RE: Frankensteins Staat | 07.08.2017 | 16:16

Mich würde mal interessieren, wie Sie Populismus genau definieren.

RE: Wir kommen | 20.04.2017 | 17:58

Ich kenne weder das Buch noch das Stück, kann also explizit dazu nichts sagen, möchte hier nur kundtun, dass ich mir ebenfalls meiner eigenen Müdigkeit bewusst werde angesichts der zichten Roman-Adaption fürs Theater. Bei dieser inflationären theatralischen Umsetzung von Stoffen zeitgenössischer und moderner Romane, bei diesem ("Phyrrus"!-)Sieg des "Sekundären über das Primäre"(Grass) entwerten systematisch ( auch, wenn der Autor dem zustimmen sollte!) alle dramaturgischen Zusätze die ursprünglichen Absichten des Autors.

"Jeder Stoff braucht einen eigenmächtigen Autor." (Grass)

Und es gibt schon bei diesem albernen Trend einen klaren Verlierer, undzwar den wahren Hauptdarsteller sowohl im Buch als auch auf der Bühne: Die Sprache selbst.

RE: Willkommen im "größten Land der Welt" | 06.02.2017 | 15:48

Ist ja schön für Sie, dass Sie sich mit so einfachen Definitionen zufriedengeben, die immer besser organisierte rechte Bewegung wird sich auch darüber freuen, dass sie es ihr so leicht machen.

RE: Willkommen im "größten Land der Welt" | 06.02.2017 | 15:41

Es ist schon erstaunlich, ja geradezu abenteuerlich, wie Sie es schaffen, meine Worte im Munde umzudrehen. Ich muss Magda absolut recht geben: Sie schreiben einfach drauflos. Belassen wirs dabei. Es ist zwecklos.

RE: Willkommen im "größten Land der Welt" | 03.02.2017 | 20:32

Inwieweit Ihr Hinweis "in allen Facetten" zum differenzierterem Verständnis des Faschismus beiträgt, erschließt sich mir nicht ganz.

Und inwieweit ist Ihr Fazit ausbeuterischer US-Arbeitsverhältnisse differenziert ( wobei eine differenziertere Betrachtungsweise der Zusammenhänge durchaus lohnenswert wäre, z.B. inwieweit andere und auch wir alle die Nutznießer dieser Verhältnisse als Konsumenten von billigem Fleisch sind)? Führt ihr Fazit nicht eher( da es wieder zwei Begriffe willkürlich gleichsetzt) zu einem inhaltsleeren, redundantem Pleonasmus ? Da Sie einer näheren Faschismusdefinition ausweichen, könnten Sie eigentlich auch sagen:" Ich finde diese tiefe Menschenverachtung zutiefst menschenverachtend."

ich sage es nochmal ( da Sie auf meinen Kommentar nicht mit einem Wort eingehen, woraus ich schließen muss, dass Sie ihn gar nicht gelesen haben): Die inflationäre und willkürliche Verwendung des Faschismusbegriffs führt letzten Endes zu einer Verharmlosung des Faschismus, schlimmer noch: Er führt zu einem Begriffswandel und zu einem Schablonenbaukasten, aus dem sich auch der politische Gegner irgendwann mühelos bedienen kann:

"Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: "ich bin der Faschismus." Nein, er wird sagen: "ich bin der Antifaschismus." Ignazio Silone, itl. Schriftsteller

RE: Willkommen im "größten Land der Welt" | 01.02.2017 | 15:43

Ich verstehe ihre Wut, ich rege mich über all genau das auch so auf wie Sie, schon seit Jahrzehnten. Aber alle Ursachen der Weltübel auf "Faschismus", aus einer (nachvollziehbaren!) emotionalen Haltung heraus, runterzubrechen, verschafft einem persönlich zwar kurzfristig Genugtuung, erklärt aber nichts, und es ändert nichts an den von Ihnen genannten Übeln, und es erspart uns nicht, sich weiter differenziert mit den Ungerechtigkeiten dieser Welt zu befassen, sonst können wir aufs Lesen, Artikelschreiben oder Diskutieren gleich ganz verzichten.

Und vor allem( was viel schlimmer ist): Der Begriff Faschismus als einzige katzengraue Welterklärbrille verharmlost letzten Endes nicht nur den Faschismus, sondern auch die Übel dieser Welt. Der Begriff Faschismus, als Kampfbegriff immer wieder mal gern genommen, ist untauglich als absolutes Erklärmodell , er ist nur sinnvoll als Analysekategorie. Wenn über die Zuschreibungen dieses Begriffs zich Beobachter schon seit etlichen Jahrzehnten zu den verschiedensten Urteilen gelangt sind ( daher die etlichen Faschismustheorien), dann hilft alles nichts: Dann mus der Begriff selbst relativiert werden. Und er kann die genaue Analyse der Ursachen aller Weltübel nicht ersetzen.

Gerade jetzt, in diesen unsicheren Zeiten, kommt es auf genaue Differenzierung an, es kommt darauf an, ganz genau hinzuschauen. je genauer die Diagnose, desto klarer und um so eindeutiger und auch hart ( und nicht hasenfüßig!) kann man anschließend urteilen.

Die undifferenzierte, ungenaue, verschwommene Verwendung von Begriffen ( man denke a z.B. an die willkürliche, unheilvolle "Kommunismus"-Begriffskeule der McCarthy-Ära!) kann man getrost den extremen Rechten überlassen.

