Jakob Augstein meets Egon Krenz.

Zeuge des Jahrhunderts Dreistündiges Interview Jakob Augstein mit Egon Krenz. Zurückblick auf ein politisches Leben im Dienste der SED und der DDR - reflektiert in gegenseitigem Respekt ...
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Egon Krenz wurde 1937 in Kollberg in Pommern geboren, der Stadt, die ein wildgewordener Jungspund, Heißsporn, Haudegen und Mayor Ferdinand von Schill (1776- 1809), entgegen Order des preußischen Hohenzollern Königs Friedrich Wilhelm II in Potsdam, 1807 gegen Napoleons Truppen mit insgeheim logistischem Beistand des russischen Zaren Alexander zur Festung erklärte und heldenhaft hielt.

Was dann die französisch- preußischen Friedensverhandlungen in Tilsit unter Führung Königin Luise, statt des Königs, und Kaiser Napoleon erschwerte.

Warum schreibe ich das? Egon Krenz ist als das genaue Gegenteil dieses damaligen Mayors Schill über das DDR- Land bekannt.

Aus der Kaderreihe Karriere- Sprossenleiter unter Missachtung geordneter Befehlsketten, Hierarchie zu tanzen, gab es für Egon krenz lebenslang nicht. Das war und ist für Egon Krenz ein "No- Go".

Mit der Partei fährt man als Genosse im Fahrstuhl hoch und sei es zum Schafott oder in abgrundtiefe Keller hinab ins Ungewisse, womöglich sich gar und die Partei ins Unpolitische zu zerstreuen, um zu überwintern, wie es das Zentralkomites (ZK) der Partei nach dem Prinzip "Kollektiven Führungstils" befiehlt

56 Jahre Diktatur haben wir hinter uns , sagt Bundespräsident Joachim Gauck bei seinem Amtsantritt 2012 und addiert, 4 Jahre Besatzungszeit in Ost und West 1949 dazu, ein sehr verengtes Bild, meint Egon Krenz zu Jakob Augstein.

Die Währungsreform 1948 sei das eigentliche Datum der Spaltung Deutschlands in Westwährung, Ostwährung gewesen. Das ging einher mit der Westberlin- Blockade durch die Sowjets und der Folge der Einrichtung der "Berliner Luftbrücke" durch die Westalliierten USA, England, Frankreich zur Versorgung der Zivilbevölkerung und Wirtschaft mit Lebensmitteln, Medikamenten, Kraftfahrzeugbenzin, Brenstoff als Heizmaterial für Hausbrand, erläutert Krenz..

Die Frage, ob das, angesichts von 77 Toten im Verlauf dieser "Berliner Luftbrücke bis Juni 1949 nicht ein überdimensioniert kontraproduktives Projekt war, das wirtschaftlich und sicherheitspolitisch unsinnig, insgesamt eigentlich keinen rechten Sinn machte, denn die damalige sowjetische Besatzungszone (SBZ), volkstümlich Ostzone genannt, bot, unterstützt von der sowjetischen Besatzungsmacht, sich an, die Westberliner Bevölkerung mit Lebensmitteln und Brennstoff, sprich Braunkohl- Briketts für die Kraftwerke zur Stromhrstellung, mit Heizmaterial für den winterlichen Hausbrand zu versorgen.

Hatte die DDR einen Minderwertigkeitskomplex gegenüber Westdeutschland, fragt Augstein, eher ein zu großes Selbstbewusstsein habe es in der DDR- Nomenklatur gegeben, meint Krenz."

Das klamg so wie "Mit der DDR im technischen Fortschritt und Spitzensport sein, heiß Siegen lernen"

Jakob Augstein:

Gab es für DDR jemals genuin eine Chance in Gänsefüsschen, der Mut der Leute nach 45, 46, 49 war ja unverkennbar da, die es gewagt haben, losgelöst von der Weltgeschichte, Aktion und Reaktion, im Viereck Siegermächte West- und Ostdeutschland Richtung neue Zeit zu agieren?

Egon Krenz:

Ost- wie Westdeutschland war ein Anwendungsfall zwischen Großmächten. Gingen die entpannt miteinander um, entspannte sich das deutsch- deutsche Verhältnis. Beispiel Eintrittsgeld, Umtauschgeld, Umtauschsätze wurden nicht nach Kassen- sodern Stimmungslage geändert, Fuhr Brandt zu Breschnew auf die Krim, hatte er vorher bei Honecker angefragt, ob er sich bei Breschnew beschweren kann, dass die Umtauschsätze für Reisende in die DDR, nach Ostberlin für Westdeutsche, Westberliner zu hoch sind, wurden die gesenkt.

