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RE: Lauterbach juckt die Spaltung scheinbar nicht | 10.08.2020 | 09:23

"Lauterbach juckt die Spaltung scheinbar nicht"

Die Tonart der Überschrift steht in "guter" Bild-Tradition, Stil: Reichelt diffamiert Drosten. Karl Lauterbach mag vieles sein und eine Menge als Politiker nicht, mit seiner Twitterflut nerven, aber sicher ist er keiner von der empathielosen Sorte. Deshalb ist dieses "juckt ihn scheinbar nicht" falsch wie dumm. Und "der trotz SPD-Parteibuch die psychosozialen Folgen des Lockdowns fast ignorierte" ist dann Bild-Zeitung pur. Dieses "scheinbar" und "fast" macht die Sache noch unappetitlicher.

RE: Morricones Klangfarben | 08.07.2020 | 18:17

Sergio Leone + Ennio Morricone = true greatness

Vollendung von Film und Kino. Es geht sicher anders, aber besser nicht. Mehr Genialität war in Kino und Film nie zu sehen und zu hören, einfach nicht möglich. Niemand kommt dem bis heute gleich. Stanley Kubrick, der vielleicht. Aber der ist ein anderes Thema. Diese Verneigung gilt einzig Ennio Morricone. Thanks!

RE: Gott schütze Britannien | 08.07.2020 | 15:58

„Immerhin einen Lichtblick gibt es: Das Land hat wieder eine Opposition mit Regierungsaussichten, seit Keir Starmer die Labour Party führt.“

„Lichtblick“ ?? Was für eine sonderbare Schwärmerei und oberflächliche Betrachtung. Starmer hat einen wesentlichen Beitrag geleistet, die Person seines Vorgängers zu schmälern, linke und soziale Politikinhalte zu desavouieren und deren Vertreter mit und kurz nach seiner eigenen Vorsitzendenwahl abzuservieren, man denke an Diane Abbott oder zuletzt Rebecca Long-Bailey. Im Gegenzug wurden neoliberale Blair-Anhänger wie Ed Milliband wieder ins Schattenkabinett geholt. Sir Keir Starmer und die Labour Party sind jetzt genau die weichgespülte Tory Konkurrenz, die sich Rupert Murdoch und die englische Oberschicht gerade noch gefallen lassen. Starmer ist Tory-Politik ohne Johnson. Es war Keir Starmer, der Corbyn und Labour in eine diffuse Brexit-Haltung getrieben. Seine Rolle darin fast vergessen und gern unter den Teppich gekehrt. Starmer ist ein „Lichtblick“ der Marke Schröder/Clement...

(Da die Masse der Engländer in Großbritannien - anders als z. B. die Schotten - ausschließlich wählen, was ihnen medial vorgekaut und eingeimpft, sind die Wahl- und Regierungschancen für solche Art Politik/Politiker aber in der Tat gestiegen. Weil ein Starmer, anders als Corbyn und McDonell, den Eliten und Verderbern des Landes nicht deren wohligen Schlaf raubt.)

God save our gracious Queen, Long live our noble Queen, God save The Queen!

RE: Gierige Janusköpfe | 26.06.2020 | 11:13

Diese CDU gehört zu den Siegern der Geschichte, was sich vor allem in der Erbärmlichkeit ihrer politischen Gegner und Mitbewerber ablesen lässt. Der CDU wirklich Macht weggenommen hat nur die Troika Brandt-Wehner-Schmidt, mit Unterstützung eines großen Geistes wie Gustav Heinemann und der "Kanalarbeiter" des Egon Franke. Dies auch über Umwege mit Lücken und Verfehlungen, aber immerhin... Über die heutige SPD muss man nichts mehr schreiben, das ist in diesem Blatt hier von Redakteuren und Lesern oft und umfänglich geleistet worden.

Wer den anbiedernden Glückwunsch von Baerbock und Habeck in der FAZ liest, der weiß spätestens danach, wohin sich grüne Bäume biegen. Wer die soziale Abrissbirne Schröder möglich machte, Hartz IV mit verantwortete und in den Jugoslawienkrieg zog, der passt ideal zu Laschet, Söder, vor allem Merz. Die amoralische Pendlerpartei FDP braucht nicht erwähnt werden. Die "Linken" Bartsch und Gysi können so gut mit ihren schwarzen Parlamentskollegen, da berührt einen die politische Peinlichkeit schon beim Zuhören. Die AfD ist jederzeit für den Rücksprung in den Schoß der CDU bereit, was man schon vor Thüringen wußte. Wer solche Gegner sein Eigen nennt, den treiben keine Sorgen um die Macht, um ein Hacks-Wort zu mißbrauchen.

