Giordano-Bruno-Stiftung 2004- 2014

HARTZ IV für Affen Eine Forderung der Giordano-Bruno-Stiftung (gbs) lautete 2008: "Grundrechte für Menschenaffen!"
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»Wir gehen nicht von absoluten Wahrheiten aus«

Zehn Jahre Giordano-Bruno-Stiftung

Vor zehn Jahren wurde die Giordano-Bruno-Stiftung (gbs) gegründet.

Nach zehn Jahren Giordano-Bruno-Stiftung (gbs) lässt sich deren Vorstandssprecher Michael Schmidt-Salomon, Humanphilosoph, Autor »Manifest des evolutionären Humanismus«, 2005, Jahrgang 1967, in einem Mediengespräch im Neuen Deutschland (ND) mit Christian Baron vom 8. November 2014 so vernehmen:

"Als wir die Stiftung gründeten, waren wir natürlich davon überzeugt, dass dies die richtige Idee zur richtigen Zeit sei. Dennoch haben wir nicht damit gerechnet, dass sie so bald so erfolgreich werden würde. Heute wird die gbs nicht nur von vielen namhaften Wissenschaftlern, Philosophen und Künstlern unterstützt, sondern auch von rund 50 Hochschul- und Regionalgruppen sowie knapp 6000 Fördermitgliedern. Aus der weltanschaulich-politischen Debatte in Deutschland ist sie gar nicht mehr wegzudenken.

Die Religionskritik steht im Vordergrund der Stiftungsarbeibeit. Dabei geht es der Stiftung nicht darum, Menschen, die an Gott glauben, grundsätzlich zu kritisieren, sondern wachsam dabei zu bleiben, wie Menschen glauben, wenn ja, ob mit oder ohne Absolutheitsanspruch?

Im Verständnis der gbs kann jeder Mensch glauben, was er will. Zu beklagen sei, so Schmidt-Salomon, sind manche Gottesvorstellungen, die mit einer humanen Ethik nicht zu vereinbaren sind.

Oft auch stünden Gottesvorstellungen im Widerspruch zu dem, was wir über die Welt herausgefunden haben. Ein Beispiel sei: Wenn der Mensch tatsächlich von Anfang an von Gott als »Krone der Schöpfung« geplant gewesen wäre, wie viele meinen, so müsste man sich doch fragen, warum »Gott« zum Erreichen dieses Ziels einen so verrückten Weg eingeschlagen hat: Warum, bitteschön, erschuf er zunächst a) eine unglaubliche Vielfalt an Dinosauriern, die über Jahrmillionen die Erde beherrschten, dann b) einen Riesen-Asteroiden, den er vor 65 Millionen Jahren auf der Erde einschlagen ließ, damit c) die Dinosaurier wieder aussterben, um so d) einigen rattengroßen Säugetieren Platz zu machen, aus denen sich e) einige Millionen Jahre später die aufrecht gehende Affenart Homo sapiens entwickeln konnte? Ein Gott, der sich so seltsam verhält, würde eher einem intergalaktischen Mister Bean gleichen als einem allmächtigen, allwissenden, allgütigen Wesen", meint Schmidt-Salomon

Gottesvorstellungen entwickeln unter den Menschen an sich, wenn sie bündig und wirklichkeitsnah daherkommen, die Wirkung einer Großen ERzählung und werden dabei selber zum Medium des Lobgesanges auf diese Erzählung, der sich wie ein Lauffeuer in alle Himmelsrichtungen verbeitet-

Aber um Große ERzählungen geht es der Giordano-Bruno-Stiftung nicht.

Die Giordano-Bruno-Stiftung (gbs) ist eine gemeinnützige Stiftung, die sich die Förderung des »evolutionären Humanismus« zum Ziel gesetzt hat. Sie wurde 2004 von dem Unternehmer Herbert Steffen gegründet, der bis heute als Mäzen fungiert. Von Beginn an profilierte sich die Stiftung als Sprachrohr der Konfessionslosen und initiierte immer wieder religionskritische Aktionen.

