlust, in die Rente schaffen und diese nette Absicherung nicht haben. Diese und andere Tatsachen schaffen es nicht mal in die Presse, außer dass sie ja auch viel zuviel im Vergleich zu einem Krankenpfleger verdienen.

Bis vor ein paar Jahren konnte ein Flugbegleiterin Wohngeld beantragen, weil ihr Einstiegsgehalt bei Vollzeit so niedrig war. So entstehen dem Staat Kosten und die Konzerne profitieren.

Aber klar, ich hätte mir ja auch ienen anderen Job suchen können, war gestern übrigens eine Antwort eines Kollegen. Auswandern ein anderer Vorschlag!

Hier geht es darum, wieviel ist wessen Arbeit wert! Und ein Recht zu streiken, heißt noch nicht, dass man es tun kann. Wenn man die Macht nicht, hat nützt dieses Instrument wenig!

Ein Antidiskriminierungsgesetz schützt schließlich auch nicht vor Diskriminierung.

Aber der Wirtschaftsstandort Frankfurt ist hoffentlich bald wieder gerettet, bevor noch mehr Horrorszenarien verbreitet werden.

Es beibt eben bei den kleinen Privilegien der Stände.

Joachim Petrick 03.04.2014 | 13:48

Was Jakob Augstein in seinem engagierten Arbeitskampf Artikel bemerkenswert unerwähnt lässt, ist die Tatsache, dass die Lufthansa als Kapitalgesellschaft prompt auf die Verkündigung der Großen Koalition reagiert, die abschlagsfreie Rente mit 63 Jahren einzuführen, indem nun die betriebsintern kapitalgedeckte abschlagsfreie Rente mit 63 Jahren für Piloten von der Lufthansa ohne Vorankündigung aufgekündigt wird.

Der Staat soll, wird es schon richten.

Auch noch so ein vergiftetes Wahlgeschenk der Großen Koalitionäre an Kapitalgesellschaften der DAX- Kategorie sich aus betrieblichen Altersverorgungen zu Lasten der gesetzlichen Sozialversicherung herauszustehlen?

Nicht die Piloten Gewerkschaft "Cock- Pit" , die Lufhansa selber hat den Streik provoziert.

Die Piloten werden, vom Streik ungeachtet, dann mit 63 Jahren staatlich, statt von der Lufthansa u. a. DAX- Unternehmen alimentiert, verrentet, um mit Kusshand von Billig- Fluggesellschaften, u. a. Tochtergesellschaften der DAX- AGs, für Arbeitnehmer, Arbeitgeber von Sozialabgaben befreit, über den Lieferanteneingang, wieder eingestellt zu werden?

anne mohnen 03.04.2014 | 14:09

"Man erwartet es geradezu von ihnen. Bei allen anderen ist das etwas anderes. Für sie sollen moralische Grenzen gelten, die oben längst außer Sicht geraten sind. Wo kämen wir hin, wenn sich jeder so verhielte wie die Eliten?" Genau!

Zum Thema Daseinsversorgung ein paar Beispiele

Entsorgung, also Müll

http://www.gehaltsvergleich.com/gehalt/Entsorgung.html

Vorschulerziehung

Wie auch in der Grafik zu sehen, verdient ein Erzieher/Inn beim Einstieg in den Beruf 2221,21 € und kann sich bis in der letzten Stufe auf 3118,43€ verbessern. Im Berufspraktikum oder dem Anerkennungsjahr hat man ein Verdienst von 1373,13€. Als Leitung einer Kita mit mehr als 130 Plätzen beginnt man mit 2863,63€ und hat in der Stufe 6 4224,67€

- See more at:

http://www.erzieherin-ausbildung.de/content/gehalt-verdienst-erzieherin#sthash.IjTVmima.dpuf

Krankenpflege

http://www.gehalt.de/news/Wie-viel-kann-man-als-Krankenschwester-verdienen

Monatlicher Bruttoverdienst: 2700 Euro
Monatliche Zuschläge*: knapp 300 Euro (etwa für Nachtarbeit)
Wöchentliche Arbeitszeit: 39 Stunden
Jahresurlaub: 29 Tage (2011)
Jahressonderzahlung: ein halbes Monatsbruttogehalt (im November)
Überstunden: Regelung über Jahresarbeitszeitkonto
Tarifplus im Jahr 2008: elf Prozent in zwei Stufen
Tarifplus im Jahr 2009: 4,5 Prozent in zwei Stufen

Neben dem monatlichen Bruttoentgelt gibt es diverse kleinere Zuschläge, die sich über den Monat summieren. Gewährt werden sie etwa für Arbeit in der Nacht, am Wochenende oder an Feiertagen. Auch zur Sonderzahlung des halben Monatsbruttogehalts kommt ein durchschnittlicher Zulagenanteil – etwa 200 Euro. http://www.focus.de/finanzen/news/bahn/lokfuehrer-ihr-einkommen-ihre-zulagen-ihre-arbeitszeiten_aid_607209.html

csf/dpa

Ärtze:

https://www.thieme.de/viamedici/arzt-im-beruf-weiterbildungs-coach-allgemeine-infos-1570/a/was-verdienen-aerzte-18665.htm

"Deutschland

In deutschen Krankenhäusern ist das Gehalt nach dem "Tarifvertrag Ärzte" geregelt. Dieser teilt die Ärzte in vier Entgeltgruppen ein: Assistenzarzt ohne Facharzttitel, Assistenzarzt mit Facharzttitel, Oberarzt und Chefarzt Stellvertreter. Jede Gruppe wird zusätzlich nach der Länge der Arbeitsjahre beurteilt: Je länger ein Arzt tätig ist, desto höher wird sein Einkommen. So verdient ein Assistenzarzt im ersten Arbeitsjahr in einem kommunalen Krankenhaus 3.844€ brutto monatlich, im vierten Jahr 4.488€. Ein Oberarzt startet in seinem ersten Oberarztjahr mit 6.355€ und kann sein Einkommen in drei Jahren auf 7.263€ steigern. In Universitätskliniken sind die Löhne etwas höher, sowohl für Assistenz- als auch für Oberärzte. Ein Assistenzarzt erhält dort im ersten Jahr einen Monatslohn von 4.032€. In privaten Klinikkonzernen verdienen Ärzte ungefähr gleich wie in kommunalen Krankenhäusern. [1] Die Entlöhnung von Chefärztinnen und Chefärzte wird einzelvertraglich vereinbart.

Ab dem 1. Jahr 2. Jahr 3. Jahr 4. Jahr 5. Jahr 6. Jahr Arzt 3.844,25 € 4.062,15 € 4.217,78 4.487,55 € 4.809,21 € 4.941,50 € Ab dem 1. Jahr 4. Jahr 7. Jahr 9. Jahr 11. Jahr 13. Jahr Facharzt 5.073,78 € 5.499,20 € 5.872,74 € 6.090,63 € 6.303,32 € 6.516,02 € Oberarzt 6.355,21 € 6.728,74 € 7.263,12 € Chefarzt-Vertreter 7.475,79 € 8.010,19 € Entgelttabelle von Ärzten in kommunalen Krankenhäusern (Marburger Bund 2012)

Nachdem Steuern und Sozialabgaben abgezogen werden bleibt einem unverheirateten Assistenzarzt noch knapp 60% seines Einkommens übrig. Die Assistenzärztin Dr. Marina Kaiser * arbeitet seit einem Jahr in einem öffentlichen Krankenhaus im Raum Stuttgart. Von ihrem Lohn verbleiben ihr nach Abzügen von Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag, Versicherungen und Altersversorgung gut 2.600€.

