Götz Georges „Vatermord“ milde sanfter Güte

Zeitgeist Stiehlt Götz George seinem Vater Heinrich George Show und Schatten, damit er als Sohn nicht mehr in dessen Schatten zu treten braucht, gar unsichtbar verschwinden kann?
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Spielt Götz George seinen Vater Heinrich George (1893- 1946), posthum, bis zur Unscheinbarkeit reiner Erlöschung an die Wand?

Erst im totalitären Zwielicht der Weimarer Republik, voller militaristischer Staaten fundamental unterschiedlich politischer Farben im Staate aufgestellt, neben der Reichswehr, dem Rot Front Veteranen Verband (KPD), Reichsbanner (SPD), Stahlhelm (Deutschnationale, Monarchisten), SA und SS (NSDAP).

Dann im Zwiespalt nationaler Erhebung, die 1933 nationalsozialistisch militaristisch mit dem Ziel der Spaltung Deutschlands, Europas, der Welt im Zweiten Weltkrieg in Völker der ersten, zweiten und unwerten Kategorie an Fahrt gewann, auf dem Weg den Georgischen Familienknoten zu zerschlagen?

Von Denkmalpflege, wie es Laura Wösch in der Tageszeitung kolportiert, gar Götzendienst am kulturhistorischen Bild des Vaters keine Spur?

Oder die wundersame Art Götz Georges mit reiner Güte und milder Nachsicht gegenüber der Vaterfigur Heinrich Georges den

„Georgischen Familienknoten“

durch bakteriell sanftmütige Zersetzung im alten „NS- UFA- Babelsberger Sauerteich“ zu „zerschlagen“

Allerherzlichsten Glückwunsch für Götz George zum Fünfundsiebzigsten Geburtstag“

Spielt Götz George seinen Vater Heinrich George (1893- 1946), posthum, bis zur Unscheinbarkeit reiner Erlöschung an die Wand?

Erst im totalitären Zwielicht der Weimarer Republik, voller militaristischer Staaten fundamental unterschiedlich politischer Farben im Staate aufgestellt, neben der Reichswehr, dem Rot- Front Veteranen Verband (KPD), Reichsbanner (SPD), Stahlhelm (Deutschnationale, Monarchisten), SA und SS (NSDAP).

Dann im Zwiespalt nationaler Erhebung, die 1933 nationalsozialistisch militaristisch mit dem Ziel der Spaltung Deutschlands, Europas, der Welt im Zweiten Weltkrieg in Völker der ersten, zweiten und unwerten Kategorie an Fahrt gewann, auf dem Weg den Georgischen Familienknoten zu zerschlagen?

Von Denkmalpflege, wie es Laura Wösch in der Tageszeitung kolportiert, gar Götzendienst am kulturhistorischen Bild des Vaters keine Spur?

Oder die wundersame Art Götz Georges, mit reiner Güte und milder Nachsicht gegenüber der Vaterfigur Heinrich Georges, den

„Georgischen Familienknoten“

durch bakteriell sanftmütige Zersetzung im alten Babelsberger „NS- UFA- ARD- Sauerteich“, im Medien Blitzlichtgewitter und Theaterdonner, weichgespült, zu „zerschlagen“?

Allerherzlichsten Glückwunsch für Götz George zum Fünfundsiebzigsten Geburtstag“

Wenn Götz George, weil er historisch nicht in den Ozeanen des Zeitgeistes schwimmen kann, mit seinem Vater Heinrich George, statt Schlitten zu fahren, mondwandlerisch betäubt, über den wilden NS- Wassern wandelt, geht es selbstverständlich nicht um Zeitgeschichte, sondern um ein Vater- Sohn Verhältnis in einer anhaltenden Epoche voller gesellschaftlicher Gefahrenlagen und ganz persönlicher Anfechtungen.

Stiehlt Götz George seinem Vater Heinrich George Show und Schatten, damit er als Sohn nicht mehr in dessen Schatten zu treten braucht, gar unsichtbar verschwinden kann?

Inszeniert der Sohn Götz George alles so, damit diesen „Diebstahl“ keiner merkt, für seinen Vater Heinrich posthum einen wahren Götzendienst markanter Unschärfe in Profil und Schauspiel, historischen Einstellungen. Licht- und Schattenspielen und verweigert politischen Zuordnungen?

