FN, IS, zwei Seiten derselben Medaille?

Marine Le Pen, IS, AfD Agieren FN und IS auf unterschiedlichen sich gegenseitig bedingenden Politikfeldern mit dem Ziel von Landgewinn der IS im Fall des FN Wählerschafsgewinn Out of Order?
Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

Front national (FN) und islamischer Staat (IS) zwei Seiten derselben Medaille?, wenn ja, aber anders als wir denken?

Stehen Front National (FN) in Frankreich und der Islamische Staat (IS) im Nahen Osten, Syrien, Nord- irak, Afghanistan, Libyen für zwei Seiten derselben Medaille in Europa, den USA, wenn ja, auf verschieden radikalisiert wütende Art und Weise?

Dabei geraten FN und IS auf ganz unterschiedlichen sich gegenseitig bedingenden Politikfeldern, nämlich der Innen- und Außenpolitik, die aber nach außen von regierungsamtlicher Seite unabdinglich als zwei sich ausschließende Welten kommuniziert werden, zu zwei kommunizierenden Röhren die willentlich, unwillentlich, ineinander verschränkt, miteinander verkoppelt sind?

Wenn ja, warum?

FN wie IS stehen weder klar umrissen für Thesen, Antithesen, Synthesen als Instrument und Werkzeug für Analysen von Kernproblemen in der Weltinnen- und Weltaußenpolitik. Sie stehen vom Rande der Gesellschaft her für Symptome voller Unschärfen struktureller Schwächen demokratisch verfasster Staaten in Europa, in Nord- und Südamerika, Afrika, Naher Osten, Asien, Australien deren Regierungs- und Oppositionspersonal sich durch eine Strategie unmerklicher Steigerung von Spannung bei gleichzeitig asymmetrischer Demobilisierung gesellschaftlicher Diskurse in den dafür vorgesehen Institutionen außerstande und außer Willens erweist, anfänglich kleine Probleme zeitnah entschieden auf den Weg von Lösungen zu bringen.

Es sei denn diese geraten irgendwann übermächtig zu großen kaum noch zu bewältigenden Problemen, zu noch umfassend größer kommunizierten Gefahrenlagen.

Das Ergebnis, durch diese "unsichtbare Hand" anschwellend gesellschaftlicher Spannung werden Optionen zu Entscheidungen eröffnet, die längst in vorauseilender Sorge für den Fall X als Blaupause in Schubladen abrufbar bereit liegen.

Denkbar ist, ab einem Tag Y wird unsere Gesellschaft auf allen Ebenen zumindest auf Zeit anlaßlos in außergerichtliche Notstände versetzt?

In Frankreich kam es dieser Tage - Rudolf Bamer von der taz berichtete gestern darüber - in einem Radio- Gespräch zwischen dem Journalisten Jean Jacques Bourbon und dem französischen Islamexperten Gilles Kepel zwar zu keinem direkten, aber doch indirekten Vergleich von FN mit dem IS.

Es ging um identären Rückzug von Gemeinschaften hin zu einer Wagenburg der vermeintlich "Gleichen", die alle übrigen ausgrenzen wollen und selbst unter anfänglich Gleichen Ihresgleichen im Verlauf von absehbaren Entwicklungen durch den Druck von außen immer mehr in fragmentarische Teile, die sich irgendwann heftigst gegenseitg bekämpfen, zerlegen.

Beim IS ist die Fragmentierung exemplarisch zu beobachten. Der IS rekrutiert sich aus ehemaligen Militärs, Offizieren, Soldaten, Polizisten, Geheimdienstlern des gestürzten und hingerichteten Diktators Suddam Husseins und begann im Irak unter sunnitischen Muslimen, die sich nach dem Irakkrieg 2003 durch die schiitische Mehrheit im Irak mit einiger Berechtigung systematisch von der gesellschaftlichen Teilhabe in Bagdad ausgegrenzt fühlen.

Uns wird gegenwärtig die Gründung des Islamischen Staates (IS) auf dem Gebiet von Teilen Syriens, des Nord- Iraks von seiten der Politik und den Mainstream Medien als Sieg des IS verkauft. Dabei ist dies genau das Indiz für den Zerfall des IS, weil der sich jetzt als Morgengabe der US, der EU, Russlands an den schiitischen Iran, ohne Perpektive im schiitisch beherrschten Irak, in alle Richtungen im Nahen, Mittleren Osten, dem Kaukasus, Nordafrika, seinem Zerfall preisgegeben, fragmentarisch verbreitet.