Kam Breschnew zu Honecker nach Ostberlin, fragte er, Erich, warum nehmt ihr so wenig Eintrittsgeld? Dann wurde das Eintrittsgeld wieder erhöht usw.,

Homestory Soap der deutsch- sowjetischen Nomenklatur Netzwerke

- Augstein fragt nicht nach der ersten Ölpreiskrise 1973 und deren Folgen für die DDR- Devisen- und Energiewirtschaft, ausgelöst durch die OPEC- Staaten auf deren Konferenz in Wien im gleichen Jahr, zu denen sich die UdSSR als einer der größten Öl- und Gasproduzenten nicht zählt, mit schwerwiegenden Folgen für die Soilidarität und Arbeitsteilung unter den Bruderländern des Rates für Gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW) auch Comecon genannt. Von da ab forderte die UdSSR, neben einem beibehaltenen Kontingenten an Öl- und Gasleieferung zu bisherogen Konditione im Rahmen der Arbeitsteilung im RGW, harte Devisen für alles an Rohstoffen, Öl- und Gaslieferungen was darüber hinausging -

Egon Krenz:
80er Jahre war ich Gast beim US- Botschafter in Ostberlin Unter den Linden zum US- Nationalfeiertag. Da fragt der mich: Wie sind UdSSR Beziehung zur BRD, statt zu fragen, wie sind die DDR- Beziehungen zur BRD. Da war kein Interesse in den USA, Gorbatschow Idee vom gesamteuropäische Haus ließ in den USA wohl Erinnerungen an die Stalinnote 1952 wachwerden und Befürchtungen hochkommen. Da war mit klar, die Amis spüren Distanz zu Bonn, wenn von wem auch immer jemand die deutsche Karte spielt.

Ob Krenz hier mit der DDR als eigenständig politischer Einheit in der Weltgeschichte punkten will, die es nach seinem eigenen Bekunden nicht einmal für notwendig hielt, eine wissenschaftlich fundierte Analyse zu erstellen, warum so viele DDR- Bürger das Land gen Westen verlassen wollten, während er diese gerade in der Frage des DDR- Grenzregimes doch vehement in Abrede stellt?

Augstein lässt das Thema ruhen, wie er überhaupt als Interviewer Egon Krenz mit einer begnadeten Ruhe und Ausgeglichenheit zu Werke geht, als ob es sich bei Egon Krenz um einen x- beliebigen DDR- Unterhaltungsstar kurz vor dem achtzigsten Geburtstag handel "Das war sein Leben". . Dann aber wiederum unerwartet ansatzlos dazwischen fährt, wenn er in bestimmten Fragen anderer Meinung als Egon Krenz ist, Krenz entgegnet dann meist routiniert als geschuter Kader, ohne in die Debatte wirklich einzusteigen. Das ist Ihre Meinung, Herr Augstein, die können Sie ja haben, ich habe meine

Egon Krenz zu Walter Ulbricht

In den 60ziger Jahren waren große Projekte im Gang, die viel Geld kosteten, da sagte Ulricht einmal zu Breschnew, Genosse Leonid, wir sind nicht Belorussland, wir sind DDR!

Das hat Breschnew bestimmt übel genommen. Ulbricht verlangte, angesichts neuer Ostpolitik Bundeskanzler Willy Brandts vom Politbüro und ZK eine Analyse, Ulbrichts Neues Ökonomisches System stand im RGW in der Kritik. Die DDR wollte angeblich zu eigenständig sein.

Sarah Wagenknecht, habe zu dem Thema gemeint, Erich Honecker sei mit seinem Amtsantritt als Nachfolger Walter Ulbrichts als Erster Sekretär der SED, Staatsratsvorsitzender der DDR mit diesem Neuen Ökonomischen System auf Abwege geraten, wirft Augstein ein.

Egon Krenz:

Die Parteilinie war, die BRD bleibt Staat der Monopole unter SPD Führung, so besagte Analyse. Zur Überraschung vieler war Ulbrichts Schlussfolgerung, mit Westdeutschen zu reden. Er befürwortete das Erfurter Treffen von DDR- Ministerpräsident Willi Stoph und Bundeskanzler Willy Brandt 1970. Das lief im Politbüro unter der Überschrift "Brandschutznummer".

