Offener Leserbrief an Klaus von Dohnanyi

Elisabeth Käsemann Klaus von Dohnanyi verschont Olaf Scholz wg. "Olympia Hamburg" mit Kritik, Martin Schulz kritisiert er als "INSM Botschafter" um so mehr, dazu der Fall "Das Mädchen".
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Klaus von Dohnanyi hat es mit nun bald 90 Lebnsjahren wieder getan, wie es Herbert Wehner einst nannte, er "dohnayiert" bis die Schwarte kracht, der ganze Äther mitleidig lacht?

Klaus von Dohnanyi verschont Olaf Scholz wg. "Olympia Hamburg" mit Kritik, Martin Schulz kritisiert er als loyaler "INSM Botschafter" um so mehr, dazu der Fall "Das Mädchen", die in Buenos Aires von der Militäjunta 1977 ermrodeten deutschen Studenten Elisabeth Käsemann. Klaus Zieschank, den Daimler Betirebsräten u. a. deutschen Staatsbürgern`nnen als Klaus von Dohnanyi SPD-Staatsminister 1976-1979, neben der inzwischen verstorbenen F.D.P. Staastministerin Hildegard Hamm-Brücher im Außenamt unter Führung des ebenfalls inzwischen verstorbenen Hans-Dietrich Genschers war.

Joachim Petrick


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Leserbrief zu "Martin Schulz gehört nicht an die Spitze der SPD" am 10.10.2017 von Matthias Iken


Sehr geehrter Herr von Dohnanyi,

gibt Ihr Statement "Martin Schulz gehört nicht an die Spitze der SPD" der Parteienverdrossenheit nicht Nahrung?

Geht es nicht auch um Loyalität gegenüber Personalentscheidungen der eigenen Partei, die demokratisch legitimiert sind, zumal, wie in Ihrem Fall, Sie, mit Erfahrungen als Miteigentümer des demoskopischen Instituts Infratest für Wirtschaft, im Fahrstuhl der SPD hochkatapultert, 1968 beim Superminister Wirtschaft und Finanzen Karl Schiller beginnend, eine steile Karriere mit dem SPD-Ticket bis hin zum Amt des Regierenden Hamburger Bürgermeisters 1981-1988 gemacht haben?

Immerhin wurde Martin Schulz im März 2017 mit 100 % Stimmenanteil von einem SPD-Parteitag durch die Deligierten zum SPD-Vorsitzenden gewählt und auf das Schild des SPD-Kanzlerkandidaten gehoben.

Wie passt Folgendes mit Ihrer demokratischen Haltung ohne Rücksicht auf die SPD zusammen?

Im Fall "Olympia in Hamburg" verschonten Sie, entgegen ihrer wirklichen Meinung, den SPD-Bürgermeister Olaf Scholz, der allein mit der Bewerbung Hamburgs für Olympia Millionen € zu Lasten des Hamburger Staatsssäckels verpulvert hat?, während Sie Martin Schulz mit Ihrer Kritik im "Kick me" Stil öffentlich wegbrettern wollen?, ohne Meinugskraft, einen geeigneteren Kandidaten für die SPD nennen zu wollen. Soll die SPD eine Partei des "Leeren Stuhls" werden?, oder ist das Ihrer maßgeblichen Rolle als Botschafter der vorparlamentarischen NGO Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) geschuldet?

Sie sagen "Wir müssen uns nicht nur um Verteilungsfragen, sondern in erster Linie um Zukunftsfragen kümmern ". Meinen Sie, es ginge mehr oder weniger das eine ohne das andere?

Warum deuten Sie die Umwälzungen durch die digitale Revolution in unserer Wirtschaft eher als Bedrohung, denn als Chance, auch für erweiterte Formen der Mitbestimmung am Arbeitsplatz und Umverteilung des BIP-Vermögens von den oberen 10 anteiliger zu den unteren 90 % Privathaushalten, um Wachstum über Kaufkraft zu generieren?

