Jörn Kabisch
09.03.2010 | 18:56 3

Kulinarische Links

Ein Blog-Beitrag von Freitag-Community-Mitglied Jörn Kabisch

Das Internet hält doch immer wieder schöne Ideen bereit, wie man mit Essen spielen kann. Zwei Sites möchte ich heute vorstellen, die beide mit Geo-Tagging arbeiten, das heißt also kleinen Fähnchen auf einer Google-Landkarte. Außerdem sind beide Seiten user-generated. Das war es dann aber schon so ziemlich an Gemeinsamkeiten.

http://a1.phobos.apple.com/us/r1000/023/Purple/fd/3a/6c/mzl.arnycizd.480x480-75.jpgBei foodspotting.com entsteht derzeit eine globale Speisekarte in Bildern. Die User fotografieren (meist mit dem iPhone, dafür gibt es auch ein eigenes App), was sie in einem Restaurant auf dem Teller haben und stellen das auf der Website ein. Nicht nur, dass sich da sehr exakt sehen lässt, was einen in einem bestimmten Restaurant erwarten könnte: Die Kultur der bebilderten Speisekarten ist bisher nur eine Asiens. Es entstehen auch ganz interessante Städteprofile. In Berlin etwa sind noch sehr wenige Foodspotter unterwegs, aber die lichten vor allem eins ab: die Currywurst. Oder sie tummeln sich in asiatischen Fusionlokalen. Ersteres ist nicht überraschend, zweiteres ein bisschen.

Aber genug der Sinngebung. Foodspotting ist vor allem sinnlos und ein lustiges Community-Tool für Foodies nach dem Twitter-Prinzip.

http://www.mundraub.org/wp-content/themes/mundraub/images/mundraub_logo.gifWesentlich mehr Sinn macht mundraub.org. Die Idee dahinter finde ich wirklich charmant. Auf einer Deutschlandkarte lassen sich die Standorte von wildwachsendem und frei verfügbaren Obst und Gemüse, von Beeren und Pilzen finden und eintragen. Bisher ist die Ideen, via Netz über Streuobst und anderes herrenlose Gemüse zu informieren, nur im angelsächsischen Bereich aufgegriffen worden. Berlin und das nördliche Mecklenburg-Vorpommern sind derzeit noch die Zentren der vogelfreien Frugarien. Aber das liegt nur daran, dass die Website noch so jung ist. Wie verlockend, nach den Angaben auf mundraub.org auf die Suche nach wilden Äpfeln in der Prignitz zu gehen. Die Tarte, die die ergeben, schmeckt mir jetzt schon. Bald ist Bärlauch-Zeit, ich werde die guten Stellen um Berlin herum gleich mal eintragen. Nur, ob ich meinen absoluten Geheimtipp preisgebe, da bin ich mir noch nicht so sicher.

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.

Kommentare (3)

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sachichma 11.03.2010 | 22:20

Tolle Idee dieser Beitrag, vor allem der Hinweis auf Mundraub. Und weil wir gerade dabei sind, hinter jedem Bärlauch steht ein Gesetzeshüter: (Auszug aus Wiki)
Bärlauch steht zwar nicht unter Naturschutz, doch ist das Sammeln innerhalb von Naturschutzgebieten und Naturdenkmälern grundsätzlich nicht gestattet. Nach Paragraph § 41 des Bundesnaturschutzgesetzes genießt der Bärlauch auch außerhalb von Schutzgebieten einen Mindestschutz, der es untersagt, "ohne vernünftigen Grund wildlebende Pflanzen von ihrem Standort zu entnehmen oder zu nutzen oder ihre Bestände von niederzuschlagen oder auf sonstige Weise zu verwüsten" sowie deren "Lebensstätten zu beeinträchtigen oder zu zerstören." Die Pflanzen dürfen nur für den Eigenbedarf gesammelt werden...