JFS

ich bin mächtig angepasst, kann mich aber trotzdem ganz gut leiden.
JFS
RE: „Sieg-Heil-Rufe wiegten mich in den Schlaf“ | 03.11.2019 | 15:39

Die Wende kam, als ich 14 war und es war das krasseste, was einem jungen Mensche je passieren kann. Es herrschte Anarchie, die Ost-Bullen hatten mit sich und ihrer Vergangenheit zu tun und hielten sich sehr zurück. Die Strassen waren voll mit alten Trabbis, Wartburgs, Motorrädern, die keiner mehr haben wollte. Die Rentner kloppten ihr Geld für einen duchgerosteten Opel Rekord aus'm Westen auf den Kopp und gaben uns ihren alten Trabbi für 50 Mark. Das war ein Paradies, Bullen haben uns nie angehalten...

Die Elterngeneration war ziemlich unter Druck, mussten schauen was kommt und wie sie uns alle im großen Neuen durchbekamen. Keiner wusste, wie es morgen weiterging. Alles, was gestern noch zählte war heute nix mehr wert. Das muss man erstmal verarbeiten. Ich kann mir das bis heute noch nicht vorstellen und bekomme noch heute Brechreize, wenn unsere Geschichte nach westdeutschen Maßstäben von Leuten analysiert und diskutiert wird, die nicht im Geringsten nachvollziehen können, was ein Systemzusammenbruch für jeden einzelnen bedeutet hatte.

Ich bin froh, eine Kindheit in der DDR, meine Ausbildung und mein Leben nach der Wende erlebt zu haben. Ich wünsche mir deutlich mehr Respekt vor den Leistungen meiner Elterngeneration, die unter schwierigen Randbedingungen viel herausgeholt haben. Dieser fehlende Respekt, gerade nach der Wendezeit, wo meist die dritte Garde der Westdeutschen die Leitungsfunktionen in fast allen Bereichen des Lebens im Osten übernahmen, ist einer der Hauptgründe, warum Nazis damals so stark wurden. Das waren die Kinder von Arbeiter und Bauern, die auf einmal nix mehr Wert waren, Resignation hielt Einzug in vielen Haushalten. Das ist der gleiche Mechanismus wie heute, wo Höcke und Co. das Blaue vom Himmel versprechen in einer Region, wo man politisch versagt und bis heute drauf geschissen hat.

RE: Schwer zu stoppen | 14.06.2019 | 06:40

"dass die chinesische Politik kleinere Nationen in eine „Schuldenfalle“ stürzt ..."

da fällt mir spontan dieses Buch ein. Da versteht man dann ganz gut, warum gerade die USA diese Befürchtung äußert. Auf diese Idee muss man ja auch erstmal kommen, es waren eben nur nicht die Chinesen...

RE: Der Favorit | 10.06.2019 | 08:53

... und das Problem ist, der amerikanische Arbeiter weiß es aber nicht. So funktioniert konservative Verblödungspolitik. Mit einfachen Worten dem Zuhörer suggerieren, dass früher alles besser war. Die USA ist da seit Jahren das Vorzeigebeispiel, die Ärmsten wählen die Partei, die am wenigsten für sie tut.

RE: Der Favorit | 10.06.2019 | 08:49

... musste sehr über Ihre treffliche Analyse lachen. Ich muss ihnen da leider zustimmen.

RE: „Ryanair ist die neue Kohle“ | 03.04.2019 | 22:37

Bei RyanAir einfach mal an die eigene Nase fassen. Hier kommt so einiges zusammen, was den gemeinen Bundesbürger (nicht nur die gescholtenen Politiker) ausmacht: Geiz ist geil und auf alle Fälle so oft wie möglich fliegen, da es so schön billig ist. Scheiß auf die Umwelt und Sozialstandards bei den Arbeitnehmern.

"Moralische Entrüstung ist der Heiligenschein der Scheinheiligen." (Helmut Qualtinger)

RE: Alles Schlampen! | 30.03.2019 | 16:01

"Super" Artikel. Der steckt voll Sachlichkeit, Mut, Witz und ehrlichem Kampf für die richtige Sache...

Also wenn das alle sein soll, dann wird das mit der richtigen Gleichberechtigung nicht so schnell etwas. Oder ging es in diesem Artikel gar nicht darum?

RE: Ein denkwürdiger Pyrrhussieg | 28.03.2019 | 18:35

Ich verstehe den Artikel nicht, was hat der Schutz des Urheberrechts mit kruden Vertragssituationen zwischen Urheber und Vermarktern zu tun? Wie ist dem Urheber geholfen, mehr Geld für seine Arbeit zu verdienen , wenn gleichzeitig über YouTube und Co. fremde Nutzer ihrer Arbeit bereits hochladen?

ich sehe in diesem Artikel genau die selbe unsachliche Diskussion, die man der Gegenseite vorwirft.

RE: Hohn, ungefiltert | 12.10.2018 | 06:48

Kurzfristig und nach heutigen Maßstäben haben Sie natürlich recht. Das Thema Gesamtökobilanz relativiert viele aktuellen Diskussionen. Dennoch sind die Abgase bei steigenden Autozahlen ein Problem, was sich langfristig nur über Elektromobilität lösen lassen könnte. Dafür braucht es natürlich gesamtheitliche Konzepte der Stromerzeugung und natürlich die strenge, objektive Bewertung der Gesamtökobilanzen. Das sind allerdings Diskussionen, die heute, zumindest in unserer konservativen Stillstandspolitik, noch nicht stattfinden. Es wäre aber fatal, alles beim alten zu belassen, nur weil aktuell die politische Weitsicht und der Wille fehlen.

Diese wichtigen Diskussionen werden wahrscheinlich auch erst wieder "erzwungen", wenn neue Randbedingungen (z.B. Elektroautos auf den Strassen) die Politik zwingen, sinnvoll zu aggieren. Es ist traurig, aber leider wahr, Politik gestaltet nicht mehr, sie versucht eher wichtige Prozesse für die Zukunft so lange wie möglich zu verzögern.

RE: Es gab da ein Versprechen | 30.08.2018 | 20:45

Ach Du meine Güte! Entschuldigt bitte, aber diese Typen sehen einfach so scheiße aus. Ist das die neue Herrenrasse?

RE: Des Pudels Kern | 18.07.2018 | 21:28

"Die enttäuschten Hoffnungen bei Obama sind das eine, aber die Art, wie sich manche Kritik artikuliert, ist - meiner Meinung nach- teilweise rassistisch unterlegt."

Mhm, bisher fand ich diese Diskussion und die Argumente hier sehr sachlich. Schade, dass Sie das jetzt mit einer nebulösen Rassismusdebatte konterkarieren. Soweit ich mich erinnere, hat Bush keinen Friedensnobelpreis für seine "Leistungen" bekommen. Solange Obama diesen Preis für sich beansprucht, muss er auch mit besonders harscher Kritik zu Kriegseinsätzen und illegalen, völkerechtswidrigen Tötungen rechnen. Was das mit seiner Hautfarbe zu tun haben soll, müssten Sie schon etwas konkreter beantworten.