Herr Schmidt!, haben Sie 1980 das Klopfen des Sozialismus überhört?

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Herr Schmidt!, haben Sie 1980 das Klopfen des Sozialismus überhört?

Helmut Schmidt!, warum haben Sie 1980 die Klopfzeichen des Sozialismus im abgrundtiefen Keller der Geschichte überhört?
Meine Fragen an den Altkanzler Helmut Schmidt:

Zeit Magazin 47- 36- 09 "Verstehen Sie das, Herr Schmidt?", Gespräch mit Giovanni Di Lorenzo

Lieber Herr Schmidt,

etliche meiner Freunde/innen, Bekannten/innen meinen als fleischgewordene Helmut Schmidt Fans hier, fleischenthaltsame Helmut Schmidt Gegner da, bemerkenswert einhellig:
"Jochen, Du alter Knochen, wie kannst Du Dich unterstehen, Neunzigjährige, wie Helmut Schmidt Deiner jugendfreien Kritik zu unterziehen!?" .
Denen antworte ich jedes Mal freimütig in deeskalierenden Beharrlichkeit mit Joachim Ringelnatz:
"Ihr ahnt ja nicht einmal, was uns bevorsteht, nämlich der gesellschaftspolitische Durchmarsch Neunzigjähriger, Marke "Helmut Schmidt", im Gleichschritt Der Zeit ihrer Zauberlehrlinge der Provenience eines Giovanni di Lorenzo und Jakob Augstein im Meinungsmedium Der Freitag"
Im übrigen ist Helmut Schmidt ein ausgemacht falscher Fuffziger, der sich argumentativ klamm, unheimlich unter die 68er mischt, diese höhnend als vaterlos törichte Stinktiere zu brandmarken.
Bedenkt wohl, Helmut Schmidt ist gerade, mental per jahrzehntelanger Nikotin- Menthol Narkose konserviert, so alt, wie das Bad- Godesberger Programm der SPD von 1959.
Erst danach war mit der Troika "Herbert Wehner, Willy Brandt, Helmut Schmidt" für die SPD gesellschaftspolitisch möglich, das Kainsmal der Regierungsunfähigkeit in Amt und Würden bundesweit abzustreifen, auch wenn CDU, CSU, FDP bis heute meinen, dass es gegen die freiheitlich göttliche Grund- Ordnung verstößt, wie es Helmut Schmidt unter Phantom Schmerzen leidend, augenzwinkernd zum Besten gibt, wenn Sozialdemokraten allein regieren.
Lieber Herr Schmidt,
wieso eilen Sie, ohne erkennbare Not, zur sakrosankten Heiligsprechung der Rettungspakete, Rettungsschirme, Konjunkturprogramme, samt Abwrackprämie, die Bundeskanzlerin Angela Merkel im Schongang- Bunde mit Finanzminister Peer Steinbrück per staatlicher Schulden- Inflation mit nacheilender Schuldenbremse für den gigantischen staatlichen Schuldenberg Massivs verzapft hat, als ob der als Rinnsal eines Schulden- Gletschers daher käme?
Wie soll sich denn der Herr zu Guttenberg in dem schweren Amt des Bundesverteidigungsministers auf Sicht bewähren, in die richtige Kluft bequemen, wenn er dies schon jetzt, leicht über allen Wolken auf Flügeln schwebend gen Afghanistan fliegend, heiter hoch gestimmt, locker mit seinen zehn Fingern am Abzug im Hosenbund, als Casting- Show von Ostfriesen begreift, die bei jedem Blitz und Donner aus ihrem Haus ins Freie stürmen, damit der liebe Gott ein Blitzfoto- Gewitter über sie donnernd ergehen läßt?
Wenn 25 % der Bundesdeutschen, wie Sie sagen, ihr Aussteuern von der deutschen Volkswirtschaft in Form von Renten- , Pensionsbescheiden und anderen Leistungs- und Versorgungsbezügen ins Haus flattert, sagt das viel über den Mangel an direkter Partizipation der Bürger/innen an den Früchten, Erträgen und der Ernte unserer freien wie sozialen Marktwirtschaft aus.
