„Jakob Augstein“, eine echte Medienmarke

Paywall Ade? Wo sind denn Jakob Augsteins unternehmerisch sichtbaren Initiativen, sich das innovative Potential der Freitag Redaktion, der Community als Medienmarke zu erschließen?
Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

Paywall ist, wenn überhaupt, vielleicht befristet als angesagtes Kampfmittel gegen die Internet Giganten Google, Yahoo, Facebook, Microsoft, Sony u. u. vorstellbar, um User, Blogger, Journalisten hinter sich gegen diese zu scharen?

Wo sind denn Jakob Augsteins unternehmerisch sichtbaren Initiativen, sich das innovative Potential der Freitag Redaktion, Freitag Community als Medienmarke zu erschließen?

https://www.freitag.de/autoren/jaugstein/schluss-mit-kostenlos-warum-man-dem-springer-verlag-glueck-wuenschen-muss

Jakob Augstein

29.05.2013 | 10:20 473

Schluss mit kostenlos

Paywall Wenn Journalismus eine Zukunft haben soll, muss der Leser zahlen. Auch im Netz. Was man auch sonst von Springer halten mag: Beim Bezahlmodell muss man ihm Glück wünschen

"Ohne Journalismus gibt es keine Demokratie. Vielleicht ist unser Journalismus nicht gut genug. Sicher ist unsere Demokratie nicht gut genug. Aber das eine braucht das andere, und das Netz untergräbt beides."

@Jakob Augstein

Lieber Jakob Augstein

bemerkenswert fehlt in Ihrem Satz nicht nur der Hinweis, dass heute Demokratie ohne global eingebundenes Interdependenz Dasein nicht darstellbar ist, sondern auch, dass der freie Zugang von Usern, Bloggern, Journalisten über alle nationalen Grenzen hinweg zum Internet im Namen der Demokratie als Produktionsmittel unerlässlich, dass jede Art von Paywall nur eine nationale Insel Lösung ist, die mehr 4. Gewalt, Demokratie ausschließt, denn ermöglicht.

Wie gesagt:

Paywall ist, wenn überhaupt, vielleicht befristet als angesagtes Kampfmittel gegen die Internet Giganten Google, Yahoo, Facebook, Microsoft, Sony u. u. vorstellbar, um User, Blogger, Journalisten hinter sich gegen diese zu scharen?

Jakob Augsteins Kommentar 31.05.2013 | 19:43

Liebe Alle,

Danke für die Debatte, Und Danke für die Kritik.

Aber bitte nehmen Sie es mir nicht übel, zwei Fragen bleiben hier konsequent offen:

Wo soll der Geld herkommen?

Und wer übt die Macht der 4. Gewalt aus?

Das sind die beiden sehr einfachen und wichtigen Fragen und ich finde hier keine Antwort. Nach alle den Jahren des freien Netzes und der Entwicklung des Bloggertums funktioniert die Medienöffentlichkeit immer noch ganz genauso wie früher: Hans Leyendecker deckt irgendetwas auf und die Regierung muss sich warme Socken anziehen.

Lachen Sie darüber? Ist Ihnen das egal? Ich nicht. Mir nicht.

Das ist die Funktion der Presse. Erinnern Sie sich, was wir dieser Funktion verdanken. Das geht uns alle an. Buchstäblich.

Sie alle hier sind eine Minderheit, ich bin eine Minderheit, wir diskutieren hier in einem Minderheitenforum. Die Funktion der Presse wird aber nur erfüllt, wenn die Leute da draußen, die Mehrheit, die Masse, sich bereitfindet, wieder zu zahlen. Oder sagen wir: weiterhin zu zahlen. Noch zahlen sie für die Zeitungen in Papier. Aber das lässt nach, wie es bei Asterix heisst ....

Und, bei allem Respekt, wie steht es mit Ihrem eigenen Zahlungswillen? Ich finde es ja rührend, wenn immer mal wieder der eine odere andere sagt, er sei doch bereit zu zahlen, aber nur für einen Artikel, den er auch wirklich gut findet.