LeistungVergütung GrundvergütungCa. 24 €/h 3.844,25 € Samstagsarbeit 0,64 €3,00 h 1,92 € Überstundenzuschlag 3,04 €23,9 h 87,00 € Bereitschaftsdienst 25,73 €19,8 h 509,45 € Nachtarbeit 3,64 €3,23 h 11,75 € Nachtarbeit BD 3,85 €2,00 h 7,72 € Sonntagsarbeit 25% 6,06 €8,43 h

51,09 €

Vermögenswirksame Leistungen 6,65 € Gesamtbrutto4.519,84 € Lohnsteuer
964,66 € Solidaritätszuschlag 53,05 Krankenversicherung 313,65 € Pflegeversicherung 46,85 € Arbeitslosenversicherung 69,31 € Berufsständische Altersversorgung 459,45 € Gesetzliches Nettoca. 58% 2.612,65 € "

Warum ich dann die Aussage nicht verstehe (....)

"Lokomotivführer, Fluglotsen, Piloten – das sind kleine Berufsgruppen, die über einen großen Hebel verfügen. An die Stelle des alten Klassenbewusstseins ist bei ihnen das wohlverstandene Eigeninteresse getreten. Ihre Gewerkschaften verhalten sich wie sich jedes Unternehmen: Sie denken an sich selbst zuerst. Nur Linke kommen auf die Idee, dem Daimler-Konzern vorzuwerfen, er nehme mit der Auslagerung von Produktion ins kostengünstigere Ausland die deutsche Gesellschaft in Geiselhaft. An die Gewerkschaften stellt man aber ohne Weiteres höhere Ansprüche. Dabei sorgen sie dafür, dass Angebot und Nachfrage in ein vernünftiges Gleichgewicht kommen."

Piloten

http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/wirtschaft/lufthansa-piloten-die-topverdiener-sitzen-nicht-im-cockpit-1942551.html

"Wenn man diesem Betrag schließlich noch das Jahresgehalt eines gestandenen Flugkapitäns entgegenhält, der nach dem Konzerntarifvertrag rund 110 000 Euro plus Erfolgszulage bekommt, wird erst richtig deutlich, dass Piloten bei der Lufthansa durchaus ansehnlich verdienen. Zumal ein berufserfahrener Kapitän irgendwann auch 250 000 Euro Jahresgehalt erreichen kann. Ein Kapitänsposten muss allerdings erst einmal frei werden. Bei der Lufthansa-Billigflug-Tochter Germanwings bewegen sich die Gehälter nach Auskunft eines Sprechers auf dem gleichen Niveau."

balsamico 03.04.2014 | 14:14

Augsteins Argumentationskette ist vollkommen richtig und logisch.

Das sehe ich nicht so, weil Augstein dem Catch-as-catch-can das Wort redet: Was regt man sich auf, wenn die Piloten streiken? Die maxmieren doch nur ihren ohnehin nicht eben kleinen Profit. Das macht schließlich jeder so! Gut, aber ist das richtig? Sollte künftig jeder darauf aus sein, seinen Profit zu maximieren, egal, wieviel Profit er schon gemacht hat? Klar doch, man kann sich auch auf hohem Niveau benachteiligt fühlen. Ein Luxusproblem! Aber der Streik ändert ja nichts im Grundsätzlichen. Man löst das Problem der ungleichen Machtverteilung zwischen Unternehmern und Angestellten gewiss nicht anlässlich des Streiks der Piloten und schon gar nicht das Problem der ungleichen Möglichkeiten zwischen Arm und Reich. Also mögen sich die Piloten ruhig eines Instruments bedienen, dass dazu ersonnen wurde, anderen Berufsgruppen als ihnen ein halbwegs lebenswertes Auskommen zu sichern.

Gleichwohl ist es natürlich infam, wenn Leute wie Vaatz den Streik der Piloten nutzen, das Streikrecht überhaupt anzusägen, den darauf laufen seine nichtswürdigen Ansichten ja hinaus: Man muss, so meint er, bei jedem Streik genau hingucken, ob die Streikenden die Macht haben, etwas durchzusetzen. Wenn ja, muss man da dran, denn das geht natürlich nicht. Heute sind es die Piloten, morgen die Krankenschwestern und übermorgen die Müllmänner, denen man das Streiken verbieten muss, denn wo kämen wir hin, wenn in den Krankenhäusern nicht mehr operiert werden könnte und sich der Müll auf den Straßen ansammelte? Leute wie Vaatz meinen wohl, dass nur gestreikt werden dürfe, wenn es nicht irgendwem irgendwo wehtut - und was eine grundsätzliche Frage berührt. Denn man streikt für eine Sache. Und dieser Sache kommt man in unserer nicht eben von einem Übermaß an Vernunft beherrschten Arbeitswelt nicht näher, wenn man niemanden wehtut. Das ist leider so und das nutzen auch die sog. Arbeitgeber durchaus weidlich aus, weil sie ja wissen, dass der Streik letztlich auch ihren Interessen nützt. Denn dass die Bürger schlecht auf die Streikenden zu sprechen sind, weil der Streik wichtige Bereiche des öffentlichen Lebens lahmlegt, erhöht auch den auf den Gewerkschaften lastenden Einigungsdruck und damit ihre Chance, einen möglichst hohen Abschluss herauszuhohlen. Und davon abgesehen, sind es doch letzten Endes immer die Arbeitgeber, die den Streik provozieren. Denn sie müssen es ja nicht bis zum teuren und die Bürger belastenden Streik, ja nicht einmal bis zum Warnstreik kommen lassen. Wer hindert sie denn, ein akzeptables Angebot zu unterbreiten, schon bevor es zum Streik kommt? Niemand! Aber nichts da: Das schmerzhafte Ritual muss durchgezogen werden, egal ob die Bevöllkerung darunter leidet oder nicht. Dabei könnte es so einfach sein: Man müsste sich nur schon am Beginn des Arbeitskampfes vorstellen können, dass man in diesem Augenblick schon ungefähr drei Wochen Streik hinter sich hätte. Dann käme man vermutlich schnell zu einer Einigung ganz ohne Streik. Doch leider reicht die Fantasie der Beteiligten dafür nicht aus. Daher muss der Streik sein, und sei es aus der reinsten Unvernunft. Denn es weiß doch jeder schon am Anfang, dass das Ritual im ordinären Kuhhandel endet. Gleichwohl müssen erst die Millionen verbraten und die Bevölkerung schikaniert werden. Das gehört einfach dazu. Denn wo käme man hin, wenn die Vernunft einzöge? Nicht auszudenken!

mcmac 03.04.2014 | 14:22

Ich habe mich sehr gefreut über diesen zweifelsfrei linken Beitrag von Jakob Augstein (und das dieser auch mal nicht als SPON-Kolumne, sondern hier im Freitag erscheint). Mal abgesehen davon, dass und warum die großen Gewerkschaften so zimperlich sind, finde ich, dass es ein Gebot der Stunde ist - sein sollte/müsste - dieses erbärmliche Gemesse mit zweierlei Maß eben auch journalistisch als das zu brandmarken, was es ist: Propaganda eines Kapitalismus-Modells (Neoliberalismus), welches komplett abgewirtschaftet hat. Das hat Jakob Augstein getan. Seinem Beispiel sollten viel-viel mehr seiner Kolleginnen und Kollegen folgen.

