Das wuchernde Pfund des "linken Boulevard" im Freitag lebt

Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

Das wuchernde Pfund des "linken Boulevard" im Freitag lebt

"Ja, wir hüten uns irgendwie vor Lösungen..".

Das ist es, was ich mit dem Vorrang von Prozessen, Verfahren nach römischem Recht meine, nicht der Gerichtsspruch, nicht das Gottes- Urteil steht im Vordergrund des Interesses aller gesellschaftlich Beteiligten, sondern die Optionen, die Möglichkeiten für die dieser Gerichtspruch die Türen, Tore für die Zukunft und Rückschau öffnet.

Karl Marx hat diese römische Sicht auf unsere Wirklichkeit auf die ökonomisch wirkenden Kräfte in unserer Einen Welt übertragen. Das nenne ich das neue Licht, den neuen Schatten, die mit Marx und Engels Zungen auf die Verantwortlichkeiten, wie Unterlassungen unsere heutigen Gesellschaften lokal, regional und global, fallen.

Insofern ist es auch nicht wichtig, ob ein Gerichtsverfahren, wie das jüngste Gericht bereits statttfand oder stattfinden wird, sondern welche Möglichkeiten wir aus diesen zurückliegenden, laufenden, unterbrochenen, angekündigten Verfahren, Prozessen für alle Beteiligten, die da sind, die da waren, die da sein werden auf Erden, abzuleiten vermögen und gleichzeitig die Begrenzheit unserer Lebenszeit, Ressourcen wahrnehmen.

Das alles beschreibt Michael Jäger (der "Endlichkeit" (Angreifbarkeit = ") anschaulich am Beispiel des Theaterstücks in der Berlin Neuköllner Oper in einem seiner Blog Beiträge.

Und doch will es scheinen, hat seit den Tagen der Römer in einem größeren gesellschaftlichen Kontext eine Umkehrung der Volksweise stattgefunden:

"Was Du heute kannst besorgen, schiebe nicht auf Morgen!"

in

"Was Du auf Morgen zu verschieben vermagst, bringt neue Optionen, neue Möglichkeiten, die Kräfte, Ressourcen schonen!".

Aber auch hier gilt "Endlichkeit" (Angreifbarkeit = ") .

Nicht nur bei dem engagierten Versuch von Michael Jager zum Thema Nah- Ost- Konflikt, erkenne ich im Freitag einen Roten Faden, der durch das Labyrinth von vagabundierenden Aufgeregtheiten führen will, um bei Fragestellungen, die Menschen, auf den schmalen Pfaden zu vertiefenden Debatten, dort, am Mainstream angedockt, abzuholen, wo diese sich befinden.

Beispiel:

"Dass auch der Freitag, viel in der Community krisitisiert, fragte:

"Hat Thilo Sarrazin recht?"

fand ich zielführend, um solche politischen Figuren, wie Thilo Sarrazin, wieder auf die Gleise zivilisatorischer Diskurse zu führen".

Dabei ist eben der Vorrang von Prozessen, statt abschließender "Gottes- Urteile", das Ziel des "linken Boulevard" und nicht die Genialität von Fragen und Antworten das Objekt der weiterführenden Wissbegierde .

Diesen Prozess als solchen will der "linke Boulevard", mit seinen Optionen, mit der Vielfalt seiner Möglichkeiten und Vielstimmigkeit, in den wir uns mit vielen anderen wagen, nähren, um einmal mehr Michael Jägers Freitags- Gespräch mit Friedrich Schorlemmer zur Jahreswende 2007/2008 zu erwähnen!

Der "linke Boulevard" ist leicht vom rechtspopulistischen Boulevard zu unterscheiden, will doch der "linke Boulevard" viele Fäden aufgreifen, um eine Nachricht in der Vielfalt der Vielstimmigkeit der Menschen mit ihren lokalen, regionalen, globalen Situationen in den Grad einer Debatte zu erheben, während der rechtspopulistische Boulevard gerade darauf abhebt, Debatten durch seine Art propagandistischer Nachrichten im Keime zu ersticken.

Vielleicht liegt in dem Ansatz, den der Freitag mit deeskalierender Beharrlichkeit, nicht nur als nachwachsendem Artikel praktiziert, das wuchernde Pfund des "linken Boulevard", das der Freitag zu heben und zu stämmen sucht.

JP

04:18 05.02.2010
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Joachim Petrick

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