Also erst lesen und dann zahlen? Im Restaurant würde das bedeuten, erst essen, dann zahlen.

Bei allem Respekt: es gibt dann doch zu viele Leute draußen, die man wohl Trittbrettfahrer nennen muss. Jeder wird einen Grund finden, warum gerade er jetzt doch nicht so viel zahlen möchte. Das Freiwilligenmodell wird nicht funktionieren. Fragen Sie mal die taz, wieviel Geld sie aus ihrer ziemlich gut gemachten Aufforderung erhält, für einen Artikel auch zu zahlen. Fragen Sie andere Seiten, wieviele freiwillige Beiträge sie bekommen. Die Summen sind ein Scherz.

Freunde, was wir brauchen ist ein allgemeines Umsteuern. Wir hier beim Freitag arbeiten daran. Aber das dauert bei uns - wie alles netzmässige - sehr, sehr lange. Weil die Technologie sehr kompliziert ist. Allein, wir sind ein winziges Medium. Wir werden doch nicht den Kulturwandel einleiten, der notwendig ist. Das können nur die Marktführer leisten.

Hier werden die falschen Gefechte gekämpft. Es geht nicht um Springer. Es geht nicht um die freien Blogger. Es geht nicht um das Leistungsschutzrecht (das wirklich irre ist!). Es geht nicht um die Würde des Netzes. Es geht um die Standfestigkeit einer Säule der westlichen Demokratie. Nichts weniger, nichts mehr.

Nuff said."

Mein Kommentar:

@Jakob Augstein

"Wo soll der Geld herkommen?

Und wer übt die Macht der 4. Gewalt aus?"

Lieber Jakob Augstein,

erst rufen Sie die Geister der Unmoral des Netzes, das nicht nur aus Ihrer Sicht die 4. Gewalt, sondern angeblich gleich die ganze Demokratie untergräbt.

Nun wollen Sie der Rufer im finsteren Tann des Waldes, ohne Netz und doppelten Boden, nicht gewesen sein.

Ein Wesen der 4. Gewalt, das Sie hier so gelungen vorführen, ist auch die Verrücktmacherei als Humortest der Demokratie.

Was Sie uns hier, augenzwinkernd, mitten im Packeis der Paywall. zumuten, ist die Quadratur des Kreises oder bildhafter gesprochen; das Märchen vom

"Hasen und dem Igel".

Wobei Sie es vorziehen hier den doppelten Igel zu mimen.

Erst laden Sie uns, den Hasen, zu einem Rennen auf dem Feld Paywall BILD und Marhias Döpfner ein, um dann übergangslos in eine andere Rennbahn zu hüpfen

"Bin allwedder dor!",

die da lautet

"Wo soll das Geld herkommen?

Wer übt die Macht der 4. Gewalt aus?"

Haben Sie es nicht eine Nummer kleiner?

Da wollen Sie also für "Lau" einmal so eben, einfach die Lösung des Rätsels aller Rätsel mit dem Netz, dem Internet auf dem Silbertablett serviert bekommend, abgreifen?

Wo sind denn Ihre unternehmerisch sichtbaren Initiativen, sich das innovative Potential der Freitag Redaktion, Freitag Community zu erschließen?

Ich kann mich in nahezu vier Jahren seit Februar 2009 an keine erinnern.

Stattdessen führen Sie sich mit beachtlich schauspielerischem Talent als neuen Journalisten Typus ein, den

"Den Journalisten mit ostpreußischem Jammersyndrom (JOSPJS).

Okay! Sie sind sowieso, also auch jammernd, okay, ich bin okay.

Also jammern wir ein Stück weit gemeinsam. auf erhöhtem Niveau.

Wer, wie Mathias Döpfner, eine Paywall für BILD einführt, tut das mutmaßlich, nicht aus Jux ud Dollerei, sondern in voller Kenntnis, was Paywall heißt, nämlich weniger Werbeeinnahmen im Online- Bereich zu generieren, tut das, um nach außen, argumentativ hinhaltend, Bilanzen schönend, zu kaschieren, dass er gerade insgesamt dramatisch sinkende Werbeeinnahmen im Printbereich erlebt.