Seiner Väter und Mütter können sich Söhne, Töchter entledigen, indem sie diese gen Himmel loben, in die Hölle verdammen, wie Niclas Frank seinen Vater, Dr. Hans Frank (1900- 1946), den reichsdeutschen NS- Potentaten im Generalgouvernement Rest- Polens von 1939- 1945, oder wie Götz George, der seinen Vater Heinrich George (1893- 1946) von ihm selber in dem Film "George" von Joachim Lang an die Wand gespielt, in den rosa getünchten Nebeln der Unschärfe kollektiven Bewusstseins aller Deutschen auszulöschen sucht?

Götz George, der selber um seine Popularität als Schauspieler schon lange seit seinen Tatort- Kommissar Schimanski Tagen seit 1981 nicht mehr bangen muss, redet viel davon, sein Vater Heinrich war kein Nazi, sondern ein besessener Schauspieler, der nichts außer spielen wollte.

Das mag für Götz George zutreffen.

Bei seinem Vater Heinrich scheint, wie besessen, eine zusätzliche Komponente im Spiel gewesen zu sein, nämlich, nicht nur, erst den Puls der Zeit zu spüren, sondern den Zug der Zeit rechtzeitig nicht zu verstehen, aber diesen, von Herzen, für sich einnehmend, mit aller Wucht zugewandt, zu durchdringen, auf diesen. Plastide aufzuspringen und die Posern des Zeitgeistes selber ungestüm, ungeprüft, als Rolle, als zweite Haut, die sich traut, hauchend, eingeatmet, anzunehmen.

Anders als Heinrich George, hat Götz George in seinem gesamten Schauspieler Leben niemals diese Art fundamentaler Umbrüche, der Umwertung aller Werte vom Mainstream des KPD- Kultur- Sozialismus in der Weimarer Republik zum Nationalsozialismus vor, seitwärts links, seitwärts rechts, und zurück erlebt, denen es sich anzupassen oder nicht anzupassen galt.

Die wahre Kunst des „“Großschauspielers Heinrich George war der richtige Riecher, welche Rolle er der Pose des Zeitgeistes, diesen inhalierend, geben sollte.

Dieses Streben nach der dem Zeitgeist gemäßen Pose steht seit den Tagen der Großdichter Johann- Wolfgang von Goethe, Friedrich Schiller, selbst noch bei Friedrich Hölderlin, Heinrich von Kleist, in einer großen Tradition des "Sturm und Dranges" mit seinen Posen und "Lebenden Bildern".

Heute ist man geneigt, diese Posen, "Lebenden Bilder", systemisch Skulpturen, Groß- und Kleingruppen- Aufstellungen zu nennen.

Die eigentliche Lebensleistung des Schauspielers Heinrich George ist, in seinem lebenslang persönlichen Verständnis, dass er der Pose des Zeitgeistes wuchtig und präsent seine Gestalt, seinen Gang, sein Gesicht, seine Mimik, seine Gesten, seine Marotten, seine Lebensfreude, Lebensangst, Übermut, seine Tränen und Stimme, dem Gedächtnis der Völker zu geben vermochte, gleich, ob der Zeitgeist die Farben der Monarchie, der Weimarer Republik, des Nationalsozialismus, des Kommunismus, der Demokratie trug.

Gemeinhin galten Typen, wie Heinrich George, im Kultur- und Theaterbetrieb der untergehenden Weimarer Republik als trinkfester

„Sauf Aus“- Kameraden“,

„Vereinsmeier“, gleich an welcher Veteranen Front, die blutvoll ihren Mann standen, außer wenn sie lebensvoll für die „Sache“ umfielen.

Carl Zuckmayer (1896- 1977) nannte in seinen geheimen Tagebüchern voller Portraits über NS- Größen Heinrich George einen solchen trinkfesten

„Sauf Aus“- Kamerad,

der in jeder Hinsicht, vor allem aber als Kollege, eher unzuverlässig bis cholerisch unterwegs war und typisch, wie viele NS- Größen, darunter der Reichsgeneralintendant Gustav Gründgens, im Reichs- Kulturbetrieb ihren privaten Juden hatten, den sie vor Verfolgung zu schützen wussten.

Heinrich George sei kein widerständiger Geist gewesen, sondern eher pragmatisch, sagen die einen, opportunistisch die anderen, auf der Lauer nach dem besten Ein- zum Aufstieg auf der Karriereleiter, wenn er in der Weimarer Republik im Kulturbetrieb in seiner „Lebensrolle“

"als radikalster Kommunist“

aufspielte, meinte Carl Zuckmayer nach dem Zweiten Weltkrieg.

Daneben dieser maulheldische „Pimpfen- Trotz“ Heinrich Georges, wenn er seiner Frau Berta Drews aus dem sowjetischen Kriegsverbrecher- Gefangenenlager, dem vormaligen KZ- Sachsenhausen, in Oranienburg schreibt.

