Euro- Entkernung griechischer Wirtschaft?

ELA- Kreditvergabe Bisher hat die EZB der griechischen Zentralbank unlimitiert ELA- Kredite zur Sicherung der Liquidität gewährt. Was geschieht, wenn die EZB die Kreditvergabe beendet?
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Droht Euro- Kehraus griechischer Wirtschaft und Gesellschaft?

Wollen EZB, der IWF, die Euro- Gruppe in Brüssel auf ihrem heutigen Gipfel nur griechische Euro aus Athen in anderen Ländern der Eurozone bergen, aber nicht die Griechen retten?

Aus monetärer Sicht der EZB gedacht, verheißt der Grexit, Graccident nach vorherig sytematischem Kehraus nahezu aller Euro in Griechenland durch die ELA- Notkreditvergabe an die griechische Zentralbank zur Aufrechterhaltung des Waren- und Geldverkehrs womöglich, nicht etwa in Dollar-. Schweizer Franken- , Yen- , Remnimbi- , Pfund Sterling- Raum, sondern in andere Länder der Eurozone, neben dem Effekt einer stilleren weiteren Geldmengenerweiterung, Aussicht auf Inflationstendenzen, um die EZB Chef Mario Draghi mit seinem 1.4 Billionen Geldmengenausweitungsprogramm seit März 2015 bis zum Herbst 2016,

- monatlich 60 Milliarden € in den Weltfinanzmarkt zu pumpen - ,

den € herunter zu prügeln, bisher gegen deflationären Niedrigzins vergeblich kämpft.

Allein heute haben griechische Bürger, dank der ELA- Notkredite der EZB, in ihrer Angst und Not, 1,7 Milliarden € von ihren Bankkonten abgehoben bzw. ins Ausland überweisen.

Welchen Plan verfolgt die Syriza Regierung in Athen, anders als im Fall der Regierung in Zypern, die 2013, aufgrund der dortigen Finanzkrise, Kapitalverkehrskontrollen eingeführt hat, die gerade erst in diesem Jahr beendet wurden, solche Kapitalverkehrskontrollen zu unterlassen?

Ist es der Chaostheorie, Spieltheorie folgend, der unabdingliche Versuch, Druck Richtung EZB, Euro- Gruppe aufzubauen, den IWF aus der Troika herauszubrechen?

Was erklärtermaßen das Ziel Alexis Tsipras und seines Finanzministers Yanis Veroufakis ist, Entscheidungen, weg von Finanztechnikern, Administratoren der Troika, bzw. Institutionen, hin auf die regierungspolitische Ebene der EU mit dem Ergebnis zu befördern?, dass der Europäische Stabilitäts Mechanismus (ESM), die Schulden Griechenlands, wie im Fall Spaniens ohne Troika- Regime übernimmt?

Die Euro- Gruppe besteht bisher auf der Einbeziehung des IWF in die Troika, weil der von vielen armen Ländern mitfinanziert, moralisch und mental angeblich mehr Druck auf Griechenland zu entfalten vermag, Schuldendienste, gepaart mit Reformprgrammen zu leisten?

Setzt die Syriza Regierung darauf, wenn sie am 30. Juni 2015, anders als vereinbart, die 1.6 Milliarden € nicht an den IWF zurückzahlt, dass dieser sich dann von alleine aus der Troika verabschiedet, weil der IWF sein Verbleiben in der Troika gegenüber anderen, vor allem armen Ländern, unter seinen Geldgebern das nicht mehr verantworten kann? Die USA hegen ohnehin seit langem massive Bedenken, dass sich der IWF um Problemländer in der Eurozone kümmert, anstatt diese allein zur Sache der EZB, des ESM, der Euro- Gruppe zu machen.

EZB, Euro- Gruppe stünden dann am 1. Jui 2015 allein vor der Frage, bleibt Griechenland in der Eurozone oder nicht?, wenn ja, übernimmt die EZB, bzw. der ESM im Wege einer Umschuldung die Schulden Griechenlands gegenüber dem IWF?

Erleben wir gerade die Euro- Entkernung der griechischen Volkswirtschaft und Gesellschaft über die bisher unlimitierte Vergabe von ELA- Krediten der EZB an die griechische Zentralbank zur Aufrechterhaltung des Waren- und Geldverkehrs der griechischen Wirtschaft, um dann doch die Reißleine zu ziehen, wenn ein bestimmtes Maß der ELA- Kreditvergabe überschritten ist, wie Ex- Bundewfinanzminster Theo Waigel gestern Gast bei Günther Jauch in der ARD meinte?

Dann brechen über der griechischen Wirtschaft, Gesellschaft, neben bisher 322 Milliarden € Altschulden, mutmaßlich über 100 bis 200 Milliarden € Neuschulden herein.

Die aus Griechenland abgeflossenen Euro sind ja nicht weg, in anderen Währungen, sondern überwiegend weiter als Euro in anderen Euroländern vorhanden? Was aber aus Griechenland, den Menschen dort für den Fall wird, dass die EU sich nicht zu einer europaweit geltenden Sozialen Union durchringen kann, steht auf einem anderem, einem neuen Blatt ökonomischer Tragödie Griechenlands
.JP

http://www.nzz.ch/wirtschaft/wirtschaftspolitik/schwarzpeterspiel-vor-dem-krisengipfel-1.18566617?extcid=Newsletter_22062015_Top-News_am_Morgen
Griechenland-Krise
Schwarzpeterspiel vor dem Krisengipfel

21.6.2015

16:11 22.06.2015
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Geschrieben von

Joachim Petrick

Aktuelles: Meine sichere Route- Refugee-Airlift - Petition "Luftbrücke für Flüchtlinge in Not" an die MdBs des Bundestages erhofft Debatte
Joachim Petrick

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