PEGIDA, die neue "Nationale Front"

DDR- Ostalgie Erinnert diese Hype der PEGIDA Vergeblichkeitsattitüde, sich Medien gegenüber zu artikulieren, nicht an andere deutsch- deutsche Zusammenhänge Kalter Kriegs Zeiten?
Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

PEGIDA, demonstrative Hype der Vergeblichkeitsattitüde, sich Medien gegenüber weder artikulieren zu wollen noch zu können?

PEGIDA, die "Schweigende Mehrheit" vertritt sich die Füsse, geht kingsize dem Volke "Winke! Winke" als Souverän huldigend, stumm, in sich gekehrt, weder nach links , nach rechts, noch durch die Mitten sprechend, zum Schluss einfach doch nur mit dem "Inneren Schweinehund" Gassi. Das wird doch wohl noch erlaubt sein?

Erinnert diese demonstrative PEGIDA Hype der Vergeblichkeitsattitüde, sich Medien gegenüber zu artikulieren, nicht an ganz andere deutsch- deutsche Zusammenhänge aus Zeiten gesellschaftsolitisch Kalten Krieges 1948, Berliner Blockade, Westberlin als Frontstadt mit Berliner Luftbrücke nach Westdeutschland, Berliner Mauerbau am 13. August 1961

- Niermand will eine Mauer bauen. Ja? Gut dann baue ich sie dem Weltfrieden verpflichtet, auch wenn die revanchistische Adenauer Regierung in Bonn- Bad Godesberg mit ihrem Kalten Krieger, dem Regierenden Bürgermeister in der Frontstadt Wesrtberlin, Willy Brandt, mir das anders auslegen wird, so in etwa lässt sich Walter Ulbricht in einer am 10. August 1961 anberaumten Internationalen Pressekonferenz der DDR- Regierung in Ostberlin kurz vor dem Berliner Mauerbau am 13. August 1961 unerhört vernehmen-

bis zum Berliner Mauerfall am 9. November 1989?

Aber woran erinnert die PEGIDA? Genau an die Nationale Front der DDR.

"Man wird doch noch einmal alle gesellschaftlichen Gruppierungen unserer deutschen Gesellschaft, europäisch versonnen vernommen, unter einem Dach der Nationalen Front, sprich PEGIDA, singend, schunkelnd, triumphierend ins Ungewisse munkelnd, in vollem Schwange vereinen können, auch wenn man sich zu Tisch auf Augenhöhe nicht grün ist."

Wache Geister mit flinker Zunge, unken dagegen, den ungestüm freien Lauf der Karnevalisierung bundesdeutscher Kampagnenmacht im bunten Medien Blätterwald hält, beinhart meschugge, weder Ochs noch Esel auf.

Anders als das NS- Regime von 1933- 1945 mit ihrer Arbeitsfront, in der die Massenorganisationen der deutschen Gesellschaft, bis zur Gründung der Deutschen Wehrmacht 1935 sogar die illegalen Kampfverbände der Reichswehr, unter Bruch des Versailler Vertrages 1919, angedockt, formiert waren, wollte die DDR Nomenkaltur frischwärts keine halben Sachen mit einer Arbeitsfront machen und formierte zu diesem umfassenderen Behufe die Nationale Front (NF).

Die Nationale Front (NF) der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) galt bis 1973, zum Zeichen deutsch- deutscher Verbundenheit unter sozialistischem Vorzeichen, als Nationale Front (NF) des demokratischen Deutschlands. Die NF war ein Zusammenschluss aller Parteien und Massenorganisationen in der DDR.

Die Nationale Front sollte, zumindest dem "Buchstaben" nach, dem Anspruch Geltung verschaffen, dass alle gesellschaftlichen Gruppen in der DDR Einfluss auf die gesellschaftspolitische Meinungs- und Willensbildung nehmen können.