Alica 03.04.2014 | 14:30

Ich kann ja verstehen, dass alle die nicht über soviel Verhandlungsmacht verfügen wie z.B. Ärzte und eben Piloten, sich darüber ärgern.
Aber es ist nun mal so, dass FlugbegleiterInnen eine weniger anspruchsvolle Ausbildung benötigen als ein Pilot. Die Anforderungen sind sehr hoch. Überdies ist die Pilotenausbildung auch sehr teuer. Bei der LH wird ein privater Eigenanteil von 70.000 € erhoben. Eine Sicherheit, nach der Ausbildung eine feste Anstellung zu bekommen, gibt es aber nicht.
Von daher gibt es eben viel weniger Piloten als FlugbegleiterInnen. Die einzige Möglichkeit um wirklich bessere Arbeitsbedingungen zu erkämpfen ist die Solidarität untereinander.

Aber ich finde das ist eher Nebensache. Es bringt doch nichts, einzelne Berufsgruppen gegeneinander auszuspielen.
Ich persönlich finde es eher beängstigend, dass die Konzerne immer dreister gegen die Beteiligung an der sozialen Sicherung ihrer Mitarbeiter vorgehen.

Lesen Sie mal diesen Kommentar. Da werden die eigentlichen Knackpunkte genannt.

karamasoff 03.04.2014 | 14:38

"Das sehe ich nicht so, weil Augstein dem Catch-as-catch-can das Wort redet: Was regt man sich auf, wenn die Piloten streiken? Die maxmieren doch nur ihren ohnehin nicht eben kleinen Profit. Das macht schließlich jeder so! Gut, aber ist das richtig? Sollte künftig jeder darauf aus sein, seinen Profit zu maximieren, egal, wieviel Profit er schon gemacht hat?"

Ich sehe in Augsteins Text nichts, was diese abgeleitete Konsequenz impliziert. Man kann ihm höchstens vorwerfen, daß er es nicht deutlich genug ausgesprochen hat. Für mich war es deutlich genug, um in seinem letzten Absatz auch noch den Aufruf zu deutlich mehr Widerstand und Härte seitens aller möglichen Gewerkschaften im Kampf um den Lohn aufzurufen.

Ich selbst seh das genauso wie sie, denn auf der Strecke bleiben wie immer die Üblichen, die unteren Stände, die Niedriglohnsklaven des zweiten Arbeitsmarktes. Analog zur neuen Umsetzung des "Mindestlohnes", bei dem der Mindestlohn an Mindestleistung geknüpft wird, in dem der Begriff Leistung nicht egalitär definiert wird über den der "Arbeit" (im Sinne des Marx), sondern über rein quantitative Bemessungen "Profit".

Joachim Petrick 03.04.2014 | 16:49

Die eigentliche Ironie des Arbeitskampfes und Streiks der Piloten ist eine ganz andere, sie kämpfen für etwas, das ihnen ihr Arbeitgeber die Lufthansa vertragsbrüchig nehmen, die Große Koalition in Gestalt der abschlagsfreien Rente mit 63 Jahren aber ersatzwweise "anstandslos" zu Gunsten der Lufthansa, zu Lasten der gesetzlichen Sozialversicherung geben will und gibt

knattertom 03.04.2014 | 17:12

"Tarifeinheit ist wie große Koalition. Es ändert nichts. Das sieht man doch an den großen Gewerkschaften. Das Einkommen ist in den letzten Jahren real gesunken."

Pardon, aber der Vergleich hinkt nicht nur, sondern der hoppelt sogar schon. Eine in der Vergangenheit übliche Tarifeinheit, also eine übergreifende Arbeitnehmervertretung, die für Verbesserungen für alle Beschäftigten streitet und falls erforderlich auch streikt, hätte nicht nur für die "Nichtpiloten" innerhalb der Luftverkehrsbranche, sondern auch für die gesamte Gesellschaft Vorteile, die so offensichtlich nicht gewollt waren und sind.

Fast zeitgleich haben ja in der letzten Woche auch die Beschäftigten der Flugsicherung einen dreitägigen Warnstreik gestartet. Aber erst, wenn sowohl das Bodenpersonal, welches möglicherweise noch kurzfristig ersetzt werden könnte, und die Piloten vereint für bessere Bedingungen kämpfen, kann am Ende wirklich etwas zählbares, was merklich über Inflationsausgleich liegt, herauskommen.

Aber natürlich gibt es auch innerhalb des Standes der Luftfahrzeugführer Menschen, die lieber den Gewerkschaftsfunktionär spielen, anstatt einfach "nur" ihren Job zu machen.

Das Motto unter dem das ganze läuft, hat Alica weiter oben bereits erwähnt: Divida et impere!

Sikkimoto 03.04.2014 | 17:24

Der wesentliche Unterschied zwischen Piloten und Lokomotivführern zu anderen Berufgruppen ist dass ihre Ausbildung von genau dem Betrieb organisiert wird für den sie arbeiten. Entsprechend ist das ein geschlossener Kreis. Bahn und Fluggesellschaften werden nie mehr Lokführer/Piloten ausbilden als sie brauchen. Anders zB Ärzte: Im Prinzip kann jeder Medizin studieren und dann auf dem Markt konkurrieren. Dazu liegt die Substituierbarkeit bei quasi null. Bei Piloten und Lokführern gibt es im Grunde keinen Arbeitsmarkt. Eine "Marktlösung" braucht man von daher nicht zu erwarten.

In einer vernünftigen Gesellschaft wären Bahn und Luftfahrtunternehmen als Infratruktur in Staatshand. Die Piloten und Lokomotivführer wären verbeamtet und das Problem würde sich nicht stellen.

Oberham 03.04.2014 | 17:24

.... würden die Piloten kluge Forderungen stellen, sprich - mehr Piloten bei weniger Arbeitszeit.

Flexiblere Dienstpläne, Back-up Strukturen, gerechtere Struktur bei den Löhnen insgesamt.

Gerne die variable Ruhestandslösung.

Es wäre ein Zeichen von minimaler Reflektion.

(Eigentlich müssten sie für die Abschaffung des Kurz- und Mittelstrekenflugverkehrs streiken, Reduktion der Langstrekenflüge und somit gegen ihre eigene Arbeit, natürlich bitter - wer mag schon zugeben, dass er schlicht ein Umweltvernichter und Unterstützer des Irrsinnssystems ist...........)

So aber, steiken sie lediglich für die Wahrung ihrer Besitzstände, würde die Lufthansa die Damen und Herren noch etwas höher bezahlen und dafür noch mehr Arbeitszeit fordern - ich fürchte Cockpit verweigerte sich nicht.

Wir als Gesellschaft subventionieren ohnehin diesen Wahnsinn.

Kerosin gibts sehr günstig - die Bahn möchte man dafür aber bald noch mehr zu Kasse bitten, was den Strom angeht.

Als Bürger würde ich sagen - Pilotengehälter dann aushandeln, wenn man 20% Kerosinsteuer auf die Betriebskosten der Lufthansa draufhaut - ich denke das wäre das Ende der nationalen Airlines - somit hätte sich das Pilotenleben in Deutschland mehr oder weniger erledigt - den Dreck machten - leider - die anderen Airlines - mancher deutsche LH-Pilot würde sicher lieber für Ethihad - für das halbe Gehalt - fliegen, als von der Gesellschaft als Sozialschmarotzer in ALGII beschimpft zu werden.

Als Subventionsschmarotzer wurde hierzulande noch kaum ein Absahner beschimpft.

Aber das ist ja auch etwas zu komplex für die Dreizeiler der Hetzpropagandablätter und das Heute-Jorunal.

..... und es scheint in der Tat die Gier zu sein, die die Menschen antreibt - Piloten müssen wenigstens sauber arbeiten, es ist ja auch für sie selber lebenswichtig.

Man stelle sich das Topmanagment der Wirtschaft als Piloten vor - oder gar die "Politmarionetten" .

Einen großen Vorteil würde es bringen - Rückstellungen für die Altersversorgung bräuchte man keine - diese Nullen würden ja alle vorher bei einer Bruchlandung für einen günstigen Abgang sorgen.

