Sei kein Frosch!

Massenmanipulation Der Artikel erläutert anhand eines Gedankenexperiments, wie der Souverän im aktuellen Republik-Standard zum Frosch degradiert bzw. entmündigt wird.
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Wie der Souverän im aktuellen Republik-Standard entmündigt wird:

Die Entscheidungsfindung erfolgt im aktuellen Republik-Standard nicht transparent, sensitiv und formal nach Eignung, Bedarf/Priorität und Passung mit unseren Grundwerten, sondern in qualitätsunspezifischem Schwarz-Weiß anhand qualitätsunanhängiger Mehrheiten. Der aktuelle Republik-Standard eignet sich nicht dazu, um realitätsorientiert, transparent, valide und zuverlässig die wichtigsten Probleme und passgenaue Lösungen der Basis zu erkennen, geschweige denn diese in Echtzeit zu kontrollieren (was die menschliche, individuelle Intelligenz ausmacht).

Um dies zu verdeutlichen, ein kleines Gedankenexperiment:

Stelle dir eine stark veraltete Kamera vor, die nur komplett weiße oder schwarze Bilder von einem komplexeren Naturmotiv machen kann - nennen wir es sinnbildlich "absterbender Baum der (Selbst-) Erkenntnis".

Eingebetteter Medieninhalt
Mit dieser Kamera werden (sinnbildlich für 100 Abstimmende) 100 Bilder vom Baum der Selbsterkenntnis gemacht, die jedoch je nach Lichteinfall entweder absolut schwarz oder absolut weiß sind. Diese 100 Bilder werden anschließend für das Gesamtergebnis übereinander gelegt bzw. aufaddiert. Heraus kommt ein graues Bild, auf dem das ursprüngliche Motiv oder die Realität völlig entfremdet und nachträglich in seiner Qualität nicht mehr zu erkennen ist. Das etwa kommt sinnbildlich beim aktuellen Republik-Standard dabei heraus:

Eingebetteter Medieninhalt
Anhand dieses Beispiels wird deutlich, dass unsere aktuellen Entscheidungsverfahren stark manipulationsabhängig, qualitätsunspezifisch und verzerrt sind, denn aufaddiert werden nicht vernüftige, realitätsorientierte Wirklichkeits- oder Meinungsabbilder intelligenter Individuen, sondern die jeweiligen ABWEICHUNGEN VON DER REALITÄT bzw. der Vernunft! Man bildet mit qualitätsunabhängigen Mehrheitsentscheiden letztendlich die Summe der jeweils schwarzen und weissen Bilder vom absterbenden Baum der Erkenntnis, wobei jedes schwarze oder weisse Bild bereits eine grobe Verfälschung und Manipulation der Realität des Einzelnen in Richtung schwarz oder weiss ist.

Dadurch, dass das Ausmaß jeder einzelnen verzerrten Wahrnehmung des Baums der Selbsterkenntnis aufaddiert wird, fasst man nicht realitätsorientierte Abbilder zu einem letztendlich kollektiven Abbild der Realität oder der Vernunft zusammen, sondern man addiert den Manipulationserfolg nebst dem Designfehler zusammen, d. h. das Ausmaß der verfahrensbedingten Verfälschung der Realität bzw. der Entfremdung von der Vernunft. Qualitätsunabhängige Mehrheitsentscheide messen also nicht, was der Wähler will oder erkennt, sondern wie gut in der Summe die Massenmanipulation (in die eine oder andere Richtung, d. h. Schwarz oder Weiss) funktioniert hat.

Der Republik-Standard ist damit bei kritischer Betrachtung lediglich eine Maschinerie zur effizienten Massenmanipulation. Schwarz-Weiß-Abstimmungen enthalten nicht wie ein Thermometer oder eine echte farbsensitive, hoch auflösende Kamera ein Feedback mit liquiden Informationen über die Realität eines Menschen oder über das Ausmaß der Qualität einer Lösung, sondern geben den Herrschenden, Medien und Superdeligierten Auskunft darüber, wie gut im Endeffekt die Massenmanipulation funktioniert hat.

Dadurch wird jegliche qualitätsorientierte (Selbst-) Regulation und (Selbst-) Kontrolle von politischen Leistungen und der Repräsentativität von VerTretern durch den Souverän unmöglich und der Mensch wird in seiner individuellen Intelligenz auf das Niveau eines Froschs degradiert.

Qualitätsunspezifische Mehrheitsentscheide verletzen GG-Werte auf Transparenz, Meinungsfreiheit und Selbstbestimmung!

Qualitätsunabhängige Mehrheitsentscheide unterminieren die menschliche Intelligenz, denn:

Es erfolgt keine transparente, unverzerrte und lösungsorientierte Diskussion über das, was eigentlich die dringensten Probleme der Basis sind. Diskussionen und Entscheidungen über dringende Probleme werden reaktiv geführt. Entweder bestimmt der, der die (mediale) Deutungshoheit und Autorität in einer Gruppe hat, darüber, was diskutiert wird oder es kommt zu einer Inflation von mehr oder weniger wichtigen Themen, wodurch das Wesentliche schnell aus den Augen verloren wird. Der Mensch hat intelligenterweise z.B. für dieses Problem des bedarfsorientierten Handelns interne, realitätsorientierte Bedürfnismelder, die sich dann z.B. in mehr oder weniger starkem Hunger, Durst oder Frieren ausdrücken. Verglichen jedoch mit der individuellen Intelligenz des Menschen, entspricht der Republik-Standard einem Wesen ohne Kopf, das weder erkenntnis- noch lernfähig ist und weder Glück noch zunehmende Verletzung oder Schmerz empfinden kann. Das heißt, auch ein Frosch ist wahrscheinlich noch intelligenter als das Wesen unseres Republik-Standards.

