Peer Steinbrücks Wahlkampf V- Wunderwaffe

Bundestagwahl 2013 Was für die CDU/CSU im Wahljahr 2009 Strategie der "Asymmetrischen Demobilisierung" war, ist für die SPD die Strategie der "Asymmetrischen Mobilisierung" im Jahr 2013

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Asymmetrische Demobilisierung war die strategische Geheimwaffe mit der die CDU/CSU im Jahre 2009 die Bundestagswahl, im Jahre 2012 die Landtagswahl im Saarland gewonnen hat

Als asymmetrische Demobilisierung gilt in der Politikwissenschaft jene Wahlkampfstrategie, die darauf abzielt, durch das Vermeiden von Stellungnahmen, Reibungsflächen zu kontroversen Themen und umstrittenen Persönlichkeiten des Öffentlichen Lebens in den Medien, die potentiellen Wähler des politischen Gegners, in Sicherheit wiegend, mit dem Ergebnis am Wahltag zu demobilisieren, dass diese erst gar nicht zur Wahl gehen.

Erstmals aufgetaucht ist dieser Begriff bei den Parlamentswahlen 2006 in Katalonien. Nachdem dort die Koalition aus PSC, ERC und der grün-alternativen ICV-EUiA aufgrund eines Streits über das neue Autonomiestatut von Katalonien zerbrach, hielt sich die CiU mit Inhalten deutlich zurück.

Während die Regierungsparteien mit ihren klaren Ansagen zu brennenden politischen Themen deutliche Verluste hinnehmen musste, ging die CiU, nahezu ohne entschiedene politische Aussagen, als gestärkte, stimmenstärkste Fraktion aus der Wahl hervor.

Im Rahmen des Wahlkampfes zur Bundestagswahl 2009 bezeichnet die Forschungsgruppe Wahlen die Wahlkampfstrategie von Angela Merkels Wahlkampfstrategen Ronald Pofalla und der CDU als Asymmetrische Demobilisierung.

Matthias Jung, der Chef der Forschungsgruppe Wahlen, sagte zum Wahlergebnis 2009, dass unter den gegebenen Rahmenbedingungen die Wahlkampfstrategie der CDU im Bundestagwahlkampf 2009 kaum zu verbessern war. Hauptziel sei gewesen, dass enttäuschte SPD-Anhänger zu Hause blieben, während gleichzeitig die Treue von Stammwählern der CDU/CSU eine sichere Bank blieb.

Dieser Erfahrung mit der wahlstrategisch

"Asymmetrischen Demobilisierung"

der CDU/CSU im Wahljahr 2009 eingedenk, hat sich die SPD für die Bundestagswahl 2013 mit ihrem Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück entschieden, wahlstrategisch einen ganz anderen Schlitten zu fahren, ohne dass dieser als solcher frühzeitig erkannt wird und wenn doch, den CDU/CSU- Wahlkampf Strategen, voran dem CDU- Generalsekretär Ronald Pofalla mit Grausen gewahr wird, dass sie keine wirksamen Mittel gegen diese neue Wahlkampfstrategie der SPD haben, die da lautet:

"Asymmetrische Mobilisierung"

Als asymmetrische Mobilisierung gilt in der Politikwissenschaft jene Wahlkampfstrategie, die darauf abzielt, einem politischen Gegner, der wahlstrategisch auf das Konzept der „Asymmetrischen Demobilisierung im oben dargestellten Sinne setzt, insbesondere in der Endphase des Wahlkampfes festgelegt ist, durch das Erfinden und Aufsuchen des eigenen Spitzenkandidaten, in diesem SPD- Fall Peer Steinbrück, von jedem nur denkbaren Fettnäpfchen, begleitet von seinen, ignorant knurrend, knorrig kantigen Stellungnahmen, schrille bis schräge Reibungsflächen, nicht nur zu kontroversen, sondern zu Themen, über die in der politischen Landschaft bisher Konsens vorherrschte, zu entblößen, zu gar nicht umstrittenen Persönlichkeiten des Öffentlichen Lebens in den Medien, ungefragt, patzig grenzwertige Kommentare, höhnisch lachend, zum Besten zu geben, damit die potentiellen Wähler der eigenen Partei voller Entsetzen und Schrecken in, anhaltend nachhaltige, Panik geraten und in hohem Grade, wie nie zuvor, mobilisiert, am Wahltag ihre Stimme auch wirklich abgeben, weil sie den Spitzenkandidaten der Partei ihrer Wahl als deren wahre "Gefahrenlage" beim Weg zum Wahlerfolg identifizieren.

Während gelichzeitig die potentielle Wählerschaft des politischen Gegners, sich monatelnag ungläubig die Augen reibt, um dann ab irgendwann in der Endphase des Wahlkampfes vor lauter Gewissheiten

"Siegesgewiss klappert das Wahlkampf Gebiss"

über den kommenden Wahlsieg, angesichts demoskopischer Bestnoten der Partei und des Spitzenkandidaten ihrer Wahl, in anschwellendem Maße geneigt sind, den Wahltag, Wahltag ohne sie sein zu lassen.

Aufgeweckte Geister unken bereits, die „Asymmetrische Mobilisierung“ sei Peer Steinbrücks wahlstrategische Vergeltungswunderwaffe (V- Waffe) für die Wahlschlappe der SPD im Jahre 2009 durch die Wahlkampfstrategie der CDU/CSU der „Asymmetrischen Demobilisierung“, die er mit Altkanzler Helmut Schmidt „Zug um Zug“ am Schachbrett in Hamburg- Langenhorn frühzeitig ausbaldowert hat.

Hoffentlich hält Peer Steinbrück diese SPD- Wahlkampfstrategie unbeschadet durch, denn was die SPD- Strategen da mit ihm robust im Schilde führen, grenzt schon an Wahlkampffolter gegen seine, hanseatisch herunter gedimmte, Frohnatur.

JP


http://www.welt.de/politik/deutschland/article115865239/Angela-Merkels-asymmetrische-Demobilisierung.html
03.05.13
Kirchentag
Angela Merkels asymmetrische Demobilisierung

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Geschrieben von

Joachim Petrick

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Joachim Petrick

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