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POMPÖSER FORMULIERUNGSEIFER In seiner Prosasammlung "Steine hüten" erliegt Stephan Krawczyk dem Sprachklischee
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Als die DDR den oppositionellen Liedermacher Stephan Krawczyk Ende 1988 in die Bundesrepublik abschob, wurde ihm längst nicht überall ein freundlicher Empfang bereitet. Ausgerechnet am Nikolaustag packte der junge Wiglaf Droste in der taz die Rute aus. Unter der Überschrift Nimm ihn zurück, Erich ließ Droste seinem Überdruss an "authentisch östlichen Schmerzensmännern mit der Neigung zum Dissidieren" freien Lauf. Auch bundesrepublikanische Linke ohne jede Sympathie für das DDR-Regime empfanden in den zynischen Spätachtzigern eine Opposition, die sich vorzüglich in Kirchen traf, um dort "Bluesmessen" abzuhalten, als eher peinlich. Zu frisch noch war die Erinnerung an die eigenen Exzesse kollektiver Emotionalität zu den Hochzeiten d