Hauptsache billig

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Hauptsache billig

Auf den Verpackungseinheiten der Lebensmittelindustrie bewerben diverse Etiketten mit der Achtung von Mensch, Tieren sowie der Natur. Die beklagenswerten Modalitäten in den Arbeitsverträgen als auch Abläufen in der Produktion ändert die Industrie in den häufigsten Fällen nichts.

Bei den Mittel zum Leben erhöhen sinnige und verständliche Kundeninformationen das Ausmass an Vertrauen und Kundenbindung. Dies ist unter Fachleute der Werbeindustrie evidenzbasiert. Für Lebensmittelgeschäfte, global operierende Konzerne der Nahrungsindustrie sind das mit entscheidende Einflussgrössen. Die Bereitschaft Produktionsmittel zu erwerben, wird nicht ausschliesslich von subjektiven Positionierungen beeinflusst. Zusätzlich eminent ist der Produktionsablauf. Dafür interessieren sich immer mehr Menschen auf allen Kontinenten der Welt. Daraus speist sich weltweit eine steigende Macht zum Guten. Sie hinterfragen kritisch den Umgang mit der Umwelt, Tiere als auch wie es um das Personal in den Betrieben bestimmt ist. Global gerechter Handel ist das Ziel. Die Ökonomie ist eine internationale Verkettung. Mittels des Bewusstsein schützen die konsumierenden Menschen an der Basis in den Gesellschaften auf dem Globus nach Dritten sich selbst mit. Eine einhergehende Kommunikation bewirkt Standards über gesetzliche Regelungen hinaus, wie es beispielsweise bei Demeter e.V. einem Verband den ökologischen Anbau auf anthroposophischer Grundlage der Fall ist. Lebensmittelproduzenten der Handel setzen auch auf weitere Siegel wie Stiftung Warentest, Ökotest, FairTrade. Dies vermittelt uns als Zielgruppen die Unbedenklichkeit, Nachhaltigkeit, gar die Bedeutung der Produktionsgüter für im Handel beziehbare Politik der Entwicklungshilfe. Auf der gesamten Welt prangen hunderte Etiketten in den Lebensmittelgeschäften rund um den Erdball.

Die Pioniere dafür stammen aus den Solidaritätsbewegungen. Seit den 1960er Jahren schliessen soziale und ökologische Organisationseinheiten in Europa, sowie in Übersee deutlich vermehrt unmittelbare Verträge mit Kleinbäuerinnen und Kleinbauern ab, mit der Zielsetzung einen möglichst hohen Anteil an der eigenen Wertschöpfung zu garantieren. Insbesondere das global bestehende und erkannte zertifizierte FairTrade Zertifikat. Es trägt mit vertraglich gesicherten Abnahmemengen zu der Stabilisierung der Agrarwirtinnen und Agrarwirten in ihren Einkommensverhältnissen bei. Kurzum die Würde und Lebensqualität der Menschen.

Die kommunizierte Werbung und die Wirklichkeit korrelieren bei diesen Siegeln nicht. Handelsunternehmungen in der Bundesrepublik Deutschland wie Lidl bewerben mit dem Siegel der Umweltorganisation, Rainforest Alliance. Die Schwarz Gruppe mit Lidl möchte deren Kundinnen und Kunden suggerieren, ihre frischen Waren wie Bananen würden nachhaltig und sozial produziert. Diametral waren die Ergebnisse bei Befragungen in Costa Rica und Ecuador in Bezug auf die Arbeitsbedingungen auch auf den Rainforest Alliance betriebenen Plantagen. Obendrein als kritisch zu bewerten ist die Politik bei der Vergabe von Palmöl Label. Den betreibenden Zertifizierungsunternehmungen wird vorgeworfen, jene Lieferanten aufzunehmen welche in die Vertreibung örtlicher Bevölkerungsgruppen, Trockenlegung von Torfgebieten, sowie der rechtswidrige Abholzungen verwickelt sind. Als Greenwashing bezeichnet man diese kriminelle Modalität des Etikettenschwindels und somit die Täuschung von Verbraucherinnen und Verbrauchern weltweit.

