Der Spiegel, Welt- Flurfunk wird 70

Rudolf Augstein 1947 Von weltpolitischem Stolperdraht eingehegt, feiert der Spiegel sein 70jähriges Bestehen als Welt- Flurfunk in Bonn Berlin Brüssel Paris London Moskau Washington D. C.
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Mit Udo Lindenberg im Atalntic Hotel zu Hamburg an der Alster, Elbe, Wandse, Bille getrommelt, gepfiffen und gesungen "Der Greis ist heiss" Der Spiegel Welt-Flur Funk wird Siebzig

Von weltpolitischem Stolperdraht eingehegt, feiert der Spiegel sein 70jähriges Bestehen als interministerieller Etagenadel Welt-Flurfunk in Bonn, Berlin, Brüssel, Helsinki, Stockholm, Oslo, Kopenhagen, Paris, London, Rom, Moskau, Peking, Neu Dehli, Buenos Aires, Tel Aviv, Tokio, Washington D. C.

Historisch nachstolpernd feiert Der Spiegel sich zu seinem 70jährigen Bestehen 2017 als Vorreiter von Paradigmenwechseln in der Regierungspolitik, allein auf weitem Feld und Wiesengrund mit interministeriellem Etagenadel Welt-Flurfunk versehen beim BND, MAD, Verfassungsschutzämtern in Bund und Ländern, Generalbundesanwalt, BKA, der NATO, EU in Brüssel, Moskau, Washington D. C. als eingehegt investigatives Trüffelschwein, Berliner Ketten- und Hofhund an der langen Elbe Leine.

Niemals die Regierung loben. auch wenn sie Gutes tut, dann heißt es, auf die Opposition im Deutschen Bundestag eindreschen, was der Boulevard hergibt. Das war und ist die Devise Des Spiegels seit Rudolf Augsteins Gründertagen, wie in der aktuellen Spiegel Ausgabe 1-19-2017 "Die große Erosion" nachzulesen ist.

Viele "brachliegende" Themen im Nachkriegseuropa, die da u, a, waren. ,

- nicht nur Lastenausglelch für deutsche Vertriebene aus den Ostgebieten, aus vormals 1939-1945 deutschbesetzten Gebieten Europas, durch Kriegseinwirkung zerstörte Industrieanlagen, Gebäude deutscher Unternehmen, Privatpersonen, Rentenanwartschaften für SS-/SA- Angehörige, identifzierte, verurteilte Kriegsverbrecher und deren Hinterbliiebene, ab 1953 nacheilende Karriereleiteranpassung inklusibe rückwirkende Gehaltsaufstockung von bis dato außer Dienst gestellten NS-Belasteten, Soldaten, Beamten bei Banken, der Post, Bahn, Lufthansa, Behörden, Ministerien in Bund und Ländern,

- für Hinterbliebene ermordeter Widerstandskämpfer, überlebende Deserteure zunächst auf Jahrzehnte nicht, -

sondern Entschädigung für Holocaust- Opfer, Zwangsarbeiter und deren Hinterbliebene.

- Klageerhebung wg. Verbrechen der Deutschen Wehrmacht an kriegsefangenen Rotarmisten, NS-Raubzug im deutschbesetzten Europa an staatlichem, privatem Vermögen, Devisenreserven, Goldbeständen von Nationalbanken, Kultur- und Kunstobjekten,

- die europäische Dimension der Kollaboration mit dem Holocaust des Dritten Reiches von Kiew, Minsk, Warschau über Tallinn, Vilnius, Riga, Prag, Budapest, Bukarest, Oslo, Amsterdam, Antwerpen, Brüssel, Paris bis zum formal neutralen Madrid des faschistischen Franco- Regimes .