Von "Wohlstand für alle", wie diesen einst Ludwig Ehrhard nach dem Währungs- Sichel- Schnitt zu Lasten des Geld- statt Grund- Boden, Aktien- und Anlagen- Vermögens postuliert, weit und breit keine Spur.
Wie gut, dass ich Sie mit ihren eigenen Argumenten als Waffe zwar nicht schlagen, aber doch umzingeln kann, wenn Sie wohlwollend Thilo Sarrazin Diskriminierung im positiven Sinne assistieren, weil der osteuropäisch immigrierten Juden in Deutschland eine 15 % höhere Intelligenz bescheinigt als dem Durchschnitt der bundesdeutschen Bevölkerung.
Als ob 15 % mehr Intelligenz in Zeiten steigender und bleibender Massen- Arbeitslosigkeit, im Integration Sinne Arbeitsplätze garantiert?
Zwei Sätze weiter verlegen Sie sich selber auf eine positive Diskriminierung der bekannt prekären Art, seit den letzten Tagen der Weimarer Republik, indem Sie deutsche Bürger/innen von damals, nochmals als jüdischen Teil der deutschen Bevölkerung durch "positive" Diskriminierung, durch unheilvoll Daten erhebende "Sonderbehandlung" ungewollt "ausbürgern.
Zitat Helmut Schmidt:
"Es gibt ja gar keinen Zweifel daran, dass die hohe geistige Bedeutung von Wissenschaft und Kunst in Berlin in der Zeit der Weimarer Republik ganz wesentlich den Juden zuzuschreiben war".
Statt, dass Sie nun als ausgewiesener Welt- Ökonom Ihren altbekannten Weggefährten Thilo Sarrazin als neu gekürten Bundesbanker beim monetären Portopee packen, fallen auch Sie auf seinen Geleitzug, sein medial banal inszeniertes Tam Tam herein, das ihm dazu dient, ungefragt nach der HSH- Nordbank, IKB, Sachsen- LB, Bayern- LB, West- LB, samt Zweckgesellschaften in Steueroasen, dem Versagen der BAFIN, der abenteuerlichen Geldmengenpolitik der EZB, ungerührt wie ungesühnt durch die Welt- Finanzkrise, wie das Messer durch die Butter in der Sonne ihrer Geltungssucht, zu fahren.
Warum lassen Sie Thilo Sarrazin als schlachtendem Fleisch- Koch ungestört, was vom "Pferd" erzählen, während es vom Pferdestall her brenzlig explosiv brisant nach einer Himmel Feuer stürmend monetären "Gefahrenlage" stinkt?
Geld vermag bekanntlich, aasend, Gase grasend, überreich billig falsch gelagert, unsachgemäß hoch gestapelt, aufgeladen, zu brennen, wie selbst entzündetes Heu.
Vonwegen, Thilo Sarrazin habe die Volksmenge auf seiner Seite, wie Sie leichtsilbig nahe legen.
Ist es nicht eher so, dass sich Thilo Sarrazin dabei ausprobiert, unbemerkt über den Lieferantenaufgang einer erfundenen Volksmenge als Souverän klammheimlich, von der Sohle bis zum Scheitel forsch und schneidig, ohne Legitimation nach Artikel 23 Grundgesetz (GG) beizutreten?
Peter Sloterdijk wirkt gegen Thilo Sarrazin dagegen brachial herunter gedimmt, wenn er die prekäre Beglückung der Bürger durch die staatliche Zwangssteuer .brechen will, damit endlich die freien Kräfte des Weltmarktes, befreit von steuer- subventionierten Asymmetrien im Handel, Wandel, Banken, Währungen, Leistungsbilanz- Verkehr unserer Einen Welt, ihre nährende Wirkung entfalten können?