Die CDU hat Spießertum, Kadavergehorsam und Dämlichkeit der deutschen Masse immer perfekt bündeln können, diese Fähigkeit über den Mauerfall bewahrt, was sich im Ancien Régime des Helmut Kohl wunderbar spiegelte. Die fleischgewordene Bräsigkeit des deutschen Michels, zu Tisch mit den Herrschern der Welt, im Schatten des Speyerer Doms und auf den Tellern Saumagen. Wie plakatierten die Ostdeutschen zur Wendezeit: "Helmut nimm uns an die Hand, zeig uns den Weg ins Wirtschaftswunderland".

Auf die Geldeliten und das große Kapital, im Zusammenspiel mit den Propaganda-Bataillonen reaktionärer Verlage und deren willfährigen Massenpublikum, konnte sich die CDU natürlich immer fest verlassen. Diese Gemeinschaft hielt und hält. In einem irrte daher der sonst jede Witterung spürende, weitsichtige Herbert Wehner am Ende der Adenauer-Ära. Mit seinem wütenden und lauten Anwurf - "Dies ist kein CDU-Staat, das ist auch unser Staat“ - lag er aus heutiger Sicht daneben. Die Bundesrepublik ist seit Adenauer bis zum heutigen Tag genau dieses, ein CDU-Staat. Und die Bevölkerung unseres Landes bietet weiterhin beste Voraussetzungen und trägt alles in sich, damit es so bleibt. Natürlich unter tätiger Mitwirkung neoliberlaer Wirtschaftseliten und einer politischen "Konkurrenz", die sich untereinander drängelt, schubst und kabbelt, um als der erste Steigbügelhalter beim Herrenreiter CDU/CSU zu gelten. Happy Birthday.

RE: Jetzt verteidigen wir Hengameh Yaghoobifarah | 25.06.2020 | 10:42

Selbst der größte Inhaltsmüll liegt unter der Decke der Pressefreiheit hierzulande wohlig und bekommt durch einen sehr deutschen Entrüstungssturm Aufmerksamkeit. Auch ein Propaganda- und Hetzblatt wie Bild wärmt sich stets mit dem Mantel der Pressefreiheit. Was Frau Yaghoobifarah so zu taz-Papier bringt beleidigt in großen Teilen den gesunden Menschenverstand und man staunt wie tief heutzutage die Kolumne gesunken, einst journalistisches Flaggschiff, gefertigt von den edelsten Federn der Zunft.

Dabei hätte Frau Yaghoobifarah es verhältnismäßig einfach, das Gute liegt oft nah, sie müsste mal zum Schreibtisch der großartigen Bettina Gaus schlendern, da könnte sie umgehend lernen was Qualitätsjournalismus, Haltung und gute Texte. Oder wenn sie sich schon an Satire und Glosse wagt, vorher alte Streiflichter der Süddeutschen lesen. Gibt es sogar in Buchform. Könnte helfen.

Wie nun Horst Seehofer allerdings einen Beitrag leistet, um einen armseligen Text auch noch im letzten Winkel populär zu machen, könnte aus der Autorenkammer der heute-show stammen. Seehofer und Yaghoobifarah sind ein tolles Gespann, die Beiden haben sich verdient.

RE: Mit der Angst unter einem Dach | 16.06.2020 | 14:29

Mehr und mehr wird das Objekt Wohnraum, welches ja auch notwendiger Überlebensraum und letztes Refugium von Privatheit, in rasenden Tempo zum Luxusgut und Spielball, unerschwinglich für Otto Normalverbraucher und Ottilie Normalverbraucherin.

RE: Die Welt der Sorge | 16.06.2020 | 14:21

Eltern sollten ihren Kindern wieder vermehrt "Die Konferenz der Tiere" von Erich Kästner vorlesen. Bereichert beide Seiten und lehrt mehr als mancher "philosophische Text".

RE: Wer nicht kämpft, hat verloren | 16.06.2020 | 14:16

Welt- und realitätsfern stolpert Frau Kipping schon seit Jahren durch die politische Landschaft. Ohne jedwedes politische Geschick, fiel sie oftmals in der Verbreitung von Nichtigkeiten auf. Zentral engagiert und darin dann doch „erfolgreich“ war sie einzig beim Mobbing gegen Sarah Wagenknecht.

RE: Fakten und Verdacht | 04.06.2020 | 13:29

Gute Frage. Noch nicht. Muss ich nachdenken... Wer könnte Kapitän/Kapitänin einer neuen Arche? (Hoffentlich kein Aluhutträger, sonst versinkt das Ding schon vor Ausfahrt in der ersten Pfütze. )

RE: Grenzen überwinden | 04.06.2020 | 13:24

Die Linken gründen tolle Organisationen, die Rechten regieren die Welt und geben den Takt vor. Mit linken Initiativen, die seit der Internationale von 1864 gegründet wurden, ins Leben gerufen, aufgeblasen, abgeblasen, auf langem Weg oder im Alltag ausgetrocknet, könnte man das New Yorker Telefonbuch füllen. Das Schicksal von „Progressive Internationale“ lässt sich (leider) schon in der Geburtsstunde erahnen. Der Neoliberalismus dagegen zieht unverändert seine (siegreichen) Kreise.