1952 hatte Rudolf Augstein im Vorstellungsgespräch Georg Wolff, einen ehamaligen SS- Haupsturmbannführer im deutschbesetzten Norwegen, soldatisch knapp lakonisch "wissend" gefragt "Haben Sie Juden erschossen?" (Quelle: Georg Wolffs Tagebuch)

Wolff antwortete ebenso soldatisch knapp "NEIN!" und wurde beim Spiegel als Stellvertretender Chefredakteur, neben anderen SS- Angehörigen, wie Horst Mahnke, schnörkellos eingestellt.

Noch 1979 erklärte Rudolf Augstein nach der Ausstrahlung des TV-Films "Bertinis" mit Hannelore Hoger in einer Hauptrolle nach dem gleichnamigen Buch von Ralph Giordano, der US.Serie "Holocaust" durch die ARD, treuherzig unbefangen selbstgewiss zweifelnd

„Ich habe es nicht gewußt“
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-40350861.htm/
29.01.1979
RUDOLF AUGSTEIN

An einen Entschädigungsfond der deutschen Gesellschaft und Wirtschaft für Opfer des Holocaust, der Zwangsarbeit von Kriegsgefangenen, Deportierten unter der Vollziehenden Gewalt der Deutschen Wehrmacht in deutschbesetzten Gebieten Europas, dazu 50 000 Spanier mit jüdischem Wurzeln aus Spanien, hat Der Spiegel selbst danach noch nicht gedacht.

Das geschah erst 1997, aufgrund von Sammelklagen ehemaliger Zwangsarbeiter in den USA, durch den kriegsversehrten FDP- Politiker Otto Graf Lambsdorff gegen hinhaltenden Widerstand.in Deutschland.

- Vermittlung der 68er Studentenbewegung von Prag über West- und Ost- Berlin, München, Hamburg, Frankfurt/Main, Paris. London, Brüssel bis zu US- Universitäten Berkeley, Princeton, Washington als blockübergreifend globale Entspannungs- , Anti- Vietnamkriegskampangne auf dem Weg zur KSZE 1975 in Helsinki..

- Verstrickung der sozialliberalen Bundesregierung unter Kanzler Helmut Schmidt (1974- 1982, danach Kanzler Helmut Kohl), Außenminister Hans-Dietrich Genscher, parteipolitische Staatsminister Hidegard-Hamm Brücher (F.D.P.), Klaus von Donanyi (SPD) im Außenamt in verbrecherische Bestrebungen der Militärjunta in Chile unter Genaral Augusto Pinochet (1973- 1990) 300 km² große Colonia Dignidad unter Führung des Deutschen Paul Schäfer mit Folterbunkern chilienischer Geheimdiensts mit Angeboten an die CIA außerhalb der USA ungestraft Folter- Verhörmethoden, wie Water-Bording, an Inhaftierten zu erproben,

- Argentinien (1976- 1983) unter General Rafael- Jorge Videla,diplomatische Untätigkeit, Duldung bis Akzeptanz von Folterung, Mord an der deutschen Studentin Elisabeth Käsemann, deutschstämmigen Daimler- Benz Bertriebsräten in Buenos Aires u. a. ), verstärkte Lieferung von Rüstungsgütern, Luftabwehrraketen, Panzer, Fregatten bis zum Falklandkrieg Argentiniens gegen England 1982, während Siemens in Argentinien AKWs baute, von geheimen Plänen der Junta im Bunde mit Bonn Richtung waffenfähigem Plutonium für eigenen Atombombenbau die Rede war.

1977 fand im Vorlauf der Fussballweltmeisterschaft in Argentinien 1978 ein Freundschaftsspiel Deutschland gegen Argentinien in Buenos Aires statt, ohne dass DFB- Vorständler, noch bundedeutsche Diplomaten, Wirtschaftsverbandsvertreter, wie England, Spanien, Österreich, die Freilassung deutscher Staatsbürger aus der Militäsjunta Folterhaft gefordet haben.

https://www.freitag.de/autoren/joachim-petrick/wenn-h-d-genscher-seinen-daumen-senkte

https://chrismon.evangelisch.de/artikel/2010/auf-der-suche-nach-den-opfern-der-militaerdiktatur-argentinien-2107

- Gefahren der Nato- Atomwaffen und AKWs auf deutschem Boden, hat Der Spiegel

"Im Zweifel links"

als Devise seines Gründers und Herausgebers Rudolf Augstein (1923-2002) , am Rande unbearbeitet, sich selber überlassen, bis er reaktiv meinte, historisch nachstolpernd, seinen bisweilen faden oder aber scharfen Senf dazu geben zu müssen.

