INSM, oder die "Auf Gott komme heraus!" Wirtschaft

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Der Teufel trägt, in seinem höllischen Wahn im nadelgestreiften Anzug, Prada.

Wir leben in einer Welt, in der sich, in Theorie & Praxis der Wirtschaft, bar jeder unsichtbaren Hand nach Adam Smith, der Teufel im Detaill
"Auf Gott komme heraus!"
komfortabel eingenistet, allerorten scheinheilig eilig, auf jeder Welle surfend, zur Stelle, seine Gottgläubigkeit schelmisch fromm, gottesfürchtig achtsam, artig
"Gott zum Hohn & Spott"
gen Himmel singt, dass dem Universum die vielen Ohren, von des Urknall Hintergrundrauschens nachklingend, mit atonalem Blitz & Donner rumoren.

Wobei der Hohn & Spott des Teufels in seinem Gottesglauben seiner Not geschuldet ist, dass es sonst Nemanden denn Gott mehr gibt, an den der Teufel noch zu glauben vermag.

So kam es denn, nicht von ungefähr, dazu, dass der Teufel, im Zeichen seiner Not im Gottesglauben gewandet, Prada trägt, wie es in einem Werbespot einer gleichnamigen Firma aus Italien heißt.

Viele nennen diese Art des
"Auf Gott komme heraus"
Wirtschaftens "Freie- " , andere "Soziale- Marktwirtschaft" .

Ihnen allen gleich ist der, ausgesprochen, unausgesprochen, unabdingliche Wille, gleich, ob sie an Gott glauben, nicht an Gott glauben so doch Gott, eine Chance einzuräumen, dass er, unvermittelt, ein Zeichen setzend, als Wink des Himmels kommend, den Gläubigen wie Ungläubigen gleichermaßen unverkennbar erscheint.

Die Frage, ob Gott, wenn es ihn denn gibt, der Glaube an ihn so wichtig erscheint, dass er sich aufmacht, der Menschheit hörbar & sichtbar in Ton & Bild zu kommen, wurde dabei gar nicht erst, im Für & Wider, ins Kalkül gezogen.

Der Teufel im Detail der Wirtschaft, die sich, in ihrem Schalten & Walten, weltweit keiner unsichtbaren Hand nach Adam Smith mehr verpflichtet fühlt, ist u. a. das Frohlocken der Atomindustrie über die Entdeckung des Klimawandels, dessen von Menschenhand klimaschädlich produizierten CO2 Emissionen, als hätte die Atomindustrie diesen zu ihrem weiteren, gar letzten Behufe gerufen.

Wo überhaupt das Denken in These und Antithese, hier himmelschreiende Nöte der Gesellschaft, da angebliche Sachzwänge der Wirtschaft, seit den säkularen Tagen von Marx & Engelszungen zum Steckenpferd des Teufels im Detail als freilaufende Assoziation am Bande aller Antagonisten mutiert ist, ohne wirklich Zeit für eine wirkliche Synthese zu investieren.

Da verkünden die besten aller Adepten der "Sozialen Marktwirtschaft", sich in Silberzungen über die Allgemeine Marktwirtschaft, erhaben erhebend, ergehend, durch diese angerührt, humanistisch inspiriert:

"Die "Soziale Martkwirtschaft" gelang, weil diesem ursprünglich ordoliberalen Wirtschaftskonzept keine dogmatische Interpretation und Umsetzung im wirtschaftswissenschaftlichen Sinne zugrunde lag, und weil das Wettbewerbsprinzip dem Ziel „Wohlstand für Alle“ und somit auch sozialer Verantwortung verpflichtet war. Die Erfolgsgeschichte der jungen Bundesrepublik ist somit nicht nur eine wirtschaftliche, sondern auch eine soziale gewesen. Nur so konnte die Soziale Marktwirtschaft ihren Namen überhaupt gerecht werden."

Dabei lag diesem Porgramm "Wohlstand für alle" sehr wohl eine dogmatische Interpretation aus der prekären Gunst der historischen Stunde des Wiederaufbaus auf einer
"Insel der unselig Seligen"
mit vorher so nie dagewesenen jährlichen Wachstumsraten des Bruttoinlandsprodukts (BIP/Nachkriegskunjunktur) zugrunde. so dass selbst der sogenannte Lastenausgleich zugunsten des ohnehin vermögenden Teils der bundesdeutschen Bevölkerung, samt Kriegs- Witwen- , Hinterbliebenen-, Kriegsversehrtenversorgung, zu Lasten des Ausgleichs der Millionen überlebenden Zwangsarbeiter/innen, Überlebenden des Holocaust im In- und Ausland, auf der Basis der teilweisen Abschöpfung von reinen Wachstumsgewinnen, ohne die eigentlichen Vermögensverhältnisse zu tangieren, realisierbar und machbar erschien.

