Heller Wahn im "Jamaika Anzug"?

Jamaika Koalition Das politische Farb-Spiel beginnt. Jakob Augstein pickt sich in seiner Kolumne ".Sie hat Heimat gesagt" nicht Gelb, Schwarz sondern Grün heraus, ein Mütchen zu kühlen
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Heller Wahn im nadelgestreiften "Jamaika Anzug" zum "Letzten Heller"?, oder "Och Nee!" Jakob Augstein schreibt so diabolisch schön zu Lasten Katrin Göring-Eckardt, zu Gunsten Cem Özdemir

Jakob Augstein schreibt in seiner Kolumne "Katrin Göring-Eckardt Sie hat Heimat gesagt" diabolisch schön boshaft, wie er es einst über Yanis Varoufakis Aussehen beschrieb, ein diabolisch schöner Mann..

Und nun dieser Erguss aus der Edelfeder von Augstein in diabolisch schöner Ungereimtheit seinen Lesern parat für jede "Macho-Macho-Art" sein Plesierchen:

"Katrin Göring-Eckardt ist im soeben zuende gegangenen Wahlkampf als maximalsympathische, weil vollkommen konturlose, cemözdemirbegleitende Grünen-Spitzenkandidatin aufgefallen - oder vielmehr nicht"

Irgendwie scheint es Jakob Augstein mit den Frauen von politisch beschlagener Prorminenz zu haben.

Kurz vor dem Bundestagswahltag 2017 schrieb er in seiner Kolumne "Dr. Merkels Schlaflabor ", die Frau macht mich wahnsinnig. Gemeint war Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel, Wahnsinn sei ihr Programm.

Frau Merkel macht mich auch wahnsinnig, wenn sie, die die gesellschaftlichen Verhältnisse hierzulande so befördert hat, dass schwierige Biografien absehbar wie Pilze aus dem Boden sprießen, Deutschland euopaweit den größten Niedriglohnbereich hat, in einer Wahl-Arena einer Kritikerin, die nach 40 Jahren Vollzeitarbeit als Putzfrau, ihne niedrige Rente unter 700 €/Monat beklagt, gesellschaftliche Veränderungen fordert, in aller muttihaften Freundlichkeit abspeist, ohne sich auf eine Debatte einzulassen "ich verstehe Sie vollkommen, Sie haben ja wirklich eine schwierige Biografie!"

Jakob Augstein kann, wie geagt, bei Gelegenheit diabolisch schön boshaft schreiben, wie Yanis Varoufakis schauen tut, wenn er mit einem "Rasenden Gefährt" über die Ausfallstraßen auf die Highways der Wektfinanzwirtschaft brettert.

Da hat sich Jakob Augstein die Katrin Göring-Eckardt auf seinen Leim geholt, den er im Jahr 2016 anlässlich des US-Präisdentschaftswahlkampfes unter besonderer Berücksichtigung des womöglich hierzulande unterschätzten Donald Trump in einer seiner Kolumnen genüsslich, reich an patritotisch eingefärbter Begrifflichkeiten der Leitkultur, der Heimat entlang, ausgebreitet hat und wie die Schlange K mit ihren drehend rollenden Augen seinen Lesern versichert, Heimat, Begriffe wie "Unser Land" das hat was, das sollte wir, im Zweifel links, eben nicht unbeackert links liegen lassen. besonders weil ja Länder wie Polen, Ungarn, Tschechien, Slowakei, Kroatien, Slowenien, Estland, Letland, Litauen nach der Auflösung des Ostblocks in Begriffen von Nation trotz und wg. der EU einen soziokulturellen Anker im Ungefähren erleben, ohne sich dessen sicher zu sein..

Wenn Augstein dem Thema zum Geleit einige Nägel inhaltlich trefflich auf den Kopf trifft, so hat mich das erfreut, es bleibt aber doch anzumerken, was er, vollkommen um Pointen seines gehobenen "Lümmelstil" kreisend, vernachlässigt, nämlich die Entwicklungsgeschichte Der Grünen vor 1990 und die nach 1990 ab 1992 im Bündnis 90/Die Grünen vereint.

Da wirkt Augstein gegenüber Katrin Göring-Eckardt meines Erachtens ungerecht und da auch noch übers Knie gebrochen ins Auge,,zu scheinbaren Gunsten von Cem Özdemir von Den Grünen. So wird er keinem von beiden und schon gar nicht der allgemein gesellschaftspolitischen Lage in Deutschland, Europa gerecht,

Katrin Göring-Eckardt lebte bis zur Wende in Leipzig. Was sie mutmaßlich unter "Heimat" versteht, ist nichts "Nationales" sondern zivilgesellschaftlich die Nischenkulturgesellschaft zu DDR-Zeiten in allen erdenklich protestantischen Farben bis hin in die DDR-Nomenklatur, wie sie Günter Gaus(1929-2004), der Erste Hohe Vertreter der Bundesrepublik Deutschland bei der DDR-Regierung in Ostberlin in der Chauasseestraße 1974-1981, in seinem Buch von 1984 beschrieb "Wo Deutschland liegt".