Jakob Augstein:

Hätte Walter Ulbricht Brandt Spion ins Kanzleramt reingesetzt?

Egon Krenz:
Honecker tat es nicht, Wolfgang Roth, Chef der SPD- Jungsozialisten, Komsomol, wie ich, sagt bei einem gemeinsamen Aufenthalt in Moskau aufgeregt zu mir "Sie stürzen Brandt" Meine Antwort war: "Ihr habt doch SPD- Kader selber ausgesucht, dass das die Entspannung belastet, verschuldet ihr. (Krenz sinngemäß zitiert)

In Ostberlin zurück ruft mich Honecker an: Was hat Wolfgang Roth zu den Ereignissen gesagt? ich erzählte ihm, dass der die Entspanungspolitik belastet sah. Honecker: Recht hat er und vermutete, wer am Werk war, das seien Machenschaften, Intrigen der Leute drüben zwischen den F.D.P. und SPD Ministerien der sozialliberalen Koalition aus dunklem Grunde im Gange, Die Koalition braucht kein Denkmal, sondern einen Kanzler.

Der Spiegel hatte damals im Herbst 1973, glaube ich, Titelbild mit Bundeskanzler Willy Brandt als Denkmal aus weissem Gips mit feinverästelt bedenklichen Rissspuren und Kratzern im Gesicht gebracht

Vor allem im Kanzleramt mit dem Kanzleramtschef Professor Horst Ehmke, Verfassungsschutzchef Nollau, der Herbert Wehner nahesteht, im Bundesinnenminsiterium mit Hans- Dietrich Genscher liefen die Staatsekretären Drähte aus Koalitionsgründen, gepaart mit innenpolitischen Erwägungen, heiß

- Professor Horst Ehmke und Hans Dietrich Genscher hatten das Staatsekretärensystem des einstigen Kanzleramtschef Hans- Maria Globke, Kommentator der Nürnberher Rassengestze 1935, in der Ära Adenauer, während der Großen Koalition CDU/CSU/SPD 1966- 1969 ausgesetzt, über das die Spiegel- Affäre 1962 "bedingt abwehrbereit" ihre dramatisch unselige Ausgestaltung fand, mit dem Ergebnis wieder reaktiviert, dass Bundeskanzler Willy Brandt am 6. Mai 1974 im Wege der sogenannten "Guillaume Affäre" mit den Worten zurücktrat

"Ein deutscher Bundeskanzler ist nicht erpressbar" .

Günther Guilaume, gegen den, trotz monatelanger Ermittlungen Nichts Gerichtsfestes, geschweige denn ein Geheimnisverrat vorlag, hatte sich bei einer unangekündigten Hausdurchsuchung seiner Wohnung, ohne ersichtliche Not mit den Worten selbst angezeigt

"Ich bin Staatsbürger der DDR und ihr Offizier

Jakob Augstein schneidet das Thema, ob es da Instruktion für Guilaume vom MfS oder sonstwem in Ostberlin in genau diese fatale Richtung gab, nicht an -

Egon Krenz:

Ich glaube 1985 war Willy Brandt, damals SPD- Vorsitzender seit 1964 und Vorsitzender der Sozialistischen Internationale zu Besuch in der DDR bei Honecker, als die diese alles begraben haben. Im Protokoll hieß es dann später auf Nachfrage von Journalisten "Das sei nicht Gegenstand der Gespräche gewesen" Das kennt man ja.

Es gab eine Guillaume Biografie in England, glaube ich, von der hatte die junge Welt Wind bekommen und wollte daraus Kapitel veröffentlichen.

Jakob Augstein
War das nicht interessant?

Egon Krenz:
Nein, es war schon ein Fehler, dass es eine Guilaume Biografie gibt.

Jakob Augstein
Meinen Sie das förderte den selbstlaufenden Geheimdienst, das MfS?

