Angst vor Frieden, ein Tabuthema?

Senfgas im Irak Hat die US- Army eklatant gegen Bestimmungen der UNO- Chemiewaffenkonvention im Irak verstoßen? US-Truppen im Irak fanden Tausende von alten Chemiewaffen und schwiegen
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Die Freie Welt verleugnet in unheilvoller Weise mörderisch leise, entgegen den Bestimmungen der UNO- Chemiewaffenkonvention, Saddam Husseins Senfgas aus Altbeständen des Iran- Irakkrieges 1982- 1988, produziert in italienischen, deutschen, amerikanischen Labors.

Was soll da das medial hochgefahrene Gephrase und Getue über die kompliziert zeitaufwendige Vernichtung von Chemeiwaffen-Altbständen in Syrien in Kooperastion mit Russland, Deutschland, Italien auf hoher See in US- Spezialschiffen, wenn sich um die Chemiewaffen- Altbestände im Irak seit 2003 bis heute nicht gekümmert wird?

Wird da nicht mit zweierlei Maß in derselben Gefahrenlage der Lagerung von Chemiewaffen in Krisen- und Kriegsgebieten gemessen?, wenn US- Präsident Barack Obama einerseits, nicht zuletzt auf Druck Russlands, bereits in Vorbereitung befindliche Interventionen gegen das Assad- Regime in Syrien abbricht, um nach zähen Verhandlungen mit dem Assad- Regime, Altlasten an Chemiewaffen in Syrien von einer, international besetzten, Kommission sichten zu lassen, zu bergen und in Kooperation mit anderen Staaten, darunter Russland, Deutschland, Italien, zu vernichten?

Und nun andererseits, wie sich mit dem Dossier der New York Times herausstellt, im Fall der Lagerung von Chemiewaffen- Altlasten in Gebieten des Iraks, die nun der Kontrolle des Islamischen Staates (IS) militärisch unterworfen sind, genau das Gegenteil zu tun, nämlich in die brisanten Gefahrenlagen der dortigen Landschaft für Menschen-, Tier- und Pflanzenwelt in Serie, unkontrollert, aus der Luft mit Kampfbombern drauf los zu bombardieren?

US-Truppen im Irak fanden Tausende von alten Chemiewaffen, wurden, Sodat für Soldat, dazu vergattert, diese Bestände geheim zu halten.

Ein Jahr nach Beginn der Irak-Invasion durch die Koalition der Willigen, ohne UNO- Mandat, unter Führung USA sind US-Truppen ab 2004 immer wieder unvorbereitet auf irakische Chemiewaffenbestände gestoßen,.

Jedes Mal wurden sie dazu verpflichtet, entgegen allen internationalen Konventionen im Umgang mit Massenvernichtungswaffen, ihre Kenntnisse geheimzuhalten.

Eine erhebliche Zahl US-Soldaten trug diurch Kontakt mit Chemiewaffen aus Altbeständen im irak Verletzungen davon. Auch über diese Kenntnis und unmittelbare Erfahrung hatten sie zu ihren gesundheiltichen Lasten strikte Verschwiegenheit zu bewahren, mit der Folge, dass ihre Verletzungen mit Hinweis auf diesen militärisch- politischen "Verschwiegensheitswahn" in unverantworlticher Weise nicht wirksam behandelt wurden.

Das ganze Drama der Unverantwortlichkeit der US- Army als Besatzungsmacht des Iraks von 2003- 2012, die vor den Internationaklen Strafgerichtshof in Den Haag/Niederlande gehört, wird erst jetzt in erschreckendem Ausmaß deutlich, seitdem beträchtliche Altlasten an Chemischen Kampfstoffen, Chemischen Waffen ausgerechnet in Regionen unbeaufsichtigt, unkontrolliert gelagert sind, in denen heute die Kämpfverbände des Inslamischen Staates (IS) ihre Gewaltherrschaft eingerichtet, ihre Melizen die Macht übernommen haben.

Das das alles an Organisationsverschulden, Versagen, Unterlassungen, der US- Administrration im Irak bekannt wurde, liegt allein daran, dass vor Tagen von der New York Times ein Dossier zu diesem Themenkomplex veröffentlicht wurde.

Die investigatien Mitarbeiter der New York Times hatten sich unter Berufung auf das Informationsfreiheitsgesetz Zugang zu entsprechenden Unterlagen des Verteidigungsministeriums der USA verschafft und mit US- Soldaten, die nach Aktenlage, an den Einsätzen beteiligt waren, das Gespräch gesucht.

Einige klagen bis heute über gesundheitlich erhebliche Beeinträchtigungen an Leib und Seele als Folgen von Chemiewaffen, mit denen sie dienstlich in Kontakt gekommen waren.

Die Chemiewaffen, zum umfänglichen Teil Granaten und Raketen, stammen allesamt aus den Jahren des Iran- Irakkrieges 1982- 1988.

Zu dieser Zeit war der Irak mit Saddam Hussein als Großem Volkstribun noch Verbündeter der USA gegen den Iran.

Nicht wenige Granaten stammen aus damalger US-Produktion, etliche aus Spanien und Italien, deutsche Unternehmen halfen als Systemanbieter beim Bau der Giftgasproduktionsstätten.

Das sei ausdrücklich festgestellt, so der Bericht der New York Times, die in Rede stehenden Funde, auf die US-Einheiten stießen, sind kein Hinweis auf ein aktives Programm zur Entwicklung von Massenvernichtungswaffen, wie es die Bush-Administration als Kriegsbegrund behauptet hatte. Sie belegten vielmehr die frühere Kooperation des Westens bei der Entwicklung solcher Waffen. Das wollte man lieber nicht in der Öffentlichkeit haben, werden namenlose Mitakteure von damals zitiert.

