javier260178

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RE: Kinder vor Panzern | 30.03.2009 | 00:27

Nebenbei: da wurde jetzt durch polizeiliche Arbeit ein verdächtiger 17 jähriger festgenommen. Es gibt leider immer noch Armut dort und die RIRA rekrütiert junge, nicht vorbestrafte Leute, die arm sind und keine Bildung haben . Jedenfalls wird niemand "im toten Meer ertränkt" so wie Liebermann es forderte, als Sharon palästinensische Häftlinge freilassen wollte.
Der unabhängigkeitsprozess Osttimors wäre z.B. auch ein gültiger Vergleich zum Nahostkonflikt, meiner Meinung nach. Alle diese Konflikte haben im Prinzip einen gemeinsamen Nenner: Ungerechtigkeit gegenüber einer GANZEN Bevölkerung.
Dass die Hamasführung korrupt, fanatisch und gewalttätig zu palästinensern und israelis ist, ist eine Tatsache. Aber eine Blockade und gegossenes Blei (kollektive Bestrafungen) sind dadurch nicht gerechtfertigt, weil... siehe weiter oben.
Dass die Siedler gewaltsam vertrieben wurden, halte ich für eine inszinierung. Die bekommen richtig schotter dafür, dass sie dort leben (also nicht alle sind Hardliner, sondern normale menschen, die mit Staatssubventionen leben wollen). Sie kriegen bei der Räumung noch mehr geld damit sie umgesiedelt werden, z.B. in die Golanhöhen, die völkerrechtswidrig (laut UNO) besetzt gehalten werden. Bei der Abwrackprämie haben viele Leute zugeschlagen, obwohl viele nicht unbedingt ein neues auto brauchten.
Die israelische Mauer bildet insofern keine (souveräne) Grenze für Palästina, wenn Israel keinen palästinensischen Staat anerkennt, wenn Israel entscheidet, dass Siedler sich im WJL einnisten, sich die fruchtbarsten Gegenden und Wasserversorgung krallen, und Straßen bauen dürfen, auf denen Palästinenser nicht verkehren dürfen und wenn ja, müssen sie sich bei den ganzen Posten kontrollieren lassen (keine Bewegungsfreiheit im eigenen "souveränen Staat"). Die Mauer dient dazu, die Bevölkerung durch eine Blockade zu erwürgen. In Gaza z.B. von ca. 1350 artikeln (Essen, ersatzteile, usw), die passieren durften, waren es bis vor dem Gazakrieg nur noch 19, das spielte alles in die Hände der Terroristen von Hamas, um munter weiter raketen nach Israel zu schicken. Von medizinischen Notfällen brauche ich gar nicht zu reden. Oder der Abriss von palästinensichen Häusern zugunsten israelischen Siedlern (siehe fall Rachel Corrie).