Glauben Sie grundsätzlich, dasa mit Reichtum in immer weniger Händen volkswirtschaftliches Wachstum zu generieren ist?, ist es nicht genau umgekehrt, Vermögen in immer mehr Händen ist der Weg auf den Wachstumspfad?

Auf die Frage: "Wie lässt sich die Demokratie denn sichern?" antworten Sie:"Durch einen starken, mutigen und entschlossenen Staat, aber auch durch konsequente Dezentralisierung"

Früher haben Sie n. m. E. mit Blick auf die neuen Bundsländer hinsichtlich Regierungs- , Parteienaktivität, Investitionen das Hohe Lied von den Leuchttütrmen zu Lasten der Infrastruktur in der Fläche gesungen. Was ist heute anders als nach 1990?, dass Sie nun auf Dezentralisierung plädieren?

Ihre Richterschelte verstehe ich nicht, angesichts vorliegender Ergebnisse des Sonderausschusses der Hamburger Bürgerschaft, die aufdecken, dass die Polizei für ihre behaupteten Gefahrenanalysen und Bedrohungslagen für ihre eigene Sicherheit beim G 20 Einsatz, wie sie einräumt, die Belege schuldig bleibt,

Warum erfüllt Sie nicht bis heute noch mit Blick auf Ihre Bürgermeisterzeit in Hamburg mit Stolz, dass Sie 1987 für eine ausgewogene Regelung der komplexen Problemen mit und um die Hafenstraße offen waren und diese schlussendlich durch eine Win-Win Lösung herbeigeführt haben? Liegt der Grund darin, dass Sie anfänglich durch namhaft engagierte Hamburger Bürger u. a. durch Jan Philipp Reemtsma zum Jagen getragen werden mussten?

Wie sehen Sie Medienberichte, dass ihre Bürgerneister Amtszeit von gleich sechs Skandalen geprägt war? War das ein parlamentarisches Zeichen von "Mehr Demokratie wagen"? nach dem Motto Willy Brandts "Man hat sich bemüht"? oder was steckte dahinter?

Manche Kritiker meinten, Sie seien ein "Bürgermeister nach Feudalherrenart" gewesen? "Eloquenter Mann im Nadelstreif-Anzug"

Haben Sie damals als Bürgermeister in Hamburg darunter gelitten, dass nach der Hamburger Verfassung der Regierende Bürgermeister, anders als heute, keine politische Hausmacht und Richtlinienkompetenz innehatte, jede Entscheidung mühselig einzeln jedem Senator mit dessen Hausmacht im Hintergrung seit Zunftzeiten antichambrierend abringen mussten?

Sie sagen: "Man muss beispielsweise auch Viktor Orban verstehen: Ungarn ist von der Historie der Türkenbesatzung geprägt. Brüssel muss solche kulturellen Strukturen berücksichtigen."

Klingt das nicht so als habe es in Ungarn nach der beendeten Türkenherrschaft 1688 durch Prinz Eugen vor Wien und polnische Feldherrn Fürsten Kavallerie Truppen keine ungarische Geschichte mehr gegeben, z. B. die k. u. k. Donaumonarchie Zeit bis 1918, den Ungarnaufstands 1956 gegen die Knute der UdSSR Herrschaft in Osteuropa?

Wie passt das zusammen, einerseits, Ihre Herkunftsfamilie stammt aus Ungarn, nennen Sie den ungarischen Ministerpräsidenten Victor Orban öffentlich wie einst der verstorbene Altkanzler Helmut Kohl einen persönlichen Freund, den Sie gegenüber Kritik in Schutz nehmen, ein autokratischer Nationalist zu sein, anderseits lobem Sie Bundeskanzlerin Angela Merkels Wort 2015 "Wir schaffen das", das Dublin Abkommen ist gescheitert" das der Victor Orban Flüchtlingspoitik in Ungarn diametral zuwider läuft?

Legendär sind für mich Ihre Literatur-Salons im Hamburger Rathaus während Ihrer Bürgermeister Amtszeit. Sind Sie da ihrer zweiten Frau der Dichterin Ulla Hahn näher gekommen? Warum gibt es heute solche Literatur-Veranstaltungen im Hamburger Rathaus nicht mehr?

