Gregor Gysi, Minimax Konsens Kanzler?

Sofa Möbelrücken Selten sah das deutsche Fernsehpublikum so viel parteiliches Möbelrücken im gesellschaftspolitischen Raum, wie in der gestrigen Sendung bei Anne Will. Wird Gysi Kanzler?
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Von Sofaparteien und Leipziger Allerlei

Möbelrücken bei Anne Will

„Hast Du Minimax im Parteienhaus, bricht bei Dir kein Feuer aus!
Ist Minmax nicht an seinem Fleck, hat alles Feuerlöschen keinen Zweck“

Selten sah das deutsche Fernsehpublikum so viel parteiliches Möbelrücken im gesellschaftspolitischen Raum, wie in der gestrigen Sendung bei Anne Will.

Selbst Gertrud Höhler krempelte die Ärmel ihres khakifarbenen Blazers auf und packte beim Möbelrücken, hebelnd, an und zu.

Nur Jakob Augstein blieb verhalten, unverrückt, als weile er, sinnend, insgeheim weiter führende Gedanken spinnend, im grellen Augen Wahn des Möbelrückens Orkan.

„Angela, Du rettest Deine Wahl zur Bundeskanzlerin nicht mehr, so rette Dein eigenes politisches Anwesen!“

Gertrud Höhler hält Angela Merkel vor, dass sie aktiv zur Entdämonisierung der Linken beitrage und sich nun nicht wundern solle, wenn sich die gesellschaftspolitische Mitte nach links verschiebe und gleichzeitig die gesellschaftspolitischen Ränder, voran die Alternative für Deutschland (AfD) mit einem Mal in den Medien als diskussionswürdig erweise.
Und nicht nur das:
Gertrud Höhler schimpft in ihrem Buch
„Die Patin“ , Orell Füssli Verlag, Zürich, 2012,
mangels faulen Eiern mit der Faust in der Hosentasche, donnerblitz, Angela Merkel als staatliche Enteignerin der privaten Energiewirtschaft, leidenschaftslos, wie sie betont.

Es werde am Abend des Wahltages, am 22. September 2013 in allen parteien und beim Wahlvolk ein "Böses Erwachen" geben, meinte Gertrud Höhler unverhohlen.

Da haben wir das unverstellte Möbelrücken im gesellschaftspolitischen Raum.

Die politische Mitte wurde nach links verschoben, plötzlich steht, was vorher Mitte war, rechts am Rand.

Was zuvor ganz weit hinten am rechten Rande stand, sucht nun, über demoskopische Nachtandacht, als Maulwurf erwacht, von der Morgenröte gelockt, über mediale Honigrouten in der Mitte Neuland.

Das alles und noch viel mehr geschieht an der vorherigen, nun liegen gebliebenen, Mitte vorbei, die als aktuelle Sofapartei, wie man so in Kairo sagt, aus dem Zug der Zeit gefallen, demoskopisch, als nehme nicht der Zug der Zeit Fahrt auf, sondern die politische Landschaft, in die politische Walachei im Nirgendwo, spekulativ leerverkauft, verladen ward.

Bei all dem Möbelrücken Reiz, gerät, ganz ohne Geiz, selbst die

"Rote Socken Kampagne"

der CDU/CSU von einst im Bundestagswahljahr 1994 Jakob Augstein, mit seinem neuen Buch
„Sabotage“, Carl Hanser Verlag, München, 2013,
Gelegenheit stimmt günstig, auf der Lauer, auf der Anne Will Sende Mauer, zum gar nicht smarten, noch edel, sondern zum tolldreist harten Stück Möbel- Wedel, der verrückt gehört.

"Angela Merkel ist zum Opfer ihrer eigenen Wahlkampfstrategie asymmetrischer Demobilisierung geworden.

Jetzt wird ihr Angst und Bange, dass sie im wahlstrategischen Überschwang von 2009, im Bundestagswahljahr 2013 die eigenen Wählerschaft demobilisiert.