Im Übrigen bin ich sicher von 10 Hauptschülern wären fünf in der Lage die Ausbildung zu absolvieren - sie bräuchten nur sechs Monate länger - da die relevanten Bildungsgrundlagen (Physik, Mathe, Englisch) aufzuholen wären.

Ein besonders anspruchsvoller Job ist das Fliegen nun wirklich nicht! (.... sorry, selbst wenn man mal wirklich manuell navigieren müsste, sind das alles mehr oder weniger Dreisatzrechnungen - und ich fürchte die wenigsten Piloten wären ohne GPS oder andere INT´s in der Lage bei totalausfall ohne Tower-Routing Kurse zu bestimmen und zu halten.

Die manuellen Fähigkeiten dürften sogar noch Senioren erlernen können - was bleibt ist die Stressbelastung in Extremsituationen - doch das ist eben das Training.

Dafür allerdings ein Konsumbudget von bis zu 10 Tausend Euro im Monat zu verlangen - zeigt nur eines, Piloten möchten nicht nur on the Job die Umwelt vernichten, sondern auch off the Job.

Gierige Dumpfbacken im Cockpit, die debile Geschäftsreisende durch die Atmosphäre befördern - oder eben andere - oft völlig dekadent überflüssige Luftfracht.

Sie sind schlicht Teil des Irrsinns - für mich ist jeder Streiktag ein Festtag - rettet uns nicht - schenkt uns aber ein paar Stunden.

Die lärmgeplagten Anrainer von Start- und Landebahnen dürften sich wohl auch freuen.

Leider werden sich die Irren einigen und ab Montag gilt wieder der reguläre Flugplan.

MH370 finden sie zwar nicht - dafür aber jede Menge Müll - das lächerlichste - sie tun so überrascht, ob der enormen Mengen von Treibgut im Pazifik.

Letztlich sind wohl von zehn Flügen neun völlig überflüssig - genauso überflüssig wie der Dreck den wir alle täglich ausspucken.

Doch wir alle steiken niemals für eine gesunde Umwelt, wir streiken nur für mehr Geld, damit wir mehr Geld haben, die Umwelt kaputtzukonsumieren - blödes Volk.

Ach ja - gegen AKW´s wurde doch wenigstens demonstriert - was waren das noch für Zeiten.

Wobei ein Pilot ist sicher für die Atomkraft - Technik ist beherrschbar und immer ein Segen für die Menschen - oder?

anne mohnen 03.04.2014 | 17:30

"zu Gunsten der Lufthansa, zu Lasten der gesetzlichen Sozialversicherung geben will und gibt" Äscht?

„Bislang konnten Piloten ab 55 Jahren und spätestens im Alter von 60 Jahren in den Vorruhestand starten – die Bezüge bis zum Beginn der staatlichen Rente wurden aus der Übergangsversorgung gezahlt. Die Lufthansa kündigte den entsprechenden Tarifvertrag zum Jahreswechsel. Cockpit hingegen fordert, dass wegen der Belastungen durch lange Schichten und Nachtarbeit jeder Pilot selbst entscheiden solle, wann er mit dem Job aufhört.“, schreibt BILD.

Lieber Herr Petrick, in unzähligen anderen Unternehmen, ob Dax notiert oder nicht, ist diese unsägliche – weil altersdiskriminierende - Praxis längst abgeschafft! Im Fall der Lufthansa vielleicht nun deswegen, weil sich herumgesprochen hat, dass die meisten Piloten über 55 Jahre, die beim Kranich ausgemustert werden, bei anderen Airlines anheuern, also weder subjektiv das Gefühl haben, ausgebrannt und deshalb ein Sicherheitsrisiko zu sein, noch objektiv betrachtet es sind. Oder gibt es Statistiken darüber, dass Piloten über 55 Jahre mehr Unfälle bauen? Wenn nicht, könnte man annehmen, bereinigt die Lufthansa da etwas, was sozial immer schon unausgewogen war.

Wenn also ein Lufthansapilot demnächst mit 55 Jahre ausscheidet, aus welchen Gründen auch immer, dann bekommt er eben kein Übergangsgeld mehr, sondern allenfalls im Rahmen der gesetzlichen Frist Arbeitslosengeld, um schließlich nach Prüfung Hartz IV Empfänger zu werden.

Im „worst case“ –Hartz IV- müsste er dann, sofern es bei der Lufthansa nicht anders geregelt ist, bis zum gesetzlich festgeschriebenen Rentenalter, als 63 Jahre, den Anteile an der Betriebsrente selber bezahlen, andernfalls entfällt die, was hart resp. ungerecht ist. .Allerdings betraf und betrifft diese Millionen von Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen, die in vorzeitigen Ruhestand (zwangsweise) gehen. Sie zahlen, wenn nicht intern anders vereinbart ihren Anteil an der Betriebsrente aus eigener Tasche. Warum auch nicht, es träfe in der Regel keine Armen!

anne mohnen 03.04.2014 | 17:45

„Bei der LH wird ein privater Eigenanteil von 70.000 € erhoben. Eine Sicherheit, nach der Ausbildung eine feste Anstellung zu bekommen, gibt es aber nicht.“, schreiben Sie.

Ein Medizinstudium kostet laut Bundesgesundheitsministerium die Allgemeinheit, den Staat, 180.000 Euro. Für die Mehrzahl der Frauen, die dieses Fach studierten gab es bis vor wenigen Jahren -Stichwort Baby-Boomer- geringe Aussichten auf eine Facharztausbildung.

Was wollen Sie also. Studiengebühren? Eine Situation z.B. wie in den USA, wo alles, was nur im geringsten nach Infrastruktur riecht am Boden liegt?

Columbus 03.04.2014 | 17:55

Ein Beitrag, Jakob Augstein, dem ich völlig zustimmen kann, den ich auch noch schön geschrieben finde. - Sie entdecken ihr Blatt dF.

Die tollen Kolumnen, die gar keine sind, beim Spiegel, die werden dort ja gleich wieder eingebettet, durch so manche neokonservative Unüberlegtheit anderer Beittragender.

Leider ist das auch das Los der politischen Magazine in den TV-Anstalten, die gegen den eigentlichen Mainstream senden. Die haben auch Verständnis für die Notwendigkeit des Streiks und das allgemeine Steikrecht, das abzuschaffen, Arbeitgeber sogar pseudochristliche Gewerkschaften aus der Taufe hoben.

Aber ein Statement der Anchormen aus dem TV, es dürfen auch Frauen sein, eine Talktante mit eindeutiger Meinung und Programm dazu, ein paar von diesen Morgen- und Mittagsmagazinen, und schon ist das Volk wieder sicher, dass die Streiks der Spezialisten, ja, überhaupt Streiks, sie an ihrer Freizeit- Freiheit, an der Arbeit und am Konsum behindern.

Weiter so

Christoph Leusch

knattertom 03.04.2014 | 18:21

Also mögen sich die Piloten ruhig eines Instruments bedienen, dass dazu ersonnen wurde, anderen Berufsgruppen als ihnen ein halbwegs lebenswertes Auskommen zu sichern.

Gleichwohl ist es natürlich infam, wenn Leute wie Vaatz den Streik der Piloten nutzen, das Streikrecht überhaupt anzusägen, den darauf laufen seine nichtswürdigen Ansichten ja hinaus: (.....) Denn wo käme man hin, wenn die Vernunft einzöge? Nicht auszudenken!

Insgesamt ein sehr treffender Kommentar, wie ich finde. Vor allem das Argument, dass der Streik "eigentlich" ein Instrument ist, welches nicht vorrangig für Hochlohnbeschäftigte gedacht war und ist.