„"Na schön, so bin ich eben Kriegsverbrecher und werde mit allen in einen Topf geschmissen".

Mit solcher, privatim hin gemotzt, „pfiffigen“ Haltung signalisiert Heinrich George, dass er, willentlich, unwillentlich, Ende des Jahres 1945, wirkliche Kriegsverbrecher unter den Nazis, in der Deutschen Wehrmacht, der Rüstungsindustrie, z. B. Albert Speer, in der Justiz, im Medizinbetrieb, ganz in der neu gewonnen unverwüstlichen Pose des Zeitgeistes im Nachkriegs- Deutschland, im Namen der so genannten Kollektivschuld, fatal prekär loyal, zu decken bereit ist.

An die Idee als Kronzeuge gegen untergetauchte und gefangene Nazi- Größen aufzutreten, hat Heinrich George mit Sicherheit keinen Moment gedacht, was ihn schon irgendwie, in Nibelungentreue, zum verschworenen NS- Veteranen Kumpel macht.

Heinrich George agiert noch in Gefangenschaft, anders als der Rüstungsminister, Star- Architekt Adolf Hitlers und Reichs- Generalbaumeister, Albert Speer, unreflektiert, uneinsichtig, als der „Hans Dampf in allen Gassen“, der „Tausendsassa“, wenn er, ohne Belege, zu behaupten sucht, dass er eigentlich kein Nazi war.

Da wirkt Heinrich George auf mich, wie ein Alkoholiker, der, bar jeder Krankheitseinsicht und Heilungschance, unverdrossen abstreitet, alkoholsüchtig zu sein.

Wie Albert Speer, ringt Heinrich George nicht um Wahrhaftigkeit, sondern jeden Tag darum, wie ihn die Welt, im Fall Albert Speers als guten Nazi, im Fall Heinrich George, unverbrüchlich als guten Deutschen wahrnimmt.

Der Unterschied zwischen Albert Speer und Heinrich George ist,, Albert Speer ist Kriegsverbrecher, Heinrich George nicht.

Heinrich George war, ähnlich, wie noch im Jahre 1988 der CDU- Bundestagspräsident Philipp Jenninger in einer Rede zum 50-zigsten Jahrestag des Reichspogroms vom 9. November 1938, vom NS- Regime und dessen Protagonisten als Faszinosum, überwältigt, eingenommen.

In der Joachim Lang Dokumentation „George“ fällt aus dem Munde Heinrich Georges, gespielt von Götz George, nachdem ein Schauspielerkollege von ihm auf sein Gesuch nach 10 Monaten genau am 24. Dezember 1941 den Bescheid erhält, seinem Gesuch auf Entjudung sei stattgegeben, der Satz

“Ja!, was die Nazis alles können, sie können Dich zum Juden machen, sie können Dich entjuden.

Adolf Hitler ward doch niemals als Führer im eigentlichen Sinne, sondern als Heilsbinger der Deutschen Nation in dunkler Zeit unter dem vermeintlichen Schandvertrag des Versailler Jochs kommuniziert.

War das nicht das Faszinosum in Depression erwachsener Menschen im Deutschen Reich, , dass die Nazis, so oder so, ob im Guten oder Bösen, unabdinglich darauf aus waren, mit dem Teufel einen Pakt zu schließen, dass Deutschland wieder aufsteigt oder als unwertes Volk für alle Ewigkeit untergeht.

Das war doch einmal eine Hausnummer für generationsübergreifende Zeitgenossenschaft vom Schlage eines Heinrich Georges, einem Sohn des Krieges, wie es Graf Stauffenberg über Adolf Hitler anerkennend sagte, als er sich für diesen noch begeisterte, und des Pimpfen, des Hitlerjungen Philipp Jenninger, die selbst noch im Untergang, im Scheitern eines Attentats, starke Posen, Auftritte verhieß?

„Es lebe das Heilige Deutschland!“,

war der letzte Ausruf von Graf Stauffenberg, als er nach dem gescheiterten Attentat auf den Führer Adolf Hitler in der Wolfsschanze am späten Abend des 20. Juli 1944 im Innenhof des Bendlerblocks standrechtlich erschossen wurde.

Dass die Nazis seit ihrer Machtergreifung am 30. Januar 1933 von Staatswegen im In- und Ausland täglich kleine, große Verbrechen begingen, war den meisten Deutschen fasziniert, von selbst in Acht und Bann versetzt, insgeheim bangend, gewiss.