Die DDR-Nomenklatur hatte 1952- 1989 als Schwert & Schild ihr Ministerium für Staatssicherheit (MfS), Westdeutschland, Westberlin hatten als Schwert & Schild seiner transatantisch ausgerichteten Eliten seit 1947 den Spiegel als

"Sturmgeschütz der Demokratie"

und hat ihn weiter. Die Mehrheit in Deutschland meint Der Spiegel trage zum Erhalt der Demokratie bei, eine beachtliche Minderheit meint, sie sei sich nicht so sicher.

Einen demokratisch legitimierten Friedensvertrag der ehemals 53 kriegführenden Länder mit Deutschland lehnt Der Spiegel mit dem Ausruf seines Herausgebers Rudolf Augsteins

"Bitte keinen Friedendsvertrag"

in seiner Ausgabe 10/1990 noch vor dem deutschen Einheitsvertrag, Anbahnung deutscher- deutscher

"Zwei plus Vier Gespräche"

mit den USA, der UdSSR, England, Frankreich. tonangebend, stimmungsbildend ab

In der Konsequenz hommt es am 3. Oktober 1990 zum Beitritt der DDR zum Geltungsbereich der Bundesrepublik Deutschland, gemäß Artikel 23 Grundgesetz (GG), statt der eigentlcih verfassungsgemäß vorgesehenen verfassunggebenden Nationalversammlung aller relevanten gesellschaftlichen Gruppierungen beider deutscher Staaten auf dem Weg zur Einheit.

In einer Talkrunde schmettert Rudolf Augstein seinem Generatiosngenossen Günter Grass, der eine verfassunggebende Nationalversamlung, samt deutsch-deutschem Lastenausgleich, wie nach 1949 in Westdeutschland. auf dem Weg zur deutechen Einheit anmahnte, 1990 im schneidigen Leutnantston krass entgegen

"Sie haben sich geirrt, das ist es, Sie ärgern sich doch nur, weil Sie den Zug der Zeit verpasst haben!"

Auf jeden Fall hatte Der Spiegel mit seinem Heraussgeber Rudolf Augstein 1990 die Chance verpasst, mit Alleinstellungsmerkmal den Zug der Demokratisierung gesellschaftlicher Verhältnisse in Politik, Wirtschaft, Parteien, Medien, Kultur, Sport, Kirchen, Gewerkschaften, Stiftungen in Deutschland mit einem europäischen Narrativ unter Dampf zu setzen.

Das genau sucht einer von Rudolf Augsteins Söhnen, Jakob Augstein aeit 2009 Eigentümer und Chefredakteur des Meinungsmediums der Freitag, ab 1. Januar 2017 mit Jürgen Todenhöfer als Herausgeber, links und frei, nachzuholen.

Mit der Titelgeschichte „Bedingt abwehrbereit“ Fallex62 - Nato- Manöver 1962 mit Atomkriegszenarien in der Norddeutschen Tiefebene bis zum Rheintal - von Conrad Ahlers, einem Ex-BND- Mann, neben anderen im Spiegel, dem SPD- Verteidigungsexperten Helmut Schmdit und Hamburger Polizeisenator als Strippenzieher? und Lektor, hatte das Magazin nicht davor gewarnt, die Bundeswehr sei nicht ausreichend für einen atomaren Erstschlag der Sowjets gerüstet, sondern die Bundesregierung verweigere sich, den Forderungen der NATO, voran US-Präsident John F. Kennedys , die Bundeswehr konventionell auf 500 000 Mann, samt Panzerkorps, hochzurüsten, – Die Kritik an der Rüstungspolitik von Verteidigungsminister Franz- Josef Strauß galt seiner Zurückhaltung konventioneller Aufrüstung mit dem Argument, wenn nicht direkt so doch indirekt verfüge die Bundeswehr, gemäß Bündnis-Statut, über das NATO Hauptquartier in Fontainbleau nahe Paris im Ernstfall über einen Zugriff auf atomare Waffen. Die Atomraketen seien ohnehin nur eine pollitische Waffe, meinte Strauß, worin ihm immerhin der konservativ hochangesehene Psychiater und Philosoph Karl Jasper aus Basel beipflichtete,