Eine Grundproblematik besteht darin, dass Konzerne die Produktion der Mittel zum Leben auf Ausbeutung zu Lasten der ärmsten Menschen auf dem Globus betreiben. Die Internationale Arbeitsorganisation, eine Sonderorganisation der Weltgemeinschaft Vereinte Nationen, konstatierte in den 1980er und 1990er Jahren, dass jene wertschöpfenden und werktätigen Menschen im Segment der Agrarwirtschaft stetig unter Armut leiden. Nach wie vor wird der Kampf um die Macht der Marktanteile sehr häufig zum Nachteil von Landarbeiterinnen und Landarbeitern ausgetragen. Es handelt sich um jene welche vor dem Hintergrund ihrer Armut am wenigsten geschützt sind. Deren Anteil am Erlös durch Verkäufe ist in den vergangenden Jahrzehnten erheblich zurückgegangen. Im Jahr 1980 erhielt eine Bäuerin beispielsweise 16 Prozent des Verkaufspreises einer Tafel Schokolade. Gegenwärtig sind es weniger als sechs Prozent.

Ein Regelfall ist die Missachtung die Rechte der Arbeitnehmerschaft vor Ort. Die Normen der Internationale Arbeitsorganisation sollten die demokratischen Rechte sich zu organisieren wie der gewerkschaftlichen Orientierung. Weiterhin verbietet die Normierung der Wertschöpfung basierend auf Ausbeutung der werktätigen wertschöpfenden durch Gewalt wie Zwang, den Einsatz von minderjährigen Personen, das Entwürdigen von Menschen aufgrund ihrer natürlichen Eigenschafen. Grausam unterdrückt werden Bestrebungen der Arbeitnehmerschaft danach ihre Interessen wahrzunehmen. Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter werden von ökonomischen bis zu finalen Repressalien ausgesetzt. Erzielte Konsequenzen sind das Entwürdigen von Menschen, indem Mindesteinkommen unterschritten werden, unbezahlte Zeit der werktätigen Wertschöpfung in Form von Überstunden erpresst werden, die Gesundheit der bereits ausgebeuteten Landarbeiterinnen und Landarbeitern preis gegeben wird. Perfide sind die Verletzungen in der Primärproduktion. Die vor Ort praktizierte Akkordarbeit mündet im Exitus der ungeschützten und Armen unserer Welt.

Ebenfalls prekär sind die Bedingungen von Arbeitnehmerschaft in der Produktion von Genussmitteln. Das Unternehmen aus den Vereinigten Staaten von Amerika, PepsiCo Inc. entliess Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter in Indien, nachdem diese sich gewerkschaftlich orientiert haben. Ebenfalls das aus den Vereinigten Staaten in Amerika ansässige Unternehmen Coca-Cola Company entliess in Guatemala im Jahr 2016 die gesamte Belegschaft um Geld zu sparen und verlagerte seinen Vertrieb. Diese Entwicklungen stehen konträr zu menschenwürdigen Bedingungen einer Erwerbsarbeit.

Erhebliche Budgets in den Unternehmungen ermöglichen die nötige Finanzausstattung, mitunter für Kommunikationsfachpersonal und Label - Kampagnen. In der Öffentlichkeit sind Konzerne durch ihr Bewerben von Markenartikel global präsent und in den Geschäften durch ihre Labels. Allein über die Bedingungen wie das Produktionsgut hergestellt worden ist, steht nichts auf den Verpackungseinheiten.

Ein Zitat von Jimmy Bulanik lautet:

"Eine entwickelte gerechte, humanistische und demokratische Zivilgesellschaft bedarf zu jedem Zeitpunkt an jedem Ort der Wachsamkeit. Diese Eigenschaft obliegt uns allen."

Jimmy Bulanik

00:47 23.01.2017
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Jimmy Bulanik

Jimmy Bulanik ist ein international langjährig erfahrener Experte für Rechtsextremismus
Jimmy Bulanik

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