Der Zweck auf dem Weg zum „Ewig Guten“ heiligte ihnen, mehrheitlich nicht wirklich Nazis, aber deren Bannerträger, die Mittel, so auch Heinrich George und Philipp Jenninger?

Ihnen stand nicht der Sinn nach politischer Führerschaft in der Gemeinschaft der Völker, ihnen stand. mit begeistert, pochenden Herzens, der Sinn nach dem Heilsweg

„Vermögensnaher Volksgemeinschaft reinen Deutschen Wesens und Gemüts“ ,

der, um auf Tausend Jahre Gutes zu schaffen, für ein paar Jahre Böses veranlassen muss, den die Nazis, voran Adolf Hitler als unverbrüchlich flatternden „Fahneneid“ verkündet.

Wie sagte doch Reichsmarschall Hermann Göring im maroden Wichs und unnachahmlich boshaftem „Charme“, seines Reichsmarschallstabes, seiner Orden und Schulterstücke 1946 vor dem Nürnberger Kriegsverbrechertribunal entledigt, in freier Rede:

„Wenigstens einige Jahre anständig gelebt!“

Als Wahrheit sprechendes Echo war da, dunkel erhellend, zu vernehmen

“Und wenn die Welt verbrecherisch zu Schanden, in Stücken zerbrochen, zu Asche fällt!“

Dem Oberbefehlshaber Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel fiel dazu vor seinen Richtern auf die Frage

“Schuldig oder nicht schuldig?“

der schlichte Satz ein;

„Im Sinne der Anklage „unschuldig“.

Meine Schuld ist, ich habe geirrt.“

Albert Speer war als „Darsteller“ des so genannten „guten Nazis“, wie diesen Joachim Fest und Jobst Siedler als verlegerisches „Produkt“ kreierten, dreist genug, zum Ende des Krieges, den Teil an Beutekunst, den er räuberisch im deutsch besetzten Europa ergattert hatte, nach Mexico ausschiffen und dort bis nach seiner Entlassung 1967 aus Spandauer Kriegsverbrecher- Festungshaft lagern zu lassen.

Ab 1978- 1981 hat Albert Speer, wie der Phoenix- Sender unter der Rubrik

„Geheimnisse des NS- Reiches“

am 23.07.2013 zu berichten weiß, über Treuhänder oder unter Decknamen über international bekannte Auktionshäuser, anonym, ertragsreich, versteigernd, veräußert.

Die Kulturbonzen der Nazis, voran Joseph Goebbels haben früh begriffen, was für einen Darsteller der Pose des Zeitgeistes sie in Heinrich George vor sich hatten, denn gesellschaftspolitisch historisch geraubte Posen auf dem Wege zur Macht waren ihr Metier.

Aus diesem Grunde haben die Nazis, in ihrem unabdinglichen Selbstverständnis „Nationaler Revolution“ vorübergehend einige Kompromisse gegenüber dem Zeitgeist gewagt, um Heinrich George für die Pose des Zeitgeistes in ihrem Sinne mit durchschlagendem Erfolg zu gewinnen.

Wollen die Kommunisten, die Theater-, Kultur- , Salon- Demokraten das bis heute nicht begreifen?

Ist diese indifferente bis anklagende Haltung des gegenwärtig bestehenden Zeitgeistes, treuwidrig gegenüber seinen vorherigen Darstellern in anderer Zeit und anderen Umständen zu nennen?

Zimmerleute, Bauarbeiter, Klempner werden doch auch nicht in die Wüste geschickt, wenn ein neuer Zeitgeist in ein gesellschaftliches Gebäude einzieht, warum werden da Harlekins, Schauspieler, Schausteller, Hofdichter, Intendanten, Gaukler vor dem Herrn, über den Jordan gejagt?

Wirkten sie nicht alle sozusagen in heilloser Zeit wie Gedichte fürs Gedächtnis als gespeicherte Bewusstseinslagen einer bestimmten Epoche für die Ewigkeit?

Da landete Heinrich George mit seiner Interpretation seiner Rolle der Pose des Zeitgeistes, erst bei den Kommunisten und Theatermachern Bertolt Brecht, Erwin Piscator, bis 1932, dann ab 1933 bei den Nationalsozialisten wuchtig in Szene gesetzte Volltreffer im Berliner Schiller- Theater und bei der UFA in so unsäglichen Zeitgeist Machwerken wie der Film „Jud Süß“ von Veit Harlan, NS-Propagandafilmen wie „Hitlerjunge Quex", der prekäre Historienschinken, der Durchhaltefilm „Kolberg“.