Egon Krenz:
Ein MfS, das aus seinen Kadern, von Fall zu Fall, Helden macht, es als gute Leistung wertet, Mann im Vorzimmer des Kanzlers unterzubringen. Wer würde das nicht denken. Dienste im Westen denken doch auch so. DDR- Ministerpräsident Otto Grotewohl wurde eine Spionin von westdeutschen Diensten als Sekretärin ins Vorzimmer gesetzt,,

- Der frei gewählt chilenische Präsident Salvatore Allende wurde am 11.9.1973 von Genral Augusto Pinochet mit logistischer Hilfe der CIA und Billigung des damaligen US- Sicherheitsberaters US- Präsident Richard Nixon Henry Kissinger gestürzt. Die DDR nimmt viele Chilenen als Emigranten auf, darunter den chilenischen Literatur- Nobelpreisträger Pablo Neruda -

- Im Jahr 1986 geht NVA- Generalleutnant Markus Wolf, Chef der Hauptabteilung Auslandsaufklärung im MfS nach der Tschernobyl Katastrophe am 26.4.1986 aus angeblich freien Stücken in seinen Vorruhestand und macht sich öffentlich für Glasnost, Perestroika in der DDR stark. Die zufällige oder auffällige Nähe genannter Ereignisse und Entscheidungen zueinander ist so wenig bzw. gar nicht Gegenstand in diesem Gespräch, wie das große Rad, dass das MfS im Komplex Internationaler Terrrorismus zu spielen gedachte und wohl auch spielte, u. a., indem die DDR nicht nur als Ruheraum der PLO, der RAF u. a. Terrorgruppen galt, sondern ab 1980 verdeckt oder in Absprache mit westdeutschen Diensten? zehn RAF- Mitglieder mit neuen Identitäten aufnahm.

Auch die Frage, ob der Erste Ständige Vertreter der Bundesrepublik Deutschland in Ostberlin Günter Gaus in dieses Arrangement, in welcher Form auch immer, eingeweiht war, gar aktiv an diesem beteiligt war, warum er 1981 durch Klaus Bölling, den damailigen Regierungssprecher Bundeskanzler Helmut Schmidts abgelöst wurde, bleibt unerörtert -.

Egon Krenz:

Ich bin mit meiner Familie 1981 aus Ostberlin- Köpenick nach Wandlitz in Brandenburg gezogen. In Köpenick hatten wir eine wunderschöne Wohnung. Unser Junge vertrage das Klima da nahe am Wasser wohl nicht, deshalb leide er unter Asthma, meinte ein befreundeter Arzt der Charitè zu mir.

Jakob Augstein:

Wie war das Leben in Wandlitz wochentags, am Wochende?

Egon Krenz:

Was soll ich da erzählen? Morgens weg, Abends hin, einige Male bei Honecker, der war ohne Vorurteile lebte ziemlich bescheiden, Wochenends Abflug in unsere Datschen

Das gesellschaftspolitische Problem war die Mauer darum das war politisch nicht in Odnung, Die Führung war abgeschottet, Mit Volvos sind wir, z. T. von der Volkspolizei mit Blaulicht eskortiert, in Ministerirn, zum ZK, Politbüro gefahren.

Jakob Augstein:

Sind Sie selber gefahren?

Egon Krenz:

Nein!, mit Fahrer , Sicherheitsfahrer, warum denken Sie vielleicht? Wieso Volvo, warum nicht Wartburg, oder UdSSR Auto, die Benzinwagen hinterherfahrend brauchten, weil die, wie Ami- Schlitten ein Faß ohne Boden waren.

Im Gespräch geht es im weiteren daum, ob es da Befürchtungen von Fraktionsbildung innerhalb des Politibüros gab, dass alle Spitzenkader im Wandletz "Luxus- Ghetto", versorgt mit Inter- Shop, Supermarkt, Excquisite- Laden, Swimmingpool, Keglebahn, zusammen wohnten? Wer mit zu Staatsjagden ging, darunter auch aus dem Westen, Franz Josef Strauß, Krupp- Bevollmächtigter Berthold Beitz, Walter Leisler- Kiep, Günter Gaus.

- Uwe Barschel, der schleswigholsteinische Ministerpräsident 1982- 1987 wird mit keinem Wort erwähnt, obgleich der mit gepanzert schwerer Mercedes Karosse mit Dienstwagenprivileg der S- Klasse ständig in deutsch- deutschen u. a. Geschäften in der DDR unterwegs war, vorzugsweise im Hotel Neptun in Warnemünde logierte, um u .a. Dreiecks- Waffenlieferungen, an denen Israel, Südafrika, Chile, Argentinien, die Kieler Howaldswerke u. a. beteiligt gewesen sein sollen, als "Fliegender Schiedsgerichts- Notar", dem alle Geschäftspartner vertrauten, anteicht und zu handeln.weiss -

Jakob Augstein:

1989 gab es im Mai Kommunalwahlen in der DDR, 98.5% Zustimmung für die Einheitsliste war offizielles Ergebnis. Das Ergebnis war doch offensichtlich eine Fälschung.