Der Bürger endlich im Stolz seiner sichtbar gebenden Hand, für Projekte seiner Wahl, lokal wie global, mehr an Steuern zahlt als unter regional- staatlichem Zwang für den asymmetrischen Tiger im Weltwirtschafts- Tank?
Nach zwanzig Jahren Berliner Mauerfall vom 09. November 1989, könnten Sie eigentlich frohgemut einräumen, dass damals alles so gekommen, wie Sie es vorausgesehen, aber sich bisher nicht trauten, es so klar und wahr zu verlautbaren!?
Denken Sie nur daran, wie Sie in deeskalierenden Beharrlichkeit bemüht waren, Erich Honecker eine Steilvorlage nach der anderen zu servieren.
Beginnend mit der Erfindung der tückischen Raketenlücke in Mitteleuropa 1976, dem NATO- Doppelbeschluss 1979/82, durchatmend beim Herunterputzen der bundesdeutschen Medien- Karawane "Jetzt ist es aber gut. Jetzt haben sie genug Bilder geschossen!" am Wehrbellinsee 1981 bei Güstrow, dass sich Erich Honecker überraschend, wie immer in freier Rede geneigt sah, die bundesdeutschen Medien in erfrischender Heiterkeit zu loben:
"Aber Herr Schmidt, nun schimpfen Sie doch nicht so über ihre eigenen Medien. Ihre Medien machen doch hier auch nur pflichtgemäß ihre Arbeit und zwar gut!",
endend bei der Übergabe und Annahme eines Bonbons auf dem Bahnhof von Güstrow 1981, mit dem Erich Honecker schon einmal vorab als real existierender Sozialist am Tor des Grundgesetzes gemäß dem Beitritts- Paragrafen 23 geklopft.
"Wer hat da geklopft?
Ganz zu schweigen von Ronald Reagan, der mit Antritt seines Amtes als US- Präsident 1980 verkündetet;
"Wir werden die Kommunisten in aller Welt so totrüsten, Krieg gegen ihre Rinder führen, bis die wie winselnde Hunde vor unserer Türe stehen!"
Wenn das kein Klopfen war, was dann?
Na Klar!:
"Der Sozialismus klopfte 1961 per Berliner Mauerbau, 1981 durch die sichtbare Hand der Solidarnosz in Polen so gut wahrnehmbar, wie 1989 mit dem Berliner Mauerfall an der Pforte des Kapitalismus!"
Ihre eigenen Steilvorlagen wollen Sie bis heute nicht als solche erkannt, geschweige denn verstanden wissen?
Warum?
Wollen Sie weiter der Kirche im Sozialismus der DDR ihre deutsch- deutsch historische Rolle eines Scharniers in der Eigenschaft des Botschafter eines unverbrüchlich austariert ausstaffierten Bratkartoffel- Verhältnis von MDN zur DM im real- existierenden Sozialismus als Kehrseite unserer freiheitlich sozialen Marktwirtschaft mindern?
Warum?
Jeder Mitarbeiter/in der Kirchen im real- existierenden Sozialismus erhielt, vom bundesdeutschen Steuerbürger/in finanziert, ein Monatsgehalt/anno in DM, neben dem ortsüblichen MDN- Gehalt in der DDR, um dieser Rolle eines Botschafter des MDN- DM- Bratkartoffel- Verhältnis mit der Folge der Gründung von Inter- Shops, Inter- Hotels, Exquisit- Läden konsumptiv vorauseilend, gerecht zu werden.
Hat Oskar Lafontaine nicht spätestens 1980 in Vorbereitung auf den Bundestagswahlkampf der Giganten:
"Helmut Schmidt gegen Franz Joseph Strauß" unter der brenzligen Parole "Freiheit gegen Sozialismus"
zu recht, neben der Inneren Führung der Bundeswehr, nach Oberst Graf Baudissin, eine geistige Führung im Lande gefordert und gefördert, die, angesichts der dringlich flehentlichen Appelle der Solidarnosz in der VR- Polen nach einer direkten Grenze mit der EWG durch ein vereinigtes Deutschland, über Tugenden sekundärer Art wie Unart von "Nibelungen" Gefolgschaft, Kadaver- Gehorsam Unrat in KZs hinausgeht?
