Mobiles Bezahlen: Potential und Risiken

Mobile Payments Mit der Einführung von Apple und Google Pay in Deutschland stellt sich die Frage nach den Vor- und Nachteilen der bargeldlosen Bezahloptionen. Wie sicher sind die Apps?
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Wer mit der Zeit geht, bietet seinen Kunden die Chance, mobil im Vorbeigehen zu bezahlen. Gerade für kleinere Ladengeschäfte und Anbieter ist nicht immer einfach, digitale Bezahlverfahren in den laufenden Betrieb einzubinden. Dennoch erwarten viele Verbraucher, bargeldloses Bezahlen am besten unterwegs für kleinere Beträge. Welche Risiken und Potenziale das Ganze mit sich bringt, ist das Thema des folgenden Artikels.

Mit der digitalen Geldbörse kontaktlos bezahlen

Die digitale Geldbörse ist in aller Munde. Immer weniger Verbraucher zahlen mit Bargeld, sondern erledigen ihre Einkäufe mit dem Smartphone oder der EC-Karte. Da fragt man sich, ob es hier um eine echte zukunftsträchtige Innovation geht oder eher darum, ein nettes digitales Spielzeug auf den Markt zu bringen. Zweifelsohne ist das mobile Bezahlen auf dem Vormarsch und hat schon viele klassische Zahlverfahren abgehangen. Wäre es nicht komfortabel, schon bald mit der digitalen Armbanduhr oder mit dem Smartphone überall zu bezahlen vom Eis über den Kaffee bis hin zum Einkauf und zur Tankfüllung?

Wo steht Deutschland im Vergleich?

Deutschland hinkt wie im digitalen Gesamtvergleich auch beim mobilen Bezahlen noch etwas hinterher. Derzeit führt die Verbraucherzentrale eine Befragung unter den Verbrauchern durch, um herauszufinden, worin die Gründe für die fehlende Motivation liegen. Bei Beträgen unter 25 € ist es nicht einmal notwendig, den PIN einzugeben.

Dennoch ist das kontaktlose Verfahren noch nicht allumfassend verbreitet. Derzeit geben die Banken funkfähige Karten aus und der Handel stattet seine Betreiber mit digitalen Kassensystemen aus, die über diese Technologie verfügen. Prinzipiell ist die Funktion am Funkwellen-Symbol zu erkennen. An diesen Punkten können Verbraucher kontaktlos bezahlen. Die meisten modernen Kassensysteme für den Einzelhandel bringen diese Funktion mit sich.

Kleinsteinkäufe unter 25 € ohne PIN und Unterschrift

Derzeit wird das mobile Bezahlen vielmehr als Ergänzung und nicht als vollkommener Ersatz für das Bargeld angesehen. Die europäische Zentralbank sieht im mobilen Bezahlen keinerlei Einschränkung des Bargelds, sondern vielmehr eine Erweiterung der Zahlmethoden. Gerade im Vorbeigehen an der Ladenkasse mit der Girokarte sieht die Bundesbank die größten Potenziale für das mobile Bezahlen, das damit unkomplizierter und benutzerfreundlicher wird.

Fortan muss der Kunde weder einen Beleg unterschreiben noch eine Geheimnummer eintippen. Gerade für kleinere Geldsendungen bis 25 , eine wirklich gute Alternative, die noch dazu jede Menge Zeit an der Kasse spart. Derzeit wird gut ein Prozent des Umsatzes im Handel über kontaktloses, mobiles Bezahlen gemacht. Wir sprechen zu Recht von einem Nischenphänomen, das in den kommenden Jahren deutlich an Bedeutung zunehmen wird. Gerade die Zielgruppe zwischen 25 und 39 Jahren ist offen gegenüber modernen Techniken und nutzt sehr gerne die mobilen Zahlverfahren.

Experimente mit klassenlosen Geschäften

Einzelhändler auf der ganzen Welt experimentieren mit Geschäften, die vollkommen auf Bargeld verzichten. Saturn und Amazon sind die Vorreiter, wenn es um kontaktloses Bezahlen in einem Supermarkt geht. So hat Amazon im Januar einen Supermarkt in Seattle eröffnet. Die Kunden melden sich beim Betreten das Shops in einer App an und können dann wie gewohnt über den Onlineshop bezahlen. Saturn hat eine klassenlose Filiale in Österreich in Innsbruck eröffnet. Hier soll es möglich sein, dass der Kunde am Regal über die App seine Produkte bezahlt.

Auch wenn derzeit noch von einer Nische auszugehen ist, wird sich der Einzelhandel vom mobilen Bezahlen wohl kaum lossagen. Der Fokus soll vorwiegend auf den kleinen Beträgen und den Einkäufen im Vorbeigehen liegen, die den geschäftlichen Alltag komfortabler und digitaler machen.

11:09 29.08.2018
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Geschrieben von

Jens Stifter

Universell interessiert. Ich schreibe über alles was mich bewegt und freue mich auf Ihre Resonanz.
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