Theater und Spekulationen - der Wahlabend in NRW

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Was die Spitzenkandidatinnen und -kandidaten von CDU, SPD, FDP und Grünen zur Zeit in ihren Kurzstatements seit Schließung der Wahllokale in NRW äußern, erinnert eher an eine billige Komödie denn eine ehrliche Einschätzung der entstandenen Lage.

Nur ein Beispiel: Nach 18.00 Uhr gab Frau Löhrmann von Bündnis 90/Die Grünen von sich, sie könne zu einer eventuellen Konstellation SPD/Grüne/Linke noch gar nichts sagen. Wenig später hieß es, es dürfte in Bezug auf eine Option RotRotGrün keine Tabuisierung geben, denn in der ersten Hochrechnung wiesen CDU und SPD einen Gleichstand an Stimmen auf (34,5%). Kurz nach 19.00 Uhr und diversen Bewegungen hinter dem Komma bei CDU und SPD äußerte sie sinngemäß: man müsse möglichst darauf bedacht sein, daß die Linke nicht in Regierungsverantwortung kommt. Und wenn schon diese Frage stünde, müßten sich Die Linke und SPD bewegen. Wahlinhalte spielen bei diesen Spekulationen kaum eine Rolle ...

Nach diesem Muster schiebt nun, je nach Prozentstand hinterm Komma, einer dem andern die Verantwortung zu - bei CDU und FDP kann das nicht verwundern, aber was wird, wenn die SPD doch nicht mit einem hauchdünnen Vorsprung vor der CDU am Ziel ankommen sollte und mit Grün dank minimaler Mehrheit eine Koalition bilden kann? Stehen dann beide Parteien zu ihrer Wahlaussage, Rüttgers und Koalitionspartner FDP wirklich abzulösen?

Ich bin gespannt ...

19:38 09.05.2010
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Geschrieben von

jayne

beobachterin des (medien-) alltags
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jayne

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