Wobei die Dynamisierung der Rente im Jahre 1957 durch den damaligen Bundeskanzler Konrad Adenauer eine, ungestüm wahlttaktisch motiviert(1957 erhielt die CDU/CSU die absolute Mehrheit bei der Bundestagswahl desselben Jahres), rühmliche Ausnahme und doch regelhaft war, weil an dieser Stelle von vornherein klar war, dass es hier nicht reichen wird, nur Teile des eines prognostizierten bzw ausfallenden Wachstumsgewinn für die Finanzierung der dynamisierte Rente in die Pflicht zu nehmen, sondern eine Umverteilung von oben nach unten in Maßen, gemäß der allgemeinen Lohnentwicklung, zur Voraussetzung hatte und hat.

Aber genau aus diesem Grunde und noch anderen, sind nun, als befänden wir uns, wie damals 1918- 1945 auf dem niedlich putzig gewerkschaftsfreien Lohnniveau von Sold im Krieg, die Niedriglohnbereiche, wie Pilze aus dem volkswirtschaftlichen Boden gechossen, um das allgemeine Lohnniveau, das für die Berechnung der dynamisierten Rente herangezogen wird, drastisch nach unten zu drücken.

Da paßt die Gründung der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) wie die Faust aufs Auge in der blühenden deutschen Wirtschaftslandschaft im Vorwege und innerhalb der dahinwelkenden Eurozone.

Affimation:

"Mit der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft ( INSM) schlägt das Imperium, auf sanften Pfoten kommend, das vergiftet Hohe Lied der Sozialen Marktwirtschaft krächzend pfeifend, umso gnadenloser auf einen "Donanyi als Renten Währung" zurück!"

"Der ISNM Vorsitzende Hans Tietmeyer, vormals Bundesbankpräsident, samt Winke August Klaus von Dohnanyi mit dem blinkend großen Moneten der Proleten Zinken Klaus von Dohnanyi lassen grüßen!"

Wenn die Ökonomie eine Madame wäre, würden die Botschafter der INSM als gestiefelt & gespornte Liebes & Tugend Ritter Kater Unholden Witwen Bolde diesen Vers ihrer Madame "Ökonomie" am liebsten als Minnegesang zum gezinkten "Letzten Heller" pfeifen

"Madame!, ich glaube, es gibt Krieg. Mein Säbel juckt, Das ist immer so, bevor er zuckt.
Schon Morgen sind wir gefreit
Madame!, seien Sie bereit!"

Die Unverbesserlichen unter den Befürwortern der "Sozialen Marktwirtschaft" verkünden vollmundig:

"Oder anders formuliert: Nicht der Mensch hat sich den Bedürfnissen der Wirtschaft, sondern die Wirtschaft den Bedürfnissen des Menschen unterzuordnen. Wettbewerb kann demnach nur soweit gehen, als dass er sozial verträglich ist und das Gemeinwohl nicht schädigt – ein Wettbewerb nach sozialen Kriterien also."

Das ist bereits in sich ein argumentativ geschlossenes System vorrauseilend sozialer Rückzugsmentalität.

Muss es nicht richtig lauten:

"Nicht der Mensch hat sich den Vermögensverhältnissen der Gesellschaft und der Wirtschaft, sondern die Gesellschaft & Wirtschaft den Bedürfnissen des Menschen unterzuordnen. Vermögenszuwächse in Gesellschaft & Wirtschaft können demnach für den Einzelnen, Gruppen der Priviligierten, nur soweit gehen, als dass diese sozial zuträglich transparent kommuniziert und, teilhabend, realisiert, das Gemeinwohl nicht schädigt"

"Doch die INSM nimmt eben keinen historischen Bezug zur Sozialen Marktwirtschaft, sondern verklärt sie – von ihrer Geschichte völlig abgekoppelt – als ein ausschließlich dem Wettbewerb und der Konkurrenz geschuldeten Wirtschaftsmodell, das durch Deregulierung des Arbeitsmarktes und der Befreiung der Arbeitgeber von sozialer Verantwortung konkurrenzfähig bleiben soll".