Weshalb Angela Merkel nun öffentlich mit dem alten

"Rote Socken Slogan",

augenzwinkernd, wedelt, als wäre der ihre betuchte Zier, mit der sie sich erste Tränen ihres

"Ich habe fertig, ihr wisst es doch, Ihr kennt mich doch, ich liebe euch doch alle, Ich bin doch euer regierendes Neuland",

tupfend, trocknet.

So in etwa die Tonlage Jakob Augsteins bei Anne Will, der ansonsten so guckte, als ginge ihn das ganze parteiliche Möbelrücken, ohne Aussicht auf den geringsten Ansatz von und Aussicht auf Sabotage, gar nichts an.

Was hier in den Anne Will als parteipolitisches Möbelrücken kommuniziert ward, ist erkennbar nachvollziehbar am parteilich getrübten Umgang mit der Linkspartei, mangels realen Realitätsabgrenzungspotentialen, ein Hin und Her Symptomverschieben selektiver Wahrnehmung von gesellschaftspolitischen Problem- Gemengelagen .

1990 wurde die PDS grundsätzlich, Nachfolgeorganisation der SED, eingedenk des Erhard Eppler SPD- SED Grundsatzprogramm Papiers 1988, als hausgemacht deutsch- deutsches Urproblem seit 1946 kommuniziert, um dann etwa ab 1994 dieser PDS platt eine kommunistische Plattform in ihren gelichteten Reihen mit Sarah Wagenknecht als Galionsfigur vorzuwerfen, während es auf Landesebene, kommunaler Ebene in den neuen Bundesländern längst ein Zusammenarbeit mit der SPD, der CDU gab.

Da begann klammheimlich, eher noch verklausuliert, verdeckt, vom rechtsrheinischen Seeheimer- Kreis der SPD, lanciert. befeuert, eine Problemverschiebung in der Außensicht der Medien auf die PDS.

Der Kulminationspunkt dieser Problemverschiebung war mit der Gründung der Linkspartei aus vormaliger PDS und WASG im Bundestags- Überraschungswahljahr 2005 durch Oskar Lafontaine, Klaus Ernst, Gregor Gysi, Lothar, Bisky u. a. erreicht.

Nun war die Linkspartei für die SPD an sich gar kein wirkliches Problem mehr, wenn da nur nicht ihr eigener vorheriger, 1999 von der SPD- Fahne gegangen, Parteivorsitzender, ehemaliger Ministerpräsident Saarlands, rotgrüner Bundesfinanzminister Oskar Lafontaine wäre.

Inzwischen hat sich Oskar Lafontaine, mit Sarah Wagenknecht liiert, aus der parteipolitischen Bundesebene auf seine linksrheinisch parteilichen Güter im Saarland zurückgezogen.

Parteipolitisches Absurdistan

Nun stören die Medien, von Wahlstrategen des SPD Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück gebrieft, an der Linkspartei, man glaubt es kaum, nur noch die westdeutschen Kader aus der ehemaligen WASG, die mehrheitlich aus gewerkschaftlichen Zusammenhängen, zum geringsten Teil aus vormaligen SPD- Juso- Stamokap, wie er selber und Gerhard Schröder, aus KB- , KBW, KPD/ML DKP-isten Truppen stammen.

Patendlösung?

Jetzt heißt es von Seiten der SPD, offiziös anzüglich, dauergekränkt pikiert, gar nicht patent, als letzte Kunde aus dem Munde Ralf Stegners bei Anne Will, ja die Linkspartei hat einen pragmatischen ostdeutschen Teil, aber eben auch einen unerträglich westdeutschen SPD- Hasser Teil.

Wer Absurdistan in der Geografie sucht, sucht vergeblich.

Da hilft es nur mit dem inneren Auge der historisch letzten Jahrzehnte zu suchen, um auf den hellen deutsch- deutschen Wahn im autoaggressiv rotlackiert zerschlissenen Anzug zu schauen, den sich Linke drüben., Linke hüben, einst gegenseitig verpasst, bzw. gegenseitig als unkleidsam abgesprochen haben.

Bei all den ungestümen Neigungen parteipolitisches Möbelrückens in der Anne Will Talkshow bleibt nur einer als parteiliches Designer Möbelstück unverrückt, da wo er schon immer stand im Land, nämlich Gregor Gysi.

