Geistlich ausgewildert im Glauben?

Kirchenaustritte Kirchenaustritte Nicht nur christliche Kirchen, auch Parteien und Gewerkschaften beklagen mit amtlichen Krokodilstränen einen anschwellenden Mitgliederschwund
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Ausgewildert im Glauben, fern von Gemeinschaft?

Mit und auf dem Evangelischen Kirchentag in Stuttgart findet turnusgemäß alle Jahre ein Fest der Gemeinschaft abertausender Menschen von nah und fern im Glauben statt.

Bei allem Leide um die alltägliche Abwesenheit, Unterfinanzierung von Gemeinschaft im Alltag, Jung und Alt, Berufsleben, Erziehung, Bildung, Ausbildung, Gesundheit, Pflege, Kultur, Wissenswchaft Kunst, dort in Stuttgart findet nun für drei Tage die große Freude des Lebens in Gemeinschaft als Event statt.

Trotz und wg. dieser Art von Gemeinschaft als dreitägigem Event treten immer mehr Menschen aus den christlichen Kirchen aus und suchen in der Weite, im Unterwegssein die Gemeinschaft, wie einst im biblischen Gleichnis

"Der Verlorene Sohn",

im Evangelium des Lukas (15,11–32 EU).

Wenn ja, warum?

Mein Eindruck ist zwischen, Kirchen und ihren Mitgliedern wird zu Gunsten einer kernigen Minderheit zu Lasten des Mehrheitsgliederschaar ein Missverständnis kultiviert, dass es bei der Frage der Zugehörigkeit zur Kirche um das Religiöse im geistlich- theologischen Sinne und nicht um das Leben in Gemeinschaft geht.

Indizien dafür könnte die Tatsache sein, dass Kirchen sich von Beratertrusts wie McKinsey, Roland Berger in der Frage der Kosten- Nutzenrechnung bei dem Einsatz von personellen, materiellen und finanziellen Mitteln in den Gliederungen und Einrichtungen der Kirchen auffällig zu Lasten des Bestandes an Gemeinschaft entscheiden, der Rückbau, was Gemeinschaft fordert und fördert, im Mittlepunkt steht.

Die christlichen Kirchen, Parteien, Gewerkschaften zeigen, trotz immenser Zuwendungen durch den Staat, den Steuerzahler, gleich, ob er Mitglied einer der genannten Körperschaften ist, immer weniger personelles, materielles, finanzielles Engagement für das Fordern und Fördern an Vielfalt, an Reichtum der Vielstimmigkeit, an Gemeinschaft im kirchlichen, parteilichen, gewerkschaftlichen und gesellschaftlichen Raum, weil inzwiscnen das "Weniger Mitgliedern", das "Untersichsein" in, als Veredlung, als das eigentliche Credo gilt.

Einst standen Kirchen, Parteien, Gewerkschaften im Guten wie weniger Guten für die Organisation von Gemeinschaftlich im Alltag, im Arbeitsleben, Erziehung zur gegenseitigen Achtsamkeit, Bildung, Ausbildung in Kommunen, Gemeinden, Stadt, Land, Staat.

Inzwischen ziehen sich diese Säulen einstiger Zivil- Gesellschaft, Kirchen, Parteien, Gewerkschaften zunehmend auf sich selber zurück und sind sich, finanziell von staatswegen hinreichend unterfüttert, bei der Gemeinschafts- , Willens- , Meinungsbildung in Fragen des Glaubes, der Solidarität, der Politik selber Volk genug.

Ist es bei diesem kultivierten Missverständnis ein Wunder, dass ein jedes Jahr Aber- und Abertausende Kirchenmitglieder "fremdbestimmt" mondwandlerisch das Schicksal des

"Verlorenen Sohnes"

im gleichnamig ,biblischen Gleichnis wählen, in der Weite, im Unterwegssein die Gemeinschaft suchen, ihre Zugehörigkeit zur Kirche aufkündigen, ohne für jahrzehntelange Mitgliedschaft entschädigt, mit geistlichen, materiellen, finanziellen Mitteln ausgestattet zu werden, eine eigene Gemeinschaft zu gründen?

Im Gleichnis vom verlorenen Sohn, gibt der Vater zumindest, anders als Kirchen, Parteien, Gewerkschaften, beim Austritt eines Mitgliedes, wie es das eherne Gesetz befiehlt, seinem Zweitgeborenen so viel an Mitteln an die Hand, dass er hinreichend Möglichkeiten erlange, in der Weite und Ferne unterwegs eine neue Gemeinschaft zu finden, während der Vater den Erstgeborenen daheim in alle Rechte lebenslanger Anwesenheit auf seinem Hofe als Erbfolger setzt.

Von nun an leben jene, die einer Kirche, Partei, Gewerkschaft den Rücken gekehrt haben, zwar nicht, wie früher unter dem Bann der Kirche außerhalb der Gemeinmschaft, aber insgeheim im Kirchen- , Partei-, Gewerkschaftsjargon, in der Frage der Zugehörigkeit aber rechtlos, wie der "Verlorene Sohn" als ausgewildert gelten, denen höchstens einmal, wie der Vater dem verlorenen Sohn, der gegen alle Sitten, ehernen Gesetze und bisherigen Gebräuche heimkehrt, das Recht auf Ausrichtung eines Festes bei Gelegenheit ihres befristet vorübergehenden Aufenthaltes im Schwange eines Events eingeräumt wird.

JP

http://www.taz.de/!5202430/
Evangelischer Kirchentag
4. 6. 2015
STEFANIE JÄRKEL
Selbst gebastelte Privatreligion

https://www.freitag.de/autoren/roswitha/plaedoyer-fuer-ein-kirchenfreies-christentum
ROSWITHA 16.10.2014 | 21:13 880
Plädoyer für ein kirchenfreies Christentum


01:38 06.06.2015
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Joachim Petrick

Aktuelles: Meine sichere Route- Refugee-Airlift - Petition "Luftbrücke für Flüchtlinge in Not" an die MdBs des Bundestages erhofft Debatte
Joachim Petrick

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