Egon krenz;

Ich habe vor den DDR- Kommunalwahlen Honecker einen Brief geschrieben, die Ergebnisse von früher seien nicht erreichbar und angefragt, was zu tun sei?

- Das klingt so, als ob die Wahlergennsse in der DDR zuvor nicht gefälscht waren -

Ich habe später politische Verantwortung für die Wahlfälschung übernommen, erklärt Krenz gegenüber Augstein.

Ich war nie Oppositioneller in der DDR, ich wollte das alles ordenltich läuft, es ist dann nicht ganz sauber gelaufen

War dieser Brief an Honecker ein Egon Krenz Wink mit dem Zaunpfahl an das Politbüro Richtung Wahlfälschung, um ein sogenannt ordnungsgemäßes Wahlergebnis zu sichern, wie Krenz dieses im Interview nennt?


Jakob Augstein:

Wie wäre es gewesen, wenn Sie statt der 98.5 % als Ergebnis 75 % veröffentlicht hätten?

Egon Krenz:

Das wäre gar nicht gegangen, das wäre ja noch mehr gefälscht gewesen.

- Bedeutet diese Einlassung Egon Krenz, dass es in der DDR eine adminstraiv stringente Routine der Wahlfälschung von unten gab, die dann von höchsten DDR- Nomenklatur Vertretern wie Egon Krenz, nur abgesegnet wurden, ohne selber unter der Überschrift

"Es muss unter Einbeziehung vieler kleiner Fälscher in Wahllokalen vor Ort bürokratisch alles legal erscheinen"

für Wahlfälschungen persönlich Hand anlegen zu wollen?


Hier offenbart Egon Krenz sich als Politiker, der weder zu einer selbstverantworteten Initiative bereit noch fähig ist bzw, auch nicht sein will, weil das nicht dem "Kollektiven Führungsstil" im Politbüro entspricht und als zu ahnende Abweichung gewertet werden könnte.

Schlussbemerkung:

Es geht im weiteren Gesprächsverlauf um das Verhältnis der DDR bis 1989 zu Bonn und das Verhältnis zur VR- China, das darf nicht besser als zu uns in Moskau sein, meinte Gorbatschow als Gast des SED- Parteitags vom 16.- 18. April 1986 zu Krenz, also auffällig nahe zu dem tragischen Tag der atomaren Katastrophe in Tschernobyl, die hier mit keinem Wort erwähnt wird.

Und das, obgleich längst nicht nur die Europaabgeordnete Der Grünen Rebecca Harms vor Tagen im Deutschlandfunk meinte, Tschernoyl, das war der wahre Grund der Auflösung der UdSSR, der implosion des Ostblocks.

Krenz kommt auf Katharina Witts Profikarriere als Devisenbeschafferin, Oskar Lafontaine, Fidel Castro und viele andere zu sprechen. Von den in der DDR nach dem Bleiernen Herbst 1977 mit neuer Identität untergtauchten RAF- Mitlgiedern ist dagegen keine Rede, aber von Mogadischu 1977, Ben Wisch und den hilfreich guten Beziehungen der DDR zum Jemen im Fall der Entführung der Lufthansa Maschine "Landshut" mit Geiselnahme durch ein PLO- Kommando

.Die Frage, ob die DDR Nomenklatur vor Kraft und Selbstüberschätzung kaum gehen konnte, ein großes Rad mit vielen Optionen, darunter an Moskau vorbei, in Peking zu drehen suchte? wird in diesem Gespräch, trotz wiederholter Andeutungen Krenz genau in diese Richtung, von Augstein nicht aufgegriffen.

.Die Frage, ob die DDR Nomenklatur vor Kraft und Selbstüberschätzung kaum gehen konnte, ein großes Rad mit vielen Optionen, darunter an Moskau vorbei, in Peking, Brüssel, London, Tokio zu drehen suchte? wird in diesem Gespräch, trotz wiederholter Andeutungen Krenz genau in diese Richtung, von Augstein nicht aufgegriffen.

