"Macht und Gewalt"

Hannah Arendt Gewalt kann Macht zerschlagen, aber zu neuer Macht verhelfen, vermag Gewalt nicht, meint Hannah Arendt in ihrem Essay "Macht und Gewalt", angesichts des Vietnamkrieges
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Macht und Gewalt sind, Hannah Arendt gegen massive Widerstände in ihrer Zeit richtig verstanden, einander wesensfremd, so fremd, wie Feuer und Wasser.

Das Phänomen des Terrorismus um seiner selbst Willen entfaltet die Wirkung des Ausverkaufs vorhandener Macht an Unbekannt und diese Macht ist dadurch bis zum Erlöschen ihrem Verfall anheimgegeben.

Beispiel: Die USA verfügten mach Nine Eleven 2001 im eigenem Land und darüber hinaus, mit anderen Ländern vernetzt, die den USA weltweit in uneingeschränkter Solidarität zur Seiten stehen wollten, über eine Macht, die keiner Gewalt bedurfte, um die Gegenwart ihrer Wirkung und Vollzuges wahrzunehmen.

Warum kam es dann doch seitdem zu dieser andauernden Gewaltorgie - Afghanistan, Irak, Libyen, Syrien, Somalia, Kongo, Liberia, Sudan, Jemen, Mail - milltärischer Interventionen unter dem Begriff Krieg gegen den Internationalen Terrorismus?

Vielleicht, weil unsere Gegenwart in besonderer Weise in demokratisch verfaßten Gesellschaften, mehrheitlich gewählten Regierungen gehäuft das Phänomen des Machtzitterers hervorgebracht hat, dem die Macht, die ihm eigentlich Elan für gewaltfreie Entscheidungen unterlegt, wie bleierne Gewichte an der Seele, am eigenen Leben haften.

Nehmen wir einmal hypothetisch an, US-Präsident George W. Bush war als solch ein Machtzitterer im Machtzentrum der USA im Weißen Haus 2000- 2008 unterwegs.

Statt seine weltweit verliehene Machtfülle politisch, wirtschaftlich, kulturell nach Nine Eleven zur Wirkung zu bringen, entscheidet sich Bush 2001, dann 2003 im Irakkrieg nicht, seine Macht als ein sich selbst erfüllendes Trieb- und Räderwerk aus Diplomatie, Gesetzlichkeit, Menschenrechten, Völkerrecht, UNO-Konventionen, Gesetzgebungsverfahen, Gewaltenteilung selbstregulierend wirken zu lassen, sondern durch militärische Gewaltanwendung in Afghanistan, Irak, bis heute uneingestanden, peu a peu, obsolet zu stellen.

Dabei tritt Bush im Ton robust patriotisch, in seiner Haltung fest und sportlich vor die Weltöffentlichkeit und tritt doch unverkennbar als ein Machtzitterer historisch in Erscheinung, der über die in ihn gelegte Machtfülle, mit Hannah Arndt gesprochen, unvorbereitet , insgeheim zutiefst erschrocken, diese für das Linsengericht des Effekts der Gewaltanwendung gleich dem Wasser das Feuer zum Erlöschen bringt.

Mit US-Präsident Donald Trump scheint die Gefahr an Schubkraft zuzunehmen, dass wir erneut einen Machtzitterer im Weißen Haus erleben werden, auch wenn Trump ganz das Gegenteil durch seine Twitterei und seinen Autritt suggerieren will, der selbst noch den Rest an Machtfülle, der in die USA, weltweit verenetzt, gelegt ist, durch Gewaltanwendung innen und außenpolitisch zum Erlöschen bringt.

Gewalt kann Macht zum Erlöschen bringen, aber zu neuer Macht verhelfen, vermag Gewalt nicht, meint Hannah Arendt 1970 in ihrem Essay "Macht und Gewalt", mit Blick auf den Vietnamkrieg, den Prager Frühling, die Kulturevolution in China, die weltweite Studenbewegung, die kubanische Revolution, Entkolonialisierungsversuche in Afrika, Mittel- und Südamerika, das Apartheid Regime Südafrika, den Staat Israel.
JP

https://de.wikipedia.org/wiki/Macht_und_Gewalt
Macht und Gewalt

01:53 02.02.2017
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Geschrieben von

Joachim Petrick

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Joachim Petrick

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