Opa war kein Kollegenschwein

Demografischer Fakt Die Rückholwelle von Rentnern in Betrieben, Einrichtungen der deutschen Gesellschaft schwillt rollend an. Der Otto- Versand, der Maschinenbauer Bosch lassen grüssen.
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Opa war kein Sozialabgabenlump noch -preller


Die Rückholwelle von Rentnern/innen in Betrieben, Einrichtungen der deutschen Wirtschaft und Gesellschaft schwillt rollend an.


Der Hamburger Otto- Versand, der Stuttgarter Maschinenbauer und Autozulieferer Bosch lassen grüssen.


"Ich habe fertig!"


Opa konnte von dem allen doch gar nichts ahnen, als er reaktiviert, rekrutiert mit der ersten Rückholungwelle von Rentnern in die deutsche Arbeitswelt erfaßt, von einem Tag auf den anderen, im Schleudergang, mit 68 Jahren, ratzfatz, ruckizucki wieder auf seinem alten angestammten Arbeitspaltz saß, den er mit 65 Jahren nach vierzig Jahren bei demselben Arbeitgeber, dem Stuttgarter Maschinenbauer und Autozulieferer, dem Bosch Konzern, zerknirscht, verbittert, aus Altersgründen verlassen mußte.


Drei ewige Jahre lang hatte Opa Trübsal blasend, seinem angestammten Arbeitspaltz nachgetrauert.


Und nun dieses kleine Große Wunder seiner Wiedereinstellung auf seinen angestammten Arbeitsplatz.


Opa hatte als Logistikfachmann der ersten Stunde seinem Wiedereintritt in die Arbeitswelt doch nur aus reinem Spaß an der Arbeitsfreude zugestimmt.


Gut!,
etwas merkwürdig fand er den Briefkopf des Schreibens einer Tochterfirma, namens Senior Expert Consultancy, seines ehemaligen Arbeitgebers schon, die ihn herzlich eingeladen hatte, sich projektbezogen als Logistikfachmann auf dem Altenteil wieder reaktivieren zu lassen.


Wirklichen Zweifel, gar Misstrauen gegenüber seinem alten Arbeitgeber Bosch, mit dem er gute und schlechte Zeiten gemeinsam durchgestanden, hatte er aber nicht empfunden.


Ganz im Gegenteil, hatte Opa gedacht, siehste, mein lieber Enkel, die Firma Bosch ist innovativ, wie immer vorne weg.


Die reden nicht nur, wie alle Welt in Deutschland über den demografischen Faktor, die handeln, die legen ein Senior Expert Projekt auf Kiel und schon geht es vom Stapel.


Opa hatte über vierzig Jahre in derselben Firma Bosch gearbeit, seine Sozialbagaben für die Sozialversicherung, Arbeitslosenversicherung, Krankenkasse, Betriebsrente, ja sogar die letzte Zeit für einen Investivlohn all die Jahre regelmäßig und zuverlässig abgeführt bzw, abführen lassen, wie es sich generationsübergreifend kollegial und solidarisch gehört.


Was wußte Opa denn von den prekären Arbeitsplätzen im Land, von über 7 Millionen Leiharbeitern, 1. 3 Millionen Arbeitnehmern/innen, die nach dem Verbrauch ihres Restvermögens zu Gunsten der Subvention ihres eigenen Arbeitspaltzes, vor ihrem Schonvermögen für die private Altersversorgung stehend, genötigt sind, Anträge auf Hartz IV Lohnzusatzleistungen zu beantragen, um ihre Existenz zu sichern.


Was wußte Opa denn von den bisher etwa 640 000 Werkverträgen in den Betrieben, Einrichtungen für Wissenschaft, Bildung, Erziehung, Kultur, Sport, Gesundheit, Jugend- und Altenhilfe, Pflege der deutschen Wirtschaft und Gesellschaft, für Arbeitnehmern/innen, die hochqualifiziertes u. a. Personal, gemessen an dem ausgezahlten Lohn, zu billigen Hilfskräften degradieren, für die selbst die Sozialabgaberegeln der gesetzlichen Sozialversicherung außer Kraft gesetzt sind.


Opa wußte das doch alles gar nicht.


Ich weiss das.


Jetzt liegt Opa seit Wochen im Krankenhaus, weiss nicht mehr ein noch aus und versteht die Welt nicht mehr, braucht therapeutische Beratung, Begleitung, Betreuung, seitdem er nach einer DGB- Kampagne unter Federführung des DGB- Vorsitzenden Uwe Grund


"Stopp mit der Rückholwelle von Rentnern"


von seinen alten und jungen Kollegen/innen bei Bosch und sogar in der Familie angefeindet wird:


"Er sei ein unsolidarisches Kollegenschwein, ein mieser Sozialabgabenlump und -preller!"


Wüßte er denn nicht, dass Bosch u. a. , wie der Otto- Versand in Hamburg mit ihren Senior- Expert Projekten, samt Rückholunternehmungen ihrer Rentner/innen, durchs Knie ins Auge, nur die Arbeitnehmer- /Arbeitgebertanteile der Sozialabgaben für sich als Profit einkassieren wollen, die sie für Leute vor dem Rentenalter als Arbeitgeber- , wie Arbeitnehmeranteil, gottlob, immer noch löhnen müssen?


Im übrigen sei sowohl der Arbeitnehmer- als auch der Arbeitgeberanteil nachwievor ein Teil des Lohnes.


Deshalb sei derjenige, der auf diesen Arbeitnehmer- wie Arbeitgeberanteil der Sozialbagaben verzichtet, ein unsolidarischer Kollegenverräter, der Lohndumping betreibt.


Wie gesagt Opa verstand die Welt und vor allem nicht einmal sich selber mehr.
Opa stammelte zuletzt immer wieder, völlig aufgelöst, fassungslos unter Tränen
"Ich habe fertig!"

Gestern verstarb Opa, trotz allem, absolut grundlos und völlig unerwartet, an

"gebrochenem Arbeitnehmerherzen".

Wir überlegen, wen wir wg. seelischer Grausamkeit mit Todesfolge im Umgang mit Opa verklagen?

"Das Unternehmen Bosch oder den DGB- Chef Uwe Grund?"

JP

http://www.abendblatt.de/hamburg/article2349264/

Das-neue-Leben-des-Otto-Pensionaers.htmlVersandhandelDas neue Leben des Otto-Pensionärs25.07.2012, 06:42 Uhr Bob Geisler

http://www.abendblatt.de/wirtschaft/article2350413/

DGB-warnt-vor-Rueckholwelle-von-Rentnern.htmlDGB warnt vor Rückholwelle von Rentnern26.07.2012, 06:30 Uhr

02:47 27.07.2012
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Geschrieben von

Joachim Petrick

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Joachim Petrick

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