RE: Willkommen im "größten Land der Welt" | 31.01.2017 | 02:44

Nochmal ein paar Fragen:Hilft Ihre willkürliche Gleichsetzung von Korporatismus mit EU-Dirigismus bzw -Staatsinterventionismus weiter? Erklärt Ihre Gleichsetzung irgendetwas( außer, dass sie meinen vorherigen Satz über die inflationäre Verwendung des Faschismusbegriffs bestätigt)? Habe ich von "historischen Faschismusbegriffen" gesprochen? Glauben Sie im Ernst, dass ausgerechnet ein Zitat aus dem Munde eines Faschisten ausreicht für eine ( wie Sie behaupten) seit 1989 allgemeingültige Definition des Faschismus?

RE: Willkommen im "größten Land der Welt" | 29.01.2017 | 21:35

Kleine Zusatzanmerkung: Die Attraktivität des Faschismusbegriffs bzw seine inflationäre Verwendung verleitet im übrigen leider immer wieder dazu, auf genauere Gesellschaftsanalysen zu verzichten, was letzten Endes auf eine Verharmlosung des Faschismus hinausläuft. Auch die Vielzahl der Faschismustheorien sind leider kein Beitrag zur Erforschung des Faschismus.

"Faschismus definieren heißt, zuallererst die Geschichte des Faschismus schreiben." (Angelo Tasca)

RE: Willkommen im "größten Land der Welt" | 29.01.2017 | 21:08

Mal ne kleine Gegenfrage: Empfinden Sie ihren Umgang mit dem Wort "Faschismus" etwa als vorsichtig?

RE: Böse Pläne überall | 13.10.2016 | 20:12

Muss doch nochmal was sagen, denn einiges kann ich nicht so unwidersprochen hinnehmen ( auch wenn mir bewusst ist, dass Sie auch darauf nicht eingehen werden):

Sie schreiben: "Einerseits macht sich der Verschwörungstheoretiker wie ein Kommissar daran, Indizien und Beweise zu sammeln, andererseits wird er von denen als Spinner bezeichnet, die nicht wollen, dass die Verschwörung ihr Ziel verfehlt. "

Haben Sie den Widerspruch bemerkt? Jemand sammelt Beweise und Indizien für etwas, was angeblich längst erwiesen ist? Dann können wir uns künftig ja jeden "Tatort" am Sonntag ersparen:

" Sie sind der Täter. Führen Sie ihn ab, die Beweise und Indizien sammle ich später." Und wenn ihn sein Assistent dann als Spinner bezeichnet, tut er das dann, damit der wahre Täter dann seine Tat ausführen kann bzw damit die "Verschwörung" gelingen kann? Wie hirnrissig ist das denn?

Möchte er nicht evtl. seinen "Kommissar" vor einem Riesenfehler bewahren ( und zwar vor dem Fehler, den wahren Täter weiter frei rumlaufen zu lassen)?

M.E. wird dieser verantwortungs-und gedankenlose Reflex, mit dem man eine Vermutung in einen Beweis , ein Vorurteil bzw ein allgemein geteiltes Ressentiment in ein eindeutiges "Indiz" uminterpretiert, erst durch die Ambivalenz des Begriffs "Verschwörung" hervorgerufen, denn dieser Begriff hat selbst eine Uminterpretierung seiner früheren Bedeutung hinter sich und wurde dadurch überhaupt erst ambivalent.

Sie glauben darüber hinaus, sich nur deshalb es nicht nötig zu haben, sich mit Aussagen auseinandersetzen zu müssen, weil Ihnen die Quelle nicht behagt, auch eine sehr billige und vor allem äußerst arrogante Methode, die Sie im übrigen schon vor zich Jahren mir gegenüber angewandt haben. Fällt Ihnen keine neue Methode ein, meine Aussagen zu ignorieren?

Sie schreiben außerdem: "Gefährlich ist etwas, das Schaden anrichtet, destruktiv ist oder Leben bedroht. Das tut eine Theorie alles nicht, soviel steht fest." Und kurz danach geben Sie zu: "Klar kann das Nichtdenken gefährlich sein."

Was ist dann in ihren Augen "Nichtdenken"? Theorie oder Praxis?

Es geht mir hier nicht darum, zu beweisen, dass es Verschwörungen nicht gibt ( oft gibt es sie aber immer ganz woanders als da, wo wir sie vermuten), es geht mir hier darum, deutlich zu machen, wie allein der Begriff" Verschwörung" sich schon auf die Glaubwürdigkeit einer Verschwörungstheorie auswirken kann ( und wie allein seine Ambivalenz bewirkt, dass wir sie womöglich immer da vermuten, wo gar keine ist, ein potentieller Irrtum, über den sich Geheimdienstmitarbeiter womöglich bestimmt köstlich amüsieren !)

Haben Sieim Übrigen auch schon mal über die Möglichkeit nachgedacht, dass Verschwörungstheorien selbst ein Herrschaftsinstrument sein können? Laut eines amerikanischen Journalisten sollen einige der gefährlichsten Verschwörungstheorien von der amerikanischen Regierung selbst verbreitet worden sein.

Indem ich den Begriff "Verschwörung" im Speziellen und Verschwörungstheorien im Allgemeinen kritisch hinterfrage, stelle ich im Übrigen nicht die Zusammenhänge von Macht, Herrschaft, Kapital und deren Machenschaften und Manipulationsmöglichkeiten infrage, im Gegenteil, ich möchte Sie und gleichzeitig mich selbst insgesamt zum bessseren kritischen Nachdenken anregen. ( jedenfalls war das meine ursprüngliche Absicht, aber das geht nur im Dialog, nicht in einem Monolog Ihrerseits, zu dem ich allenfalls als Stichwortgeber beitragen darf).

Ich gehe davon aus, dass Sie mal wieder mit keinem Wort auf meine Ausführungen eingehen werden, aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.

Nochmal Nietzsche: "Die Deutschen sind bequem und nehmen daher gerne ein Muster, es erspart das Denken."