Joachim Gauck, der Lordsiegelbewahrer unserer Demokratieunterlagen

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Joachim Gauck, der Lordsiegelbewahrer unserer Demokratieunterlagen in heikler Mission? Teil I

Joachim Gauck, der Hüter, der Lordsiegelbewahrer, der Sonderbeauftragte unserer Demokratieunterlagen in heikler Mission?

Joachim Gauck, der rotgrüne Schmerzenskandidat, in heikler Mission?

Joachim Gauck, der Schmerzenskandidat für die Wahl in das Bundespräsidentenamt auf dem Rotgrünen Ticket, in heikler Mission?

Je näher der Tag der Wahl des Bundespräsidenten am 30. Juni 2010 durch die Bundesversammlung rückt, desto mehr Wind, gar Sturm kommt gegen den Kandidaten Joachim Gauck für die Wahl in das Bundespräsidentenamt auf dem Rotgrünen Ticket auf.

Dieser Wind und Sturm kommt weniger von den Fundis in der Linkspartei mit ihrer respektablen Kandidatin Dr. Luc Jochimsen für die Wahl in das Amt der Bundespräsidentin, sondern aus dem unaufgearbeiteten Hinterlassenschaften von Aktenlagen, die einmal die Person Joachim Gauck als Pfarrer in Rostock, als Veranstalter des Kirchentages 1988 in der DDR und zum Anderen die Situation, Rolle und Haltung der Christen/innen in der Kirche im Sozialismus der DDR von 1949- 1990 insgesamt betreffen.

Anwürfe gegen Joachim Gauck, er habe sich 1990 vor der Vereinigung am 03. Oktober Gelegenheit verschafft, in der Rostocker Außenstelle der STASI, ganz allein und unkontrolliert, Einsicht in seine „Opferakte“ zu nehmen, und diese zu manipulieren, gar Teile aus der Akte zu entwenden, greift zu kurz, weil es STASI Praxis war, eine Laufakte für jede Akte, sonders bei deren Herausgabe, anzulegen, die jede Entnahme eines Teils der Akte sofort registriert hätte.

Dabei geht es um ganz andere, um systemrelevante Zusammenhänge der letzten Jahre der DDR, die die Kritiker/innen der Kandidatur Joachim Gaucks gerne weiter unbesichtigt lassen wollen, denen sich aber Joachim Gauck in heikler Mission, quasi als krönender Abschluss seiner Tätigkeit als Chef a. D.der Gauck- Behörde von 1990- 2000 heute, argumentativ gut gerüstet, zur Überraschung vieler, versöhnlich nähern will.

Was bedeuten da so kleine juristische Scharmützel, die Joachim Gauck, zuletzt 2001, mit dem Rechtsanwalt und letzten Innenminister der DDR Peter Michael Diestel außergerichtlich beilegte.

Dabei ging es um völlig unterschiedliche Auslegungen des Stasiunterlagengesetzes der DDR von 1990.

Nach diesem Stasiunterlagengesetz der DDR gilt Joachim Gaucks Stasiakte für Rechtsanwalt und letzten Innenminister der DDR Peter Michael Diestel als die Akte eines DDR- Bürgers, der auf keinen Fall ein IM war, aber ein Begünstigter des DDR- Regimes war, während Joachim Gauck, nach wie vor, in seiner Stasiakte mit guten Gründen eine Opferakte erkennt.

Ist nach der Lesart von Peter Michael Diestel Joachim Gauck ein Begünstigter des DDR- Regimes gewesen, weil Joachim Gauch u. a. bei der Abwicklung der ValutaTransfer- Buchungsvorgänge von DM aus dem Steueraufkommen der Bundesrepublik Deutschland und den dortigen Kirchen für Kirchliche Mitarbeiter/innen im DDR-Sozialismus bei der Umrechnung in Intershop Schecks auf die Mitarbeit der DDR- Bezirksbehörden, samt Außenstellen der STASI in Personalunion als als Organ der Kriminalpolizei angewiesen war, weil Valuta in DM, in US- $ u. a. Valuta nach den DDR- Devisen- Bewirtschaftungs- und Rechtsbestimmungen nicht direkt ausgezahlt, sondern, erst auf Antrag beglaubigt, genehmigt in Intershop Scheck umgewandelt, ausgehändigt wurden?

Liegt die Möglichkeit der Vieldeutigkeit dessen, was Opfer-, was Begünstigtenakte ist, in der unzureichenden Anlage, den Ausführungsbestimmungen, der Konstruktion des Stasiunterlagengesetzes der DDR von 1990 selber begründet?

Zum anderen liegt die Möglichkeit der Vieldeutigkeit des Stasiunterlagengesetzes in der Person und Historie Joachim Gaucks selber als Mitarbeiter der Kirche im DDR-Sozialismus begründet, oder in anderweitig systemrelevanten deutschen- deutschen Zusammenhängen, die ihrer Aufdeckung harren?

Gesichert kann wohl gelten, dass nach dem Stasiunterlagengesetz der DDR- Volkskammer vom Jahre 1990 die DDR ein Eldorado von besonders Begünstigten und weniger Begünstigten aus dem In- und Ausland war.

Sei es dass diese Begünstigten Zuwendungen, Privilegien durch die DDR oder aus dem sozialistischen und nichtsozialistischen Ausland als akkreditierte Diplomaten säkularer, klerikaler Herkunft, Korrespondenten, Kulturschaffende bekamen.

JP

Teil II folgt



23:27 17.06.2010
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Geschrieben von

Joachim Petrick

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Joachim Petrick

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