Das verschiedentlich hier aufgeführte "Argument", die großen Gewerkschaften würden ja "nichts mehr erreichen" ist von daher widersinnig, da es ja vor allem durch die Spaltung der Gewerkschaften und die Gründungen von häufig unternehmerfreundlichen Spartengewerkschaften dazu kam, dass den "großen" Gewerkschaften eben die Berufsgruppen abhanden kamen, über die sich auch gesellschaftlich Druck aufbauen lies.

Alica 03.04.2014 | 19:04

Was wollen Sie also. Studiengebühren?

Nee. Wie kommen Sie darauf?
Ich habe nicht über Pilotenausbildung vs. Ärzteausbildung geschrieben, sondern Pilotenausbildung vs. FlugbegleiterInnenausbildung.
Sie sollten nochmal genauer lesen und nicht im Eifer des Gefechtes Dinge vermischen.

Ich verstehe ja Ihren Punkt, dass Piloten zu einer priviligierten Einkommensgruppe gehören. Aber für mich heißt das noch lange nicht, dass sie nicht für vertraglich fixierte Rechte kämpfen dürfen, falls die einseitig und autoritär aufgekündigt werden.
Alle Gewerkschaften sollten sich an Cock-Pit ein Beispiel nehmen. Das will ich und sonst gar nichts.
Was aber wollen Sie?

Überlegung 03.04.2014 | 19:40

@ Alicia: Die Piloten die hier so aufschreien sind vorallen, diejenigen, die teure Ausbildung an einer Lufthansa Flugschule gemacht haben, die damit schon einen Vertrag in der Tasche hatten, sonst wären sie eben nicht bei Lufthansa, wenn sie sich nicht zu doof anstellten. Piloten anderer Gesellschaften verdienen nicht mal halb soviel. Wie viele andere Flugbegleiter, habe ich übrigens ein Studium, dass ich selbst finanziert habe und mit dem man mir gerne ehrenamltliche Jobs in der Kulturbranche anbietet. Also welche Arbeit ist wieviel Wert, aber wie waren letztlich die Worte des OB in Frankfurt, 'Kultur ist sozialer Kitt der Gesellschaft'. In Anbetracht prekärer Arbeitsbedingungen bei gut ausgebildeten Leuten in sämtlichen Bereichen wünsche ich mir in Zeiten wie diesen, das Luxusproblem der Pioten. Die Verteilungsdiskrepanz in der Gesellschaft spiegelt sich auch in diesem Streik wider.

FlugbegleiterInnen wurde bei ihrem letzten Arbeitskampf übrigens mit betriebsbedingten Kündigungen gedroht und dass bei Germanwings Konzerntarifverträge für Piloten bezahlt werden, aber die Flugbegleiter neue Billiglöner sind, ist auch niemanden in der Öffentlichkeit aufgefallen. Auch ältere Kollegen wird gerne mal, von jungen neoliberalen Jungmanagern das Leben schwer gemacht, sie seien ja zu teuer für den Konzern.

Eigentlich existiert die Solidargemeinschaft ja noch oder würde der Vertrag auch schon gekündigt?

Alica 03.04.2014 | 20:16

Wie viele andere Flugbegleiter, habe ich übrigens ein Studium, dass ich selbst finanziert habe und mit dem man mir gerne ehrenamltliche Jobs in der Kulturbranche anbietet.

Ja der Punkt ist aber, dass Sie als FlugbegleiterIn kein Studium brauchen.
Wenn Sie putzen gehen würden, würde ihr Studium auch nicht honoriert werden. Es zählt nur wie gut Sie putzen und wie fair Ihr Arbeitgeber ist.
Piloten und Ärzte BRAUCHEN aber diese spezielle und teure Ausbildung, damit sie ihrem Job gewachsen sind. Ist ja - so nebenbei mal erwähnt - auch viel Verantwortung damit verbunden.

Dass es nicht gerecht ist, dass es so wenige Arbeitsplätze für Kulturwissenschaftler gibt, finde ich natürlich auch sehr bedauernswert und ungerecht. Steht aber auf einem ganz anderen Blatt. Und dafür können auch die Piloten nichts.
Meines Erachtens ist es eben so, dass überall immer mehr gespart wird. Bei den „unteren Rängen“ hat es angefangen, jetzt trifft es so langsam auch die privilegierten Gruppen. Und das bei steigenden Konzerngewinnen.
Von daher wird es höchste Zeit, dass die Gewerkschaften wieder mehr Einfluss gewinnen. Das ist auch mit Solidarität verbunden.

bravolima553 03.04.2014 | 22:22

Ja da wagen es doch einige dicke Verdiener tatsächlich aufzumucken und der Shareholder-Value-Mentalität tatsächlich die Stirn zu bieten, dann werden sie auch noch gründlich missverstanden, Es ist Bestandteil des Jobs Flugkapitän u. U. mit 55 aufzuhören. Wenn die Berufsperspektive es nicht her gibt, eine Übergangslösung zu erwarten, fange ich gar nicht damit an. Weil es ist mehr als fahrlässig mit über 55 und eventuell körperlich nicht mehr fit zu sein, ein Flieger mit 200-300 Menschen durch die Luft zu steuern. Das die erdgebundenen Arbeitnehmer meinen mit mehr Urlaub und höherer Bezahlung irgendwie das Pensum im Alter doch noch zu schaffen, ist ein Trugschluss. In den letzten 5 Jahren seines Berufslebens ruiniert man seine Gesundheit! Anstatt die Piloten in ihrer sehr verantwortungsvolle Haltung zu unterstützen, verfällt man aber in die dumme Perspektive von unten nach oben. Ich würde die Gewerkschaften schon auch unterstützen wenn sie mal eine Kampagne starten würden, analog der Pilotenschaft, ab einem bestimmten Alter lässt die "Fitness" für den einen oder anderen Job nach und man sollte das damit verbundene Risiko und die Folgen (Gesundheit!) nicht alleine den Arbeitnehmern als schicksalhafte Konsequenz aufbürden. Ich will vorne im Cockpit Leute habe die ihren Job sehr gut machen können und nicht meinen, sich bis zur Pension durchquälen zu müssen! Ich wünschte, diese Einsicht fände ich auch bei Krankenschwestern oder anderen Berufen, wo das "Leiden" dann als besonderer Ausweis einer langen Berufserfahrung gilt.

pleifel 03.04.2014 | 23:55

So argumentieren auch die Arbeitgeber. Ob Streiks nur in bestimmten Berufsgruppen "funktionieren würden", ist für mich nicht schlüssig bewiesen.

Da lässt sich wieder ein großes Fass aufmachen, warum die Piloten nicht streiken sollten. Sie nutzen ihre Spezialistenmacht aus, sie seien nicht solidarisch, sie vermindern den Topf der Verteilung, die andere schlechter bezahlte Gruppen nötiger hätten und natürlich darf nicht fehlen: "die jammern auf hohem Niveau".

Spartengewerkschaften sind auch deshalb entstanden, weil es Berufsgruppen gab, die einfach die Zeit des Verzichts und der faulen Kompromisse beenden wollten.

Und natürlich könnte das Krankenhauspersonal eine schlagkräftige Spartengewerkschaft gründen. Es gibt auch in diesem Bereich einfache Mittel und Wege, vor allem bei den großen privaten Klinikkonzernen, wie man seine Interessen auch ohne die Gefährdung von Patienten vertreten kann und die Konzerne da trifft, wo es sie besonders schmerzt: bei der Gewinnmaximierung.

Die Arbeitgeberseite nutzt alle rechtlichen (auch darüber hinaus) Mittel, um mit Unternehmensverschachtelungen die Arbeitnehmerseite zu schwächen und wenn es auch nur ein Nebeneffekt der Planungen ist.