Und immer wieder kommt Egon Krenz auf den SED Parteitag 1986 als Schüsselereignis neuerer Beziehungsverhälnisse der Genossen in Moskau und Ostberlin zu sprechen:

Egon Krenz:

Honecker beauftragte das ZK 1986, Analyse zu Perestroika zu erstellen.Weil ich zu Gorbatschow einen Draht hatte, Honecker hatte mich Ende 85 im Krankenhaus besucht.

Da habe ich zu ihm gesagt; Erich fahr doch mal rüber, mach mal ohne Tagesordnung ein Treffen mit Gorbatschow, schau mal, was er will, Anders als bei Kohl, Jelzin, bei Gorbatschow, Honecker ging Sauna nicht , das musste anders geschehen. Aber es geschah nichts.(War da der Generationsunterschied im Wege?)

Mir war klar, wenn Honecker mich mit der Analyse beauftragt, will er nicht nur meine Meinung, sondern meine Haltung als Kader prüfen. Jochen Willerding, half mir beim Erstellen der Analyse. Nachdem Honecker meine Analyse gelesen hatte, meinte er abweichend von dem, was ich vermitteln wollte, Egon mich wundert, dass Du als Parteihochschüler zurück zur Ausgabe Lenins willst, wie es Gorbatschow vorgibt,

Dann geschah es auf dem SED- Parteitag 1986, Nach Stunden gemeinsamer Gespäche kamen beide geradezu schnappatmend puderrot zornig aus dem Tagungsraum. Trotzdem lud Gorbatschow Honecker vermittelnd zum Abendessen mit seiner Frau Raisa ein. Was tat Erich, er sagte doch tatsächlich, ich kann jetzt nicht, ich habe Morgen wieder Parteitag

Jakob Augstein an anderer Stelle des Gsprächs:

Haben Sie damals den Schuss nicht gehört. konnten Sie nicht aus dem Schatten Honeckers heraustreten? Da gab es doch später Ihren Offenen Brief im Spiegel 1991, in dem Sie eine harte Fehleranalyse wagen, sich selber, die Poitbüro- Mitglieder, voran Erich Honecker, nicht schonen

- Es bleibt im Interview unklar, welchen Schuss Jakob Augstein wirklich konkret meint. War es der Schuss der "Tschernobyl Katastrophe 1986" ?, wenn nicht, welcher dann? -

Egon Krenz.

Das war kein offener Brief. Der Spiegel hat sich später bei mir entschuldigt für Veröffentlichung.

Jakob Augstein

Der war doch für Sie vor der Geschichte positiv.

Egon Krenz.

Kann sein, aber ich handle nicht für mich,

Rechtsanwalt Wolfgang Vogel Vermittler zwischen Ost und West in humanitären Angelegenheiten

- Gefangenenfreikauf gegen Devisen wird nicht angesprochen -

hatte meinen Brief (wieso hakt Augstein da nicht nach?) bei seinen Unterlagen. Sein ganzer Aktenbestand wurde von westdeutscher Staatsanwaltschaft beschlagnahmt und ist dann wohl bis zum Spiegel durchgestochen worden.

Jakob Augstein winkt diese Krenz Darstellung gemütvoll einfach unreflektiert kommentarlos durch.

. Das Thema DDR als Werkbank, als Lohndumping- Homeland der westlichen Industrie bis in die USA mit gemeisamen GmbHs als Joint Venture in der Schweiz, Luxemburg, Liechtenstein, New Jersey, Bahamas, Belize, Zypern, Malta, der Lizenz zur Gestattungsproduktion für IKEA, Pfeizer, Dupont, Merck, Ratiopharm, Schering, Bayer, BASF, Höchst, Neckermann, Quelle, Rüstungsunternehmen u. a. bleibt, neben der Frage nach dem 1989/1990 im Wege deutsch- deutscher Währungsunion MDN in DM unzureichend kontrolliert umgerubelt. angeblich verschwundenen SED Vermögen in unbekannte Kanäle, von beiden ausgespart,

Na!, am besten Sie hören in das drei Stunden lange Gespräch der beiden selber hinein. Es ist die reinste Fundgrube, samt deutsch- deutscher Wundertüten seit Einführung des Interzonenhandels 1946 an den Besatzungsmächten vorbei. Wenn Sie das hinter sich haben, können wir hier spätestens weiter diskutieren.

Aber Eines ist gewiss, Egon Krenz ist mit Michail Gorbatschow erst einmal fertig. Warum?

