Krachend und vernehmlich

Marx&Wagner, die klammheimlichen Kompagnons der “Krachmacher GmbH“, der eine, kommunistisch manifestiert hier, der andere, um der Sache der Liebe willen, ergriffen orchestriert da?
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„Karl Marx & Richard Wagner“, die klammheimlichen Kompagnons der “Krachmacher GmbH“, der eine, kommunistisch manifestiert hier, der andere, um der Sache der öffentlichen Liebe willen, erhaben orchestriert, ergriffen da?

Michael Jäger, ist bei seinem Freitag Artikel: „

https://www.freitag.de/autoren/michael-jaeger/radikal-und-sinnlich

28.03.2013 | 09:00 23

„Radikal und sinnlich „

einmal mehr ein verbalisierender Spaß an der Freude in dem vorliegenden Text. anzumerken, ansteckend mit spektakulären Vergleichen zu hantieren, Das hat etwas ungemein säkular feierlich Österliches.

Da sage ich allseits, nacheilend, in öffentlicher Freitag Community Liebe, nur:

:„Wünsche „Frohe Ostern“ gehabt zu haben!“

Karl Marx und Richard Wagner stehen, neben den Vergleichen, die Michael Jäger interessanterweise hier, in seinem Artikel, fächerübergreifend, historisch anstellt, n. m. E. noch in einem ganz anderen Vergleich, nämlich dem, dass sowohl Musik als auch Ökonomie, ergreifend, mit Geräusch verbunden, damit deren Krach die Schlösser, Burgen, Parlamenten, wie Hütten als

„Ach unterm Dach“ gleichermaßen in seinen Auswirkungen, Takten, Rhythmen, Zyklen erreicht.

Karl Marx hat das Trommeln, hat das, theoretisch unterlegte, krachend manifestierte Tamtam Völker, Klassen ergreifende Palaver in der Ökonomie, Richard Wagner das, kompositorisch fundiert Zuhörerschaft ergreifende Tamtam, das tonal krachende Palaver in der Opern Musik eingeführt,.

Gleichzeitig hat das Kapital bis heute , medial befeuert , mit dem Aufbruch der Industriellen Revolution, ungebrochen damit begonnen, das gesellschaftspolitisch krachmachend Völkerstämme ergreifende Tamtam, Trommeln, Palaver aus der Ökonomie zu verbannen, aus der allgemein politischen Meinungs- und Willensbildung herauszunehmen.

Warum sucht das Kapital weltweit diese Grabesstille als Begleitmusik seines dunklen Tuns und Waltens, entfesselt herbeizuführen?

Womöglich allein zu dem „Behufenden Zwecke“, unsichtbar in aller Stille, ungestört alles und jeden vereinnahmende Fakten zu schaffen, die sich dann umso ungebremster und destruktiv aufgeladen, erdbebenartig, entfesselt, in Krisen- , Katastrophen, Kriegs Getöse, grellen Blitzen, grollendem Donner zerstörerisch entladen?

Was den gesellschaftlichen Krach & Lärm angeht, scheint Richard Wagner seine Enkel, fern der „Klingenden Spiele von einrückenden Militärkapellen Märschen in okkupierten Ländern, Städten, im „Rock my Soul“ Blues, Black Power Soul, Reggea, Tango, Cantaten Classics, in Konzertsälen, auf Open Air Festivals, im musikalischen Wald, in Filmen, wie Odyssee 2000 von Stanley Kubrick mit rauschhaft göttlichen Zarathusta Klängen gefunden zu haben.

Während Karl Marx erst jetzt gerade in der „Occupy Bewegung“ einmal mehr, nach all der seltsam ökonomischen Stille im bunten Blätterwald, auch hier im Freitag, auf den Lärm, das Palaver, den Tamtam, das Trommeln, all seine Hoffnung, auf den Krach im sozialen Dschungel des globalen Dorfes seiner Enkel setzt?

„Wer nachdenkt, darf die Eiswüste der Abstraktion nicht scheuen. Marx sieht das bald ein, nur so konnte er Ökonomie studieren. Wagner hätte es auch einsehen können, denn auch die Musik arbeitet mit dem Abstrakten. Als eine Art Mathematik ist sie eine Kunst des Möglichen und Unmöglichen“ (Zitatende Michael Jäger)

Es will mir scheinen, dass die Musik mehr an belastbar möglicher Abstraktion hergibt, denn die Ökonomie, die voller Launen unterwegs, diese nicht einmal als emotionale Ausstattung ihrer „unsichtbaren Hand“ genannt wissen will.

Was sowohl der Musik als auch Ökonomie zum Wohle der Mehrung und gerechten Verteilung des Wohlklanges, des Reichtums der Völker, der Realisierung des Möglichen innewohnt, ist das, was Liebe zum Nestbau anregt, ist kooperierende Verantwortung durch Arbeitsteilung für etwas, orchestral ergreifend, Gemeinsames.

Da erweist sich, das, was Karl Marx als Kapital identifiziert, mit seinen dynamischen Mechanismen als Triebfeder zur Feindschaft gegenüber dem, was wir gemeinhin gesellschaftlich „Verantworteter Ökonomie“ zum Wohle der Gemeinschaft der Völker heißen, die Namen und Formen der Liebe für alles, was da fleucht, kreucht, wächst oder einfach als Ressource vorhanden ist, ausgetrieben sind.