Auch die industrielle "Lean-Produktion" der "Just-in-Time-Kette" bei geringer Lagerhaltung (dadurch Externalisierung der Kosten) macht die Industrie anfälliger für intelligente Streiks.

Aber, bisher haben es nur wenige Gewerkschaften so gemacht. Auch bei den Banken müssen nicht in Düsseldorf ein paar ver.di Bankangestellte mit Trillerpfeifen durch die Gegend laufen; dass sind nur Alibiveranstaltungen. Wenn man aber die Schnittstellen der Banken bestreikt (die Verrechnungsstellen), dann würde so richtig "die Post" abgehen. Da würde es schnell zu Verhandlungen kommen.

Wünschenswert wären natürlich einheitliche Tarifverträge. Aber bei den gegebenen Bedingungen könnte man ja auch von einer Art "Subsidiarität" der Streikenden sprechen: also da, wo die großen Gewerkschaften ihr Soll nicht erfüllen, muss halt mit kleineren "Hebeln" gearbeitet werden.

silvio spottiswoode 04.04.2014 | 00:30

Den Text finde ich großartig. Es wird endlich mal das Thema angesprochen, um das es wirklich geht: Die Frage nach den Werten. Was ist Arbeit wert? Darüber muß endlich eine breite gesellschaftliche Debatte stattfinden.

Vielleicht auch noch spannend am Streik ist, dass hier die Jungen mit ihren neuen billigeren Verträgen gegen die Alten, besser vergüteten Piloten ausgespielt werden. Also passiert wieder einfach nur das, was schon seit Jahren flächendeckend in Unternehmen stattfindet.

Joachim Petrick 04.04.2014 | 00:39

Gut, dass wir drüber gesprochen haben.

Jetzt wissen wir worum es aktuell in Fakten geht und ahnen, worum es zukünftig gehen wird, wenn man Anne Will vom Mittwoch mit ihrer Sendung
"Sozialstaat XXL - Ist der Mindestlohn erst der Anfang?"
beim Aufmacher nimmt.

Bestandssicherung aus Zeiten der Lufthansa als Staatsbetrieb von vor fünfzig Jahren für 5000 Piloten in einer Elite Sparten Gewerkschaft Cockpit als berechtigten Arbeitskampf zu kommunizieren, um asiatisch- arabische Verhältnisse für die deutschen Luftfahtunternehmen zu verhindern, wie es Jakob Augstein tut, hat was, insbesondere, wenn sich gleichzeitig Lufthansa Vorständler, Manager ihre Bezüge und Pensionsansprüche binnen jahren mehr als verdreifachen.

Gleichwohl versäumt ausgerechnet diese Spartengewerkschaft Cockpit für ihre Piloten zu kämpfen, wenn es um die krankheitsmachenden Arbeitsbedingen bis hin zu -verdichtungen im Cockpit gibt, dazu die stressrelevante Reduzierung der Pilotenzahl bei Transatlantikflügen von drei auf zwei.

Von der anschwellenden Gefahrenlage auf diesem Hintergrund der Arbeitsbedingungen im Cockpit für die Flugpersonal und Flugggäste nicht zu reden?

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Ehemaliger Nutzer 04.04.2014 | 01:30

Eigentlich existiert die Solidargemeinschaft ja noch oder würde der Vertrag auch schon gekündigt?

Ich denk der wurde definitiv gekündigt. Es hat nur keinen Sinn die einen gegen die anderen auszuspielen. Es wüde schon etwas bringen, wenn sich (noch) mächtige Gruppen für gute Arbeitsbedingungen der anderen einsetzten. Piloten (offtopic: haben Sie als Flugbegleitung eigentlich auch Pilotinnen kennengelernt?) könnten sich naheliegenderweise dafür einsetzen, dass die, mit denen sie täglich zusammenarbeiten, anständig bezahlt werden, klar.

Aber egal wohin man schaut, Entsolidarisierung überall. Gestern hat mich ein Mann angesprochen, mir irgendwas von Ärger erzählt, ich brauchte einige Nachfragen bis ich begriffen hab, dass das Geld vom Amt noch nicht da ist. Was denken die sich? Meinen die, ein HartzIV-Empfänger kann prima zwei Tage ohne Geld überbrücken? Vor acht Jahren hatte er einen Motorradunfall, seitdem keinen Job mehr gekriegt. Meiner Einschätzung nach ungefähr so alt wie ich, Mittlere Reife, eine Ausbildung, vielleicht als Mechaniker, etwas in der Art. Alles ganz normal, so wie man es ja machen soll, hat bis dahin sicher schön brav in alles eingezahlt. Und dann ein Unfall und weg. Solidargemeinschaft?

Als ich ihm mehr gegeben hab, als er mich gebeten hatte, ist er ganz weiß geworden, und rot, hatte feuchte Augen, hat sich sehr bedankt usw. Es war nicht viel Geld. Ich bin schnell weg. Danach hab ich mich gefragt, hätte ich ihn um seine Tel bitten sollen, ab und zu mal fragen, ob er was braucht? Kann man das, HartzIV-Empfänger-Pate werden? Ist das nicht übergriffig und schrecklich gütig... ich weiß der Staat soll es tun, man kann privat die systemischen Mängel nicht ausgleichen, aber er tuts nicht. Und irgendwie darf man manche Sachen auch nicht zulassen, bei mir ist jedenfalls die Grenze meiner Geduld mit dem Staat erreicht. Das nächste Mal frag ich.

Also meine Antwort ist, einfach selbst solidarisch sein, so gut und wann immer es geht. Und das nächste Mal, wenn wieder eine fünf Euro-Erhöhung verhandelt wird, veranstalte ich ein öffentliches Kotz-In vor dem Kanzleramt.

anne mohnen 04.04.2014 | 13:12

Ja, gut dass wir über Übergangsgeld, vorzeitigen Ruhestand reden.

Die Gewerkschaften vertreten Interessenvertreter, gar keine Frage. Warum dies aber gleich als „Egoismus“ gelabelt werden muss , wie JAugstein dies tut, klärt sich für mich nicht (s. Gehaltstabellen!)

Natürlich ist die Vereinigung Cockpit auch eine "irgendwie Gewerkschaft.", Herr Petrick Viel Spaß aöso noch beim Verteidigen von unzeitgemäßen Parallelwelten, gegründet in Zeiten als der Vogel und seine Piloten nach staatlich verordnet vergoldeten Zeiten entgegensteuerten.

karamasoff 04.04.2014 | 13:29

Soweit ich das verstanden habe, geht es Augstein in erster Linie weder um die Inhalte, worüber der Streik verhandelt, noch darum, daß die Streikenden einen besonderes Anrecht haben Profit zu maximieren.

Es geht ihm um den Umgang von Medien und Konzernspitzen mit der Tatsache, daß überhaupt irgendjemand streikt. Über das gegenseitige Ausspielen von Berufs- und Gesellschaftsgruppen auf Basis der immer gleichen Leier: wirtschaftlich schädliches Verhalten.

Immanent verstehe ich Augsteins Artikel als Aufruf zu mehr harter Solidarität im Kampf um Gewinnumverteilungen. Daß das ausgerechnet am Beispiel von Gutverdienern passiert ist ein Treppenwitz der Geschichte. Die Zeit für einen Generalstreik dürfte wohl noch längst nicht angebrochen sein. Man verzettelt sich da lieber in Eigeninteressen oder orientiert sich am Wohlstandsbauchnabel.

knattertom 04.04.2014 | 15:42

(......) Piloten (offtopic: haben Sie als Flugbegleitung eigentlich auch Pilotinnen kennengelernt?) könnten sich naheliegenderweise dafür einsetzen, dass die, mit denen sie täglich zusammenarbeiten, anständig bezahlt werden, klar. (.......)