RE: Kinder vor Panzern | 30.03.2009 | 00:26

Kriege sind grundsätzlich völkerrechtswidrig (Art 2, Zf. 4, UN-Charta der vereinten Nationen). Es gibt ein paar Ausnahmen: Artikel 51 der UN-Charta erlaubt im Falle eines bewaffneten Angriffs die Selbstverteidigung, bis der Sicherheitsrat die „erforderlichen Maßnahmen getroffen hat“. Aber wir wissen alle, was Israel mit der UN-Resolution gemacht hat, die das Ende des Angriffs auf Gaza forderte. Nebenbei gesagt: es ist prinzipiell so, dass jede UN-Resolution in Bezug auf den Nahostkonflikt von Israel missachtet wird. Dabei vergisst Israel immer wieder gerne, dass es genauso einer Resolution seine Existenz am Ende zu verdanken hat. Diese für Israel ungünstigen Resolutionen werden immer durchs Vetorecht der USA gestoppt. Die Abstimmungen sehen prinzipiell immer so aus: die ganze Welt ist dafür, dagegen sind Israel, USA und evtl. eine oder zwei pazifische Inseln. So viel zu Israel und Völkerrecht.
Wenn jeder Staat das (auch moralische, meinetwegen) Recht hat, sich mit Gewalt zu verteidigen; dann hätten wir dafür sein müssen, dass die britische Krone die Truppen von George Washington brutal niederschlagen. Oder die Partisanen, die Hitlers Truppen bekämpft haben, hätten daran glauben müssen. Marokko müsste Israel angreifen: Die Israelische Sondereinheit Caesarea (Ehud Barak gehörte auch dazu) hat einen unschuldigen marokkanischen Staatsbürger (Ahmed Bouchiki) irrtümlich umgebracht, während einer illegalen Operation in Norwegen. Dann würden wir in einem Chaos versinken, dank dem Codex Hammurabi: Auge um Auge.
Nordirland: Beide Parteien sind ja für den POLITISCHEN Erfolg Zuständig, nur: ohne die britische politische Entscheidung, die Missstände zu beseitigen, wäre es gar nicht dazu gekommen. Geben und Nehmen. Sie sagen ja selber "politischer" Erfolg und nicht "militärischer", was israel NOCH im Sinne hat. Wer weiß, vielleicht werden sie auch müde und versuchen es friedlich.
Ich finde die Konflikte, gar nicht mal so unterschiedlich (Obama ist anscheinend einer ählichen Auffassung, nicht umsonst ist der ehemalige Nordirlandkonfliktunterhändler Mitchell jetzt sein Gesandter im Nahost). Sogar der Faktor Religion spielte auch in Nordirland eine wichtige Rolle, so sehr dass nur dort und sonst nirgendwo in der Welt zählten Protestanten und Katholiken als zwei verschiedene Ethnien. Sie haben recht, wenn Sie sagen, der Konflikt in Nordirland habe keine Chance mehr (wie die RAF hier) denn: Dem Großteil der Bevölkerung geht es gut, warum sollten sie das alles verlieren?

RE: Kinder vor Panzern | 28.03.2009 | 19:53

"Israel hat ohne jeden Zweifel ein vitales und vor allem berechtigtes Interesse daran, seine Bürger absolut vor Gewalttätigkeiten zu schützen. Das beinhaltet ohne irgendeinen Zweifel das Recht des souveränen Staates Israel mit Gewaltmitteln einen solchen Raketenbeschuss nachhaltig abzustellen"
Die allgemeingültige Prämisse: "Jeder Staat hat das recht, sich zu verteidigen" erfährt in bezug auf diesen Konflikt eine sprachlich leichte aber folgenschwere abwandlung und zwar heißt es auf einmal: "Jeder Staat hat das Recht, sich MIT GEWALT zu verteidigen". Das ist so nicht in Ordnung, und da ist der Nordirlandkonflikt ein Paradebeispiel dazu. Erst als die Briten die Missstände der katholischen Bevölkerung begriffen und diesen sensiblen weg eingeschlagen haben, ist der terror (beider seiten) zurückgegangen.
Auch wenn zwei Soldaten letztens opfer wurden, habe ich noch nicht mitbekommen, dass die britischen Soldaten mit voller wucht zurückgeschlagen oder nordirland bombardiert haben. Die Briten wissen, dass es sich nicht lohnt, den frieden so leicht auf spiel zu setzen.
"Israel ist gegenüber seinen Bürgern im israelischen Kernland aufgrund seines staatlichen Schutzauftrages sogar verpflichtet, die Bedrohungen sicher und dauerhaft abzustellen."
Wie siehts denn mit dem israelischen Kernland aus, aber das INNERHALB des Westjordanlandes, einer der hauptgründe dieses konflikts?

RE: Kinder vor Panzern | 28.03.2009 | 19:37

"Ich glaube, derzeit ist vor allem sicher, dass man nur sehr wenigen Informationen wirklich vertrauen kann".
Weil Israel keine Journalisten zulässt, vielleicht? Genau wie mediziner, wären die journalisten dort auf eigenes risiko und sie wären damit ganz bestimmt einverstanden, die wollen ja um jeden preis informieren und würden es dann machen. Nur Israel scheint ja, was verbergen zu wollen. Ja, sogar Richard Falk, UN-Sodergesandter, ist wärend der operation in jerusalem aus genf eingeflogen, wurde 20 stunden von israel festgenommen und anschließend wieder nach genf geschickt. super.

RE: Kinder vor Panzern | 28.03.2009 | 19:30

Genfer Abkommen hin oder her. Als Soldat Teenager in ein haus vorzuschicken, in dem höchstwahrscheinlich Kugeln auf sie wartet, auf ältere Frauen zu schießen, alles ist in deinen augen bestimmt sehr menschlich und zeugt von der tapferkeit der israelischen Soldaten.