So seien Soldaten, Ärzte und Marinetechniker angewiesen worden, über die Funde strikte Geheimhaltung zu wahren. Selbst Soldaten, die mit Senfgasverbrennungen oder Atembeschwerden auf der Krankenstation waren, durften über die Gründe ihrer Erkrankungen mit der menschenrechhtlich unvereinbaren Konsequenz keine Auskunft geben, dass sie bis heute nicht entsprechend medizinisch- therapeutisch versorgt sind.

Zum Zeitpunkt des Invasionsbeginns 2003 aren die US-Truppen auf mögliche Giftgasangriffe eingestellt, danach galt das ab 2004 nicht mehr.

In den Folgejahren nahmen die Schuss- und Splitterverletzungen der US- Soldaten u. a. Soldaten der Koalition der Willigen im Irak durch selbstgebastelte Sprengfallen gegnerischer Kämpfer ständig zu.

Trotzdem bestand Niemand verantworltich darauf, in den überlasteten Lazaretten im irak für den korrekten Umgang mit Chemiewaffenopfern Sorge zu tragen, geschweige denn Behandlungen mit entsprechenden Diagnosestellungen pflicht- und wahrheitsgemäß dienstlich zu dokumetieren.

Es wurden keine Fälle aktenkundig, in denen die sachgemäße Entsorgung von Chemiewaffen Funden dokmentiert ist, wie es die Chemiewaffenkonvention ausdrücklich vorschreibt.

Im Dossier der New York Times berichten Soldaten und Einheitenkommandeure von Vorfällen, dass zwischen zahlreichen konventionellen Granaten auch ein paar Chemiewaffen entdeckt, von US-Einheiten in der Regel einfach alles auf einen Schlag zusammen in die Luft gesprengt wurde, weil das Warten auf einen Spezialtrupp angeblich einfach zu lange gedauert hätte, argumentieren diese Militärangehörigen der US- Army noch heute.

Nicht selten wurden die Chemiewaffen Funde sich selber überlassen ja nicht einmal ausreichend gesichert, ist zu lesen.

Im Wege des Abzugs eigener Truppen überließ die US- Adminstration der irakischen Regierung diese Aufgabe, von geordneter Übergabe dieser Aufgabe kann keine Rede sein.

Gebiete, in denen die meisten Chemiewaffen- Funde entdeckt wurden, stehen heute unter Kontrolle des Islamischen Staates (IS), dessen Kampfverbände um Kobane, nahe der türkischen Grenze, nun von der US- Air Force aus der Luft mit Raketen und Bomben bekämpft werden, als gebe es keinerlei Gefahrenlagen hinisichtlich Chemiewaffenlagerstätten?

Oder wird umgekehrt ein Schuh daraus?

Die USA suchen durch Raketenbeschuss, Bombenabwürfe in Serie in jenen mit Chemienwaffen Altlasten kontaminierten Gebieten, letzte Spuren ihrer eigenen Vergehen gegen die Einhaltung der Chemiewaffenkonvention der UNO mit einem "Paukenschlag" zu tilgen, koste es an Glaubwürdigkeit, Menschenleben, Umweltbelastung mit Langzeitwirkung, Material, was es woll.

Wenn dem so ist, wie können die USA u. a. Länder da von der Türkei fordern, mit Truppen in diese Gebiete gegen den IS aufzumarschieren, wie kann da überhaupt noch von verschiedenen Seiten gefordett werden. Waffem zu liefern, gar Bodentruppen aus Deutschland dorthin, mit oder ohne UNO- Mandat, zu entsenden, wie es Günther Wallraff, ganz auf der Linie der Grünen Katrin Göring- Eckardt am Dienstag im Gegensatz zu Ulrich Kienzle und Jakob Augstein in der Sendung "MenschenbeiMaischberger" unvermindert forderte?

Liegt hier nicht der Hund der Angst vor dem Frieden begraben. der die USA und Verbündete daran hindert, endlich der Welt den Frieden zu organisieren, den sie braucht, um Bilanz der Schäden, des politischen Versagens, der Fehlentwickungen Internationaler Politik der letzten 13 Jahre seit Beginn des Krieges gegen den Internationalen Terrorismus nach Nine Eleven 2001 zu ziehen?

Angst vor dem Frieden, erkennt auf alle politischen Gefahrenlagen, weltwirtschaftlich- währungspolitischen Herausforderung nur eine Antwort, Krieg, dazu die Fortsetzung von Kriegen, mit wechselnd ausgeweiteten, zurückgenommenen, beliebig wieder auflebenden Kampfzonen ohne Plan B für ein Ende der Kampfhandlungen.
JP
http://www.daserste.de/unterhaltung/talk/menschen-bei-maischberger/sendung/21102014-der-kreuzzug-des-is-wird-aus-dem-glaubenskrieg-ein-flaechenbrand100.html
21.10.2014 | 22:45 Uhr Wird aus dem Glaubenskrieg ein Flächenbrand?"

Gäste:
Antonia Rados, Jakob Augstein, Ulrich Kienzle, Katrin Göring-Eckardt, Günter Wallraff, Kristiane Backer,

http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=au&dig=2014%2F10%2F16%2Fa0141&cHash=aa4bcdfe96acf378494041312c7ffb1f
16.10.2014 Das mörderische Verleugnen von Saddams Senfgas
USA/IRAK US-Truppen im Irak fanden Tausende von alten Chemiewaffen - hielten das aber geheim
BERND PICKERT

02:12 23.10.2014
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Geschrieben von

Joachim Petrick

Aktuelles: Meine sichere Route- Refugee-Airlift - Petition "Luftbrücke für Flüchtlinge in Not" an die MdBs des Bundestages erhofft Debatte
Joachim Petrick

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