Die Giordano-Bruno-Stiftung hat unvevermittelt im Wege ihrer Gründung das Thema Christentum im Abendland vorhersehbar provokant auf ihre Agenda gesetzt.

Berühmt geworden ist eine Karikatur aus dem jahr 2004 von Janosch mit dem Titel

»Taufe«,

die zeigt, wie ein Pfarrer einem Säugling das Kreuz mit einem Hammer ins Herz rammt.

Schmidt-Salomon hat damals ein Kinderbuch geschrieben, das die Bundesregierung auf den Index setzen wollte.

Darin kommt ein freches Ferkel zu dem Schluss:

»Wer Gott nicht kennt, der braucht ihn nicht.«

Bissig oder zänkisch will Schmidt-Salomon diese Aktionen der gbs nicht verstanden wissen:

"Unsere Aktionen hatten immer Biss, aber sie waren niemals verbissen. Dafür hat der Humor bei uns einen viel zu hohen Stellenwert, was bei einer Stiftung, in der sich satirische Künstler wie Gerhard Haderer oder Ralf König engagieren, auch gar nicht anders sein kann. »Wo bitte geht’s zu Gott? fragte das kleine Ferkel« war meines Erachtens ein wichtiger Tabubruch, denn bis dahin galt, dass Kinder über Religion nicht lachen dürfen. Wahrscheinlich befürchtete man, dass das kindliche Lachen die Ehrfurcht, oder sagen wir besser: die Angst vor einem allmächtigen, allwissenden Vatergott abmildert, vor dem man angeblich nichts verbergen kann."

In diesem Buch wird nicht nur das Christentum, sondern auch das Judentum und der Islam kritisiert.

Warum engagiert sich die Stiftung derart islamkritisch?, fragt Christian Baron.

Schmidt-Salomon:

"Es wäre ein verhängnisvoller Fehler, die dringend notwendige Kritik am Islam ausgerechnet Rechtspopulisten zu überlassen."

Schmidt-Salomon befürchtet, dass die Rechtspopulisten mit halbwahrheiten ihre Erfolge erringen.

"Wir haben uns als Stiftung deshalb von Anfang an für einen »dritten Weg« jenseits von Fremdenfeindlichkeit und reaktionärer Islamverteidigung stark gemacht. Paradoxerweise sind sich Deutschtümler und Islamisten in ihrer »rechten« Gesinnung ja sehr ähnlich: Beide reduzieren die Individuen auf vermeintlich stabile Gruppenidentitäten (»der Moslem«, »der Deutsche«), eine Haltung, die in der Menschheitsgeschichte immer wieder zu Mord und Totschlag geführt hat. Wir haben dieser reaktionären Haltung die aufklärerische Formel »Selbstbestimmung statt Gruppenzwang!« entgegengesetzt. Es gibt, wie ich meine, keinen besseren Weg, einen »Clash der Kulturen« zu verhindern."

Ein aktuelles Bücher Schmidt-Salomons trägt den Untertitel

»Warum wir ohne Moral die besseren Menschen sind«.

Eine steile These, meint Christian Baron..

Schmidt-Salomon;

"In dem Buch »Jenseits von Gut und Böse«, auf das Sie anspielen, lege ich dar, dass hinter der moralischen Maske immer schon der blinde Instinkt der Rache lauerte. Tatsächlich erlaubte erst die Belegung »des Fremden«, »des Abweichlers«, »des Gegners« mit dem »Signum des Bösen« jene Eskalation von Gewalt, die sich wie ein blutroter Faden durch die Geschichte der Menschheit zieht."

Auch wenn Schmidt-Salomons es anders meint, so hebt er doch dabei darauf ab, dass hier Große Erzählungen ins Stocken geraten, nicht weiter gesponnen sind, weil ein Klerus, Glaubenshüter des Christentums, Islams, Judentums, auf der Unanfechtbarkeit von falschen Annahmen wider besseres Wissen über die Natur insgesamt und sonders die der Menschen ex cathedra bestehen.

