Kerstins "Kaiser Wetter", "einmal IM, immer IM!", oder was?

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Kerstins "Kaiser Wetter" im Freitags Salon, Klärchens Ballhaus zu Berlin:

"Einmal IM, immer IM!",

"Was einmal Unrecht war, bleibt auch Unrecht!",

"Einmal Alkoholiker/in, immer Alkoholiker/in",

oder was?

Am Wochende habe ich mit meiner Frau die Vita von Kerstin Kaiser auf deren Homepage und bei Wikepeda studiert. Danach ist mein Eindruck, Kerstin Kaiser bewegt sich aus Not gerade wie professionell auf dem schmalen Grat eines Pilger Pfades, der noch nicht direkt zur Wahrheit, Klarheit, aber auf einem paralellen Neben- Pfad der Ermutigung führt, den Pilger- Pfad der Wahrheit und Klarheit in Sachen der eigenen Rolle als IM des real- existierenden Sozialismus zu beschreiten.

Welcher IM des real- existierenden Turbo- Kapitalimus könnte das Gleiche von seinen selbstherrlichen wie geheimen Überlegungen bei der Organisation, der Beibehaltung von Vergehen von Amtswegen, der Menschenrechts- und Steuerverkürzung, des Schwarzfahrens, des allgemeinen Diebstahls von Rechten, Gütern, Diensten anderer und der miesen Moral von der Geschichte als IM im Namen des vagabundierend flüssig gewordenen Kapitals sagen, dass von ihm/ihr Ermutigung ausgeht, einen Pilger Pfad der Wahrheit, Klarheit zu beschreiten, wie diesen Kerstin Kaiser,

einmal IM, einmal Alkoholiker/in,

zwar trockengelegt, trotzdem immer Alkoholiker/in,

als IM durch die Wende 1989/90 ans Ufer der Freiheit und Demokratie geworfen, trockengefallen, immer IM, wohldosiert nahelegt?

Warum?.,

weil Kerstin Kaiser per aufrechtem Gang, trockenen Fusses, aufsuchend, Zugang zu politisch nährenden Feuchtgebieten fand.

Alles "Kerstin Kaiser Wetter!", oder was?

Lassen wir Kerstin Kaiser doch selber zu Wort kommen:

Kerstin Kaiser „IM Katrin“

siehe: www.kerstin-kaiser.eu/

Orginalton Kerstin Kaiser:

"Heute, im Rückblick und mit all den Erkenntnissen, die ich in den vergangenen Jahren gewonnen, mit all dem Wissen, das ich erworben habe, ist es für mich schwer vorstellbar, dass mir damals meine Entscheidung nicht falsch erschien. ....Ich habe an den Staat, in dem ich lebte, geglaubt, und ich war ihm dankbar. Dies waren offenbar Gründe für mein Verhalten...... Ich kann sagen: Ich wollte niemanden denunzieren. Nie. .....

Und ich muss aus heutiger Sicht sagen: In dem Moment, da man sich bereit erklärt, Gespräche mit einem Geheimdienst zu führen, nutzt dieses Wollen nichts mehr. Es liegt nicht mehr in der eigenen Hand, ob man jemanden denunziert oder nicht. Einfach deshalb nicht, weil es nicht in der eigenen Hand liegt, was mit den gegebenen Informationen getan wird. Die beste Absicht kann die schlimmsten Folgen haben, denn die Folgen bestimmt der Geheimdienst, nicht die Informantin. Das war, sage ich heute, schon immer so und es gilt überall.........

Nach und nach begriff ich, dass ich keinerlei Berechtigung und Begründung dafür hatte, über meine zwölf Kommilitoninnen der deutschen Hochschulgruppe ohne ihr Wissen auch nur irgendeine Information weiterzugeben...... Auch wenn mir damals durchaus schon bewusst war, worüber ich auf keinen Fall reden wollte und nicht zu reden hatte, begriff ich doch erst viel später in ganzer Schärfe, zu welchen Konsequenzen auch scheinbar harmlose, nicht böse gemeinte Bemerkungen über andere Menschen führen konnten, wenn sie absichtsvoll in andere Zusammenhänge gebracht werden........."