Dem Kapital wohnt keine Liebe inne, nicht weil das Kapital ein Abstraktum ist, sondern weil das aus allen gesellschaftlichen Wurzeln gekappte und Fugen zusammen gekratzte, geklaubte Kapital als Mehrwert zum Vagabunden geworden, über Deregulierung aller Märkte beständig unbeständige computergesteuert hochfrequente Takt Bewegung anstrebend, mehr davon zu schaffen, kapitalblind, auf Zeit voller emotionaler Krisen, Unwucht her, Wucht weg, oder umgekehrt, seiner Träger, Eigner, Akteure die Vernichtung von Kapitalwerten riskiert, um daraus, wie Phönix aus der Asche, eben aus der Asche

„erloschener Schulden“

gar dem enteigneten Leben und Vermögen vorheriger Gläubiger, neues Kapital zu generieren

Dass Michael Jäger bisweilen der Wortwitz, bei allem Tiefgang seines Textes, auch in gewagte Unschärfe des Leichten trägt, zeigt sich sinngemäß in seinem Karl Marx direkt, Richard Wagner indirekt vereinnahmenden Satz

„..der knorrige Karl Marx hätte nie den Satz

„Ich liebe euch doch alle!“

über seine Lippen gebracht“

Richard Wagner mit Sicherheit auch nicht.

Dass Michael Jäger diesen Satz Erich Mielkes bei seiner letzten Rede vor der DDR Volkskammer im Winter 1989/1990 hier, ohne Quellenangabe, so ent- historisiert zum Besten gibt, als ob es Erich Mielke um den Kommunismus als Projekt der Liebe ging, lässt mindestens zwei Vermutungen zu, außer Michael Jäger fällt noch eine andere ein

Mutmaßung 1 über Michael Jäger:

Michael Jäger ist, ab und zu als ausgemachtes „Schlitzohr“ zwischen den Zeilen unterwegs.

Mutmaßung 2 über Michael Jäger:

Michael Jäger ist bereit und fähig, für eine gute Pointe, Unrat und Ballast abwerfend, auch schon einmal für den Zeitraum einer Freitag Wochenausgabe seinen, vielseitig anerkannt „Summa cum laude“ rundum guten Ruf zu riskieren?

Denn im vorliegenden Fall der letzten Rede des MfS Chefs Erich Mielke, war dessen Triebfeder mit Gewissheit nicht die Liebe als Projekt des Kommunismus, wie es Michael Jäger in seinem Artikel klammheimlich inseriert, sondern die Tatsache, dass Erich Mielke, Chef des Ministeriums für Staatsicherheit (MfS) der DDR, dem Schwert & Schild der Einheitspartei Deutschlands (SED) selbst vor den, längst noch nicht frei gewählten Mitgliedern der DDR- Volkskammer im Januar 1990, die Hosen gestrichen voll hatte.

Damit das Niemand merkt, hat Erich Mielke die Feuerbach These vom Kommunismus als angeblichem Projekt der Liebe in den, ideologisch geschulten, Köpfen der SED Genossen/innen zu mobilisieren versucht und selbst bei denen doch nur höhnisch mitleidiges Gelächter ausgelöst:

„Ja! Ich liebe euch doch alle, ihr wisst das doch!.

Sollte ich mir unwissentlich etwas zu Schulden kommen lassen, irgendein Unrecht begangen haben, so bitte ich euch, liebe Genossen/innen, für meinen Irrtum um Verzeihung“

An andere Stelle seines Artikels schreibt Michael Jäger:

„Ein Fall von öffentlicher Liebe, Sorge für unser Seelenheil, ist schon die heilige Inquisition gewesen - Gott bewahre uns davor.“

Das ist wohl wahr, das wohl unbestritten klar.

Aber geht es Feuerbach mit seiner These vom Kommunismus als Projekt der Liebe denn überhaupt um einen Fall öffentlicher Liebe?

Geht es Feuerbach nicht vielmehr um das, was Wilhelm Reich (* 24. März 1897 in Dobzau, Galizien, Österreich-Ungarn; † 3. November 1957 in Lewisburg, Pennsylvania, USA[) als, individuell wirksam, innerpsychisch schwebende Energie, als

„ORGON“

identifiziert hat?, die selbst der Psychiater und Philosoph Karl Theodor Jaspers (* 23. Februar 1883 in Oldenburg; † 26. Februar 1969 in Basel), noch vor der politischen Theoretikerin, Hannah Arendt (* 14. Oktober 1906 in Linden, heute Stadtteil von Hannover; † 4. Dezember 1975 in New York; eigentlich Johanna Arendt), als das „Eigentliche“, als das

„Denken ohne Geländer noch Gitter“,

als das „Schwebende in der Philosophie an sich“ gelten lassen will?

Wie ist das also mit dem Feuerbach Wort

„Kommunismus als Liebe“,

überhaupt wirklich im Sinne Friedrich Heinrich Feuerbach (* 29. September 1806 in Landshut; † 24. Januar 1880 ) zu verstehen?,

wenn ja, in welcher Form, in welcher Ausgestaltung und Richtung, still und stumm oder laut trommelnd, krachend ergreifend, entfesselt präsent, zu jedem Alarm für die Sache der Liebe als Schöpferischer Urkraft mit unendlich vielen individuellen Verästelungen bereit, gemeint?

JP

http://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Feuerbach

https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Reich

http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Jaspers

http://de.wikipedia.org/wiki/Hannah_Arendt

https://www.freitag.de/autoren/joachim-petrick/hannah-arendts-holzweg

Joachim Petrick

17.12.2012 | 22:06

Hannah Arendts "Holzweg"

Politische Theorie Hannah Arendt hat sich seit ihrer Flucht aus Nazi- Deutschland im Jahre 1933, von der Philosophie weg, mit sozial engagiertem Elan zur politischen Theorie hingewendet

16:52 02.04.2013
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Joachim Petrick

Aktuelles: Meine sichere Route- Refugee-Airlift - Petition "Luftbrücke für Flüchtlinge in Not" an die MdBs des Bundestages erhofft Debatte
Joachim Petrick

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