Ein Schlem, wer Böses dabei denkt, wenn Sie im Interview mit Matthias Iken sagen, es sei ja nicht so, dass Sie zu Olaf Scholz gingen, sagen, mach diesen, mach jenen zum Senator. Nein, das ist nicht Ihr Stil, siehe Martin Schulz. Sie sagen Olaf Scholz eher, mach diesen, mach jenen lieber nicht zum Senator., oder?

Zu Ihrer Amtszeit hatte der Regierende Bürgermeister ohnehin nicht die Personalkompetenz zu entscheiden, wer Senator wird, wer es nicht wird, oder?

Sie sagen: "Meine Frau hat kürzlich vorgeschlagen, ich solle mit 90 in den Vorruhestand gehen. Wenn Gottes Wille mich so weit noch trägt – dann okay "..
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Mein Wunsch an Sie, hören Sie einmal nicht auf Ihre Frau, oder anders gesagt, bleiben Sie dabei, hören Sie nicht auf Ihre Frau, gehen Sie nicht in den Vorruhestand mit 90, viele wie ich haben noch mehr und mehr Fragen an Sie:

Z. B. Ihre Rolle als Staatsminister im Außenamt 1977 während des "Deutschen Herbstes", neben F.D.P. Staatsministerin Hildegard Hamm-Brücher, in Ihrer Rolle beim bemerkenswert unverantworteten Umgang mit der damals öffentliche Protest-Frage des Theologie Professor Käsemann aus Tübingen, was veranlasst die Bundesregierung, der Stiudentin Elisabeth Käsemann, meiner Tochter, dem Studenten Klaus Zieschank, den Daimler Betirebsräten u. a. deutschen Staatsbürgern`nnen in Buenos Aires aus der Folterhaft der Miltärjunta (1976-1982) unter General Rafael-Jorges Videla zu verhelfen?

Warum haben Sie mit Frau Hamm-Brücher der bundesdeutschen Öffentlichkeit,damals im Deutschen Bundestag, nach Ihrer beider Bekunden 2014 anlässlich der Ausstrahlung des ARD- Dikumentarfilms "Das Mädchen", vorgetäuscht, glattweg gelogen, die Bundesregierung tue alles in ihrer Macht, um hier hinter den Kulissen wie auch im Ostblock bei drohenden Menscherechtsverletzungen diplomatisch zu helfen?

Was nicht geschah, Warum? Was wollten Sie mit Ihrer Einlassung gegenüber den Filmemachern in dem Dokumentarfilm "Das Mädchen" sinngemäß sagen?, Sie seien zwar nicht zuständig für den Fall Käsemann gewesen, womit Sie einräumen, dass es Zuständigkeiten gab, Sie hätten aber irgendwie ja doch Verantwortung für diesen tragischen Fall mitzutragen. Vielleicht lag die Tragik ja darin, dass wir zu sehr mit der Entspannungspolitik im Osten beschäftigt waren, weniger mit Ereignissen in Südamerika, Argentinien. Schonen Sie mich nicht bei ihren Nachfroschungen.

Wie wollen Sie, lieber Herr von Dohnanyi, bei all ihrer vorgeblich verbalen Aufgeschlossenheit, andere zu ermuntern, schonen Sie mich nicht, untersuchen Sie meine Verantwortlichkeit als SPD- Staatsminister im Außenamt 1976- 1979 im Fall Elisabeth Käsemann in Argentinien, wenn Sie dabei keinerlei Hinweis geben, Anstalten zu machen, sich selber auf die Spur zu kommen?

Zumal Sie sozusagen auf den Schlüsseln zu den überlang versiegelt verschlossenen Archiven zu den damaligen Ereignissen sitzen?