Statt dass nun die Große Erzählung über den einen Gott weiter kontemplativ entspannend auf die Menschen in der Gemeinschaft wirkt, bauen sich nun bei einer ins Stocken geratenen Großen Erzählung Spannungen auf, wie wir Menschen diese bei Kontnientalplattenverschiebungen wahrnehmen. An der Oberfläche ist über lange Zeit nichts zu spüren, aber tief unten baut sich die Spannung auf, bis diese sich unvermittel in entlädt.

Eine Forderung der Giordano-Bruno-Stiftung (gbs) lautete 2008:

"Grundrechte für Menschenaffen!"

Das ist für Christian Baron vom ND eine amoralisch- ethische Forderung.

Für mich ist diese gbs Forderung 2008 eine Steilvorlage, meine, These
mit Friedrich Hölderlin (1770- 1843) zu kommunizieren:

"Ist die Not am größten, naht auch schon die Rettung"

Nur weil wir mit Berechtigung fürchten- wir erleben es ja- dass Menschen andere Menschen am Arbeitsplatz, im Alltag, in der Politik zu Karrierebaum- Sprossenleiter kletternden Menschenaffen "degradieren", erfinden wir mit der gbs Forderung08 zum eigenen Schutz

"Menschenrechte",

eine Grundsicherung für Menschenaffen, damit die als Mitbewerber für gegenwärtige, zukünftige Arbeitsplätze, wenn nicht ausgeschaltet, so doch gleichgestellt, uns nicht, wie auch immer, asozial, außerhalb tarilflicher Vereinbarungen, mit gewagt frivolen Angeboten ihrer Kletterkunst unterbieten, technisch unterlaufen, bzw, in Talenten zu Lohndumping aus Lust am Klettern bei weitem überbieten können.

Hartz IV Grundsicherung müsste zwingend aus eben diesem Grunde, um Lohndumping als äffischer Mitarbeiter oder Testpilot- Affe bei Laborversuchen vorzubeugen, als Recht für Menschenaffen eingeführt werden.

Sicher nicht, damit Menschenaffen Geld nach Hartz IV- Leistungsbezugssätzen für Unterkunft, Verprflegung, Dinge des täglichen Bedarfs, erhalten, sondern geldwert nutzen können, um eine Umwelt vorzufinden, in der ihre Selbstversorgung als freilaufende Affen möglich und nachhaltig gesichert ist.

Ist doch Geld ohnehin nur das Standby dessen, was wir eigentlich selber als Menschen vom Leben erwarten, ersehnen, uns in der Gemeinschaft der Menschen, wie unter den Affen und anderem allem was da kreucht und fleucht, wünschen.

Da fragt es sich sogleich, ob wir nicht Pflanzen aus dem gleichen Grunde auch Menschrechte einräumen aollten, damit die Menschen nicht durch selbst applizierte Drogen, anderweitig medikamentös auf einen Gefühlsstatus von Pflanzen gebracht oder fremdbestimmt eingestellt werden können, weil dies sich Pflanzen mit dem Verweis auf ihre verbrieften Rechte unerhört verbieten würden.

Das genau ist die Erklärung:

"Warum Hartz IV Grundsicherung für Menschenaffen und alles, was da kreucht und fleucht "Not tut"
JP

http://www.neues-deutschland.de/artikel/951626.wir-gehen-nicht-von-absoluten-wahrheiten-aus.html
08.11.2014 Kultur
»Wir gehen nicht von absoluten Wahrheiten aus«
Zehn Jahre Giordano-Bruno-Stiftung: Ein Gespräch mit Michael Schmidt-Salomon


http://www.zdf.de/precht/affenliebe-wo-ist-die-grenze-zwischen-mensch-und-tier-richard-david-precht-im-gespraech-mit-hans-werner-ingensiep-menschenaffen-menschenrechte-tierrechte-33758454.html
THEMA UND GAST | 27.07.2014
Affenliebe – Wo ist die Grenze zwischen Mensch und Tier?
Precht im Gespräch mit Hans Werner Ingensiep

02:22 11.11.2014
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Joachim Petrick

Aktuelles: Meine sichere Route- Refugee-Airlift - Petition "Luftbrücke für Flüchtlinge in Not" an die MdBs des Bundestages erhofft Debatte
Joachim Petrick

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