Die Revolution 4.0

Wandel Seit Jahrhunderten versucht der Mensch sich und seine Welt zu entwickeln. Eine Reise in die Geschichte der Industrie, sowie ein Ausblick auf die automatisierte Zukunft.
Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

Chancen und Risiken der digitalen Wende

Seit Jahren betonen sowohl Politik als auch Wirtschaft die Wichtigkeit und Bedeutung der Industrie 4.0. Nach Wasserdampf, Massenproduktion und der digitalen Revolution soll die vierte Revolution zur kompletten Vernetzung und informellen Transparenz sorgen. Maschinen arbeiten autonom, der Mensch ist lediglich Überwacher im Falle eines Fehlers. Wie verlief die Entwicklung und wodurch wurden sie eingeleitet? Welche Gefahren verbergen sich hinter der Industrie 4.0 und welche Möglichkeiten gibt es? Und haben vorherige Umbrüche nicht gezeigt, dass mit dem industriellen Aufbruch auch eine Verbesserung der Lebensqualität einhergeht?

Was ist die industrielle Revolution?

Die industrielle Revolution bezeichnet eine Epoche, die einen Zeitabschnitt der Menschheitsgeschichte bestimmt hat. Fundamentale Erfindungen haben das Denken der Gesellschaft verändert. Zunächst ersetzten die Maschinen die Handarbeit. Damit kamen zahlreiche Fabriken und Betriebe dazu. Diese einschneidende Veränderung wird als Revolution bezeichnet.

Ausgangspunkt für die Revolution bildet England im Jahr 1750 mit der Erfindung der Dampfmaschine. Fortan stellten beispielsweise Webmaschinen Stoffe in großem Format her. Mithilfe dieser Maschinen war es möglich, die Stückzahl heraufzusetzen. Im direkten Vergleich dazu konnten sich derartige Maschinen erst um 1850 in Deutschland durchsetzen.

Erste industrielle Revolution

Wer denkt, die Revolution wäre ein Feiertag oder ein Ereignis über ein paar Tage, der irrt. Es dauerte Jahrzehnte bis sich die Entwicklungen und Vorteile der Erfindungen vollständig durchsetzten. Historikern fällt es schwer, unter die erste Revolution einen wirklich Schlussstrich zu ziehen, wenn ihr Ende wohl doch auf 1900 festzumachen ist.

Oftmals sind es die Erfindungen, die eine neue industrielle Revolution ausgelöst haben, wie zum Beispiel das Fließband. Fortan war es Menschen möglich, ohne detailliertes Wissen einen kleinen Teil der Arbeit zu erledigen und hintereinander dieselben Handgriffe auszuführen. Eine ebenso große Bedeutung ist der Elektrizität beizumessen.

Zweite industrielle Revolution

Schon im 19. Jahrhundert legte man die Grundlage für die folgenden Entwicklungen und Erfindungen. Wenn auch auf mechanischer Ebene wäre der Computer heute ohne die vorhergehenden Revolutionen schlichtweg nicht umsetzbar. Mit der Nutzung der Elektrizität als Antriebskraft setzte sich die zweite Revolution mit Volldampf durch.

Es folgte eine stetige Automatisierung der Arbeiten, die in den Produktionshallen abliefen. In Rekordzeit konnten Unternehmer am Fließband mit den Motoren arbeiten. Weitere Entwicklungen haben Kommunikation und Büroarbeitsplätze, durch Telegramm und Telefonat erfahren. Die eigentlichen Erfolgsfaktoren der zweiten industriellen Revolution sind die Globalisierung, die Herstellung von Rohstoffen und Lebensmitteln ebenso wie Automobilen und Kleidung durch automatische Prozesse. Ab sofort konnten die Produzenten und Händler besonders große Kontingente ihrer Erzeugnisse über den gesamten Globus verschicken.

Dritte industrielle Revolution

Heute gilt Charles Babbage als Vordenker und Kopf der dritten industriellen Revolution. Er ist gemeinsam mit der Mathematikerin Ada Lovelace heute die wichtigste Figur, wenn es um die Anfänge der programmierbaren Computer geht. Doch war Konrad Ernst Otto Zuse als Bauingenieur derjenige, der mit dem Z3 im Jahre 1941 den ersten Computer der Welt herausbrachte. Das setzt eine weitere rasante Entwicklung in Gang. Die dritte industrielle Revolution lässt sich mit den 1970ern recht konkret datieren. Hier hat die Elektronik und der Bereich IT eine enorme Automatisierung und Ausbreitung erfahren. Nicht zuletzt die Rechenmaschinen begründeten einen neuen Komplex.

Wie soll eine vierte Revolution verlaufen?

Derzeit befinden wir uns in der vierten industriellen Revolution. Voraussichtlich sind wir an deren Ende schon bald angekommen, da viele Entwicklungen bereits eine gewisse Akzeptanz auf dem Markt erfahren haben. Die Fokussierung geht auf eine zunehmende Digitalisierung des Lebens und eine Umorientierung der früheren analogen Techniken. So haben es cyber-physische Systeme geschafft, die vorhergehenden Arbeitsprozesse abzulösen. Infolgedessen stellen Unternehmen auf Anfrage Produkte nach tatsächlichem Bedarf her. Sie können so individueller auf die Marktsituation reagieren. Das ist nicht zuletzt der äußerst schnellen Fertigung zu verdanken.