Dass es etlichen Printmedien schlecht und schlechter geht, hat aber wenig mit dem zu tun, wie sich das Netz entwickelt oder nicht entwickelt, sondern hat viele Gründe, hat u. a. damit zu tun, ob es gelingt, wie im Fall DER ZEIT, sich via bestimmter Personen als Medienmarke, präsentierend, zu etablieren.

Bei DER ZEIT ist es Helmut Schmidt, von Giovanni die Lorenzo, erhellend, im Hintergrund anmoderiert.

DIE ZEIT wuchert mit ihrem Pfund der Medienmarke

"Helmut Schmidt"

"Kommt ZEIT, kommt Unrat?",

nicht in jedem Fall und keiner ist vergleichar,

Jeder Mediemarken Fall liegt anders

Ihnen wird von verschiedenen Seiten in anschwellendem Maße bescheinigt, dass es Ihnen, wie vorher keinem Augstein, bereits als junger Mensch erfolgreich gelungen ist, sich selber als Medienmarke "Jakob Augstein", kreierend, im öffentlichen Bewusstsein zu etablieren..

Woran es Ihnen zwischenzeitlich scheinbar, schubweise, gebricht, ist Ihr Glaube an Print.

Das ist insofern verwunderlich, weil Ihnen das Netz erklärtermaßen in einem Ihrer SPIEGEL S.P.O.N. Artikel unverhohlen als Kältebude gilt

Warum wuchern Sie, wenn nicht mit dem Pfund Ihrer eigenen Medienmarke

"Jakob Augstein",

dann nicht wenigstens mit den schlummernden Pfunden von Medienmarken, die bisher in der Freitag Redaktion, der Freitag Community eher ein Dasein als ungeliebt blinde Maulwürfe fristen?

Wir können hier soviel über Bezahlsysteme im Internet debattieren, am Thema Print kommen wir nicht vorbei und da gelten nachwievor die alten Gesetzmäßigkeiten:

Leserbindung durch Personalentwicklung,

wobei in Zeiten des Internets Blogger zur Personalentwicklung dazu gehören, die als Medienmarken taugen könnten, um das zu sein und bleiben zu können, was das Internet, was reine Online Ausgaben eines Printmediums so nie sein können

"Corporate Identity"

meinungsbildendes Identifikationsobjekt, Kommunikationsort vieler.

Beim Freitag kommt es mir bisweilen so vor, mich eingeschlossen, dass wir, wissbegierig, auf die Hausaufgaben der anderen schauen, wie jetzt, auf die Hausaufgaben von Mathias Döpfner bei BILD mit seiner angekündigten Einführung einer Paywall, um den eigenen Hausaufgaben beim Freitag zu entfliehen.

Vergessen wir nicht, was uns der arabische Frühling gelehrt:

Das World Wide Web, das Internet trägt zwar den Duft der Demokratie über alle Winde in alle Kontinente, in jedes Dorf, jede Hütte unserer Einen Welt, aber gekocht werden muss die Demokratie daheim vor Ort mit Bordmitteln.

Es gibt viel an und mit uns im und beim Freitag zu tun

"Packen wir es an, bevor uns andere einpacken!"

JP

https://www.freitag.de/autoren/joachim-petrick/paywall-zeitungspantscher-im-vormarsch

Joachim Petrick
31.05.2013 | 20:26 38
Paywall "Zeitungspantscher im Vormarsch!"

https://www.freitag.de/autoren/ed2murrow/die-herren-vom-boulevard
ed2murrow
01.06.2013 | 15:47 48
Die Herren vom Boulevard

01:02 04.06.2013
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Joachim Petrick

Aktuelles: Meine sichere Route- Refugee-Airlift - Petition "Luftbrücke für Flüchtlinge in Not" an die MdBs des Bundestages erhofft Debatte
Joachim Petrick

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