Seit Ihren Einlassungen 2014 zum Fall "Das Mädchen" verstehe ich erst richtig, was der damalige SPD-Fraktionsvorsitzende Herbert Wehner einst im Deutschen Bundestag meinte, als er anlässlich Ihrer Ausführungen als Staatsminister im Außenamt in den Plenarsaal sinngemäß dazwischen rief, mein werter Herr von Adel, den ich tadel, hören Sie auf mit ihrem "Dohnanyiren!".

War es nicht damals so, dass westdeutsche Unternehmen wie Siemens, durch die Hermeskretversicherungsanstalt abgesichert, die Telekommunikation in Argentinen im Vorfeld der Fussballweltmeisterschaft 1978 modernisierten und ausbauten,

Argentinien also sehr wohl im Blick der Weltöffentlichkeit stand? Darüberhinaus 1977 ein legendäres Freundschaftsspiel zwischen der westdeutschen Nationalmannschaft und Argentinien mit der Udo Jürgens "Argentinia Fussballweltmeisterschafts- Hymne 1978" in Buenos Aires stattfand?

Dazu andere westdeutsche Unternehmen die argentinische Militärjunta, wiederum durch die Hermeskretversicherungsanstalt mit Bürgschaften fürs poitische Risiko abgesichert, zu Lande, Panzer, Luftabwehrraketen, zu Wasser, Fregatten,U-Boote, in der Luft mit Luft-Luft Angriffs-Raketen hochrüsteten und damit der Militärjunta die militärstrategische Grundlage schafften für den Falklandkrieg Argentinens gegen Großbritannien 1982 an internationalen Embargobestimmungen vorbei?

Elisabeth Käsemann, die von Daimler Stuttgart aus an die Militärjunt in Buenos Aires ausgelieferten Daimler Betriebsräte wurden, historisch dokumentiert, von den Chargen der Militärjunta ermordet.

England, Spanien, Österreich hatten Wege gefunden,anders als die Bundesregierung, ihre Staatsbürgern*nnen aus argentinischer Militärjunta Haft zu befreien. König Carlos war mit seiner Frau eigens mit einer Regierungsmaschine nach Buenos Aires geflogen, der Freilassung von Spaniern*nnen aus der Folterhaft Nachdruck zu verleihen und diese direkt sicher nach Hause zu geleiten, damit diese nicht nach verbrecherischer Militärjunta Praxis womöglich auf dem scheinbaren Heimflug in einem "Zeugenvernichtungsprogramm" über dem Atlantik aus dem Flugzeug ins Meer geworfen werden.

Mit freundlichen Grüßen

verbunden mit der Bitte um Empfangsbestätigung und Weiterleitung meines Leserbriefes an Herrn von Dohnanyi. Danke!

Joachim Petrick



https://www.abendblatt.de/vermischtes/journal/thema/article212200455/Martin-Schulz-gehoert-nicht-an-die-Spitze-der-SPD.html

"Martin Schulz gehört nicht an die Spitze der SPD"
Von Matthias Iken
11.10.17
Altbürgermeister Klaus von Dohnanyi (SPD) über den lähmenden Erfolg von gestern, die Herausforderungen von morgen, die Notwendigkeit von "Jamaika" und die Fehler beim G20-Gipfel


https://www.welt.de/politik/deutschland/article128745445/Warum-rettete-Genscher-deutsche-Studentin-nicht.html

Deutschland Foltermord
Warum rettete Genscher deutsche Studentin nicht?
Von Miriam Hollstein | Veröffentlicht am 05.06.2014 | Lesedauer: 6 Minuten



https://www.freitag.de/autoren/joachim-petrick/wenn-h-d-genscher-seinen-daumen-senkte

JOACHIM PETRICK 06.06.2014 | 03:09 22

Wenn H.- D. Genscher seinen Daumen senkte

E. Käsemann Mord 1974- 1983 Terrorparanoia des Kanzlers Helmut Schmidt, des Außenministers Hans- Dietrich Genscher, der Staatsminister, Klaus von Dohnany, Hildegard Hamm- Brücher?

14:18 12.10.2017
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Joachim Petrick

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Joachim Petrick

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