"Lebensleistungsrente", ein wunderbares Wort

Bleibeprämie Wo ein Wille ist, ist nicht nur ein Busch, sondern auch Lebensleistung für eine Rente als Bleibeprämie
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In der Nacht von Sonntag auf Montag, den 05. November 2012 war ich zu Tränen gerührt, als der Nachrichtensprecher im Deutschlandfunk um 5, 00 Uhr, die Koalitions- Bemühungen der schwarzgelben Bundesregierung zitierend, den Namen

"Lebensleistungsrente"

in meine umnachtete Welt hinein verkündete.

Wer solche wunderbaren Wortschöpfungen wie das Wort von der
"Lebensleistungsrente"

aus der Taufe zu heben vermag, kann nicht wirklich von schlechten Eltern sein.

Der Mensch denkt an sich nicht mit seinem Hirn, sondern mit seinen Ohren, die seinen Füssen, von Fall zu Fall, Beine machen.

Da fühle ich mich sogleich, von guten Mächten in der Nacht umgeben, und harre wohl geborgen des Morgen und allem was da kommen mag, in der besten aller deutschen Welten.

Da konnten meine Augen nicht mehr trocken bleiben.

Ich erlebte schluchzende Momente ungeahnter Vorahnungen von Eintritten in Vorzimmer späten Glücks.

Diese unsere schwarzgelbe Bundesregierung hat sich, binnen sieben langen Stunden einer Nacht, von einem Tag auf den anderen, sichtlich unter Anrufung höherer Mächte, hände- und wortringend bemüht, den Dingen im Leben, die uns wichtig sind, nach Inhalt und Form, einen angemessen bedeutenden Namen zu geben.

Dass dabei vorerst allein die Form aus schwarzgelben Erden herausgekommen ist, ist der schwarzgleben Bundesregirung mitnichten anzukreiden.

Mehr war vorläufig einfach nicht drinnen.

Jetzt sind Ursula von der Leyen mit ihrem entzückenden Augenaufschlag der Biene Maja, Angela Merkel, mit ihren katholischen Finger Triangel Exerzitien, , Guido Westerwelle, unbemannt, Philipp Rösler, auf dem Sprung zur nächsten Barbie Puppen Pointe, Rainer Brüderle, in weinselig selbst verordneter Nüchternheit, Horst Seehofer, in diszipliniert aufgenötigter Begattungs-, Lendenkeuschheit, mit allen Symptomen eines "Burn- Out" versehen, ausgepowert.

Wer da mehr erwartet, ist nicht von dieser

"Heile! Heile! Gänschen Welt"

Die wunderbare Wortschöfung

"Lebensleistungsrente"

nun vielfältig bunt mit Inhalt zu füllen, ist personenbezogen, gleich auf welcher Seite der gesellschaftlichen Barrikaden, Barrieren, eine Frage der Erinnerung an den eigenen Lebensweg.

Die Namensfindung ist in vollem Umfang, einfach umwerfend, gut gelungen:

"Lebensleistungsrente" .

Gut!, jetzt könnte der eine oder gar andere fordern, diesem Namen

"Lebensleistungsrente"

mit sofortiger Wirkung in dieser Legislaturperiode noch alle Ehren eines, pauschal, erfüllenden Inhalts zu verleihen?

Aber spricht da nicht wieder diese unverhohlen livehaftige Unbescheidenheit eines beliebigen Kritikassen, aus den Medien Gassen im bunten Blätterwald, der nicht einsehen will, die Form ist es, nach der wir streben, Inhalte ergeben sich im Laufe von Generationen, im nacheilenden Gehorsam gegenüber Zeitgeistgenossenschaften, ganz unverkrampft, nachtragend dokumentiert, wie von selber, außer es gerät unverehens, mit Verweis auf den Datenschutz, der Reißwolf dazwischen.

Wo ein Wille ist, ist nicht nur ein Busch, sondern auch Lebensleistung für eine Rente als Bleibeprämie

"Bleib doch noch!"

Mir fällt da willentlich meine Lebensleistung als Teilnehmer an Anti- Vietnamkriegs Demonstrationen in in den Jahren von 1967- 1972 in Westberlin ein, mein zeitaufwendiger Wandel zum Protagonisten des gesellschaftlichen Hauptwiderspruches hin zu Anti- AKW- Bewegungen, geboten, verbotenen Demonstrationen vor dem im Bau befindlichen AKW- Brokdorf, - Krümmel in den ahren von 1976- 1982 ein, auch zu reden von meiner Teilnahme an Demonstrationen gegen den NATO- Doppelbeschluss 1979- 1983, zu reden von meiner nicht nur spirituellen Unterstützung der Demonstrationen vor der AKW- Brennstäbe Wiederaufbereitungsanlage Wackersdorf/Endlager Gorleben im Wendland bis 1985, bzw. 2012, mein Eintreten für Schul- , Hochschulreformen, meine Mitarbeit im Russel -Tribunal zur Untersuchung der gesellschaftlichen Verhältnisse in Westdeutschland während der sozialliberalen Koalition unter dem Atomkanzler Helmut Schmidt, meine Unterstützung der

"Blauen Karawane"

vor und in die Psychiatrischen Landeskrankenhäuser von München bis Schleswig mit der Forderung nach gemeindenah psychiatrischen Einrichtungen.

Mein Innerer Marsch zum TU- NIX Kongress nach Westberlin 1978, dann zwei Jahre später zum TU WAS- , zum Perpektivkrongress DER GRÜNEN nach Bonn/Bad- Godesberg 1988, zwischendurch alle sechs Wochen Mauerspringer von West- nach Ostberlin- Pankow zu meiner Zeitgenossen Freundin mit Tochter, unentgeltliche Nachhilfe für Kinder von Obdachlosen in Hamburg- Altona/Zeisewegkeller.

Von meinem persönlichen Einsatz, ungefragt, als Ersatzpapa wildfremden Kindern zwischendurch die Leviten gelesen zu haben und weiter zu lesen, Oma, Opas, Hilfeabhängigen s über die Strasse, in die U- Bahn zu helfen, will ich noch gar nicht

Seit dem Jahre 2009 im Namen einer irgendwie links sortierten Demokratie mein aktives Bloggerdasein im Meinungsmedium der Freitag.

Das kann und ist selbstverständlich nur eine erste unvollständig vorläufige Übersicht meiner, rentenwürdig, zivilgesellschaftlich relevanten, Lebensleistung, wie ich diese verstehe-

Selbstverständlich billige ich allen, die auf der anderen Seite der Barrikaden, Blockaden standen, auch rentenwürdige Lebenssleistungen zu

JP

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/1913522/

06.11.2012 · 05:50 Uhr
Ulrich Schneider im Gespräch mit Jürgen Liminski


https://www.freitag.de/autoren/joachim-petrick/jens-spahns-generationskeule-konfisziert
Joachim Petrick
29.10.2012 | 17:12 1
Jens Spahns Generationskeule konfisziert

18:44 07.11.2012
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Joachim Petrick

Aktuelles: Meine sichere Route- Refugee-Airlift - Petition "Luftbrücke für Flüchtlinge in Not" an die MdBs des Bundestages erhofft Debatte
Joachim Petrick

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