Sprechen wir heute von der modernen Technologie, reden wir von Industrie 4.0. Damit geht nicht nur ein Bezug auf die industrielle Revolution einher, sondern auch auf die vergangenen zwei Jahrhunderte und die sich verändernde Arbeitswelt. Der Prozess der Informatsierung greift auf alle Branchen über und verändert die ursprünglichen Berufsbilder. Digitalen Fabriken ist es möglich, Einzelstücke zum bezahlbaren Tarif ohne Minus herzustellen.

Was sind die Gefahren von Industrie 4.0?

Ist heute von der vierten industriellen Revolution die Rede, meinen wir eine stärkere Vernetzung von klassischem IT mit der digitalen Vernetzung der Produktion. Das bedeutet im gleichen Maße, dass auch zu widerrechtliche Zugriffe oder Hacker-Angriffe drastische Folgen haben können. Wer sich nicht rechtzeitig um Sicherheit bemüht und einen offenen Blick für die fortschreitende Technologie bewahrt, geht ein enormes Risiko ein.

So hat sich der Begriff der Sicherheit gewandelt. Diese geht nicht nur allein auf den Arbeitsschutz und auf die Verhinderung von Industriespionage. Während die Informationstechnik zum großen Teil automatisiert abläuft, sollten sich Unternehmen Gedanken um Sicherheitslösungen machen, die auf potentielle Angriffe abzielen.

Spionage, Hacker-Angriffe und Chat-Boots bleiben eines der zentralen Themen für spezielle Virus-Programme. Darüber hinaus können die Sicherheitsvorfälle die Produktion unterbrechen und für einen enormen finanziellen Schaden sorgen. Manipulationen würden zu minderwertigen Artikeln führen, die mit erheblichen Risiken für die Anwender einhergehen.

Ohne weiteres lassen sich daraus diverse Schreckensszenarien ableiten, die deutlich machen, dass mit einer Digitalisierung und Automatisierung der Produktion auch Verpflichtungen im Bereich der Sicherheit einhergehen.

Die größten Risiken in der Übersicht:

  • Hackerangriffe können erheblichen Schaden anrichten.
  • Veränderung der Berufsbilder - Hunderte Berufe werden vollständig verschwinden
  • Zu hastige Implementierungen gehen mit hohen Kosten einher und einer Frustration der Mitarbeiter
  • Viele Unternehmen drohen, den Anschluss zu verpassen - Blick über nationalen Tellerrand
  • Geisteshaltung und Psychologie nicht unterschätzen - mentale Einstellung zur Vernetzung in der Belegschaft und im Lean-Management
  • isolierte Prozesse führen zur Fehlplanungen - Smart Factory sollten Industrie 4.0 als Gesamtprozess ansehen
  • Scheitern als Fehler interpretieren: Unternehmen sollten aus Fehlern lernen und es auf mehrere Versuche ankommen lassen, Digitalisierung einzuführen
  • wacklige IP Infrastruktur - Wer den Weg in die Industrie 4.0 mitgeht, braucht eine starke Infrastruktur, die auf funktionierende Hardware und Softwaresysteme basiert.

Vorteile und Potenziale für Verbraucher

Grundsätzlich stecken in der vierten industriellen Revolution mehr Chancen als Risiken. Dieses Zeitalter ebnet den Weg in eine vernetzte, digitalisierte Welt, in der Menschen, Unternehmen, Freiberufler und Unternehmensgründer problemlos mit Kunden und Kollegen auf der ganzen Welt kooperieren.

Die Nachfrage und die Anwenderzahlen der Smart-Home-Geräte im privaten Bereich steigen unaufhörlich. Diese digitalen Lösungen vereinfachen den Alltag und machen das Leben komfortabler und zugleich sicherer. Zum Beispiel lassen sich Saugroboter auf die Raummaße einstellen. Sie erledigen die Arbeit, ohne dass ihre Besitzer etwas davon mitbekommen. Eine intuitive, bedarfsgerechte Steuerung ist dabei ebenso wichtig wie eine unkomplizierte und wirtschaftlich innovative Funktion. So können sich die Benutzer mit ihren Geräten digital verbinden und über mobile Apps auf die Haushaltsgeräte zugreifen, wenn sie nicht zuhause sind.

Das macht sich gerade bei Überwachungssystemen bezahlt, die wiederum die Sicherheit und den Schutz der eigenen vier Wände erhöhen. Wer den Weg in das Zeitalter von Industrie 4.0 geht, sollte sich vor den neuen Entwicklungen nicht versperren, sondern einen bewussten Umgang mit innovativen Technologien eingehen.

11:50 10.07.2018
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Jens Stifter

Universell interessiert. Ich schreibe über alles was mich bewegt und freue mich auf Ihre Resonanz.
Schreiber 0 Leser 0
Avatar

Kommentarfunktion deaktiviert

Die Kommentarfunktion wurde für diesen Beitrag deaktiviert. Deshalb können Sie das Eingabefeld für Kommentare nicht sehen.

Kommentare