Hallo Christine,

einen ähnlichen Satz hatte ich auch erst noch in meinem Kommentar weiter oben formulieren wollen, habe ihn dann aber doch lieber etwas kürzer gehalten. Allein die Tatsache, dass man eine solche "Idee" extra formulieren musss,und es nicht selbstverständlich ist, das "alle in einem Flugzeug" sitzen" und daher auch für einander einstehen sollten, zeigt, wie effektiv die "geistig - moralische Wende" eines H. Kohl letzlich vollzogen wurde.

(......) Aber egal wohin man schaut, Entsolidarisierung überall. (.....) (.....) Kann man das, HartzIV-Empfänger-Pate werden?

Diese Freiheit kann Dir keiner nehmen......

Ist das nicht übergriffig und schrecklich gütig... ich weiß der Staat soll es tun, man kann privat die systemischen Mängel nicht ausgleichen, aber er tuts nicht.

Letztlich sind ja wir alle der Staat.......

Und irgendwie darf man manche Sachen auch nicht zulassen, bei mir ist jedenfalls die Grenze meiner Geduld mit dem Staat erreicht. Das nächste Mal frag ich.

Also meine Antwort ist, einfach selbst solidarisch sein, so gut und wann immer es geht. Und das nächste Mal, wenn wieder eine fünf Euro-Erhöhung verhandelt wird, veranstalte ich ein öffentliches Kotz-In vor dem Kanzleramt.

Bei einem "Rülps-in" mit Megaphonen wäre ich dabei!

ChristianBerlin 04.04.2014 | 16:10

Um ehrlich zu sein, hab ich nicht verstanden, auf welches Zitat von JA Du folgende Wertung beziehst:

Ja, gut dass wir über Übergangsgeld, vorzeitigen Ruhestand reden.

Die Gewerkschaften vertreten Interessenvertreter, gar keine Frage. Warum dies aber gleich als „Egoismus“ gelabelt werden muss , wie JAugstein dies tut, ...

Wo hat er denn das gesagt? Hab ich hier was überlesen?

Grundsätzlich finde ich seine Watschn für alle, die mal wieder ins Streikrecht eingreifen wollen, erst einmal überzeugend und gut begründet.

Allerdings müsste JA beim Pilotenstreik, anders als vor 7 Jahren bei den Lok-Führern (wo er allerdings noch nicht beim Freitag war und ich auch nicht), jetzt noch begründen, wie sich die Forderung nach "gleichem Lohn für gleiche Arbeit" unter den Bedingungen eines internationalen Wettbewerbs am Himmel noch mit durchsetzen lässt.

Ich sage nicht, dass das nicht geht. Ich sage nur: Darauf eine (politische) Antwort zu finden, ist die Grundbedingung, um den Absenkungswettbewerb zu stoppen, der diesen Streik verursacht hat. Das wäre politische Kausaltherapie. Eingriffe ins Streikrecht würden allenfalls das Symptom beseitigen und so die zugrundeliegende Krankheit im Gegenteil noch befördern. Bis es zu spät ist.

karamasoff 04.04.2014 | 17:17

..."Mehr ist dazu nicht zu sagen - leider!!!"

Es geht doch nichts über eine fundierte und schlüssige Argumentation.

Augstein schrieb

"die Piloten verhalten sich, wie es bei uns üblich ist"

Sie machen aus dieser vagen und durchaus nachhakenswerten Behauptung ein

"und hält es für selbstverständlich, daß...alle..."

und erweitern den Geltungsraum dieser dem Autor unterstellten Selbstverständlichkeit mit einer weiteren Unterstellung , "daß...alle. selbst...". Sie kritisieren also inhaltlich eine unterstellte Selbstverständlichkeit mit den formalen Sprachmitteln einer unterstellenden Selbstverständlichkeit.

Soviel Sophismus auf dF?

anne mohnen 04.04.2014 | 18:40

Hm, ich beziehe mich auf diese Stelle: "die denken an sich selbst zuerst. Nur Linke kommen auf die Idee, dem Daimler-Konzern vorzuwerfen, er nehme mit der Auslagerung von Produktion ins kostengünstigere Ausland die deutsche Gesellschaft in Geiselhaft. An die Gewerkschaften stellt man aber ohne Weiteres höhere Ansprüche. Dabei sorgen sie dafür, dass Angebot und Nachfrage in ein vernünftiges Gleichgewicht kommen."

Dann hab' ich das falsch verstanden- steh auf dem Schlauch?

ChristianBerlin 04.04.2014 | 20:35

Das vermute ich. Was JA macht, ist eine Inschutznahme gegen den Egoismus-Vorwurf, den das logische Subjekt (das "man" heißt) gegen die Gewerkschaften erhebt.

Sein Gegenargument: 1. "Man" misst mit zweierlei Maß - Unternehmen tun das gleiche (ohne dafür kritisiert zu werden), 2. Gewerkschaften müssen nicht nur im Eigeninteresse "egoistisch" sein, sondern auch im Interesse des Gemeinwohls, um den Unternehmen durchweg eine bestmögliche Binnennachfrage zur Verfügung zu stellen.

Versuch das mal so zu lesen und nimm den Halbsatz davor mit zu Hilfe:

Ihre Gewerkschaften verhalten sich wie sich jedes Unternehmen: Sie denken an sich selbst zuerst. ... [Exkurs zur "Geiselhaft-Metaphorik" ... dann Fortsetzung: ] ... An die Gewerkschaften stellt man aber ohne Weiteres höhere Ansprüche.

Dabei sorgen sie dafür, dass Angebot und Nachfrage in ein vernünftiges Gleichgewicht kommen.

... nämlich durch ihre Forderungen nach mehr Lohn oder Gehalt oder Bezüge. D.h. die "partikularen" Interessen dienen im Rahmen von Tarifforderungen dem Gemeinwohl - und zwar auf beiden Seiten. Man kann den Gewerkschaften - selbst denen der Besserverdienenden - nicht vorwerfen, was man bei den Unternehmen zubilligt. Partikular-Interessen hier wie da, die aber beide nützlich sind und deshalb gleich gewichtet und bewertet werden sollten.

Im Grunde labelt er hier nicht selbst, sondern greift in einer Diskussion einen (vermeintlich) moralischen Vorwurf auf und dreht ihn schließlich mit einem doppelten "ja, aber" -Argument um.

Joachim Petrick 04.04.2014 | 23:54

"Viel Spaß aöso noch beim Verteidigen von unzeitgemäßen Parallelwelten, gegründet in Zeiten als der Vogel und seine Piloten nach staatlich verordnet vergoldeten Zeiten entgegensteuerten."

Gut gebrüllt!

In einem Punkt gebe ich Jakob Augstein ausdrücklich recht, wenn er im Zusammnehang mit dem Streik der Piloten auf jene verweist, die keines Streiks bedürfen, um sich die Taschen und Pensionsbezüge ohne Maschendraht für die Altersversorgung via Steuerzahler über die Betriebskostenabrechnung per Gewinnabschöpfung zu füllen.

Die Agenda2010/Hartz IV steht dafür, dass die Gewerkschaften "Duchregierungs- Gewährleistung bei Fuss standen"

und zu Streik getragen werden mussten, geschweige denn für solcher Art Streik zur Bestandssicherung von Rentenanwartschaften der Arbeitnehmer die Streikkassen zu öffnen.

Das Ergebnis der Agenda2010 ist, Absenkung der Renten von über 30 %.