Sicher die Ur-68er Grünen, Linken im Westen lebten abgespalten von jenen des Prager Frühlings im Osten bei dem Versuch, gesellschaftspolitisch "Land" zu gewinnen, dabei mit Rudi Dutschkes Losung vom "Langen Marsch durch die Institutionen" , Peter Schneiders Erzählung "Lenz" im "Tornister", Martin Luther King Memphis Rede Alabama 1964 "I have a Dream!" , Angela Davis Appelle, Donovan Philips Leitch Songs. Jimmy Hendrix, Bob Dylan, Jean Baez, Patty Smith, die Stones, Bruce Springsteen, Pink Floyd, Santana, Zapata, Hannes Wader, Wolf Biermann, Reinhard Mey, Franz-Josef Degenhardt!!, Puhdys, Karat, City, Bettina Wegener, Nelson Mandela in seiner Robben Island Gefängniszelle im Apartheid-Regime Südafrika, Konstantin Wecker, Udo Lindenberg, Otto, Blödelbarden Insterburg & Co den Auritäten Spottgesänge zum Hohn, Rio Reisers Schrei Stakkato "Macht kaputt, was euch kaputt macht" im Ohr, als Teil der globalen 68 Generation, örtlich betäubt, durch den lichten Schleier des "Prinzips Hoffnung" von Ernst Bloch blinzelnd wahrgenommen.

Jene 68er, die bis 1990 nicht nur mit Gespür für Schnee von Gestern, hüben und drüben, den tausendjährigen Mief und Muff unter den Talaren in der Nase, Koks, Cananbis, Amphetamine, Pervitin, Captagon in den Hausapotheken, Alkohol ohne Ende in den Hausbars, dazu nakotisierender Tabakkonsum ihrer heimgekehrt vollgedopten Väter, Mütter, Lehrer, Wahlverwandtschaften, Lehrmeister, Dozenten, Pfarrer, Trainer für das kommende Wirtschaftswunder als kompensierende Vergekltungswaffe V 1 und mit dem rasenden Radioreporter Herbert Zimmermann gewonnenen Fussballweltmeisterschaft 1954 in Bern als V 2, im sicheren Geleitl der Unbehaustheit, gesellschaftspolitisch als Schlüssel-Etagenkinder ausgewildert, einsam in einer vaterlosen Gesellschaft aufwuchsen, wie sie Alexander Mitscherlich 1967 in seiner gleichnamig wissenschaftlich fundierten Abhandlung beschrieb.

Denn ihre Väter, Mütter kamen 1945, gleich von wo, als Soldat, Widerständler, Kriegsgefangene, Emigranten geschlagen heim und meinten insgemein wortlos beredt stillschweigend, ihre Brut sollte es so oder so besser ausfechten.

Wozu die aber, dem Universum sei`s gedankt, keinen Bock hatte "Stell Dir vor, es ist Krieg, keiner geht hin!" "Macht für Niemand!".

Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg: Das ist auch Heimat irgendwie irgendwo, irgendwann.

Andere Länder andere Sitten, in Europa freuen sich viele Bürger*nnen, wenn wir Deutschen nicht ihr Land erst als Tourist auskundschaften, dann womöglich ab 5.45 Uhr an einem Dienstag als Besatzer Landser lieben, sondern dass die Deutschen endlich ihr eigenes Land lieben, am besten ihre zivilgeselschaftlichen Nischen in Flensburg, Hamburg, Bremen, Hannover, Lübeck, Wismar. Rostock, Schwerin, Stralsund, Magdeburg, Dresden, Lepzig, Erfurt, München, Nürnberg, Dortmund, Emden, Duisburg, Köln, Bonn, Berlin damit Ruhe im EU-Karton ist, auch wenn Bundespräsident Gustav Heinemann 1969-1974 gesagt hat, ich liebe nicht Deutschland, ich liebe meine Frau.

In den Ohren der Polen klingt genau das seit dreihundert Jahren gefährlich. Denn seine Frau kann der Deutsche auch in Warschau, Krakau, Belgrad, Split, Athen, Rom, Amsterdam, Paris, Oslo, Kopenhagen, Moskau, Tobruk, Bengasi, Kiew, auf der Krim lieben.
JP

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/katrin-goering-eckardt-die-gruenen-suchen-den-weg-nach-rechts-kolumne-a-1172047.html#js-article-comments-box-pager
Katrin Göring-Eckardt Sie hat Heimat gesagt
Eine Kolumne von Jakob Augstein
Montag, 09.10.2017 13:29 Uhr

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/bundestagswahl-angela-merkel-klammert-sich-an-die-macht-kolumne-a-1164891.html
Dr. Merkels Schlaflabor
Eine Kolumne von Jakob Augstein
Montag, 28.08.2017 16:41 Uhr

Günter Gaus Buch "Wo liegt Deutschland", 1984

16:18 10.10.2017
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Joachim Petrick

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Joachim Petrick

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