Johnson, Grove um Brexit- Sieg gebracht

David Cameron Boris Johnson gab am Freitag, 24.6. das Bild eines begossenen blonden Pudels ab, der sich, dank David Camerions, seinem Intimfeind, um seinen Sieg gebracht sieht.
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Heller Wahn im Brexit- Anzug beim politischen Henry VIII Kingsize Crash und Harakiri Boris Johnsons, Michael Groves. last but not least Premierminister David Camerons auf offener Bühne mit finalem Endspiel

Werden Boris Johnson, Michael Grove, dank David Cameron, um Brexit Sieg gebracht?

Brexit- MIkado- Spiel in Great Britain

Wer sich zuerst in der Sache des Brexits rührt, hat verloren

Der ehemalige Londoner Bürgermeister Boris Johnson, Brexit Befürworter bei den Tories wie der britische Justizminister Michael Grove, versuchte am Freitag nach dem Brexit Sieg am 23. Juni 2016 erfolglos aus dem von Premierminister David Cameron eine Stunde zuvor angeordneten Versuchsreihe eines Mikado- Play in the british Way auszubrechen, Dabei gab Johnson das Bild eines begossenen blonden Pudels ab, der sich, dank David Camerons, seinem Intimfeind, um seinen Sieg gebracht sieht.

Warum?

Man vermag sich des Eindrucks nicht erwehren, dass bei vielen Brexit- Befürwortern noch nicht angekommen ist, dass sie den Sieg zwar Brutto- Nominale in der Tasche haben, realiter aber Netto unterm Strich verloren haben Und schuld daran ist ein Mann: der Intimfeind bei den Tories von Boris Johnson seit Studententagen, Premierminister David Cameron.

Mit seinem angekündigten Harakiri- Rücktritt vom Amt des Premierminister binnen drei Monaten bis zum Torie- Parteitag im September 2016 im Zeitlupentempo, was in Brüssel als nicht zu toppend britische Unverfrorenheit registriert wurde, ließ David Cameron das Ergebnis des Referendums im kochenden Bad der Wirklichkeit verdampfen und verdunsten und damit zugleich die politischen Karrieren seiner Erzrivalen bei den Tories Boris Johnson, Michael Grove und anderen führenden Brexit-Befürwortern, die ihm bei den Tores so viel Trouble bereitet hatten, ohne dass er diese zum Teufel jagte, samt seines Verweilens im eigenen Amt..

Wie Cameron seine und die Karrieren seiner Erzrivalen zerstört hat.

Während der ganzen "Remain vs Leave" Kampagne hindurch hat Cameron wiederholt verkündet, dass er den Austiegartikel 50 der EU- Statuten im Fall des Siegs der Brexit- Befürworter den Tag darauf unverzüglich aktivieren und in Brüssel den entsprechenden Antrag auf Ausstieg Breat Britains aus der EU präsentieren und seinen sofortigen Rücktritt als Premierminster erklären würde

Gleich ob das während der Kampagne Panikmache war, Brexit- Befürworter umzustimmen, oder nicht, scheint jetzt, angesichts der entstandenen Lage bedeutungslos. Zwischen den Zeilen und sentimentalen Anspielungen in seiner Erklärung vom Freitag, hat Cameron sich von dieser Position klammheimlich kommentarlos verabschiedet und die Verantwortung für die Erklärung des Brexits mit gechmeidig geschliffenem Klang seiner Worte in Bachkantaten- Moll seinem Nachfolger aufgebürdet,

Bereits am Freitag wurden enorme Auswirkungen eines Brexit auf die Finanzmärkte, auf den Pfundkurs, auf Schottland, auf die irische Grenze, auf die Grenze bei Gibraltar, auf die Grenze bei Calais, dramatisch sichtbar. Zudem wurde die Notwendigkeit deutlich, für eine weitere Teilnahme am EU-Binnenmarkt die EU-Richtlinien auch zukünftig strikt zu befolgen; das Aushändigen neuer Pässe, die Auswirkungen auf die Briten im Ausland, auf die EU-Bürger in Großbritannien; der Berg an Gesetzbüchern, die jetzt neu geschrieben werden müssen Die Liste der Notendidigkeiten wurde, Stunde um Stunde, immer länger.