Egon Krenz zu Jakob Augstein:

In den 90er Jahren traf ich Gorbatschow in Berlin, da fragte er mich, wurde denn an eurer Grenze wirklich geschossen?

Diese Heuchelei ist mir zuwider. Ich habe ihn wirklich mal unterstützt.

Wer sich so von seiner Geschichte distanziert, wie Gorbatschow, der kann nicht mein Freund sein.

Dieser Mentalitätunterschied zwischen Egon Krenz, dem Sohn der preußischen "Helden- Stadt" Kollberg im Pommerschen, den es nach Dierhagen auf den Darß verschlug und Michail Gorbatschow, dem Kaukasier. scheint immanent.

Während Michail Gorbatschow Grenzsicherung selbstverständlich ebenfalls wichitg war, aber kein Fall für Erschießungen ist, scheint für die DDR, voran Egon Krenz, die Grenzsicherung ein Feld schwarzer Pädagogik gewesen zu sein, bei der es darum ging, NVA- Todesschützen im Bereich der DDR- Grenzanlagen am antifaschitsichen Wall Richtung Westdeutschland, Westberlin, mit Orden, öffentlichen Belobigungen vor der Truppe, im Fernsehen, Radio, Literatur, Sonderurlaub, Gratifikationen zu überschütten, statt deren posttraumatische Belastungssyndrome, samt Spätfolgen für Lebenentwürfe, Familienleben, auch nur zu erahnen, geschweige denn staatlich für die Kosten der Behandlung aufkommen zu wollen.

Wer hier wirklich heuchelt, wird die Zukunft erweisen.

Hat Egon Krenz nie realisiert, dass der "Ostblock" ein erfundener Kampfbegriff der Crusader Freier Marktwirtschaft zu Lasten Dritter in der Welt in den USA, Kanada, Australien, Japans, Westeuropas war und dessen "Allerheiligen" Spielzeug als Säule einer asymmetrischen Welwirtschaftsordnung ist?, die angesichts der Herausforderungen einer weltweit aufgestellten Atomindustrie, an Nationen und Blöcken aller Art vorbei, einer Welthaftungsgemeinschaft bedarf?

Veilleicht müssen wir nur unseren alten Marx & Engels unter Heranziehung des Histomats lesen und dialektisch an die ganze Angelegenheit herangehen.

Wobei es dann nicht mehr wichtig ist, was Gorbatschow wollte, sondern mit welcher historischen Herausfoerderungen er spätestens seit dem Tschernobyl Crash 1986 konfrontiert, gecheitert oder nicht gescheitert ist. Im Moment sieht es so aus, als ob er an der Aufgabenstellung gescheitert ist, aber anders als Egon Krenz und Kompanions im seltsamen "Gleichklang" mit Crusadern im Westen, die sich als Sieger über den Ostblock durch die größte georpolitische des Zwanzigsten Jahrhunderts, wie der russiche Präsident Wladimir Putin meint, feiern, vermuten.

JP

http://www.zdf.de/zeugen-des-jahrhunderts/zeugen-des-jahrhunderts-32549462.html
Egon Krenz
Zeugen des Jahrhunderts | 01.05.2016, 00:20 Nachtprogramm
"Zeugen des Jahrhunderts": Interview Jakob Augstein mit Egon Krenz. Zurückblick auf ein politisches Leben im Dienste der SED und der DDR - reflektiert und ...

https://www.freitag.de/autoren/joachim-petrick/egon-krenz-vom-flaschen-zum-maueroeffner

Joachim Petrick

28.06.2013 | 21:26

Egon Krenz, vom Flaschen- zum Maueröffner

Michail Gorbatschow „Die DDR war doch eigentlich euer Kind, das Kind der UdSSR?, steht ihr noch zu eurer Vaterschaft? ( Egon Krenz Frage an Gorbatschow am 01. November 1989 in Moskau)
Egon Krenz zwischen „Gorbibaumborke & Kohlstammblatt“

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13507179.html
Nachrichten>DER SPIEGEL>„Die Karre steckte tief im Dreck“

04.02.1991

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13518219.html
21.04.1986
DDR
Bis zum Ural

01:52 05.05.2016
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Geschrieben von

Joachim Petrick

Aktuelles: Meine sichere Route- Refugee-Airlift - Petition "Luftbrücke für Flüchtlinge in Not" an die MdBs des Bundestages erhofft Debatte
Joachim Petrick

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