Medienkonzerne fürchten Medienfinanzierungsgesetz wie das Weihwasser?

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Medienkonzerne fürchten Medienfinanzierungsgesetz wie der Teufel das Weihwasser?

Fürchten Medienkonzerne im unerklärten Bunde mit den Öffentlich Rechtlichen Rundfunk- und Fernseh- Anstalten im Zeitalter des World Wide Web, des Internets, ein Medienfinanzierungsgesetz wie der Teufel das Weihwasser?

"...Klar, man kann die derzeitige Krise als Medienkrise deuten und das böse Internet und die schlimme Kostenloskultur dafür verantwortlich machen. Man kann sie aber auch als Legitimationskrise des Journalismus deuten: denn es ist "den Medien" und "den Journalisten" in den vergangenen Jahren offensichtlich nicht gelungen, deutlich zu machen, worin der Wert ihrer Arbeit besteht und warum die Nutzer dafür zahlen sollen - und was Journalisten können, was die kollektive Netzintelligenz nicht kann...", die Bloggerin Eva-Maria Schnurr schrieb am 24.03.2010 um 10:27

www.freitag.de/community/blogs/streifzug/leistungsschutzrecht-als-herrschaftsmodell

Wie Recht die Bloggerin Eva-Maria Schnurr mit dem zweiten Teil Ihres Deutungsangebots hat, erweist sich ebenso bei der bisher unterirdisch geführten Debatte um den gesetzlichen Mindestlohn in einer Gegenwart wachsender Produktivität bei wachsendem Bedarf an Teilzeitbeschäftigung, die den Mann, die Frau, samt Kindern ernähren.

Da zieht die gesamte Medienlandschaft den Schwanz ein und tut liberallala banal, als ob sie diese Debatte nichts angeht.

Dabei steht das Volk in den Medien als Abeitnehmer, Arbeitgeber selber im Mittelpunkt dieser Debatte um die Höhe der Latte des Monatslohns für Teilzeitbeschäftigte.

In den achtziger jahren des vorigen Jahrhunderts wurde die Debatte um die 35 Stunden Woche angestossen und von liberalen Argumenten begleitet wie:

"Arbeitszeitverkürzung geht aber nur mit anteiligem Lohnverzicht"

Inzwischen wurde der Bedarf an Teilzeit- Arbeitsplätzen von der Wirtschaft derart abgestraft, dass daraus gegenüber den Vollbeschäftigten lohnreduziert Mini- Jobs wurden, die weder Mann noch Frau, geschweige denn Kinder ernähren.

An der Lehr- Stelle der Debatte um die 35 Stunden Woche haben die Medien bis heute durch die Bank ihren Auftritt als Part verpennt.

Jetzt fällt den Medien selber diese inbeded Umdeutung der 35 Stunden Debatte in eine unselige Armutsdebatte, siehe die Agenda 2010/Hartz IV Aufstocker/innen auf die lokalen Global- Füsse.

Medienleute, wie Jakob Augstein glauben ja selber nicht mehr an den Qualitätsjournalismus, den JA immer noch überall in Deutschland als Potential sichtend beschwört.

Okay!, manches Potential ist, voran im Freitag noch da.

Wenn dieses Potential des Qualitätsjournalismus aber in abnehmender Tendenz in den Redaktionen nicht mehr gefordert, gefördert wird, baut sich der Qualitätsjournalimsus einfach linksliberal verschwiemelt als "Kosten- Qual" der Verleger, archiviert liegen gelassen, beraten und verlassen ins Unsichtbare ab.

Das Erschreckende dabei ist, dass selbst so sympathische anzuchauende, zu hörende Medienleute wie Jakob Augstein, landauf landab aus freiem Sinn, vollem Herzen linksliberallala betonen (s. JA Beitrag oben):

"Leute!, die Debatten, die ihr fordert, werden doch längst geführt!".

Ja wo denn?, wenn ja?, von wem und wann?, wann wieder?

So kann und wird sich in den Chefetagen der Medien um eigens fundierte Debattenbeiträge im Sinne des Qualitätsjournalismus bis ins internet gemogelt.