Eine Lehre kann aus aus diesem Text von Kerstin Kaiser gezogen werden.

Diese Lehre erreicht die grandios sortierte wie robust aufgestellte Persönlichkeit des Brandenburgischen Ministerpräsidenten a. D., den vormaligen Superindenten der Evangelischen Kirche im real existierenden DDR- Sozialismus, Manfred Stolpe, nicht.

Warum?,

weil Manfred Stolpe bis heute unserer Freiheit und Demokratie die Offenbarungen seiner stillen wie heimlichen Überlegungen, Spekulationen, Rechnungen, gar wider den Rat der eigenen Kirche, totalitär commode verweigert, als sei sein Gegenüber immer noch die STASI ?

Sind sich darin Manfred Stolpe, Gregor Gysi auf selten seltsame Weise in der Wahrnehmung der Wirklichkeit einig?

Auch wenn, sowohl Manfred Stolpe, als auch Gregor Gysi, keine IMs im eigentlichen Sinne waren, noch sein mussten, haben sie sich doch, absichtlich, wie unabsichtslich, mit der Tarnkappe ihrer Konspiration, ihrer Geheimnistuerei zu Gunsten, wie zu möglichen Lasten Dritter im real- existierenden DDR- Sozialismus, unberechenbar, unkalkulierbar für die Betroffenen, samt deren Umfeld, wie IMs, verhalten.

Anders ist da Kerstin Kaiser sortiert und, wohldosiert umsichitg bedacht, aufgestellt. (siehe ihr eigenerText).

Das apart zarte an Kerstin Kaisers Einlassungen zu ihrer Zeit als "IM Katrin" ist, dass sie in einem Wahlkreis im Süden Brandenburgs in den Landtag von Potsdam gewählt wurde, zu dem Straussberg als Hochburg alter SED Kader zählt. Straussberg ist für die Veteranen der DDR- Volksarmee, dem MfS/Der STASI und deren willigen Nachwuchs heute das, was einst Wandlitz für die Top- Nomenklatur des Zentralkomitees (ZK) der SED sein sollte.
D. h., wer sich dort in diesem Lokal Kolerit Straussberg zur Wahl in den Brandenburgischen Landtag stellt, sollte mindestens offen bekennend IM gewesen sein.
Die apart zarten Einlassungen Kerstin Kaisers, angereichert mit hörbar kritischen Ober- und Unter- Tönen zu ihrer Zeit als "IM Katrin" künden insofern von ganz besonders persönlicher Zivilcourage in dieser Region um Straussberg im südlichen Wahlkreis Brandenburgs.
Das verdient Respekt, das verdient Beispiel gebend Beachtung!

Eine Frage bleibt noch offen:
"Wann genau hat sich Kerstin Kaiser, von Vertrauen umzingelt, 1990/92 entschieden, mit erhobenen Händen, unbewaffnet, aus ihrem IM- Bunker Versteck zu kriechen?"

Mein Fazit:

"Es geht ja gar nicht darum, ob stille Rechnungen, spekulative Überlegungen als IM, im guten Sinne gemeint, an das Gute im Menschen, Kollegen/in, Genossen/in apellierend, stimmig sind, sondern darum, dass ich mir als IM, wie Führungsoffizier/in eines staatlichen, kirchlichen oder privaten Sicherheitsorgans selbstherrlich anmaße, Wertungen, spekulative Be- Rechnungen vorzunehmen, die niemals im Stillen, im Verschwiegenen im guten Sinne aufgehen können, die nur offen gelegt, gemeinsam einsehbar, Vertrauen schaffen und unserer Freiheit und Demokratie eine Chance geben, zu wachsen"

JP

11:13 26.01.2010
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Geschrieben von

Joachim Petrick

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Joachim Petrick

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