Passende Lösungen für Probleme können nur gefunden werden, wenn das Problem transparent beschrieben ist und Lösungen anhand Vernunftskriterien (vgl. F!xMyRepublic) diskutiert werden. Ein transparenter Problemraum enthält alle wichtigen Aspekte zum IST-Zustand, die das Problem ausmachen und hervorrufen und alle wichtigen Aspekte des SOLL-Zustands, die beschreiben, was das Ziel bzw. Zielkriterien der Lösung sind. Wenn dies nicht gegeben ist, kann man die politische Meinungsbildung sehr leicht hacken bzw. manipulieren, was man auch an Merkels "Wir schaffen das!" sieht, was einem Meinungshack aufgrund intransparenter Problemräume entspricht.

Gemäß Art. 21 (1) GG sollten Parteien und Politiker "über die Herkunft und Verwendung ihrer Mittel [...] öffentlich Rechenschaft geben". Dazu gehören genau genommen jedoch nicht nur finanzielle Mittel, sondern auch geistige Mittel, d.h. welche konkreten Abwägungen und Kriterien (z.B. Menschenrechte vs. Lobbyinteressen) haben wie stark zu einer Entscheidung beigetragen? Bei aktuellen qualitätsunspezifischen Mehrheitsentscheiden laufen diese Abwägungen im Dunkeln der politischen Wirtschaftskorruption ab und werden hinterher meist für die Öffentlichkeit so zurecht gebogen, dass es sich nach gewissenhaften Entscheidungen im Sinne der Menschen anhört. Bei genauerer Betrachtung sind jedoch sehr viele Entscheidungen unserer Politiker menschen- bzw. bürgerrechtswidrig und müssen vor Gerichten langwierig eingeklagt werden.

Qualitätsunabhängige Mehrheitsentscheide hebeln die Meinungsfreiheit und Selbstbestimmung aus, denn:

Aktuelle Mehrheitsentscheide werden meist im Vorfeld intransparenterweise auf einige wenige Alternativen herunter reduziert, oder sogar oft, wie im Fall von Merkel, als "alternativlos" hingestellt. Solche Vorgaben entsprechen einem falschen Dilemma bis hin zu diktatorischer bzw. totalitärer Manipulation, wodurch schon im Vorfeld der Entscheidung (für Pest vs. Cholera) die Meinungsfreiheit ausgehebelt wird.

Das menschliche Gehirn arbeitet mit Wahrscheinlichkeiten und auch die menschliche Zielfindung und Willensbildung geschieht über Abwägungen in Graustufen, z.B. inwieweit ein bestimmtes Ziel oder eine Lösung zu den eigenen Werten und Erwartungen passt. Einem Mensch, der aufgrund seiner gewissenhaften Überlegungen zu einem bestimmten Meinungsbild in Graustufen kommt und durch die Abstimmung in ein Schwarz-Weiß-Schema gepresst wird, wird dadurch die Möglichkeit genommen, seine Meinung so zum Ausdruck zu bringen, wie er sie sich frei, unabhängig und gewissenhaft gebildet hat. Die Meinungfreiheit wird durch den Zwang zum Denken in Schwarz-Weiss-Kategorien systematisch ausgehebelt, denn der Abstimmende wird zu einer groben Verfälschung seiner realitätsorientierten Meinung gezwungen.

Bei qualitätsunabhängigen Mehrheitsentscheiden wirken weiterhin eine Reihe von Fremdsteuerungsmechanismen, wie Gruppenzwang bzw. Konformitätsdruck, Teile-und-Herrsche-Effekt und konditionierte Urteilsbildung (z.B. jemand hört, du seist ein Nazi & fängt an, ohne dich zu kennen, verbal auf dich einzuprügeln), wodurch die Meinungs- und Entscheidungsfindung unbewusst manipuliert wird. Dadurch widersprechen aktuelle Formen der Entscheidungsfindung massiv den Grundsätzen freier und gewissenhafter Entscheidungen.

Es handelt sich dabei um Konformitätsexperimente, deren Wirkung schon seit den Experimenten von Asch (1951) und Milgram (1961) bekannt sind. Diese Konformitätsexperimente, in denen sich Menschen fern ab vom gesunden Menschenverstand für das entscheiden, was eine Mehrheit oder führende Autoritäten vorgeben, sind alles andere als demokratisch, sondern es ist, wie z.B. bei Finanzderegulation, ESM, CETA, TTIP und anderen Lobbyeingaben meist der Fall, dass fremde, instrumentelle Interessen sich einschleichen und die Entscheidungsfindung fern ab von Vernunft und Gemeinwohl antidemokratisch fremdsteuern.

13:25 21.04.2017
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Jana Buchmann

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