Bundes- Günther versus Freitag- Jakob

Augstein&Jauch Was lange währt, das wird noch lange nicht gut. Dieses Gefühl war Jakob Augsteins in der Sendung Günther Jauch am 21.Oktober 2012 anzumerken, als ihm zu diesem....
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Freitag- Jakob Augstein versus Bundes- ARD- Günther Jauch

Was lange währt, das wird und ist noch lange nicht gut. Dieses Gefühl war der Gesichtsmimik Jakob Augsteins in der Sendung Günther Jauch am 21.Oktober 2012 als geladener Gast anzumerken, als ihm zu diesem ganzen "ausgewogen ausschweifenden"

"Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht naß"

Gerede&Gefasel über Nebeneinkünfte von MdBs, MdLs, gleichsam, wie in einem unerhörten Selbstgespräch, lapidar, in etwa, der folgende, in unsere jüngere Historie zurückgreifende, Fragesatz einfiel:

"Hat nicht der ehemalige Kieler Oberbürgermeister, vormals MdB, Norbert Gansel schon im Jahre 1993 die Transparenz der Nebeneinkünfte der Abgeordnten in Bundestag. Landtagen gefordert.

Wird es nicht Zeit für einen Kulturwandel, Zeit, dass wir dieses ständische Denken in Sachen undurchsichtiger Einkünfte unserer Politiker/innen beenden.

Geht es inzwischen nicht schon um viel mehr, nämlich um die Politikfinanzierung hierzulande schlechthin, die Peinlichkeit, dass der Deutsche Bundestag, dass Deutschland, neben Staaten, wie Saudi Arabien, Afghanistan, Kasachstan, Syrien, immer noch nicht die UNO- Konvention gegen Korruption und Abgeordnetenbestechung ratifiziert hat?"

Diese unerhörten Anmerkungen Jakob Augsteins müssen den Moderator Günther Jauch, innerlich dermaßen aufgebracht haben, dass er sogleich, eine scheinbar ausgewogen unverfängliche Retourkutsche fuhr und, Volker Kauder von der CDU- Fraktion zitierend, darauf verwies, dass ja nun in diesem Zusammenhang auch die Frage erlaubt sein müsse, ob nicht die Medien als Vierte Gewalt, voran Journalisten, wie Sie, Herr Augstein, als Mitglied der Erbengemeinschaft des SPIEGEL- Gründers Rudolf Augsteins mit ihrem vielen Geld Politikeinfluss ausüben?

Mit dieser Fragestellung in diesem konstruierten Zusammnehang, stellt sich Günther Jauch dümmer, als es die Lage erlaubt bzw. zuläßt; denn Jakob Augstein kontert darauf, fast im gleichmütig im Ton, leidenschaftslos gelassen im Abgang:

"Der Unterschied zwischen Journalisten und Politkern ist, die Einen sind nicht gewählt, die Anderen sind gewählt. Journalisten machen keine Gesetze, Politiker machen Gesetze.

Im übrigen glaube ich, dass die Macht der Medien, hinsichtlich Wahl- und Politikentscheidungen, anders als viele meiner Kollegen in den Medien meinen, weit überschätzt wird" .

Dass ausgerechnnet Günther Jauch, der Mulitmilionär, der mit seiner Medienfirma und deren undurchsichtigen Vertragsverhältnissen mit Medienpartnern, wie der ARD, im Glashaus sitzt, mit Steinen gegen die SPIEGEL- Errbengemeinschaft wirft, zu der Jakob Augstein gehört, hat schon, als von Jakob Augstein ungenutzte Steilvorlage zum Angriff, ein Geschmäckle.

Warum unterlläßt es Jakob Augstein an dieser Stelle, versus Günther Jauch, diesen öffentlich vernehmbar zu pieksen, dass der, sichtlich getroffen, hörbar aufjault?

Günher Jauchs Frage an Jakob Augstein schien von keinerlei Kenntnis über die wirklichen Machtverhältnisse des von einem Kollegenkollektiv geführten und bestimmten Wochenmagazin DER SPIEGEL getrübt.

Auch hier bleibt Jakob Augstein in der Sendung "Günther Jauch" seltsam stumm. Warum?

Hatte doch die Rudolf Augstein Erbengemeinschaft jahrelang vergeblich versucht, die vom Gründer Rudolf Augstein im Jahre 1973 an das SPIGEL- Kollektiv veräußerten Anteile am SPIEGEL- Unternehmen, anfechtend, in die Famile Augstein zurückzuholen.

Den eigentlichen Gipfel an Selbstverleugnung erstürmte aber n. m. E. die SPD- Generalsekretärin Andrea Narles als weiterer geladener Gast dieser "Günther Jauch" Sendung mit ihrer Einlassung:

"Ja!, 1993 war ich erst Novizin bei den Jusos. Da konnte ich noch nicht mitreden.
Es ist richtig, die rotgrüne Bundesregierung hat im Jahre 2002 die UNO- Konvention gegen Korruption und Abgeordnetenbestechung unterzeichnet.
Ich war, wie die meisten anderen in der SPD für die umgehende Ratifizierung der UNO- Konvention.

Da ich aber keine juristische Expertin bin, bin ich dem juristischen Sachversand unserer Eexperten gefolgt, die meinten, eine Ratifizierung sei verfrüht, da es im deutschen Strafrecht noch keinen Straftatbestand für Abgeordnetenbestechung gebe.

Im Übrigen ist Deutschland, mit und ohne UNO- Konventions- Ratifizierung eines der korruptionsärmsten LLänder auf der Welt"

Dümmer und argloser argumentiert geht nimmer.

Weil in Deutschland Abgeordnetenbestechung strafrechtlich kaum (§ 108e StGB) verfolgt wird, meint die SPD- Generalsekretärin Andreas Narles von juristisch rechtspolitischer Kenntnis unbeleckt, allen Ernstes, wo kein Kläger ist, ist auch kein Vergehen.

Im Roman "Der Untertan" von Heinrich Mann heißt es an einer Stelle diabolisch dialogisch als "Lack- Leder krachernes Ach unterm deutschen Dach"

"Unsere Leutnants macht uns keiner nach"

Heute könnte der Satz folgendermaßen lauten:

"Unsere Abgeordneten in Bund und Ländern als "Läppisch ächzendes Ach unterm deutschem Dach" macht uns keiner nach!"

Ich gewinne immer mehr den Eindruck, dass das ganze, medial befeuerte, Gerede über die Nebeneinkünfte des

"SPD-Kanzlerkandidaten, Peer Steinbrück"

der CDU/CSU/FDP wie bestimmten Teilen der SPD in der gegenwärtig anschwellenden Debatte weiter als willkommener Geleitzug dient, durch jahrlange Verschleppungs- und Verzögerungstaktik Richtung Ratifizierung der UNO- Konvention gegen Korruption und Abgeordnetenbestechung, international unzulässig, ihre bisher vom deutschen Gesetzgeber unangefochtener Partei- Spenden- und Sponsoring- Praxis, Schäflein, straffrei, ins Trockene zu verbringen.
JP


http://daserste.ndr.de/guentherjauch/index.html
Sendung vom 21. Oktober 2012
Total transparent – wollen wir den gläsernen Politiker?

17:49 22.10.2012
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Joachim Petrick

Aktuelles: Meine sichere Route- Refugee-Airlift - Petition "Luftbrücke für Flüchtlinge in Not" an die MdBs des Bundestages erhofft Debatte
Joachim Petrick

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