Grundeinkommen, Abrissbirne der Arbeitswelt

Arbeitskultur Erleben wir durch die Einführung des "bedingungslosen Grundeinkommens" eine Entfremdung von Einkommen als Vehikel gesellschaftlicher Partizipation?
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Droht mit dem bedingungslosen Grundeinkommen allerorten das Ende der Arbeitswelt?

Werden wir durch die Einführung eines "bedingungslosen Grundeinkommens" grundsätzlich eine Entfremdung von Einkommen als bisher vertrautes Vehikel gesellschaftlicher Partizipation betrieblicher Organisation erleben?

Wobei die Bedingungslosigkeit des Grundeinkommens darin besteht, unverhandelbar auf gewerkschaftlich erkämpftes Forderungseigentum klaglos zu verzichten, Einkommensverhältnisse von Vermögens- , Bildungs- , Ausbildungs- , Arbeitsverhältnissen mit der propagandistischen Zielsetzung zu entkoppeln, dass es mit Einführung des bedingungslosen Grundeinkommens kein Recht mehr auf die administrativ personenbezogene Fall Feststellung, samt Case- Management von Not, Elend, Armut gibt, die aus gesellschaftlich asymmetrisch organisiert wirtschafltichen Verhältnissen erwachsen ist.

Bisher kann und wollen die Protagonisten der Idee des bedingungslosen Grundeinkommens, unwillentlich hier, erklärtermaßen da, das Besteuern in Besitzstands- und Eigentumsverhältnisse, die über Jahrzehnte vor und nach dem Zweiten Weltkrieg im Wege der konsumptiv industriellen Revolution in Deutschland, Westeuropa, den USA, Kanada, Australien, über das Instrument einer marktwirtschaftlich orientierten Arbeitskultur aufgebaut, als Erbmasse leistungslos angehäuft wurden, bedingungslos unterlassen.

Denn das bedingungslose Grundeinkommen soll, ohne Ansehen der Vermögensverhältnisse einzelner Personen, ausschließlich über eine Erhöhung der Mehrwertsteuer, zu Lasten aller Verbaucher/innen, gleichernaßen finanziert werden.

Der gleichzeitig blumig gepriesene Verzicht auf Bedürftigkeitsprüfungen, wenn es um den Leistungsbezug des bedingungslosen Grundeinkommens für alle geht, ist bei Lichte betrachtet, im Kern, über die Abschaffung von Armuts- und Reichtummsberichten der Verzicht auf Datenerhebungen von Vermögensverhältnissen im Land, so als ob die amtliche Feststellung von Armut, Reichtum gleichermaßen hochpeinlich wäre.

Stellt die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens, angesichts der Aussetzung des Grundwehrdienstes, der Wehrpflicht, des Zivilersatzdienstes, angesichts der anschwellend liegengebliebenen Arbeit im Bereich der Kinder- . Jugend-, Altenhilfe, im Gesundheitswesen, Kultur, Sport, Bidung, Ausbildung, die eine Seite der Medaille dar, während die andere Seite dieser Medaille in der abnehmenden Bereitschaft und Fähigkeit der Arbeitswelt und deren Mitspieler, Arbeitgeber hier, Arbeitnehmer da, auskömmlich Löhne zu zahlen, Einkommen zu erzielen, bzw. kampagnenstark vor Ort zu fordern, zu suchen ist ?

So gut und überzeugend die Idee des bedingungslosen Grundeinkommen auch in Regionen der Welt kommuniziert, gar durch Spendengelder von NGOs, Weltkirchen, auf fragiler Basis praktiziert werden mag, wo, wie in Afrika, in Namibia, die asymmetrische Verhältnisse von Armut und Reichtum seit Jahrhunderten verdunkelt, festgeschrieben sind, so wenig vermag das bedingungslose Grundeinkommen in entwickelten Ländern mit transparenter Datenerhebung von Armut, Reichtum, Arbeitsverhältnissen, Arbeitlosigkeit darüber hinwegtäuschen, dass es bei der Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens nicht um die Beseitigung von Armut, Elend, frühen Tod geht, sondern mit dem bedingungslosen Grundeinkommen als Geleitzug historisch darum geht, vorhandene Strukturen von Arbeitsmarktkultur in allen Regionen der Welt nachhaltig zu schwächen, Absichten auf solche Arbeitsmarktstrukturen, die durch Partizipation von Gewerkschaften, Arbeitgeberververbänden bestimmt sind, im Keime zu ersticken.

Auch wenn die Einführung der gesetzlichen Sozial. und Rentenversicherung durch den Reichskanler Otto von Bismarck im Jahre 1882 bei einem Erlebnisfall von 70 Jahren eher dazu diente, das Besteuern in das Bestandsvermögen von Großgrundbesitzern, des Landadels zu verhindern, die ihr Landvolk im Anbeginn der industriellen Revolution entschädigungslos freigesetzt hatten, so hat sich doch über die Tarifautonomie von Arbeitnehmervertretungen/Gewerkschaften, Arbeitgeber/Verbände um die umlagefinanzierte Sozialversicherung ein schützenswert innerer, sozialer und äußerer Rechts- und Arbeitsfrieden herumgruppiert.

Durch die Subventionierung von Gemüse, Fleisch, Fisch u. a, Nahrungsmittel, Textilien, dem Produkt "Sicherheit" graben Wirtschaftsregionen wie die USA, die EU den Märkten in Afrika, Asien und andernorts durch "Dumpingpreise" das Wasser ab.

Besteht da nicht die Gefahr, dass das bedingungslose Grundeinkommem der Baustein einer neuen Art von Subvention über die Mehrwertsteuer von Wirtschaftsregionen wie die EU, den USA, die erdöl-, gasexportierenden Länder ist, nämlich Arbeitnehmer/innen, die durch das bedingungslose Grundeinkommen vorfinanziert sind unter dem Slogan

"Kostenlose Luxus- Reise zu ihrem Teilzeit- Arbeitsplatz "BRUTTO=NETTO mit Abenteuergewinn!""

in alle Teile der Welt zu entsenden, um dort, entpolitisierend, kampagneschwächend, jedem Ansatz von arbeitmarktplolitischen Strukturen vor Ort den Garaus zu machen?

Werbekampagnen der Bundeswehr auf der Suche nach Frewilligen für Auslandseinsätze, klingen, thematisch auf den Bereich "Security" heruntergebrochen, ähnlich durch Steuermittel vorfinanziert !"

JP




https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/ein-stueck-vom-grossen-brotlaib
Jens-Eberhard Jahn
14.11.2012 | 08:30 123
Ein Stück vom großen Brotlaib

19:16 19.11.2012
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Joachim Petrick

Aktuelles: Meine sichere Route- Refugee-Airlift - Petition "Luftbrücke für Flüchtlinge in Not" an die MdBs des Bundestages erhofft Debatte
Joachim Petrick

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