Da kann Verdi von der Gewerkschaft Cockpit lernen, gerade weil die bestehenden Privilegien der Piloten mit dem Ziel der Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen verhandelt gehören

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Ehemaliger Nutzer 05.04.2014 | 10:05

Nachtigall ik hör dir trapsen

Inzwischen bringt der eine oder andere Politiker auch seinen Senf zu diesem Streik ein; ich rate diesen Dummschwätzern, sich zurück zu halten:

Ein Streik ist und bleibt ein Arbeitskampf.

Als bei Daimler-Benz wochenlang gestreikt wurde, glaubte ein Polizeioffizier, er könne da mitspielen - er wurde darüber belehrt, daß er im Unrecht ist.

Als die Arbeiter der Stalin-Allee streikten, wurde daraus ein Generalstreik und die Politiker forderten in Russland Panzer an.

Inzwischen haben deutsche Politiker die Beziehungen zu Russland derart zerrüttet, daß sie dort keine Panzer mehr anfordern können; der Streik der Lufthansapiloten kann also noch ohne Politiker befriedet werden - hoffen wir mal.

Überlegung 05.04.2014 | 10:32

@Alicia: Aus diesem Grund möchte ich die Debatte anregen über den Wert der Arbeit insgesamt nachzudenken. Es gibt viele gut ausgebildete Piloten, die bei anderen Airlines einen Bruchteil verdienen und die Arbeitsbedingungen sehr viel schlechter sind. Nein, ich möchte mich an schlechteren Beispielen messen, sondern diese Flugzeuge kreisen auch über unseren Köpfen und keiner macht sich Gedanken, ob das alles so sicher ist. Ich bin defintiv für das Mittel des Steiks, aber die Forderungen sind m.E. nicht plausibel. Dass das ganze System reformiert gehört, steht sicher auf einem anderen Blatt, denn eigentlich interessiert ja nur der zufriedene Aktionär. Und wenn jeder weniger als für eine Zugfahrt von Frankfurt nach Köln bezahlt, um quer durch Europa zu fliegen, ist auch das eine weitere Überlegung. Dass die meisten Menschen in Zukunft trotz lebenslanger Beschäftigung Altersarmut entgegensehen und sich nicht absichern können, ist auch kein Geheimnis. Das Thema ist sehr komplex und darum geht es hier nicht nur um den Streik der Piloten. Ich warte auf jeden Fall auf das nächste Sparpaket der Lufthansa, dass dann wieder der Rest des Konzerns leistet.

Zu dem Beruf des Flugbegleiters möchte noch noch sagen, wären wir nicht aus Sicherheitsgründen an Bord, wären wir längst durch Automaten ersetzt. Von den gesundheitlichen Belastungen mal ebenfalls abgesehen, aber darüber nachzudenken lohnt meistens nicht, er kann sich nicht mehr mit der Prestige der Piloten messen.

Außerdem wünsche ich mir das Ärzte mehr verdienen, damit sie nicht nur noch Privatversicherte annehmen müssen, um zu überleben, damit auch der gesetzlich Versicherte keine zwei Monate auf einen Termin warten muss.

Es geht um mehr als diesen Streik!

( Verzeihen Sie die Polemik)

anne mohnen 05.04.2014 | 16:04

Lieber Herr Petrick,

dass 450.000(?) Flüge gecancelt werden konnten, kann mir persönlich egal sein. Nicht egal ist und war mir die Agenda 2010. Ich brauche da auch keine Belehrung. Mit der Agenda 2010 resp. Hartz IV geht einher, dass Menschen ab 60 und früher rausgekickt werden sollen, um mit hohen Abschlägen in die Rente entsorgt zu werden. Das bereinigt die Statistiken, das beflügelt insbesondere Altersarmut von Frauen. Das belastet die gesetzliche Rentenkasse. Das spart Kosten hinsichtlich der Weiterbildung, die unter der Arbeitsministerin von der Leyen unter ja nochmals eingedampft wurden- zu Lasten älterer Arbeitnehmer_innen. Usw.. ,usw

Die Tatsache, dass Piloten der Lufthansa bisher dank ihres hohen Grundgehalts die Möglichkeit hatten in einen goldenen Herbst „hineinzuzufliegen“, täuscht nicht darüber hinweg, dass diese Art der Arbeitskräfteentsorgungdiskriminierend ist. Der Europäische Gerichtshof hat deshalb auch einem Piloten, der jenseits seines 60Lebensjahr weiterarbeiten wollte, Recht gegeben.

Ein ganz anderer Punkt ist, dass die Lufthansa die Betriebsrente canceln will, nicht etwa aus einer Not heraus, sondern aus reinen Shareholder-Value-Gründen. Das ist insofern ein( politischer!!) Skandal, weil damit das ganzeGerede von der Notwendigkeit zusätzlicher privater und/oder Alterssicherung zur Farce erklärt wird resp. die Arbeitnehmer und Versicherungsnehmer (s. Geiersturzflug von Lebensversicherungspolicen, Riesterrenten) betrogen werden. Dafür auf die Barrikaden zu gehen ist wichtig!

Davon ist aber in dem Artikel keine Rede. Es wird auf BILD abgehoben und der Kampf zwischen „oben und unten“ beschworen!

Dass sich aber nicht alle –wie die Eliten-verhalten, dass die da unten nicht wie die das oben sind, darauf zielte meine Gehaltstabelle von anderen gewerkschaftlich organisierten Einkommensgruppen ab und nicht auf eine Neiddiskussion, wie gerne in dem Zusammenhang, wenn auch nicht von Ihnen, behauptet wird. Und ist auch sonst nicht die rede vom Auseinanderdriften von Gehältern ?

Nein, ich bin überhaupt nicht dagegen, dass Piloten streiken, finde es nur sehr „aufreizend“ in welches Licht gewerkschaftliche Arbeitgerät. Dazu gehört wesentlich, dass diese nicht am Beispiel der Tarifverhandlungen -z.B. Öffentlicher Dienst gemacht wurde, was wesentlich langweiliger ist ebenso die „jämmerlichen“ Gehälter von Erziehern, Müllmännern etc., sondern am Beispiel der Blauuniformierten Kranichflieger.

Die Piloten_innen sollten in Zukunft auf die Einhaltung von Gesundheitsstandards achten und die Arbeitszeiten fest im Auge behalten. Das käme dann auch der Sicherheit der Fahrgäste zugute, die , aufgrund von Übermüdung infolge von Überstunden und zu kurzen Erholungsphasen bei einem 35-Järigen, massiv bedroht werden

Schönes Restwochende und

"Mann der Arbeit, aufgewacht!Und erkenne deine Macht!Alle Räder stehen still.Wenn dein starker Arm es wil2

;), am

Achtermann 06.04.2014 | 09:59

Die Angestellten-Jahresgehälter des Unternehmens, das kürzlich seinen Manager und Vorstand infolge eines Gerichtsurteils verlor:

Franck Ribéry: 12 Millionen €

Mario Götze: 12 Millionen €

Philipp Lahm: 10 Millionen €

Bastian Schweinsteiger: 10 Millionen €

Thomas Müller: 8 Millionen €

Thiago Alcántara: 8 Millionen €

Manuel Neuer: 7 Millionen €

Arjen Robben: 7 Millionen €

David Alaba: 7 Millionen €

Javi Martínez: 6 Millionen €

Jerôme Boateng: 6 Millionen €

Daniel van Buyten: 5 Millionen €

Mario Mandzukic: 5 Millionen €

Rafinha: 5 Millionen €

Toni Kroos: 4,5 Millionen €

Claudio Pizarro: 4,5 Millionen €

Dante: 3,5 Millionen €

Holger Badstuber: 3,5 Millionen €