„Geisteskranke“ in der Psychiatrie, die als Fehlbesetzung jeder Art von Zeitgeist gelten, werden ja auch nicht mit dem Heraufdämmern eines neuen Zeitgeistes in die Wüste gejagt, wenn nicht, warum eigentlich nicht?

Beim Spielen der Pose des Zeitgeistes darf nicht gekleckert werden, wenn das Werk gelingen soll, da wird zu Lasten anderer, vor allem Minderheiten, zu Gunsten gefühlter Mehrheiten geholzt, geklotzt, gehobelt, werden Tränen geschwängert, bis die Junge kriegen, dass die Späne fliegen und die Schwäne, flügelflatternd, ermattet, in Todesgesänge verfallen

Heinrich George spielte nicht ums Verrecken, nicht um sein Leben, das Leben anderer, er spielte, ganz dem antiken Handwerk der Darstellungskunst verschworen, auf Gdeih und Verderb, um Anerkennung und den Gewinn der richtigen Pose des Zeitgeistes.

Das wäre ihm bis fast zuletzt noch im sowjetischen Kriegsverbrecher- Gefangenlager Sachsenhausen in Oranienburg und Berlin- Niederschönhausen gelungen, auch dort den neuen Machthabern eine Lektion des real- existierenden Sozialistischen Zeitgeistes auf deutschem Boden in richtiger Pose des „Faust“ von Goethe oder des „Postmeisters“ von Alexander Puschkin in russischer Sprache vorzuführen, wenn ihn seine physischen Kräfte, im Allgemeinzustand geschwächt, aufgrund einer Lungenentzündung, mit 52 Jahren, in einem Jahr 1946 allgemeiner Not und bitterer Kälte, nicht viel zu früh, verlassen hätten.

Die Familie George erfuhr erst zwei Monate später vom Tode Heinrich Georges, dessen, überliefert, letztes Wort der Familien Legende nach der Ausruf „Götz“ gewesen sein soll.

Götz George in seinem robusten Narzissmus ist sich bis heute seiner gewiss, dass damit er in Persona gemeint war, das weiterzuführen, wofür der Vater gelebt, nämlich die Schauspielkunst.

Die Möglichkeit, dass Heinrich George mit seinem letzten Hauch auf dem Sterbebett nicht seinen Sohn Götz beim Namen rief, sondern Götz von Berlichingen mit dessen berühmten Ruf gemeint haben könnte

“Leck er mich doch am Arsche“,

weil er, selbst noch, angesichts des nahenden Todes, einen letzten Auftritt als Schauspieler in Szene zu setzen vermochte?, liegt wohl außerhalb der Vorstellungswelt der Brüder Götz und Jan George

Will nun ausgerechnet Götz George mit seiner Interpretation der Schauspiel- und Lebenskunst seines Vaters Heinrich in dem Film

"George"

von Joachim Lang, der heute am 24. Juli 2013 zum 75- siebzigsten Geburtstag von Götz George in der ARD ab 21. 45 Uhr läuft, alles für das Linsengerichts seines kleinen Friedens als Sohn mit dem Vater, dessen Heimkehr er als Achtjähriger 1946 gefürchtet hat, weil sein Vater Heinrich auch gegenüber ihm zu schlagenden Verbindungen neigte?, in den Orkus des Vergessens drücken?

Oder anders gefragt, arbeitet Götz George am Beispiel seiner Interpretation der Lebens- und Schauspielkunst seines Vaters Heinrich nicht dessen Wesenskern, sondern den Wesenskern des Zeitgeiste überhaupt heraus, der in der Nachbetrachtung notwendig der Unschärfe anheimzufallen droht?

Kann Heinrich George in der Nachbetrachtung des nationalsozialistischen Zeitgeistes überhaupt irgendein Vorwurf gemacht werden, dass er mit der Wucht seiner Darstellungskunst die menschliche Perfidie des Nationalsozialismus aller Welt in machtvollen Bildern und Worten verdeutlicht hat?

Ist es nicht eher das Gegenteil der Fall?

Waren und sind nicht jene mit Blindheit gegenüber seiner Darstellungskunst geschlagen, gleich welcher politischen Farbe, in deren gesellschaftlichen Betriebssystem gleiche oder abgewandelt ähnlich menschliche Perfidie unterwegs ist?

JP

http://www.taz.de/Dokudrama-ueber-Heinrich-George/!120391/

Dokudrama über Heinrich George

Der Sohn als Denkmalpfleger

02:55 24.07.2013
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Joachim Petrick

Aktuelles: Meine sichere Route- Refugee-Airlift - Petition "Luftbrücke für Flüchtlinge in Not" an die MdBs des Bundestages erhofft Debatte
Joachim Petrick

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