Als Gott in Jena Asyl fand

Atheismusstreit 1799 "Nach Jena zur Freiheit" schreibt Peter Vollbrecht in der Zeitschrift für Philosophie "Hohe Luft" Ausgabe 1/2017 auf einer Reise in die Zeit des Atheismusstreit
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Findet Gott heute verfolgt von fanatischen Theisten in aller Welt, Asyl bei Atheisten, Ungläubigen in Deutschland, Europa. wie damals in Jena 1789-1799?

Theisten, Atheisten, Blinde bekennen zu allen Zeiten, damals wie heute, im Atheismusstreit Farbe ohne jede Vorstellungskraft dessen, was Farbe stofflich bedeutet.

Dieser These wachsen dann Hand und Fuss, wenn wir eine Vorstellung davon gewinnen, welche Farbe wir aus menschheitsgeschichtlich tiefem Grund mit Vorstellungen von Gott verbinden, nämlich mit empfundener Farbe die Toleranz in einem Gemeinwesen, Staat, der Völkergemeinschaft heißt, die sowohl für Theisten als auch Atheisten gleichmermaßen Existenzsicherung bedeutet

Jeder Farbe liegt stofflich eine empfundene Struktur, ein Design, ein Ordnungsprinzip im Farbspektrum zugrunde, so auch der Farbe Toleranz, sie ist nicht im abschließenden Sinne gemeinschafts- , staatsbildend, sondern steht für Gemeinschafts- , Staatswerdung.

Wenn Theisten gegenüber Atheisten als Gottesbeweis die Bedeutung Gottes als gemeinschafts- , staatsbildend hervorheben und dabei bibelkundig auf das Volk Israel im Alten Testament als Leuchtturm verweisen möchten, laufen sie in ein sich permanent reproduzierendes Labyrinth theologisch aufrecht erhaltener Irrtümer, aus dem es scheinbar kein Entrinnen gibt.

Außer Theisten wie Atheisten, Gläubige wie Ungläubige machen sich bei ihrem Streit klar, Gott steht für die Farbe namens Toleranz, die wiederum steht für Achtsamkeit, Annahme, Offenheit, d. h. Gott steht nicht für den Abschluß von Gemeinschafts- , Staatsblidung, sondern steht für Gemeinschafts- , Staatswerdung ohne absehbares Ende der Werdung, solange auch nur ein Mensch, Tier, eine Pflanze, alles , was da kreucht und fleucht auf Erden, metaphorisch gesprochen, kein Dach über dem Kopf hat.

Diese Unterscheidung von Bildung und nie abzuschließender Werdung einer Gemeinwesens, eines Staates ist insbesondere in Zeiten des Alten, Neuen Testaments wie in unserer Heutzeit, wo gegenwärtig an die 70 Millionen Menschen inner- und außerhalb ihrer Heimatländer vor Verfolgung, Krieg, Hunger, Armut, Elend, Not auf der Flucht sind, von existenzsicherndem Belang.

Wenn Jürgen Krätzer in DER ZEIT Nr. 35/2016 unter dem Aufmacher "
Atheismus ist immer noch erlaubt!"

folgendes schreibt, lässt mich das im Sinne der Farbenlehre aufhorchen:

"Ohne Religion geht gar nichts. Ohne Religion würde auch die Demokratie letztlich nicht funktionieren – das ist die erstaunliche Behauptung, die jetzt, den neuen Religionskonflikten zum Trotz, ständig wiederholt wird. Gefragt wird allenfalls und allerorten: Was darf Religion? Die übliche Antwort ist im Grunde keine: Religion sei unabdingbar, sei ein Wert an sich. Ohne Gott kein moralisches Handeln.Und die Atheisten? Immerhin kritisierte der Ratsvorsitzende der evangelischen Kirche kürzlich in der ZEIT die Ausgrenzung von Atheisten, um dann freilich in das altbekannte Horn zu stoßen, dass humanitäre Verpflichtung am stärksten durch den Glauben zu begründen sei. Er tat das sehr differenziert, beeindruckend selbstkritisch auf Historie wie Gegenwart der Kirche blickend – letztlich aber eben doch."

