Sieben Sentenzen zum Thema scheinbare "Armut"

Soziales Dieser sozialkritische Artikel befasst sich mit der Thematik der augenscheinlichen Armut in einer Gesellschaft.
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Dieses Jahr schon an die Minderheit von 40% der Weltbevölkerung gedacht, die unter Armut zu leiden hat ? Nun da die besinnliche Jahreszeit in einigen Monaten bevorsteht, wollen wir im ersehnten Sommer derer gedenken, die es in einer Vergleichbarkeit zu uns nicht so gut haben; dann kann wieder im Einkaufscenter eingekauft werden, die Urlaubspläne umgesetzt. Nehmen wir uns gemeinsam die Zeit zur Selbstreflexion. Hier beschreibe ich sieben markante Sentenzen zum Thema augenscheinlicher "Armut".

1. Die augenscheinliche "Armut" macht abhängig.
Primär trägt diese zur Abhängigkeit von Personen bei, die nicht augenscheinlich "arm" sind und tendenziell keine Empathie für Menschen empfinden, welcher unter den Zuständen wie Entwürdigungen erleiden müssen. Gleichwohl die präzisen Erkenntnisse bestehen würden, in welchen Modalitäten diesen betroffenen Menschen wirkungsmächtig geholfen wird. Es bestehen Mutmassungen, dass eine höhere Steuerquote für Besserverdienende eine praktikable Abhilfe erzielen würde, doch bedauerlicherweise wird solch ein Gedanke selten bis zum Ende durchdacht.

2. Die augenscheinliche "Armut" ist vererbbar.
Menschen, welche über wenig physisches Eigentum verfügen, bekommen Nachwuchs, welche ebenfalls kaum etwas ihr Eigen nennen dürfen. In der ersten Instanz klingt das nicht tragisch, vor dem Hintergrund das jeden Heranwachsenden frei, nach dem Absolvieren staatlicher Bildungsschmieden, deren erfolgreiche Schulabschlüsse gerade ihren "Wert" verlieren, sich an Bildungseinrichtungen des privatwirtschaftlichem Sektor weiterzubilden. Ermöglicht wird dies jenen, welche über monetäre Liquidität verfügen, welche nicht vorhanden ist, sowie der externen Kapitalmasse dessen Zugang erschwert ist.

3. Augenscheinliche "Armut" vereinsamt
Mit Menschen deren finanzielle Situation eine andauernde Bürde darstellt, zeigen sich viele ungern. Dies selbst in Fällen in denen Personen selber wenig Bargeld haben. Ein unbekannter Mensch welcher in einer Fussgängerzone alleine ist, stellt keine Persönlichkeit dar, mit dieser man für Dritte Selbstinzenierung betreiben kann welche einem nicht am Herzen liegen. Nebenher: Der Begriff "arm" ist verwandt mit dem griechischen Wort "Eremit".

4. Die Hörigkeit von bezeichneten "Autoritäten", welche akademisch über eine Thematik wie der augenscheinlichen "Armut" referieren, anstatt Betroffen mittels zuzuhören zu würdigen.
Eine zugegebenermassen bewusst kalkulierte Pointe. Behauptungen, dass augenscheinliche "Armut" sicherlich selbstverursacht, gar kein schwerwiegendes Problem mehr darstelle, finden sich oft Anhängern des Manchesterkapitalismus orientierten Gewinnmaximierung. Kaum etwas soll das persönliche Gewissen kalmieren, als ein bestehender Zustand welcher verniedlicht wird, die Anwendung des Sekundarrassismus welches Betroffene die Schuld zuschreiben will.

5. Augenscheinliche "Armut" ist fast ausschliesslich ein permanenter Ist-Zustand.
Ähnlich einem Labyrinth, kommt man leicht hinein, jedoch nur schwer selber heraus. Zudem weiß man zu keinem Zeitpunkt, ob der Pfad, welcher beschritten wird, aus dem Labyrinth oder in eine Sackgasse mündet. Dies bündelt Zeit und Kraft. Mit externer Hilfe, wäre dies kein Problem, allerdings diese Unterstützung zu bekommen ist schwerer als es erscheint.

6. Augenscheinliche "Armut" spaltet eine Gesellschaft.
Das geht einfacher und schneller als es einem selber vorkommen mag, ist augenscheinliche "Armut" ein Zustand, der mit Vorliebe von denjenigen ignoriert wird, die allein die Mittel und Möglichkeiten inne haben, die Lebensqualität zu erheben.

7. Armut ist häufig die Folge von Entwürdigungen - und führt zu weiteren Verletzungen
Es gibt vielfältige Eigenschaften, die einem Arbeitgeber nicht gefallen können, für die man in den meisten Fälle nichts dazu kann. Leider selbst mitten im einundzwanzigsten Jahrhundert mögen viele entscheidungsbefugde Menschen in juristische Personen des privaten Rechts kein Personal mit einer familiären Migrationshistorie, eine dazu erklärte andersartige Eigenschaft. Einen Erwerbsarbeitsplatz für Menschen mit einer Behinderung gerecht zu gestalten, kann für einen Betrieb ein gewisses Mass an Aufwand darstellen. Manchmal reicht es mit einem nicht gewünschten Geschlecht geboren worden zu sein, sich souverän für eines entschieden zu haben, um keine adequate Anstellung zu bekommen. Bleibt die Suche nach Erwerbsarbeit länger ohne den gewünschten Erfolg, sind sich viele Personen gerne dahingehend einig, das ein bestimmtes Geschlecht einfach für die Stellenausschreibung "ungeeignet ist" oder Menschen mit optischen Merkmalen "zu bequem sein". Solche Mutmassungen vorzuhalten ist jedenfalls ökonomischer, in einer Vergleichbarkeit berufliche Arbeitsstellen human zu gestalten.

Nun können wir umschalten in den Modus der Freude am Konsum bei schönen Sonnenstrahlen. Die Freiheit, sich ohne Not ratenfinanziert Produktionsgüter zu erwerben, ist ein anerzogener Verhaltensmodus in allen Industrienationen. Darüber vergessen die Leute leider zu häufig die Freiheit eines jeden zu sagen: "Das brauche ich nicht".

Jimmy Bulanik

03:03 30.06.2016
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Jimmy Bulanik

Jimmy Bulanik ist ein international langjährig erfahrener Experte für Rechtsextremismus
Jimmy Bulanik

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