Jörn Kabisch

Food-Journalist, Blattmacher, Stellvertretender Chefredakteur des Freitag von 2008 - 2012
Jörn Kabisch
RE: Vergiss Caprese! | 30.06.2013 | 16:00

Ich stelle richtig: "Rachenputzer" sollte den Grappa nicht verunglimpfen. Ich mag ihn aber wenn er leicht kratzig abgeht. Es gibt auch sehr weiche Varianten, die an Cognak heranreichen. Da ist mir das französische Original lieber.

RE: Vergiss Caprese! | 30.06.2013 | 12:43

Vielen Dank, da haben Sie mir aber noch einen Stern vom Himmel geholt. Wie erkläre ich das nur der italienischen wikipedia mit dem Grappa?

RE: Vergiss Caprese! | 30.06.2013 | 11:47

lieber ed2murrow,

Der oder Die? Nicht einmal der Duden kann sich entscheiden. Sogar beim Grappa überlässt er uns die Wahl. Nur, den kann ich nicht mit einem "Die" ansprechen, weil er ein Schnaps ist, oft sogar ein ziemlich rachenputzender. Was soll man tun? Man könnte den Artikel weglassen. Dann hätte der vorige Satz heißen müssen: "Sogar bei Grappa überlässt er uns die Entscheidung. Weil es sich um Schnaps handelt, kann ich nicht zum italienischen >die< wechseln." Oder so ähnlich. Das wäre nicht viel anders als die Ansprache eines Neutrums.

Aber gibt es ein Neutrum in der Küche. Nur DAS Messer? Bleiben wir doch sinnlich! In Deutschland gilt die Liebe dem Grappa und dem Mozzarella und dem Mond (la luna) und der Sonne (il sole) und dem Bier (la birra). Man sollte mal einen Sprachwissenschaftler fragen, warum die Germanen maskulin halten, was südlich der Alpen weiblich angeredet? Oder umgekehrt? Ein Fall von Androgynität, Metrosexualität, Transgender?

Ich glaube fast, ein Fall für eine eigene Kolume.

RE: Was soll die Karotte darin? | 26.05.2013 | 18:04

Vielen Dank. Ich dachte nämlich schon, ich wäre ganz allein.

RE: Was ist eine Frittata? | 28.04.2013 | 09:10

Genau weinsztein. Und probieren Sie, zerbröckelten Feta unter die Masse zu mischen. Wunderbar.

RE: Köstlicher Hundesohn! | 17.04.2013 | 23:33

Feine Sache. Und zum Nachtisch gibt es "kalten Hund", die Butterkekse jedoch nicht in Schokolade verpresst, sondern in mit Zitrone gesäuertem Helva. Wunderbare Vorstellung. Aber dabei frage ich mich: Kann Helva überhaupt schelzen?

RE: Wie fängt man mit dem Kochen an? | 16.04.2013 | 11:33

Ich habe das nachgesehen, als ich den Artikel schrieb: "Gehl" oder "gel" – wie man das schreibt, darüber lässt sich streiten. Es ist ein alter Begriff aus dem Mittelhochdeutschen, der außer in dem alten Kinderlied nicht mehr gebräuchlich ist. Deswegen gibt es auch keine echte Rechtschreibungsregeln. Es soll sich halt auf "Mehl" reimen. Worüber man nicht diskutieren kann, aber ist die Bedeutung: Es heißt gelb.

RE: Soll man bestellen, was man nicht kennt? | 31.03.2013 | 11:10

Gute Frage, liebe Dame, auf die ich leider keine abschließende Antwort habe. Die Marinade für meine Escabeche enthält durch den Fischfond etwas Fett. Aber ich vermeide es eigentlich, Öl in Marinaden zu geben. Ich bilde mir ein, das verhindert, dass die Aromen in Fleisch/Fisch gelangen. Nudeln, die in Salzwasser ohne Öl gekocht wurden, nehmen auch besser den Sugo auf. Das ist meine Analogie.

RE: Wann hilft ein Kaiserschmarrn? | 17.03.2013 | 18:28

Mein Wohlbefinden ist intakt. Ich glaube, ich werde einen Krautschmarrn machen, um es weiter zu pflegen. Dafür lasse ich den Zucker beim Kaiserschmarrn-Rezept weg, das Salz wird mengenmäßig von einer Prise auf einen guten halben Teelöffel erhöht, und ich werde noch ein wenig Muskat in den Teig reiben. Zum Sauerkraut gebe ich noch einen kleingeschnittenen Apfel mit in den Topf.

Das Sauerkraut kommt in eine geölte Springform, dann löffele ich vorsichtig den Schmarrnteig darüber. Dann geht es bei 200 Grad in den vorgeheizten Backofen. Wenn das Souffle aufgegangen und die Oberseite schön braun geworden ist, kann man den Auflauf aus dem Ofen nehmen und mit zwei Löffeln zerpflücken.

Kürbiskernöl und angeröstete Walnussstückchen sind hervorragende Ideen, um den Krautschmarrn zu verfeinern.