Der IS hat sich in auswegloser Lage, angesichts der Situation im Irak, die bis heute keine Teilhabe der Sunniten an der politischen Gestaltung erlaubt, verhängnisvoll hochgerüstet auf den Weg des Terrorismus begeben.

Warum, weil selbst die USA offensichtlich andere Ziele auf ihrer strategischen Agenda haben, nämlcih sich aus der vertraglichen Verschränkung mit dem sunnitisch regierten Saudi-Arabien seit Tagen der Standard Oil und deren Garantien im Auftrag der damaligen US- Regierung unter US- Präsident Franklin D. Roosevelt für das saudische Königshaus, unmerklich heraus manövrieren wollen, auch wenn die USA nach außen offiziell von einer anderen Agenda sprechen.

Soweit der IS. Wie steht es nun mit dem Front national (FN) in Frankreich, der Alternative für Deutschland (AfD), Pegida in Deutschland in vergleichbarer und doch umgekehrter Weise auf dem innenpolitischen Felde?

Fortsetzung des Kalten Krieges mit EU- Mitteln

Jedes Ausbleiben von Lösungen für Krisen wird uns gegenwärtig in der EU von regierungsamtlicher bis oppositioneller Seite über die Medien als unerwarteter Erfolg "Warten aif Godot" vermittelt "Wir schaffen das". fragt sich was?, wenn ja, durch wen?

Diese Rhetorik erinnert mich ungemein an die Rhetorik der Blöcke in Osten und Westen während des Kalten Krieges, in dem die normalen diplomatischen Kanäle den östlichen Teil des Weltmarktes stillgelegt und ausgebootet hatten, eingefroren,unter dem Packeis verpasster Gelegenheiten standen und alle Seiten hermetisch unter ihren vorhandenen Potenzialen und Möglichkeiten drückte.

Lösungswege Richtung Frieden, Entwicklung, kollektive Sicherheit auf Gegenseitigkeit partnerschaftlich den Weg zu bahnen,
.
Im Kalten Krieg hieß es, wenn es doch einmal zu Konferenzen, Verhandlungen über die Blöcke hinweg kam, weil es die international zugespitzte Lage erforderte, die Verhandlungen verliefen ergebnislos, die gegensätzlichen Standpunkte wurden in freundschaftlicher Atmosphäre notabene auf den Tisch gelegt und ausgetauscht.

In der EU heißt es in Brüssel grundsätzlich nach Gipfeltreffen der 28 Staatschefs, als wäre der Kalte Krieg unsichtbar in einem Heil- Schlammbad abgetaucht, alle Verhandlungspartner versicherten sich bei guter Stimmung in Herz erfrischender Atmosphäre gegenseitig lebhaft ihre Zuversicht und gedenken bei einem nächsten Gipfeltreffen den zu vernachlässigen kleinen Rest an Unstimmigkeiten völlig auszuräumen, wenn dann immer noch nicht, dann eben ganz gewiss beim Gipfeltreffen darauf, darauf können Sie bauen, liebe Mitbürger und Mitbürgerinnen.

Die Nomenklaturen der Länder des real- existierenden Sozialismus im Ostblock haben sich im Laufe der Jahre, wie jetzt die 28 Regierungschef auf EU- Gipfeln, unter dem Druck wider besseres Wissen "Sonnenschein" nach innen zu kommunizieren, unmerklich heillos unter dem mantel der Konformität, des Zwangs zum Konsens im Zentralkomitee erst fraktioniert, dann mit Beginn der Wende 1989 um des Restes an eigenen Interesses Willen völlig fragmentiert.

Überlegungen werden fortgesetzt
JP
http://www.taz.de/Ermittlungen-gegen-Le-Pen/!5262185/
Ermittlungen gegen Le Pen
17.12.2015

12:57 19.12.2015
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Joachim Petrick

Aktuelles: Meine sichere Route- Refugee-Airlift - Petition "Luftbrücke für Flüchtlinge in Not" an die MdBs des Bundestages erhofft Debatte
Joachim Petrick

Kommentare