Da blitzt das Verhängnis im Streit zwischen Theisten und Atheisten wie einst beim historisch legendären Atheismusstreit in Jena 1789-1799 auf, als wenn zwei Blinde ohne Vorstellungskraft von Farbe von der Farbe reden

Der Atheismusstreit gilt als religionsphilosophische Auseinandersetzung im Herzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach und gipfelte in den Jahren 1798 - 1799, der von dem Philosophen Friedrich Karl Forberg (1770- 1848) und dem damals an der Universität Jena lehrenden Philosophieprofessor Johann Gottlieb Fichte (1762- 1814) ausgelöst wurde.

Immanuel Kant (1724-1804) lieferte 1789 mit seinem Werk "Zum Ewigen Frieden" Grundlagen für diesen Diskurs, Friedrich Schiller (1759- 1805), im Mai 1789 auf einem für ihn selbst eingerichteten Jenaer Lehrstuhl für Universalgeschichte, Ehrenbürger der Französischen Revolution (1789), wie Fichte durch Geheimrat Johann-Wolfgang von Goethe (1749- 1832) an die Universität Jena empfohlen, flankierte in seinen Lesungen ( ästhetische Erziehung des Menschen, "Kritik der Urteilskraft" bei Immanuel Kant) von einer höheren Warte der Ästhetik aus, den Atheismusstreit, ohne selber erkennbar Partei zu ergreifen.

Friedrich Hegel (1770-1831) damals ebenfalls mit einer Professur in Jena betraut, steuerte seinen Weltgeist von der Dialektik. These, Antithese dazu bei, dessen Freund Friedrich Schlegel (1772-1829) und Friedrich Wilhelm Joseph Schelling (1775-1854) mischten im Streit engagiert mit.

Schlussendlich führte der Atheismusstreit 1799 zu Fichtes erzwungener Entpflichtung aus seiner Professur durch den Herzog von Weimar, Carl August, wegen der Verbreitung atheistischer Ideen und Gottlosigkeit (Asebie), dass Goethe von Weimar aus als Fichtes Förderer, aufatmend, ausgerufen haben soll, "Endlich Ruhe!".

Der Streit drehte sich um das Verhältnis Gottes zur Welt bzw. die Möglichkeit einer moralischen Weltordnung ohne die Notwendigkeit der Existenz Gottes. Letztere Möglichkeit hatte dabei Forberg in einem Artikel in dem von Fichte und Friedrich Immanuel Niethammer (1866- 1848) herausgegebenen Philosophischen Journal vom Dezember 1798 postuliert. (Quelle wikepedia)
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Was bei dem Atheismusstreit bis heute von allen beteiligten Seiten im Eifer des Gefechts verleugnet wird,, Gott ist bei jenen, die die Farbe der Toleranz unter den Menschen, Völkern. allem was da kreucht und fleucht auf Erden, hochhalten.

Wenn Theisten im fanatisch eingemauerten Glauben an ihr Gottes Reich "Ein Gott, Ein Volk, Ein Reich" Gottes Farbe der Toleranz aus ihrem Reich verbannen, ist Gott mit vielen Menschen, allem, was da kreucht und fleucht auf Erden, verfolgt, vertrieben von Theisten, heimatlos geworden, auf der Flucht zu den Atheisten, Ungläubigen, Asyl.zu finden.

Ist Gottes Vermächtnis, gleichmaßen für Theisten als auch Atheisten die Struktur, das Design, Ordnungsprinzip der Farbe Toleranz?

Mit Friedirich Schíller gesprochen, bedeutet die Antwort auf diese Frage "Ästhetische Erziehung des Menschen zum Ewigen Frieden"

JP

http://www.zeit.de/2016/35/glaube-atheismus-abwertung-religion-streir
Atheismus ist immer noch erlaubt!
Warum wird jetzt ständig die Religion verteidigt?
Ein Einspruch
Ein Gastbeitrag von Jürgen Krätzer

01:30 03.01.2017
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Joachim Petrick

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Joachim Petrick

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