Kopfpauschale, der Ablassbrief unserer Gegenwart

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Kopfpauschale, der Ablassbrief unserer Gegenwart

Kopfpauschale, oder die Einführung des Ablassbriefes aus dem römisch- katholisch klerikalen Spät- Mittelalter über den Umweg einer gescheiterten Gesundheitsreform nach der anderen in unserer säkularen Neuzeit.

Haben sich im Gesundheitswesen mit angeschlossener Industrie der Phamarzie, der organisierten Fach- Ärzteschaft, Apotheken Zunft, Krankenkassenvereinigungen wie Rest- Neurosen die Rest- Absichten auf gesellschaftliche Despotie formiert, Gesunden wie Kranken, Alten wie Jungen, Singles wie Paaren, Familien, gesellschaftlich unangefochten, klerikal medizinische Moneten- Mores zu predigen?

Sitzt nicht das medizinich klerikal organisierte Gesundheitswesen wie ein Sekt- Korken auf der Flasche ausgeblieben, ausgebremster, vertagter gesamtgesellschaftlicher Reformen, weg vom unternehmerischen Wertschuften zu Lasten Dritter, ohne Sinnen und Trachten der Folgen und Wirkungen auf die Umwelt, auf das Behandlungs- und Kostenniveau im bisherigen Gesundheitswesens, hin zu einer Ökonomie des begleitenden wie nacheilenden Lastenausgleichs, der direkten Beteiligung an den Kosten des Gesundheitswesens durch den aufgelegten Kapitalstock eines Entschädigungsfonds der deutschen Wirtschaft für berufs- und umweltbedingte Erkrankungen?

Das Gesundheitswesen lädt wie kein gesellschaftliches Wesen sonst zur Einberufung, Einbestellung von Experten- Runden ein, wo Seinesgleichen, Einzel- und Gruppeninteressen geleitet, unter sich versammelt, an so genannten Gesundheitsreformen schlimmverbessernd herumdoktert, um ganz andere Dinge, Zusammenhänge, unter Ausschluss der Betroffenen zu verhandeln, nämlich unanfechtbar unwidersprochen gesamtgesellschaftlich ausgesteuerte, ausgelagerte Kosten- Pfähle, - Pflöcke des Gesundheitswesens als Galgenberge, als hohe Moneten Lüfte vom Allerletzten Atem ausgehauchten Lebens wie im Mittelalter in die blühende Landschaft unserer entwickleten Gesellschaft zu setzen.

Pfui Deibel!

Der vagabundierende Skandal von so genannten Gesundheitsreformen sind ja nicht deren Experten Vorschläge, wie und wohin die auch ausfallend fallen mögen.

Der wirklich gesellschaftliche zum Himmel schreiende Skandal ist, wer an Betroffenen an Verursachern von Erkrankungen, frühem Siechtum, nicht am Verhandlugstisch sitzt, entweder, weil dieser sich drückt oder weil dieser brutalstmöglich unauffällig ausgeschlossen bleibt.

Die so genannten Gesundheitsreformen, die hinter verschlossenen Türen von Lobby- und Experterunden bis in die Ministerien hinein verhandelt, angeteicht werden, sind längst keine Reformen mehr im eigentlichen Sinn des Themas Gesundheit, sondern auf Kiel gelegte, vom Stapel gelassen gesamtgesellschaftliche Entwürfe für die nächsten Hundert Jahre, die die gesellschaftlichen Kosten von Berlin, Hamburg, Hannover, Bremen, Lübeck, Weimar, Wismar, Rostock, Leipzig, Dresden , Düsseldorf, Münster, Bonn, Nürnberg, Flensburg, München, Köln, Stralsund bis zum Hindukusch, von oben nach unten,debattenfern herunter regeln.

Insofern kann die Kopfpauschale der FDP in unserer gesellschaftlich debattenlosen Zeit als Ablassbrief der Neuzeit identifiziert werden, weil diese Kopfpauschale trügerisch wie vergeblich Ablass von Krankheit, Siechtum verspricht, wie der römisch- katholische Ablassbrief im Spät- Mittelater zur Vorfinanzierung des überdimensionierten Bauprojekts des Petersdom zu Rom (Bauzeit von 1495- 1595), europaweit entworfen, trügerisch wie vergeblich die Wirkung eines Schutzbriefes als letzter Rückversicherung gegen Sündersturz ins Fegefeuer der Vorhölle verhieß.

tschüss

JP

16:03 30.03.2010
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Geschrieben von

Joachim Petrick

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Joachim Petrick

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