Wenn es denn überhaupt einen historischen Bezug der Sozialen Marktwirtschaft gibt, ist dieser einer außerordentlich historischen Situation, einer auf Jahrzehnte anhaltend verstetigten Nachkriegskunjunktur mit de "New Deal Charme des State Credit Spending " eines US-Präsidenten Franklin D. Roosevelt als überzeugter Anhänger des britischen Ökonomen und Finanzaristokraten Maynard Keynes geschuldet.

Wobei US-Präsidenten Franklin D. Roosevelt, anders als die Regierungen der gegenwärtigen G 20 Staaten, sein staatliches 2Credit Spendung" wenigstens teiweise durch die steuerliche Veranlagung der Vermögen der Reichen bis zu einem Steuersatz von 90 % von 1933 bis in die US- Präsidenten Ronald Reagan Ära (1980- 1988) zu unterfüttern wußte.

Ob die INSM diesen historischen "New Deal", samt Credit Spending zugunsten der Wirtschaft (Hartz IV Aufstockeritis ohne gesetzlichen Mindestlohn als Brandmauer) , Bezug nicht gar genau in ihrem Kalkül mit einbezieht, bleibt bisher im Dunkeln, nämlich auf Vor- , Kriegs- , Nachkriegskonjunkturen in bestimmten Krisen- , Konflikt- Kriegs- Regionen, gar auf eine Welt fortgesetzter Katastrophen zu spekulieren.

Bei Lichte betrachtet verheißen Krisen, Kriege, unternehmerisch herbeigeführte Katastrophen, Naturkatastrophen, ganzen Branchen, darunter der Rüstungsindustrie, dem Immobilienmarkt, der Auto- .Fluggerät- , Maschinenindustrie, steuerlich subventionierte Abwrackpämien ohne Ende.

Frage:

"Ist mit der Finanzindustrie , samt deren innovativen Wagniskapital Finanzprodukten, die größte Gefahr für Wohlstand und Demokratie lokalisiert?"

Anwort:

"Nicht nur das".

Hinzu kommen die heraufbeschworenen Gefahrenlagen für den Bestand, die Souveränität, die Integrität ganzer Staaten, für die Grundlagen der Existenz ganzer Populationen, samt gesichertem Zugang zu sauberem Wasser, zu Nahrung, Gesundheit, Bildung, Einkommen, kulturelle, gesellschafliche Teilhabe.

War da der Untergang (Failed States) der DDR nur eines der sich wiederholenden Vorspiele (siehe Jugoslawien, Sudan, Somalia, Nigeria?

Zum Gedächtnis:

"Der Satz eines französischen Schriftstellers der Aufklärung sei hier ins Gedächtnis gerufen.
Voltaire (Pseudonym), eigentlich Francois- Marie Arouet (1694- 1778) erkannte bereits vor mehr als 200 Jahren einen entscheidenden Grundsatz im Wechselspiel zwischen Wirtschaft und Gesellschaft: “Die Industrie muss gefördert werden, aber die blühende Industrie müsste dann ihrerseits auch den Staat unterstützen.”

Während Voltaire mit Sicherheit mit seinem Begriff von Staat nicht den Hofstaat des französischen Königshauses meinte, denn mehr Staat als Hofstaat war damals nicht, sondern diesen prophetisch erweitert, als Volksstaat, als Zivil- Gesellschaft identifiziert wissen wollte, wird heute von unseren staatlich geförderten Parteien, Gewerkschaften, Verbänden, Kirchen, Stiftungen, repräsentiert durch die staatlich alimentierte parlamentarische Bank, der Staat, quasi als "Beute der benannten organisierten Meute von Heute" als deren unveräußerliche Domäne kommuniziert, die sich ihrer robusten Mitte gewiss, unsere eigentliche Zivilgesellschaft, darunter Bürgerbewegungen vor Ort, heillos unterfinanziert, am gesellschaftlichen Rande links liegen läßt.

JP

siehe:

www.freitag.de/community/blogs/sebastianus/was-ist-soziale-marktwirtschaft

13.03.2012 | 03:32
Was ist Soziale Marktwirtschaft?
soziale marktwirtschaft insm hans tietmeyer sozialstaat europa finanzkrise

Zum Essay-Wettbewerb der INSM

15:17 14.03.2012
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Joachim Petrick

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Joachim Petrick

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