Geldpolitik Vergleich: Z. B. FED und EZB

Griechenland Braucht die EZB, anders als die FED im Dollar- Raum, in der Eurozone einen Sündenbock für ihre Geldmengenweitung?, wenn ja, ist dies seit 2010 Griechenland?
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FED und EZB im Vergleich! EZB- Geldpolitik geht anders

EZB- Geldmengen- Kettenhund auf der Suche nach einem Sündenbock von der Leine?

Geldpolitk geht in der Eurozone anders als im Dollarraum. Die FED weitet einfach die Geldmenge aus, senkt den Leitzins gegen Null, stellt Dateineinsicht in das Ausmaß der Geldmengenweitung ein und wartet auf die makroökonomische Wirkung, um dann, nach dem Gelingen der Konjunkturbelebung, wie in den USA erfolgreich geschehen, sukzessive die Geldmenge wieder zurückzuführen, den Leitzins zu erhöhen.

Nicht so die EZB als Agentur aller Zentralbanken in der EU, sonders der Eurozone. Die EZB weitet zwar auch, wie die FED in den USA, die Geldmengen aus, senkt ebenfalls den Leitzins gegen Null, um die Konjunktur zu beleben, gewährt weiter, anders als die FED, Dateneinsicht in das Ausmaß der Geldmengenweitung, wartet auf die makroökonomische Wirkung ihrer Maßnahmen, führt aber nach Belebung der euroweiten Konjunktur die Geldmenge nicht wirklich zurück, sondern behält diese in ihren Büchern.

Warum?

Weil die EZB im Namen der Regierungen bzw. nationaler Notenbanken in der EU, anders als die FED in den USA, einen Sündenbock in der Eurozone ausguckt, um mit Hinweis auf diesen den Wert des Euros gegenüber anderen Währungen in der Weltwirtschaft exportversessen durch die Geldmengenweitung herunterzuprügeln..

Seit 2010 ist das Griechenland, um diesem Mitglied der EU, unwidersprochen, die Euro Geldmengenweitung erst in deren volkswirtschaftliche Schuhe zu schieben, dann unverfroren in deren Bilanzen als Schuldentitel zu hinterlegen.

Ist es nicht eher so, dass uns das Junktim politisch gewollter Hebel- Theorie, Staatsfinanzierung der einzelnen Länder, Reformen daheim und Verbleiben in der Eurozone am Beispiel Griechenlands währungpolitisch und makroökonomisch auf die Füsse fällt?

Was hat das Eine mit dem anderen zu tun?, wenn nichts, solten wir dann nicht diese unterschiedlichen Problemkomplexe voneinander abgrenzen?

Die seit März 2015 gegenwärtige Praxis der EZB bis zum Herbst 2016 monatlich 60 Millarden € bis zu einem Volumen von 1.4 Billionen € durch Aufkauf von unveräußerlichen Staatsanleihen der EU- Länder in den Anleihemarkt zu pumpen, in dem der Europäische Stabilitäts Mechanismus (ESM) mit Banklizenz unterwegs ist, senkt zwar den Wert des € bei gleichzeitgem Niedrigzins von 0.25 %, wie erwünscht, belebt aber kaum die Wettbewerbschancen von Staaten wie Griechneland, Spanien, Portugal, weil im Raum der EU Überkapazitäten industrieller Produktion Gegenindikatoren sind, deren Rückführung nach anderen, nach europaweit politisch abgestimmt. parlamentarisch legitimierten Maßnahmen verlangt.

Dass die EZB aktuell Griechenlands Zentralbank über die täglich neu abgestimmte Gewährung der ELA- Notkredit Faszilitäten aushilft, Liquidität für den Waren- und Geldverkehr mit inzwischen 40 Milliarden € zu sichern, geschieht vielleicht sogar im Sinne der EZB mit ihrem Geldmengenausweitungsprogramm nicht ganz uneigennützig.

Statt griechische Staatsanleihen wie von anderen Ländern in der EU zur Staatsfinanzierung aufzukaufen, gewährt die EZB Griechenland nur eine Ausweitung des Kreditrahmens und verweigert, anders als im Fall Spaniens, im mehrheitlichen Namen seiner Eigner, Griechenland eine Umschuldung seiner Schulden beim IWF in Höhe von 1.6 Millarden € , auf den ESM- Rettungsfond.

In ihren Büchern kommuniziert die EZB dieses Vorgehen zu Lasten der griechischen Bevölkerung, Wirtschaft und Gesellschaft gegenüber ihren Eignern, den nationalen Notenbanken der EU mutmaßlich klammheimlich unverhohlen als "Win- Win- Situation"

Die Entscheidung der Schweizer Noten Bank (SNB) im Januar 2015 den Schweizer Franken aus der Mindestwert Währungs- Schleife mit dem Euro zu entkoppeln, bedarf mit Blick auf die gegenwärtige Geldpolitik der EZB Richtung Griechenland einer neuen Bewertung.

"Aleas iacta sunt" ?

Zur Erinnerung:

- Am 6. September 2011 hatte sich die SNB entschieden, den Kurs des Schweizer Franken an den des Euros zu koppeln. Inzwischen ist das Bilanz- Volumen der SNB von 80 Milliarden auf 400 Milliarden Schweizer Franken angeschwollen, mit denen die SNB, vorzugsweise deutsche Bundesstaatsanleihen, zur Stützung des Euros angekauft, zum größten Gläubiger Deutschlands wurde -

JP

http://www.finanzen.net/nachricht/aktien/Wahlversprechen-gebrochen-Tsipras-daheim-in-Bedraengnis-Athener-Parlament-koennte-Massnahmen-ablehnen-4396715
23.06.2015 09:55

https://www.freitag.de/autoren/joachim-petrick/schweizer-franken-und-euro-entkoppelt
JOACHIM PETRICK 16.01.2015 | 16:18 19
Schweizer Franken und Euro entkoppelt

Tsipras daheim in Bedrängnis - Athener Parlament könnte Maßnahmen ablehnen
WAHLVERSPRECHEN GEBROCHEN?

https://www.freitag.de/autoren/joachim-petrick/draghi-puscht-dopt-euro-zum-super-mario
JOACHIM PETRICK 18.11.2014 | 17:00 13
Draghi puscht, dopt Euro zum "Super- Mario"

13:41 24.06.2015
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Geschrieben von

Joachim Petrick

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Joachim Petrick

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