Dass das Ergebnis des Brexit- Referendums nicht bindend ist, gilt inzwischen bei über 70 % EU- Befürwortern durch alle parlamentarischen Bänke im Unterhaus als Gemeinplatz. Es ist ein Ratschlag. Das Parlament ist nicht verpflichtet, diesem Ratschlag namenlosen Volkes da draußen zu folgen.

Seit 1682, der Ausrunfung der parlamentarischen Monarchie in England, geht die Demokratie vom Parlament und nicht von Volksbefragungen aus.

Der britische Labour-Abgeordnete David Lammy rief das Parlament auf, das EU-Referendum zu kippen. Das Ergebnis des Referendums sei nicht bindend, das Parlament solle es mit einem Votum außer Kraft setzen, forderte der Abgeordnete. "Wir können diesen Wahnsinn durch eine Abstimmung im Parlament stoppen und diesen Alptraum beenden", zitierte ihn die britische Agentur PA.

Das Dilemma, damit hätte das britische Parlament ein angeblich irrelevantes Votum für den Brexit historisch als relevant anerkannt..

Die Wahl eines neuen Parteivorsitzenden der Tories, der auf Cameron folgt, steht nun unter der folgenden Prämisse: Werden Sie, sollten Sie zum neuen Parteivorsitzenden gewählt werden, den Artikel 50 aktivieren?

Wer soll, wer will diese Verantwortung übernehmen? Wer wird sich diese Last auf seine Schultern frachten?

Boris Johnson wusste das, als er sich am Tag nach dem Votum schmallippig von daheim auf den Weg in die Pressekonferenz machte, noch schmallippiger da stand. als ihm klar wurde, dass ihn sein Intimfeind, entgegen Vereinbarungen öffentlichen Verlautbarungen, David Cameron, mit seiner Erklärung, er sei der falsche Mann, den Artikel 50 zu aktivieren, das sei Sache seines Nachfolgers, beinhart ausmanövriert und schachmatt gesetzt hat.

Sollte Johnson den Parteivorsitz übernehmen, Artikel 50 aber nicht aktivieren, ist er ein Mann von gestern. Sollte er kandidieren und dann das Feld räumen, ist er ebenfalls Lame Duke. Sollte er kandidieren, gewinnen und dann Großbritannien aus der EU führen, sind alle per Rundumschlag erledigt:

Schottland wird sich vom Vereinten Königreich abspalten, es wird einen Aufstand in Irland geben, infolge gebrochener Handelsvereinbarungen wird eine Rezession hereinbrechen. . Boris Johnson wird das wissen. Wenn er jetzt mit seinem Pfeifen im finsteren Wald das naive Blondchen mimt, ohne die Lage wirklich zu erklären, dann ist er genau das: ein Schausteller auf dem politisch wohlfeilen Jammermarkt

Die Brexit-Befürworter stehen jetzt vor dem Scherbenhaufen ihres doch eigentlich so überaus guten Ergebnis, das sie nicht für sich nutzen können. weil der Torie Parteivorsitz, dank David Cameron, ein "Heißer Stuhl" mit vergifteten Fesseln samt Tickett für den Fahrstuhl zum politischen Schafott geworden.ist

Wenn Boris Johnson betont, es gebe keinerlei Veranlassung für eine sofortige Aktivierung von Artikel 50, das sei ohnehin eher keine Wahl der Mittel, es gehe jetzt um Beruhigung der Märkte, dann heißt das übersetzt „Niemals“.

Wenn Justizminister Michael Grove dann auch noch von „informellen Verhandlungen“ spricht, fragen sich nicht nur alle in Brüssel, Berlin, Paris, Amsterdam, Warschau, Bratislava, Wien warum? Warum nicht sofort formelle Verhandlungen anberaumen, ist Martin Schulz. Präsident der Europaparlaments zu vernehmen. warum wird nicht von sofort auf gleich von Cameron ein Parteitag der Konservativen anberaumt, statt erst turnusmäßig im September?