"Wer bitte schön im ganzen deutschen Land hat, außer uns von der Linkspartei, anders als die Möbelrücker hier, hoch und heilig versprochen, wir machen Merkel nicht zur Kanzlerin? Keiner!

Alle reden hier beim Möbelrücken halbherzig vom Personalwechsel. Wir wollen, reinen Herzens, einen Politikwechsel"

Wir wollen nicht aus der NATO austreten, sondern die NATO auflösen. Was ein Riesen- Unterschied ist!

Krieg haben noch nie wirklich Probleme und Konflikte unter Völkern, Staaten, Regionen gelöst. Wir wollen raus aus der Spirale der Gewalt und Hochrüstung überhaupt und sonders in Krisen- und Kriegsgebieten, wie Syrien.

Wir wollen eine sanktionsfreie Grundsicherung.

Wir ersetzen das steuerlich ungerechte Ehegattensplitting durch eine individuelle Besteuerung, wobei im Fall von Einzelverdienern in einer Lebensgemeinschaft, Familie, doppelte Ansprüche auf Freibeträge vorgesehen sind"

So in etwa war die Tonlage von Gregor Gysi bei Anne Will.

Wird Gregor Gysi womöglich als Überraschungsei der Bundestagwahl 2013 zum Minimax Konsens Bundekanzler gekürt?, weil CDU/CSU/FDP fernerliefen der politischen Gestaltungsmacht, sich SPD, DIE GRÜNEN mit gleichem Stimmenergebnis von ca. ? auf keinen Kanzler einigen können und deshalb, nach der Devise:

„Hast Du Minimax im Parteienhaus, bricht bei Dir kein Feuer aus!
Ist Minmax nicht auf seinem Fleck, hat alles Feuerlöschen keinen Zweck“

aus dunkler Not, in hellem Minimax- Konsens, die Linkspartei einhegend, guter Rat ist ungeheuer teuer, kommt Zeit, kommt Unrat, Gregor Gysi zum Interims- Bundeskanzler ernennen?

Außer, Gregor Gysi verweigert sich, gelassen in sich ruhend, solcher Art rotgrünen Ansinnens und rotrotgrünen Alarm Devisen, wie

„Hast Du Minimax im Kanzlerhaus, bricht bei Dir kein Feuer aus!
Ist Minmax nicht an seinm Fleck, macht alles Feuerlöschen keinen Zweck“

von SPD und DIE GRÜNEN?

JP

http://daserste.ndr.de/annewill/aktuelle_sendung/index.html

11.09.13 | 22:45 Uhr

Rot-rote Machtspiele - Schreckgespenst oder soziale Verheißung?

Kurz vor Schluss scheinen sich Union und FDP doch noch Sorgen zu machen, ob es für eine Wiederauflage der Koalition reicht – und holen das rot-rote Schreckgespenst wieder aus der Wahlkampfkiste. Die beiden Oppositionsparteien und die Grünen zeigen in ihren Wahlprogrammen viele inhaltliche Schnittmengen, lehnen ein gemeinsames Bündnis offiziell aber vehement ab. Werden rot-rot-grüne Szenarien von allen Seiten also nur aus taktischen Gründen debattiert oder böten sie den Wählern in Wahrheit eine ernsthafte Alternative?

11.09.13 | 22:45 Uhr

Die Gäste im Studio

Das Thema diskutieren Gregor Gysi, Ralf Stegner, Armin Laschet, Gertrud Höhler und Jakob Augstein.


https://www.freitag.de/autoren/joachim-petrick/gregor-gysi-rockt-ard-tv-dreikampf-blues

Joachim Petrick
03.09.2013 | 01:34 3
Gregor Gysi rockt ARD- TV- Dreikampf Blues

17:56 12.09.2013
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Joachim Petrick

Aktuelles: Meine sichere Route- Refugee-Airlift - Petition "Luftbrücke für Flüchtlinge in Not" an die MdBs des Bundestages erhofft Debatte
Joachim Petrick

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