Gleichzeitig war die Nationale Front jedoch ein Instrument des Politbüros und Zentralkomitees der SED, um die Blockparteien, die da waren CDU, LPDP, Bauernpartei, Natonaldemokratische Partei Deutschlands (NDPD, Sammelbecken für ehemalige Offiziere der Deutschen Wehrmacht) und Massenorganisationen, FDGB, Frauenverbände, Wander- , Gesangs- , Wald- und Wiesenvereine zu disziplinieren, damit die Vormachtstellung der SED in Staat und Gesellschaft unerschütterbar auf Klassenlinie des Bauern- und Arbeiterstaates gegen alle Einrede aus dem, feindlich gesonnen, wilden Westen. sprich die Medienlandschaft in Westberlin, Westdeutschland, festverankert bleibt.

Aber wie so oft. die Lücke, die der Teufel im Übereifer von Gründerzeiten lässt, vergass die DDR Nomenklatur die Reihen der Nationalen Front ganz dicht zu schließen, indem sie die christlichen Kirchen als überraschender Devisenbringer.


- Ein Monatsgehalt/anno für alle kirchlichen Mitarbeiter und mehr wurden aus alten Staatsverträgen christlicher Kirchen seit 1806. 1919. zuletzt mit der Bundesrepublik Deutschland 1949 über westdeutsche Konten von bundesdeutschen Kirchen anteilig in DM auf Staatskonten der DDR zur Verfügung der Kirchen im Sozialismus transferiert (Staatsvertrag der DDR mit christlichen Kirchen im Sozialismus 1978 unter Federführung von Kirchen- und Kulturmnister Klaus Gysi)-

und als klammheimliches Scharnier mit Westdeutschland, neben dem Interzonenhandel unter dem Radarschirm der Alliierten, mehr oder weniger sich selber überließ, auch wenn es hier organisatorische Stränge hin zur ostdeutschen CDU gab.

Der weitere Verlauf ist historisch beschrieben.

Aus dem Raum der Kirche im Sozialismus der DDR erwuchs deutsch- deutsch die Friedensbewegung gegen den NATO- Doppelbeschluss ab 1979 unter dem Slogan

"Schwerter zu Pflugscharen"

mit dem anschwellenden Ergebnis der Montagsdemonstrationen in vielen DDR- Städten

"Wir sind das Volk"

bis hin zu "Wir sind ein Volk" zuerst in Dresden ab dem Dezember 1989/1990

Klar, wie Kloßsuppe, scheint, dem Salat der Ostalgie seit der Deutschen Einheit am 3. Oktober 1990 sind unter dem Dach der Patriotischen Europäer Gegen die Islamisierung des Abendlandes (PEGIDA) Köpfe erwachsen.

Eine alte Volksweise lautet, wenn Dein Salat Köpfe kriegt, schlag sie ab. Auf den Fall der PEGIDA gemünzt, will diese Volksweise wohl heißen, bleib der PEGIDA fern, so was verläuft sich beim Pfeifen im finsteren Medienwald.

JP

https://www.freitag.de/autoren/marlen-hobrack/warum-wir-pegidas-schweigen-zuhoeren-sollten?seite=3
MARLEN HOBRACK 22.12.2014 | 23:45
Warum wir Pegidas Schweigen zuhören sollten

https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/unaufgeklaert-und-unaufklaerbar
MICHAEL BARTSCH AUSGABE 5014 | 12.12.2014 | 06:00 44
Unaufgeklärt und unaufklärbar
Pegida Die Demonstrationen der „Patriotischen Europäer“ sind noch viel mehr als eine islamfeindliche Bewegung


https://www.freitag.de/autoren/joachim-petrick/pegida-die-luecke-die-der-lucke-laesst
JOACHIM PETRICK 14.12.2014 | 16:45 3
PEGIDA, die Lücke, die der Lucke lässt
Bettina Gaus hat recht, wenn sie im Presseclub die Medienschelte der PEGIDA mit dem Hinweis zurückweist, da könnte man die Medien ja in vielen Fällen schelten, nicht recht hat sie,.

14:48 23.12.2014
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Joachim Petrick

Aktuelles: Meine sichere Route- Refugee-Airlift - Petition "Luftbrücke für Flüchtlinge in Not" an die MdBs des Bundestages erhofft Debatte
Joachim Petrick

Kommentare 28

Avatar