Und siehe da, auch Michael Grove will den offiziellen Weg des Austritts nach Artikel 50 nicht gehen. Sie beide wissen, was ein offizielles, formelles Austreten bedeuten würde: Ein endgültiger Schritt, der keine Rückkehr zulässt, und für den keiner von beiden so wenig bereit ist, wie David Cameron bei verbaler Aufgeschlossenheit unter "Thundering both" Betonung des Volkes Stimme unabdinglich Gehör verschaffen zu wollen, aber eben in Abwesenheit jeden Handlungswillens, wirklich zur Tat zu schreiten

Alles, was jetzt zutun bleibt, ist, dass jemand den Elan aufbringt und in einem offiziellen Statement vor der Weltöffentlichkeit ex cathedra verkündet, dass ein Brexit in der vorhandenen Realität nicht durchführbar ist, ohne enorme wirtschaftliche Verwerfungen, Einbrüche in privaten, unternehmerischen Wertpapierdepots, Depots der Pensionsfonds, bleibende Schmerzen daheim, aufgrund von Arbeitsplatzverlusten, auszulösen.

David Cameron hat die Last, dieses Statement zu verkünden, denjenigen elegant mit britischem Understatement übertragen, die die Brexit- Kampagne vorgeben, weiterführen zu wollen. Sie wollen nach allem, was wahrnehmbar ist, diese aber nicht weiterführen, wenn überhaupt. nur noch Tage in der Schwebe halten, um ihren geordneten Rückzug ohne Gesichtsverlust zu organisieren.

"Aus der Hüfte hoch gepokert!. Haushoch verloren",

Das gehört zum Lebensstil, Kontinentaleuropäer sagen eher moralin, das gehört zu den "Bad Habits" der Briten

Abertausende Unternehmen, Privatahaushalte die den Verlockungen der London- City, Wall Street, Börse Frankfurt/Main, Tokio, Shanghai, Hongkong, Singapur, Zürich, Moskau gefolgt sind und kredifinanzierte Wertpapierdepots mit Aktienwerten als Sicherheit halten, werden nach dem "Schwarzen Freitag" 24.6.2016 automatisiert aufgefordert, taggenau Sicherheiten nachzureichen, weil die vorhandenen wie Butter in der Sonne durch den Börsencrash relevant dahingeshmolzen sind.

Bei Nichtbefolgung der finalen Aufforderung binnen Stunden, werden Wertpapierdepots in beachtlichen Teilen automatisch liqudiert, Werte, ohne Preislimit, billigst zum Verkauf an den Finanzmärkten gestellt und nähren noch einmal zusätzlich für Tage den Kursverfall an den Aktienbörsen, wie heute zu besichtigen war. "Kurse fressen Kurse", "Die Krise nährt die Krise"

Mit dem britischen Brexit- Ergebnis geht es zu, wie nach hochrichtlerlicher Verkündigung eines Todesurteils, zu dessen Vollstreckung sich kein Henker einfindet, weil alle Henker befürchten, Morgen schon könnte ja die Todesstrafe abgeschafft sein, was dann, werden sie dann wg. Mordes von Amtswegen belangt, gar angeklagt, verurteilt?
JP

http://www.cashkurs.com/kategorie/wirtschaftsfacts/beitrag/trotz-des-abstimmungsergebnisses-stehen-ausstiegschancen-der-briten-aus-eu-schlecht/
27.06.2016 18:00 Uhr Autor: Dr. Paul Craig Roberts
Trotz des Abstimmungsergebnisses stehen Ausstiegschancen der Briten aus EU schlecht

https://www.freitag.de/autoren/joachim-petrick/haengepartie-im-rasenden-stillgestanden

JOACHIM PETRICK 27.06.2016 | 14:00 3
Hängepartie im rasenden Stillgestanden

00:52 28.06.2016
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Joachim Petrick

Aktuelles: Meine sichere Route- Refugee-Airlift - Petition "Luftbrücke für Flüchtlinge in Not" an die MdBs des Bundestages erhofft Debatte
Joachim Petrick

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