Die Bundesregierung war mit akklamatorisch aufgeblasenen Backen bereit zum atomaren Schlagabtausch mit der UdSSR und deren Verbündeten, die USA waren es am Vorabend der Ausweitung des Vietnamkrieges nicht. Der Spiegel Herausgeber Rudolf Augstein (RA), war vor dem Godesberger Programm der SPD 1959 Verfechter allgemeiner Abrüstung in Ost und West Europa. Nun 1962 setzte RA sich nach dem Berliner Mauerbau 1961 als nachstolpernd Kalter Krieger, entgegen der Bundesregierung unter Konrad Adenauer, im Sinne des Pentagon massiv für die konventionelle Aufrüstung der Bundeswehr als Ticket einer sozialliberalen Koalition aus SPD und FDP Teilen ein..

Dass Rudolf Augstein u. a. Spiegel-Mitarbeiter Wochen nach Erscheinen der Titelgeschichte dann verhaftet wurde, kann historisch als gelungenes Verschleierungsmanöver einer parteiübergreifenden Formation aus SPD/CDU/CSU/FDP gedeutet werden. Niemand in Westdeutschland, selbst unter Verbündeten in Europa, sollte den 180 Grad Schwenk bundesdeutscher Verteidigungspolitik und Medien, voran Teilen der SPD/FDP, des Spiegels durch die zu erwartenden Turbulenzen aufgrund angeblichen Landesverrats, der sich schlussendlich vor Gerichten als heiße Luft erwies, wahrnehmen können. Was gelang

Damit war die Chance vertan, den Berliner Mauerbau am 13. August 1961, samt Übergabe des Grenzregimes an der Demarkationslinie des Ostens zum Westen Europas durch die Westgruppe der Roten Armee an die DDR- Behörden, frühzeitig als Baustein einer kommenden Entspnnungspolitik in Europa zu kommunizieren.

Stattdesssen wurde zunächst die Kriegsgefahr, die angeblich vom Warschauer Vertragsstaaten ausging, in schrillen Tönen an die Wand gemalt, dass Rudolf Augstein unter seinem Pseudonym Jens Daniel, alias Moritz Pfeil 1962 im Spiegel "rief"

"Umarmt Ulbricht, um ihn zu erdrücken".

Während die USA unter dem Vorwand des "Dominoeffektes", die Ausweitung des Kommunismus in Südostasien durch den Vietnamkrieg eindämmen zu müssen, wie seit 2003 durch die Irakinvasion den Islam, damals wie heute, ihren militärisch-industriellen Komplex in nie dagewesenem Maß, inzwischen bei einem Pentagon Budget an die 700 Milliarden US-Dollar/anno atomar und konventionell hochrüstete und weiter rüstet.
JP

https://www.freitag.de/autoren/joachim-petrick/spiegel-affaere-1962-anders-erzaehlt

https://www.freitag.de/autoren/joachim-petrick/spiegel-affaere-geleitzug-fuer-aufruestung

https://www.taz.de/!5367424/

17:14 04.01.2017
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Geschrieben von

Joachim Petrick

Aktuelles: Meine sichere Route- Refugee-Airlift - Petition "Luftbrücke für Flüchtlinge in Not" an die MdBs des Bundestages erhofft Debatte
Joachim Petrick

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