Hatte die Aussperrung von SED- Mitgliedern 1989/90 durch die bundesdeutsche SPD nicht ausschließlich, zeitlich bekrenzt, materielle Gründe, weil die im Wege des Zusammenschlusses von der SPD und KPD in der Sowjetzone 1946 zur Sozialistischen Einheitspartei Deutschland (SED) ungeklärten Eigentums- und Vermögensverhältnisse 1989/90 allen Genossen/innen, ungeahnt ungemütlich, auf den gewachsenen Finger- und Fuß- Nägeln brannten?
Rührt von daher die unerschütterliche Dankbarkeit der SPD- Führungsriege gegenüber dem Einheitsgeschehen von 1990, voran Bundeskanzler Helmut Kohl, der als teurer Eigentums- und Vermögens- Mediator, sowohl der SPD als auch der SED/PDS, mit hoch mögendem Rat und Tat, monetär ausgleichend, zur patentierten Vermögens- Seite stand?
Ob nun zweitklassige Wessis nach dem 03. Oktober 1990, dem Tag der Deutschen Einheit, viele Posten in Ämtern, Behörden, Ministerien, Öffentlich- Rechtlichen Anstalten der neuen Bundesländer der ehemaligen Bezirke der DDR besetzt haben, ist so pauschal von Ihnen formuliert, "Leck mich am Ärmel" in den gesamtdeutschen Einheitswind gesprochen.
Wichtiger wäre doch wohl nach zwanzig Jahren Deutscher Einheit der Hinweis, dass etablierte Parteien, Verbände, Gewerkschaften, Kirchen, Bundeswehr, Polizei, Gerichtsbarkeit, Kommunen, Verwaltung, Städtepartner, Stiftungen Bildungsträgern in Westdeutschland viel daran lag, ihr Beitragsaufkommen durch die vom gesamtdeutschen Steuerbürger/in finanzierte, so genannte Busch- Zulage, durch Übernahme von amtlich besoldeten Aufgaben und Arbeitsplätzen in den neuen Bundesländern in ungeahnte Höhen zu jagen.
Verstehen Sie das?, lieber Herr Schmidt,
jetzt liegt nach meinen ungeschützten Darlegungen der Ball einmal mehr in Ihrer Quadratur des Kreise Der Zeit.
Warum?.
weil Erich Honecker bereits 1978 in Anwesenheit von Hans Dietrich Genscher, Günter Gaus in einer Pressekonferenz in Ostberlin oder Halle davon sprach, dass es Halleser, Hallenser und Halunken gibt, die ohne Klopfzeichen in das Haus des Sozialismus eindringen wollen.
Dabei könne es nach Erich Honecker von damals genau umgekehrt kommen.
"Machen Sie sich im Kapitalismus auf etwas gefaßt. Der Sozialismus könnte eines Tages ordnungsgemäß friedlich an die Tür des Kapitalismus in Westdeutschland klopfen und um Beitritt nach Artikel 23 GG ersuchen".
Merkelt auf!:
"Denn den Esel in seinem Lauf im Gewese der Geschichte hält weder Sozialismus noch Kapitalismus auf",
Wieso?, lieber Herr Schmidt, haben Sie das Klopfen des Sozialismus überhört?

Lag es daran, dass Sie beklagenswerter Weise im Jahre 1976 während des Bundestagswahlkampfes gegen Helmut Kohl ein Hörsturz ereilte?
In diesem gehörigen Sinne
mit Hamburger Gruß
tschüss
Joachim Petrick

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19:21 18.11.2009
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Joachim Petrick

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Joachim Petrick

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