"Reisende in den Branchensuizid soll und kann man nicht aufhalten, besonders dann, wen diese eine letzte Lippe bei alleinseligmachenden Inseldebatten der Medien riskierend, nicht einmal geneigt scheinen, das Wort "Hilfe!" über die Medienlippen zu bringen.

Einst haben die politschen Bildungsvereine mit angeschlossenen Parteien, voran die SPD den Pfad aus der blühenden Bildungslandschaft der Arbeiterschaft gesucht, um mit dem Mehrwert an gewonnener Bildung des rekrutierten Spitzenpersonals im Beritt eines Medienbeteiligungskonzerns, in den vergänglichen Profit reisend, die bildungswirtschaftliche Rendite der Arbeiterschaft nischenweise alleine zu verspeisen.

Zurück blieb bis heute eine politisch verödete Bildungswüste mit der steuerlich aufwendig subventioniert "ausgebildeten" Dummheit als letztem Wachstumdmarkt für die Hinterbliebenen der einst politisch engagierten Medien.

Weil das unselige Beispiel der Verflüchtigung des Bildungs- und Meinungsentwicklungsauftrags der Parteien den Medien nicht reicht, treten diese nun im Nachgang der Bildungsvereine mit angeschlossenen Parteien als Wiederholungstäter der Bildungs- und Meinungsmisere in den eigenen Reihen robust aufgestellt im eigenen Showdown an.

Wie gesagt:

"Reisende in den Branchensuizid soll und kann man nicht aufhalten, besonders dann, wen diese, eine letzte Lippe bei alleinseligmachenden Inseldebatten der Medien riskierend, nicht einmal geneigt scheinen, das Wort "Hilfe!" über die Medienlippen zu bringen."

Auffällig ist mir dabei, dass die User/innen, Blogger/innen, Aitoren/innen im Internet ja bereits beim Zugang zum Internet von Tele- Kommunikations- Netzzugangsanbietern abkassiert werden.

In der Regel ist das heute eine Wegelagerer- Zollgebühr in Gestalt einer Flate Rate.

Warum verhandeln die Printmedien nicht mit diesen Tele- Kommunikations- Netzzugangsbetreibern mit Unterstützung einer Regulierungsbehörde? um Anteile an der Internet Zugangs- Flate Rate?

Will da eine Krähe der anderen Krähe keinen Euro aus dem Auge kratzen?

Während die Parteien in Deutschland in einmaliger Weise, mit Argentinien als vorauseilendem Beispiel das rettende Ufer des Parteienfinanzierungsgesetzes erreicht haben, um rrocken gefallen, das Wahlvolk beraten und verladen, mehr oder weniger ihren Bildungs- und Meinungsentwicklungsauftrag, links liegen lassend, der blühenden Landschaft des bunten Medien- Blätterwaldes überlassen haben, können sich die Vor- wie Nachfahren der Parteien, die Medienkonzerne bis heute nicht zur Forderung eines Medienfinanzierungsgestzes durchringen?

Warum?.

Weil anders als bei den Parteien in den Parlamenten in Bund und Land bei den Medien eine 5 % Klausel nicht als Bestandteil eines Medienfinanzierungsgesetzes greifen würde?

Die Medienkonzern Gefahr liefen, unvrmittelt vor blühenden Medienlandschaften kleinteiliger Verlags- Einheiten in den Regionen als Marktteilnehmer zu stehen, die finanziell durch die Anreize im Medienfinanzierungsgesetz, angelehnt an das Parteienfinanzierungsgesetz, robust aufgestellt, nicht mehr erpressbar wären?

Fürchten Medienkonzerne im unerklärten Bunde mit den Öffentlich Rechtlichen Rundfunk- und Fernseh- Anstalten im Zeitalter des World Wide Web, des Internets, ein Medienfinanzierungsgesetz wie der Teufel das Weihwasser?

JP

15:21 24.03.2010
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Joachim Petrick

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Joachim Petrick

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